Shi Heng Yi (2026) - Warum bin ich nie genug?

Shownotes

Shi Heng Yi ist Shaolin-Meister, Leiter des Shaolin Temple Europe in Otterberg und Autor. Vor zwei Jahren war er schon einmal im Hotel Matze zu Gast – damals stand „Aufräumen“ auf seiner inneren To-Do-Liste. Jetzt treffen wir uns wieder, mitten im Januar-Reset, und ich wollte von ihm wissen, was aus seinen Aufräumplänen geworden ist, wie er heute mit Kontrolle, Verantwortung und Loslassen umgeht und wie er sich die Extreme der heutigen Zeit erklärt. Es geht um Muster aus der Kindheit, um Dopamin und Adrenalin im Alltag, Extremsport, Nichtstun, das Gefühl, nicht genug zu sein – und um den (goldenen) Mittelweg.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Das ist nicht wichtig, ob deine Eltern dann stolz auf dich sind oder nicht.

00:00:03: Wichtig ist, dass du für dich eines Tages erkennst, die Fülle ist bei dir zu

00:00:08: suchen.

00:00:10: Willkommen im Hotel Matze Retreat, meiner Mini-Serie zum Jahresbeginn zum Thema Achtsamkeit, Gesundheit und Finanzen.

00:00:18: Heute geht es um Achtsamkeit.

00:00:20: Xingyi ist Shaolinmeister.

00:00:22: Er verbindet Kampfkunst mit fernöstlichen Philosophien und Alltagspraxis.

00:00:27: Ich wollte verstehen, wie man in einem Leben voller Ablenkung, voller Nachrichten, voller Termine wieder zurück zur eigenen Mitte findet.

00:00:34: Und ich wollte verstehen, wie man mit dem Gefühl des nie genug besser umgehen

00:00:39: kann.

00:00:40: Es sagt ja niemand gar kein Alkohol.

00:00:42: Es sagt ja auch niemand gar nicht Spaß haben am Leben.

00:00:45: Aber es halt nicht zu übertreiben.

00:00:48: Und in der Tradition wird das ausgedrückt als du sollst nicht in extremen Leben.

00:00:55: Es gibt etwas, das ist vollkommen ohne dein Zutun.

00:01:00: Ob du willst oder nicht, da ist etwas, das ist vorhanden.

00:01:04: Ob du hin hören willst oder nicht, das hört weder Dr.

00:01:11: Matthias, Ingenieur Matthias, das hier wäre immer gleich für dich.

00:01:17: Und das, was es eben wahrnimmt, das ist so deine Essenz.

00:01:22: Alles andere, was du dir auferlegst oder was wir uns auferlegen, sind Rollen.

00:01:26: Und jede dieser Rollen ist ego behaftet.

00:01:31: Die Idealisierung von dem Leben, diese Illusion aufzugeben, das Leben muss so sein.

00:01:39: Lerne zu sehen, wie die Welt wirklich ist.

00:01:45: Mein Ziel für diese Folge war es, dass ihr immer wieder zu ihr zurückkehren könnt.

00:01:50: Wenn euer Leben mal wieder zu kompliziert ist, wenn ihr das Gefühl habt, ihr müsst mal wieder aufräumen und euch zurückbissen.

00:01:55: Ich wünsche euch viel Vergnügen.

00:01:57: Emo Tematsa Retreat mit Shi Heng Yi.

00:02:06: Ich hab dich das letzte Mal ganz am Anfang gefragt und so möchte ich heute auch beginnen, wo du stehst.

00:02:13: Deswegen frage ich dich auch heute auch, wo stehst du gerade?

00:02:17: Ich erinnere mich ja, das letzte Mal hatten wir uns darüber unterhalten, wo gegebenenfalls die Reise bei mir hingeht.

00:02:25: Da hatte ich grob so zwei Richtungen skizziert.

00:02:30: Jetzt sind wir zwei Jahre später und die Realität ist tatsächlich ganz anders.

00:02:34: Mittlerweile bin ich teilweise mit Lebenssituationen, Lebensumständen konfrontiert worden.

00:02:41: Da hätte ich vor zwei Jahren gar nicht daran gedacht, aber bin eigentlich jetzt sehr froh, genau dort, wo ich bin.

00:02:48: Also inklusive aller Herausforderungen, aber auch alle schöne Momente.

00:02:54: Was hatte ich am meisten überrascht?

00:02:56: Ja, insbesondere, dass ich mittlerweile bin ich ja zwei in vierzig.

00:03:02: So der größte Teil meines Lebens dachte ich eigentlich, ich bin so der Kontrolleur, ich bin derjenige, der so das Leben dirigiert.

00:03:12: Bis ich dann irgendwann halt wirklich bewusst wahrnehme, das kann man sich so einreden.

00:03:19: Teilweise manchmal trifft das auch zu.

00:03:22: Aber andererseits gibt es sehr, sehr, sehr viele andere Elemente, die manchmal noch ins Leben, ins eigene Leben mit reinspielen.

00:03:30: Und dann merkst du, so viel hast du da nicht selbst in der Hand.

00:03:35: Endest du dich direkt an einem Moment, wo das dir ganz bewusst geworden ist?

00:03:38: Wo du gemerkt hast, oh man, ich dachte eigentlich, ich bin der Regisseur, aber

00:03:42: Ich

00:03:43: bin es gar nicht.

00:03:44: Ja, das sind insbesondere all die Momente natürlich, wo etwas urplötzlich nicht so passiert, wie du es dir gewünscht hast, vorgestellt hast.

00:03:55: Also meistens sind es diese leidbehafteten Momente, würde ich sagen.

00:04:00: Ja, in allerlei Form, ob das finanzielle Natur ist, ob das körperliche Natur ist, ob das einfach die Umstellung ist, deines ganzen Lebensrhythmus ist, was du bis dahin gehabt hast.

00:04:14: Du hast damals ganz am Ende gesagt, dass dir bevorsteht, aufzuräumen.

00:04:21: Und wie kann ich mir vorstellen, dass du das angehst?

00:04:24: Also wir haben ja die ganze Zeit das Gefühl, wir müssten irgendwie aufräumen.

00:04:29: Die Wohnung, den Kleiderschrank, die Arbeit, das Leben, die Beziehung.

00:04:33: Also ich kenne dieses Aufräumengefühl permanent und wenn ich das auf die Wohnung übertrage, dann ist das Wohnzimmer vielleicht sauber.

00:04:43: Aber dann geht's hinten wieder los.

00:04:46: Ich hatte beim ersten Gespräch damals ja schon mal eingeleitet, dass solche Prinzipien, ja, Vein und Yang, Auf und Ab, Dualität, Polarität, okay.

00:04:55: Das ist diese Theorie, das ist die Philosophie.

00:04:58: Die Philosophie heißt, dass alles immer da ist.

00:05:00: Also der Tag ist da jetzt vielleicht, aber gleichzeitig ist die Nacht ja auch da, nur dass wir die jetzt nicht sehen können.

00:05:07: Auch

00:05:07: im Sinne von alles, was du aufbaust, alles, was du aufbaust.

00:05:12: findet seine Natürlichkeit halt irgendwie darin, dass dieser Ausgleich entweder durch loslassen, entweder durch sinkendes Wachstum, also durch abnehmen, irgendwann natürlicherweise wieder hergestellt wird.

00:05:28: Daher war, seit jeher sowohl auf körperlicher Ebene als auch so, wie ich mein Leben geführt hatte, war mir schon bewusst, dass früher oder später alles zu diesem Ausgleich kommt.

00:05:40: zu dem Zeitpunkt, als wir uns aber damals unterhalten hatten.

00:05:44: Da muss ich ganz deutlich sagen, da war ich definitiv in einer sehr, sehr starken Wachstumsphase.

00:05:52: Wachstumsphase im Sinne von Öffentlichkeit, Wachstumsphase im Sinne von Anfragen, Wachstumsphase im Sinne von Gästen, die dann nach Otterberg in den Tempel kamen.

00:06:04: Das heißt, da ist alles gewachsen.

00:06:06: Mit deinem Podcast danach hat es nicht abgenommen.

00:06:09: Das heißt, es ging immer weiter, immer weiter.

00:06:12: Und ich habe also da gemerkt, okay, das spitze ich jetzt einfach so zu, dass ich schon innerlich irgendwie erwartet hätte, da muss was kommen, sonst überspannst du die Gitarrenseite.

00:06:29: Und das war damals der Grund, warum ich schon gesagt habe, Aufräumen ist notwendig.

00:06:34: bedeutet wirklich wieder ein bisschen Rückbesinnung, wieder runterfahren, wieder langsamer werden, bevor zu viel Aktivität überman nimmt und dann eventuell außer Kontrolle gerät in dem Sinne.

00:06:51: Was dann danach aktiv passiert ist, ist, dass ich zumindest versucht habe, die Postcast-Anfragen, Interview-Anfragen oder auch öffentliche Auftritte so ein bisschen runterzufahren.

00:07:04: Hat teilweise auch funktioniert, aber irgendwo kam dann da wieder dieser innere Zwiespalt.

00:07:12: Es hast du diese Möglichkeiten und nutzt sie nicht.

00:07:16: Ist ja auch irgendwo sinnlos, weil das, was mich seit jeher immer angetrieben hatte, war ja, dass ich in meinen Gedanken mir vorgestellt habe, das, was ich zum Beispiel in die Welt trage, dem einen oder anderen wird es helfen.

00:07:33: Das heißt, das ist nicht nur etwas, was ich mir zu Liebe tue, sondern ich denke, da ist sehr viel Sinn manchmal mit dabei, insbesondere durch diese Kombination mit Praktiken.

00:07:44: Und von daher sah ich es eigentlich immer als eine positive Tat an, etwas in die Welt zu tragen.

00:07:49: So, und dann da zwischen diesem Zwiespalt zu überlegen, wie mache ich das jetzt?

00:07:55: Einerseits diese Theorie des Ausgleichs, damit reinzubringen, weil das ist nicht mein Gesetz, das ist das Gesetz dieser Welt, der Ausgleich auf der anderen Seite aber diese relative Ebene all diese Möglichkeiten zu haben und dann jetzt rational zu überlegen und abzugleichen und abzuwägen.

00:08:20: Ja, mach ich das jetzt, mach ich das nicht.

00:08:22: Das waren so alles, muss ich sagen, interne Konflikte bei mir.

00:08:29: die schon sehr, sehr viel verändert haben, die Perspektive auch auf die Dinge klarer geworden sind.

00:08:38: Und mittlerweile ist es zum Beispiel einfach so, dass ich nicht überall ja sage, grundsätzlich auch nicht nur nein sage, sondern mir einfach ganz klar überlege, resoniert das, macht das Sinn, will ich das.

00:08:54: Hab ich das richtig verstanden, dass du versucht hast?

00:08:59: der Natur insofern zu entsprechen, also dem Gesetz, das nach auf kommt ab und dass du gesagt hast, okay, jetzt geht es die ganze Zeit auf, aber ich will mir nicht bestimmen lassen, dass es abgeht.

00:09:13: Deswegen versuche ich es zu kontrollieren.

00:09:17: Habe ich das so richtig verstanden?

00:09:19: Das kann man genauso ausdrücken, richtig.

00:09:22: Das ist dieses Beispiel.

00:09:25: Erst hast du selbst manchmal die Möglichkeit, diesen Ausgleich selbst herzustellen.

00:09:32: Du arbeitest sehr viel, fängst an Rückenschmerzen zu bekommen, fängst an Kopfschmerzen zu bekommen, fängst an schlaflose Nächte zu bekommen.

00:09:39: Da sind schon mal die Indizien der Natur.

00:09:42: Du musst langsamer werden.

00:09:44: Also liegt es momentan an dir, dass du sagst, gut, ich fahre mein Pensum, mein Arbeitspensum aus meinem eigenen Willen heraus, mal bewusst runter, weil du die Zeichen des Universums, sag ich mal, selbst gelesen hast.

00:09:59: Das steht dir aber auch frei, die ganzen Zeichen einfach zu ignorieren und einfach weiter zu machen.

00:10:05: Weil du sagst, ne, es läuft momentan so gut.

00:10:08: Ich achte einfach noch ein bisschen besser auf meine Ernährung, damit ich mehr Energie hab und mach einfach noch weiter.

00:10:14: Kann manchmal gut gehen, manchmal aber eben auch nicht.

00:10:18: Und dann sind das die Momente, wo das Universum ohne deinen Willen eingreift.

00:10:24: Ja, was?

00:10:25: Man dann als Burnout zum Beispiel, ja, das ist immer dieselbe Geschichte.

00:10:29: Also das ist die Art und Weise, wie ich diese alten Theorien oder Konzepte für mich erklärbar mache.

00:10:38: Ob das wahr ist oder nicht.

00:10:40: Also für mich ist das so die Realität.

00:10:42: Es gibt keinen Ausweg, wieder Balance, sage ich mal, herzustellen.

00:10:49: Entweder siehst du das und machst es willendlich oder die Umstände sorgen dafür, dass das so passiert.

00:10:57: Und dann ist es aber eben meistens der harte Weg.

00:11:01: Der Weg, den du halt nicht kommen sehen hast.

00:11:04: Also es ist weiterhin der Versuch, es zumindest zu kontrollieren und damit nicht davon zu fließen.

00:11:13: Okay.

00:11:14: Das ist jetzt ein schönes Wortspiel.

00:11:17: Einerseits ist es richtig, was du sagst, aber eigentlich ist es nicht Kontrolle.

00:11:24: Eigentlich ist es das Lernen.

00:11:26: Das Loslassen der Kontrolle, um nämlich in den Fluss zu kommen.

00:11:32: Welcher Fluss?

00:11:33: Der Fluss der Natur ist Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

00:11:38: Das ist der natürliche Fluss, der ist einfach da.

00:11:41: Wenn es aber eben gut läuft, dann ist das Sommerzeit.

00:11:46: Viel Aktivität, viel Aktivität, viel Aktivität so.

00:11:50: Kontrolle würde für mich bedeuten, du tust Dinge, um den Sommer länger zu machen, als er ist.

00:11:56: Gewächshaus.

00:11:59: Zum Beispiel, ja.

00:12:01: Und was ich für mich eben lernen musste, war zu sagen, okay, der Sommer ist gut momentan.

00:12:07: Komm, lass jetzt mal den Herbst kommen.

00:12:09: Ganz bewusst, lass jetzt mal den Herbst kommen, bedeutet, ich musste mich von all den Dingen trennen, wo ich auf künstliche Weise, sag ich mal, versucht habe, den Sommer aufrecht zu erhalten.

00:12:23: Und das ist nicht durch Kontrolle, das ist durch Loslassen der Kontrolle.

00:12:28: Da gibt es aber ja auch die eine Seite, die wir in uns haben.

00:12:33: Und du bist auch so aufgewachsen.

00:12:35: Darüber haben wir auch ein bisschen gesprochen schon beim letzten Mal.

00:12:39: Es ist nie genug.

00:12:41: Es muss irgendwie immer weitergehen.

00:12:42: Das kommt durch den einerseits.

00:12:44: Beim Kampfsport so habe ich das verstanden.

00:12:46: Man kann hundert Liegestütze machen und dann sagt der Trainer, hundert-eins wären besser.

00:12:51: Und in der Schule kannst du eine drei Plus gegeben haben.

00:12:56: Und der Vater sagt, eins wär besser.

00:13:00: Also es gibt hier nicht nur das, was man in dem Moment versucht loszulassen, weil man merkt, okay, jetzt ist Herbst, es ist ja noch das, was von hinten kommt.

00:13:11: Was die ganze Zeit die Stimmen aus der Vergangenheit ist, sind aber auch, in deinem Fall, kenne ich auch von mir, Mitarbeitende, wo man sagt, aha.

00:13:22: Du hast ein Tempel, da geht's, dass Leute kommen.

00:13:25: Verpflichtung, was ist, wenn die ihren Job verlieren?

00:13:27: Also, man ist ja nicht nur selbst derjenige, der loslässt, sondern es müssen ja alle irgendwie ein Stück weit mit loslassen.

00:13:37: So, da sprechen wir jetzt ein wirklich schönes Thema an.

00:13:41: Der Unterschied, sag ich mal.

00:13:43: Warum vom Gefühl her sehr viele Menschen einfach damit resonieren, was ist mittlerweile so von Shaolin?

00:13:51: zu lesen, zu sehen, zu hören gibt, ist Nummer eins erstmal der, dass ich seit vielen Jahren versucht habe, zu erklären, es geht nicht nur um die Körperlichkeit.

00:14:03: Es macht einfach keinen Sinn für mich, dein ganzes Leben damit zu verbringen, eine Körperlichkeit nachzugehen, du kannst gut treten, du kannst gut schlagen und das ist jetzt der Lebenssinn gewesen von deinen vierzig, fünfzig Jahren Training.

00:14:18: Das Besondere war, ist, Wenn du gleichzeitig parallel zum körperlichen Training ganz bewusst die Körperlichkeit nutzt, um darauf auch zu beobachten, wie wirkt sich dieses körperliche Training auf deine mentale Ebene aus und auf deine emotionale Ebene aus.

00:14:41: Dann tritt da eine Gesichtereinsicht ein, die du also nutzen kannst, bedeutet, die Körperlichkeit hat dir einen Zugang zu geben, dass du achtsamer wirst.

00:14:52: dass du diszipliniert herwirst, dass du anfängst ruhig bleiben zu können, obwohl der Körper unter Stress steht.

00:15:00: Und das sind dann, sage ich mal, innere Qualitäten, die du dann nebst des Trainings hoffentlich dann übertragen kannst auf alles andere, was du während dieser Lebenszeit machst.

00:15:13: So, bedeutet, Ziel und Zweck ist es, eine Methode zu haben, die dir dabei hilft, den Alltäglichen.

00:15:22: Herausforderungen und Problemen und Dinge, die die Menschheit im Alltag beschäftigen.

00:15:29: Nicht nur einen Kampfkünstler, einen ganz normalen, einen Bäcker, einen Elektromeister, egal, den ganz normalen Menschen.

00:15:38: Da etwas an die Hand gibt, dieses Leben zu bewältigen.

00:15:42: So.

00:15:43: Bedeutet letztendlich, es ging immer um, wie kannst du ein gutes Leben führen, was auch immer man unter Gut versteht.

00:15:54: So.

00:15:55: Und in diesem Kontext kommt man automatisch dazu, irgendwann sich damit zu beschäftigen.

00:16:03: Wie sieht das eigentlich konkret aus, dass sich vergangenen Dinge aus der Kindheit, aus der Erziehung, aus dem Umfeld, wie du aufgewachsen bist?

00:16:17: Wie prägt sich das eigentlich heute in dir aus?

00:16:21: Also erkennst du eigentlich, welche Art von Muster?

00:16:25: welche Art von eingefahrenen Strukturen trägst du eigentlich mittlerweile in deinem Leben mit und weißt du, woher die kommen.

00:16:35: Und warum kann ich das sagen?

00:16:37: Weil das z.B.

00:16:39: innerhalb der letzten zwei Jahre auch ein sehr, sehr tiefer Bereich war, wo ich selbst eingetaucht bin.

00:16:46: Ja, bedeutet, du hast es selbst schon gesagt.

00:16:50: Manchmal haben wir Menschen dieses Problem, dass es ist nie genug.

00:16:54: Nummer eins Frage war für mich, wo kommt das her?

00:16:57: Weil das erste, was das ja bedingt, ist so dieses Gefühl.

00:17:02: Es ist erstmal ein Gefühl von, es ist nicht genug.

00:17:06: Das heißt, du willst dich hinsetzen, dann ist es ja nicht erst der Gedanke.

00:17:11: Es ist eine Kombination aus einem, du setzt dich hin, also solltest eigentlich nur sein.

00:17:19: Aber entweder kommt so eine Unruhe auf und dann kommt schon wieder und du bist schon wieder weg, bist schon wieder am Suchen.

00:17:25: Weil das bloße sein, das bist du halt nicht gewohnt.

00:17:30: In meinem Fall, um das so ein bisschen abzurunden, damit man das verstehen kann.

00:17:35: Wie gesagt, asiatische Familie, vietermäßige Familie, Erziehung, Bildung und eben Note zwei nicht gut genug, bessere Note eins.

00:17:45: Das ist die eine Seite.

00:17:47: Das heißt, durch meine leiblichen Eltern, schon dieses psychologische, du bist nie genug.

00:17:53: Es gibt immer mehr zu tun.

00:17:55: Das auf der einen Seite.

00:17:57: Parallel dazu aber jetzt noch.

00:17:59: Und ich sage jetzt mal erschwerend.

00:18:02: In meinem Fall seit dem vierten Lebensjahr.

00:18:06: Schau Lin Kung Fu, also eine Kampfkunst.

00:18:08: Und Kampfkunstmeister oder oder Kampfkunstlehrer sind in der Regel nicht diejenigen, die halt sagen, oh, das hast du gut gemacht.

00:18:18: Ja, nee, muss muss nicht noch mehr machen.

00:18:20: Ruhe dich lieber ein bisschen aus.

00:18:22: Das ist ja nicht die chinesische Kampfkunst.

00:18:24: Die chinesische Kampfkunst ist, okay, hast du fünfzig Liegestütze gemacht, wieso hörst du schon auf?

00:18:30: Ja, du hast ja noch nicht mal geschwitzt.

00:18:33: Ja, mach mal weiter.

00:18:34: Geh mal tiefer.

00:18:36: Ist das alles, was du kannst?

00:18:38: Den mal mehr.

00:18:39: So.

00:18:42: Und wer befindet sich jetzt da?

00:18:45: Oder was passiert jetzt da?

00:18:46: Die leiblichen Eltern, das ist das, was.

00:18:50: auf mentaler Ebene, dem Jugendlichen, dem Kind gegenüber, projiziert wird, dann parallel dazu noch aus dem Kampfkunstregen eigentlich das selbe Prinzip nur anders ausgedrückt.

00:19:03: Hat eben in meinem Fall irgendwann dazu geführt, so erkläre ich es mir zumindest bis jetzt selbst, dass irgendwann eben dieses Kind oder dieser Jugendliche selbst sich diese Gedanken gemacht hat und sagt, Selbst meine nahelegensten Menschen, meine Eltern, selbst denen kann ich es nicht recht machen.

00:19:29: Meine Meister im Kampfkonstraining kann ich es auch nicht recht machen.

00:19:33: Ich habe es schon viele Jahre probiert.

00:19:36: Ich glaube, ich lass es einfach mal jemand komplett sein, es zu versuchen, anderen recht zu machen.

00:19:43: Und mache jetzt einfach das, wo nach mir ist.

00:19:46: Ich frage weder nach der Meinung von Leuten außen, was die über mich denken, Noch habe ich das Bedürfnis, meine Meinung jetzt irgendwie raus in die Welt zu tragen.

00:19:57: Und was dann halt entstanden ist, ist, dass Nummer eins sehr viel Kommunikation ausgeblieben ist.

00:20:05: Das heißt, unabhängig davon, was zum Beispiel ich innerlich gefühlt habe, ich habe es halt mit niemanden kommuniziert.

00:20:12: Ob da Frust war, ob da Traurigkeit war, ob der Ärger war, weil es gibt ja keinen, auf den du dich verlassen kannst.

00:20:19: Weil jeder wird ja einfach nur sagen, ja, Mach weiter, oder?

00:20:24: Da geht noch mehr.

00:20:25: Also habe ich da gegebenenfalls einen Schutzschild aufgebaut, den man verstehen kann als eine emotionale Barriere.

00:20:33: Keine Emotion von außen kommt nach innen und keine Emotion von innen trinkt nach außen.

00:20:40: Kann man jetzt sagen, hat Vor-Nachteile, ist auch so, ein Vorteil war.

00:20:50: Teilweise, zeitweise war es ein Vorteil.

00:20:52: dass ich halt sehr, sehr viel Leid über lange Zeit aushalten kann.

00:20:58: Das heißt, egal wie viel Leidensdruck da ist, aber ich war es halt gewohnt, etwas in mir zu halten und kann halt trotzdem weitermachen.

00:21:08: Mein Ventil zu all jener Zeit war das Training.

00:21:13: Ja, also nur weil wir nicht davon sprechen, heißt es nicht, die Emotionen sind nicht da.

00:21:20: So und Emotionen zu unterdrücken ist nach wie vor eine ganz schlechte Idee.

00:21:26: Diese Emotion sollte also einen Ausdruck finden und für mich war das eben die Kampfkunst.

00:21:31: Einer der Gründe warum ich halt bis zum heutigen Tage immer noch dabei bin und einfach ohne um mich jetzt da selbst zu loben aber warum eben einfach die Qualität von dem was ich mache anders ist.

00:21:44: Weil da einfach alles drin steckt.

00:21:47: Weil da einfach komplett die Gefühlswelt da in dem Training drin steckt.

00:21:56: Der Nachteil kommt halt in dem Falle zum Zuge einerseits.

00:22:04: Immer noch ist in diesem Kern nichts ist genug.

00:22:10: Weil bis zum heutigen Tage, ja, mit meinen Eltern konnte ich das, ich meine es ist teilweise bis zum heutigen Tage noch so.

00:22:16: Ja, mein Vater ist mittlerweile oben.

00:22:19: Und meine Mutter ist zwar noch da, aber ich merke trotzdem.

00:22:22: Also, die Mutter, die hat's halt auch so wörtlich, auch in dem Sinne noch nie wirklich so gesagt, dass alles gut gemacht, mach ruhig, Junge.

00:22:36: Es ist alles gut.

00:22:37: Du musst dich nicht mehr beweisen.

00:22:40: Und aus der Kampfkunst genauso.

00:22:42: Da geht's ja auch immer weiter.

00:22:43: Da hört das Lernen auch nie auf.

00:22:47: So, und das zu erkennen.

00:22:49: Okay.

00:22:50: Da ist definitiv... Die Vergangenheit, die sich jetzt hier in der Gegenwart ausdrückt, das ist halt schon eine Offenbarung, wo es jetzt eben darum will, okay, wie löst man das auf?

00:23:08: Es wird niemals gelingen, dass du das Gefühl des genug empfindest, wenn du da wieder im Außen schaust, weil das keine Angelegenheit ist des Außens.

00:23:22: Egal was du versuchst, mehr Podcast, mehr Interviews, mehr Anhäufung, mehr Geld, mehr Beziehungen, mehr was auch immer.

00:23:31: Es ist nicht da draußen.

00:23:34: Es ist das innere Finden.

00:23:36: Was musst du tun, dass du selbst für dich ausreichend und genug bist?

00:23:43: Das ist der Schlüssel.

00:23:48: Das ist etwas, was ich intellektuell total gut nachvollziehen kann.

00:23:54: Und ich kann mir auch vorstellen, dass jeder und jede, die das jetzt hört, genau so empfindet.

00:23:59: Ja, das ist richtig.

00:24:00: Man weiß, der Typ im Podcast hat recht.

00:24:06: Und ich bin mir sicher, dass du das auch schon wusstest, wie es aus dem Wissen ein Gefühl geworden, nachdem du jetzt handelst.

00:24:18: Wie ist aus dem Wissen ein Gefühl geworden?

00:24:23: Erster Schritt.

00:24:26: Intellectuals verstehen ist immer schon mal gut.

00:24:29: weil es sich darauf aufmerksam macht, diese Problematik, die gibt es einfach.

00:24:34: Die ist nicht erfunden, die gibt es.

00:24:36: Die zweite Frage ist, ob du dir selbst eingestehen kannst, dass du eben einer dieser Menschen bist, die das jetzt wirklich betrifft.

00:24:46: Also, wie heißt es so schön?

00:24:48: Du kannst niemanden heilen, wenn diese Person nicht selbst heilen will.

00:24:55: Das bedeutet es nicht, du musst sagen, ah, ich bin krank.

00:24:57: einfach diese Einsicht, okay, da ist gegebenenfalls etwas bei mir, wenn ich da mal mehr Zeit mit verbringen würde, wirklich in die Tiefe gehe, würde es eine Ebene bei mir eventuell öffnen, die mir für das zukünftige Leben helfen wird.

00:25:11: Das heißt, diese Beobachtungsfähigkeit über dich selbst und das Eingestehen, und das ist es, das Eingestehen und das Bewusste entscheiden, dass du Dinge in der Vergangenheit zum Beispiel unterdrückt hast und jetzt die Entscheidung trist einen Weg zu finden, dass egal welche Emotionen in dir vorherrschen, du anfängst diesen Emotionen einen Ausdruck zu verleihen.

00:25:43: Weil wir sprechen ja davon.

00:25:45: Etwas passiert in der Kindheit.

00:25:49: Dementsprechend entwickeln sich verschiedene Emotionen innerhalb von dir.

00:25:53: Und jetzt ist die Frage, kannst du diese Emotionen wieder in Fluss bringen.

00:25:57: Bedeutet, ist da jemand, mit dem du reden kannst?

00:26:01: Ist da jemand, der diese Emotion wieder helfen kann, wieder in den Fluss zu gelangen?

00:26:07: Oder ist diese Emotion aufgekommen und du hast sie halt einfach unterdrückt?

00:26:12: Konntest du mit niemandem reden und hast sie einfach in dir gelassen?

00:26:17: Das heißt, warum trägst du also teilweise Dinge bis zum heutigen Tage noch mit dir mit?

00:26:24: weil du etwas in dir festgehalten hast, was zu damaligen Zeitpunkten hättest schon in Fluss bringen sollen.

00:26:33: Das bedeutet in Konsequenz natürlich auch, je öfter in der Vergangenheit du Dinge in dich hinein gefressen hast, in dir drinnen gehalten hast, je länger das sich da sozusagen verfestigt und manifestiert hat, desto schwieriger wird es natürlich auch, heute das wieder los zu werden.

00:26:54: Also sind wir wieder in zwei Bereichen, die es jetzt in einer Art Praxis zu tun gilt.

00:27:00: Nummer eins, was befindet sich aktuell sozusagen in dir drin, was sich aus der Vergangenheit angestaut hat?

00:27:10: Ich würde das einfach mal bezeichnen als das Aufbereiten der Vergangenheit, Vergangenheitsbewältigung.

00:27:20: Die zweite Sparte ist aber jetzt, wenn du aber heute Im Hier und Jetzt nicht damit aufhörst, was du in der Vergangenheit getan hast.

00:27:30: Dann hast du in Zukunft einfach noch mehr, was du in dich hineingefressen hast.

00:27:34: Also musst da jetzt auch eine Methode her, dass du also jetzt versuchst, was kannst du tun, wenn im Hier und Jetzt du mit einer Emotion überwältigt wirst, damit die nicht in dir drin bleibt.

00:27:48: So.

00:27:50: Und da ... Das ist eben der Punkt, wo verschiedene Praktiken, verschiedene Ansätze, denke ich mal, helfen können.

00:27:58: Der wichtige Punkt eben ist, dass es nicht da drin steckt.

00:28:04: Ob das jetzt wissenschaftlich hinterlegbar ist oder nicht, ich bin aber ein großer Freund davon, einfach von diesem Bild zu sprechen.

00:28:16: Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo einfach alles gesehen werden will.

00:28:24: Der Ärger ist da, weil er gesehen werden will.

00:28:28: Die Traurigkeit ist da, weil sie gesehen werden will.

00:28:32: Ja, die Frustration ist da, weil sie gesehen werden will.

00:28:34: So, wenn das alles aber hier drin bleibt, kein Ausdruck verliehen wurde, dann finden diese ganzen Emotionen früher oder später einen Ausdruck, dass sie gesehen werden.

00:28:49: Und das ist für mich der Unschöne.

00:28:52: Na.

00:28:53: Es ist der schwieriger zu verarbeitende Einsicht, dass die Natur dann dafür sorgt, dass diese Dinge gesehen werden.

00:29:05: Oder aber du suchst wieder willendlich nach einem Weg, diese Dinge, wenn sie auftauchen, ihnen den Raum zu geben, dass sie gesehen werden.

00:29:17: Das ist ein bisschen wie, was wir erst hatten.

00:29:20: nach oben gehen, du siehst, der Druck ist da, es wird immer mehr, aber jetzt ist nun mal Herbst und es ist nicht mehr Sommer und du musst dich dem stellen, dass jetzt gerade Winter ist und nicht mehr Sommer.

00:29:32: Du musst dir was Warmes anziehen unter Umständen.

00:29:36: Du hast es erzählt von deiner Mama und du hast erzählt, dass Kommunikation der Asthma abgebrochen ist an der Stelle.

00:29:45: Ich stelle mir das total schwer vor, weil ganz oft sind ja Genau diese Art von Gesprächen, manchmal die uns halten an auch Menschen.

00:29:55: Manchmal sind die, wenn man sich das mal in den Niedergeschrieben angucken würde, würde man sagen, also toll ist es jetzt nicht unbedingt, aber es ist unsere Art miteinander zu kommunizieren und so sind wir halt in Kontakt.

00:30:08: Wie bist du damit umgegangen?

00:30:09: oder wie seid ihr damit umgegangen, wenn du das erzählen möchtest?

00:30:11: Ich weiß es nicht.

00:30:13: Auch als Vierzigjähriger, als Fünfzigjähriger, als als Dreißigjähriger zu sagen, Nee, Mutter, das höre ich mir jetzt nicht mehr an.

00:30:21: Mach dir erst mal, du verschließt dir erst mal.

00:30:26: Und es soll ja offen sein.

00:30:29: Da wird es halt auch nochmal interessant.

00:30:32: Je nach Kultur ist ja die Beziehung zwischen Eltern und Kinder wirklich unterschiedlich.

00:30:38: Und asiatisch geprägt, konfuzianisch geprägt, vietnamesisch, chinesisch.

00:30:44: Da ist eine ganz klare Hierarchie.

00:30:46: Vater, Mutter, Sohn, Tochter.

00:30:49: bedeutet allein kulturell bedingt.

00:30:53: Das ist das, was mich manchmal auch in Deutschland gewohnt hat.

00:30:56: Ich könnte niemals meinen Vater, meine Mutter mit ihrem Vornamen ansprechen.

00:31:00: So was gibt es bei uns überhaupt nicht.

00:31:03: Oder Gespräche auf Augenhöhe.

00:31:06: Das heißt, da sind ja wirklich alles Dinge, da fängt es ja schon mal an, basierend auf der Kultur.

00:31:11: Dass die Kultur an sich ja schon aufgrund ihrer Konzepte Traditionen, die sie aufrechterhält, Da ist ja das Unterdrücken von Dingen schon mit einprogrammiert.

00:31:23: Das ist in der Kultur

00:31:24: mit drin.

00:31:25: Das ist in der Kultur mit drin.

00:31:26: Ja, so.

00:31:27: Das ist dieser eine Teil.

00:31:30: Ja, und wie soll ich sagen, jetzt bin ich zwar in Deutschland aufgewachsen, das heißt okay.

00:31:37: Vielleicht war es nicht so streng, obwohl, nee, es war schon streng.

00:31:43: Aber ich hatte dann eben Freunde, mit denen ich eventuell drüber reden konnte.

00:31:49: Aber das, was man halt wirklich die Liebe der Eltern, die fehlt halt in dem Sinne oder kann fehlen, wenn diese Art von Gespräche ausbleibt.

00:32:00: Aber für mich war das all die Jahre nie jetzt wirklich ein Problem.

00:32:05: Jetzt in Retroperspektive.

00:32:08: Da kann ich das sehen.

00:32:10: Nicht wertend.

00:32:11: Also ich verurteile meine Mutter jetzt auf keinen Fall in dem Sinne.

00:32:15: Ich sehe einfach nur, wie dieses Menschenleben Was da alles Einflüsse hat.

00:32:22: Und manchmal sind das einfach Einflüsse, die erkennst du einfach in dem Moment überhaupt nicht.

00:32:28: Aber irgendwann, wenn du genauer hinschaust, kommt eben dieser Zeitpunkt, wo du anfängst, eins und eins zusammen rechnen zu können.

00:32:37: Und das ermöglicht dann Chancen, jetzt dein Leben zu korrigieren.

00:32:44: Meine Vergangenheit war, wie sie ist, ja, aber jetzt.

00:32:48: sehe ich halt sehr sehr viele Dinge aus der Vergangenheit und sehe wie die zusammenpassen und sehe wie die sich heutzutage in mir ausdrücken sowohl das positive als auch das negative und wie ich eben damit umgegangen bin.

00:33:03: deswegen also gibt es eine lustige Anekdote dazu.

00:33:07: von an beginn meiner Geburt bis ich ungefähr elf oder zwölf Jahre alt war kannte mich mein Umfeld vom Spitznamen her immer als Mr.

00:33:17: Radio Weil, egal wo ich war, ich hab immer sehr, sehr viel geredet über, keine Ahnung was.

00:33:24: Aber auf einen Schlag war auf einmal Mr.

00:33:27: Radio weg.

00:33:28: Ich würd jetzt so sagen, elf zwölf bis heute.

00:33:34: Sei denn, ich muss Podcast oder Interviews geben.

00:33:37: Aber grundsätzlich, ich kann den ganzen Tag einfach nix sagen und einfach ruhig meiner Sache nachgehen, ohne viel zu sprechen.

00:33:46: Ja, bedeutet... Wohin ist das Ganze gewandert?

00:33:50: in mein Training?

00:33:53: Das war die Art und Weise, wie ich mich mit meinen Emotionen rumgeschlagen habe.

00:34:00: Im wahrsten Sinne des Wortes.

00:34:01: Ja, und wo ich eben versucht habe, das daraus zu generieren, was ich auf andere Art und Weise nicht natürlicherweise vielleicht bekommen habe.

00:34:13: Ja.

00:34:14: Und gibt es jetzt noch bei dir diese Hoffnung oder diese Erwartung?

00:34:20: Dass das Telefon klingelt und die Mutter sagt, ich habe dich da bei dem Matzer gesehen.

00:34:26: Das war ja so toll, was du da erzählt hast.

00:34:32: Nein, nein.

00:34:35: Was mir aber sehr, sehr geholfen hat, ist einfach die Einsicht.

00:34:40: Wir alle, inklusive der Eltern, sind auf so einer für mich Erkenntnisreise.

00:34:48: Ob du irgendwann selbst erkennst, was du eigentlich hier in dieser Welt so verzettelt hast.

00:34:55: Und meine Mutter, genauso wie ich heutzutage sehe, dass manchmal ich aus Mustern heraushandel, genauso ist das natürlich bei meinen Eltern auch gewesen.

00:35:05: Was da zum Beispiel hilft, ist ja einfach folgende Idee.

00:35:09: zwei Perspektiven gibt es.

00:35:11: Ich könnte jetzt hier stehen und sagen, hey, Mutter, in der Vergangenheit, als ich Kind war, als ich dich gebraucht habe, was sind die da, hier und da, okay?

00:35:17: Das ist so diese eine, eine Geschichte.

00:35:21: Oder wenn ich Not nach Hause gebracht habe und nix war gut genug und also das ist die eine Richtung, in die wir zirkulieren könnten.

00:35:33: Die andere ist einfach die.

00:35:37: Vater und Mutter haben in einem Land gelebt, wo sie eigentlich friedvoll leben wollten, haben dann aber irgendwann das Gefühl gehabt, selbst in der eigenen Heimat ist es nicht mehr sicher.

00:35:50: Du fühlst dich im eigenen Land nicht mehr sicher.

00:35:55: Triffst dann die Entscheidung.

00:35:57: Die einzige Möglichkeit überhaupt irgendwie einen Lichtblick zu haben ist, das eigene Land, die eigene Kultur zu verlassen und Sicherheit in einem anderen Land zu finden.

00:36:07: In dem Fall war das Deutschland eben durch die Flucht über es mehr als Flüchtlinge.

00:36:15: Bedeutet also, was ist in diesen Menschen, die diese Flucht antreten, ganz tief verankert?

00:36:21: In der Heimat gibt es keine Sicherheit, wir sind auf der Suche nach Sicherheit.

00:36:25: Das heißt, Sicherheitsaspekt, Sicherheitsbedürfnis ist etwas sehr elementares innerhalb dieser Menschen.

00:36:35: Und dann, so, dass nur der Note zwei mit der Note eins sind die Chancen und Möglichkeiten aber höher, dass du einen finanziell sicheren Job bekommst und hier und da und so fängt man ihm an, ah okay, gut, ich verstehe meine Eltern.

00:36:56: Ich verstehe, woher das kommt.

00:36:57: Ich kann sehen, woher das kommt.

00:37:00: So, jetzt bin ich aber andere Generation.

00:37:04: Und deswegen ist es auch ein sehr, sehr schönes Bild.

00:37:08: Ein wirklich schönes Bild, es so zu betrachten.

00:37:14: Also egal, wer aktuell jetzt gerade eben am Leben ist, du bist halt schon die aktuell lebende Generation deiner Ahnung.

00:37:28: Und wenn du siehst, dass sich Dinge in der Vergangenheit wiederholen.

00:37:34: Und du bist jetzt die lebende Generation.

00:37:37: Dann liegt es an deinen Möglichkeiten und an deinem Willen, Zyklen der Vergangenheit zu durchbrechen.

00:37:49: Im Sinne von das, was meine Eltern nicht bewältigen konnten, wird jetzt zu meiner Aufgabe.

00:37:58: Und wenn ich Dinge und Strukturen nicht bewältigen kann, dann wird das eine Aufgabe, der nächsten Generation, die mir nachfolgt.

00:38:07: So sehe ich das zumindest als Bild oder auch als tatsächliches Lebensziel, mir zu überlegen, was ist es, was mir aktuell einfach so als Mensch das Leben schwer macht?

00:38:22: Und dann springen wir da zum Beispiel zurück diese Einsicht, dass ich mich nicht ruhig auf den Stuhl setzen kann und einfach mal

00:38:31: chillen.

00:38:33: Chillen.

00:38:34: Aber mal nix tun.

00:38:36: Und das nichts tun halt auch, dass es sich wirklich gut anfühlt.

00:38:40: Stattdessen ist immer die sein, ich muss wieder was machen, es ist nicht genug.

00:38:45: Und da merke ich ja schon, ich sehe das sowohl intellektuell, manchmal spüre ich das auch noch, aber das ist ja kein Zustand, wo ich sagen würde, den brauchst du im Leben.

00:38:58: Also,

00:39:01: wenn ich genau dieses ... nie genug zu sein, nicht an die nächste Generation weitergeben will, muss ich für mich jetzt erstmal eine Lösung finden, damit ich das jetzt für mich auflöse.

00:39:12: Weil dann weiß ich, dann ist es in mir nicht mehr vorhanden.

00:39:17: Und so sehe ich halt diese ganze Idee von, ja, was soll ich mit dieser Lebenszeit anfangen?

00:39:23: Ja, dich leichter machen.

00:39:26: Das heißt, weil wir erst über das Aufräumen gesprochen haben, du versuchst dein Haus, du bist jetzt selbst auch Vater, So besen rein, wie es noch geht, zu übergeben.

00:39:38: Ein Satz, der mir neuerdings wirklich sehr, sehr gut gefällt und der das Ganze auch auf den Punkt bringt.

00:39:45: Wir kommen mit nichts und wir gehen mit nichts.

00:39:51: Bedeutet das jetzt nur, weil am Anfang ich auf die Welt komme, mit nichts und am Ende sterbe und auch wieder nichts, bedeutet das, dass zwischendrin, ich das auch einfach nichts haben soll.

00:40:00: Ist das das Einfachste?

00:40:02: Das habe ich nicht gesagt.

00:40:05: Ich sag nur, vergiss nicht, woher du kommst und vergiss nicht, wohin du gehst.

00:40:09: Und wenn du zwischendrin jetzt eine Lebensführung hast, wo teilweise deine Wohnung komplett voll ist, kein Problem.

00:40:23: Aber vergiss nicht, wenn du ausziehst, musst wieder leer sein, damit der nächste wieder eine freie, saubere Wohnung hat.

00:40:31: Das einzige Problem ist, wenn du Mit nix anfängst, dann anfängst deine Wohnung einzurichten und wenn dann der Tag kommt, wo du ausziehen musst, noch nix passiert ist.

00:40:42: Und immer noch diese Wohnung voll steht.

00:40:45: Was also vorhanden ist, ist Anhaftung.

00:40:48: Und das wird der Ursprung dafür sein, dass sehr, sehr viel Leid eintritt.

00:40:55: Wenn du dafür sorgst, du kommst mit nix, lebst dein Leben, von mir aus in Saus und Braus, weißt aber ganz genau, wenn der Tag kommt, bist du bereit, loszulassen oder hast sogar schon losgelassen.

00:41:06: Dann ist der Übergang sehr, sehr friedlich.

00:41:12: Das ist so ein bisschen die philosophische Idee dahinter, bedeutet, versuche ich ein reines Haus, eine reine Wohnung zu hinterlassen.

00:41:24: In der Artenweise ja.

00:41:26: Aber ich sag nicht, da darf nichts rein.

00:41:29: Während du da wohnst, kann da rein, so viel du willst.

00:41:32: Ich

00:41:33: gehe dann noch einmal zurück zu deiner Mutter, weil mich das vielleicht merkst.

00:41:36: du ist persönlich interessiert.

00:41:38: Das eine ist ja das Verstehen des oder der anderen Personen.

00:41:44: Und ich glaube, das nennt man dann auch Empathie.

00:41:48: Man kann nachvollziehen, warum eine Person dies oder jenes gemacht hat.

00:41:54: Heißt noch nicht, dass man es akzeptieren muss, aber man kann es verstehen.

00:41:59: Inzwischen menschlichen Beziehungen, ob das Partnerschaften sind, Freundschaften oder Kindeltern, ist ja Kommunikation und dazu würde ich verstehen, auf jeden Fall zählen, keine Einbahnstraße.

00:42:13: Jetzt verstehst du sie, hast du das Gefühl, dass sie auch dich versteht oder spielt das für dich gar nicht mehr so eine große Rolle?

00:42:22: Es ist immer wünschenswert, wenn Menschen dich verstehen.

00:42:26: Aber es gibt keine Garantie dafür.

00:42:30: Also merke ich bei mir, dass diese Erwartungshaltung, dass jemand mich versteht, die kann auch nur letztendlich zur Enttäuschung führen.

00:42:43: Und es ist etwas, wo ich mir also selbst sage, es ist mir nicht wichtig.

00:42:50: Es ist mir einfach nicht wichtig.

00:42:52: Was mir wichtig ist, ist, dass ich möglichst so gut, dass in meinen Fähigkeiten liegt, kommuniziere.

00:42:59: wie ich die Dinge sehe, aber da ist keine Erwartungshaltung dem anderen Menschen gegenüber.

00:43:05: Für mich ist es wirklich, wie vorher auch, wenn da etwas ist, wenn da etwas in dir lastet, sprich es aus oder gibt dem Ganzen einen Ausdruck.

00:43:18: Was danach passiert, ist eigentlich nicht mehr relevant.

00:43:22: Es ist das Wichtige, dass du für dich das Gefühl hast, du hast es angesprochen, du hast es ausgesprochen.

00:43:30: Viel schlimmer ist es, wenn du halt etwas in dir drehst, aber es nie zum Ausdruck gebracht hast.

00:43:38: Egal, kannst du deinen Freund nicht sagen, kannst du seinen Eltern nicht sagen, egal wie.

00:43:42: Der wichtige Punkt ist, dass du eine gewisse Freiheit, einen gewissen Mut auch darin hast.

00:43:51: Was du siehst, sagst du.

00:43:54: Was du fühlst, findest du einen Weg, dem ganzen Ausdruck zu verleihen.

00:43:58: Und wenn ich so was sage, Ausdruck zu verleihen.

00:44:02: Optimalerweise und vor allen Dingen aber.

00:44:06: Wenn es geht, ohne anderen irgendwie zu schaden.

00:44:09: Also, finde einen Weg, deinem Ärger Ausdruck zu verleihen, aber ohne jemanden zu schaden.

00:44:18: Das heißt, geh in den Wald, schreien oder geh ins Gym trainieren.

00:44:23: Finde einen Weg, diesen Dingen Ausdruck zu verleihen, aber zieh niemandem.

00:44:27: Dadurch jetzt mit runter.

00:44:29: Ja.

00:44:29: Das ist also auch eine ganz, ganz wichtige Sache.

00:44:35: Wie hat sich dein Ausdruck verändert?

00:44:39: und so wichtig wahrnehme, ist ja dein Hauptausdruck jetzt, bist du eher gerade ja Mr.

00:44:44: Radio, aufgrund der Situation.

00:44:49: Aber sonst bist du eher ruhig, wie du sagst.

00:44:52: Und dein Ausdruck würde ich behaupten oder denken, hat viel auch mit deiner Kampfkunst zu tun.

00:45:00: Und was ich gehört habe ist, dass es da eine, dass es das Innen gab und das war versperrt, die Gefühle waren versperrt.

00:45:11: und was ich jetzt so ein bisschen erlebe oder meine zu erleben ist, dass sich jemand öffnet und sagt, okay ich lasse das, was drin passiert auch raus.

00:45:22: Wie hat sich deine Kampfkunst dadurch verändert?

00:45:25: Also wenn der Ausdruck nicht mehr noch durch eine Mauer muss, sondern die Tür auf ist.

00:45:33: Wir bleiben im Bild.

00:45:37: Was merkst du?

00:45:38: Wie hat sich deine Bewegung verändert?

00:45:43: Da sprichst du jetzt was an.

00:45:47: Wieder in diesem Bild bleiben.

00:45:49: Es gibt diese zwei Pole.

00:45:52: Eine, die sich verfestigt und die andere, die fließt.

00:45:57: Eine harte Seite und eine weiche Seite.

00:46:00: Eine blockierte Seite und eben eine Fließenseite.

00:46:03: Okay.

00:46:05: Teilweise jetzt auf die Kampfkunst bezogen.

00:46:08: Kampfkunst.

00:46:10: Den Körper stehlen.

00:46:13: Den Körper schmieden.

00:46:15: Den Körper aufbauen zu wollen.

00:46:20: Formen zu lernen.

00:46:24: Kampfkunst hat sehr, sehr viel.

00:46:26: Ganz klar mit Wille und wollen und manifestieren.

00:46:31: und machen zu tun.

00:46:33: Und es sind jetzt auch alles Wörter gewesen, die richtig, ich sehe den Hammer und ich sehe, bam, bam, also ich sehe...

00:46:41: Ja, das ist ganz klar, das ist, das ist ein Teil der Kampfkunst.

00:46:49: Im Gegenteil dazu ist, du bist zufrieden mit dem Leben, bist zufrieden mit deinem Körper, gibt nichts so, das ist die Natur, die ist einfach so, wie sie ist und dann chillst du.

00:47:02: Alles gut.

00:47:03: Und dementsprechend sieht dann der Körper aus.

00:47:05: Aber mental scheint da eine gewisse Offenheit zu sein.

00:47:08: Welches dieser beiden Wege jetzt wäre, meiner Meinung nach, das sinnvolle als extrem, keines davon.

00:47:18: Dennoch drückt aber dieses Bild etwas sehr, sehr stark aus.

00:47:23: Wenn da anfängt, was du eventuell beschreibst, als wenn der Mensch sich anfängt, ein bisschen mehr zu öffnen, dann ist es automatisch so, So sehe ich es, dass der Wille, um etwas Individuelles an dir voranzutreiben, der nimmt einfach ab.

00:47:44: Was heißt öffnen?

00:47:46: Öffnen bedeutet deine Aufmerksamkeit, erstreckt sich auf mehr als vorher nur auf das.

00:47:58: Aber was ist es, dass das hier wirklich stark werden lässt, wenn deine Aufmerksamkeit nur hier bleibt?

00:48:06: Ja, bedeutet.

00:48:07: Wie hat sich diese letzten zwei Jahre einfach in meinem Leben ausgedrückt?

00:48:13: Ich hatte schon leistungsfähigere Fähigkeiten.

00:48:20: Aber die sind eben genau dem geschuldet, dass ich eben sehr viel in anderen Bereichen jetzt auch mich vorgetastet habe, womit ich im Alltag einfach wesentlich mehr konfrontiert werde, als mir zu überlegen, wie gehe ich als... Wie bringe ich die Kampfkunst in meinem Alltag zum Ausdruck?

00:48:46: Ich habe einfach ein Lebensbereich mittlerweile, den ich so bewältigen habe.

00:48:50: Der geht einfach über das körperliche Definitiv hinaus.

00:48:54: Und da sehe ich, dass mentale Qualitäten jetzt erst mal so.

00:49:00: dieser Bereich ist, wo ich selbst das Interesse habe zu verstehen, okay.

00:49:05: Wie ich den Körper ausbilde, weiß ich.

00:49:09: wie ich meinen Geist in den Griff bekommen.

00:49:10: Das ist tatsächlich eine ganz interessante und weitere, weitere Meisterschaft.

00:49:20: Das heißt durch dieses Öffnen bist du vielleicht mutmaßlich körperlich schwächer geworden, aber du bist ganzheitlicher geworden.

00:49:30: Also du hast auf der einen Seite was verloren vielleicht, könnte man meinen.

00:49:35: Und aber es ist durch diese Offenheit, der Fokus ist weg, aber es fließt wahrscheinlich dann einfach besser, wenn wir wieder im Fluss sind.

00:49:46: Also ist ganz klar, meine körperliche höchste Leistungsfähigkeit war, als ich Jahre hatte, wo ich einfach nur alleine gelebt habe.

00:49:56: Ganz deutlich.

00:49:58: Wenig Kontakte zu Freunden, wenig ausgegangen, wenig Aufträge, wenig gereist.

00:50:06: Das simpelste Leben, schlafen, essen, trainieren, schlafen, essen, trainieren, schlafen, essen, trainieren.

00:50:14: Das war die Zeit, wo der Körper im Bereich der Kampfkunst am leistungsfähigsten war.

00:50:21: Hast du in dieser Zeit die Jahreszeiten gemerkt?

00:50:25: Ja, schon, ja.

00:50:27: Aber die Konstante war trotzdem das Training.

00:50:30: oder eben, ja, die Konstante war das Training.

00:50:33: Und dann zieht so das Leben an dir vorbei, aber du siehst, okay, an dir wächst auch etwas.

00:50:41: Aber mittlerweile durch die ganzen Reisen, durch alles, wie sich das Leben entwickelt hat, ist die Zeit, die ich nur noch mit mir verbringen darf, gering geworden.

00:50:53: Vermisst du es?

00:50:55: Da ist manchmal so eine gewisse Nostalgie noch vorhanden.

00:51:00: Aber heißt ja nicht, diese Zeit kommt nicht wieder.

00:51:04: Und das ist genau jetzt für mich auch dieser Punkt, dass ich mir sage, es ist ja nicht so, dass diese Zeit nicht für immer verschwunden ist.

00:51:15: Aber ich weiß jetzt einfach ganz bewusst, wie ich solche Zeiten in meinen Alltag integrieren würde.

00:51:24: Und da halt ist extremst für sinnvoll, ganz bewusst manchmal Phasen zu schaffen.

00:51:36: wo du aus deiner bekannten Belase rauskommst.

00:51:41: Wie sieht das dann aus?

00:51:43: Jetzt in dem Fall zum Beispiel.

00:51:45: Ich bin ja jetzt die letzten fünf Tage hier in Berlin gewesen.

00:51:48: Ansonsten aber bin ich eben zu Hause mit der Familie.

00:51:51: Aber da ist ganz klar, es gab Zeiten, da war ich ausschließlich mit der Familie.

00:51:58: Einfach, weil es die Zeit und die Situation so bedingt hatte.

00:52:03: Aber als Grundsatz, wie ich meine Monate und Jahre aufteile, ist es für mich einfach, fühlt es sich für mich sehr gesund an.

00:52:14: Zeit für die Familie ist Zeit für die Familie.

00:52:17: Und dann gibt es eben die Phasen, wo ich etwas mache.

00:52:20: Da geht es sich um die Familie, da geht es halt zum Beispiel um etwas, was ich selbst nochmal aufbauen will, sei es das Training, sei es... Interviews, Podcasts, Vorträge, Workshops, Seminare.

00:52:35: Also einfach etwas, wo ich merke, du bist nicht immer nur in einer Blase gefangen.

00:52:42: Nach meiner Idealisierung von dir sehe ich dich ja als ein wahnsinnig disziplinierten Typen.

00:52:52: Also ich sehe jetzt vor mir, als du das erzählt hast, sehe ich dich zu Hause, hundertprozent anwesend, nur Vater sein.

00:53:01: nur Partner sein, was Leckeres kochen.

00:53:05: Und auf gar keinen Fall diesen Ort irgendwie oder diese Bubble in dem Moment zerplatzen lassen.

00:53:13: Also nicht am Handy, nicht dies, nicht das, immer anwesend.

00:53:18: Und jetzt habe ich dich hier und jetzt merke ich auch, du bist total anwesend.

00:53:24: Ist dieses Bild, stimmt dieses Bild, was ich von dir habe, als total präsenten Papa und Partner und ich bin dann nur da und der Job spielt keine Rolle.

00:53:35: Oder ist das eine Idealisierung und eine Projektion, die ich auf dich lege?

00:53:40: In dem Fall stimmt die zu ... ... ninety-fünf Prozent.

00:53:44: Die fünf Prozent sind dann tatsächlich mal

00:53:46: ... ... schnell so.

00:53:49: Aber dann ist sie wieder weg.

00:53:50: Aber grundsätzlich stimmt das genauso.

00:53:53: Wie schaffst du das?

00:53:54: Dass das so ist?

00:53:55: Ich glaube, das ist ja eine ... ... Idealbild ... was ich auch habe, wo ich denke, ach super, mein Idealbild ist, ich komme nach Hause abends, achtzehn Uhr, und ich gucke vielleicht noch mal eine Minute aufs Handy, aber sonst bin ich total präsent.

00:54:11: Ich koche, ich, ähm, und so weiter, führe tiefe Gespräche mit meiner Frau,

00:54:17: aber

00:54:17: die Wahrheit ist natürlich eine andere.

00:54:21: Einerseits, ich mein, ich beschäftige mich möglichst seit vielen Jahren schon mit all den... philosophischen Themen, mit dem Buddhismus, mit den spirituellen Themen.

00:54:34: Und natürlich ist da etwas, wie sage ich das?

00:54:40: Nur weil es irgendwo steht, nehme es ja nicht automatisch als Wahrheit auf.

00:54:46: Nur weil irgendjemand etwas sagt, ist es ja für mich noch nicht die Wahrheit.

00:54:50: Aber wenn einfach, entlang von vielen Jahrhunderten, Jahrzehnten in allen Werken, die man da sieht.

00:54:58: Wenn da dann einfach beispielsweise dieser Begriff, hier und jetzt, Gegenwart.

00:55:05: Alles, was zählt, ist nur im Hier und Jetzt.

00:55:08: Wir Menschen leben in einer Illusion, entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft.

00:55:14: Das Ziel ist, das, was du jetzt in diesem Moment hast, das ist alles.

00:55:21: Egal in welcher Ausdrucksform, das findet man eben immer wieder.

00:55:26: Und irgendwann frage ich mich natürlich, okay, gut, wie soll das konkret aussehen?

00:55:31: Wie sieht das in meinem Fall jetzt aus?

00:55:33: Und dann fängt es an, ganz rational zum Beispiel, jetzt nicht in meinem Fall, aber Menschen wünschen sich irgendwann mal eine Familie zu haben, haben dann die Familie und bekommen aber ja dann nichts mit von der Familie.

00:55:48: Aus welchen Gründen?

00:55:50: Entweder zu viel auf Reisen, oder körperlich zwar zu Hause, aber mental und emotional nicht anwesend.

00:55:57: Ganz rational gedacht würde ich jetzt sagen, gut, das macht keinen Sinn.

00:56:02: Mir eine Familie zu wünschen, dann ist die da und dann bin ich nicht da.

00:56:07: Also, was ist es letztendlich?

00:56:10: Nummer eins, sei achts-, sei dir mal ganz bewusst, was ist es eigentlich, was du dir vom Leben wünscht?

00:56:18: Damit fängt es schon mal an.

00:56:20: Und wenn dann dieser Wunsch in der Art und Weise in Realität wird, was ist dein Beitrag?

00:56:29: Wie verhältst du dich?

00:56:29: Was ändert es in dir, dass jetzt dein Wunsch eingetreten ist?

00:56:36: Und da denke ich mir, was ist das Wertvollste, was wir Menschen eigentlich auf dieser Welt haben?

00:56:45: Zeit, gleich bedeutend mit Aufmerksamkeit, gleich bedeutend mit Energie.

00:56:53: Zeit, Aufmerksamkeit, Energie ist für mich dasselbe.

00:56:58: Für dich ist das dasselbe, okay.

00:57:01: Also Zeit, Aufmerksamkeit, Energie bedeutet, in was bringst du dein Wesen ein?

00:57:09: Das ist das, was Leben ist.

00:57:11: Wenn es die Familie ist, dann ist es einfach das aller, allerlogischste, dass es gar keine andere Alternative gibt.

00:57:21: um zu üben, jetzt für deine Familie hundert Prozent da zu sein, präsent da zu sein.

00:57:28: Und das sind die Dinge, die mir auch zum Beispiel selbst jetzt geholfen haben, wo man gerne auch den Sprung wieder machen kann in diese Achtsamkeit.

00:57:41: Das ist dieselbe Achtsamkeit, die ein Kampfkunstpraktizierender generiert, wenn er komplett seinen Kampfkunstfilm fährt.

00:57:50: Ob es das Schattenboxen ist, ob es das Sparring ist, ob es das Formenlaufen ist.

00:57:56: Es gibt so einen bestimmten Punkt.

00:57:58: Da bist du sozusagen wirklich komplett so in deinem Film, in deinem Training.

00:58:04: Da spielt nichts mehr eine Rolle.

00:58:06: Du und dein Training.

00:58:09: Du und dein Sohn.

00:58:12: Du und deine Familie.

00:58:14: Das ist das selbe.

00:58:15: Als ist das selbe.

00:58:16: Du bist kompletter.

00:58:19: Wie auch jetzt ähnlich hier.

00:58:21: und dieses Gespräch.

00:58:23: Aber es hat ja auch unser Gespräch jetzt, würde ich sagen, also so wie ich das betreibe auch, ist ja auch eine Form von der Idealisierung eines Gesprächs.

00:58:34: Wir haben kein Handy auf dem Tisch, wir sind allein, wir haben warme Getränke, wir sind für uns, also jegliche Ablenkung ist raus.

00:58:45: Wenn jetzt draußen, wer auch immer was draus macht, kriegen wir wahrscheinlich nicht mit aus.

00:58:49: Es ist sehr, sehr laut.

00:58:52: Was du sagst, natürlich ist das logisch.

00:58:55: Es ist logisch, dass ich, wenn ich zu Hause bin, hundert Prozent oder fünfundneinzig Prozent bei meinem Sohn bin, bei meiner Frau bin, wenn ich abends in der Bar mich mit meinem besten Freund treffe, es ist logisch, dass ich da bin.

00:59:10: Und bei der Kampfkunst, ich kenn's so ein bisschen vom Boxen, klar, wenn ich nicht da bin, dann krieg ich halt einen drauf, weil es ist auch logisch.

00:59:18: Aber in diesen Momenten, Und Achtsamkeit ist ein großes Wort dann auch immer, finde ich.

00:59:23: Wir kriegen das hin, wenn wir keine Ahnung, zehn Minuten vielleicht mit einer App meditieren.

00:59:28: Aber trotzdem wird dieser Raum, den wir jetzt hier gerade so frei geräumt haben, im Alltag merke ich, dass das total schwer ist.

00:59:38: Weil da ist nicht ein Licht, was noch den Fokus setzt.

00:59:44: Und genau das ist zum Beispiel eine der Gründe, warum manchmal dieser Kampfkunst wirklich extrem leerreich ist.

00:59:54: Woher kommt das, dass während des Trainings normalerweise jeder zumindest gute Rahmenbedingungen hat, dass du fokussiert trainieren kannst?

01:00:08: Woher kommt das?

01:00:09: Weil es Regeln gibt.

01:00:11: Weil es ganz klare Regeln gibt, wenn du ins Training kommst, Handy in der Umkleide lassen, Probleme.

01:00:19: Zumindest so weit es geht, lass sie außerhalb des Trainings und du hast jetzt eine Stunde, das praktizieren, davon dich komplett in dieses Training einzubringen.

01:00:29: Das heißt, es herrscht eine Rahmenbedingung schon vor, die es leichter macht, dass du dich eben nicht verlierst.

01:00:39: Und so ähnlich ist es jetzt eben, wenn also das Setzen von Rahmenbedingungen am Anfang notwendig ist, um etwas Bestimmtes zu fördern.

01:00:49: Wieso?

01:00:50: integrieren wir sowas, also dann nicht einfach in den normalen Alltag mit hinein.

01:00:55: So, was ich damit meine ist, wenn ich mit der Familie bin, wissen alle meine Mitarbeiter oder weiß jeder.

01:01:03: Ich bin mit der Familie und es gibt eine bestimmte Zeit bis dorthin antworte ich noch und wenn ich danach nicht antworte, wissen sie Bescheid.

01:01:11: Ja, das heißt es gibt manchmal, da habe ich vorher eben zum Beispiel kommuniziert, da ist bei drauf morgen, Familientag bin ich erreichbar.

01:01:19: Das nimmt für mich einfach auch schon den Druck raus, da drauf gucken zu müssen.

01:01:24: Oder nimmt den Druck weg.

01:01:25: Ja, was ist, wenn jetzt hier...

01:01:27: Joe Rogan anrufen.

01:01:28: Joe Rogan anrufen, ich kann nicht antworten.

01:01:30: Ja, dann sagt mein Büro eben, sorry, muss warten.

01:01:35: Morgen wieder.

01:01:39: Also das ist eben so diese Sache.

01:01:41: Wir können auch im Alltag gesunde Regeln und gesunde Strukturen setzen.

01:01:48: die es uns leichter machen.

01:01:50: Auch da, es hört sich total logisch an, absolut.

01:01:54: Und ich bewundere, dass du das so gut hinbekommst, weil ich kenne das auch.

01:01:59: Man setzt Regeln, man setzt Rahmen, man überträgt das, aber dann ist dann plötzlich dann doch das Klopfen.

01:02:06: Und es muss jetzt nicht Jerome sein, der einen Klopf, sondern das kann ja auch wirklich einfach... was Persönliches sein, was anderes sein, der Nachbar oder die Nachbarin oder es kann so und es brastet so viel ein.

01:02:16: Wir gucken einfach nur Fernsehen am Abend und dann kommt plötzlich in die News rein und dann fällt das Kartenhaus zusammen und dann ist wieder am Handy und nachlesen was hat der Trump, der wäre auch immer wenns jetzt schon wieder gesagt.

01:02:33: und also diese in der Logik unterschreib ich dir alles.

01:02:38: mach ich bei allem mit, aber der Alltag, das ist das Schwere, weil dann sobald dieser Rahmen, und vielleicht hast du da auch ein Bild noch, nach meinem Empfinden ist sobald dieser Rahmen einmal wieder geöffnet ist, dann sagt, naja gut,

01:02:53: hat nicht geklappt.

01:02:54: Scheiße,

01:02:55: naja dann.

01:02:59: Ich denke Perspektive, also Perspektivenwandel, ist einer der Kraftvollsten, ich nenn's erst mal, eines der kraftvollsten Gedankenspiele, die wir als Menschen praktizieren können.

01:03:20: Perspektiven Wandel.

01:03:22: Perspektiven Wandel.

01:03:24: Ja, bedeutet.

01:03:25: So wie du mir eben jetzt zum Beispiel erklärt hast, du verstehst alles intellektuell, verstehst alles logisch, aber wenn du eben dort bist und dann klingelt der Nachbar oder es kommt eine Nachricht im Fernsehen, ich höre halt daraus, wenn du mir das erzählst, Du bist halt komplett involviert.

01:03:45: Du bist halt komplett involviert mit jeder Nachricht oder alles, was in diesem Umfeld in der Familie halt dann passiert.

01:03:53: Wenn was im Fernsehen kommt, bist du direkt involviert.

01:03:57: Wenn der nachbekommt, bist du direkt involviert.

01:04:00: Und dass dieses Involvieren verändert eben deine Aufmerksamkeit, die du dann dort zu Tage bringen kannst.

01:04:10: Ich sehe aber als Außenstehender.

01:04:14: Und da ist der Matze mit seiner Frau, mit seinem Kind zu Hause.

01:04:19: Die sind jetzt da im Wohnzimmer und jetzt klingelt da der Nachbar und dann reden die kurz und dann geht die Tür wieder zu und dann geht der Matze zurück.

01:04:30: Nichts passiert.

01:04:32: Und dann sitzt Matze da auf dem Sober, guckt auf den Fernseher, dann ist da kurz dieses Bild von Trump und Matze sitzt da immer noch.

01:04:41: Nichts passiert.

01:04:43: Das heißt... Immer nur dann, wenn du denkst, du guckst auf dein Leben von hier raus, dann bist du involviert.

01:04:53: Dann spielt das hier eine sehr, sehr große Rolle.

01:04:58: Aber einfach zu sehen, Mann, Frau, Kind, bist halt du.

01:05:04: Ja.

01:05:04: Und dort kommen halt während du am Wochenende bis Samstag, Sonntag, dann klingelst da mal an der Tür und dann fällt da mal die Kaffeetaste runter, dann läuft da mal was im Fernsehen.

01:05:14: Aber was du nie verlierst, ist so.

01:05:19: Trotzdem das.

01:05:27: Das heißt immer, hier stör, hier stör, hier stör.

01:05:30: Aber etwas ist stabil.

01:05:32: Etwas ist trotzdem stabil in dem Ganzen.

01:05:35: Es wird nur dann instabil, wenn du diese Perspektive verlässt und dann aus dem Körper das Matze rausguckst.

01:05:47: Das ist dieses Perspektivenspiel.

01:05:49: Ich sag jetzt nicht, ob das wahr oder unwahr ist, aber es ist eine Art Unweise, wie du wirklich sagen kannst.

01:05:58: Das Leben spielt sich ab wie ein Film manchmal.

01:06:02: Das Leben spielt sich ab wie ein Film.

01:06:05: Das heißt, auch jetzt, wenn da jetzt hier irgendwie jemand einlaufen würde, egal wie, also es gibt eine Möglichkeit, wo dann direkt involviert bist.

01:06:17: Oder wenn du jetzt einfach wirklich denken wirst, wir sind wie in einem Film.

01:06:22: Und wenn da jetzt die Tür rausgeht und Joe Rogan läuft durch, da würde man es auch nur angucken sagen.

01:06:30: Morgen.

01:06:33: Morgen, ja.

01:06:34: Und so, das ist halt so ein dieser perspektiven Wandel, den ich halt sehr, sehr hilfreich empfinde.

01:06:41: Ja, ich habe gerade auch gemerkt, während ich dir zugehört habe, dass es ja etwas ganz Verrücktes in meinem Kopf gibt.

01:06:47: Dass ich ja denke, wenn ich Jedy Wenz, Zelensky und Trump da sitzen sehe im weißen Haus und bei mir, die das Gehirn wegfliegt, wenn ich während ich das sehe, dann denke ich ja, ich habe damit etwas zu tun.

01:07:03: Ich muss irgendwie darauf reagieren, indem ich noch mehr dazu lese, indem ich ... mit meinem Sohn drüber rede, mit meiner Frau drüber rede und irgendwie denke ich dann in dem Moment.

01:07:13: Und das ist mir gerade zu bewusst geworden.

01:07:15: Er ist ja komplett verrückt, dass ich dann denke, ich im Brenzlauer Berg in unserer Wohnung könnte jetzt irgendwas daran ändern.

01:07:23: Ich denke dann, ja, je mehr ich dazu lese, desto mehr kann ich irgendwie was ändern oder vielleicht auch da was deine Eltern erlebt haben.

01:07:33: Ich habe dann zumindest das Gefühl, ich könnte für irgendeine Art von Sicherheit.

01:07:38: Sorgen, aber also ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas in den letzten im letzten Jahr dazu beigetragen habe, dass Trump irgendwas von dem gemacht hat, was ich gerne wollen würde, was er tut.

01:07:55: Das ist natürlich auch, also ich bin gerade die Perspektiven durchgefallen und dachte ja, das ist eigentlich ziemlich eine gute Selbstüberschätzung.

01:08:04: Also ich gehe sehr, sehr ungern auf irgendwelche Verschwörungstheorien.

01:08:10: Es gibt sie, ja.

01:08:13: Es gibt sie und vielleicht steckt in manchen auch ein kleiner Hauch Wahrheit drin, aber eines ist auch ganz, ganz klar.

01:08:23: Ein Extrem ist großer Teil unserer Zeit, verbringen wir mit Dingen, wo wir denken, wir hätten Einfluss drauf, wo wir immer gar kein Einfluss drauf haben, und der Bereich, wo du wirklich Einfluss hättest, den vernachlässigen wir.

01:08:38: Hundert Prozent.

01:08:38: Ja,

01:08:39: das ist einfach die Realität.

01:08:41: Und jetzt ist es an jedem selbst okay zu beobachten, was sind diese beiden Kategorien?

01:08:48: Was ist das, was dir tagtäglich deine Energie, deine Aufmerksamkeit, deine Nerven raubt?

01:08:56: Mit was beschäftigst du dich jeden Tag und machst dich verrückt mit?

01:09:00: Und was bleibt entlang dieses Weges auf der Strecke?

01:09:07: Und egal wie du die Welt verändern willst, und das ist auch vielleicht ein wichtiger Punkt.

01:09:12: Auch wenn ich sage, wir schauen uns unser Leben etwas distanziert an, damit wir emotional nicht zu sehr involviert sind.

01:09:21: So, das ist nur die Perspektive.

01:09:23: Ich habe nicht gesagt, du hast so eine emotionale Distanz, dass du nicht versuchst, trotzdem einen Beitrag zu leisten, dass etwas, was du als ungerecht, als nicht richtig empfindest, dass du das nicht korrigierst.

01:09:38: Ja, aber wann korrigierst du das?

01:09:40: Zu welchem Moment?

01:09:41: Zu welchem Moment?

01:09:42: Und dann ist es immer wieder dasselbe.

01:09:46: Egal welche Pläne.

01:09:47: Aber was machst du jetzt aktuell?

01:09:51: Du kennst die ganze politische Lage in der Welt.

01:09:56: Siehst alle Entscheidungen.

01:09:58: Was ist dein Beitrag?

01:10:01: Und wenn du einen Beitrag leistest, der wird hier stattfinden.

01:10:05: Der wird in der Gegenwart stattfinden.

01:10:08: Der Ort, der einzige Ort den wir haben.

01:10:12: und an dem es irgendetwas überhaupt etwas adjustiert werden kann.

01:10:20: Das heißt diese Brücke, da ist ein schon wieder dieses philosophische hier und jetzt, aber auch die Wahrheit.

01:10:28: Und das ist dann wieder all das zusammengenommen, weil es einfach zu oft schon jetzt mittlerweile auch aus diesen Philosophien und aus diesen Kreisen lernen.

01:10:38: Aber manchmal zieht's Leben halt einfach echt zu schnell vorbei.

01:10:43: Und je mehr wir mir das so selbstbewusst wurde, irgendwann kommt einfach so, dass es ist, es ist richtig, deine Aufmerksamkeit voll und ganz den Menschen zu geben, die dir am nächsten stehen.

01:11:00: Weil nichts bleibt wie es ist.

01:11:05: Ja, und die Zeit weiß ich nicht, ob Menschen die Zeit einfach verpassen wollen, ja?

01:11:11: Ich glaube nicht, dass irgendjemand die Zeit verpassen will.

01:11:16: Ich glaube, es ist eher die Illusion, dass man denkt, dass man dadurch, dass man die ganze Zeit weiter liest und weiter scrollt, dass man die Zeit nicht verpasst.

01:11:26: Und ich glaube, das ist die Illusion, die vorherrschend ist.

01:11:29: Das denke ich ja dann auch in dem Moment, in dem ich nochmal noch mal mehr lese, zu einem Menschen, den ich bis vor einer halben Stunde noch nicht mal kannte, ist mir so gegangen mit Charlie Kirk.

01:11:42: Ich wusste nicht, wer er ist und plötzlich, jetzt weiß ich wahnsinnig viel, und habe aber unter Umständen verpasst, dass mein Sohn in der Schule gerade Folgendes Thema hat oder dass meine Frau gerade nicht, dass ihr gerade nicht so gut geht.

01:12:01: Und das ist schon irgendwie verrückt und bescheuert, dass das so ist.

01:12:08: Und wie erst schon gesagt, ich weiß das.

01:12:11: Es ist mir vollkommen klar, das ist Quatsch.

01:12:14: Aber dennoch denke ich dann in solchen Momenten, muss ich jetzt aber wirklich nochmal tiefer gucken.

01:12:20: Und genau das ist so der Grund, diese Einsicht, dass du das jetzt wirklich Intellektuales verstehst.

01:12:28: So weit sind wir jetzt.

01:12:31: Und jetzt braucht es eben Praktiken, weil bisher ist es nur Wissen, aber noch keine Erfahrung.

01:12:37: Wenn es dann zur Erfahrung geworden ist und dann beobachten dich Menschen in der Art und Weise, wie du lebst, dann sagen sie, ah, das ist schon eine weise Entscheidung, Matze.

01:12:48: Ja, weise.

01:12:50: weil etwas du in Erfahrung, in echter Praxis umgesetzt hast und das Ganze nicht nur Intellektuelles, theoretisches Wissen ist.

01:13:03: Und das ist dieser Wert zum Beispiel von diesen antiken Methoden, Buddhismus, Zen Buddhismus vor allen Dingen, die zumindest aus meiner Perspektive mir geholfen haben.

01:13:15: Texte ein bisschen zu lesen, mit verschiedenen Meistern zu sprechen.

01:13:21: Genau um diesen Kernpunkt herum.

01:13:24: Da ist extremst viel Illusion, mit der wir uns beschäftigen.

01:13:28: Und dann ist so die Frage, das ist so ein Kernpunkt von Sen.

01:13:33: Sen versucht auf möglichst direkte Wege dir zu zeigen, was ist die Wahrheit?

01:13:41: Das ist so letztendlich das auf den Punkt gebracht.

01:13:44: Was würdest du sagen, ist eine Illusion?

01:13:49: Also wir sitzen uns jetzt gegenüber.

01:13:52: Ist das jetzt die Wahrheit?

01:13:54: Oder ist das eine Illusion?

01:13:56: Wahrheit.

01:13:59: Wie fühlst du dich momentan?

01:14:01: Jetzt gerade in diesem Moment.

01:14:03: Ich fühle mich wach und verbunden.

01:14:05: Okay.

01:14:07: Hypothetisch.

01:14:08: Du könntest hier sitzen und wärst traurig.

01:14:11: Ja.

01:14:11: Du könntest hier sitzen und wärst deprimiert.

01:14:14: Und könntest hier sitzen und bist sehr glücklich.

01:14:19: Diese drei Zustände.

01:14:23: Unabhängig davon, in welcher du dich befindest.

01:14:27: Wenn ich das hier machen würde.

01:14:31: Und du bist traurig.

01:14:32: Hörst du das?

01:14:33: Ja.

01:14:35: Ärger.

01:14:37: Hör ich.

01:14:37: Deprimiert.

01:14:38: Selber.

01:14:40: Das heißt, unabhängig davon, welche Emotionen du da drinnen hättest, da ist etwas in diesem Beispiel jetzt, ist komplett unabhängig davon, was du da drin spürst.

01:14:56: Das ist echt.

01:14:59: Und das da drin, das ist die Illusion.

01:15:03: Und das, was von hier, hier dann rausgeht, das ist auch die Illusion.

01:15:10: Da muss ich kurz drüber nachdenken.

01:15:17: Das würde ja bedeuten, dass ich meinen Gefühlen maximal misstrauen sollte.

01:15:25: Nicht misstrauen, aber ihnen nicht blind folgen.

01:15:30: Das ist ein Unterschied.

01:15:31: Es gibt schon einen Grund, warum die da sind.

01:15:34: Aber nur weil sie da sind, musst du ihnen nicht blind folgen.

01:15:40: Ich versuch's mal wörtlich in Worten auszudrücken.

01:15:43: Es sind Gefühle, die wollen dir etwas mitteilen.

01:15:49: Ja.

01:15:50: Es sind Gefühle, die wollen dir etwas mitteilen.

01:15:54: Bedeutet aber, wer ist dieses dir?

01:15:57: Also wer bist du dem diese Gefühle etwas mitteilen wollen?

01:16:03: Und in dieser Perspektive bedeutet das also, da ist etwas Stabiles an dir und du hast die Möglichkeit deinen Emotionen jetzt Ausdruck zu verleihen oder nicht.

01:16:16: ihnen jetzt zu folgen oder eine Möglichkeit zu finden, das anders herum zu dirigieren.

01:16:23: Das heißt, es gibt da eine Ebene, die es war.

01:16:26: Das wahre ist, du bist da und es kommt etwas für dich.

01:16:31: Das Unhechte, die Illusion ist, dass du denkst, das was da jetzt ist, das muss ich jetzt tun.

01:16:37: Das ist das Unhechte.

01:16:38: Also echt ist, ich kann einfach nur sein.

01:16:44: Unhecht ist... Ich habe das Bedürfnis, ich muss jetzt handeln.

01:16:50: Unmittelbar ohne deine Einflussnahme, genau.

01:16:54: Ja.

01:16:54: Und einfach um da ein bisschen auch dieses echt und unnächt und Wahrheit und Falschheit.

01:17:01: Ich denke, dass praktizieren dieser Einsicht, Methode, Konzept, Lehre, egal wie man es nennt, sorgt dafür, dass du besser mit dem Leben und seinen Herausforderungen zurechtkommst.

01:17:12: Ganz einfach.

01:17:13: Ob man das ist wahr oder unwahrnend.

01:17:16: weil ich will mittlerweile merk ich sehr sehr stark muss wirklich aufpassen, wenn du anfängst, diese Wort Wahrheit in den in den Mund zu nehmen, wird es direkt religiös.

01:17:26: Ideologisch auch, ja.

01:17:28: Letztendlich gerne auch verstanden als Methode.

01:17:33: Die Methode ist, dich selbst als etwas zu sehen, was zu jeder Zeit vollkommen präsent ist.

01:17:44: Du bist einfach präsent.

01:17:46: Diese Präsenz hat noch keine Gefühlszustände.

01:17:51: Diese Präsenz ist einfach nur wach und wartet jetzt darauf, okay, was kommt jetzt heute?

01:17:58: Und manchmal dann taucht da irgendwo etwas auf, wo du jetzt entscheiden kannst, ah, okay, dem könnte ich folgen.

01:18:05: Wenn du das als gut empfindest, kannst du es ja tun.

01:18:10: Und das war's schon.

01:18:12: Und wenn du diese Art von Geisteshaltung, diese Art von Übung, Einfach mal ein bisschen praktiziert, merkst du einfach, da stellt sich eine gewisse Ruhe ein.

01:18:23: Weil ich nicht sofort reagieren muss, sondern weil ich wie so ein Art Fuß in die Tür reinkriege und kurz sage, ja, muss ich jetzt wirklich noch mehr zu einer Person lesen, die ich gar nicht kenne?

01:18:39: Oder bleibe ich einfach hier bei dir?

01:18:44: Zum Beispiel.

01:18:46: Durch dieses dich manchmal so ein bisschen... selbst zu sehen, aus einer anderen Perspektive zu sehen.

01:18:53: Er möglich einfach auch andere Möglichkeiten ausleben.

01:18:59: Du siehst manchmal selbst dann eben einfach diese Absurdität mit, was du dich beschäftigst.

01:19:05: Passiert auch aus dieser Perspektive heraus.

01:19:09: Oder ich wirklich merke, was ist denn das eigentlich für ein Dreck?

01:19:15: Gerade Anfang Januar gibt es ein unglaubliches Potburi an.

01:19:20: Wir wissen alles und jetzt ziehen wir es durch für dreißig Tage.

01:19:25: Also der Januar zeigt auch ganz oft, ja wir wissen doch alle, wie es eigentlich geht.

01:19:30: Also die Fitnessstudio, die gehen alle nach oben, die Mitgliedschaften, alle im Januar, das ist ja Wahnsinn, als im Januar alles passiert.

01:19:39: Und dann erst der Februar.

01:19:40: Ja, richtig.

01:19:43: Ich gehe auch nicht davon aus, dass Dinge über die wir jetzt gesprochen haben, das ist nichts Neues.

01:19:49: Manchmal müssen wir wieder ein bisschen Distanz bekommen.

01:19:52: von den Dingen, die uns ablenken, damit wir uns rückbesinnen können.

01:19:59: Rückbesinnung.

01:20:00: Manchmal auf Englisch eben auch Retreat.

01:20:03: Das Rückbesinnen bedeutet, dass die ganze Zeit schon in dir vorhanden ist.

01:20:10: Es ist die ganze Zeit dieses ganze Wissen.

01:20:12: All das ist die ganze Zeit schon in jedem Menschen vorhanden.

01:20:15: Das Problem ist nur, dass es teilweise unbewusst geworden ist.

01:20:21: Wir verblendet worden sind.

01:20:25: Auf Englisch intoxicated.

01:20:27: Das heißt, uns in verschiedene Dinge verloren haben.

01:20:32: Du musst einfach nur zu dir zurückkehren.

01:20:35: Es ist nicht etwas, was es jetzt in dem Sinne zu erreichen gibt.

01:20:39: Das ist dieser wirklich große Unterschied.

01:20:42: Warum ich fest davon ausgehe.

01:20:45: Jeder Mensch hat das in sich und weiß ganz genau, was richtig ist und was falsch ist.

01:20:51: Was dann aber eben passiert ist, dass es manchmal fehlt oder dass die Fähigkeit nicht ausgeprägt und genug ist, das Wissen jetzt auch in die Tat umzusetzen.

01:21:08: Und auch hier sehr insbesondere in diesem Bereich der Kampfkunst, die Geheimnisse der Kampfkunst, die geheimen Methoden hier und da X, Y und Z, so lange Rede, kürzer sind, mit der richtigen Methode.

01:21:23: Und der Zeit und der Aufmerksamkeit und der Disziplin und der Energie, die du in etwas steckst, ist es keine Magie.

01:21:32: Das ist einfach nur, du weißt über die Kraft deines Geistes nach.

01:21:37: Wenn du etwas wirklich diszipliniert und fokussiert angehst, ist extremst viel möglich in dieser Welt, nicht nur im Bereich der Kampfkunst.

01:21:48: Jeder Mensch, der irgendwie etwas sehr, sehr besonderes Ausdruck oder zum Ausdruck bringt, der weiß auf jeden Fall darüber Bescheid, wie das funktioniert zwischen Fokus, Energie, Kraft und Willen.

01:22:04: Und das ist eben genau dasselbe.

01:22:06: Jetzt sprechen wir aber nicht von einzelnen Bereichen, sag ich mal, um eine bestimmte Fähigkeit zu verbessern, sondern um das eigene Leben zu verbessern.

01:22:18: Und das ist genau dieser Punkt.

01:22:20: Ja, im Januar ist es deutlich.

01:22:24: Manche finden den Weg im Januar, jeder kennt ihn, aber da fehlt die Praxis.

01:22:31: Da fehlt das Schaffen der richtigen Rahmenbedingungen, damit das, was du jetzt vorhast, das auch einfacher fällt, damit das passieren kann.

01:22:42: Damit es auch bleibt.

01:22:44: Ja.

01:22:45: Weil die Inspiration, die verfliegt immer.

01:22:48: Deswegen ist es nie Inspiration und es ist nie impulsivartiges Übertreiben von Training, sondern es ist Konsistenz.

01:22:58: Es ist Regelmäßigkeit, Konsistenz.

01:23:01: dabei bleiben und statt hier große Freudensprünge und tiefe Absacker zu haben, ist eine gewisse Konsistenz.

01:23:09: Also nicht einen Abend komplett wegballern und dann erst mal nichts mehr machen zu können.

01:23:16: Sondern ist ja kein Problem.

01:23:18: Montag bis Freitag bist du diszipliniert, am Samstag gönnst du dir ein kleines Bier, am Sonntag rußt dich aus und am Montag fängst du wieder an.

01:23:28: Es sagt ja niemand gar kein Alkohol.

01:23:31: Es sagt ja auch niemand gar nicht Spaß haben am Leben.

01:23:35: Aber es hat nicht zu übertreiben.

01:23:38: Und in der Tradition wird das ausgedrückt als du sollst nicht in extremen Leben.

01:23:46: Deswegen... gibt es den mittleren Weg.

01:23:50: Du sollst nicht in extremen Leben, weil eine hohe Fluktuation nach oben bedingt eben einen tiefen Fall danach.

01:24:01: Aber

01:24:02: du kannst das Leben ja so für dich gestalten, dass es leichte Aufschwünge gibt, aber dafür ist der Fall auch nicht so schlimm.

01:24:09: Etwas, was du selbst für dich ist okay.

01:24:12: Damit kann ich leben.

01:24:15: Das ist nicht langweilig und gradlinig.

01:24:18: Es ist einfach nur die bewusste Entscheidung.

01:24:21: Wenn ich an einem Tag übertreibe, wirst du auf jeden Fall mit den Konsequenzen von diesem übertreiben leben müssen.

01:24:29: Und das ist einfach die Frage, ob du das willst.

01:24:31: Warum zieht es aus deiner Sicht so viele Menschen gerade in die Extreme?

01:24:36: Also, das ist ja, wenn du das Wort Extrem sagst, dann klinge sofort bei mir, dass ich das ... ... ganz, ganz oft an allen Ecken und ... Kanten gelesen habe, politisch, links extrem, rechts extrem.

01:24:55: Alles wird irgendwie extremer, extrem vegan, extreme Fleischesser, extrem dies, extrem das.

01:25:02: Und es scheint mir so, als müssten die Menschen, du sagst erst Rückbesinnung, ich finde auch im Buch kommt auch das Wort Zentrieren vor, also zurück zum Zentrum, zu dem, was man eigentlich weiß.

01:25:18: Aber gerade diese Ränder, die scheinen mir gerade extrem oft bewohnt werden zu wollen.

01:25:27: Was ist deine Beobachtung?

01:25:29: Worum ist das so?

01:25:31: Und wie finden sie zurück in die Mitte?

01:25:34: Nummer eins.

01:25:37: Jeder Mensch ist auf seiner eigenen Reise.

01:25:41: Jeder Mensch ist auf seiner eigenen Reise.

01:25:44: Wenn du im Laufe des Lebens nicht mit den Extremen des Lebens die es sozusagen gibt, konfrontiert wird.

01:25:54: Extrem links und extrem rechts.

01:25:57: Wenn das nicht passiert, ist es extrem schwierig überhaupt herauszufinden, was ist eigentlich der, ich nenne es mal, richtige Weg.

01:26:10: Das erinnert mich sehr, sehr stark an die Methodik, die beispielsweise aus dem Zen-Budismus sehr oft gebraucht wird oder auch teilweise aus der Kampfkunst.

01:26:22: Ich weiß nicht, ob ich dir das das letzte Mal schon gesagt habe.

01:26:25: Erst sagt dir der Lehrer die Richtung.

01:26:29: Lauf mal.

01:26:31: Dann läufst du also zehn Kilometer in die Richtung, wo der Lehrer dir gesagt hat.

01:26:35: und dann kommt der Lehrer anschlägt ihr erst mal in den Hinterraum und sagt, hey, wieso bist du jetzt hier zehn Kilometer in die Richtung gelaufen?

01:26:41: Ich habe doch gesagt in die andere Richtung.

01:26:44: Und du denkst ja, du bist so gesagt, so nach links laufen.

01:26:48: Und jetzt auf einmal nach rechts.

01:26:49: Okay, gut, du bist der Meister, ich höre.

01:26:52: Drehst dich um, läufst nach rechts.

01:26:54: passiert dasselbe immer hin und wieder.

01:26:56: Das heißt, was macht dieser Lehrer die ganze Zeit mir?

01:26:59: Der verwirrt dich.

01:27:01: Der sagt, das ist der Weg.

01:27:03: Dann gehst du den Weg.

01:27:04: Dann kriegst du erst mal so eine kleine Erinnerung und dann wandelst du den Weg.

01:27:13: Das ist halt ein bisschen schön.

01:27:15: Stell dir vor, hier, das ist links, das ist rechts.

01:27:20: Erst sagt der Lehrer, geh hier.

01:27:22: Dann kommst du dir hier an.

01:27:23: Dann sagt er, ne, das ist es nicht.

01:27:24: Okay, gehst du hier?

01:27:26: Bum!

01:27:27: Sag er, ey, schon wieder nicht.

01:27:28: Da!

01:27:29: Geht sie wieder hier?

01:27:32: Einer links, rechts, links, rechts, links.

01:27:35: Das ist das eine, was passiert.

01:27:37: Das andere aber was passiert.

01:27:39: Und das ist das, wo du eventuell eines Tages aufwächst, aufwachst, dass du erkennst, es war nie wegen links und es war nie wegen rechts.

01:27:51: Es war, dass du trotz allen Dingen hier... vorangekommen ist hier.

01:27:58: Macht das vom Bild her Sinn?

01:27:59: Das Bild macht insofern, also das ist ein schönes Bild, nur frage ich mich, wer schickt die Menschen, also du hast den Lehrer gehabt und wer ist es, der die Menschen gerade in die Extreme schickt?

01:28:15: Also wer ist der Lehrer?

01:28:16: von den Linksextremen oder den Rechtsextremen?

01:28:22: kann man jetzt politisch meinen oder nicht, aber es sind ja immer die Extreme, wo wir sagen, so Mann, das ist auch ein bisschen extrem.

01:28:34: Für manche jetzt vielleicht wirklich zu philosophisch oder für manche auch wirklich zu viel Glauben.

01:28:46: Aber ich kann nur das äußern, was ich erfahren habe und wie ich die Dinge aus meiner Perspektive sehe.

01:28:53: Also erwarte da in dem Sinne auch nicht, dass es irgendeinen irgendwelche anderen Menschen das mit mir teilen, aber also im Laufe des Lebens triffst du auf verschiedene Menschen verschiedene Situationen und all diese Menschen und all diese Situationen kannst du einerseits sehen als die wollten dir was Schlechtes oder die waren dir nicht wohl gesonnen.

01:29:21: oder aber du kannst diese Situationen und Menschen auch dahingehend hinterfragen, was hat es in deiner persönlichen Entwicklung initiiert, dass dich in deinem persönlichen Wachstum eventuell ein bisschen vorangetrieben hat?

01:29:39: Welche Einsichten, welche Konsequenzen hast du für dich gezogen, die das Leben für dich dann einfach danach lebenswerter gemacht haben, wo du angefangen hast dein Leben zu adjustieren?

01:29:54: Irgendwann warst du ein Mensch und hast wirklich frei, frei, frei gegeben.

01:29:58: Hast immer geglaubt, du hast ein offenes Herz und gibst deswegen frei.

01:30:03: Dadurch hast du Menschen getroffen, die dich ausgenutzt haben.

01:30:06: Das hast du dann mitbekommen und hast dann angefangen, also ein bisschen bewusster darin zu werden.

01:30:11: Wem gibst du etwas und wem sagst du, nein, du nicht.

01:30:15: Etwas sehr gesundes.

01:30:19: Was war aber die Erfahrung dafür gewesen?

01:30:22: dass du dich in einen Weg verfangen hattest und dann erstmal dafür die Schelle bekommen hast.

01:30:31: Und genau dieses Prinzip.

01:30:33: Immer dann, wenn wir uns in einem extremen Verfangen, irgendwann kommt die Schelle, irgendwann kommt das Aufwachen, das dir sagt, Junge, das ist nicht der Weg.

01:30:46: Und dann fängst du an daraus hoffentlich deine Konsequenz zu ziehen.

01:30:51: Und dieses Links und Rechts und Ändern und Suchen findet so lange statt.

01:30:57: Bist du für dich selbst einen lebenswerten Zustand entwickelt?

01:31:09: Wo du mit allem, was in dieser Welt vorkommt, zumindest in Akzeptanz getreten bist.

01:31:18: Du musst es nicht für gut empfinden.

01:31:20: Aber das ist einfach das Leben.

01:31:24: Das heißt, diese Illusion aufzugeben, das Leben muss so sein.

01:31:30: Das Leben muss so sein.

01:31:32: Die Idealisierung von dem Leben.

01:31:36: Buddhismus, Zen Buddhismus, alles drum und dran.

01:31:39: Das ist ja genau der Kernpunkt.

01:31:41: Da geht es ja nicht um die Idealisierung des Lebens.

01:31:45: Da geht es darum, Lerne zu sehen, wie die Welt wirklich ist.

01:31:53: Das ist das, was dich frei macht.

01:31:56: Wie ist die Welt echt?

01:31:58: Wir kommen mit nichts, wir gehen mit nichts.

01:32:02: Das ist eines davon.

01:32:03: Und es ist am Ende der Mangel an Akzeptanz eigentlich.

01:32:09: Also sagt man ja auch, du bist intolerant, ist ja auch etwas eine Akzeptanz-Toleranz, würde ich sagen, sind zumindest Geschwister.

01:32:21: Und nicht zu akzeptieren, dass es nicht nur diesen einen Weg gibt.

01:32:27: Was würdest du denen extremen zurufen, wenn die dich alle hören könnten?

01:32:42: Die können ihre Besinnung gerne bei sich behalten.

01:32:45: Da gibt es einfach eine Ebene, da spielt diese Besinnung keine Rolle.

01:32:51: Das heißt, das Allerschönste wäre wirklich so ein richtig schönes, großes Camp zu veranstalten, wo es sich alle treffen.

01:32:59: Und dann macht man da gemeinsames Training ohne Worte.

01:33:03: Und dann findet man da auch, sogar irgendwann, stellt man da sogar irgendwann fest ja, dass die Besinnung einfach nichts damit zu tun hat.

01:33:14: Ob wenn neben dir dein Teamkollege oder dein Kollege da gerade Liegestütze macht, ob du ihn da anfeuest oder nicht, ob du ihm hilfst oder nicht, da gibt es einfach eine andere Ebene.

01:33:24: Die hat nichts mehr damit zu tun, welcher Besinnung du folgst, sondern die ist einfach ganz natürlich unmenschlich.

01:33:31: Und dahin zurückzukommen.

01:33:34: Zu dem Echten zurückzukommen.

01:33:36: Also irgendwie ist so, wir diskutieren, wir diskutieren, du hast deine Meinung, ich habe meine Meinung.

01:33:41: Aber Beispiel sei, wenn wir zusammen ins Training gehen und sagen, Matze, komm jetzt ziehen das Training durch und dann rennen wir zusammen oder machen Liegestütze zusammen und dann sehe ich, ey, bist du schon müde, dann ist aber so natürlicherweise vollkommen egal, welche Besinnung.

01:33:56: Aber komm, Matze, jetzt ziehen das durch und dann kommt diese Motivation.

01:34:00: Das ist so echt.

01:34:02: Stimmt.

01:34:03: Und so unecht ist, du hast deine Meinung, ich habe meine Meinung und weil du deine Meinung hast und ich teile nicht, das mag ich dich nicht, will ich nichts mit dem zu tun haben.

01:34:12: Das ist so dieses, das ist so unecht, das ist so das Verfangen in Illusionen, was dein Leben schwieriger macht und das Leben der anderen Menschen schwieriger macht.

01:34:24: Aber es gibt da einfach so eine Basis, die ist natürlich, die musst du nicht lernen.

01:34:33: Die wissen wir auch alle.

01:34:34: Also ich glaube, der Januar ist, der Monat, in dem sich immer wieder zeigt, wir wissen es doch eigentlich alle.

01:34:41: Und genau in diesen Momenten, wo man genau zur Besinnung kommt.

01:34:47: Also erst mal habe ich eine Frage noch offen von einer Stunde.

01:34:51: Kannst du dich jetzt hinsetzen und einfach genießen?

01:34:57: Ja, das geht sehr gut.

01:34:59: Wenn etwas Neues beginnt.

01:35:02: Und für die meisten beginnt ja im Januar auch etwas Neues.

01:35:06: Das einmal die Zentrierung, klar, wir gucken, wir besinnen uns.

01:35:10: Du hast auch im Grunde eine Verantwortung für deine Familie, du hast eine Verantwortung für den Tempel, für dich, für alles.

01:35:17: Wie planst du?

01:35:19: Wie schaust du?

01:35:20: Wie entwickelst du?

01:35:21: Oder vielleicht nochmal anders, Einschutz zuvor.

01:35:24: Wie entwickelst du eine Vision?

01:35:27: Das kommt dir zuerst und dann kommt der Plan für dich behaupten.

01:35:30: Und vielleicht auch ein Schlenker, du hast meine ich so, zehn, zweitausendelft den Tempel übernommen.

01:35:36: Scholligen Tempel, Europe.

01:35:39: Und hast ja auch Annahmen gehabt und Illusionen gehabt, wie das alles sein müsste und könnte.

01:35:45: Und vielleicht kann man das auch als ein Beispiel nehmen, zu sagen, okay, mit dem Wissen, was du jetzt hast, wie würdest du jetzt an eine Visionsfindung gehen und vielleicht auch eine Planung.

01:35:56: Aber du kannst auch jedes andere Beispiel nehmen.

01:35:58: Das ist ein großer Themenbereich jetzt.

01:36:00: Mit was fangen wir an?

01:36:03: einfach weil es an der Stelle auch passt und damit ich da nicht zu viel jetzt vorweg sagen muss.

01:36:09: Ich meine, in den vergangenen Jahren, nach wie vor, bin ich teilweise immer noch sehr, sehr präsent.

01:36:19: Und wenn Menschen mich dann sehen...

01:36:21: Also präsent vor Ort?

01:36:23: Präsent medial, ja, das meine ich.

01:36:27: Und wenn Menschen mich dann auch sehen, in meinem Auftreten... wird halt sehr, sehr viel nach wie vor in mich hineinprojiziert.

01:36:38: Habe ich ja auch.

01:36:39: Ja, dass ich also tagtäglich einfach nur mit alles zurechtkomme.

01:36:47: Teilweise ja, aber das entspricht halt wirklich nicht der Realität.

01:36:51: Und das war einer der Gründe, wo ich auch irgendwann wirklich gemerkt habe, da wird so viel, weil wir vorher auch über Illusion gesprochen haben, da wird so viel in... in mich, in den Tempel, in diese ganze Kunst reinprojektiert.

01:37:10: Das ist irgendwo als Verpflichtung angesehen habe.

01:37:15: Ich kann mir das nicht länger so einfach anhören, ja.

01:37:20: Offenen Auges zu sehen, wie eigentlich ich ein Verdreter davon bin, Illusionen aufzulösen.

01:37:29: Gleichzeitig aber sehe, dass teilweise Menschen nur noch mehr Illusionen kreieren.

01:37:35: Das war der Grund, was auch Inhalt z.B.

01:37:38: ist jetzt von diesem zweiten Buch, wo ich einfach mal ein paar sehr, sehr prägnante Etappen aus meinem Leben seit Zwei-Tausend-Elf skizziert habe, wo einfach jeder auch ein bisschen sehen kann.

01:37:57: Der Weg von damals bis heute war kein Zuckerschlecken in diesem Sinne.

01:38:05: Und das ist auch etwas, was grundsätzlich in dieser Welt stattfindet.

01:38:11: Wir treffen auf etwas und sehen etwas, was wir aber niemals sehen.

01:38:17: Ist die Entwicklungsgeschichte, wie ist diese Situation entstanden?

01:38:22: Und wie ist diese Person zudem geworden, wie sie aktuell ist?

01:38:26: Wir nehmen genau das wahr, was immer nur dort so vorhanden ist.

01:38:32: Bedeutet... Auch jetzt in der Fragestellung von dir.

01:38:44: Das ist aber stark.

01:38:47: Wirklich extrem stark verkürzt.

01:38:52: Entlang dieser Vision sind ganz viele Träume zerbrochen.

01:38:56: Entlang dieser Vision ist ganz viel Leid entstanden.

01:38:59: Entlang dieser Vision gab es ganz, ganz viele dunkle Momente.

01:39:03: Entlang dieser Vision gab es auch mal teilweise die Insolvenz.

01:39:08: Entlang dieser Vision gab es auch ganz viel Betrug.

01:39:11: Entlang dieser Vision gab es auch ganz viel Enttäuschung.

01:39:15: Das hört und sieht und als wäre es nicht stattgefunden, aber es waren genau diese Sachen.

01:39:23: die jetzt, dass das, was am Anfang entstanden ist, der zündende Funke einer Vision, der war damals schon da, aber es ist nicht dasselbe, was heutzutage vorhanden ist.

01:39:40: Weil das, was heutzutage entstanden ist, ist durch dieses ganze Auf und Ab einfach eine getestete Variante der initialen Vision geworden.

01:39:52: Das ist ein schönes schöner Satz.

01:39:53: Eine getestete Variante einer Vision.

01:39:57: So, unbedeutet.

01:39:59: Jetzt in die Zukunft gesprochen.

01:40:01: Klar, einerseits dieser Erfahrung aus der Vergangenheit kann ich mitnehmen, aber auch jetzt bereits für zukünftige Visionen.

01:40:09: Eine Direktion habe ich.

01:40:12: Eine Direktion habe ich.

01:40:14: Wie die aber genau aussieht.

01:40:17: Es macht einfach keinen Sinn.

01:40:18: Das wird nicht so sein.

01:40:20: Das

01:40:20: heißt eine Vision, du sagst das gerade Direktion, es ist eine Richtung.

01:40:25: Das heißt, wenn du jetzt nochmal, also wir stellen uns vor, all deiner Erfahrung, die du hast und jemand sagt und ich sage dir hier, neuer Tempel, mach mal, wie sieht deine Vision aus, dann würdest du die nicht mehr so ausmalen, sondern du wirst es nur ungefähr.

01:40:47: Die Richtung, du wirst es vielleicht, das Bild sieht, ist schwarz-weiß, aber mehr nicht.

01:40:56: Wir zogen es auf diesen Tempel.

01:40:58: Ich denke, woher auch immer das kommt, es war die richtige Zeit am richtigen Ort.

01:41:06: Ich habe die richtigen Menschen getroffen und so hat sich das Ganze zudem entwickelt, was wir heute sind und was es heute sozusagen von uns gibt.

01:41:16: Du mir sagst hier, bau noch mal einen Tempel auf, dann sag ich dir.

01:41:22: Mach's selber.

01:41:24: Liegt nicht in meiner Hand.

01:41:25: Mhm.

01:41:26: Wieso?

01:41:27: Wieso liegt nicht?

01:41:28: Also, wir können's auch von Tempel wegnehmen.

01:41:30: Mir geht's einfach nur um eine Art.

01:41:33: Es gibt all diese Vision Boards.

01:41:35: Wenn man nicht ist, ist es ein Vision Board für den anderen.

01:41:37: Das ist ein weißes Blatt Papier.

01:41:39: Zielsetzung, OKRs.

01:41:42: Es gibt alle möglichen Begriffe für... für das, was man sich vornimmt.

01:41:50: Für mich war es ... ... ein Ziel war, ich will zehn Klimtzüge schaffen.

01:41:57: Ganz konkret, ich habe mir das visualisiert.

01:42:01: Es gab eine Vision, keine Ahnung, ob man das so ...

01:42:05: ... und

01:42:07: worauf ich hinaus will, ist eher zu sagen ... ... wenn jetzt jemand das hört und sagt, ich möchte ... Ich hab hier ein weißes Blatt Papier und es gibt eine Idee von einer Selbstständigkeit.

01:42:20: Ich möchte ein Buch schreiben.

01:42:21: Ich möchte in ein anderes Land ziehen.

01:42:24: Ich möchte in der Familie gründen.

01:42:26: Was ist auch immer ist, was man so als Visionen würdig hält.

01:42:31: Wie würdest du mit deiner Erfahrung, die du jetzt hast, anfangen, dieses Blatt Papier zu beschreiben?

01:42:37: Okay.

01:42:38: Ich will nur eines nochmal kurz vorausschicken.

01:42:43: Es gibt einfach extrem viele Spezialisten mittlerweile, die Startups, Entrepreneurs, Business, Angels, die dir eben helfen dabei, wenn du so eine Idee hast, das in konkrete Pläne, Strategien, was auch immer umzusetzen.

01:43:06: Für mich persönlich ist dieses Erreichen von Visionen mittlerweile hat gar keinen Stellenwert, um ganz ehrlich zu sein.

01:43:15: Man kann zwar sagen, aber du hattest doch auch eine und hattest das Ganze gemacht.

01:43:19: Ja, ja.

01:43:21: Aber ich würde dir im selben zu sagen, das ist nicht wichtig.

01:43:25: Das ist nicht wichtig.

01:43:27: Weil, egal was es ist, was du aufbaust, egal was du aufbaust, früher oder später musst eh von loslassen.

01:43:37: Ganz ernst gemeint, das ist Nummer eins.

01:43:40: Ich sehe es eigentlich als wirklich relativ einfach sogar an.

01:43:45: Wenn du Ziele hast, diese zu erreichen, da ist für mich der Weg dorthin.

01:43:50: Super, super klar.

01:43:52: Nummer eins, mach dich frei von allen Verpflichtungen, die du hast.

01:43:58: Nummer eins, damit dir möglichst viel Zeit für dich und dein Projekt zur Verfügung steht.

01:44:05: Das ist Nummer eins, weil was wir benötigen, um etwas aufzubauen, das heißt, um etwas zu erschaffen.

01:44:16: Da muss sehr viel Energie reingesteckt werden.

01:44:20: Der Grund, warum etwas nicht ins Leben gerufen wird, ist, weil die Energie nicht ausreicht.

01:44:25: Ist genügend Energie vorhanden und Konsistenz vorhanden, entsteht da auf jeden Fall was.

01:44:32: Eventuell nicht eins zu eins, wie du es dir vorgestellt hast.

01:44:35: Trotzdem entsteht da etwas.

01:44:38: Und selbst entlang des Weges des Entstehens ist es nicht mal wichtig, ob es genau dem Wunsch entspricht.

01:44:45: was du dir vorgestellt hattest, viel wichtiger ist, der Prozess, durch den du persönlich durchgegangen bist.

01:44:52: Das ist der wahre Wert davon.

01:44:55: Zu wissen, wie ist das?

01:44:58: Energie fokussieren zu lernen, Energie beisammen zu halten, Kontinuität in deinem Leben zu haben, wirklich für eine Sache Herz und Flamme zu sein.

01:45:12: Das ist so eher das, was ich als wichtig empfinde.

01:45:16: Wie dann die einzelne Vision von den Menschen aussieht, ist eigentlich nicht wichtig.

01:45:20: Das Wichtige ist dieser Prozess, das du damals durchgegangen bist.

01:45:26: Und da denke ich, es ist wirklich.

01:45:30: Und da hängt alles miteinander zusammen.

01:45:33: Zu sehen, dass die Aufmerksamkeit und die Energie bei dir ist, bedeutet... Du musst dir bewusst darüber sein, in was sich deine Energie im Alltag eigentlich zerstäubt.

01:45:48: Bist du also jemand, der extrem empfänglich ist für alle möglichen Reize?

01:45:54: Also ist es schwierig meiner Meinung nach, so eine Vision tatsächlich fokussiert durchzuziehen, weil deine Energie einfach sich überall verteilt.

01:46:08: Das heißt, dieses Lernen bei dir zu bleiben, ruhig zu bleiben, deine Fähigkeit dir Meinungen anzuhören, ohne emotional da involviert zu sein, um dann halt auch zu entscheiden, okay, hat zwar eine gute Idee, aber das von dir hört sich eigentlich auch gut an.

01:46:28: Vielleicht ist das besser.

01:46:30: Ganz ruhig.

01:46:34: Und das ist eben dieser Prozess, so ein Entwicklungsprozess, wo du als Mensch durchgehst, der ist viel, viel wertvoller.

01:46:41: Als

01:46:43: Division selbst.

01:46:46: Ja.

01:46:48: Auch das ist nichts Neues, aber nach meinem Empfinden wird es immer mehr.

01:46:54: Du sagst es ja, okay, am Ende spielt es sowieso.

01:46:57: so wichtig ist es nicht, weil ganz am Anfang sprachen wir über das Besenreiner Haus.

01:47:05: Und trotzdem gibt es ja jetzt gefühlt jeden Tag und jedes Jahr noch mehr Optionen.

01:47:11: Wir sind ... Deine Familie ist aufgewachsen oder ist geflohen oder ist nach Deutschland gekommen.

01:47:19: Für mich gab es die DDR, da gab es erst mal Grenzen.

01:47:21: Da war eh erst mal ... Für meine Eltern gab es gar nicht so was wie ... Also die Vision war relativ klein.

01:47:28: Und bei euch ging es so, wie ich das rausgehörte, erst mal darum, in einem neuen Land auch zu bestehen.

01:47:33: Und das war es dann für uns später auch in der Bundesrepublik Deutschland.

01:47:38: Und jetzt ist es eine ... Was können wir jetzt sagen?

01:47:42: Wir gehen jetzt jetzt der erste erste.

01:47:44: Zwei tausend sechsten zwanzig.

01:47:45: Also wir können also was wir alles wir beide machen können in diesem Jahr an Optionen.

01:47:50: Natürlich auch mitten.

01:47:52: Wir sind gesund.

01:47:53: Wir sind erfolgreich.

01:47:54: Wir haben ein volles E-Mail Postfach.

01:47:59: Wie kann jemand auch mit weniger Optionen und es sind trotzdem noch viele Optionen.

01:48:04: Wie kann jemand für sich herausfinden.

01:48:07: Das ist das Richtige.

01:48:09: Und das geht dir dann auch für das Jahr weiter.

01:48:11: Also, diese Zentrierung beizubehalten, das bin ich.

01:48:16: Das will ich.

01:48:18: Das hört sich vielleicht super an.

01:48:20: Aber es geht eigentlich von mir weg.

01:48:23: Ist das so ein bisschen die Frage nach der Sinnessuche, oder?

01:48:28: Es ist eher eine Frage der Fokussierung und fokussiert bleiben.

01:48:34: Also, wenn ich so viele Möglichkeiten habe, du hast das erst schon erzählt.

01:48:41: Anfragen, noch eine Anfrage, noch eine Anfrage.

01:48:43: Und das muss es auch nicht, es muss nicht nur Anfragen sein, sondern eine Person kann ja heute einen Shop machen und Keramik verkaufen, aber auch gleichzeitig das machen.

01:48:53: Ich kann nach Asien reisen, ich kann nach, ich kann überall hin reisen, ich kann mich hinsetzen, ich kann mich hinlegen, ich kann so viel.

01:49:04: Nehmen wir an.

01:49:06: Ich kriege jetzt eine Anfrage, also Einladung nach USA.

01:49:12: Einladung nach Australien, Einladung nach Kanada.

01:49:17: Ich kann alles drei nicht machen.

01:49:20: Mittlerweile meine Einsicht, oder vorher eventuell, hätte ich eventuell okay.

01:49:26: Welches davon hat potenziell die höhere Reichweite?

01:49:30: Das heißt, wenn ich da schon bin, was davon erreicht?

01:49:33: mehr Menschen, damit die Zeit nicht umsonst ist und diese Nachricht nach außen.

01:49:37: Das heißt, so ein bisschen strategisch und im Kopf bisschen nachdenken, abwägen.

01:49:43: So.

01:49:44: Die Wahrheit irgendwo ist aber, dass es letztendlich vollkommen egal ist, welches davon.

01:49:55: Es ist nur eines für mich, was sehr, sehr wichtig ist.

01:49:59: Ich würde das machen, einerseits erstmal, was mein Körper leisten kann, bedeutet nichts, was meinen Körper überstrapaziert.

01:50:10: Nichts, was den Körper irgendwie in eine Lage versetzen könnte.

01:50:16: das ergangt wird, das er müde wird.

01:50:18: Nummer eins, die gesündeste Art und Weise.

01:50:21: Das heißt, die Gesundheit deines Körpers ist schon mal wichtig.

01:50:25: Dann, klar, hast du im Kopf vielleicht, was da eventuell auf dich zukommt, ob du auch mental bereit dafür bist, was auch immer da auf dich zukommt.

01:50:37: Das heißt, körperlich muss ich mich gesund fühlen.

01:50:41: Mental muss ich bereit sein, okay, wenn das kommt, kommt das.

01:50:45: So, und... dann optimalerweise habe ich auch Lust drauf.

01:50:50: Also will ich das auch wirklich machen.

01:50:52: Also da ist so eine Vorfreude, eine Mischung aus, ich bin gesund, das wird gut, ich freue mich und dankbar für diese Möglichkeit.

01:51:04: Danke für diese Möglichkeit.

01:51:07: Und wenn das so ein bisschen vorhanden ist, ist es vollkommen egal, ob es USA ist, Australien ist oder Kanada ist.

01:51:15: Bedeutet, was ich sagen will ist, Auch vorher bei dem Beispiel, der Prozess, durch den du gehst, bis du zu der Vision gelangst, das ist für mich der Wert.

01:51:27: Genauso wie es die Reise ist, die du antrittst und nicht, was du dir illusionär vorstellst, was eines dieser Auftritte oder dieser Aufträge dir bringen wird.

01:51:41: Es ist der Prozess, durch den du durchgehst.

01:51:44: Und der sinnvollste Prozess für mich ist eben, dass du bereits jetzt anfängst wirklich zu erkennen, worum geht es in der Welt?

01:51:52: Worum geht es in deinem Leben?

01:51:54: Die Wahrheit des Lebens direkt schon mit einzubeziehen.

01:51:59: Warum solltest du überhaupt in der Weltgeschichte rumreisen, wenn es dir dabei nicht gut geht?

01:52:08: Ja, weil ich denke, ich muss doch, also... Wenn Sie mich nicht fragen, dann fragen Sie den anderen Podcast oder den anderen Schaulinmeister.

01:52:19: Meine Eltern, die wären entweder stolz oder was hätten die dafür gegeben, dass sie das könnten?

01:52:29: Ich bin auch total undankbar, wenn ich das jetzt nicht mache.

01:52:32: Und dann auch, ah ja, na gut.

01:52:36: Wer weiß, ob ich nochmal die Möglichkeit habe, wer weiß, ob ich nochmal jemand fragt.

01:52:42: nach Amerika zu kommen.

01:52:44: In diesen Gedankengängen ist Nummer eins sehr viel Ich-Anhaftung vorhanden.

01:52:50: Nummer zwei ist da sehr viel Unsicherheit vorhanden und die Suche nach Anerkennung nach wie vor von den Eltern.

01:52:58: Bedeutet ist eine gute Einsicht, genau deswegen anderen einen Vortritt zu lassen.

01:53:04: Und weil das ist nicht wichtig, ob der eine Schaulinmeister das macht oder der andere.

01:53:10: Und es ist auch nicht wichtig, ob deine Eltern dann stolz auf dich sind oder nicht.

01:53:14: Wichtig ist, dass du für dich eines Tages erkennst, die Fülle ist bei dir zu suchen und nicht durch die Anerkennung, die Worte oder irgendwas, was da scheinbar von draußen du zu suchen vermagst.

01:53:30: Das heißt, ich würde als solches gar nicht als so schlecht empfinden, wenn diese Gedanken kommen.

01:53:38: und dann diese Person hoffentlich auch diese Antwort zum Beispiel hört.

01:53:42: Weil das ist nämlich genau dieses schwierige und dieses Paradoxe an dieser Welt.

01:53:49: Das heißt, wenn ich in dieser Gedankenspirale bin, die ich gerade hatte, also hier gibt es diese Möglichkeiten und wenn ich das nicht mache dann und ich muss es doch machen und dann mit, dann ist es eigentlich der beste Weg zu sagen, ich mache es gar nicht.

01:54:03: Weil da ist noch eine andere Hausaufgabe für mich zu erledigen, als jetzt diese Möglichkeit wahrzunehmen.

01:54:11: Sondern es geht erst mal darum, ein paar Anhaftungen, das hast du erst mal benutzt, loszuwerten.

01:54:17: Das ist eigentlich die wichtigere Aufgabe.

01:54:21: Oder könnte die wichtigere Aufgabe sein?

01:54:24: Viele werden jetzt halt sagen, ja, da kann ich so leicht und locker darüber reden, weil ich das alles schon in dem Sinne erlebt habe.

01:54:34: Ja, das stimmt.

01:54:36: Das ist die andere Wahrheit.

01:54:38: Egal, auch wenn wir das jetzt hier verstanden haben, wenn einer vor diesem Punkt steht und wirklich jetzt diese Möglichkeiten hat, demjenigen jetzt zu sagen, weißt du was?

01:54:47: Das Beste wäre, du machst gar nichts davon und wirst dir einfach darüber bewusst, dass das, was du machen willst, einfach nur zur Stärkung deines Egos dient und du jemandem etwas beweisen willst.

01:55:00: Du musst es gar niemanden beweisen, weil du bist genug.

01:55:03: Das ist ja die Theorie.

01:55:05: Ja.

01:55:06: Die wird nicht funktionieren.

01:55:07: Ja, das ist das Problem.

01:55:09: Die wird nicht funktionieren.

01:55:10: Aber früher oder später kommt diese Einsicht.

01:55:16: Und was auch immer notwendig ist, bis diese Einsicht kommt, wird in diesem Leben für diese Person passieren.

01:55:24: Und bis dorthin hat er sehr viele Reisen.

01:55:27: Ja, es ist das, was wir schon ein paar mal hatten heute.

01:55:30: Wir wissen, wir wissen das alles.

01:55:33: Also es ist in den Schriften schon hundert Jahre stets drin.

01:55:38: Braucht man egal, wer da oben ist oder an Willen oder was man glaubt.

01:55:42: Es ist eigentlich immer wieder die gleichen Inhalte, unterschiedliche Sätze.

01:55:48: Aber am Ende ist es dann doch nur, dass du selber erleben musst.

01:55:53: Also du musst die Erfahrung gemacht haben.

01:55:55: Du musst dummerweise durch den Mist gehen und irgendwo an dem Flughafen sitzen.

01:56:01: Dich hundert mal fragen, was zur Hölle mache ich hier, dass du es beim hundert ersten Mal dann endlich verstanden hast.

01:56:08: Ich bin hier fehl am Platz.

01:56:10: Genau, das ist wirklich dieser Punkt.

01:56:16: Ich komme da tatsächlich selbst auch immer wieder genau auf diese Einsicht.

01:56:23: Am Ende ist es einfach so, dass das Leben dich mit den Dingen konfrontiert, die du übers Leben noch nicht gelernt hast.

01:56:29: Immer und immer wieder.

01:56:30: So fühlt sich das an.

01:56:33: Ja.

01:56:33: Und deswegen ist das einzigste, was bei mir jetzt, sag ich mal, mental sich über die Jahre auch wirklich gewandelt hat, ist nicht mehr in inneren Widerstand gegen die Lebensumstände zu gehen, sondern mich einfach zu fragen, okay, gut, was ist das jetzt wieder für eine Lehre?

01:56:54: Oder was kann ich aus diesem jetzt für mich daraus dienen?

01:56:59: Im Angesichts all dessen, was ich weiß, mit dem Matzer schon besprochen und trotzdem sind wir hier.

01:57:08: Und das ist einfach irgendwo, dann kommt da automatisch wieder so eine gewisse Leichtigkeit damit rein.

01:57:16: Weil das Leben einfach sich anfühlt wie so ein Spiel.

01:57:22: Dass dich ständig immer testet und ständig dir sozusagen, obwohl du es innerlich schon weich, aber dann testet dich das Leben.

01:57:31: Weil dann kommt nicht ein Anruf oder zwei Anrufe nur, ob du mal Lust hast, mit uns was trinken zu gehen.

01:57:37: Richtig.

01:57:38: Und dann ruft er auf einmal die ganze ehemalige Schulklasse bei der Hand oder was auch immer.

01:57:43: Um wirklich zu gucken, hm.

01:57:46: Okay, er hat sich ja letztes Jahr im ... so ein Neuer schon die ganzen Vorsätze gemacht.

01:57:52: Mal gucken, ob es dieses Jahr funktioniert.

01:57:55: Und dieses Testen wird halt einfach mehr und mehr.

01:57:59: Um wirklich zu sehen ... Was ist das, was bei dir wirklich, innerlich, authentisch und echt zu jeder Zeit und zweifelhaft vorhanden ist?

01:58:13: Ich denke, das ist die Reise, wo das Ganze hingeht.

01:58:18: Ich habe noch eine Schleife, die ich kennen drehen wollen würde und das ist die Schleife um das Ego.

01:58:24: Aber du hast das nahem Anfang gesagt, dass es eben darum geht, was ich will.

01:58:29: Loslösen von den Erwartungen, auch von Illusionen.

01:58:33: von all dem so was will ich?

01:58:38: und dann würde ich bei mir zumindest sagen es gibt zwei.

01:58:41: also gibt viele viele ichs und manchmal ist das größte ich das ego aber ich kann es nicht immer erkennen.

01:58:52: also ich weiß nicht wer jetzt in mir das sagt.

01:58:56: oder ist es irgendwie der matze der jetzt auch mal will oder ist es der also das zu erkennen zu unterscheiden was Ist da Ego, was will da einfach nur gefüttert werden?

01:59:08: Wenn ich sage, was will ich?

01:59:13: Ich, ich, ich.

01:59:16: Ich entschuldige mich schon mal bei deinen Zuhörern, aber bei der Frage kann ich halt nicht anders als jetzt drauf zu antworten.

01:59:24: Ich versuch das Ganze so simpel wie möglich zu machen, aber einfach damit es auch irgendwo Sinn ergibt.

01:59:31: Es gibt etwas, das ist vollkommen ohne dein Zutun.

01:59:39: Ob du willst oder nicht, da ist etwas, das ist vorhanden.

01:59:43: Das ist das, ob du willst oder nicht, ob du hinhören willst oder nicht.

01:59:55: Das hört weder Dr.

01:59:59: Matthias, Ingenieur Matthias, Architekt Matthias, Musiker Matthias, nicht mal Matthias, egal welchen Namen du tragen würdest, das hier wäre immer gleich für dich.

02:00:16: Es wäre immer gleich für dich.

02:00:20: Und das, was es eben wahrnimmt, das ist zumindest aus, sag ich mal, buddhistischer Sicht, das ist so deine Essenz.

02:00:31: So.

02:00:32: Und alles andere sind Rollen.

02:00:37: Alles andere, was du dir auferlegst oder was wir uns auferlegen, sind Rollen.

02:00:43: Und diese Rollen, die beinhalten alle Ego.

02:00:48: Das heißt, selbst wenn du dich als Sohn innerhalb der Verbindung Sohn Mutter siehst, der Sohn ist trotzdem eine Ego-Rolle.

02:00:58: Angestellter Arbeitgeber, da ist auch eine Rolle.

02:01:05: Das heißt, egal was wir machen, wir nehmen im Laufe des Lebens verschiedene Rollen ein und jede dieser Rollen ist ego-behaftet.

02:01:15: Um da auch direkt vorn wegzunehmen, Ego, manchmal hat es immer so einen negativen Touch, dass wir immer sagen, wir müssen das Ego loswerden.

02:01:24: Das erste überhaupt ist zu erkennen, warum gibt es das überhaupt?

02:01:29: Einerseits gibt es das, weil es ermöglicht, dass wir Menschen miteinander kommunizieren können, dass es einfach funktioniert.

02:01:40: Weil wenn du da bist und ich hier bin und wir wären das selber, gibt es ja nichts mehr zu reden.

02:01:46: Stimmt.

02:01:47: Der Grund, warum es einen Austausch gibt.

02:01:51: Ich hier, du da, ich du beim Trennung.

02:01:58: Und das ist ja in sehr vielen Dingen im Lernen, in der Universität.

02:02:04: Wenn Student und Professor dasselbe identisch wären, macht ja gar keinen Sinn.

02:02:11: Da muss es ja einen Informationsfluss geben von Professor zu Student.

02:02:17: von Meister zu Schüler, von Vater zu Kind.

02:02:24: Das heißt, die verschiedenen Begrifflichkeiten, die wir manchmal haben, die entsprechende Rollen ausdrücken, helfen einfach dabei einen Kontext und einen Rahmen zu setzen, wie Beziehungen zueinander sind.

02:02:38: Freund, Freundin, Vater, Mutter, Onkel, was auch immer, Cousin, da wird also etwas deutlich so.

02:02:46: Das heißt, Alleine das Nutzen von Rollen.

02:02:50: Das ist ja erstmal nicht das Problem.

02:02:52: Das Problem ist, wenn durch das Anhaften an einer dieser Rollen auf einmal Leid entsteht.

02:03:03: Und dann ist eben der Schlüssel, dich wieder dahin zurück zu besinnen.

02:03:08: Das ist selbst kreiert.

02:03:09: Vergiss das nicht.

02:03:10: Das ist etwas, was du durch deine Gedanken für dich selbst, sag ich mal, konstruiert hast.

02:03:18: Aber das ist deine Wahrheit.

02:03:22: Das ist die Wahrheit deines Egos.

02:03:24: Würdest du von der Rolle loslassen, würdest du einfach sehen, das ist viel größer.

02:03:31: Und das ist so ein bisschen diese Idee jetzt, dass also jedes Mal, wenn du zum Beispiel leidest, wenn dir etwas nicht gefällt, dir zu fragen, wem gefällt das nicht?

02:03:44: Wem gefällt das nicht?

02:03:46: Also die Frage wäre, ist das jetzt die Rolle?

02:03:48: Ist das Engineer Matthias?

02:03:50: dem das gerade nicht gefällt.

02:03:52: Und dann weiß ich, aha, das ist also Ego an der Stelle.

02:03:57: Oder wenn ich dann, das ist erst schön geprägt, Perspektiven wandel und wenn ich dann aber sage, okay, dann gehe ich jetzt mal in die Rolle Vater Matthias.

02:04:09: Oder wir machen was anders.

02:04:10: Podcaster Matze gefällt es gar nicht, dass Arnold Schwarzenegger noch nicht zugesagt hat.

02:04:17: Ego.

02:04:18: Und aber mein Sohn, Vater Matthias, Der findet das ja super, weil wir haben mehr Zeit miteinander.

02:04:24: Und das ist dann das Loslösen von der Rolle und dementsprechend auch Loslösen von dem Ego, was zu dieser Rolle gehört.

02:04:35: Und natürlich ist es für Arnold Schwarzenegger ein Riesenproblem, dass er noch nicht hier war.

02:04:39: Also er leidet.

02:04:42: Jeder kreiert halt wirklich so seine eigenen Rollen.

02:04:45: Deswegen weiß nicht, der eine hat weniger Rollen, die ihm bewusst sind, der andere ist sich gar nicht darüber bewusst und andere haben extremst viele Rollen.

02:04:55: Letztendlich denke ich, jetzt wirklich versuchen das zu vereinfachen, immer dann, wenn sich dieses Leben nicht lebenswert für dich anfühlt, befindet sich gerade in irgendeiner Rolle.

02:05:11: Warum?

02:05:14: Ja, weil alleine das Gefühl von dir, dass du denkst, es gäbe einen alternativen Zustand.

02:05:24: Alleine dieses Denken, es gäbe einen alternativen Zustand zu dem, was du aktuell empfindest.

02:05:31: Bedeutet du lebst in einer Welt der Trennung.

02:05:36: Egos leben in einer Welt der Trennung.

02:05:41: Das ist dieser Gedankenschluss.

02:05:48: Etwas.

02:05:49: was das Ganze auflösen würde, ist, wenn du in die volle Akzeptanz gehst.

02:05:56: Das, was du jetzt fühlst, boom, das ist die Wahrheit.

02:06:01: Wobei, nicht ganz, oder?

02:06:08: Ja.

02:06:10: Das ist das schöne Paradox.

02:06:13: Aber es macht ja auch nicht die ganze Zeit zu.

02:06:15: Und die Wahrheit ist ja auch Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

02:06:20: Ist ja nicht die ganze Zeit warm, die Wahrheit zu erkennen.

02:06:23: den Zyklus zu erkennen, einfach die Gegebenheiten zu erkennen.

02:06:27: Alles ist so, wie es ist.

02:06:30: Alles ist genau so, wie es ist.

02:06:33: Es ist auf jeden Fall, ob man das jetzt wirklich glaubt oder nicht.

02:06:37: Alleine das Konzept, das damit beschäftigen, mit den Gedanken mal da wirklich reinzugehen, eröffnet zumindest eine schöne, schöne Perspektive, mit der man rumspielen kann.

02:06:54: Und das ist letztendlich, denke ich, etwas, was nebst der Kampfkunst eben auch hilfreich ist heutzutage.

02:07:03: Das ist etwas, was für mich praktikabel ist, Kultur unabhängig ist, weil es menschlich ist.

02:07:10: Egal welche Kultur, egal welche Hautfarbe, die haben alle einen Zustand des Fokussierens und ein Zustand des verlorenseins.

02:07:22: Egal wer.

02:07:24: Womit?

02:07:25: Das unterscheidet sich.

02:07:27: Aber der Kern selbst, dass der Geist des Menschen diese zwei Fähigkeiten hat, sich in etwas zu verlieren und das andere konzentriert zu sein, etwas beisammen zu halten, hat auch jeder.

02:07:44: Und das ist, denke ich, heutzutage, egal welche Tradition und was man da alles an Spiritualität und etc.

02:07:54: alles wiederfindet.

02:07:55: Ich glaube, das ist so ein Themenbereich, der wird sehr prägnant jetzt einfach kommen.

02:08:02: Und ich weiß es nicht, warum ich drauf komme, aber trotzdem ganz, ganz interessant.

02:08:07: Diese ganze Entwicklung zum Beispiel von der schönen AI-Technologie.

02:08:16: Da hatte ich mich vor Kurzem mit einem sehr, sehr guten Freund unterhalten, der in diesem Bereich tätig ist.

02:08:23: Ja und klar, jeder sieht Vorteile und aber auch Nachteile und manche dann haben schon die Angst, oh was kommt in Zukunft und Terminator II ist schon echt Judgment Day.

02:08:31: Das kann nicht.

02:08:34: Ja und die Sache ist die, dieses ganze Wissen auswendig lernen zum Beispiel, ja von Büchern lesen, auswendig lernen, wiedergeben wird ja in dem Sinne mittlerweile wirklich überflüssig.

02:08:46: Wieso sollst du dir das Ganze merken?

02:08:49: Du dir selbst.

02:08:50: Wenn du einfach ChatGPT fragen kannst und da gibt dir das viel detaillierter als die ganzen Bücher, die du selbst studieren kannst und es dir merken kannst.

02:09:02: Das heißt, dass merken selbst oder die Informationen, das Wissen für dich aufzusaugen und hier dann sozusagen zu speichern, macht in diesem Zeitalter einfach gar keinen Sinn mehr.

02:09:17: Aber es gibt eine Sache, die kann AI dir als Mensch nicht geben.

02:09:27: Und zwar, als es diese ganzen Hilfsmittel noch nicht gab und du hattest eine Idee.

02:09:34: Wie mache ich jetzt, du hast eine Idee, was du machen willst, einen Kuchen backen.

02:09:40: Da war also ein Prozess vorhanden bei dir, überhaupt erstmal zu suchen, okay, welche, welche Hilfsmittel benötige ich dafür?

02:09:50: Okay, da steht jetzt zwar, ich muss fünfhundert Gramm abwiegen.

02:09:53: Wie mäßig sind fünfhundert Gramm?

02:09:55: Was nutze ich denn dafür?

02:09:56: Ich mache es wirklich simpel.

02:09:58: Das heißt, wir hatten eine Idee, waren aber gleichzeitig auch selbst in den Prozess involviert, diese Idee langsam Schritt für Schritt wahr werden zu lassen.

02:10:13: Und das, was halt heutzutage passiert ist, du kriegst das Ergebnis teilweise direkt geliefert, aber der ganze persönliche Prozess, durch den du als Mensch durchgegangen bist, der ist jetzt halt weggefallen, weil der eben übernommen wird durch die Intelligenz.

02:10:31: Und ob man das jetzt für ausschlaggebend hält oder nicht, ich denke, das ist ein sehr starker ausschlaggebender Punkt.

02:10:42: Zu erkennen, je mehr du out sourced.

02:10:46: Ohne also selbst durch bestimmte Prozesse durchzugehen.

02:10:50: Da fehlt dir etwas in deiner persönlichen, menschlichen Entwicklung.

02:10:56: Genau, das war der Punkt.

02:10:59: Es war in Zusammenhang mit der Dopamin-Ausschüttung.

02:11:04: Heutzutage, du willst was haben und dann kommt es halt sehr schnell.

02:11:08: Bedeutet, die Fähigkeit ist also auch verschwunden.

02:11:14: bewusst etwas zu investieren in dem Wissen, das Dopamin kommt nicht heute.

02:11:19: Auch nicht morgen.

02:11:21: Das Dopamin kommt in elf Jahren.

02:11:23: Das ist etwas, was sehr rar geworden ist, was aber genau in meiner Sicht zumindest dafür notwendig war, den Tempel aufzubauen.

02:11:35: Da gab es keine Dopamin-Ausschüttung am nächsten Tag.

02:11:38: Da gab es nur ... Wie nennt man das Gegenteil davon?

02:11:43: Adrenalinausschüttung.

02:11:47: Auch das kann einen dranhalten, aber ich kenne das auch.

02:11:51: Also macht das jetzt hier seit neun Jahren.

02:11:55: Das war jetzt auch am Anfang nicht so, wie es jetzt ist.

02:11:59: Also muss ich auch das Mikro noch selber halten.

02:12:04: Ich glaube, was ich heute total mitgenommen habe, also es hört sich vielleicht merkwürdig an, das jetzt sozusagen, aber ich habe vor allen Dingen das Klopfen mitgenommen.

02:12:14: Ganz am Anfang, bevor wir die Mikros angemacht haben, ich gesagt, vielleicht machen wir am Ende eine Meditation.

02:12:20: Aber ich habe gerade gedacht, eigentlich müssten wir nur beide zusammen auf den Tisch klopfen und jeder andere und jeder andere, die das hört auch, weil ich glaube, das ist eigentlich die Meditation, ab und zu mal auf den Tisch oder woanders drauf zu klopfen und zu festzustellen, was ist eigentlich echt und was ist nicht echt?

02:12:41: Das ist sehr, sehr schön.

02:12:44: Genau, du hattest mich ja gebeten, z.B.

02:12:46: wegen der Meditation.

02:12:47: Wir sind genau in diesem Kontext drin.

02:12:50: Etwas zu machen, ist halt genau nicht die Meditation.

02:12:56: Du kannst nicht die Meditation machen.

02:12:59: Das ist zumindest nicht die Ansicht von dem, was in meinem Verständnis, wenn du mir sagst, Lass mal meditieren.

02:13:09: Das gibt es in dem Sinne nicht zu machen.

02:13:11: Was es gibt, ist... eine Rahmenbedingung schaffen, die es erleichtert, in einem bestimmten Geisteszustand einzutreten.

02:13:23: Eines davon ist zum Beispiel daher, allein wenn ich dir sage so, für die Zeit während unserer Meditation ist die Spitze deiner Zunge oben am Gaumen angelegt.

02:13:39: Das heißt, während du die Augen schlägst, die Zunge ist immer oben am Gaumen.

02:13:42: Nicht vergessen.

02:13:44: Zur selben Zeit zeige Finger und Daumen, z.B.

02:13:48: in einer Haltung, spreizen wir leicht voneinander weg.

02:13:53: Allein wenn ich dir nur diese beiden Positionen geben würde.

02:13:58: Zunge am Gaumen, Finger gespreit und nicht vergessen.

02:14:04: Was heißt nicht vergessen?

02:14:05: Wenn wir fünf Minuten sitzen und du bist ständig damit beschäftigt, ne man, du würdest es ernst nehmen.

02:14:11: Zunge am Gaumen und das aufeinander.

02:14:14: Was würde das bedeuten?

02:14:16: Dass du ja die ganze Zeit da sitzt und tatsächlich im hier und jetzt fühlst, ist die noch oben dran.

02:14:27: Ah, Finger wieder.

02:14:28: Ah, okay so.

02:14:30: Mund wieder oben dran.

02:14:31: Finger wieder so.

02:14:33: Das heißt, ich geb dir einfach ein paar Dinge, mit denen du dich beschäftigst, die unweigerlich hier stattfinden.

02:14:43: Bevor du nämlich da sitzt und sozusagen abdriftest.

02:14:53: Und das ist halt auch so eine andere Wahrheit.

02:14:57: Einfach zu verstehen, da ist nichts Esoterisches, wo du wegfliegst.

02:15:06: Es ist Nummer eins.

02:15:07: überhaupt erstmal, komm mal wieder an in der Realität.

02:15:11: Und da gibt's ganz klar wirklich nur einen Ort.

02:15:19: Vielen herzlichen Dank für deinen Besuch.

02:15:20: Es hat sich sehr real angefühlt.

02:15:24: Danke

02:15:25: dir.

02:15:25: Vielen, vielen herzlichen Dank.

02:15:32: Das war Chi Engi.

02:15:33: Vielen, vielen herzlichen Dank fürs Zuschauen und auch zu hören.

02:15:36: Ich hoffe, ihr konntet richtig viel aus dieser Folge mitnehmen und ich hoffe, dass es für euch ein richtig guter Start für das neue Jahr war.

02:15:43: Ich habe ganz, ganz viel mitgenommen.

02:15:44: Zum einen habe ich mitgenommen, dass Ballons sowieso irgendwie kommt.

02:15:48: Entweder man kümmert sich selbst drum oder... etwas kümmert sich darum, also man hat es auch selbst in der Hand.

02:15:54: Das zweite, was ich mitgenommen habe, ist, dass dieses Gefühl des nie genug, dass das kein Charakterzug ist, das habe ich irgendwie gedacht, sondern dass das ein Muster ist und dass man dieses Muster eben auch durchbrechen kann.

02:16:05: Und das Dritte ist, wie wichtig es ist, sich einen Rahmen zu setzen, zu schauen, jetzt benutze ich das Handy und jetzt nicht.

02:16:12: und jetzt bin ich in dieser Situation und jetzt nicht.

02:16:15: und natürlich werde ich auch dieses klopfen.

02:16:18: nicht vergessen.

02:16:19: Ich hoffe, wie gesagt, ihr könnt viel daraus mitnehmen.

02:16:21: Ich würde mich total freuen, wenn ihr diese Folge weiterleiten würdet entweder auf Social Media oder Freund oder Freundin, weil ich habe das Gefühl, dass gerade ganz, ganz viel das gebrauchen können.

02:16:30: Vielen, vielen herzlichen Dank dafür.

02:16:32: Ich möchte mich herzlich bedanken auch bei meinem Team, bei Lukas Hambach für die Produktion, bei Lena Rocholl für die Redaktion und bei Mitvergnügen für die Distribution und Vermarktung.

02:16:41: Nächste Woche geht es hier weiter im Hotel Matsy Retreat.

02:16:44: Wenn ihr bis dahin noch eine weitere Folge Schauen oder hören wollt, dann möchte ich euch die Folge mit Felix Lobrecht empfehlen.

02:16:49: Mit dem habe ich nämlich über das Gefühl, das nie genug gesprochen.

02:16:52: Ich glaube, das ist ganz, ganz spannend.

02:16:53: Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.

02:16:55: Eine gute Nacht.

02:16:56: Auf bald.

02:16:56: Euer Matze.

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