Dr. Giulia Enders – Was will dir dein Körper sagen?

Shownotes

Giulia Enders ist promovierte Ärztin und Autorin – bekannt wurde sie vor 11 Jahren durch ihr Buch „Darm mit Charme“, das weltweit über 8 Millionen Mal verkauft wurde. Dieses Jahr ist ihr zweites Buch erschienen: “Organisch”. Darin will Giulia uns ein tieferes, fühlbareres Verständnis von unserem Körper und seinen Funktionen vermitteln. Ich wollte von ihr wissen, warum fühlbares Wissen so wichtig ist und warum wir das Kognitive, Bewusste in unserem Alltag oft überschätzen – und das Unbewusste unterschätzen. Wir sprechen über bewusste Langsamkeit und Langeweile, Schlaf als „Machtübergabe“, Glückseligkeit durch Riesenzwiebeln, das Belohnungssystem und wie Giulia es mit Sauerkirschen “austrickst”. Es geht um Achtsamkeit mit uns selbst und die Frage, warum unser Körper nicht gegen uns arbeitet, sondern uns beschützen will – und wie wir dem Respekt zollen können.

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00:00:00: Wenn wir so mit anderen umgehen würden, würden wir mit uns selbst umgehen.

00:00:02: Das wäre einfach unhöflich.

00:00:04: Oder auch dieses, wenn ich eine unangenehme Emotion habe und ich übertöne die einfach, indem ich mich so auf dem Handy rummache.

00:00:09: Wenn jemand zu mir kommt und hat eine unangenehme Emotion und kommt damit auf mich zu und ich gehe ins Handy um mich schnell abzulenken, das wäre total unhöflich.

00:00:17: Warum mache ich mit mir selber was, was ich mit anderen nicht

00:00:19: machen würde?

00:00:20: Willkommen im Hotel Matze Retreat, meiner Mini-Sähe zum Jahresbeginn zum Thema Achtsamkeit, Gesundheit und Finanzen.

00:00:27: Mein heutiger Gast ist Dr.

00:00:29: Julia Enders.

00:00:30: Dr.

00:00:30: Julia Enders ist Ärztin und Autorin und bekannt geworden durch ihrem Bestseller Darm-Bitcher.

00:00:36: Wie geht es einer jungen Frau, die weiß, dass da irgendwie hunderttausende beim Kacken

00:00:41: an sie denken?

00:00:43: Ja, da kann ich nur sagen, hallo zurück.

00:00:46: Zellen können stumpfer werden, wenn die immer wieder Dopamin auswuppen müssen.

00:00:50: Und so können sich dann erklären, warum wir nach einer Weile mal krassere Videos brauchen, damit es noch lustig ist.

00:00:55: Und so graut auf einmal so die Realität ab und wenn ich es dann mal weglasse, können diese Zellen ja so ein bisschen runterkommen.

00:01:01: Gute Nachfrage.

00:01:02: Wenn man sich fragt, wie abgestumpft sind meine Belohnungszellen schon, dann kann man sich fragen, wie oft am Tag, denke ich, sehr schön, zwar gut, genug.

00:01:10: Schlaf ist eine Machtübergabe.

00:01:12: Das ist was Schlaf ist.

00:01:13: Und dann schwupp übernehmen Hirnbereiche, die weiter hinten liegen, der eher so körperliches Legeln.

00:01:18: Es zeigt uns auch eigentlich, dass im Gehirn nicht einfach ein Gehirn da oben sitzt und überall das befiehlt, sondern erstens verschiedenste Nervenzellen miteinander klarkommen und dann auch noch die verschiedenen Hirnbereiche.

00:01:27: Und im Schlaf merkt man dann wirklich, wie gut es können die dann so miteinander.

00:01:32: Als ich dann ... diesen großen Erfolg hatte mit dem ersten Buch und auf einmal merke ich so, ich bin gar nicht so glücklich, wie ich gedacht hätte, dass man dann sein soll.

00:01:41: Also man hat das in tausend Biografien gelesen, man hat es hier im Podcast X mal gehört.

00:01:46: Hast du eine Idee, warum das so ist, dass es manche Wissenserfahrungen braucht es, die eigene Erfahrung um es zu verstehen?

00:01:57: Wenn ihr einen Körper besser verstehen wollt und eine bessere Beziehung zu ihm aufbauen wollt, dann ist diese Folge bestimmt genau das Richtige für euch.

00:02:04: Ich wünsche euch viel Vergnügen.

00:02:05: Emotem Matsuri Tweet mit Julia Enders.

00:02:10: Meine neue Gier ist da immer so ein großer Treiber.

00:02:13: Also wenn ich irgendwie neugierig bin oder auch manchmal frage ich mich manchmal, wenn ich aufwache, welches Gefühl hätte ich denn heute gern.

00:02:20: Kann ich das an Land ziehen?

00:02:22: Zum Beispiel sind das einfache Gefühle wie diese Erleichterung nach dem Sport, wenn man so schön duscht oder einfach das Gefühl in der Unterhaltung, die ich hab, mich nicht hetzen zu lassen, sondern bei mir zu bleiben.

00:02:32: Danach bin ich stolz, dass ich das geschafft habe oder so was.

00:02:35: Also mich eher darauf zu konzentrieren, was für ein Gefühl hätte ich gerne, wie komme ich da hin und dieses von oben her abbefehlen.

00:02:42: Jetzt sollst du den Beachbody trainieren oder so.

00:02:45: Da hab ich schon eine Weile mit aufgehört.

00:02:47: So was funktioniert einfach nicht.

00:02:49: sich nie blicken lässt, immer nur Kritik von oben runterbulten, dann kommt da einmal im Jahr unser Beachbody und man ist so, okay, Alter, so ungefähr.

00:02:56: Also irgendwie habe ich das Gefühl daran, glaube ich nicht, ich glaube, da unterschätzen wir auch so ein bisschen, wie wir überhaupt als Lebewesen so sind und zusammengesetzt sind und was für ein kleiner Anteil dieses Bewusstkognitive da oben vorne hinter der Stirn hat.

00:03:12: Und das kann ich einfach über den Rest befehlen, der wahnsinnig viele Erfahrungen und Kluge herangehensweisen hat.

00:03:17: Und manchmal macht vielleicht ein paar Dinge, die sind jetzt für die moderne Zeit nicht ganz günstig.

00:03:22: Aber wenn man ihn mal fragt, warum man sich chipsig rein Donut hat oder die Süßigkeiten, kommt man doch auf kluge Hintergründe.

00:03:28: Und nur wenn man das versteht, kann man da was anbieten und zusammenarbeiten als Bewusstsein.

00:03:32: Ich glaube, dieses Bewusste rumdenki denki.

00:03:35: muss ich mal ab und zu zurücknehmen und nicht denken, es könnte hier allen sagen, wie was läuft.

00:03:40: Das ist eine gute Instanz, um neue Veränderungen in der Welt zu checken und die zu kommunizieren und uns ein bisschen anzupassen.

00:03:46: Aber es ist auf jeden Fall nicht in der Hierarchie des Oberste.

00:03:50: Denken wir aber oft.

00:03:51: Genau, das ist, glaube ich, wirklich eine Fehleinschätzung.

00:03:53: Und die wird ja auch total unterstützt.

00:03:55: Also wir haben ja überall das Gefühl, unser Denken des kognitives, bewusstes, rational, moral, logik, die werden so auf den obersten Stuhl gestellt.

00:04:03: Das sind feine Sachen, keine Frage.

00:04:05: Aber wenn wir mal dann angucken, wie läuft es so als Wesen?

00:04:07: Ich würde ja auch nicht zum Hund oder zu einem Baby sagen, sag ich stuben rein und dann so erwarten, das geht.

00:04:12: Das würde jeder sagen, was wir quatschen.

00:04:14: Und bei uns denken wir das so, weil wir meinen, wir wären diese Art von Maschine.

00:04:17: Ist aber nicht der Fall.

00:04:20: Also wir kommen gleich zur Maschine.

00:04:22: Was ich vorher wissen will, ist, wie bist du zu dieser wunderbaren Idee gekommen, morgens aufzuwachen und nicht darüber nachzudenken, was du heute erledigen musst?

00:04:33: sondern was du heute fühlen willst.

00:04:35: Das hat einfach, bringt mehr.

00:04:37: Also ich habe mich damals ein bisschen beschäftigt mit Wissen und Gefühl.

00:04:41: Was ist das überhaupt?

00:04:42: Und eben auch dieser lange Glaube, das Wissen ist eigentlich das Aller-Tolste, was die Menschheit zum obersten Kronenpunkt und so wird es ja oft funktioniert.

00:04:50: Und dann guckt man sich es einfach mal konkret im Gehirn an und merkt, oh nee.

00:04:54: So ist nicht.

00:04:55: Also wissen ist so ein Add-on, so ein Zusatz-Service, um nochmal was abzugleichen, ein bisschen so.

00:05:00: Aber Gefühl ist eigentlich groß und mächtig und wahnsinnig komplex.

00:05:03: Da wird alles verarbeitet, was wir irgendwie mal erlebt haben.

00:05:07: Und gleichzeitig ganz viele Sachen abglichen und Sekundenschnelle wird was erzeugt, was unseren ganzen Körper in der Art Modus Hintergrundmusik versetzt.

00:05:14: Also ein Gefühl und Emotion löst irgendwie aus.

00:05:17: Bin ich angespannt, bin ich entspannt, bin ich freundlich, bin ich wütend.

00:05:21: Und das ist eigentlich nur dafür da.

00:05:23: um uns möglichst gut zu positionieren, bei was auch immer der Körper denkt, dass es gleich gebraucht wird.

00:05:28: Und so was in so einer Sekunden schneller, so weitreichend mit so viel Erlebnissen zu verketten, das kann das Bewusstsein gar nicht.

00:05:36: Das sagt dann, eins plus eins ist zwei.

00:05:39: Und de facto sieht man das auch, wenn man sich die Nervenzellen anschaut.

00:05:42: Also in den emotionalen Bereichen sind die teilweise die einzelnen Nervenzellen mit bis zu zehntausend anderen verknüpft, eine einzigen Zelle.

00:05:49: Und dann weiter oben ist es anders gebaut.

00:05:51: Da sind vielleicht mal so weit drauf.

00:05:55: Und die machen ja auch ganz super Sachen, aber die sind viel energieintensiver.

00:05:58: Wir können nicht gleichzeitig mehrere Gedankenprozesse haben, so wie es bei den Gefühlen aber möglich ist.

00:06:03: Also die Gefühle haben sich einfach auch in der Evolution früher ausgeformt und haben sich wahnsinnig energieintensiv und verschaltungskomplex gestaltet.

00:06:11: und die erstmal wertzuschätzen und dann zu wissen, das Wissen gibt es auch noch.

00:06:15: Das hat mir einen ganz anderen Respekt gegeben.

00:06:17: Also so dieses Beispiel, das ist einfach viel... Aufwendiger ist ein Ball zu werfen, als eine Schachweltmeisterschaft zu gewinnen.

00:06:26: Das ist ein Aufwendiger?

00:06:27: Viel Aufwendiger.

00:06:28: Also bei so viel Fach, das man sagen muss, hör, das hätten wir ja nie gedacht, wir hier in der westlichen Intellektwelt.

00:06:35: Aber de facto neurologisch ist es so.

00:06:37: Und das ist auch der Grund, warum man jetzt schon tolle Computer bauen kann, die alle Schachsachen super extrem gut können.

00:06:43: Aber ein Roboter, der einfach mal smooth Basketball spielt, hab ich noch nicht gesehen.

00:06:47: Und das liegt nicht daran, dass die IT-ler irgendwie doof sind.

00:06:51: Interesse haben, weil sie sagen, nein, Nerdculture First oder so, nein, sondern es liegt daran, dass es viel, viel komplexer und schwieriger ist.

00:06:58: All diese Berechnungen wie Schwerkraftier, Bewegung da, Wind da hinten, jemand anders, den man noch sieht, das ist so viel mehr auf einmal.

00:07:06: verschaltenden Gedenkenden, wenn man so will, Prozessen.

00:07:09: Und da kam dann irgendwie so ein Respekt, dass ich gesagt hab, okay, diese Sachen, die wir so als grundlegend und plumpkörperlichen Ball werfen, sehen, die sind so viel hochwertiger.

00:07:19: Die haben wir irgendwie komischerweise, kulturell, wissenschaftlich auch manchmal so merkwürdig abgewertet, was eigentlich das Wertevolle an einem Lebewesen ist.

00:07:29: Und das kognitive, linear denkende, so aufgewertete dagegen, das stimmt einfach nicht.

00:07:34: Und das kann man dann immer... super ausprobieren, eben zum Beispiel mit dem, bring dein Beachbody in Ordnung, so, eins, zwei, drei, oder eben aufstehen und sagen, wie will ich mich fühlen?

00:07:45: Will ich mich ein bisschen leicht fühlen?

00:07:46: Will ich ein bisschen meine Muskeln spüren?

00:07:48: Will ich irgendwie fröhlich sein, dass ich am Luft war?

00:07:51: Also so gefragt und plötzlich... macht mein Körper mit.

00:07:55: Und plötzlich kommt so die ganze Kraft, die ich vorher durch Befehle mir nicht herbefehlen konnte.

00:08:00: Und daran habe ich es einfach auch selber gespürt.

00:08:02: Wenn ich mit dem Lebewesen zusammen arbeite, läuft.

00:08:05: Wenn ich nur so Chefarty-Befehle gebe, sagt der zu Recht, warum?

00:08:10: Oder nein, danke oder so was.

00:08:12: Und wie ändert sich dein Tag dadurch?

00:08:14: Also, also, oder noch mal eins zurück.

00:08:18: Ich weiß ja, also ich glaube, dass ich schon mit meinen Gefühlen ganz gut klarkomme.

00:08:24: Aber überhaupt erst mal zu wissen, was ist das eine, was ist das andere?

00:08:28: Also, wie geht's?

00:08:30: Gut.

00:08:31: Wie geht's?

00:08:32: Schlecht.

00:08:33: Und dass es gar nicht so einfach ist, auch zu sagen, wie fühle ich mich jetzt eigentlich gerade?

00:08:36: Was ist das?

00:08:38: Und wenn es nicht normal ist, dann ist es ja irgendwie anstrengend.

00:08:42: Oh Gott, ich bin wütend.

00:08:42: Oh Gott, ich bin ängstlich.

00:08:43: Oh Gott, ich bin ein bisschen zu freundlich gerade, zu fröhlich, ein bisschen zu, zu irgendwas.

00:08:49: Und also... Erste Frage dazu, wie finde ich erstmal raus, was ich fühle?

00:08:57: Das ist tatsächlich auch einfach... Schwierig und Übungssache.

00:09:01: Also wir gehen in die Schule und bilden dieses ganze Kognitivedenken aus, aber eigentlich kaum emotionale Intelligenz.

00:09:07: Also wirklich so auch, dass das kleine Bewusstsein hier vorne ein bisschen besser versteht, was diese ganzen Gefühle gerade sind, wie es die vielleicht feiner verstehen und aufteilen kann.

00:09:15: Das zeigen auch alle Studien dazu immer wieder.

00:09:18: Und dann muss man noch sagen, emotionale Intelligenz hat so einen wirklich messbar großen Effekt auf unsere Lebensqualität, Zufriedenheit, also im Job, in der Gesundheit, in Beziehungen.

00:09:29: Da sind die Studien wirklich alle klar und deutlich.

00:09:32: Und die kognitive Intelligenz, also clever irgendwelche Sachen machen, hat das auch, aber geringer tatsächlich.

00:09:37: Und viele Menschen können dann in Studien gar nicht richtig ihr Gefühl benennen.

00:09:41: denken, aber sie können es.

00:09:43: Dabei ist zum Beispiel ein großer Unterschied zu, ich bin nicht wütend, bin nicht frustriert oder habe ich eigentlich Angst, dass irgendwas nicht klappt und ein verteidigender Art von Aggression.

00:09:52: Das sind zum Beispiel drei unterschiedliche Sachen.

00:09:54: Leute sagen aber, ich bin sauer, ich bin wütend.

00:09:56: Und wenn man dann nachfragt, geht da eben doch immer was.

00:09:59: Also glaube ich wirklich tatsächlich so ein beginnendes... Zurückfragen und manchmal auch einfach ein bisschen mehr verstehen, sich in was so ein bisschen reinfuchsen.

00:10:07: Ich fand es zum Beispiel extrem hilfreich über Wut zu verstehen, dass... Also das Herz schlägt schneller, die Muskeln werden vielleicht so angespannt haben, ein höheres Potenzial sich schnell zu bewegen.

00:10:20: Und manchmal werden die Hände ja auch irgendwie feucht.

00:10:22: Früher war es so zum Klettern gedacht, dass man sie gut festhalten konnte.

00:10:26: Und im Grunde bedeutet das, mein emotionaler Teil vom Gehirn stellt gerade richtig viel Energie bereit.

00:10:33: Und was will er denn, dass ich mit dieser Energie mache?

00:10:36: Also bei der blöden E-Mail auf der Arbeit ist das halt oft ein bisschen, naja, geht so hilfreich, weil da muss ich gar irgendwo hoch klettern oder jemand jetzt hauen oder so was.

00:10:44: Aber ich konnte das dann besser verstehen.

00:10:47: Ich weiß nicht mehr genau.

00:10:49: wo ich das gelesen oder gehört hatte, aber es war quasi so, Energie, um für sich einzustehen, für Dinge, die wichtig sind, die man wichtig findet.

00:10:56: Und als ich das verstanden habe, dann wird Wut plötzlich nicht mal eine Dohre zu viel Emotionen, mit denen das so kockt nicht, die Emotionen, sondern dann sage ich so, oh wow.

00:11:05: Krass, also danke schön erst mal, mir wird Energie bereitgestellt.

00:11:10: Hauen damit, wär jetzt so vom Verstand, glaub ich, so eine erste Idee, die ja manchmal auch so einfach überstülpt, weil er noch nicht mehr Optionen gelernt oder ausprobiert hat.

00:11:19: Aber ich kann damit auch sagen, okay, mir ist anscheinend richtig wichtig, gerade für mich einzustehen.

00:11:22: Wie mach ich's jetzt am besten?

00:11:24: Also erst mal so zum Beispiel so ein Modus mit mir umzugehen.

00:11:27: Ich finde, das hat halt auch oft was Wertschätzendes.

00:11:30: Der Körper stellt ja einfach was parat, der verprasst ja gerade was, was da aufwendig gesammelt und den Speicherdepots eingelagert hat.

00:11:36: Und gibt das jetzt mal aus für einen schnellen Herzschlag oder ein kräftigerer, also dieses Wachsein auch im Gehirn.

00:11:42: Also, was, wenn er mir's anbietet, wie gehe ich damit am besten um?

00:11:46: Und dieses sich dann so ein bisschen selber runtermachen, so dafür, dass man jetzt immer so emotional oder zu wütend oder dies das ... Also, oft denk ich dann, wenn wir so mit uns selber, wenn wir so mit anderen umgehen würden, will wir mit uns selbst umgehen.

00:11:59: Das wäre einfach unhöflich.

00:12:01: Oder auch dieses, wenn ich eine unangenehme Emotion habe und ich übertöne die einfach, indem ich mich so auf dem Handy rummache.

00:12:05: Wenn jemand zu mir kommt und hat eine unangenehme Emotion und ... kommt damit auf mich zu und ich gehe ganz händig um mich schnell abzulenken.

00:12:11: Es wäre total unhöflich.

00:12:13: Oder auch mich die ganze Zeit selbst zu kritisieren, sodass mein Selbstbewusstsein schon runterleidet.

00:12:17: Wär unhöflich.

00:12:18: Warum mache ich mit mir selber was, was ich mit anderen nicht machen würde?

00:12:22: Und da können wir, glaube ich schon, wie bei der emotionalen Intelligenz, ein bisschen eintauchen, ein bisschen und den Blick weiten und sehen, was es noch für Optionen gibt und was irgendwie besser mit uns agiert.

00:12:32: Gäpe ist ein Morgen, in dem du sagst... Ich wünschte mir halt ein bisschen Wut.

00:12:40: Na Wut kommt ja oft eher als Reaktion, dass ich was unfair finde.

00:12:44: Aber zum Beispiel, wenn ich jetzt aufwache und gestern habe mich jemand irgendwie so behandelt oder was mir wichtig war, so beschwichtigt oder abgewertet und dann wache ich noch mit Wut auf.

00:12:53: Das gibt es selten bei mir, aber das gibt es manchmal.

00:12:55: Dann weiß ich... Oh, also da musste ich wirklich noch ein bisschen mehr für mich einstehen, weil da habe ich irgendwas überlaufen lassen, was mir eigentlich wichtig war.

00:13:03: Und dann kann ich überlegen, auf welche Art.

00:13:04: Aber also, ich bin auch nicht perfekt und ich stehe auch nicht jeden Morgen auf und mache diese wunderbare Übung, welche Gefühle wünsche ich mir halt.

00:13:10: Aber ich mache es immer wieder und dann merke ich jedes Mal, ja, das war super.

00:13:14: Das hat jetzt echt was gebracht oder so.

00:13:16: Deswegen denke ich, kann man es mal sagen, vielleicht zippt's ja anderen auch.

00:13:19: Kann man dadurch emotionale Intelligenz trainieren?

00:13:22: Also dieses trainieren der emotionalen Intelligenz hat oft so mehrere Stufen.

00:13:25: einmal überhaupt benennen können.

00:13:27: So habe ich das in meinen Studien gelesen.

00:13:28: Also

00:13:28: das heißt, ich fühle mich jetzt gerade zugewandt, sicher.

00:13:35: Ja, du kannst das auch einteilen.

00:13:37: Es gibt da so einen Vorgehen, da sagt man, okay, viel Energie, wenig Energie erst mal.

00:13:41: Das heißt, ich sitze jetzt hier und würde dann sagen, habe ich gerade viel Energie oder wenig Energie?

00:13:45: Genau.

00:13:46: Und dann würde ich so merken, nee, also ich bin jetzt hier, ich bin wach, ich bin da, ich habe viel Energie.

00:13:50: Und dann ist die nächste Frage ja, ist das bisschen, ist das so unangenehm?

00:13:54: wie bei Wut im ersten Moment.

00:13:56: Oder ist das angenehm, so.

00:13:58: Darauf kann man schon viele Emotionen sortieren und sagen, ich bin bei viel Energie und angenehm.

00:14:03: Bin ich zum Beispiel bei Wachsam und konzentriert, neugierig, freudig.

00:14:09: Dann gibt's auch Apps, da kann man mal antippen.

00:14:11: Manchmal über die Definition überrascht.

00:14:14: Dann lese ich, ah, okay.

00:14:16: Traurig ist irgendwie körperlich und seelisch bis rund.

00:14:22: gezogen, aber frustriert, es eben an einem Widerstand hängen bleibt.

00:14:27: Also Definitionen, wo ich denke, also es ist tatsächlich wie ein Kind, was über eine Kuh was lernt, habe ich angefangen erstmal so diese Definitionen mal anzugucken und überrascht zu sein, war mir nicht so klar, dass man das so definiert und das so.

00:14:39: Und dann, als nächstes ist dann immer so die Frage, okay, was kann ich damit machen?

00:14:44: Wie kann ich damit umgehen?

00:14:45: Und dann, wie sehe ich es auch in anderen?

00:14:46: Wie kann ich dann mit denen umgehen, wenn die sich so verhalten?

00:14:49: Zum Beispiel.

00:14:50: Das gehört auch noch zur emotionalen Intelligenz.

00:14:52: Das heißt, wenn wir jetzt... zwei unterschiedliche Gefühle hätten, also unterschiedliche Energien.

00:14:58: Du viel Energie, ich wenig Energie.

00:14:59: Hast du wenig

00:15:00: Energie?

00:15:00: Nein,

00:15:01: habe ich nicht.

00:15:02: Kannst

00:15:02: du sagen?

00:15:02: Nein, aber wir nehmen das an und ich habe wenig Energie und ich bin traurig und du hast viel Energie und bist sicher.

00:15:12: Und dann begegnen wir uns.

00:15:15: Das kann ja im Arbeitsumfeld wie auch immer sein.

00:15:16: und dann haben wir erstmal die Situation, das eigentlich, das passt jetzt erstmal nicht.

00:15:21: So, der eine, also ich würde dann sagen, ich würde eigentlich nach Hause und... Ich bin einfach traurig und du sagst, lass mal was machen.

00:15:28: Ja, das ist, glaub ich, total individuelle Situation.

00:15:30: Es kommt ja dann auch drauf an, wie kennen wir uns zum Beispiel manchmal Freude sein, einfach zu sehen, ach, der Ola geht's heute richtig gut, schön oder sowas, ja.

00:15:38: Oder die bringt irgendwie was mit und sagt einem gleich ein tolles Kompliment, schon ist man gut gelaunt.

00:15:41: Oder die ist dann doch so aufgehypt, dass man so denkt und im Gegensatz dazu fühle ich mich so.

00:15:45: Also ich glaub, das ist sehr individuell, ist so ein bisschen so ein Fühlding.

00:15:49: Was es zum Beispiel gibt, ist bei schlechter Laune.

00:15:51: Die Studie, das zum Beispiel in Firmen, sich schlecht... Laune Virus verbreitet.

00:15:56: Also es ist dann auch egal, ob es der CEO ist oder der Postbote oder Chefsekretäre oder Topfforscherin im Unternehmen oder wer auch immer.

00:16:05: Eine Person kommt, hat schlechte Laune, muffelt einen an, dann stay irgendwie und dann muffelt der den Nixen an.

00:16:10: Ich glaube bei Seinfeld ist die Folge so Chain of Screaming.

00:16:13: Aber quasi dieses Jahr pandemieartige Verbreitungsmuster.

00:16:16: Das ist nachgewiesen bei schlechter Laune.

00:16:18: Und wie gemein ist das?

00:16:21: Aber manchmal auch, dass wir so Dinge sehen, wie jemand, der im Unternehmen gute Laune verbreitet, was das für ein Wert hat für ein Unternehmen.

00:16:29: Das ist auch so was menschlich-lebewesenartiges.

00:16:32: Und wir denken dann nur der, der die tollen Zahlen und der so als Ehrgeiziger alle Leistung schafft.

00:16:36: Das wird wieder bewertet, koktinktives Hirn sagt.

00:16:40: Aber jemand, der so diese Stimmung reinbringt, dass alle auch gerne da hinkommen und vielleicht dann wenige Menschen krank sind oder da unter so Sachen, das wird so ein bisschen zur Seite geschoben.

00:16:49: Das findet irgendwie nicht im ... Kapitalismus ist ein wertschätzungsbarer Stadt, sondern es wird dann so wie alles soziale und menschliche in so diesen kommunistischen Seitbereich gedrängt, würde ich mal sagen.

00:17:00: Ist dann aber gute Laune auch so ansteckend?

00:17:02: Das müsste ich mal nachgucken.

00:17:03: Ich könnte es mir gut vorstellen.

00:17:04: Ich kenne nur diese Studie zu der schlechten Laune.

00:17:07: Wir sind abgebogen bei dem Gegenüber.

00:17:09: Das heißt, wenn wir emotionale Intelligenz trainieren wollen, wir stehen uns gegenüber, haben unterschiedliche unterschiedliche Emotionen.

00:17:21: Und dann kommt es aber darauf an, also das Trainieren ist, wir gucken uns an, wie wir damit besser umgehen können, sind bewusster, habe ich das richtig verstanden?

00:17:28: Ja, auch einfach zu verstehen, dieses bewusste Denkteilchen hier vorne, was die Strandfigurbefehle für den Sommer gibt.

00:17:36: Das ist oft der Part, der ein bisschen klüger werden muss.

00:17:39: Nicht die Gefühle.

00:17:41: Die Gefühle sind klug, aber das, was wir meinen, was klug ist, das muss klüger werden.

00:17:45: Ja, also wir haben einmal eine Emotion, das ist... viel größer als nur das Gefühl und da wird unser ganzer Körper in was hineinversetzt.

00:17:51: Dann haben wir das Gefühl, dass die kleine Memo, die diese bewusste Hirnbereich bekommt, der kriegt dann so was wie ... Du hast Angst oder so, ja.

00:17:58: Und damit soll er dann was Sinnvolles machen.

00:18:01: Und manchmal gelingt ihm das gut und manchmal weniger gut.

00:18:03: Vielleicht, weil er die Emotion gar nicht richtig verstanden hat oder auf typische Reaktionsmuster schnell zurückgreift, die ihm dabei jetzt einfallen, die ist schon ein paar Mal so trainiert worden.

00:18:13: Also ich glaube, da kann man sich weite schaffen, wenn man da einfach noch ein bisschen den Kopfklüger kriegt.

00:18:17: So wie auch bei anderen Wissen.

00:18:18: Also hier ist ja der Teil, der mit irgendwie Wissen agiert.

00:18:21: Wenn ich mehr über eine Sache lerne, über eine Heizung zum Beispiel, kann ich dir auf einmal viel Klüger behandeln, wenn die... kaputt ist, ja dann weiß ich ja, dann gucke ich da nach und mach das und mach mal vorne auf oder so.

00:18:30: Es ist im Grunde exakt das Gleiche mit dem bewussten Umgang mit Gefühlen auch.

00:18:35: Da kann ich mich auch ein bisschen reinfuchsen, auch ein bisschen mehr lernen und wenn dann irgendwie eine Wut kommt eher sagen, ah okay, was kann ich anbieten, dann mach ich mein Werkzeuggürtel aus.

00:18:43: Also so habe ich es mir mal vorgestellt, dass ich die Studie dazu gelesen habe und so funktioniert das auch ganz gut für mich.

00:18:49: Und das kann man wirklich toll trainieren eigentlich.

00:18:52: Also es geht ja immer so ein bisschen, wenn ich das so richtig verstehe, so ein wie bei der Meditation ist es auch so, man kriegt so einen kleinen Fuß in die Tür zwischen Situation und Reaktion.

00:19:03: Und ich glaube, ein Marker, dass man mit dem Körper anfängt, irgendwie intelligenter umzugehen, ist eigentlich immer dieses Verurteilen, sich selber runtermachen oder einfach nur wegdrängen oder auf typische Reflexe zu verfallen, wird plötzlich aufgeweicht, wird plötzlich mehr.

00:19:20: kann plötzlich wertschätzen und verstehen, warum mein Körper so und so und so.

00:19:24: Und dann geht so ein Raum auf.

00:19:26: So ist das immer mein Erfahrung gewesen bei allem.

00:19:28: Beim Darm auch, wenn ich sage, oh, der ist peinlich, oh, der Darm, uuh.

00:19:32: Dann mach ich die Tür zu.

00:19:34: und wenn ich sage, guck mal, der Darm.

00:19:36: Und dann bin ich neugierig und weiß plötzlich mehr und verstehe das erste Mal irgendwas.

00:19:40: Und dann geht die Tür auf und dann ist da Platz zum Spiel.

00:19:43: Ja, wie schön.

00:19:45: Das ist Neugier, das ist Wissen, das liebe ich.

00:19:48: Wenn man damit irgendwas machen kann, das ist für andere vielleicht Kochen.

00:19:52: Und was gibt es für Zutaten?

00:19:53: Nun kann ich noch mehr schauen, was es noch so gibt und kann ich das besser verstehen.

00:19:56: Oder diese Kochtechnik.

00:19:58: Und für anderes ist Musik, die wissen dann alles Mögliche über und für mich sägen diese Körper und wissen und verstehen und noch mehr weiterkommen.

00:20:05: Wie hat sich deine Beziehung zu deinem Körper, aber auch ... Du bist ja auch Ärztin, du hast lange im Krankenhaus gearbeitet.

00:20:13: Wie hat sich das verändert, seitdem du so darüber nachdenkst, also dem du auch sagst, naja, es geht nicht nur darum, was ich weiß, wie das funktioniert.

00:20:23: Also so, ah, der hat oben Hals, das heißt, das muss rein, sondern indem du viel ganzheitlicher guckst und auch du nicht nur mit deinem Wissen da bist, sondern auch vor allen Dingen mit deinen Gefühlen.

00:20:37: Ja, also meinst du jetzt in der Beziehung mit meinem Körper?

00:20:40: Nein,

00:20:40: also beides.

00:20:42: Wir können erst deinen Körper nehmen und dann den zu den Patienten auch beispielsweise.

00:20:45: Da geht es ja bei den Ärzten, denke ich mal, ganz oft um Wissen und die Wissen was zu tun ist und so weiter, aber lasst uns da vielleicht erst zu deinem Körper kommen.

00:20:51: Ja, also mehr Genuss, glaube ich, mehr Freude, mehr Leichtigkeit.

00:20:56: Und das werde ich jetzt vorher auch, glaube ich, nicht so erwartet.

00:20:58: quasi bei meinen, so am Anfang, als ich über den Daumen zum Körper gekommen bin, da hatte ich dann wirklich so das Gefühl, ja, das war ganz leicht für mich.

00:21:05: Der ist so witzig, der ist so toll, da geht alles Mögliche.

00:21:08: Und dann bei den anderen Organen war es immer eher, wenn ich die wirklich angefangen habe zu versch... den, was deren Stärken sind, warum die an der Stelle im Körper sitzen.

00:21:17: Und dann konnte ich auch Dinge befolgen, die vorher immer nur so to-do-Ratschläge waren.

00:21:21: So wie, ja, wenn du gestresst bist, mach Artentechniken.

00:21:23: Und man denkt so, ja, okay, ich mach Artentechniken.

00:21:26: Und dann sitzt man so da.

00:21:29: Und als ich dann die Lunge wertschätzen konnte und verstanden hab, wie das funktioniert bei einer Artentechnik, dass ich zum Beispiel das Herz total stresse, wenn ich da immer schnell tief einatme, weil das dann die ganze Blut entgegen gepresst bekommt.

00:21:42: Dinge beim Gehirn.

00:21:43: Warum ist das so, dass wenn ich von was immer mehr will, wie Chips und so weiter, dass ich dann das eigentlich überhaupt nicht brauche?

00:21:50: Wie funktioniert es im Gehirn, wenn bestimmte Zellen im Belohnungssystem nur angelockt, aber nie wirklich zur Zufriedenheit gebracht werden?

00:21:56: Laufen die immer weiter, wie so der Esel mit der Karotte?

00:21:59: Und das erste Mal, wenn immer, wenn ich so konkrete Sachen verstanden habe, hatte ich plötzlich so ein wohlwollendes, nettes Gefühl und dann plötzlich habe ich die Art und Techniken ganz gern gemacht und dann plötzlich konnte ich die Chipszüte zur Seite legen.

00:22:11: Also Ich weiß auch nicht, ob das für jeden so ist.

00:22:14: Ich kann das ja nur so anbieten, was bei mir so geklappt hat, aber dieses ... Empathie und manchmal Liebe und manchmal Dankbarkeit haben.

00:22:21: Das hat bei mir viel mehr bewirkt als man sollte dies und man sollte das.

00:22:26: Und wenn dann so ein Gefühl dazu kommt, wie Dankbarkeit oder Liebevoll sich behandelt fühlen vom eigenen Körper, weil man das erste Mal versteht, was da der die ganze Zeit macht, dann plötzlich wurden Dinge leichter.

00:22:38: Und wenn Dinge leichter wurden, war es plötzlich genussvoller.

00:22:40: Und dann ist es manchmal einfach schön aufzustehen und überhaupt den Luxus zu haben, mich fragen zu dürfen, wie will ich mich heute fühlen.

00:22:47: Also irgendwie mir was zurückholen, was so diese Ernsthaftigkeit, diese schnelle, manchmal brutale, manchmal verkopfte Welt irgendwie einem auch ein bisschen nehmen kann, wenn man sich zu sehr auf sie aus einlässt.

00:23:00: Und ich hatte das Gefühl, ich bekomme es wieder zurück, wenn ich erst mal hier wirklich einkehre und hier einen guten Umgang mit mir pflege.

00:23:07: Dann plötzlich ist da wieder so ein bisschen Luft und dann werden Dinge irgendwie schöner.

00:23:12: Aber auf jeden Fall auch mit einem Wissen.

00:23:14: Also du hast ja sehr ... Du hast die Organe durchgegangen, du hast viele Studien gelesen, hast verstanden und konntest dann dich auch besser damit fühlen.

00:23:25: So fahre ich das verstanden.

00:23:25: Auf jeden Fall.

00:23:26: Wissen ist da ein Baustein.

00:23:29: Und manchmal ist es, glaube ich, auch einfach nicht anders möglich.

00:23:32: Weil es ist viel Konkurrenz.

00:23:33: Wir haben tausend andere Wissensbissen von außen.

00:23:36: Es gibt immer so diesen Vergleich.

00:23:37: Wir lesen heutzutage, glaube ich, so viele Worte oder überfliegen die in Online-Handy und E-Mails.

00:23:43: So ein Drittel von dem Herr der Ringeband.

00:23:45: Pro Tag.

00:23:46: Also da ist einfach extrem viel Konkurrenz zu den Informationen von innen.

00:23:51: Also da wieder so ein bisschen was dagegenzusetzen, ist, glaube ich, manchmal angebracht.

00:23:56: Und Wissen ist auch insofern gar nicht mehr umgänglich, nicht mehr umgehbar quasi, als dass wir einfach mittlerweile in einer Zeit angekommen sind auf der Welt, in der das allermeiste nicht mehr direkt spürbar ist.

00:24:09: Also, viele Dinge, die wir machen sollen, weil die gut sind.

00:24:12: Früher hat man Hunger gehabt.

00:24:14: Wenn man was zu essen gefunden hat, war das gut.

00:24:16: Und hat sich gut angefühlt.

00:24:18: Simpel.

00:24:19: Ganz einfache Sache.

00:24:21: Heute müssen wir überlegen, ist das jetzt auch noch gut, wenn ich das verarbeitet, weil irgendeine Firma hat das jetzt hergestellt.

00:24:26: Ich weiß nicht mehr, ist das gut für mich oder nicht, aber die hat das so hergestellt, dass es prima schmeckt.

00:24:30: Gleichzeitig muss ich überlegen, das mache ich zwar in meinem Job, ich sehe nicht, wem es irgendwo mal was bringt, aber bei meinem Kopf weiß ich das gut, weil ich werde dafür bezahlt.

00:24:38: Also vieles ist einfach nicht mehr direkt spürbar, sodass ich sagen kann, da weiß ich das gut, da weiß ich das schlecht.

00:24:45: Und da in diesem Spalt auch digital, global, lauter Ketten, wo wir nicht mehr sehen.

00:24:50: Ich weiß ja nicht, wie der Apfel aussah, den ich im Supermarkt hang, als der am Baum war.

00:24:53: Oder das, wie es dem Tier ging, was ich da im Plastik eingepackt esse.

00:24:57: Und was, wie sah das denn aus, bevor es geschlachtet wurde?

00:25:00: Keine Ahnung.

00:25:00: Wie ging es den Leuten, die meine Kleider genielt haben oder so?

00:25:03: Also, alles ist entkoppelt.

00:25:05: Und wir Menschen sind eigentlich, glaub ich, wirklich ... gute, liebevolle, fast immer moralische Wesen, wenn wir direkt vor uns sehen, was unser Handeln auslöst oder es direkt fühlen, auch im Umgang mit anderen.

00:25:16: Aber heute ist viel davon unsichtbar und viel davon wird auch immer subtiler und komplexer.

00:25:22: Und wenn ich jetzt jemanden mit irgendwas anrede, was den vielleicht doch auch... Beleidigt oder so kann ich es von außen manchmal ja nicht direkt alles sehen.

00:25:29: Das heißt, deswegen muss Regeln befolgen und auf alles Mögliche achten.

00:25:32: Und viele Leute haben davon jetzt irgendwie genug, weil so viel davon nicht mehr direkt ist und schmeckbar und fühlbar ist.

00:25:38: Man muss sich irgendwie alles merken.

00:25:39: Und dieser großen Manege ist Wissen auf der einen Seite irgendwie manchmal blöd und belasten.

00:25:45: Wir würden es einfach direkt gern merken.

00:25:47: Aber es ist auch... Einfach nötig, es ist jetzt so.

00:25:51: Und es hat uns ja auch viel Komfort beschert.

00:25:54: Und gleichzeitig glaube ich, aber da kommt so eine große Wichtigkeit für gute Wissenschaftskommunikation.

00:26:00: guten Umgang mit Wissen wieder rein, wo ich sagen kann, okay, wenn ich was wirklich verantwortungsvoll tief genug gut verstanden hab.

00:26:07: Und ich kann es Leuten so erklären, dass sie es wieder fühlen und wirklich das Gefühl haben, sie verstehen, warum sie jetzt was machen sollen oder warum irgendwas ihnen gut tut.

00:26:15: Fühlbares Wissen generieren quasi.

00:26:18: Dann biete ich hier wirklich was an, was in diesem Komplexgewusel, wo wir jetzt angekommen sind, Sinn macht.

00:26:24: Ja, es war ja total notwendig, das Gefühl, dass wir mehr ... Wissen, also dass wir mehr erfahren und dann fing das an, dass wir uns Zeitung Bücher und all das und dann sind wir wirklicher schlauer geworden als Menschen.

00:26:37: Und jetzt ist es eben ganz überrascht über dieses ein Drittel Herr der Ringeband, die pro Tag Wahnsinn.

00:26:45: Und jetzt geht es also und dadurch, ich merke das ja selber, immer wieder am Außen, man ist am Handy, man ist in einem Buch, man ist da, was passiert da drüben?

00:26:53: Und das sorgt natürlich, ich weiß wirklich ganz oft gar nicht so.

00:26:58: Meditiere ich dann schon, aber ich meditiere auch dann auch nur zehn, fünfzehn Minuten am Tag.

00:27:02: Also im Vergleich... Zu einem anderen war es sonst reinfertig, die ganze Zeit total wenig.

00:27:06: Darf ich fragen, wie meditierst du?

00:27:08: Also was für Arten?

00:27:09: Es gibt ja sehr verschiedene Arten.

00:27:10: Ja,

00:27:10: ich hab wie passende Meditation gelernt.

00:27:12: Ich

00:27:13: weiß nicht,

00:27:13: was das ist.

00:27:13: Achso, das ist so die, ich hab mir die einfachste genommen, mit der Buddha auch zur Erleuchtung gekommen ist.

00:27:18: Ich dachte, das passt.

00:27:20: Ja, Buddha, Matze.

00:27:21: Ja, das passt einfach.

00:27:22: Schaffen

00:27:22: die, ja.

00:27:23: Ich nehme das einfach.

00:27:24: Und es ist eine Meditation, die im Grunde über den Atem über der Nase anfängt.

00:27:30: Also du versuchst erst hier, was zu fühlen zwischen... Nase und Oberlippe.

00:27:34: Und dann geht es darum, das im ganzen Körper zu fühlen.

00:27:37: Also man geht den ganzen Körper durch.

00:27:38: Mit deinem Atem oder einfach

00:27:40: so zu spüren.

00:27:40: Also erst den Atem, den Atem und dann durch diesem Atem, wenn man durch die Nase einen ausatmet, wenn man wirklich immer genauer darauf achtet, merkt man irgendwann, dass da über der Haut was passiert.

00:27:51: Und dann fängt man an hier so sehr feinfühlig zu werden.

00:27:54: Und dann fängt man an von da aus den ganzen Körper sozusagen ab.

00:27:58: Wie sonst Gen?

00:27:59: Du hast also nicht quasi nur Uhr, sondern du hörst auf, wenn du mit deinem Körper auch fertig bist

00:28:03: quasi.

00:28:04: Nee, ich habe schon, ich stelle mir ein Timer tatsächlich.

00:28:06: Ich habe früher viel mit Apps auch, ich habe es ursprünglich ohne App gelernt, dann habe ich Apps benutzt und jetzt benutze ich einfach ein Timer.

00:28:13: Oder auch wenn ich so im Natur bin, dann mache ich es wirklich nach Gefühl.

00:28:17: Und mir hilft es total, einmal so mich einzunorden, aber im Vergleich zu, wie viel sonst den ganzen Tag reingeht, ist das eigentlich ein totaler Witz.

00:28:27: Und eigentlich doch so das Minimum an Nettigkeit.

00:28:29: Aber es ist

00:28:30: trotzdem schwierig.

00:28:31: Also ich probiere immer auch mal wieder zu meditieren.

00:28:33: Und ich finde es jetzt auch spannend, dass du so sagst, du machst das mit dieser Körperwanderung.

00:28:36: Weil in Studien ist das immer so die messbar effektivste Art.

00:28:40: Also effektivslustig in Kombination mit Meditieren.

00:28:42: Aber es tut dem Körper messbar, also tut ihm gut.

00:28:46: Und zwar besser als Techniken, bei denen man sich nur so ins Nirvana wegdenkt.

00:28:51: Und das finde ich auch wieder so einen schönen Punkt, weil es zeigt eigentlich, es tut uns nicht gut, einfach mal weg zu sein.

00:28:56: von allem.

00:28:57: Sondern es tut uns im Gegenteil gut, richtig anzukommen, hier zu sein.

00:29:01: Und ihr uns wieder mit der Realität verbinden.

00:29:03: Weil das Gehirn, wenn es so rumgrübelt, grübelt es eigentlich weg von der echten Welt.

00:29:07: Die Grübeleien, die haben ja dann auch gar keinen Sinn mehr oder bewirken gar nichts.

00:29:11: Im Körper bewirken die Dinge was, atme ich allen, kriege ich Sauerschiff.

00:29:15: Habe ich die Muskeln angespannt, verbrauchts Energie, lasse ich die lockerer, verbrauchts weniger.

00:29:19: Alles ist quasi an die Realität gekoppelt.

00:29:22: Und das tut im Gehirn, glaube ich, auch einfach ziemlich ... cool.

00:29:26: Deswegen finde ich spannend, dass du das machst und ich könnte mir auch vorstellen, dass dieses meditieren.

00:29:30: ... in dir so vielleicht irgendwas auslöst, ... ... was auch für deine Gespräche gut ist, ... ... weil dein Gegenüber irgendwie merkt, ... ... du bist ruhig, du bist da, ... ... dadurch konnt man vielleicht dann auch so zu sich, ... ... also

00:29:42: ... ...

00:29:43: könnte ich mir gut vorstellen, ... ... dass das quasi auch wirklich so ein ... ... so ein Lebeneffekt noch hat auf die anderen, ... ... was man dann wieder auch wie ... ... emotionale Intelligenz auch sagt.

00:29:51: Wenn ich da ein bisschen eintauch, ... ... hat das auch wieder einen Effekt auf andere.

00:29:54: Die sind plötzlich auch irgendwie ... ... anders drauf, wenn ich mich selber gut reguliere.

00:29:59: Da bin ich total ... Also wenn du, genau das Ansteckende der schlechten Laune, ist auch, glaube ich, wenn man es schafft, entspannt zu bleiben in einer stressigen Situation, wo viele gestresst sind, dann hat man zumindest auch eine Chance, zumindest ein Gegengewicht zu kreieren.

00:30:13: Und wie stolz bist du, wenn du in so einer richtig schlimm stressigen Situation, wo man sich so ankabeln würde, plötzlich der... die Person, bis die ruhig bleiben kann und die anderen mitholen.

00:30:21: Ich finde, danach fühlt man sich doch richtig guter.

00:30:24: Das wäre ein Gefühl, was man morgens sagt.

00:30:26: Wenn heute was passiert, das hätte

00:30:28: ich gern.

00:30:28: Dann bleibe ich total ruhig.

00:30:29: Was aber bei der Meditation passiert, das passiert nicht in der täglichen Meditation.

00:30:34: Also da denke ich auch manchmal an ... Ah, jetzt ...

00:30:39: Klopapier kaufen.

00:30:40: Klopapier nach kaufen.

00:30:41: Oh, äh, meditieren.

00:30:43: Aber was, äh, ich hab zwei mal so eine zehn Tage Schweigerytweet-Meditation mitgemacht.

00:30:50: Und interessant beim zweiten Mal, das erste Mal ist soweit weg, dass ich mich da nicht mehr so richtig dran erinnere.

00:30:55: Es hat jeden Tag, hat mein, wie so ein innerer Filmvorführer, hat eine Zeit ... an die innere Leinwand projiziert.

00:31:08: Also es war dann jetzt, ah, die Zeit mit zwanzig.

00:31:12: Also dann ging dann irgendwann doch.

00:31:13: In deinem Leben.

00:31:14: Ja,

00:31:14: es war richtig so, wie so ein Lebensfilm oder bestimmte Aspekte von meinem Leben.

00:31:19: Und das war wirklich wie so, ah, heute machen wir das.

00:31:22: Heute, ah, heute ist Arbeit heute dran.

00:31:24: Und es war auch wirklich wie in dem ganzen Tag ging es dann nur um diese Sache.

00:31:30: Also

00:31:30: um noch mal Dinge aufzuarbeiten.

00:31:33: Ich konnte das nicht steuern.

00:31:35: Also das war einfach.

00:31:35: dann irgendwann, wenn man ein paar Tage meditiert, ist ja alles alltäglich.

00:31:38: Da ist ja das Klub völlig weg.

00:31:41: Kann man ja nicht kaufen.

00:31:43: Aber dann geht es los.

00:31:44: Ich habe das nicht verstanden, woher das kommt, dass es dann so geordnet ist.

00:31:48: Und die Teilnehmenden, die damit gemacht haben, die hatten das auch, dass die ganz viele so bestimmte... gar nicht hingeschickt, sondern es ist einfach passiert.

00:31:59: Es hat auch niemand irgendwas angeleitet.

00:32:00: Gar nichts.

00:32:01: Ich wusste nur, es setzt euch hin und seid

00:32:03: ruhig.

00:32:04: Man wird angeleitet im Sinne von Atem und wie lange man da sitzen soll.

00:32:07: Aber nicht an

00:32:07: was jetzt hochkommt.

00:32:07: Nicht

00:32:08: jetzt denken Sie bitte an ihre Arbeit.

00:32:10: Heute sind die Zwanziger dran.

00:32:12: Ne, überhaupt nicht.

00:32:12: Und das habe ich mich schon x-mal gefragt, wie das funktioniert, dass dann das Unbewusstsein sagt, okay, hier sind folgende Filme.

00:32:21: Und heute schauen wir uns die mal an.

00:32:23: Ja, eigentlich hochkompetent und wie du dann sagst sogar sehr organisiert.

00:32:28: Superorganisiert.

00:32:29: Das war megaorganisiert.

00:32:32: Also wirklich totalorganisiert.

00:32:33: Ich hatte den schlimmsten Tag in der Meditation, ich kann ja das einfach sagen, war als der Film, also der, man sitzt hier da in einem Raum mit hundert Leuten.

00:32:44: Und dann hat der Filmvorführer die Kiste mit allen sexuellen Abenteuern mitgebracht.

00:32:51: Das war

00:32:52: der eine Tag.

00:32:52: Das war

00:32:53: der eine Tag.

00:32:54: Das war richtig so, nee, das passt jetzt wirklich.

00:32:57: Ich will das auch nicht sehen.

00:32:58: Nicht hier, nicht hier, nicht jetzt, oh Gott, es passiert schon.

00:33:01: Das war wirklich so diesen

00:33:04: Mann.

00:33:04: Hattest du eine Erkenntnis dann am Ende, wo du dachtest, wow, das habe ich jetzt dafür noch mal verarbeitet?

00:33:09: Oder fand das einfach nur lustig?

00:33:13: Das war auch bei den anderen Sachen, auch bei der, keine Ahnung, wenn es um Arbeit ging, ging es auch nicht unbedingt um Verarbeitung.

00:33:18: Ich hatte nicht das Gefühl, hier will mir irgendjemand oder etwas noch mal zeigen, damit ich was verstehe.

00:33:23: Das

00:33:23: war einfach nur so, naja, die ist ja offensichtlich jetzt gerade mega langweilig.

00:33:28: Ich guck mal, was ich hier so hab.

00:33:32: Diese thematische Fündelung.

00:33:33: Nachte

00:33:34: Menschen, wie wär's damit?

00:33:37: Okay, dann machen wir morgen mal Arbeit.

00:33:39: Und wie war es dann am letzten Tag von den Retreat?

00:33:41: Also hat es dann so das Gefühl, jetzt habe ich irgendwie, kam alles, jetzt bin ich fertig oder hätte es auch noch weitergehen können?

00:33:46: Nein,

00:33:46: ich war dann auch wirklich, da war ich, da habe ich gesagt, jetzt ist, nee, das war total schön.

00:33:50: Es war insofern gut, weil es dann eine, weil ich wahnsinnig befriedet mit meiner Langenweile war.

00:34:00: Das war doch richtig schön, dieses Gefühl so, oh, toll.

00:34:04: Und das Gefühl auch, Das will ich heute auch noch mit dir besprechen, das Belohnungssystem, dass man das so wirklich mal richtig schlafen gelegt hat und gesagt, da komm ich mal aus.

00:34:16: Man muss nicht die ganze Zeit und wie wir das Neues irgendwie angucken wollen und so weiter.

00:34:20: Und ich hatte die Fähigkeit, die habe ich dann auch schnell wieder verloren.

00:34:23: Ich bin dann zurückgefahren, das war in Belgien und saß acht Stunden im Zug und habe im Grunde nichts gemacht und einfach aus dem Fenster geguckt.

00:34:30: Also ich war wie so ein alter Mann, den man manchmal so ... Beobachter in den Zügen irgendwie schafft der, dass der ohne zu legt, ohne Handy einfach im Zug zu sitzen.

00:34:37: Und das ging.

00:34:37: Und das war so eine Superpower, die war total schön.

00:34:40: Und

00:34:40: es wäre bestimmt auch, ich weiß nicht, ob du das auch ein bisschen gemacht hast, spannend gewesen, so auf deinem Körper am Anfang, wenn du hinfährst zu achten, wie sind deine Muskeln angespannt, wie atmest du, wie hältst du dich?

00:34:51: Und dann bei dieser Zugfahrt zurück, wie atmest du jetzt, wie hältst du dich, wie bewegst du dein Gesicht teilweise auch oder so Sachen?

00:34:57: Das ist ja ganz bewusst.

00:34:59: Also wenn man sich so durchscannt die ganze Zeit, dass man sofort hermerkt, ach hier ist jetzt etwas angespannt oder hier passiert irgendetwas und man muss aber auch nicht vor allen Dingen sofort reagieren.

00:35:11: Und das ist interessant dann auch wieder für alles andere.

00:35:13: Also zu sagen nur weil du sagst, Matze du hast ja irgendwas, dann kannst du sagen, ja okay du sagst das, aber ich muss gar nicht drauf reagieren.

00:35:22: Also ich muss nicht... auf alles sofort, ah, okay, dann, wenn du das sagst, dann, das hat sich gut veränderlich dadurch.

00:35:33: Ich komme mal zurück zu dem Wissen und Fühlen.

00:35:38: Du hast schon erzählt, was das mit deinem Körper macht oder die Beziehung, wie sie sich da verändert hat.

00:35:43: Wie hat sich die Beziehung zu deinem Umfeld verändert?

00:35:47: Und gerne eigentlich als Ärztin würde mich das interessieren, weil ich auch das Gefühl habe, wenn ich, ich gehe zum Arzt, Und hab was.

00:35:55: Ich hab Knie, ich hab Auge, ich hab Rücken, ich hab Haut.

00:36:01: Und dann hab ich ja die Erwartung, Frau Dr.

00:36:04: Hund, können Sie mir bitte was gegen meinen Rosazea geben?

00:36:07: Macht

00:36:08: das weg.

00:36:08: Macht das bitte weg, dann sagt sich na gut.

00:36:11: Genau, also das ist ja erst mal so, das ist mein ... meinen Umgang mit Zimperleinen und mit Sachen, mit Symptomen, die ich habe.

00:36:19: und dann möchte ich, dass eine Frau oder ein Mann, wo ein Doktor davor steht, sich auch bitte darum kümmert.

00:36:24: Ja,

00:36:26: also ich habe das nicht immer, ich habe das nicht immer perfekt so hingekriegt, also auch im Krankenhaus ist viel hektisch.

00:36:33: Ich war noch in einem ziemlich guten Krankenhaus, würde ich sagen.

00:36:35: Du warst

00:36:36: in Hamburg, ne?

00:36:36: Genau, da war noch vieles echt... menschlich möglich, aber eben auch nicht immer alles, weil manchmal auch hektik und nicht für alles die perfekte Zeit und so.

00:36:45: Und ich fand, also mein Steckenpferd war immer so ein bisschen zu erklären, das mach ich auch einfach am liebsten.

00:36:53: Und ich hab dann schon immer auch gemerkt, wenn ich es halt mal nicht hingekriegt hab.

00:36:56: Wenn ich aus dem Zimmer rausgegangen bin und gedacht hab, eigentlich hätte ich noch, das wär noch gut gewesen zu sagen und das, aber ich muss jetzt ins nächste Zimmer oder sowas, ja.

00:37:03: Also das, glaub ich, muss man mal vorne weg sagen, nicht immer perfekt machbar, leider.

00:37:09: auch für mich blödes Gefühl, für die anderen auch, wenn's dann irgendwie mich zu sehr beschäftigt hat, ob ich manchmal noch danach noch mal angerufen oder so Sachen.

00:37:17: Und dann kann ich aber sagen, wenn ich's dann mal hingekriegt habe, quasi so, zum Beispiel, das war für mich immer zum Schluss den Moment, das erzähle ich deswegen auch ganz gerne, es war als eine Patientin mit, die hatte Ehhecke gehabt ein paar Jahre vorher und kam dann ein bisschen später zu uns und hat dann eine chronische, entzündliche Darmerkrankung diagnostiziert bekommen.

00:37:34: Und das war für sie schon blöd verständlicherweise.

00:37:37: Und sie habt dann auch so ein bisschen gesagt, oh, immer ich.

00:37:40: Und jetzt immer mit dem Darm und es ist furchtbar und so.

00:37:43: Mittags die Diagnose überbrachten und dann nachmittags hab ich so gemerkt, ich muss jetzt noch mal hin, das war nicht rund irgendwie.

00:37:48: Und dann bin ich noch mal rein und hab mit ihr so ein bisschen übers Immunsystem noch mal reden können und so gesagt.

00:37:53: Also die Zellen, die da im Darm alles so absichern und überwachen, die haben halt mit dieser Eheginfektion was Furchtbares erlebt.

00:38:01: Da ist ein Erreger so weit gekommen, dass es blutig und wirklich ... Gefährlich war diese Infektion.

00:38:05: Was ist das

00:38:06: für eine Infektion?

00:38:07: So toxische Ecolibakterien quasi enterohermoragisch, sagt man dann.

00:38:12: Und das war vor ein paar Jahren ein großer Skandal.

00:38:14: Es war dann ansprossen, glaube ich, im Salat und es haben ein paar Leute eben leidabbekommen.

00:38:19: Und es kann sehr gefährlich werden und ist eine sehr ernstzunehmende Infektion mit Darmblutungen und so weiter.

00:38:24: Und es ist danach, die Wahrscheinlichkeit ist danach höher, dass man eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung bekommt.

00:38:30: Also eine chronische Erkrankung, die einen auch im Regelfall... das Leben begleitet, in dem das Immunsystem im Darm sehr aggressiv gegen alles möglich vorgeht, immer wieder Durchfall auslöst und sich dauernd versucht zu verteidigen gegen manchmal Bakterien oder... Normale Darmbakterien, die gar nicht so schlimm sind.

00:38:45: Das kann teilweise hart das Leben beeinflussen.

00:38:50: Ich kann noch mal zuhören und hab so gesagt, das ist jetzt nicht einfach nur der blöde Darm, Pech und so was, sondern das sind die Mundseln, die haben wirklich was Heftiges

00:38:59: erlebt.

00:39:00: Ein schlimmer Angriff, der vielleicht auch böse ausgegangen wäre.

00:39:04: Und jetzt sind die so übervorsichtig geworden, weil sie quasi immer beschützen wollen.

00:39:09: Und es ist zwar jetzt wirklich ungünstig und wir versuchen das mit den Medikamenten so in bestmöglichste Ruhe wiederzubringen.

00:39:16: Und das kann man auch schaffen.

00:39:17: Das kann gut laufen.

00:39:19: Aber ein bisschen ist auch wichtig, dass wir verstehen, das ist nicht der Körper, der sich jetzt angreift.

00:39:24: Die Immunzellen sind jetzt nicht böse oder auf Krawall gebösselt.

00:39:27: gemeint zu einem selbst, sondern eigentlich wollen die übermäßig beschützen.

00:39:32: Und das fand ich irgendwie, das war so ein Moment, da hat sie auch so ein bisschen Tränchen in die Augen bekommen.

00:39:36: Ich dann auch, da hat sie gefragt, ob sie mich umarmen darf und dann immer noch unter dem Arm.

00:39:40: Das war irgendwie schön, weil ich es so gemerkt habe.

00:39:42: Da habe ich es zum Beispiel wirklich geschafft, so dieses fühlbare Wissen und so eine wirklich, ja.

00:39:49: Wissenschaftlich auch akkuratere Haltung dem Körper gegenüber zu vermitteln, die dann auch noch so heilsam ist.

00:39:54: Weil wenn dieser Mensch jetzt zehn, zwanzig Jahre mit so einer Krankheit lebt, dann, wie nimmt der morgens seine Medikamente?

00:40:00: Denkt der, ich hau jetzt hier zurück und unterdrück hier alles?

00:40:03: Oder sagt der, ich geb was runter, damit wieder ein bisschen Ruhe eintritt.

00:40:05: Es ist alles okay.

00:40:06: Ich kann wieder so ein bisschen ... schalten, ein bisschen Gang runter.

00:40:09: Ich weiß, du willst mich nur beschützen.

00:40:11: Das sind zwei sehr unterschiedliche Mode.

00:40:13: Ich glaub, das macht einen Unterschied.

00:40:15: Das waren zum Beispiel Momente, in denen ich dadurch das sich selber besser ... verstanden hatte, auch auf meinen Patientinnen und Patienten dann anders eingehen konnte und wirklich auch das Gefühl hatte, das hat dieser Person jetzt was gebracht.

00:40:27: Natürlich neben den ordentlichen Therapien und Medikamenten, aber das hat, glaube ich, auch wirklich was so im Gefühl zum eigenen Körper gebracht.

00:40:34: Also das Verständnis dafür, dass der Darm ... ... jetzt nicht gemein sein will und nicht sagt ...

00:40:41: Oder blöd und kaputt ist, wie das ja auch oft Leute denken.

00:40:44: Sie sind es bestraft worden mit einem Blöden.

00:40:45: Das ist ja auch unangenehm.

00:40:47: Das leugt nicht überhaupt nicht.

00:40:49: Aber es passiert nicht, weil der Körper blöd, kaputt ist oder es gegen einen selber kämpft.

00:40:53: Es passiert, weil der was vielleicht mal erlebt hat, ein bisschen in falschen Hals und jetzt total ... ... über vorsichtig einbewachen will.

00:41:00: Also wie so Eltern, die zu überbewachend sind, die meins eigentlich auch mal lieb.

00:41:05: Es hat dann halt manchmal blöde Folgen so.

00:41:07: Aber es ist ein anderes ... Was passiert?

00:41:09: was anderes mit einem, als was Böses irgendwie so?

00:41:13: Was würdest du jemandem sagen, der oder die immer wieder Migräne hat?

00:41:20: In Migräne hab ich mich noch nie so reingefuchst.

00:41:22: Es gibt immer Bereich, da bin ich reingefuchster und andere wenig.

00:41:25: Ich fand's mal vor kurzem spannend, da gab's Studier zu Zungenbakterien.

00:41:28: Das sind manchen Menschen, die Zungenbakterien an der Migräne beteiligt sind.

00:41:31: Und dann tatsächlich durch bestimmte Probiotika für den Mundraum, die Migräne besser werden kann.

00:41:38: Aber das ist alles noch so auf Studien.

00:41:40: Für mich war's natürlich cool, weil ich so bisschen mit Bakterien ganz gern war.

00:41:43: So bin ich da überhaupt draufgekommen.

00:41:45: Dann gibt's auch noch diese ganzen anderen Aspekte wie ... Wie ist das mit Stress?

00:41:49: Ist es vielleicht so der Körper, der dann sagt, ich mach die Klemme zu, weil es mir gerade alles zu viel.

00:41:55: Ich weiß, dass z.B.

00:41:56: medizinische Hypnose geht da teilweise, aber es gibt ja ganze Kliniken oder Konzepte, die drauf beschränkt sind, sich's genauer anzugucken.

00:42:03: Auch da würde ich sagen, ich würde erst mal nicht davon ausgehen, dass irgendwas total blödes ist, sondern dass man rausfinden kann, warum macht der Körper das und wie kann ich ihm dann was Gutes anbieten?

00:42:12: Also ... den Freund erkennen, der dir einen Hinweis schickt?

00:42:15: Ja, oder auch den Fehler und das Missverständnis erkennen.

00:42:18: Auch der Körper macht Fehler und hat Missverständnisse.

00:42:21: Auch die erkennen hilft aber eher als nur irgendwie draufhauen.

00:42:24: Und im besten Fall ja eben nicht ein Leben lang nur mit krassesten Schmerzmitteln draufhauen, sondern gezielt, mit gutem bisschen möglichst sanften Medikamenten und vielleicht mit einem anderen Umgang hier und da mit dem Körper.

00:42:36: Und wie nennst du ein beispielsweise kaputtes Knie?

00:42:41: Wie ich das nenne?

00:42:42: Ja.

00:42:42: Kaputt das Knie.

00:42:43: Das nennst du auch so.

00:42:45: Ach so, wegen dem Wort kaputt?

00:42:46: Ja.

00:42:46: Ja, das kommt darauf an.

00:42:48: Manchmal wäre es halt jahrelang falsch belastet und es hat immer mitgemacht und irgendwann kann es halt auch nicht mehr.

00:42:55: dann würde ich sagen, gutmütig ist, was jetzt irgendwie aufgebraucht ist.

00:42:59: Oder eins, zum Beispiel, ich weiß nicht, ich weiß nicht, stimmt das oder ist das nur so eine Legende, die man im Medizinstudium immer hört?

00:43:05: Aber da haben wir auf jeden Fall mal gesagt bekommen, Oliver Kahn hat sich so alle Bänder durchgerissen, die es in den Knien gibt.

00:43:11: Und er hätte sich dann durch Muskeln einfach die Bänder ersetzt, indem die Muskeln so fest trainiert sind, dass sie das Knie so halten.

00:43:17: Ich weiß nicht, vielleicht kennst du ihn ja so, ich weiß es nicht genau.

00:43:20: Aber da waren immer alle so, wow.

00:43:22: Oliver Kahn.

00:43:23: ob das nur so eine Legende war oder stimmt, weil dann würde ich zum Beispiel sagen, ah, ein Knie, das von Muskeln etwas mehr Hilfe bekommen könnte oder so.

00:43:32: Oh, wow.

00:43:32: Ja, das ist auf jeden Fall ein Unterschied.

00:43:34: Ah, okay.

00:43:35: Ich glaube, das war sehr eindeutig, also deutlich, wie man mit sich besser, also vor allem mit dem Körper reden sollte und dass man dem eben nicht als, also weil das ist... Das habe ich beim Buch Lesen voll gemerkt, das ist ja wirklich, ah, meine Haut juckt.

00:43:50: Mann, so, jetzt muss ich mich hier kratzen.

00:43:52: Und hier habe ich noch dieses Schorf und hier ist jenes und da zwickt es und so weiter.

00:43:57: Oder

00:43:57: dieses Kratzen, außer ich hab's schon.

00:43:58: Bitte nein.

00:43:59: Dieses Kratzen bei Nacht fällt mir nur kurz ein, dass es Nacht so mehr juckt bei einem Schnakenstich oder einem Ausschlag.

00:44:04: Das zum Beispiel ist ja auch so was, wo man denkt, toll, jetzt bei der Nacht.

00:44:08: Und das ist zum Beispiel, weil wir nachts mehr Immunzellen herstellen.

00:44:11: Weil wenn wir nur rumliegen, dann können wir die ganze Energie... die sammeln, um clever Zellnachschub und alle möglichen Prozesse, die sich dann besser regeln lassen, als wenn die Dauern von Essen und Bewegung so ein bisschen gestört werden.

00:44:22: Das heißt, dann kommt das Immunsystem endlich mal so zusammen, macht Nachschub und dann werden einfach mehr Immunsignale auch ausgeschüttet.

00:44:28: und dann juckt etwas mehr, weil jucken auch immer das Anlocken von bestimmten Zellen und dann sagen die ihre Signalstoffe.

00:44:34: Das ist quasi halt schon unpraktisch bei Nacht, aber es ist eigentlich, weil da gerade Leute kommen, sich drum kümmern, so erzählen.

00:44:40: Das spielen wir da nur gerade ein.

00:44:41: Ja, das ist nett, also aber schaffst du es dann?

00:44:43: In dem Moment zu sagen, ach, toll.

00:44:45: Ihr seid ja richtig, ihr seid ja richtig fleißige Zählchen.

00:44:48: Ich

00:44:49: fleißig, wenn ich hier schlafen will.

00:44:51: Nein, das darf man doch auch blöd finden.

00:44:53: Aber es tut immer auch ein bisschen gut zu verstehen.

00:44:56: Auch so bei Erkältungen, ja.

00:44:57: Wenn die Nase läuft und der Hals total weh tut, dann ist es doch oft so dieses ... Ich hab das auch.

00:45:03: Und dann ist es aber doch ... einfach irre zu wissen, keiner Kältungserreger löst es aus.

00:45:08: Keiner Kältungserreger macht Schnupfen, keiner Kältungserreger macht Hals-W, die werden gerne sehr unentdeckt und würden da einfach nur rumleben.

00:45:15: Es macht aber unser Immunsystem, weil es sagt, nee, die behandeln uns nicht gut, damit bin ich nicht einverstanden, dann mach ich was dagegen.

00:45:20: Und dann baut es Zellen im Rachen ab, in denen zum Beispiel der Virus drin ist, und wenn dann sensibilisiert die Nerven da auch, und wenn dann diese vielen kleinen Wunden und die Nerven ein bisschen weh tun, haben wir Hals-W.

00:45:31: Das ist aber nur, weil das Immunsystem etwas dagegen und ... dass uns jemand nicht gut behandelt.

00:45:35: Und beim Schnupfen genauso, da macht's die Gefäße lächerig, dann strömt Flüssigkeit aus dem Blut in das Gewebe, dann schwillt die an die Nase und die ganzen Immunzellen können aber auch durch diese lächerigen Gefäße ins Gewebe, um dann endlich ans Werk zu gehen.

00:45:48: Und das heißt, es ist quasi nur das Ankommen dieser ganzen Hilfskräfte und dann manchmal eben noch, gut, auch praktisch das Rausspülen von irgendwelchen Erkältungserregern.

00:45:57: Das ist der Schnupfen.

00:45:58: Also, es ist nicht der Erreger, der den Schnupfen macht.

00:46:00: Und ich muss sagen, das zu wissen, ich kann's trotzdem blöd finden, aber ein bisschen denkt auch ... Thanks, guys.

00:46:06: Es ist ein bisschen ihr seid vor Ort, zumindest.

00:46:09: Und macht was.

00:46:09: Und dann kann ich auch, wenn ich mehr verstehe, verhandeln.

00:46:12: Dann sage ich, Nasenspray mache ich jetzt rein, damit nicht noch die Ohren sich mittenzünden.

00:46:15: Weil jetzt treibt ihr es grad bisschen zu hart.

00:46:17: Ich kann ja seit vier Stunden nicht mehr atmen.

00:46:20: Jetzt würde ich gern mal schlagen.

00:46:21: Aber dann fühle ich mich auch in der Lage, diese ... Deals auszuhandeln mit meinem Körper.

00:46:27: Oder es sinnvoll, was mal zu unterdrücken oder einzugreifen.

00:46:30: oder eben sein zu lassen, weil ich es wirklich verstanden habe, was hinten dran passiert.

00:46:34: Du hast erst schon erzählt, dass du, also im Grunde geht es dir ja mit dem, was du schriftstellerisch machst, um Wissen fühlbar zu machen.

00:46:45: Gibt es da irgendetwas, was du darauf zurückführst, dass dir das so so ein Herzens oder nicht nur ein Herzens, also eine Lebensangelegenheit von dir, würde ich sagen, zu sagen, das möchte ich gern.

00:46:59: irgendwo gibt es ja da so ein Ursprung bei den meisten Menschen.

00:47:02: Gibt es irgendwas?

00:47:03: Bei den Musikern ist es oft eine zerbrochene Liebe, die dann sagt und jetzt schreibe ich yellow und dann ist es yellow.

00:47:12: Gab es so was bei dir?

00:47:14: Also ich habe so ein schönes Bild, das einfach glaube ich immer für mich.

00:47:20: so meine Oma, die so eine die eigentlich ein sehr intellektueller Mensch war, aber das nie so irgendwie durch komplizierte Worte oder wenn sie tolle Sachen, also weißt du es nicht so hoch, pumpen, sondern eher einfach dadurch,

00:47:33: dass sie alles so toll und spannend

00:47:34: und neugierig und sie wusste dann irgendwie doch alle französischen Literaten und Zitat und natürlich alle Opa nur hiervon, aber das verfülle ich egal, weil sie hat einfach nur gesagt, ah toll, es erinnert mich daran, schätzchen oder so.

00:47:44: Also so diese liebevolle, ja.

00:47:48: Unsättigbare Neugier, die alles so weit und aufmacht, die Plätze auch alles so schwere, irgendwie leichter macht.

00:47:55: Das glaube ich war für mich immer so eine total positive Kraft.

00:47:59: Und meine Mutter hat ja auch Dokumentarfilme gemacht.

00:48:01: Da geht es auch darum, Leuten ein Thema wirklich gut.

00:48:04: Die hatte immer diese Ernsthaftigkeit.

00:48:06: Die hatte immer dieses Verantwortliche, wo sie so wusste, das will sie richtig gut erklären.

00:48:10: Da will sie noch diesen Fakt rausholen und das eigentlich mal allen Leuten zeigen.

00:48:14: Meine Mama hat immer dieses, auch wenn es das Salz in der Wunde ist, wenn es das richtige Salz ist, ist es okay.

00:48:20: So ungefähr, ja.

00:48:21: Ich glaube, so ein bisschen beeinigt sich bei mir so bei.

00:48:23: Das finde ich so eigenschaftlich an beiden immer bewundert hab und die mir irgendwie was Wertvolles ist.

00:48:28: was ich so ein bisschen so vorsichtig versuch, in mir auch zu tragen.

00:48:34: Also das kann ich mir so ranziehen.

00:48:36: Und ich fand halt immer bei mir selber, wenn ich irgendwas zu furchtbar fand oder unter was zu sehr gelitten hab, dann war halt einfach Neugier und Wissen und mir das so erklärbar machen, dass ich plötzlich was in der Hand hab.

00:48:48: Immer mein Ausweg.

00:48:49: Also ich weiß nicht, für andere ist es dann vielleicht... Beeten oder irgendwie einfach auch nur Trost bekommen.

00:48:57: Also das kann ich auch beides verstehen oder inkorporeieren oder so.

00:49:00: Aber für mich war es immer dieses einfach endlich verstehen, warum das so furchtbar ist.

00:49:05: Und auch immer dieses wenn was furchtbar ist in meinem Leben oder sich so schlimm anfühlt.

00:49:09: ganz genau hingucken.

00:49:11: Das mach ich dann oft am Anfang gar nicht, weil das, glaub ich, der normale Reflex von wahrscheinlich allen Menschen ist, zu sagen, nein, das ist so furchtbar.

00:49:18: Und es war dann immer so, dass wenn ich aber genau hinguck, löst sich so ein bisschen auf.

00:49:23: Also auch beim Darm, das ist allen so peinlich, weil ich fand den Darm jetzt auch nicht unpeinlich vorher.

00:49:28: In meiner Sechser, wir gehen in Frankfurt, weiß nicht, Toilette auf dem Gang und so.

00:49:33: Aber dann hingucken und bei meiner Hautkrankheit einfach zu verstehen, was für ... Anteil.

00:49:39: Es war immer nur hilfreich und auch bei vielen so politischen Diskussionen denke ich so.

00:49:45: Einfach mal doch nicht dieses ganze abstrakte, rumgekugelkognitives, rhetorisches Lüttelut, sondern ein bisschen Konkretheit, ein bisschen was Körperliches, das das ein bisschen wirklich erklären.

00:49:56: Das löst manchmal so gut auf bei der Klima-Debatte zum Beispiel.

00:50:00: Ja, da haben wir dann, der sagt dieses, dann ist noch die Firma X interessiert an dem, die regen sich über den auf, der sie vor die Flugzüge legt.

00:50:06: Ja, der findet blöd, weil er denkt, die wollen ihm sein Auto verbieten, ble, ble, ble, ble, alle machen nur bleb.

00:50:11: Und dann sage ich so, okay, können wir kurz mal einen Satz zumindest rein... bringt er so körperlich, konkret wäre und das wäre zum Beispiel eine Lunge, wiegt sechshundertzwanzig Gramm ungefähr.

00:50:21: Und wie viel Schmutz kann die denn aufnehmen?

00:50:24: Ab wo ist dann einfach eine Grenze erreicht?

00:50:26: Weil die einiges hustet sehr hoch, dann manche Sachen sind zu klein.

00:50:29: Und wenn die noch kleiner sind und die Immunzerren nicht mehr kriegen, lagert die den Schmutz halt ein.

00:50:34: Sehen wir ja, wenn wir die Menschen aus Städten dann nach dem Tod obtuzieren, da ist er der Schmutz.

00:50:38: Ganz konkret.

00:50:39: Ja, und wie viel Geld?

00:50:40: wie viel nicht?

00:50:41: Seit twenty-einzwanzig haben wir so extrem akkurate Zahlen wie noch nie zuvor.

00:50:45: Das ist wirklich gründliche und langsame Wissenschaft über Jahrzehnte zusammengesammelt.

00:50:49: Wir kennen die Grenzen.

00:50:51: Wo fallen die in diesen Debatten?

00:50:52: Weil ich kann die jeden ... Tag auf meinem App nachgucken, Wetterapp, wenn man dann nochmal und nochmal auf Luftqualität und welche Stoffe, dann sehe ich die vor mir und dann kann ich einfach sehen, ah, schon wieder mehr als geht, schon wieder mehr als geht, schon wieder mehr als geht, oh, heute sogar noch mal mehr als geht, oh und heute schöne, gute Qualität oder so, ja.

00:51:10: Wo fällt dieser Satz mit diesen Werten?

00:51:12: Wo sehen wir mal auf einer Deutschlandkarte, wo es gerade gut läuft, wo es eingehalten werden kann und wo nicht?

00:51:17: Das wäre doch ein sehr konkreter Ansatz und ich glaube, da sind dann auch alle ziemlich einig.

00:51:21: Also der Gegner und der Befürworter sagen doch beide zu viel Schmutz einatmen, fände ich auch nicht Kess.

00:51:27: Also fangen wir doch mal da an und von da geben wir dann Schrittchen für Schrittchen weiter.

00:51:31: Was ist dann, wie würdest du den Unterschied benennen?

00:51:35: Also du kommst vom Menschen, vom Körper und was würdest du sagen, von wo kommen die anderen?

00:51:45: Also was ist der Unterschied?

00:51:45: Wo siehst du den Unterschied?

00:51:47: Ja, das ist schon so verkopft.

00:51:49: Die sind schon in ihren Lobbyismus und Interessens vertreten.

00:51:52: Klar muss man auch an diese Industrie denken.

00:51:54: Und klar will ich auch gerne mal mit dem Autofahren.

00:51:56: Das ist so unstrukturiert.

00:51:57: Also vielleicht manchmal zurückholen auf das Wesentliche.

00:52:00: Das ist ja auch das Faszinierende mittlerweile, dass wir tagsüber uns mehr Pseudo-Bedürfnisse erfüllen als echte Bedürfnisse.

00:52:08: Also ein echtes Bedürfnis wäre, ich hab Hunger, ich muss schlafen, ich will was trinken.

00:52:13: Ich will mal kurz merken, andere Menschen sind noch da und ich hab einen Zug.

00:52:18: Wir füllen auch Taxi über, aber noch mehr erfüllen mir so Pseudebedürfnisse.

00:52:23: Das haben wir als Gesellschaft geschafft.

00:52:27: Zumindest sind wir jetzt hier.

00:52:28: Wir sind

00:52:28: sehr gut darüber

00:52:29: geworden.

00:52:30: Vielleicht auch alles ist eine Berechtigung hierunter.

00:52:33: Aber bei diesen Debatten haben wir es leider auch geschafft, dass so viel Informationsschwämme sich da rein drängt in diese Räume, dass wir nicht mehr strukturiert darauf sind, okay, stopp, was ist das Wichtigste?

00:52:44: Kriegen Kinder hier nach zehn Jahren Asthma?

00:52:46: in Frankfurt am Main in der Innenstadt und mit einer höheren Rate als ein paar zehn Kilometer draußen auf dem Land, ja, oh, das ist blöd, fangen wir doch mal da an.

00:52:56: Also erst mal so konkret die Sachen verändern, die einfach direkt unmessbar und spürbar und vielleicht, die keiner will, ehrlich gesagt, sind.

00:53:05: Du hast den Damen schon angesprochen und natürlich kennt mindestens acht Millionen Menschen dieses Buch damit Charme.

00:53:15: Was ist das für dich, dieses Buch?

00:53:18: Jetzt mit, sozusagen, Blick von oben und vor allen Dingen aber, nee, Gefühl von oben.

00:53:25: Ja, irgendwie halt so mein erstes Baby und auch irgendwie so von meiner Schwester und mir, also so Arbeitsbaby halt.

00:53:30: Das war so mein, ich liebe dieses Buch immer noch.

00:53:34: Ich bin total froh und stolz, dass das da war.

00:53:36: Es hat mir so einen interessanten Ausflug gegeben in so eine ökligere Medienwelt.

00:53:39: Ich vorher nur vom Fernsehen gucken, Freitagabendskante.

00:53:43: Und ich finde auch immer noch, und das erleichtert mich, dass das zu stehen kann, was da drin steht, immer noch.

00:53:49: Auch nach zehn Jahren sind das viel so.

00:53:50: Grundlagen und einfach mein Grundverständnis, die sind alle noch akkurat.

00:53:54: Also da hab ich irgendwie ein gutes Gefühl.

00:53:58: und der Zweck, also das Ziel war ja irgendwie den Damen so ein anderes... Das ist ein anderes So-Image bekommen, dass er anders gesehen wird, dass man anders auf ihn eingeht, weil man ihn jetzt anders sieht.

00:54:10: Und immer, wenn ich ihn dann nachher irgendwo auf einer Fernsehschreitschrift habe, auf Ploppen sehen, hat es mich gefreut.

00:54:15: Also deswegen gut.

00:54:17: Ich habe gestern einen Freund getroffen und ich erzählte, dass ich dich treffe und er meinte, ja super, also es ist ja ganz toll.

00:54:24: Ich denke jeden Morgen beim Kacken an.

00:54:26: Meine Oma hat das auch gesagt.

00:54:29: Und ich, ich will so, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie, wie.

00:54:42: Das ist ja irre, wahrscheinlich geht es ja sehr vielen Menschen so.

00:54:46: Wenn Ubert das auch gesagt, ich habe auch schon gehört, Leute, die dann zum Beispiel zu Freunden kommen oder in Ferienhäuser oder so, und dann sehen die diesen Hocker im Bad, dann gibt es gleich so einen Gesprächspunkt, wo man sagen kann, ah, den Hocker habt ihr auch von dem und dem oder so.

00:54:57: Aber wie geht es einer jungen Frau, die weiß, dass da irgendwie hunderttausende beim Kacken

00:55:05: an sie denken?

00:55:06: Ja, da kann ich nur sagen, hallo zurück.

00:55:09: Viel Spaß.

00:55:10: Ja, okay.

00:55:12: Wie habt ihr zu Hause?

00:55:14: Du bist ja mit deiner Schwester bei deiner Mutter aufgewachsen.

00:55:16: Deine Oma spielt eine Rolle in der Große.

00:55:18: War immer unten im Haus, oben waren wir.

00:55:21: Welche Rolle hat der Körper da gespielt?

00:55:24: Meine Oma hat so eine ganz süße Art immer gehabt.

00:55:26: Das war immer so ... Und die hat so allem aber irgendwie so eine Art.

00:55:32: Die hat so was Liebevolles.

00:55:34: Und ... Wir haben auch immer irgendwie meine Oma hat, glaube ich, als, ich weiß nicht, wie lange das Reformhaus im Ort noch existiert hat, nachdem meine Oma gestorben ist.

00:55:44: Die war sehr gesundheitsbewusst, kam aus so einer ganz naturkundlichen Felser-Familie, die eine Baumschule besessen hat, die ganz früh schon meine Oma hat, ganz früh immer so selbstge... Selbst eingelegte Sachen oder das Gemüse kam dann immer von der Baumschule.

00:55:59: Das ist so meine naturheilkundliche Seite der Familie, die da immer schon so ein gewisses Bewusstsein hatte.

00:56:05: Und dann gibt's noch die Seite von meinem Vater, das sind so die katholischen Schlesen.

00:56:11: Schlesien, die da wirklich sehr schulmedizinisch orientiert sind.

00:56:16: Und diese zwei sichten Prallen halt auch manchmal aufeinander.

00:56:20: Und mein Schwestern ist so vermittelnde.

00:56:22: Verbindungsklieder oder so.

00:56:24: Aber es geht.

00:56:25: Dadurch habe ich auch irgendwie gelernt, beide Sichten sind möglich.

00:56:28: Beide Sichten haben irgendwie valide Punkte.

00:56:31: Und ich glaube, aber die sind gar nicht, muss man gar nicht als Gegner verstehen.

00:56:34: Die kann man auch hier und da bestens miteinander kombinieren.

00:56:37: Mit welchem Bild von Leistung bist du aufgewachsen?

00:56:42: Weil was mir total aufgefallen ist, dass du trotz dieses Riesenerfolgs von Da mit Charme, du bist jetzt nicht dieser... Leistungs- und Erfolgsmöre hinterher gerannt.

00:56:52: Also in dem Sinne, ah jetzt war ich hier und da und jetzt das und das passiert und ich sehe es ja auch auf dem Konto und so weiter und viele, viele Menschen sind dann eigentlich entwickeln dann eine Art von Sucht danach, noch mal noch ein Bestseller hinterher und nochmal um stattzufinden, weil es hat ja auch irgendwie was Interessantes, da ist eine Lampe, eine Kamera und so weiter.

00:57:16: Du bist diesen... Auf diesem Zug bist du überhaupt nicht aufgesprungen.

00:57:20: Also würde ich jetzt meinen, da liegen zehn, elf Jahre zwischen den beiden Büchern.

00:57:24: Ja, ich hatte auch nicht vor, ein zweites zu schreiben.

00:57:26: Es gab dann irgendwie eher so, na ja, also drei Sachen dazu vielleicht.

00:57:32: Einmal muss ich da irgendwie so meine Mutter und Oma mit reinbringen, weil die sind da, glaube ich, einfach sehr einflussreiche Menschenlogischerweise für mich.

00:57:40: Meine Oma hatte diese Eigenschaft auf eine ganz lockere, kein aggressive Art.

00:57:45: Das ist ihr völlig egal, was andere Leute denken.

00:57:48: Von ihr?

00:57:49: Völlig egal.

00:57:50: Aber auf eine ganz lockere, freundliche Art.

00:57:52: Nie so wie die Blöden anderen.

00:57:53: Überhaupt gar nicht.

00:57:54: Sondern das fand einfach nicht statt bei ihr.

00:57:57: Auch die hatte wirklich viele, viele Freunde.

00:57:59: Das war so was, was immer wieder Leute so total erfrischend und lustig an ihr fanden.

00:58:03: Sie selber hat das aber überhaupt nicht aktiv oder irgendwie.

00:58:06: Das war einfach bei ihr so.

00:58:07: Ich weiß nicht, woher das kam.

00:58:09: Aber das war so einen Einfluss, mit dem ich aufgewachsen bin.

00:58:11: Großartig.

00:58:12: auch einfach das zu haben.

00:58:14: Ich weiß nicht, woher das kam.

00:58:15: Sie war ja auch natürlich schon irgendwie siebzig, als ich geboren bin.

00:58:18: Aber ich verstehe es auch leider nicht ganz, aber bewundern kann nichts.

00:58:21: Ja, ich

00:58:22: bewundere es.

00:58:23: Ich kenne sie nicht, aber umkannte sie nicht.

00:58:25: Aber das ist für mich ja ganz toll, wenn es Leute, weil du hast was sehr Wichtiges gesagt, nämlich nicht, es ist mir scheiß egal, was andere von mir sagen.

00:58:32: Überhaupt nicht in dem Ton, sondern einfach liebevoll.

00:58:35: zu sich selbst und zu den anderen und deine Grenze zu ziehen.

00:58:38: Und das können ja wirklich die Allerwenigsten, würde ich behaupten.

00:58:41: Und es ist eine wunderschöne Eigenschaft, weil sie sehr frei gemacht hat.

00:58:45: Und auch wieder das auf eine sehr leichte Art.

00:58:47: Nix kämpfen das so.

00:58:49: Und dann würde ich so sagen, bei meiner Mama war es immer so, die hat da schon was Kämpfererisches.

00:58:56: Sie ist ja so der Sechziger-Generation und so was.

00:58:59: Und die hatte immer eher so was wie, egal, was die anderen sagen, es muss Sinn machen.

00:59:04: Wenn du selber nicht dazu stellen kannst, wenn es keinen Sinn macht, dann lässt du es so.

00:59:08: Aber beides ist sehr wertvoll.

00:59:10: Beides hat seine Seiten so.

00:59:11: Und meine Mutter war auch immer so.

00:59:13: die Person, die dann, wenn ich beim Buch schreibe und so gesagt hab, oh Gott, ich krieg das nicht hin oder die wollen das ganz anders verbessern oder die wollen das Boris so und so.

00:59:20: Und ich will das nicht.

00:59:21: Meine Mutter hat immer so gesagt, dann machst du es einfach nicht.

00:59:25: Und das war nie so wie, oh nein, dann kriegst du kein Geld oder dann ist vielleicht irgendwie kein Erfolg.

00:59:28: Sondern dann war es so wie, dann machst du es nicht.

00:59:30: Und das hat mir auch immer irgendwie ich merkt, das ist noch heute so.

00:59:34: Das ist teilweise noch jetzt so, dass wenn ich sie anrufe, so ein bisschen.

00:59:37: Und dann sagt sie so, dann lässt du es einfach.

00:59:38: Das gibt mir jedes Mal, das erleichtert mich total.

00:59:41: Es gibt mir so ein absolutes Gefühl von, stimmt, das muss ich überhaupt nicht machen.

00:59:45: Aber nicht im Sinne von fuck you.

00:59:47: Nee, aber so wie das Wichtigste ist, du stehst zu den Sachen, die für dich gut sind.

00:59:51: Das war auch so, als ich meinen Doktortitel endlich mal gemacht hab.

00:59:54: Nach vielen Jahren hab ich das hingekriegt.

00:59:55: Dann hab ich nach meinem Papa und meine Mama angerufen, ich hab jetzt einen Doktortitel.

00:59:59: Mein Papa war so, ja, sehr gut, Doktortitel, wunderbar.

01:00:02: Und meine Mutter hat dann so gesagt, war du so ganz ruhig am Telefon, und dann sagt sie einfach nur so ... Und findest du, du hast es gut gemacht?

01:00:09: Findest du, du hast es ordentlich gemacht?

01:00:12: Also, kurz in der Ernsthaftigkeit, dann hab ich aber so nach ... Denken müssen noch mal, hab dann so gesagt, ja, Mama, schön, ich hab das ordentlich gemacht.

01:00:19: Dann hab ich gemerkt, ich war echt froh und stolz, aber quasi dann erst.

01:00:24: Das ist z.B.

01:00:24: auch so was, was ich immer wieder von ihr gespiegelt bekommen hab.

01:00:27: Auch in der Schule, wenn mal irgendjemand ... Ich bin mal von einer Lehrerin am Handgelenk über den Floh geschleift worden.

01:00:33: Ich bin ein bisschen zu albern, war in der Grundschule.

01:00:35: Da hat sich meine Mutter so aufgeregt, ihr dann zu mir gesagt, wenn du da nicht mehr hinwirst, schreibe ich dir jeden Tag eine Entschuldigung.

01:00:42: Und ich wusste als Kind schon, wusste ich, Komplett ernst.

01:00:45: Das hätte die auch einfach gemacht.

01:00:47: Ich weiß nicht, wann dann das Schulamt eingeschüttet wäre, aber das hat mir immer so ein Freiheitsgefühl gegeben, wo ich so wusste, ich ... Ich kann mir diese Freiheit nehmen, für mich einzustehen und einfach nur die Sachen machen, die für mich sich wichtig und stimmig und richtig anfühlen.

01:01:02: Und ich glaub, das hat es auch wirklich gebraucht, dass meine Mutter das immer wieder so gemacht hat und nicht nur einmal oder so.

01:01:07: Und das sind Sachen, von denen zähre ich immer noch in meinem Leben, von beiden.

01:01:12: Und das ist, glaub ich, was mir da irgendwie eine Kraft und eine Freiheit gibt.

01:01:17: So, der ist mal das.

01:01:19: Und dann ist es aber auch so, ich bin irgendwie ein normaler Mensch und lebe in einer Welt und ich bin vielleicht jetzt nicht so super frei wie meine Oma und nicht so völlig stoisch wie meine Mutter.

01:01:29: Also das lebe ich mich nicht, aber beides versuche ich immer so auch zu haben.

01:01:33: Und als ich dann diesen großen Erfolg hatte mit dem ersten Buch, ja, da ... Gab's dann auch einfach so ein, zwei Ernüchterne-Erlebnisse.

01:01:42: Die hab ich auch mitgenommen, als Lebenserfahrung und als wertvolle.

01:01:45: Also, eins war wirklich so bei so einem Dinner zu sein, lauter berühmte, erfolgreiche Leute, die alle aus dem Fernsehen oder die irgendwas ganz Wichtiges und so weiter.

01:01:54: Und dann so zu merken, sitze ich hier, hab ein Bestseller geschrieben, hab dadurch auch so ein bisschen Wohlstand.

01:02:00: Alle wichtigen Leute sitzen irgendwie oben, ja.

01:02:03: Und auf einmal merk ich so, ich bin gar nicht so glücklich, wie ich gedacht hätte, dass man dann sein soll.

01:02:08: Weil unbewusst, glaub ich, denken mir das schon viele oder alle, dass so beruflich was tolles landen und dann noch so ein bisschen finanziell unabhängig sein.

01:02:16: Ja, also dann, ja, was kann, wie soll es mir dann super gehen, ja.

01:02:19: Und das dachte ich halt auch in dem Moment, dachte ich, ich bin jetzt halt so ... nicht hundert Prozent glücklich, so nett, aber so dreißig Prozent.

01:02:26: Das war so ein Erlebnis, das war für mich, da ist viel so ein Kroschen gefallen, dachte ich so ... Ich fand es erst mal auch ein bisschen blöd, weil, was soll ich denn jetzt noch machen?

01:02:34: Um super happy und glücklich zu sein.

01:02:36: Aber im Grunde sehr wertvoll, weil hätte ich jetzt so vierzig Jahre auf so ein Berufs-Höhepunkt-Position hingearbeitet.

01:02:42: Weiß ich nicht, ob ich es mir hätte eingestehen können, dass das nicht alles ist.

01:02:46: Und gleichzeitig ist es doch auch genau das wieder, das Thema, wie viel Außen sind wir und wie viel Innen sind wir?

01:02:53: Also weil ... Ich hab mein Außenleben da zwar irgendwie bestens gestaltet, aber was ist hier so?

01:02:58: Was Passiv findet in mir statt?

01:02:59: Was denke ich, wenn ich aufstehe, wenn ich mir die Zähne putze, wenn ich du stehe?

01:03:02: Das ist alles so meine innere Musik.

01:03:04: Ich kann meine Wohnung gestalten, aber ich kann auch mein Innenleben gestalten.

01:03:08: Und plötzlich werde ich darauf zurückgeworfen, weil ich merke, das Außen erledigt das nicht alles.

01:03:12: Auch wenn ich allen Leuten gefallen, erledigt das nicht.

01:03:14: Es ist irgendwie auch ... was ich hier so stattfinden las und wie viel ich je verstehe und wie ich mit mir umgehe und was für eine musiklicher Zeuge so.

01:03:23: Und das war auch wieder eigentlich wertvoll erstmal an den Stand, aber davon ziehe ich auch was daraus.

01:03:27: Das waren die drei Dinge.

01:03:30: Warum ist das so?

01:03:33: Naja, also solche Sachen weiß man ja.

01:03:38: Also man weiß, also man hat das in tausend Biografien gelesen, man hat das hier im Podcast X mal gehört.

01:03:46: Dieser Gipfel, auf dem man so will, man meint, man kommt da hoch und dann guckt man und stellt fest, ja, also das, was ich, ich wollte ja immer hier hoch oder vielleicht auch nicht mal immer hier hoch, sondern jetzt bin ich hier oben, aber toll ist es nicht.

01:04:01: Und das ist eine Erfahrung, die sich...

01:04:04: Die hast du wahrscheinlich auch schon x-mal gehört.

01:04:06: Die habe

01:04:06: ich x-mal gehört.

01:04:07: Sorry, dann habe ich dich jetzt wieder da drin.

01:04:10: Nein, nein, nein, wirklich.

01:04:11: Ich finde das eher auch interessant.

01:04:14: Es gibt ja hier ein Wissen.

01:04:15: Und es gibt auch Bücher darüber.

01:04:17: Es gibt all das Wissen darüber.

01:04:19: Also wir wissen genau darüber.

01:04:21: Wir wissen auch zu schnell Auto fahren, könnte zu einem Umfall führen.

01:04:26: Also wir wissen, wissen, wissen, wissen.

01:04:28: Und dann scheint es aber besondere Sachen zu geben.

01:04:32: Also wie, ich glaube Erfolg, Geld, solche Sachen sind, diese Erfahrung kann man nur selbst machen.

01:04:40: Also ich glaube, das ist ein Wissen, was nicht andockt.

01:04:43: wenn man es anderen Leuten einfach sagt.

01:04:44: Wenn man es Leuten einfach sagt, weil trotzdem werden jetzt viele Leute sagen, oh, ich will auch unbedingt so ein Buch.

01:04:50: Und ich glaube, bei mir ist es anders.

01:04:53: Bei mir wird es toll sein, wenn ich da sitze zwischen all den berühmten Leuten.

01:04:55: Ich mach das ein bisschen anders.

01:04:58: Und dann sitzen sie da.

01:04:59: Das ist das

01:05:00: Gleiche.

01:05:01: Aber ich glaube, bestimmte Aspekte muss man irgendwie einfach

01:05:03: selbst... Muss man erlebt haben.

01:05:04: Ja, also war klar.

01:05:05: Man sagt, der erste Kuss, wenn du dich das erste Mal verliebst oder wie man sagt, dein Vater, deine Mutter sagt, das wird bestimmt nicht für immer sein.

01:05:11: Nein, das stimmt.

01:05:13: Das ist mir immer.

01:05:15: Hast du eine Idee, warum das so ist, dass es manche Wissenserfahrungen braucht, es die eigene Erfahrung, um es zu verstehen?

01:05:29: Das ist wahrscheinlich schon einfach dieses echte Erleben, dass auch die Zellen, die wissen verarbeiten, das wirklich mit richtigen Gefühlen verbinden können.

01:05:40: Also ich weiß nicht, ob man es so lebhaft aufschreiben könnte, dass man es zum Beispiel liest und dadurch ja wirklich wie so miterlebt und dadurch dann das glaubt.

01:05:50: Das weiß ich nicht.

01:05:52: Ich hab's noch nie, also...

01:05:53: Du hast noch nie gelesen und dachtest dann, oder...

01:05:58: Nee, es gibt ja ganz viele Menschen, die das genauso beschreiben wie du.

01:06:01: Und eigentlich beschreiben sie alle so.

01:06:03: Alle sagen die.

01:06:04: Also, das hat mich nicht glücklich gemacht.

01:06:06: Nicht so, wie ich dachte.

01:06:07: Nicht so, wie ich dachte.

01:06:07: Genau diese dreißig, vierzig, zwanzig Prozent, ja.

01:06:10: Aber sie zu hundert, auf jeden Fall nicht.

01:06:12: Oder nicht mal achtzig.

01:06:14: Und dennoch streben viele, oder das muss nicht mehr... Diese Art von Erfolgsein von acht Millionen ist ja auch die Beförderung, wenn ich erst mal in diesem Haus bin und wenn ich eine Familie, also wenn dann, wenn bestimmte Statusstufen erreicht sind, dann fühle ich mich besser.

01:06:33: Die Frage wäre ja andersherum, Leute, die das gar nicht so denken oder die aufgehört haben, das zu denken, ohne dass es ihnen passiert ist.

01:06:40: Durch was hat das geklappt?

01:06:42: Fällt dir da jemand rein?

01:06:51: Okay.

01:06:51: Und wie also zum Beispiel jetzt so die ganzen Menschen, die da so ganz vorbildlich meditiert haben, hattest du das Gefühl, bei denen wäre das anders oder eigentlich auch nicht?

01:07:00: Nee.

01:07:01: Ah ja, krass, okay.

01:07:03: Nee.

01:07:04: Also sowas kommt dann immer eher, dass man das dann irgendwann, also es kommt, ich glaube, viele Menschen fangen mit Meditation oder sowas in der Richtung an, weil es ja eine Art von okay.

01:07:14: Da muss noch mehr sein.

01:07:15: Das kann es jetzt nicht sein.

01:07:17: Wenn es das gewesen sein soll, dann ist es ja echt doof.

01:07:19: Da bin ich jetzt fertig an der Stelle.

01:07:22: Oder so, dass die Suche dann irgendwo anders hingeht.

01:07:27: Das macht ja auch Sinn.

01:07:28: Ich weiß nicht, ob ich damit jetzt falsch liege.

01:07:30: Ich hab aber schon einen Eindruck, dass es Menschen gibt, die so total eingebunden in so ihr reales Leben sind.

01:07:35: Die arbeiten was mit den Händen, die haben gute Freunde, die haben eine schöne Beziehung vielleicht, die haben irgendwie Tiere, mit denen sie nahe sind, die essen genussvoll und so was.

01:07:45: Wenn ich da jetzt so ein, zwei Personen denke, ich weiß es natürlich nicht, vielleicht kann ich in deren Kopf reinschauen oder so, aber dann hab ich so das Gefühl, die hatten, haben jetzt nicht so das Gefühl, die müssten auch noch berühmt werden.

01:07:55: Und dann wären sie ... Oder weißt du, was ich mein?

01:07:57: Also, vielleicht, wenn wir so echte Bedürfnisse erfüllen und sich das gut anfühlt, dann stellen wir uns nicht so ... Weil es ist ja was Außenaufgelegtes.

01:08:06: Wir denken ja von Außen, wenn das käme.

01:08:08: Weil das wird uns ja auch sehr vorgepredigt.

01:08:10: Wir sehen überall Glitzern, die Leute auf irgendwelchen Magazinen oder Abends in den Fernsehen.

01:08:15: Es wird einem ja wie so vorgedacht, dass das der Weg ist, oder nicht?

01:08:19: Ich meine, dass nicht nur auf berühmt sein, sondern ich meine, dass auch wirklich auf eine bestimmte Art von ... Status erreichen.

01:08:27: Also, und der kann ja auch wirklich sein, ich bin jetzt Bürgermeister oder ich bin jetzt, ich bin jetzt Chef oder Chefin.

01:08:34: Ich habe endlich eine große Zwiebel gezüchtet.

01:08:37: Genau.

01:08:38: Aber macht einem das nicht auch ein bisschen glücklich?

01:08:40: Das macht einen vielleicht glücklicher.

01:08:43: Weil es so ein eigenausgewähltes Ziel ist.

01:08:45: Man hat so den präfrontalen Cortex, weil es gibt ja Belohnungsgefühle kommen von zwei Richtungen, entweder von den Zellen, die so unseren Körper einschätzen und sagen, Verbesserung.

01:08:54: Also gutes Gefühl, Verbesserung im körperlichen Zustand.

01:08:57: Und die anderen sind von oben diesem bewussten Denki hinter der Stirn, was quasi sagt, damit habe ich mich die ganze Zeit beschäftigt.

01:09:03: Ich weiß genau, wie dieser Stein heißt und jener und jener.

01:09:05: Und jetzt finde ich diesen Stein hier beim Rombot in.

01:09:08: Also dann, jeder andere würde sagen, ein Stein, und der sagt eben, wow.

01:09:12: Und das ist, weil sich da so Netzwerke ausgebildet haben, die etwas wertgeben.

01:09:16: So, und wenn ich jetzt zum Beispiel mich total in Zwiebelzüchtern reinfucse, und dann endlich habe ich eine Zwiebelgefürchte, die gezüchtet diese und jener und jener.

01:09:23: das Kriterium.

01:09:24: Es gibt auch dieses eine schöne Internet-Meme mit diesem alten Herrn, der so liebevoll und stolz diese Riesenzwiebel hochhält.

01:09:30: Na gut, ich kenne vielleicht ein paar vielleicht nicht.

01:09:32: Aber dann habe ich das selber belohnt.

01:09:34: So wie diese Frage, findest du, du hast es ordentlich gemacht.

01:09:36: Dann kann mein Präfrontaler Cortak sagen, ja.

01:09:39: Und ich glaube, so dieses berühmt werden, was stellen wir uns dann ganz genau darunter vor?

01:09:43: Viele haben da ja kein Bild.

01:09:44: Das heißt, es ist nicht wirklich so ein Selbstgesteck, sondern also von außen irgendwie vorgeschlagen.

01:09:49: Und eine Zwiebel ist eine Zwiebel.

01:09:50: Aber eine Zwiebel, mit der du dich ganz genau beschäftigst, die das und das und das erfüllt, ist diese genaue Art von Zwiebel, zum Beispiel.

01:09:58: Also das ist ja auch bei Belohnungsgefühlen immer ein Thema.

01:10:02: Verstärk ich die selber durch bestimmte Wertattribute, die ich etwas zuschreibe.

01:10:08: Dann kann ich Belohnungsgefühle schöner machen, beispielsweise.

01:10:11: Lass uns mal über das Belohnungssystem sprechen.

01:10:13: Habe ich sowieso auf mein Zettel, habe ich auch schon ein paar Mal gesagt, weil da will ich unbedingt darüber reden, weil ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt.

01:10:19: Wie funktioniert das erst mal?

01:10:20: Also, wenn wir jetzt Anfang des Jahres, sagen wir jetzt so, ich im Januar, bei mir ist es auf jeden Fall so, das ist mein Meditationsmonat, das ist mein, ich ziehe mich zurück, ich faste, ich mache all, also wirklich, also ich führe ein perfektes, ich bin der perfekte Mensch.

01:10:36: Maschinell perfekte Mensch.

01:10:38: Der maschinell perfekte Mensch, nie nicht in der Leistung, sondern in der so... Ich kümmere mich um mich.

01:10:45: Okay.

01:10:46: Also nicht, genau, dann mittig, aber danach wieder mehr leisten kann.

01:10:49: Das ist ja irgendwie mit drin bei der Sache.

01:10:51: Genau, schön in der Garage, das Auto sauber machen, damit es danach wieder richtig schnell fahren kann.

01:10:57: Und da habe ich, dann merke ich in den ersten Tagen, wenn ich auf das Handy verzichte, beispielsweise, oder auf so Schokolade ist es bei mir auch, Kaffee ist es bei mir auch, wenn ich darauf verzichte, dann merke ich so, oh, da gibt es schon, oh, das Kopfschmerzen, ah, verdammte Axt jetzt, oh.

01:11:13: Und aber nach drei, vier Tagen setzt auch der Schwindel so aus, so langsam.

01:11:17: Dann geht's.

01:11:18: Und dann kommt das, was ihr erst stand, berichtete von der Meditation.

01:11:21: Es wird so freier.

01:11:22: Und es kommen andere Erinnerungen.

01:11:25: Es gibt eine Möglichkeit, dass ich es nicht die ganze Zeit will.

01:11:28: Und dann ist es wieder irgendwie, hab ich das Gefühl, es wieder so ein bisschen resettet, das Ganze.

01:11:32: Und wenn ich dann wieder erlaube zu sagen, ja, jetzt nehmen wir es mal wieder in die Hand, das Handy, jetzt mal wieder Instagram gucken.

01:11:39: Und dann fängt es aber relativ schnell wieder an, dass es sich dreht und dass ich dann sage, ach, guck mal, jetzt noch mal ganz schnell.

01:11:44: Ach, nicht mehr gerade einmal, kurz noch ein kleines Stück Schokolade, zack die ganze Tafel weg.

01:11:50: Also das ist so mein System, um es so ganz kurz darzulegen.

01:11:55: Viele können das, glaube ich, mitfühlen, dieses System, ja, die meisten.

01:11:59: Ja.

01:11:59: Also kannst du erklären, was da los ist eigentlich?

01:12:03: Ja, und vielleicht ist es tatsächlich auch noch mal eine andere Brücke zu der Frage davor.

01:12:09: Diese Vorstellung, ja gehen wir erstmal genau dahin.

01:12:12: Also wir haben was, fangen an damit können nicht mehr aufhören.

01:12:15: Was passiert dann typischerweise im Gehirn?

01:12:17: Ich esse die Chips, ich scroll durch Social Media, ich esse Süßigkeiten und will mehr, mehr, mehr, mehr.

01:12:22: Wir haben das Belohnungssystem und vor einfach gesagt kann man sagen, das sind nicht nur, also es sind verschiedene Arten von Zellen, die kommen zusammen und die reagieren unterschiedlich.

01:12:31: Zum Beispiel eben dopaminerge Zellen, die reagieren auf Dinge, die irgendwie neu sind und die haben sowas Locken, das Lockbelohnung.

01:12:38: kann man wie auch noch sagen.

01:12:39: Das war sie früher, wenn wir durch eine fremde Landschaft gelaufen sind, haben die immer gesagt, noch ein bisschen weiter, noch ein bisschen weiter, vielleicht kommt da hinten noch was, geht noch ein bisschen weiter und irgendwann, hey, finden wir einen Baum an dem, was Essbares hängt, gut.

01:12:50: Also da haben die so ihre Funktionen und dafür sind die eigentlich auch ganz, ganz gut.

01:12:55: Wenn wir jetzt natürlich von der Announcementelindustrie oder von jetzt wirklich sehr geschickten und psychologisch höchst ausgebildeten Teams bei Social Media Firmen genau auf diese Zellen abzielen.

01:13:07: Das machen die wirklich auf einem hohen Niveau.

01:13:09: Die verstehen uns besser als wir uns selbst.

01:13:11: Dadurch klappt das, ja?

01:13:13: Dann werden nur diese Zellen angesprochen.

01:13:16: Dann gebe ich denen was, worauf die reinfallen.

01:13:18: Zum Beispiel der Körper merkt, da kommt richtig viel Kalorien auf ganz wenig Gramm rein.

01:13:23: Und es war bis vor ein paar hundert Jahren fast... Also es ist ein hohes Gut.

01:13:28: Mit ganz wenig Verdauungsarbeit, wahnsinnig viel Speicherdepots und Energie bekommen, da wird belohnt, weil so schützen wir uns, weil die nächste Hungersnot kommt bestimmt.

01:13:36: Also sehr kluger Mechanismus zu wissen.

01:13:38: Hier wird nicht gedeckelt, hier wird gespeichert, weil wow, was hast du da abgefahren, ist hinterm Busch gefunden, so ungefähr.

01:13:44: Und diese Zellen locken und sagen weiter, weiter, weiter, weiter, weiter, weiter.

01:13:48: Und dann gibt's, das kann man irgendwann lernen, zu unterscheiden und dann auch seinen Belohnungszentrum wieder einfach mehr.

01:13:54: Wertschätzen zu vertrauen.

01:13:56: Zählen, die sagen, das war gut, vielen Dank.

01:14:00: Das sind z.B.

01:14:00: andere Zellen, die nicht unbedingt mit Dopamin assoziiert sind, sondern z.B.

01:14:04: mit endogenen Objaten oder Serotonin, wo sie sagen, das wird mir hier zu risikohaft.

01:14:09: Auch wenn du auf den Gipfel wolltest, belohne es mit besseren Gefühlen, schon früher umzudrehen.

01:14:14: Ich habe das Ziel gar nicht erreicht, wo die Dopaminärgen mich immer hinlocken wollen.

01:14:19: Hier ist gerade ein Gewitter, ich finde es schön, aus Gefühl zurückzugehen und zu wissen, ich bin sicher.

01:14:23: Dann wird das belohnt.

01:14:25: Das sind diese beiden Systeme, die da wirken.

01:14:27: Es sind

01:14:27: mehrere verschiedene Zellen.

01:14:29: springen einfach nicht an.

01:14:30: Zum Beispiel bei den Chips, da springen die nicht an, die sagen, genug vielen Dank.

01:14:35: Und wenn ich aber zum Beispiel andere Sachen mache, wie zum Beispiel eine schöne Wanderung, ich bin losgegangen, hab mich vielleicht kurz überwunden, hab das genossen, die Muskeln haben mal richtig gearbeitet, es wurde alles durchblutet, ich hab irgendwie meinen Hütte erreicht, jetzt komm ich an und hm.

01:14:48: Und dann fahre ich so auf dem Sessel und dann denk ich, garantiert nicht, ich will jetzt noch zwei Stunden und noch zwei Stunden wandern, sondern ich denk, ach, das war gut, jetzt wird alles so gemütlich.

01:14:56: Und diese Zellen springen zum Beispiel auch dann an, wenn das Dopamin so abfällt, also wenn wir irgendwas erreicht haben, was uns aber wirklich was gebracht hat.

01:15:04: verwandeln die diesen Abfall vom Dopamin in Gemütlichkeit, in Friedlichkeiten dieses... Und bei Social Media zum Beispiel fällt immer nach dem Post, den wir angeguckt haben, könnte man sie wie so vorstellen.

01:15:15: Kurz das belonde und lockende Gefühl ab, ist dann sehr unangenehm.

01:15:18: Also wenn wir hoch in Dopamin sind, dann sind wir schneller, wacher, den Muskeltonus ist stärker.

01:15:23: Wenn es abfällt, wird der Muskeltonus schwacher.

01:15:25: Alles fühlt sich ein bisschen dröger, langsamer an.

01:15:29: Und natürlich will man schnell das nächste Dopamin, weil das Gefühl ist unangenehm.

01:15:33: Also scroll ich weiter und weiter und weiter und mache immer wieder dip, dip.

01:15:37: Und niemand holt mich ab und sagt, gut, danke.

01:15:39: Weil das war gar nicht wirklich gut für den Körper.

01:15:41: Ich hab ja überhaupt nichts gemacht.

01:15:42: Ich lag nur oben und hab einen Teigefinger bewegt.

01:15:44: Warum sollten diese Zellen anspringen und sagen, gut, danke?

01:15:47: Tun die nicht.

01:15:48: Blöd nur halt, weil ich mach jetzt immer weiter.

01:15:52: Und bei den Snacks und Süßigkeiten ist es auch so.

01:15:54: Um das mal zu verstehen, hilft mir beispielsweise zu unterscheiden.

01:15:58: Und auch noch eine Komponenten, die mit reinkommt, ein bisschen Mitleid.

01:16:03: mit meinen Dopaminergenzellen zu haben, also denen, die immer locken sollen und die so ein bisschen auch verarscht werden, immer wieder das Lockgefühl auszuschütten, obwohl da am Ende wirklich jetzt kein Baum mit Essen ist oder so, sondern nur der nächste Post und nur die nächste Werbung von einem bezahlenden Werbepartner oder so.

01:16:17: Und zum Beispiel diese Zellen können stumpfer werden, wenn die immer wieder Dopamin auswuppen müssen.

01:16:23: Das ist ja was, was die herstellen, was die dann ausschütten, was uns immer wieder weiter lockt, aber so was ist auch anstrengend.

01:16:28: Und Zellen haben Mechanismus, dass wenn man sie ein bisschen zu viel anstrengt, dass sie irgendwas... machen, damit sie nicht zu sehr ermüden.

01:16:34: Also zum Beispiel senken sie dann die Erregungsschwelle.

01:16:36: Das heißt, sie senken das Level bei dem wir dann noch mal so viel ausschütten würden, damit sie nicht immer so viel ausschütten müssen.

01:16:42: Das ist ja auch irgendwie verständlich, auch klug.

01:16:44: Man kennt das so, wenn man die Hand immer reibt, kriegt man Hornhaut.

01:16:47: So ähnlich kann man es sich da auch vorstellen.

01:16:49: Und so können sich dann erklären, warum wir nach einer Weile immer krassere Videos brauchen, damit es noch lustig ist, damit es noch schön ist.

01:16:56: Und warum dann, wenn wir raus ins echte Welt, in die echte Leben gehen und irgendwas erleben, was nicht so krass auf dem Video ist, sondern auch noch Anstrengung und eigene Energie gebraucht hat, um da hinzukommen.

01:17:06: Einfach nicht so sehr belohnt wird.

01:17:07: Und so graut auf einmal so die Realität ab zu so künstlichen Dopaminpumpen, Stimulus, den wir da immer setzen.

01:17:15: Und wenn ich es dann mal weg lasse, können diese Zellen wieder so ein bisschen runterkommen.

01:17:19: Und dann merken die, hier ist irgendwie gar nichts Tolles.

01:17:21: Mir ist vielleicht sogar langweilig.

01:17:22: Und was machen die Zellen?

01:17:24: Sehr nett für uns.

01:17:25: Die werden immer empfindlicher, um jede kleinste Spur zu erkennen, wo was Gutes für uns.

01:17:30: weil eigentlich sind die sehr nett gemeint, die wollen gute Sachen für uns suchen.

01:17:35: Hey, was für ein cooler Job, ehrlich gesagt, ich werde das im echten Leben.

01:17:38: Nur Dinge zu suchen, die die Leuten gut tun, das ist deren Job.

01:17:41: Das sind die, du nennst das Spürhunde, ne?

01:17:43: Ja, das ist ein guter Vergleich, weil die sollen dann gucken, okay, was ist hier gut für mich?

01:17:48: Da belohne ich, damit du in die Richtung gehst.

01:17:50: Und wenn ich dann meditiere und nichts mache und lange Weile zulasse, dann werden die wieder sensibler, um halt zu sagen, ah, hier, und dann gehe ich in die Richtung.

01:17:57: Das will ich wirklich, sozusagen.

01:18:00: Ja, und auch eben nicht verglichen mit was perfekt entworfenem auf Belohnungsschüttungs zugeschnittenem Zeug, sondern irgendwie einfach ein Apfel.

01:18:10: Oder ein nettes Lächeln.

01:18:12: Oder einfach ein schöner Himmel wird plötzlich wieder belohnt, weil es irgendwie eine feine Sache ist.

01:18:16: Also ich kann mir selber aussuchen.

01:18:18: Pseudobedürfnisse erfüllen oder echte normales Leben dauernd in Schatten stellen lassen von perfekt entworfenen Dingen oder normales Leben.

01:18:28: angemessen schön finden und so ein bisschen.

01:18:30: Also und beim Scroll, ich sage nicht jeder soll jetzt aufhören, aus dem Handy zu gucken, das kann ich selber auch nicht, aber ich sage das Wissen.

01:18:36: ist manchmal gut zu haben.

01:18:37: Sonst können mich andere an der Nase rumführen und mit meinem Körper machen, was die wollen, weil ich ihnen nicht gut genug verstehe.

01:18:43: In dem Moment, wo ich da sitze und scroll im Handy, und das mache ich immer wieder, um ganz klar zu sein, hab ich irgendwann einen Punkt, wo ich merke, ah, okay, ich lock die grad wieder so rum.

01:18:51: Und die, die mich eigentlich belohnen, wenn's meinem Körper auch gut tut, sind voll nicht im Boot.

01:18:55: Und das merk ich auch.

01:18:56: Und auf die zum Beispiel höre ich jetzt ziemlich genau, weil ich weiß, die lassen sich echt nicht verarschen, die gucken, was hat meinem Körper gut getan.

01:19:03: Auf die höre ich, die sind bei mir jetzt am sehr hohen ... Ranking bekomme ich.

01:19:07: Wenn die still sind höre ich zu.

01:19:09: Das kann ich doch nur, wenn ich von denen weiß.

01:19:12: Wie klingen die?

01:19:12: oder was sagen die dir?

01:19:13: Also was sind das, was sind Momente, wo die genau sagen, ah

01:19:17: Julia.

01:19:18: Naja das ist dieses genug finden.

01:19:21: Das kann man sich auch manchmal.

01:19:22: Gute Nachfrage, wenn man sich fragt, wie abgestumpft sind meine Belohnungszellen schon.

01:19:27: Dann kann man sich fragen, wie oft am Tag denke ich, hm schön, das war gut, genug.

01:19:33: auf eine schöne Art genug zu finden.

01:19:35: Das ist, wenn diese anderen oft mit genug im Boot sind.

01:19:39: Das ist eine Rückfrage, die man seinem Körper stellen kann.

01:19:42: Ich hatte das jetzt vor einem halben Jahr, das ist schon länger her, dass ich immer nachmittags so ein Heißhunger auf Süßes bekommen habe.

01:19:49: Ja,

01:19:50: hab ich auch.

01:19:50: So, die Uhr ist meine Zeit, das ist bei dir aus.

01:19:54: Und dann hab ich mich zum Beispiel, also erst hab ich dem lange gefreut, und dann hab ich irgendwann gedacht, stopp, was passiert dir jetzt eigentlich gerade?

01:20:02: Hab ich so gemerkt, ich bin in den letzten Zügen das Schreiben, es ist voll anstrengend, ich hab nicht so oft Belohnungsgefühle beim Schreiben, ich werd dann einfach müde.

01:20:09: und will so Energie haben, um weiterzumachen.

01:20:11: Manchmal erlebe ich bis zum Nachmittag nichts Schönes, weil es zu schreiben nicht läuft.

01:20:15: Und dann sagt mein Gehirn einfach, komm, ich mach mal die Abkürzung, gib dir mal ein gutes Gefühl.

01:20:20: Und eigentlich, das find ich alles.

01:20:22: kann ich voll einsehen.

01:20:23: Das habe ich nicht gesagt, jetzt auf damit, weil das macht doch Sinn.

01:20:26: Ich kann verstehen, warum mir das vorgeschlagen wird und warum es diese schnelle Option kennt, um zu diesem Ergebnis zu kommen.

01:20:31: Und dann haben wir mich so ein bisschen überlegt, um meine Verhandlungen und mein Angebot, muss ich dann auch gucken, ob es angenommen wird, war quasi schwarze Schoko, getrocknete Sauerkirchen hat mir eine Freundin empfohlen.

01:20:42: Getrocknete Sauerkirchen, fantastisch, schmeckt wie so saure Gummibärchen.

01:20:45: Und die schwarze Schoko nur ein, zwei Wochen ersetzt ihr auch echt gut die Schokolade mit dem hohen Zuckergehalt.

01:20:51: kann ich jetzt gut anbieten.

01:20:52: Mein Schwester ist völlig erstaunt, weil ich das bis zum heutigen Tag, das ist jetzt mein festes Ding, schwarzes Schokosauerkischen, wegen dem Truptofar noch super für die Schlafqualität und so.

01:21:01: Und da habe ich dann gemerkt, okay, das war jetzt ein schöner Prozess.

01:21:04: Ich habe verstanden, ich habe so ein bisschen aber geguckt, dass ich irgendwie mein Bewusstsein einen Vorschlag mache.

01:21:10: Der wurde angenommen, aber ich glaube auch, weil ich eben nachvollzogen habe, worum es da ging und ich einfach nur abgewertet und verboten habe zum Beispiel.

01:21:17: Also du warst nicht streng in dem Sinne, was wir ganz am Anfang hatten.

01:21:21: diesen Bikini-Figur jetzt aber los.

01:21:25: Dummer Körper.

01:21:26: Macht dich lang oder so.

01:21:27: Ja, oder jetzt herauf mit dieser Schokolade am Nachmittag.

01:21:30: Sondern du hast gesagt, okay, du willst offensichtlich irgendwas.

01:21:32: Was willst du?

01:21:33: Worum geht es dir hier wirklich?

01:21:34: Weil es ist ja nicht einfach nur dieses dumme Bedürfnis, Geiles zu essen.

01:21:39: Sondern da geht es zum Körper um andere Sachen noch.

01:21:41: Die bisschen verstehen, einsortieren und dann was machen, was damit.

01:21:45: auch da korr geht.

01:21:46: Also was auch ein Angebot ist.

01:21:47: Bisschen war es essengemütlich, wenn ich gestresst war.

01:21:49: Als Ersetzen.

01:21:50: Ja, nee, Ersetzen finde ich nicht gut, sondern ein besseres Angebot.

01:21:54: Besseres

01:21:54: Angebot

01:21:54: macht.

01:21:54: Zum Beispiel fühle ich mich ja irgendwie... Versorgend, weil ich sage, ich gebe dir was qualitativ hochwertigeres als die Schoko.

01:22:02: Aber ich weiß total, dass du jetzt eine Pause willst.

01:22:04: Ich weiß total, dass du was gemütlich mampfen willst.

01:22:06: Und ich weiß total, dass du irgendwas Schönes schmecken willst.

01:22:09: Und auf das alles gehe ich ein, weil es ist wertvoll und berechtigt.

01:22:12: Und da werden wir dann wieder bei diesen Zellen, die sagen genug, dank schön.

01:22:16: Bei der schwarzen Schokolade kann ich nach zwei Stücken aufhören.

01:22:19: Bei keiner zu kriegen anderen kann ich das.

01:22:21: Bei den Sauerkirchen höre ich nach so einer kleinen Handverlauf.

01:22:25: Fand's super lecker.

01:22:26: Aber es geht halt einfach.

01:22:28: Und das ist zum Beispiel schön, weil da merke ich, da kommen die dazu.

01:22:31: Die sind also an Bord bei dieser Belohnung.

01:22:32: Und diese Belohnung werden dann bei mir vom bewussten Teil des Gehirns in so eine gewisse Loge gehoben von Edle-Belohnungen, zum Beispiel.

01:22:40: Also da versuche ich mit allen Elementen, die ich halt kenne, was auszuballt oberen, was hebt.

01:22:46: Ein besseres Angebot.

01:22:47: Das ist so fast schon so.

01:22:49: mafios.

01:22:51: Ja, man darf auch rück mafios sein.

01:22:53: Starke Familienbande im eigenen Körper, aber halt nur da.

01:22:57: Ich mache mal ein Angebot, was er nicht ablehnen

01:22:59: kann.

01:23:00: Ich fand auch ein wunderbarer Satz, wenn ich etwas immer mehr will, ist es nicht das, was ich brauche.

01:23:06: Ja, den sage ich mir auch ganz auf der Hilfe bei allem Möglichen.

01:23:09: Auch irgendwie bei blödem Liebeskummer, glaube ich, ist das ein wichtiger Satz.

01:23:12: Und sagst du, oh, die Person und nur die mit mir mehr und mehr und mehr.

01:23:16: Und dann denkt man so, nee, dann ist das nicht das, was du brauchst.

01:23:18: Dann ist es einfach nur so ein Suchterlebnis, glaube ich.

01:23:21: Verstehst du das?

01:23:23: Jetzt bin ich, ich bin schon sehr lange verheiratet.

01:23:26: Ja,

01:23:26: aber auch das kriegt man ja außen hier und da noch mit.

01:23:29: Ja, wenn man es zu sehr will, das stimmt.

01:23:30: Es war eigentlich, wenn ich erinnere, dass von früher dieses ...

01:23:36: Dieses Suchtartige von manchen so toxischen Beziehungen oder so Sachen, das ist es, glaube ich, gefällt da drunter.

01:23:44: Stimmt.

01:23:44: Da habe ich noch nie drüber nachgedacht.

01:23:45: Und der Satz tut einem dann gut, weil man dann jetzt erst einmal sich sagen kann, Es brauche ich gar nicht.

01:23:52: Also wenn ich immer mehr will, brauche ich es nicht.

01:23:54: Dann ist es quasi nur dieses Locken mit der Karotte und nie zur Friedenheit zu kommen.

01:23:58: Aber dann dahin zu kommen?

01:23:59: Nein, mach dann mal...

01:24:00: Aber sag mal zum Beispiel, wenn du jetzt sagst, du bist lange verheiratet und dann verbringst du eine wirklich schöne Zeit mit deiner Frau, mit deiner Partnerin und dann ist das so einfach ein Gefühl von Zufriedenheit.

01:24:12: Und jetzt bleiben wir drei Tage wach, um damit das nicht aufhört, oder?

01:24:16: Sondern du kannst dann einschlafen und sagen, wie schön, dass wir den Abend miteinander verbracht haben.

01:24:20: Ja, das andere ist genau dieses

01:24:23: noch mehr.

01:24:24: Noch mehr.

01:24:26: Ja, das stimmt.

01:24:27: Ja, ja, ja.

01:24:28: Aber das ist natürlich dann in dem Moment, wo man das Gefühl hat, und ich muss sie oder ihn jetzt unbedingt sehen, dann zu sagen ... Moment.

01:24:39: Lieber Körper.

01:24:41: Das ist nicht das Richtige.

01:24:42: Das kann ja so starten.

01:24:43: So wie meine Süßigkeiten in der Kung so gestartet hat.

01:24:46: Sollte dann aber, glaube ich, dahin weiß sein, das besser zu verstehen.

01:24:49: Und dann kann man das immer noch feiern, das Gefühl.

01:24:52: Also das würde ich auch nicht ab und zu trötchen mir irgendwas rein, was total ungesund ist und sagen, komm, hopp, machen wir lustig oder so.

01:24:59: Genießen

01:24:59: darf man das trotzdem.

01:25:00: Ich glaube nur, es hilft, das zu verstehen und das auf einer anderen Ebene so durchdrungen zu haben.

01:25:05: Und dann auch vielleicht zu sagen, okay, also wenn wir hier über Beziehungen sprechen, also dieses Gefühl darf vielleicht dann manchmal sein, keine Ahnung, in den wilden Sturm- und Drangjahren, wann auch immer das ist.

01:25:16: Und dann, aber wenn ich hier gesund sein möchte.

01:25:21: Dann ist es, oder wenn ich eine gesunde Beziehung sein möchte, dann ist es jetzt nicht, dass ich mir sinnbildlich jeden Abend drei Tüten Chips rein balle, weil ich immer mehr will und nie aufhören kann.

01:25:32: Es ist ja noch nie jemand gesagt, endlich ist die Pringelspackung alle.

01:25:36: Jetzt zumindest, wenn die Beziehung mir auch echte Bedürfnisse erfüllt.

01:25:41: Dann hab ich nicht dieses Gefühl.

01:25:43: Also, wenn die Beziehung auch was ist, was ich wirklich sagen kann, es gehört irgendwie jetzt zu meinem Gleichgewicht dazu, dass es auch im Gleichgewicht ist.

01:25:50: Kein Gleichgewicht funktioniert, indem man immer mehr irgendwas auf eine Seite türmt.

01:25:54: Das kippt dann immer.

01:25:55: Und so kann man auch viele Sachen heutzutage genau mit dieser Frage testen.

01:25:59: Und das ist ja manchmal das Drichtriebene von Wirtschaft, Industrie, Verständlich.

01:26:03: Die wollen, dass wir immer mehr von was wollen, damit wir immer mehr davon holen.

01:26:06: Und dann erzeugen sie Pseudobedürfnisse, künstliche Bedürfnisse, die wir eigentlich gar nicht ... wirklich haben.

01:26:12: und uns dann diesen Satz mal wieder so zuzurufen, holt uns zurück und dann kann man sagen, ein bisschen was nehme ich, aber okay.

01:26:20: Welchen Schaden kann das anrichten?

01:26:23: Also wenn ich mir jetzt seit, ich bin jetzt forty-six und ich ballere mir seit ... sechsundzwanzig Jahren, sage ich jetzt mal, Social Media, ... ... Ships und so weiter rein.

01:26:35: Wir reden jetzt nicht von ... ... meine Güte, der Körper ist ja ... ... so.

01:26:41: Sondern ist eigentlich, was macht das mit meinem Kopf?

01:26:44: Also ... ... wohin führt das?

01:26:47: Jetzt denke ich, ... ... habe ich neulich ein Gespräch geführt ... ... mit Fariade.

01:26:53: Und der Stief in der Midlife Crisis.

01:26:55: Ach echt?

01:26:55: Hat er gesagt?

01:26:56: Sehr ehrlich.

01:26:57: Ja, fand ich auch sehr ehrlich.

01:26:58: Und das ist ja jetzt, und ich hab dann zugehört, ein anderer Freund bosser sagt auch, der Zipperlein und so weiter und ich hab gesagt, ich bin nicht in der Midlife Crisis, aber vielleicht führt sowas zu sowas, hab ich gedacht.

01:27:11: Ja, dazu gibt es zumindest auch Studien, die das so nahe legen, dass man quasi diese Zellen immer unempfindlicher macht und die wie so ausbrennen.

01:27:18: Und bei Sucht ist das ja nochmal ein anderes Thema, da ist es ein richtiges Ausbrennen.

01:27:22: Also diese Zellen können dann einfach nicht mehr so viel Belohnungsstoff ausschütten, weil die das so extrem dazu gezwungen und ausgedrückt wurden, dass es quasi immer schwieriger wird.

01:27:32: Aber wenn man das auf so niederschwelligeren Bereich, Social Media, Zucker und so weiter, dann ist das so ein Faktor, der mit reingehen kann in so eine... Also zumindest die Studien, die ich dazu so kenne, haben das immer so als Hypotese legen, das immer so nahe, dass das in Dinge wie eine Midlife Crisis und so.

01:27:48: Und aber auch depressive Verstimmungen, weil sich einfach sonst nichts mehr so toll anfühlt, mit rein füttern kann.

01:27:54: Das heißt also, dieses immer mehr, und ich kann nicht aufhören, mit etwas stumpf einen dann so ab, dass das entweder zu einer Depression beispielsweise führen kann oder sowas

01:28:05: beitragen

01:28:05: kann oder zu einer Midlife Crisis.

01:28:07: Man das Gefühl hat, was macht mich eigentlich noch Was fühlt mich eigentlich noch?

01:28:11: Genau.

01:28:12: Und es sind oft diese typischen Momente in der Art, wie wir auf dem Körper und auf Menschen schauen, der dann immer sofort in den Bereich von Eigenverantwortung und ich bin wohl kaputt reingedrückt wird.

01:28:24: Ja.

01:28:24: Und nicht einfach, dass man sagt, komplex.

01:28:27: komplex was hier passiert durch vielleicht eben Social Media und die Art wie wir uns ernähren und die Art wie wir unsere Arbeit definieren und die Art wie wir uns selber anschauen und da kommt irgendwie alles möglich zusammen.

01:28:37: und auf einmal fühle ich auf eine ungewöhnliche Weise zum Beispiel so und so wenig Neugier und wenig.

01:28:43: wieso ist es so?

01:28:43: und gleich ich komme die kaputte Maschine punkt Und das ist so was, wo ich mittlerweile immer so ein bisschen hellhörig werde und denke, nee, nee, das ist einfach nur komplex.

01:28:54: Komplexe Dinge, die eben organisch sind, organische Systeme und Netzwerke, werden dann oft gleich mit so Titeln wie Welle, also Empörungswelle.

01:29:03: Pandemiewelle, Flüchtlingswelle.

01:29:05: Wir geben dann immer so Wellenbegriffe, weil die uns irgendwie überfordern, weil die so unkontrollierbar erscheinen.

01:29:11: Dabei ist es einfach nur, dass gerade auch unsere gesamte Welt von einem komplizierten System in ein komplexes übergeht.

01:29:18: Was ist der Unterschied zwischen

01:29:19: kompliziertem und komplex?

01:29:20: Kompliziert ist zum Beispiel ein Schweizer Urwerk.

01:29:22: Wir gucken darauf in keine Ahnung, wie das genau funktioniert, aber wir wissen schon im Grunde, das Rätchen dreht sich, das Rätchen dreht sich und so läuft das alles.

01:29:29: Bei einer großen Firma, wir haben mehrere Ebenen und der aus Ebene eins sagt dem aus Ebene zwei und der sagt seiner vorgesetzt und die seiner ihre Chefin und so weiter.

01:29:38: So läuft es, auch wenn wir bei Zehntausend Angestellten nicht mehr genau, sehr kompliziert, aber so.

01:29:43: Wir verstehen das berechenbar.

01:29:45: Komplex wäre dagegen.

01:29:46: Diese komplexe Welten, der wir gerade sind, global, digital, alles vernetzt.

01:29:50: Der CEO von irgendeiner Firma umarmt jemand beim Coldplay-Konzert.

01:29:53: Am nächsten Tag ist alles anders.

01:29:55: Es war wieder vorhersehbar, noch berechenbar, noch verstehen wir genau, wie das jetzt gekommen ist.

01:29:59: Und trotzdem ist es irgendwie morgen ein Vorzeigenthema, Kaffeepause.

01:30:03: Und das ist komplex und das macht Leuten ja auch Angst, weil es plötzlich so unkontrollierbar scheint.

01:30:08: Und dann wollen viele Leute wieder zurück zu einfacheren Zeiten auf allen möglichen Wegen.

01:30:12: Zurück geht eigentlich nie.

01:30:14: Wissen wir aus so Übergangen, Antike, Mittelalter, man versucht's mal, aber es geht dann doch immer vorwärts.

01:30:19: Und genau da ist eigentlich so das Körperliche und das Komplexe, ein bisschen die Systeme manchmal zu verstehen, beruhigend.

01:30:25: Weil so ein Körper ist extrem komplex.

01:30:27: Trotzdem läuft's.

01:30:28: Trotzdem sind wir hier und sind lebendig und es geht ja.

01:30:31: Und das ist, weil er beruht auf ein paar klaren Prinzipien.

01:30:35: die realitätsgekoppelt sind, die manchmal sich wieder so vor Augen zu führen, dahin manchmal zurückzukehren.

01:30:41: Das ist sehr erdend.

01:30:42: Das tut, glaub ich, dann sehr gut.

01:30:44: Welche Prinzipien fand ihr zuerst ein?

01:30:47: Zum Beispiel beim Thema Sicherheit fand ich, dass der Augen öffnet.

01:30:50: So zu merken, es geht eigentlich nicht drum, einfach alles schlechter abzuwehren.

01:30:53: Das denken wir heute oft von Sicherheit.

01:30:55: Im Körper ist es anders definiert.

01:30:57: Da wissen wir so, früher war das der Fokus der Forschung, klar, Krankheiten verstehen, aber spätestens seit den Neunzigern ... Ein Haufmannforschung, viel differenzierterer Blick.

01:31:06: Und wir verstehen, Sicherheit ist zuerst mal Selbstkenntnis, Neugier, auch mit gutem Zusammenarbeiten mit allen möglichen Bakterien, die auch auf uns wohnen zu lassen.

01:31:15: Und dann schützen die uns bestens in vielen Dingen.

01:31:17: Oder auch einfach mal Unschädliches einfach zu tolerieren.

01:31:20: Weil sonst die ganze Energie immer das zu bekämpfen, wer irre führen kann.

01:31:23: Also Sicherheit plötzlich mal so zu verstehen, dass ich sage, ja auch mal ab, wer von ungutem, was nicht gerade gut passt oder ungünstig für uns ist.

01:31:32: Neugier, selbst... Selbstkenntnis, Toleranz, Kooperation.

01:31:35: Das ist eigentlich Sicherheit, nicht das.

01:31:37: So was zum Beispiel erweitert den Blick, sinnvoll und fand ich sehr hilfreich.

01:31:41: Und da gibt es tausend so Sachen, wo ich sagen könnte, ah, okay, fast hätten wir es übersehen, weil wir alles versuchen, so eng und linear und maschinell nur zu machen.

01:31:51: Aber wenn es komplexer ist, können wir uns das manchmal einfach nicht mehr leisten, so klein zu schauen und zu denken.

01:31:58: Ich fand das wahnsinnig ... Also ein RHA-Erlebnis in deinem Buch, dass du am Ende quasi mal die Rechnung aufmachst, was wir eigentlich wert sind.

01:32:08: Also wir Menschen.

01:32:09: Das hat mich wirklich total umgehauen.

01:32:13: Du kannst das auf jeden Fall besser erzählen als ich.

01:32:16: Was sind wir beiden jetzt, wenn man sagt, die beiden, die bauen wir jetzt mal nach?

01:32:22: Ja, eigentlich ist es ja auch fast ein bisschen schlimm, dass ich das mal machen musste, oder?

01:32:26: Ja.

01:32:26: Also, wenn man merkt, auf diese ganzen Geldwerte, da hört man plötzlich total, da wacht man wieder auf und sagt, dann hoch, so viel bin ich wert.

01:32:32: Ja.

01:32:33: Ich finde, diese Zahl ist auch jetzt mein Anfang des Jahres.

01:32:36: Dann reden auch viele über, wollen sie nochmal nachverhandeln.

01:32:38: Also beim Chefchen, da wollen sie nochmal hingehen.

01:32:41: Und ich finde, das ist eigentlich, das ist die perfekte Zahl, die man jetzt so hinlegen kann.

01:32:45: Es ging darum, dass ich ein paar Jahre davor, bevor ich das geschrieben hab, mal irgendwo gelesen hab, das ein Auge nachzubauen, etwa drei Millionen Euro kosten würde.

01:32:54: Das sind dann nicht nur die ganzen Megapixels, sondern auch, wie schnell das reagiert, welche Algorithmen es braucht, um visuelle Informationen zu verarbeiten.

01:33:02: Mittlerweile ist das so eine Million, ich weiß nicht mehr genau, aber das war damals so die Angabe.

01:33:06: Und dann dachte ich so, stopp mal, das heißt ja auch zwei Augen wären dann halt so sechs Millionen Euro.

01:33:11: Warte, kann sie auch.

01:33:13: Ich fand das irgendwie voll denn abgefahren.

01:33:15: Das war wirklich so in so einer Wissenschaftszeitung beim Zahnarzt.

01:33:19: Dann hab ich mich hingesetzt und mal so rumrecherchiert, was wär so der Rest.

01:33:24: Da kann man auf sehr verschiedene Arten rechnen.

01:33:25: Manchmal kennen wir schon Herz-Lunge-Maschine im Krankenhaus.

01:33:28: Da weiß man, so ... hunderttausend Euro oder so was.

01:33:32: Damit kann ich schon grob was ersetzen.

01:33:33: Das ist mega laut, total energieineffizient, riesengroß.

01:33:37: Also wirklich nicht annähernd, so elegant und schick wie so ein Herz in der Lunge.

01:33:41: Aber hey, man kommt irgendwie so dran, das ist halb ... Und wenn man das aber jetzt mal noch ein Stück weiter trägt und wirklich so macht, dass es aus körperlichen menschlichen Zellen gebaut wird und man versucht, das Organoid genau in der Form zu bauen und in der Größe uns noch so hinzukriegen, dass all diese Sachen zusammenhängen.

01:33:58: Und man würde es dann noch schaffen, winzige Kapillaren, winzige Gefäße und Nervenfasern und das auch noch alles zu verbinden.

01:34:04: Also erstens können wir das jetzt noch gar nicht.

01:34:06: Und zweitens, wenn man das so grob überschlägt, sind wir bei Kosten.

01:34:10: Billionen Euro, die so viel sind wie die Zehengrößen.

01:34:13: Firmen weltweit zusammen, also Google, Microsoft, Nvidia, also wer da jetzt alles in der Börse dabei ist, oder auch zum Beispiel alle Immobilien der Stadt London oder New York.

01:34:25: Also das ist quasi der Wert von einem menschlichen Körper.

01:34:28: Also heißt hier sitzt jetzt gerade New York und London?

01:34:30: Ja, New York und London oder auch alle Kunstwerke, die es auf der Welt gibt.

01:34:36: Alle Kunstwerke, von der Mona Lisa im Lufo, das irgendwie Campelsoup, Bilder, aber quasi alles zusammen.

01:34:44: Und das ist ja einfach, glaub ich, ein Wert, den wir schon fast, also das checken wir ja gar nicht, wie wir immer so denken, nee, diese außenwache Welt, die ist so viel wert und was jemand in seinem Unternehmen für Zahlen macht.

01:34:54: Aber dass es halt Millionen Jahre gedauert hat, bis es uns so geben kann, so.

01:34:59: ausgetüftelt in der Entwurf und so wahnsinnig aufeinander abgestammt, so feinteriert, dass das ein immenser Wert ist, den man eben nicht einfach schnell mal nachbauen kann, wenn man will und Geld hat.

01:35:10: Das ist dadurch, glaube ich, wieder ein Stück weit fühlbarer, auch wenn es dann eben diese Metapher zur Geldwelt und dem Materialistischen braucht.

01:35:17: Ja, aber natürlich, weil wir, also wir denken immer darüber nach, wo kann ich jetzt, also was heißt?

01:35:22: wir denken immer, nein, natürlich nicht, aber wo kann ich mein Geld investieren?

01:35:27: Und wo kann ich das machen?

01:35:28: Und was kann ich da machen, um das, um einen Material in Wert zu steigern, am Ende?

01:35:33: Aber zu sagen, okay, also sind die hundert Euro jetzt gut in diesem ETF-Fond, wo es wieder in die nächsten, sozusagen, Leute geht?

01:35:41: Oder ist das, sind die hundert Euro, dann vielleicht auch einfach mal gut, mir eine Massage zu gönnen?

01:35:46: Das finde ich auch schön.

01:35:47: Das ist eine gute Sache, die man daraus zieht, zum Beispiel.

01:35:50: Ja, genau.

01:35:51: Oder man kann in uns investieren.

01:35:53: statt jetzt in chatchi bt und co.

01:35:55: finde ich für kann man wir können von aufsetzen.

01:35:58: Für uns selbst für london und neuer.

01:36:00: Ich ist jetzt richtiger wert da.

01:36:04: Ja ich würde zum schluss noch mal über schlaf sprechen wollen weil das ist auch etwas also.

01:36:10: Ich habe mich auch mit Schlaf beschäftigt, insofern, weil ich das auch auch, ich möchte besser schlafen können.

01:36:16: Auch da interessant, also das merkt man in deinem Buch total, dass es eben nicht darum geht, die ganze Zeit sich irgendwo hinzuoptimieren, weil man will schlafen, damit man dann wieder besser funktioniert.

01:36:26: Was aus deiner Sicht ist Schlaf?

01:36:29: Ja, dafür habe ich lange gebraucht für Erkenntnis.

01:36:31: Da habe ich wirklich drei Wochen gesessen und kam kein Wort raus.

01:36:34: Und da habe ich das Gefühl, ich muss noch irgendwas besser verstehen.

01:36:37: Und dann habe ich geschlafen ironischerweise.

01:36:40: Und als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin, dachte ich, Schlaf ist eine Machtübergabe.

01:36:45: Das ist was Schlaf ist.

01:36:46: Also eben, jüngere Bereiche, die später in der Evolution entstanden sind, die sich tagsüber so verantwortungsvoll um alles Wache kümmern, die müssen jetzt mal die Verantwortung abgeben.

01:36:56: Und die werden ja auch von unten so ein bisschen angelullt, dass es den leichter fällt und dann schwupp übernehmen Hirnbereiche, die weiter hinten liegen, der eher so körperliches Regeln, die Balance erzeugen, die sich um den Blutdruck kümmern, ja, um den Herzschlag, um die Atmung.

01:37:09: Die sind jetzt eigentlich die Hauptakteure und die anderen sind kurz mal ein bisschen entkoppelt von einem und fahren mal runter so.

01:37:15: Und dann tatsächlich passiert das einfach noch mal während dem Schlaf.

01:37:18: Wenn wir in eine noch tiefere Schlafphase kommen, müssen auch diese Hirnbereiche kurz mal abgeben und andere Hirnbereiche übernehmen.

01:37:25: Und es ist irgendwie lustig, was da so viele Prozesse sind.

01:37:27: Es zeigt uns auch eigentlich, dass im Gehirn nicht einfach ein Gehirn da oben sitzt und über alles befiehlt, sondern erstens verschiedenste Nervenzellen miteinander klarkommen und dann auch noch die verschiedenen Hirnbereiche, die auch noch anders drauf sind, ehrlich gesagt.

01:37:39: Und im Schlaf merkt man dann wirklich, wie gut es können die denn so miteinander?

01:37:43: Wie gut sind die denn so aufeinander eingestellt?

01:37:44: Weil wenn ich dann zum Beispiel z.B.

01:37:45: nachts ein bisschen leichter Schlaf.

01:37:48: Dann gibt es bei Leuten, bei denen immer so dieses denkende Krübel hier in vorne alles regeln soll und auch denkt, das wäre das Einzige, was alles kann.

01:37:55: Das springt dann sofort an und sagt, soll ich Verantwortung übernehmen?

01:37:57: Soll ich hier was durchdenken?

01:37:58: Soll ich was auf Google nachgucken?

01:38:00: Und kann nicht einfach sagen, nee, das ist gar nicht mein Job.

01:38:03: Die anderen machen das prima mit dem Schlafen.

01:38:05: Es wurde halt grad ein bisschen leichter geschlafen.

01:38:07: Ich lass los.

01:38:08: Zum Beispiel, wie viele Vertrauen haben die so gegeneinander?

01:38:12: Wie gut können die auch mal den anderen ... loslassen oder so.

01:38:16: Also so ein paar Fragen klären sich irgendwie so beim Schlaf und ihn dann anders zu verstehen, war erst mal für mich komisch.

01:38:22: Also ich habe erst mal so gut meinen Schlaf verstanden, dass ich dann plötzlich angefangen habe, so bewusst zu schlafen.

01:38:27: Dann bin ich so weggedöst und habe gemerkt, ah ja, jetzt merke ich schon, wie das Frontal hier ein weniger... Oh, entsprache interessant, das Frontal.

01:38:34: Ganz blöd für ein paar Tage und dann konnte ich aber irgendwann wieder das einfach geschehen lassen auch, weil ich es dann anders so sehen konnte.

01:38:43: Ein Interessanten, also beim Darm mit Scharmbuch war es ja der Hocker.

01:38:50: Ich würde sagen, eins, was ich daraus mitgenommen habe, ist, dass was ich nachts immer wieder mache, ist auf die Uhr gucken.

01:38:56: Also einfach so, man wird zu wach und wir haben kein Handy im Schlafzimmer, sondern das ist dann meine Uhr und ich mache dann so, guck dann da drauf und guck dann drauf.

01:39:03: Okay, vier Stunden, vier Stunden, zwanzig geschlafen.

01:39:07: Jetzt muss ich noch ein bisschen, alles klar und tschüss.

01:39:10: Warum ist das keine gute Idee?

01:39:12: Wachst du manchmal oder wachst du öfter so nachts auf?

01:39:14: Ja, also einmal, um auf die Leute zu gehen.

01:39:19: Um es jetzt ganz genau zu erzählen.

01:39:20: Und dann noch mal, meistens so um, ist meistens so vier Uhr dreißig.

01:39:26: Das ist dann der Moment, wo ich dann fast schon wetten könnte.

01:39:29: Das ist doch bestimmt irgendwas mit

01:39:30: vier.

01:39:34: Und manchmal, wenn es schlecht kommt, auch noch eins davor um ein Uhr irgendwann.

01:39:38: Also das sind so diese drei Mal ungefähr eine Nacht.

01:39:41: Also einmal auf Toilette und zweimal einfach so kurz und dann auf die Uhr gucken und dann weiterschlafen bestenfalls.

01:39:48: Und beim zweiten Mal, also wenn es diese vier Uhr nur mal ist, dann kann es sein, dass ich einfach, it's gone.

01:39:55: Dann ist das Großherren am Start.

01:39:57: Hier vorne.

01:39:58: Ja,

01:39:58: da sind wir.

01:39:59: Hallo, guten Morgen.

01:40:00: Du kannst jetzt noch ein bisschen liegen, aber das ist ... Das versteckte Liebesmüh.

01:40:05: Ja, dieses Gefühl dann loslassen zu können als Gehirn, obwohl man zum Beispiel dieses nach drei, vier Stunden aufwachen, ich weiß nicht genau, in uns weg ist, aber nach drei, vier Stunden aufwachen ist manchmal

01:40:17: drückisch,

01:40:18: dann wäre dann die eins.

01:40:20: Dann hast du halt oft schon den nötigen Tiefschlaf, um alle möglichen körperlichen Zellen so ein bisschen zu erholen, Blessuren zu reparieren.

01:40:27: dann wacht man auf und denkt, hey, körperlich fühle ich mich irgendwie ganz fit.

01:40:31: Oft kennen es auch Leute, die mal für einen Flug um vier Uhr nachts aufstehen müssen.

01:40:34: Man denkt so hoch, überraschend fit.

01:40:37: Dann kommt natürlich doch die Niedrigkeit später, weil zum Beispiel Teile des Gehirns, vor allem hier der Brief- und Talchor Text, groß hören, die ruhen später in der Nacht auf, wenn wir in diesen Remmschlaf übergehen.

01:40:48: Dann werden die noch mal so richtig blockiert und können zur Ruhe kommen.

01:40:51: Quasi Mini-Meditation, wo man gar nichts ist, wo man nicht aushält und guckt und wo die eben nicht denken.

01:40:56: Und wenn wir das nicht haben, sind die zum Beispiel schlechter darin, unsere Gefühle zu regulieren.

01:41:00: Also bei Wut, Trauer, aber Ängstlichkeit, das merkt man dann manchmal eben auch an so einen Ausgeschlafenden Tag.

01:41:05: Was

01:41:05: du erzähltest, wenn du früh aufwachst und noch wütend bist vom Abend zuvor, dann ist so was.

01:41:10: Dann merke ich, ich habe zu wenig Rämschlafen.

01:41:11: Wenn mich noch Dinge von gestern irgendwie umtreiben oder aufregen, dann zum Beispiel entweder war es dann auch sehr wichtig und dann wurde mir das im Schlaf noch mal vielleicht... zu mir gebracht das Thema, aber dann fühle ich mich anders ausgeholt oder auf einer anderen Verarbeitungsebene.

01:41:23: Oder es ist einfach noch so schlimm wie gestern.

01:41:25: Und dann habe ich es richtig verarbeitet.

01:41:26: Und das war dann, wenn ich nachgeschaut habe, ganz oft eben, wenn ich keinen Remsschlaf oder nicht genug Remsschlaf hatte.

01:41:31: Also die, die nicht nach dem Tiefschlaf, sondern die andere Art von Schlaf, die in der zweiten Hälfte von der Nacht kommt.

01:41:37: Ich glaube, auch gerade Menschen, die im Alter Probleme mit dem Schlafen bekommen, merken das dann manchmal vermehrt.

01:41:41: Weil die dann feststellen, ich bin irgendwie nicht mehr so gefühlsmäßig so stabil.

01:41:45: Also mich regen, sag schnell auf oder ich werde schnell wütend oder ungeduldig oder weinerlicher oder sowas.

01:41:50: Und wenn eben dieser Schlafe am Ende der Nacht nicht mehr so genug da ist, aber es ist eben auch typisch so Schule, Arbeitsleben, dann wecke ich mich ja oft im Wecker so ein, zwei Stunden früher und nehme mir dann auch manchmal diese Art von Schlaf.

01:42:03: Und warum ist es nicht klug auf die Uhr zu gucken nachts?

01:42:06: Na, da schalt ihr halt gleich wieder Kopfli-Grübli an.

01:42:08: Das guckt dann die Zahlen an, übersetzt mir die in Sprache, sagt, es ist vier Uhr, dreißig, und vielleicht bewertet's auch noch und sagt, mach schon wieder um vier oder so was.

01:42:16: Also kommen schon so Gedankenprozesse in Gange, wo sich irgendwie das denkende Hirn bewusst um was kümmert.

01:42:22: Aber das ist jetzt einfach nicht die Zeit.

01:42:23: Und ich glaub, manchmal, wenn man dann mehr über den Schlaf weiß, hat dieser Teil des Denkens vielleicht wieder ein bisschen mehr auch das Vertrauen oder den Respekt zu sagen.

01:42:35: Ich vertraue den anderen, dass die das gut machen.

01:42:37: Ich muss gar nicht anspringen.

01:42:38: Das ist nicht mein Zuständigkeitsbereich.

01:42:43: Dazu braucht es aber vielleicht ab und zu Informationen, um da loslassen zu können.

01:42:48: Manchmal helfen solche Dinge.

01:42:49: Es gibt viele andere Tricks, die auch alle helfen können.

01:42:52: Manchmal funktioniert schon so was.

01:42:54: Ein kleines Zeichen von, nee, ich übernehme jetzt nicht.

01:42:58: Für mich war das immer ... Also ich musste immer eine Uhr haben im Schlafen und und vor allen Dingen, dann ich mag eigentlich Zeiger-Uren.

01:43:08: Die sieht man aber einfach gar nicht,

01:43:10: so.

01:43:10: Außer die leuchten.

01:43:11: Außer

01:43:11: die leuchten, da sind aber die, die leuchten.

01:43:14: Grüße ans Watch.

01:43:15: Die machen halt... Leider.

01:43:19: Ich liebe Swatch-Uren, aber die klicken einfach und deswegen geht's nicht.

01:43:24: Dachte ich, bis jetzt kann ich mich wieder in das Watch haben, weil die, obwohl das jetzt im Mikro auch doof wäre, aber die, weil ich brauchte immer eine Uhr, damit ich nachts gucken kann, wie spät es ist.

01:43:33: Und dann, was hat ihr das so gebracht?

01:43:35: Irgendwie eine Art von Sicherheit, Orientierung, irgendwie, ich hab's so alles im Griff hier läuft und ich übe das jetzt gerade so ein bisschen.

01:43:43: Es ist sehr ungewohnt für mich, tatsächlich nicht zu wissen, nachts wie spät ist es, so eine kleine Angst haben zu verschlafen.

01:43:49: Aber du hast einen Wecker, oder?

01:43:51: Nee?

01:43:52: Ja, mal mehr, mal weniger.

01:43:54: Das würde vielleicht hilfreich sein, wenn du wirst, dass der weckt mich doch eh zur richtigen

01:43:57: Zeit.

01:43:58: Aber dann kommt dieses Gucken, dann gibt es den Wecker.

01:44:02: Ach so, der zeigt dir das

01:44:03: natürlich an.

01:44:04: Gibt es neben der Uhr noch einen anderen Tipp?

01:44:08: Es gibt

01:44:08: viele Tipps bei Schlaf.

01:44:10: Das ist eine überwältigende Menge.

01:44:12: Ich hab versucht, die ein bisschen einzusortieren, dass man in zwei Verständnisschubladen einsortieren kann.

01:44:18: Einmal, wie klar sind die Signale, die ich meinem Körper gebe, in Richtung Nachzeit oder Tagzeit?

01:44:25: Da können wir ihm viel verwirrende Signale schicken.

01:44:28: Wenn man sich über Leute aufregt, die nicht klar sagen, was Phase ist, muss man selber gucken, wie man seinem eigenen Körper sagt, was Phase ist.

01:44:35: Klar, jeder kennt das mit dem Licht.

01:44:37: im Handy am Abend, aber es geht genauso auch um Dinge wie noch spät irgendwas anspruchsvolles, grübliches Rumdenken, Sorgen machen oder irgendwie noch ganz spät was großes Essen, bestimmte Medikamente, die wir einfach zur falschen Zeit einnehmen, so Dinge, die wir dann einfach noch so als Aktivität so ein Aufgabe mit in die Nacht geben.

01:44:54: Der Darm zum Beispiel, der Würde schlafen, das ist Mess bei uns, sieht auch ganz putzig aus, ehrlich gesagt, weil wenn wir einschlafen, legt er sich auch so zur Ruhe und macht da nur ab und zu so gähnende Wellen, aber ganz anders, als er sich tagsüber bewegt.

01:45:06: abends noch so ein echt großes Essen reindrücken, muss der einfach so zwei Überstunden abarbeiten, während wir schon rumschlafen.

01:45:12: Also irgendwie auch gemein.

01:45:13: Also so Dinge zum Beispiel, mal verständlich kriegen, da kann man dann viele der Tipps einsortieren.

01:45:18: Es geht halt eher mehr in die Richtung signalisieren, wann ist der Schlafslot und wann ist der Wachslot.

01:45:23: Und da geht es zum Beispiel auch drum, was hab ich dann morgens für Licht in den Augen, wann ess ich, halte ich den Rhythmus zum Beispiel klar ein, dass du immer weißt.

01:45:29: Rhythmus,

01:45:30: okay.

01:45:30: Rhythmus, so zwanzig Uhr.

01:45:32: Und das andere ist dann eben eher so dieses Sicherheitsgefühle.

01:45:35: hab ich noch Nachrichten geguckt, die mich total beunruhigen.

01:45:37: Das bei manchen Leuten nicht so bei anderen, aber schon.

01:45:40: Hab ich irgendwie ein gutes Zugehörigkeitsgefühl.

01:45:43: Viele Menschen schlafen bei Einsamkeit schlecht, aber der Körper weiß, ich bin in keiner schützenden Gruppe.

01:45:48: Also bin ich lieber mal auf Hab Acht und lass mich einmal zu viel aufstehen als einmal zu wenig.

01:45:52: In der Wildnis sehr sinnvoll.

01:45:54: In der Einzimmerwohnung nicht unbedingt nötig.

01:45:56: Dann ist es eben gut, mit ihm in Kontakt zu treten und ihm vorm Schlafen so sicherheitsgebende Rituale beispielsweise oder die Sorgen einfach alle mal aufschreien.

01:46:05: und dann sagen, das wird für morgen hierhin gelegt.

01:46:07: Also geht es quasi um diese Komponenten Sicherheit und Ruhe, dass ich wirklich abgeben kann, Verantwortung und nicht bei jedem kleinen Lichtblitz, bei jedem Auto, was vorbeifährt, was ich höre, immer das Gehirn denkt, das muss jetzt helfen und muss hier übernehmen.

01:46:20: Und das andere ist, ist klar, wann Nacht in ist und wann Tag.

01:46:24: Herr Körper nutzt so diesen Nachtslaut für viele Dinge, die er tagsüber gar nicht machen würde.

01:46:28: Also muss er genau wissen, wann beginnt diese Zeit.

01:46:31: Ist das ein bisschen ähnlich wie mit dem ... Taggefühl, was du erst sagtest, dass du sagst, du versuchst, morgens aufzuwachen und dir ein Gefühl vorzunehmen, was du haben willst.

01:46:42: Und ich kenne das von meiner Frau beispielsweise.

01:46:45: Die ist nachts, also wenn ich, ich mache jetzt ein ganzes Geräusch.

01:46:50: Ich weiß nicht, ob man es draußen gehört hat, du hast es

01:46:52: gehört.

01:46:52: Ja, ein Klicken.

01:46:53: Das wäre,

01:46:55: oh.

01:46:55: Dann ist sich schon was.

01:46:56: Sie ist wach.

01:46:56: Genau, genau.

01:46:58: Und das heißt, es gibt ja wahrscheinlich da ... irgendein Alarmsystem, was Annissen sagt, es könnte irgendwas sein, sei mal lieber auf Hab Acht.

01:47:07: Als wärst du allein, obwohl wir zusammen im Schlafzimmer sind.

01:47:10: Und gäbe es da etwas, wo du sagst, versuch dir mal das vorher zu sagen, also versuch mal in diesen Gefühl zu kommen, versuch mal diesen Hab Acht irgendwie mal hinzulegen und sagen entspann dich, es ist vielleicht nur ein Geräusch, aber es wird nichts Schlimmes passieren.

01:47:29: Ein Stück weit geht das.

01:47:31: Ich glaub, auch wenn wir einen ganzen Tag auf voll auf hundertsechzig sind und auf alle möglichen Leute oder noch Kinder aufpassen und noch jede Verantwortung haben und uns das kümmern und so.

01:47:39: Und dann erwarten wir vom Körper der Soldaten um zwanzig Uhr total chillig auf null runterfahren.

01:47:44: Das ist doch auch irgendwie unfair und ein bisschen unrealistisch.

01:47:46: Manchmal hilft es dann den Tag, wenn das überhaupt geht, zu unterbrechen.

01:47:51: Man sagt um zwölf und um sechzehn Uhr komme ich einmal ganz runter.

01:47:54: Auf welcher Art auch immer das für einen klappt.

01:47:57: Duschen, Gurgeln, Summen, Meditieren.

01:47:59: einfach kurz die Haut spüren.

01:48:01: Ich weiß es nicht, warum kann man selber schauen?

01:48:03: Das ist zumindest ein, zweimal am Tag.

01:48:05: auch schon runterkommen konnte.

01:48:07: Und dann kann er ja auch wieder hoch.

01:48:08: Aber das zum Beispiel ist was, was manchmal nötig ist, um überhaupt das dann so eine ganze Nacht auch zu können, wenn es tagsüber nicht so war.

01:48:15: Dann gibt es aber auch einfach bestimmte Eigenschaften.

01:48:17: Und ehrlich gesagt haben die auch in unseren Menschengruppen im Laufe unserer Geschichte immer Sinn gemacht.

01:48:21: Zum Beispiel sehen wir, dass Menschen mit ADRS viel sensibler schlafen, die wachen viel eher auf beim kleinsten Geräusch und so weiter.

01:48:28: Dann sind die schon wach.

01:48:30: Und da kann man zwar jetzt sagen, blöd, dass die dann nicht gut schlafen und so, aber früher haben wir eben in Gruppen ... geschlafen.

01:48:35: Das hat uns als Tiere besonders sicher gemacht.

01:48:37: Und so konnten wir überhaupt diese großen Mengen von Tief und Remschlafen haben, die wir haben, weil wir irgendwie immer mal jemand auch wach war und aufgepasst hat, jemand anderes dann in diesem völlig weggedreckenden Zustand sein konnte.

01:48:48: Menschen mit ADS zum Beispiel, eine Hypothese waren dann welche, die eben auf die anderen aufgepasst haben, dadurch, dass sie so schreckhaft waren.

01:48:55: Also eigentlich auch eine Art Opfer, aber quasi für die Gruppe.

01:48:58: Und genauso werden auch teilweise Frühaufsteher und Spätaufsteher erklärt, dass eben Menschen gaben, die dann dann noch nachts ein bisschen länger gut wachbleiben konnten.

01:49:07: Und andere, die dafür morgens schon wieder früher wach waren.

01:49:09: Und so hat man alle so ein bisschen aufeinander Acht gegeben.

01:49:12: Deswegen manchmal auch da wichtig, diese Art nicht so supertief zu schlafen, an sich selber dann nicht nur blöd zu finden, sondern auch zu wissen, entweder es ist z.B.

01:49:20: verständlich wegen meinem Tagesablauf, den ich vorher hatte.

01:49:23: Oder es ist auch einfach eine Eigenschaft, die auch was Wertvolles hatte.

01:49:27: Und die

01:49:27: zu mir gehört.

01:49:28: Und zu sagen, ich bin eine Nacht euerle.

01:49:31: Das macht auch Sinn, ich versuche mich nicht jetzt ... Weil man das so macht, wenn das geht, mit links und rechts schreibbar und ja auch früher so gewesen, links und rechts, dass man sagt, du musst in der DDR alle mussten dann rechts schreiben.

01:49:42: Also wir müssen alle gleich sein.

01:49:45: Und das ist beim Schlaf dann manchmal auch so, glaube ich.

01:49:47: Es gibt so dieses, ich bin ein Nachtmensch.

01:49:52: Ist jetzt nicht unbedingt sofort, wenn man sagt, ach, man ist ja ein toller Person,

01:49:55: wirklich.

01:49:56: Ja, und auch schade, weil es in vielen Berufen gar nicht anders geht.

01:49:59: Voll.

01:50:00: Und ich denke dann manchmal, ich wäre echt neugierig, was in diesen Berufen möglich wäre, wenn wir es einfach mehr auf den Körper einstellen würden.

01:50:07: Das heißt ja nicht, dass jemand weniger arbeiten soll als jemand anderes, sondern der kommt vielleicht später und bleibt länger.

01:50:13: Wenn wir sowas gelb ist, dass manchmal Möglichkeiten unsere ganze Gesellschaft noch mehr... auf den Körper passend zu machen.

01:50:19: Und nicht so Mind over Matter, sagt man so, wille über den Rest, sondern einfach so Mind with Matter.

01:50:25: Also zusammen in einer guten Kooperation könnten wir den nicht manchmal echt mehr rausholen.

01:50:29: Dann braucht's vielleicht gar nicht diese eine Stunde mehr arbeiten oder so, sondern einfach sinnvoller arbeiten.

01:50:35: Das ist manchmal was, ich denke.

01:50:36: Und klar, auch auf sich aufpassen.

01:50:38: Also, wenn deine Frau da zum Beispiel so ein bisschen lärmempfindlich ist, da gibt's mittlerweile sehr gute verschiedenste Arten von so Ohrhörern, die für den Schlaf extra gemacht sind, dass die nicht zu fest ist.

01:50:47: Urfach schließen, dass die angenehm sind oder sowas.

01:50:49: Weihnachten?

01:50:50: Auf

01:50:50: jeden Fall kann ich dir zwei, drei sagen.

01:50:52: Und das ist zum Beispiel auch was.

01:50:54: Ich weiß es dann von mir.

01:50:55: Ich kann es wertschätzen.

01:50:56: Ich bin jemand, der vielleicht aufpasst oder ich bin jemand, das ein Gehirn schnell anspringt und über eine Verantwortung übernehmen will.

01:51:02: Und ich sorge aber auch für mich und sage dann, gut, aber dann minimieren wir mal das Risiko, da ist das heute Nacht passiert oder so.

01:51:08: Und dann fühlst du dich aber nicht schlecht, weil du weißt einfach, also es ist nicht so, ich funktioniere nicht im Sinne von... Ich bin so empfindlich, sondern es ist ja eigentlich gut, dass ich empfindlich bin.

01:51:18: Ich hatte den Speck und jetzt gucke ich mal, dass ich dich ein bisschen, dass ich dir ja Unterstützung gebe, dass du nicht ganz so allört bist.

01:51:26: Und hat ja auch tagsüber dann oft Vorteile.

01:51:28: Vielleicht ist man besonders aufmerksam, merkt schnell, wenn was hinfällt, kannst du kurz auffangen.

01:51:31: Also meistens haben die Sachen nicht nur ein Nachteil, sondern sowas auch.

01:51:36: Was würdest du dir wünschen, nimmt man aus diesem Buch und all dem, worüber du den letzten sechs Jahren so Gedanken gemacht hast, mit?

01:51:43: Gibt es da so eine Sache, wo du dir denkst, okay, wenn sie das Buch zuklappen oder jetzt auch zugehört haben, was wäre das?

01:51:54: Ja, so ein Gegengewicht ist das für mich.

01:51:57: Also so ein ... durch Wissen plötzlich so ein Wert erschaffen, den ich fühlen kann.

01:52:03: Ich merke plötzlich, mein Körper hat diesen Wert.

01:52:05: Mein Körper hat alle diese Herangehensweisen.

01:52:07: Mein Körper leistet und macht all das.

01:52:10: Und ist all das.

01:52:12: Und dann plötzlich habe ich so was, was ich dem entgegensetzen kann, wenn von außen so sagt, sei doch noch das und sei doch noch besser und sei doch noch dieses und sei doch noch jenes.

01:52:19: Warum bist du nicht das?

01:52:20: Dann sag ich, ich bin erst mal das, okay?

01:52:23: Das finde ich schon ganz gut.

01:52:24: Und jetzt gucken wir mal, was da und da noch möglich ist zum Beispiel.

01:52:27: Also irgendwie kommt da von innen plötzlich fast, finde ich.

01:52:29: Das ist meine Hoffnung, dass ich mir so was... Verstanden habe und plötzlich so wertschätzende Gefühle oder einfach nur verstehende Gefühle habe, dass ich so was dagegen setzen kann, wenn es von außen zu laut

01:52:43: ist.

01:52:45: Du meinst von außen zu laut, also dieses, wir reden ja viel über Optimierung und man muss noch das damit dann das und so weiter, also dass man aber erstmal sagt, ja okay, kann ja sein, aber erst einmal ist es ja schon Wahnsinn, ich habe hier Ich bin hier London, ich bin hier von allen Kunstwerken der Welt.

01:53:05: Das ist ja auch schon mal was.

01:53:06: Und klar, es kann noch meine Wegen.

01:53:10: Aber erst einmal muss man sagen, hallo, ich bin mindestens mehr wert als dem Mona Lisa.

01:53:16: Ja, auch uns zu fühlen.

01:53:18: Also ich glaube, wenn... Also nicht

01:53:19: nur zu sagen, sondern auch...

01:53:20: Nicht nur geht auch gar nicht nur um dieses, ich bin auch wertvoll oder so, sondern auch dieses, ich fühle mich überhaupt erst mal wieder.

01:53:26: Es gibt Menschen, die können das schon ganz toll und dann gibt es Menschen, obwohl die in dieser Gesundheitsbabel sind und sich mit allem beschäftigen und sich so füttern und so hinlegen und so abmessen und so, fühlen die sich gar nicht mehr richtig.

01:53:37: Und da, glaube ich, ist das nicht der einzige Weg, was zu lesen, aber ist das auch ein Weg, plötzlich so Informationen zu haben, mit denen ich das erste Mal wieder meine... Hand anguckt und denkt, witzig, da wuseln jetzt ganz viele Immunzellen rum und gucken, wie's da geht oder so.

01:53:52: Also auf einmal hab ich plötzlich wieder so Bilder, die mich irgendwie, ja, realer, fühlbarer werden lassen, weil ich wieder was drüber weiß.

01:54:00: Weil in Konkurrenz mit allem anderen, was dauernd wahrgenommen werden will, rückt es ja eben irgendwie nach hinten manchmal.

01:54:06: Also ein bisschen Konkurrenz.

01:54:08: Konkurrenz.

01:54:09: Zu den ganzen Infos von außen.

01:54:11: Paar Infos von innen.

01:54:13: Du hast erst gesagt, dass du ... Als es um den Darm ging, dass es etwas war, was dich erst mal so abgeschreckt hat, wo du dich nicht irgendwie, also was wir alle haben, dieses, aha, da guck ich mal nicht hin.

01:54:26: Aber wenn man dann hinguckt, dann ist es mitunter das Wertvollste, was man da entdecken kann.

01:54:31: Gibt es da etwas gerade, wo du noch sagst, aber eigentlich, ich glaube, es wäre ganz gut, wenn ich da mal richtig hingucken würde?

01:54:39: Im Moment für mich so ein ganz großes Thema Langsamkeit.

01:54:42: Damit habe ich mich beschäftigt.

01:54:44: Ich merke auch, dass ich oft besser in meinen Körper komme, wenn ich aus der Schnelligkeit rauskomme und so langsam werde.

01:54:50: Beim Duschen das Abwischen und dann merk ich so einen Moment langsam abwischen.

01:54:53: Und plötzlich bin ich irgendwie wieder mehr da.

01:54:57: Das ist was, was ich noch nicht so kann, wie ich es gerne können würde.

01:55:01: Langsamer sein?

01:55:02: Einfach auch immer wieder langsam werden.

01:55:07: Also das ist gerade so ein Thema, das mich ein bisschen beschäftigt hat.

01:55:11: Und wo ich noch nicht auf der Stelle angekommen bin, dass ich sagen kann, ah, jetzt habe ich es so verstanden, dass ich es schon ganz nützlich, stimmig in mir habe.

01:55:19: Also das wäre so was, da würde ich mich echt freuen, wenn ich ein paar Jahren sagen kann.

01:55:22: Und das hat dann geklappt.

01:55:23: Oder besser zumindest.

01:55:25: Das langsamer werden.

01:55:28: Ich glaube, das ist total wertvoll.

01:55:30: Ja, ich merke auch, zum Beispiel, du denkst ja wirklich auch nach, wenn du Fragen stellst, sondern stellst du die so in deiner Geschwindigkeit.

01:55:37: Und dafür, glaube ich, hast du das schon ein gutes Stück weit.

01:55:40: Ich find das sehr angenehm, wenn ich dir so gegenübersetze und das so merke.

01:55:44: Und manchmal denke ich, ein bisschen mehr davon täte mir auch

01:55:47: gut.

01:55:48: Ich weiß, woran ich gehe.

01:55:49: Wir haben einen Garten und wir haben gegenüber ist eine Frau, die beobacht dich immer so aus dem, sie kann mir ja sagen, glaube ich, aus dem Küchenfenster raus.

01:55:57: Eine alte Dame, die im ihrem Garten ... So was von langsam ist.

01:56:01: Das ist unglaublich.

01:56:04: Ich denke mir, wie kann man denn so langsam sein?

01:56:08: Und sie ist da wirklich an einer Rose dran und schnippet da so leicht rum und dann trägt sie irgendwas davon ganz langsam weg.

01:56:15: Und da denke ich, das ist ja unglaublich.

01:56:19: Also das ist mir völlig... viel mehr begeistert als von jedem schnellen Läufer oder Läuferin, weil das ist für mich auch wirklich so meisterhaft, so damit so zu sein, wenn ich irgendwas im Garten mache, dann muss ich auf jeden Fall ein Podcast hören und das sollte echt ganz schnell gehen, damit ich dann wieder irgendwas schnelles schaffen kann.

01:56:36: Aber so das, also sie, das ist so der Langsamkeit und nicht unangenehm.

01:56:43: Es gibt ja so auf dem Amt manchmal so diese von links.

01:56:46: Okay, Scheiße, ich bin jetzt wirklich einer langsamsten Person gelandet und will einfach noch meinen Ausweis haben.

01:56:52: Aber Menschen, die langsam in der Natur sein können, das ist meisterhaft, finde ich.

01:57:00: Man könnte auch mal so machen, Olympiade der Langsamkeit wäre es am besten langsam.

01:57:04: Ja, das wäre wirklich

01:57:05: gut.

01:57:06: Es hätte, glaube ich, irgendeinen interessanten Effekt.

01:57:09: Ja, dass man wirklich sagt, es gibt hier hundert Meter und wer es am allerlangsamsten macht, der

01:57:15: war das ja... Und wer kriegt das überhaupt hin?

01:57:16: Ich war mal bei so einem Theaterstück, da haben die drei Stunden lang nur Fragen gestellt.

01:57:21: Und das war total irre, das war in Karlsruhe, ich weiß nicht mehr genau, wie das hieß.

01:57:25: Das war so eine Aktion, ich glaub, im Theatertag.

01:57:27: Und es fand ich so ... Abgefahren, weil ich nämlich rausgegangen bin und gemerkt habe, ich stelle mir jetzt auf einmal im Kopf auch die ganze Zeit Fragen.

01:57:35: Also ich denke nicht mehr in so, was ist da hinten und wer soll das?

01:57:37: Dann ich denke so, was ist da hinten?

01:57:40: schon eine Frage.

01:57:41: Aber quasi so, wie sieht das aus?

01:57:43: Warum ist das so?

01:57:44: Dann hat plötzlich mein Denken das total angenommen.

01:57:46: Und ich fand das super angenehm, mal nur in Fragen zu denken.

01:57:49: Und ähnlich wäre es vielleicht mit Langsamkeit, vielleicht so ein Theaterstück, wo man so drei Stunden dieser Frau im Garten zu guckt.

01:57:55: Was mache das?

01:57:56: Wie gehe ich dann verändert am Ende daraus und habe plötzlich so ein Gefühl von Ruhe, was mir davor schon lange vergessen war?

01:58:03: Wie gut schläft eine Frau in der Nacht?

01:58:05: Das ist die Frage.

01:58:06: Ich kann dir da einen Film empfehlen.

01:58:08: Der heißt Perfect Days.

01:58:10: Der ist von Wim Wenders.

01:58:11: Okay.

01:58:11: Und der hat einen ... Es ist ein Spielfilm und er hat einen Toilettenputzer in Tokio.

01:58:19: Ah, den habe

01:58:19: ich gesehen.

01:58:20: Ja, ja, doch, doch, den habe ich gesehen.

01:58:22: Der kam vor ein, zwei Jahren im Kino oder so.

01:58:24: Genau.

01:58:24: Und der ist so mein, fast schon wie eine Badewanne ist dieser Film für mich, weil ich das so, wenn ich den zugucke.

01:58:32: Und das ist so, das ist fast schon so ein Ideal-Bit von Mensch, finde ich, wie er da so jeden Tag so verrichtet und wahnsinnig begeistert oder nicht begeistert unbedingt, sondern einfach seinen Job macht.

01:58:44: Und dann wieder nach Hause fährt, ein Buch liest und wenn das fertig gelesen hat, wieder eine Bibliothek abgibt.

01:58:50: Das ist so meine Badewanne.

01:58:53: Und es ist auch das Ironische, weil auf der anderen Seite die japanische Kultur ja genau das Gegenteil ist.

01:58:59: Also noch höher, noch schneller, noch länger, noch weiter.

01:59:01: Also wirklich sehr ergeizig, sehr am Tempo.

01:59:04: Und dann diese typischen japanischen Traditionen, die wir dann oft so romantisch sehen, ist es sich langsam den Tee eingeließen oder ganz ruhig.

01:59:13: Gegenbewegungen, die daraus entstehen.

01:59:16: Also man muss dann schon beide Stücke sehen, woher kommt das eine, woher oft reagiert das andere.

01:59:21: Ja,

01:59:21: also die in den Tokio an der Kreuzung stehen, das ist nicht achtsam.

01:59:26: Und gleichzeitig herrscht da auch ein großes Maß an Achtsamkeit im Trubel, weil es einfach auch zu krass wäre in so einer extremen Millionen Stadt.

01:59:34: Ich weiß nicht, warst du mal in Tokio?

01:59:37: Und hast du dieses Gefühl, wenn man aus der U-Bahn raussteigt und man einfach nur in so einem Stromlinien, gleichmäßigen Menschenfluss mitfließt.

01:59:45: Ich kannte das vorher gar nicht.

01:59:48: Das für mich ist das nach wie vor eines der größten Kulturschocks gewesen, dort zu sein bzw.

01:59:53: wieder zurückzukommen.

01:59:54: Das war der größere Kulturschock, weil eine Stadt, die so, also die größte Stadt der Welt, es fühlte sich teilweise an, als wäre man am Strand.

02:00:02: Weil es so entspannt ist auf einer verrückten

02:00:04: Art.

02:00:05: Ganz

02:00:05: ruhig.

02:00:06: Es riecht nirgendwo.

02:00:08: Man läuft so durch diese Stadt und denkt, wie geht das alles?

02:00:13: Welche Vereinbarungen, wo habt ihr was unterschrieben?

02:00:16: Das ist auf jeden Fall organisch, finde ich, aber in so einem ganz geordnet organisch.

02:00:21: Und alle halten sich dran.

02:00:23: Und ich war irgendwann so stolz auf mich, dass ich auch so in diesem ... System so funktioniert habe.

02:00:31: Man

02:00:31: schwimmt so mit und man denkt so toll, ich stehe jetzt auch auf der Treppe genau an der richtigen Stelle.

02:00:36: Mein Koffer steht vor mir.

02:00:37: Wunderbar und ich laufe so rein, dass das mit dem Zug auch, dass da keine Schlangen entsteht und ich an meinem Platz bin.

02:00:43: und ich war so richtig stolz, dass ich so im System funktioniert habe.

02:00:48: Und das ist ja eigentlich auch hat wieder was.

02:00:50: DDR geprägt, auch so, oh fuck.

02:00:54: Aber irgendwie was total beruhigendes auch.

02:00:57: Es ist ein total spannendes Feld, wenn man da ist.

02:01:00: Ich habe zwei Monate ja auch wirklich dort gearbeitet im Krankenhaus und auch teilweise gut die zehn Stunden und bin dann nach Hause gekommen und habe gemerkt, ich bin gar nicht so erschöpft.

02:01:09: Und fand das irgendwie irre.

02:01:11: Und nach einer Weile hab ich gedacht, ich glaube, das liegt daran, weil einfach viel weniger Reibung stattfindet.

02:01:16: Mir war vorher überhaupt nicht bewusst, wie viel wir uns reiben in Deutschland.

02:01:20: Das ist auch gut.

02:01:21: Manchmal werden da Sachen hinterfragt und wir sind kritisch und es hat auch einen Wert.

02:01:24: Und auch in Japan, wenn ich mit Menschen mich unterhalten hab, es hat auch eine Bürde.

02:01:29: Die haben nämlich viele unbewusste Regeln, die wir überhaupt nicht blicken, als Europäer, und die wir auch nie perfekt so ausführen können, wie Menschen, die dort aufgewachsen sind.

02:01:38: Und das ist auch, glaube ich, für die teilweise viel anstrengender, als wir es so merken, diese perfekte Harmonie.

02:01:44: Aber es ist auch eindrucksvoll, wie leicht Dinge plötzlich werden, wenn in der Gruppe sich so verhalten wird, dass der Hauptfokus immer drauf ist, wie harmonisch ist die Gruppe, wie geht es der Gruppe, ist alles gerade im Fluss, also wie viel Energie sich da auch noch sparen lässt.

02:01:57: Hier und da übertragen sie dann eben vielleicht auch im eigenen Körper in so einer Art von Umgang.

02:02:02: Und wenn man es dann nicht so weit treibt, das ist im besten Fall auch nicht zu untergeordnet oder zu anstrengend für einen selber.

02:02:08: Man kann trotzdem noch kritisch sein und Dinge hinterfragen.

02:02:10: Aber so ein bisschen Japan.

02:02:12: Ab und zu mal hier nach Deutschland ziehen.

02:02:14: Absolut.

02:02:14: Schöne Sache.

02:02:15: Absolut.

02:02:15: Schöne Sache.

02:02:16: Also wir nehmen nicht diesen ganzen Stress auch mit, den die auch mit sich haben oder die Einsamkeit.

02:02:22: Das ist auch ein Nebeneffekt, wenn man immer alles ganz richtig und harmonisch machen

02:02:25: will.

02:02:25: Und niemanden bloß nicht auf den Fuß treten oder so, sondern um Gottes Willen.

02:02:29: Das könnte ja ganz schlimm für ihn oder sie sein.

02:02:32: Das ist das andere.

02:02:33: Aber genau.

02:02:34: Ja, es ist ein perfekter... Ja, ich fand es ein perfekter Urlaub eigentlich.

02:02:40: Willst du dann noch mal zurück?

02:02:41: Ich war dann auch noch mal da und fand es auch wieder schön und vor allem überraschend.

02:02:46: Das Wort ist vielleicht ruhig, aber sinnlich.

02:02:50: Wenn alles so ruhig und harmonisch ist, dann kann man auf einmal dieses kleine Törtchen... So genießen, weil sich jemand zu mir, also wenn alles so ein bisschen runterkommt, dann kommt plötzlich so Genuss und Sinnlichkeit, das habe ich da irgendwie auch gemerkt, wo ich jetzt nicht gedacht hätte, Japan per se ist da so, aber irgendwie, das hat das für mich auch.

02:03:07: Na ja, aber das sind ja nur so, wir kommen ja nur von außen und können nur so diese Oberfläche beobachten, aber das waren so...

02:03:13: Ja, man hat halt so, du weißt, dass du jeden Menschen, den man trifft, also zumindest in so einer Großstadt hast, hatte ich das Gefühl, diese Person macht das mit einer Hingabe.

02:03:24: Also das ist nicht, ich bin ja eigentlich Schauspieler, aber hier ist dein Flat White, sondern es ist was anderes.

02:03:32: Es ist eine andere Verbundenheit und auch die Menschen, die dann die Stadt sauber gemacht haben und das ist ja dann Hirayashi heißt er, glaube ich so, in dem Wenders Film.

02:03:42: Der Hauptdarsteller.

02:03:42: Der Hauptdarsteller, der das mit einer Hingabe macht.

02:03:45: und dann würde man sagen Toilettenputzer in Tokio, oh, Rad.

02:03:49: Ich habe ein... Tokyo waren wir dann, haben wir die zwei, drei Toiletten uns angeguckt, die in dem Film sind.

02:03:55: Und es war unglaublich, weil in einer standen dann davor Kanadier, Franzosen, wir Amerikaner, die sich die Toilette angeguckt haben, öffentliche Toilette in Japan aufgrund eines Wim Wenderfilms.

02:04:08: Das

02:04:08: war so was, das war irgendwie, wir standen einfach da vor diesem Toilettenhäuschen und haben uns zur Zahl gefreut, dass wir so, ja.

02:04:16: das Klo uns angekriegt

02:04:17: haben.

02:04:18: Und zeigt es aber nicht genau diesen Punkt noch mal so schön, den wir vorhin hatten, dass es eben manchmal nicht um die äußeren Dinge geht.

02:04:24: Bin ich jemandochtrabendes in Firma XY, sondern um mit welcher Liebe, mit welcher Hingabe mache ich meine Aufgabe?

02:04:31: Welchem Wert gebe ich selber meiner Genauigkeit?

02:04:34: Und wenn ich die Einhalte entwickle, ich ein schönes Gefühl.

02:04:36: Also im Grunde holt der Film noch genau diese Aspekte noch mal hervor.

02:04:39: Und plötzlich dieses schöne Gefühl, dass ein gewisses Grad, ein gewisser Grad von Frieden zufrieden.

02:04:45: und irgendwie genug sich einstellen kann bei ganz kleinen Dingen, indem unser inneres so an Bord ist und dabei ist, oder?

02:04:53: In der Hingabe eigentlich.

02:04:58: Zu einer Sache, wenn man sich wirklich hingebt zu einer Sache, ist man, glaube ich, auch automatisch bei sich.

02:05:03: Und das ist ja dann wieder so.

02:05:04: der, bestenfalls, der Fluss, den wir da sehen und das, was uns dann so ... wenn es bei mir die Frau ist, die gegenüber einer Hingabe in einer unglaublichen Langsamkeit da ihre Rosen irgendwie schneidet oder jemand in Tokio eine Toilette reinigt.

02:05:20: Vielen hat es sich irgendwann, dass du da warst.

02:05:22: Hat mich sehr, sehr gefreut.

02:05:24: Ich finde, man merkt total, dass du dich der Sache hingibst und einen Weg gefunden hast.

02:05:32: Also etwas zum Meistern, was wenigen gelingt, finde ich nämlich wirklich dieses so ein Gefühl zu vermitteln.

02:05:39: zu einem Wissen.

02:05:43: Man kann es anfassen.

02:05:44: Und das ist irgendwie etwas, was sehr eindrücklich finde ich.

02:05:49: Dass man so ein Buch denkt, jetzt geht es um die Organe.

02:05:54: Soll ich mal was über Organe lesen?

02:05:57: Und das ist eh nicht wie mit dem Dame Charme komischerweise.

02:06:00: Dass man denkt, ja, na klar.

02:06:02: solltest du das lesen.

02:06:03: Also du schaffst total so eine Tür zu öffnen.

02:06:05: Das ist echt sehr, sehr, sehr beeindruckend.

02:06:07: Vielen herzlichen Dank dafür.

02:06:08: Danke

02:06:09: schön.

02:06:09: Ich habe eine letzte Frage.

02:06:10: Ja.

02:06:11: Es ist immer die letzte Frage und ich möchte von dir gerne wissen, was du auf eine große Plakatwand am Alexanderplatz schreiben würdest.

02:06:18: Hallo.

02:06:23: Meine ehrliche Antwort.

02:06:25: Wunderbar.

02:06:26: Dann sage ich, ich schreibe daneben.

02:06:28: Vielen Dank und auf Wiedersehen.

02:06:30: Genau.

02:06:31: Danke

02:06:31: schön.

02:06:32: Danke auch.

02:06:39: Das war Dr.

02:06:40: Julia Enders.

02:06:41: Vielen, vielen herzlichen Dank fürs Zuschauen und auch zu hören.

02:06:44: Ich habe aus dieser Folge, wie ihr euch denken könnt, ganz, ganz viel mitgenommen.

02:06:48: Aber vor allen Dingen ein Grundgefühl.

02:06:50: Und zwar, dass der Körper mein Verbündete ist.

02:06:53: Das ist mir in diesem Gespräch noch mal so richtig deutlich

02:06:56: geworden,

02:06:57: dass jeder einzelne Teil Im Grunde mein Freund oder meine Freundin ist.

02:07:01: Und dass wir das irgendwie zusammen machen.

02:07:03: Und dass ich diesem Körper nicht einfach irgendwas befehlen kann.

02:07:06: Macht dies, macht das.

02:07:07: Sondern dass wir gucken müssen, wie wir das Ganze zusammenhängen kriegen.

02:07:10: Das habe ich aus dieser Folge mitgenommen als Grundgefühl.

02:07:13: Ich bin natürlich gespannt, wie immer was ihr da aus mitgenommen habt.

02:07:15: Schreibt das gerne in die Kommentare.

02:07:16: Bei YouTube geht es ganz, ganz einfach.

02:07:18: Oder Spotify.

02:07:19: Das war jetzt die letzte Folge Hotel Maze Retreat.

02:07:22: Meine Miniserie zum Jahresbeginn.

02:07:25: Zum Thema Achtsamkeit, Gesundheit und Finanzen.

02:07:27: Ich hoffe, für euch war das Ganze genauso wertvoll wie für mich.

02:07:31: Wie gesagt, ich mache das immer Anfang des Jahres ziemlich so ein bisschen zurück und schaue, dass ich das alles wieder so eingesammelt kriege und ein bisschen sortiert habe.

02:07:40: Und ich hoffe, ihr konntet das dadurch auch machen.

02:07:42: Wenn ihr Lust habt auf mehr solche Serien, dann schreibt mir gerne, schreibt es euch gerne in die Kommentare, wozu ihr euch auch noch eine Serie wünscht.

02:07:49: Und dann gucke ich mal, ob ich da wieder ein bisschen was bündeln kann.

02:07:52: Ich möchte mich herzbedanken bei meinem Team.

02:07:54: Max mir ein Frisch für die Produktion, bei Lena Rohäufe, die Redaktion und beim Mitvergnügen für die Distribution und Vermarktung.

02:08:01: Wenn ihr Lust habt auf eine weitere Folge, holt ihr Matze Retreat, dann möchte ich euch die Folge mit Dr.

02:08:07: Anne Fleck empfehlen, da geht es hauptsächlich um Ernährung.

02:08:10: Ich wünsche euch einen schönen Tag, eine gute Nacht und vor allen Dingen auch ein gutes neues Jahr.

02:08:14: Auf bald, euer Matze.

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