Robert Marc Lehmann - Wovor läufst du weg, wenn du die Welt rettest?

Shownotes

Robert ist Meeresbiologe, Wildtierschützer, Dokumentarfilmer- und Fotograf, Forschungstaucher, Content-Creator und sicherlich noch einiges mehr. Ich bin durch seine Instagram-Präsenz auf ihn aufmerksam geworden und habe sein Buch “Mission Erde” gelesen.

Ich wollte von Robert wissen, warum die letzten Jahre für ihn zu den schwersten seines Lebens gehörten, wie es sich anfühlt, dauerhaft Verantwortung für Leben zu tragen – und warum ihm Nein-Sagen so unglaublich schwer fällt. Wir sprechen über Tierschutz, Schuld, Burnout, Therapie, Verdrängung und über die Frage, wann Helfen zur Selbstaufgabe wird – und es geht darum, was passieren müsste, damit ein Jahr für Robert einfach mal „okay“ sein kann.

WERBEPARTNER & RABATTE: https://linktr.ee/hotelmatze

MEIN GAST: https://www.instagram.com/robertmarclehmann/

DINGE: Roberts Website: https://www.robertmarclehmann.com/de/

Roberts Buch “Mission Erde”: https://bit.ly/3NYMqyA

KSK - Kämpfe nie für dich allein: https://bit.ly/4qg2A3W

Erklärung “EMDR-Therapie”: https://bit.ly/4krqKr1

Maximilian Frisch - Produktion Lena Rocholl - Redaktion Mit Vergnügen - Vermarktung und Distribution

MEIN ZEUG: Mein Fragenset FAMILIE: https://beherzt.net/products/familie Mein Fragenset LIEBE: https://beherzt.net/liebe Mein erstes Fragenset: https://beherzt.net/matze Meine Spendenaktion: https://machmit.wellfair.ngo/hotel-matze-spendenaktion-2025 Mein Newsletter: https://matzehielscher.substack.com/ YouTube: https://bit.ly/2MXRILN TikTok: https://tiktok.com/@matzehielscher Instagram: https://instagram.com/matzehielscherHotel LinkedIn: https://linkedin.com/in/matzehielscher/ Mein Buch: https://bit.ly/39FtHQy

Transkript anzeigen

00:00:00: Ein Tier belügt dich nicht.

00:00:02: Kein Tier der Welt würde dich jemals belügen.

00:00:04: Das machen die nicht.

00:00:05: Das ist nicht in denen drin.

00:00:07: Kein Tier lügt dich an.

00:00:08: Menschen ja.

00:00:09: Menschen hintergehen dich.

00:00:11: Tiere nicht.

00:00:13: Willkommen, Mutter Matze.

00:00:14: Ich bin Matze, hier schon.

00:00:15: Ich treffe mich hier mit Menschen, die mich interessieren und versuche herauszufinden, wie die so ticken.

00:00:20: Mein heutiger Gast ist Robert-Marc Lehmann.

00:00:22: Robert-Marc Lehmann ist Meeresbiologe, Forschungstauer und einer der krassesten Tierschützer des Landes, was aber nicht immer so war.

00:00:31: Scheiße,

00:00:31: ich hab das jahrelang gemacht.

00:00:34: Ich habe jahrelang Tiere gefangen, ich habe sie verkauft, ich habe sie eingesperrt, ich habe sie misshandelt, ich habe sie gegessen.

00:00:39: Ich kann in meinem Leben niemals so viele Tiere retten und freilassen, wie ich gefangen, gegessen und getötet habe.

00:00:44: Unmöglich.

00:00:45: Es waren hunderttausende.

00:00:46: Meinst du, dass sich das irgendwann aufwiegt?

00:00:51: Das erste Mal im Blauwahlsee ins größte Lebewesen der Erde.

00:00:53: Unfassbar beeindruckend, weil man malt sich nicht aus, wie groß dieses Tier wirklich ist.

00:00:58: Kannst du dir das vorstellen?

00:00:58: Nein.

00:00:59: So, das ist wie ein verdammter ICE in Blau als Wahl.

00:01:03: So, unfassbar geiles Erlebnis, auf einem Boot zu stehen und zu gucken, da ist ein Fünfzehn Meter Wald, da ist ein Fünfzehn Meter Wald, der ist nur ein Meter unter uns und dreht sich dabei und guckt uns an und kommt da hoch

00:01:12: und macht... Ich habe von dir einen Satz gelesen, ich fühle mich in der Gegenwart von Tieren einfach wesentlich wohler als in der Gegenwart von Menschen.

00:01:22: Das war schon immer so.

00:01:23: Ja.

00:01:24: Was ist das bedrohliche an den Menschen?

00:01:27: Ja,

00:01:27: da gibt es Dinge, die kann ich nicht erzählen und Dinge, die kann ich dir erzählen.

00:01:31: Denn du das aushalten kannst und die Zuhörer ist wirklich eine sehr, sehr schlimme Geschichte.

00:01:36: ist auch für mich schwer.

00:01:38: Bevor wir starten, hätte ich einen Hinweis und eine Bitte.

00:01:41: der Hinweis.

00:01:42: Wir sprechen dieser Folge über ganz, ganz viel, aber auch über Suizidgedanken und über Tierleit.

00:01:47: Ich denke, das solltet ihr vorher wissen.

00:01:49: Und das andere ist die Bitte.

00:01:50: Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr diesen Kanal abonniert.

00:01:53: So sind wir alle ein bisschen weniger abhängig vom Algorithmus.

00:01:56: Vielen herzlichen Dank.

00:01:57: Ich wünsche euch viel Vergnügen.

00:01:59: Imutel Matze mit Robert Marc Lehmann.

00:02:03: Die letzten Jahre waren un... ... fassbar anstrengend.

00:02:06: Also mein schlimmstes war sicherlich, als ich ... ... fünfundzwanzig war, können wir, ... ... wenn du möchtest gerne darüber sprechen, ... ... über meinen Werdegang und warum das damals ... ... sehr schlimm für mich war, ... ... aber so die letzten ... ... drei Jahre ... ... auf dem Level zu arbeiten, wie ich das heute tue, ... ... in der ... ... Intensität, ... ... in der Reichweite, ... ... das kostet extrem viel.

00:02:27: Nicht nur mental, auch körperlich.

00:02:29: Merke ich total.

00:02:30: Es ist einfach wahnsinnig anstrengend, ... ... das zu tun, was ich tue.

00:02:34: Bist du dann so kurz vor Weihnachten, liegst du dann auf dem Sofa oder auf dem Boden und denkst, Alter, ich, es geht nix mehr?

00:02:40: Das

00:02:40: tue ich nie.

00:02:41: Das habe ich das letzte Mal zur Corona-Zeiten, als ich mein Buch geschrieben habe.

00:02:44: Da gibt es zwei Fotos von mir, die Freunde von mir gemacht haben, wie ich verzweifelt am Boden liege und nicht mehr kann, aber aufgrund des Bücherschreibens.

00:02:51: Falls ihr mein Buch schreiben wollt, total einfach.

00:02:54: Gar kein Problem.

00:02:55: Nee, das nicht.

00:02:56: Ich habe einfach keine Zeit verzweifelt zu sein.

00:02:58: Ich habe keine Zeit verzweifelt, am Boden zu liegen.

00:03:00: Gibt es nicht.

00:03:01: Ich muss so viel Verantwortung übernehmen.

00:03:03: ... dass ich die Zeit dafür nicht habe.

00:03:05: Und ... ... ich habe selbst am ... ... vierundzwanzigsten bis ... ... zweiundzwanzig Uhr gearbeitet ... ... neben Familie und so weiter ... ... meine Eltern, die vorbeikommen ... ... und sagen ... ... jetzt habt doch mal Zeit ... ... keine Chance.

00:03:17: Vierundzwanzig ist ja ganz kurz ... ... aber dann auch ... ... mittags schon wieder angefangen zu arbeiten ... ... und dann ... ... durch, durch, durch, ballern, ballern, ballern.

00:03:22: Und in welchem Moment ... ... ist dir aufgefallen ... ... dass es das ... ... viert anstrengendste Jahr war?

00:03:27: Also in welchem Moment hattest du ... ... die Zeit mal kurz zu reflektieren ... ... und sagen ne, das war jetzt ...

00:03:31: ... immer, wenn ich mir vornehme ... Dieses Jahr wird es anders.

00:03:35: Dieses Jahr wird alles besser.

00:03:36: Dieses Jahr mache ich weniger.

00:03:38: Dieses Jahr stelle ich Dinge um.

00:03:40: Dieses Jahr stelle ich Weichen.

00:03:41: Dieses Jahr wird ein Hygieneher.

00:03:42: Dieses Jahr achte ich besser auf mich.

00:03:44: Und dann kommen Dinge, die du selber nicht beeinflussen kannst, wie ein totsterbenskranker Hund, der nur mich als Chance hat.

00:03:51: Und dann sage ich, ich weiß, es wird der Horror und es wird mein Untergang.

00:03:56: Aber wenn ich es nicht mache, wird dieses Tier ganz jämmerlich sterben.

00:03:59: Und dann sagst du nicht nein.

00:04:00: Ich bin nicht der Typ, ich hab viele Dinge wieder gut zu machen, ich bin nicht der Mensch, der Nein sagt, wenn ich ein Leben retten kann.

00:04:05: Und dann hast du die Verantwortung dafür und die kannst du nicht mehr abgeben.

00:04:12: Und konkret ist es ein sehr, sehr, sehr schlimmer Fall.

00:04:14: Also der schlimmste Fall, der mir je untergekommen ist und auch alle Leute, die ich kenne, würden das auch als den schlimmsten Fall aller Zeiten bezeichnen.

00:04:22: Dieser Hund.

00:04:23: Und wann erreichte dich diese Nachricht?

00:04:26: Ich hab die Nachricht Peripher wahrgenommen im Netz.

00:04:30: weil ich mit verschiedenen Schutzorganisationen zusammengearbeitet hab und mich davon aber sehr gelöst hab.

00:04:34: Ich weiß nicht, ob du mitgekriegt hast, dass ich letztes Jahr, Mitte des Jahres gesagt hab, Leute, ich kann nicht mehr, ich möchte nicht mehr.

00:04:41: Ich hab mich jahrelang kaputt gemacht.

00:04:43: Ich löse mich von dieser Thematik des Haus- und Nutztierschutz.

00:04:46: Nicht der Wildtiere, aber ich löse mich von den ganzen Haus- und Nutztieren.

00:04:50: Weil es mich kaputt macht und krank macht, im wahrsten Sinne des Wortes.

00:04:53: Und dann gibt es ein Thema, was mein persönliches Kryptonit ist und das ein Hunde.

00:04:58: Weil ich mit den am meisten ... eine Connection aufbauen kann, kann ich viel besser als mit einem Orkan.

00:05:03: Mit einem Hund baust du eher eine Verbindung auf.

00:05:06: Für die empfinde ich sehr viel Empathie, mit denen fühle ich mit.

00:05:09: Die habe ich jetzt schon jahrelang, ich habe jetzt drei Hunde, die sind alle aus dem Tierschutz, die haben alle eine ganz schlimme Geschichte.

00:05:15: Weil mich das so sehr belastet hat und ich die Videos nicht mehr gucken konnte, ich konnte selber keine Hunde mehr retten, habe ich gesagt, ich höre damit auch, ich kann es nicht mehr, ich kann es nicht mehr tun.

00:05:24: Macht mich nur noch traurig.

00:05:26: Ich will den gar nicht mehr traurig sein.

00:05:28: Aber ich habe es in der Peripherie wahrgenommen, als dieser Fall öffentlich wurde, was diesem Hund passiert ist und habe mit Absicht nicht hingeguckt.

00:05:38: Aber kennst du das, wenn du schon weißt, das wird bei dir enden?

00:05:42: Du weißt schon, es wird passieren, obwohl du innerlich sagst, nein, ich will nicht, ich kann nicht, ich möchte nicht.

00:05:47: Und du weißt, ja, es wird so enden.

00:05:49: Und dann habe ich mich noch wochenlang damit rumgetrieben und dann am Ende natürlich entschieden, ja, ich nehme sie und ich kümmere mich.

00:05:57: Das heißt, du hast die Hündinnen aufgenommen bei dir, die ist jetzt eine von den Dreien.

00:06:02: Und was ist mit der Hündin vorher passiert?

00:06:06: Sehr schwer.

00:06:06: Also, wenn du das aushalten kannst und die Zuhörer ist wirklich eine sehr, sehr schlimme Geschichte.

00:06:12: Das ist auch für mich schwer.

00:06:15: Es ist eine Hündin aus Griechenland.

00:06:17: Da hab ich mal mit einer Tierschutzorganisation, Hundeschutzorganisation, Hundegarten Serres zusammengearbeitet, auch Filme drüber gemacht und so weiter, da viel geholfen, viele Hunde gerettet und da auch meinen zweiten geretteten Hund her, wo auch damals die Option war, die hatten gebrochenes Genick, hab ich auch noch nie erzählt.

00:06:33: Kennten niemand diese Geschichten, diesen Hund kennt auch keiner.

00:06:36: Du hast einen Hund, der so heißt wie ein ...

00:06:39: Nasshorn.

00:06:40: Bina,

00:06:40: meine Erste.

00:06:41: Genau, meine Erste.

00:06:42: Die kommt aus einer Tötungsstation in Rumänien.

00:06:45: Die zweite ... lag mit gebrochenem Genick in einem Olivenhain und da war damals die Option liegen lassen und sterben lassen oder mitnehmen.

00:06:55: Das haben wir jetzt schon gelernt.

00:06:56: So,

00:06:56: das haben wir schon gelernt.

00:06:57: Und die Dritte wurde zur Tode geprügelt.

00:07:04: Im wahrsten Sinne des Wortes.

00:07:06: Also jeder Knochen in dem Körper, jeder zweite Knochen war gebrochen von einem Mann.

00:07:11: Wie?

00:07:11: Ob mit Eisenstangen, Holz, Dritten lässt sich nicht mehr feststellen, dann erschossen.

00:07:19: mit sechs Kugeln, sechsmal auf den Körper geschossen, vier davon sind noch drin, zwei sind rausoperiert, die aus den Wirbelkörpern und danach in diesem Zustand mit jedem Knochen gebrochen, zur Tode geprügelt, aufgeschlitzt und erschossen lebendig vergraben auf einem Müll der Puni.

00:07:39: Dort lag die, tagelang, bis die Bevölkerung, die Ansässige, irgendwann einen Wimmern gehört haben.

00:07:45: Und ich kenne dieses Wimmern sehr gut, weil die Wimmert heute noch, jede Nacht.

00:07:49: Und diese Tierschutzorganisation hat hat die dann abgeholt, weil die Leute sich beschwert haben, da wimmert irgendjemand auf der auf der Müllkippe eines Friedhofs und haben die da rausgeholt und mussten dann in der Gruppe entscheiden.

00:08:03: Gibt es auch Bilder davon?

00:08:04: Ich kann mir die Bilder nicht angucken.

00:08:05: Ich kann mir die Bilder der Rettung kann ich mir nicht reinziehen.

00:08:07: Ich kann es einfach nicht.

00:08:08: Und da war die Entscheidung in der Gruppe.

00:08:11: Schläfern wir die jetzt ein, weil das Sleid zu groß ist, man diesen Hund nicht mehr hinkriegt und mit einer Stimme in einer großen Gruppe wurde sich dagegen entschieden.

00:08:19: Zum Glück.

00:08:20: Hätte ich die so gesehen, hätte ich vermutlich auch fürs Einschläfern gestimmt, so wie die aussah.

00:08:26: Aber das Schicksal belehrt uns manchmal eines Besseren.

00:08:30: und dann wurde sie notoperiert und kam auf eine Pflegestelle und lebte eine Zeit lang im Krankenhaus beim Tierarzt.

00:08:39: Und dann habe ich die nach Deutschland geholt.

00:08:40: Und die Leute denken immer, wenn das dann auf Social Media veröffentlicht wird, dass irgendjemand irgendwo hingeht und irgendwo ein Tier raus holt, das ist die Rettung.

00:08:48: Das ist nicht die Rettung.

00:08:49: Die Rettung beginnt.

00:08:50: wenn die bei Menschen wie mir ankommt.

00:08:53: Und du jede Nacht aufstehst, weil dieses Tier ein ganz schweres Trauma hat.

00:08:57: Wenn du die trägst, weil sie nicht laufen kann, wenn du ihre Kacke weg machst, weil sie sich natürlich einscheißt, sich einpinkelt, wenn sie sich übergibt.

00:09:05: Wenn du mit ihr Physiotherapie machst, wenn du dich vierundzwanzig Stunden am Tag um einen wahnsinnig schlimmen, schweren Pflegefall kümmerst, der fast dreißig Kilo wiegt.

00:09:14: Und ich muss die Treppe hoch und runter tragen und so weiter.

00:09:16: Wenn du sie versuchst, an Futter zu gewöhnen, wenn du ihre Angst nimmst, wenn du mit ihrem Bett schliffst, sie kuschelt, sie umarmst und wenn du ihr Vertrauen gewinnst.

00:09:25: und das krasseste bei dem Hund ist, dass die mir zu einhundert Prozent vertraut, dass die, die ist nicht böse auf Menschen, die ist nicht sauer, die ist nicht, der hat keine Angst, die ist Menschen zugewandt, die ist super mit Menschen und die ist so voller Liebe und ganz, ganz netter ist der liebste Hund, also lieber als meine beiden anderen Händen.

00:09:46: und ich versteh nicht, wie man diesem Tier so was antun kann.

00:09:49: Und jetzt muss ich das wieder gut machen, was irgendein anderer Mensch, der übrigens im Gefängnis sitzt dafür, was gut ist, wirklich versaut hat.

00:09:57: Und ich werde diese Geschichte von ihr irgendwann erzählen aus zwei Gründen.

00:10:02: Wichtig ist mir dabei ein Grund, dass die Leute verstehen, nur weil irgendjemand die irgendwo rausgeholt hat und dann ein Video darüber macht im Internet, was dann alle liken, kommentieren und sagen, super, das ist nicht eine Rettung.

00:10:14: Das muss man verstehen, dass das hinterher in Monate, jahrelange Arbeit, die wird ja bei mir eine Dekade bleiben oder länger, je nachdem, wie alt sie wird.

00:10:24: Das ist die Rettung.

00:10:26: Was das alles kostet und so weiter, da fließen viele, viele tausend Euros rein.

00:10:30: Also jede OP kostet fünf, sechs tausend Euro.

00:10:32: Und sie hat da einige.

00:10:36: Der Aufwand, der Schmerz und so weiter, was das alles bedeutet, dass das alles Teil der Rettung ist, dass man, wenn man sowas macht, sich den bewusst sein muss.

00:10:44: Und das Zweite ist, ich glaube, jeder, der diesen Hund gesehen hätte, da liegend auf der Müllteponie, hätte, glaube ich, gedacht, das war es.

00:10:54: Und das ist aussichtslos und das wird nichts mehr.

00:10:56: Und heute ist sie ein rumrennender, springender, spielender, glücklicher Hund.

00:11:03: Und das ist krass, weil ich glaube, das ist eine der schönsten Hoffnungsgeschichte.

00:11:07: Und ich erlebe ganz oft Menschen, die wollen aufgeben, die wollen ihr Leben beenden, die wollen nicht mehr weitermachen.

00:11:13: Ich habe selber auch solche Phasen gehabt.

00:11:16: Und ich sage den dann heute, aber es gibt so viele Optionen, dass es doch noch gut werden kann.

00:11:22: Und wenn du den nicht probierst und nicht ausschöpfst, dann weißt du es ja auch nicht.

00:11:25: Leben beenden ist super einfach.

00:11:27: Super easy.

00:11:27: Das kann jeder.

00:11:28: Aber weitermachen und diese Optionen ausloaten, die da draußen sein können und es könnte cool werden.

00:11:35: Das dazu gehört wahre Stärke.

00:11:36: Und ich bin unfassbar beeindruckt von dieser Hündin, wie stark die ist, welchen Überlebenswillen die hatte.

00:11:45: Und wie sanftmütig sie immer noch ist.

00:11:47: und das finde ich einfach super krass.

00:11:48: Das ist eine der schönsten Tierschutzgeschichten, die ich hier erlebt habe.

00:11:51: Und wenn ich die heute angucke, denke ich, das erfüllt mein Herz mit großer Freude.

00:11:55: Wenn ich diesen Prozess sehe von Tod, Erschlagen, Erschossen, lebendig vergraben zu, die spielt heute mit meinen anderen Händen, das ist einfach... ist eine wahnsinnig schöne Geschichte mit Happy End, die viel Hoffnung vielleicht erzeugt.

00:12:09: Längste Antwort aller Zeiten auf eine Frage.

00:12:12: Sorry dafür.

00:12:12: Überhaupt bitte der gar nicht.

00:12:15: Ich weiß nicht, ob du in irgendeiner Form spirituell eingestellt bist.

00:12:18: Ja, in.

00:12:21: Dann stelle ich die Frage trotzdem.

00:12:23: Ja.

00:12:23: Was glaubst du, warum die Hündin überlebt hat?

00:12:26: Also es gibt... Ich hab immer das Gefühl, manche Sachen sollen eben so sein, wie sie sind.

00:12:31: Es gibt... Das

00:12:32: ist immer so.

00:12:33: Da stimm ich dir zu einhundert Prozent zu, ist... musste auch so kommen, dass sie zu mir kommt.

00:12:37: Weil ich kenne, und das ist überhaupt nicht böse gemeint, allen anderen Tierschützern gegenüber oder den Leuten, die sie gerettet haben oder anderen Profis da draußen, sie hätte es nicht besser erwischen können als bei mir.

00:12:48: Weil ich habe die finanziellen Möglichkeiten, ich hab die Power dafür, jede Nacht nicht zu schlafen, niemals böse darauf zu sein.

00:12:57: Ich wisch die Kacke weg, ich wisch die Pisse weg, ich wisch die Kotze weg, ist mir alles scheißegal.

00:13:01: Ich kümmere mich, ich ... Ich bin da für dieses Tier, ich kann versuchen ihr dieses Trauma zu nehmen, aber das Wichtigste ist, ich hab auch das Netzwerk, das Knowledge und die Leute im Hintergrund, die mir helfen, diesen Hund wieder zu gesunden.

00:13:12: Ich kenne keine zweite Person auf der Welt.

00:13:15: Die oder der, das könnte.

00:13:18: Viele Leute können Hunde retten und aufnehmen, aber das ist ein super krasser Spezialfall, den ich schon mal durchgemacht hab, nicht in so einer schweren Fohren, aber einen Hund mitgebrochenem Genick, der nicht laufen kann und sich einscheißt, ist jetzt auch nicht ohne.

00:13:29: Es gibt auch die Leute, die sich kümmern um Hunde im Rollstuhl und so weiter, aber ... Ich wusste, dass ich das schaffen kann, weil ich es schon mal gemacht habe.

00:13:36: Weil ich die Erfahrung habe, die Power, die Noll.

00:13:39: Das Paket war perfekt.

00:13:40: Das Universum hat uns, auch wenn ich nicht wollte.

00:13:44: Und das ist ja auch zwei Herzenschlagen da in meiner Brust.

00:13:47: Ich wusste, die macht mein Leben zur Hölle.

00:13:49: Und das ist so.

00:13:50: Weil ich nicht mehr schlafen kann.

00:13:52: Die finanziellen Aufwendungen.

00:13:54: Und wenn du schlafest, Schlafanzug ist eine Foltermethode.

00:13:57: Und wenn du wirklich ... Du kannst einfach nicht mehr.

00:13:59: Aber wenn dieses Hund ... Diese kleine Hundeseele halt nachts weint.

00:14:04: Dunkel, alleine, Angst.

00:14:05: Wo bin ich immer und immer wieder?

00:14:07: Du erlebst das mit der Hündin ja mit.

00:14:09: Die Verletzungen, die Wunden, die nicht heilen, der Dekubitus.

00:14:11: Also die ist wundgelegen, weil sie nur liegt, nicht aufstehen kann.

00:14:15: Du weißt aber, wenn ich diesen Schritt gehe und da noch den Laser besorge und diese Therapie und dann machen wir Physiotherapie, dann stelle ich dieses Futter um, dann gehe ich zur Goldtherapie, dann kriege ich die Implantate und so weiter.

00:14:23: Und am Ende springt dieser Hund durch den Schnee, dann denke ich ... Also, ich war zwischendrin auf, vielleicht muss ich diesen Schritt gehen, den ich nicht gehen möchte.

00:14:40: Ich muss sie einschläfern lassen, weil sie nicht aufsteht und immer dünner wird und die Wunden nicht heilen und der die Kubitus schlimmer wird und es ihr schlecht geht und sie Schmerzen hat und sie irreparabel ist und die Knochen gebrochen sind und die wachsen schief zusammen.

00:14:53: Und das hat alles keinen Sinn.

00:14:55: und wie hochwertig ist die Qualität eines Lebens mit einem Hund, der nicht aufstehen kann, der auch im Rollstuhl nicht laufen kann.

00:15:02: Die ist völlig zerstört.

00:15:05: Als ob du mit dem Lkw drüber gefahren bist mehrmals.

00:15:10: Und dann passieren halt Wunder.

00:15:11: Durch Leute, die ich kenne, die ihren Job gut verstehen, die mir geholfen haben.

00:15:17: diesen Hund wieder zu gesunden und die richtige Therapieform angenommen, wo andere drüber lachen und sagen Geldverschwendung und ich sagen kann, naja, aber ich hab ja drei Hunde, endgleich drei, hat dreimal sehr gut geklappt.

00:15:26: Und jetzt bei so einem schweren Fall, ihr könnt mich alle am Tüffel tun, weil ihr habt Schulmedizin, alles Berechtigung, aber es gibt ja vielleicht auch andere Sachen, die du hier im Podcast auch schon besprochen hast, die auch helfen können.

00:15:37: Und für mich, wer heilt, hat recht.

00:15:39: Punkt.

00:15:40: Very easy.

00:15:42: Warum kann dich dieses Wunder nicht genügend erhellen?

00:15:48: oder nicht genügend Betten.

00:15:56: Weil das ist super anstrengend, das ist ja nur ein ganz ganz kleiner Teil und du musst dir vorstellen, so ein Fall, wie ich das jetzt, wir geben mir mal einen Namen, Phoebe.

00:16:07: Die hieß Anastasis, die Auferstehende oder sowas heißt das auf Griechisch, aber den Namen fand ich irgendwie blöd, dann habe ich ewig rum überlegt und irgendwie kam ich dann mal auf Phoebe.

00:16:16: Während ich ein anderes Tier gerettet habe, mit Tierrettern zusammen haben wir überlegt, es ging nur nur, hätte ich beinahe gesagt, um eine gerettete Taube, nachts.

00:16:22: irgendwann habe ich nur dreieinhalb Kilometer in den Süden gefahren und dann kamen wir auf diesen Namen und dachte ich erst nach Übergangsnamen, aber wie es immer so ist, Pflegestellen und Übergangsnamen bleiben am Ende bei einem.

00:16:32: Das Problem an der Geschichte ist, dass mich jeden Tag dieserlei Probleme und Arten, ich könnte jetzt meinen Postfach aufmachen, sowohl e-mail als auch Instagram, Facebook, TikTok, you name it.

00:16:42: ... zwanzig Anfragen erreichen.

00:16:46: Kannst du nicht bitte?

00:16:48: oder sonst.

00:16:49: Und oder sonst bedeutet in den meisten Fällen sterben, ... ... eingeschlefert werden, erschossen, was weiß ich.

00:16:55: Und das ist ganz schwierig damit umzugehen, ... ... immer auch bei sowas Nein zu sagen.

00:16:58: Und das erzeugt am Ende einen großen Weltschmerz, ... ... den vielleicht die Tierschützen in der Draußen verstehen können ... ... oder Leute, die auf einem Lebenshof arbeiten oder so.

00:17:05: Und das ist der Grund, warum ich es nicht mehr wollte.

00:17:08: Ich wollte es nicht mehr.

00:17:09: Und das sind schöne kleine Erfolge.

00:17:11: Aber ich wurde jetzt z.B.

00:17:12: für eine Riesenkampagne angefragt, die perfekt zu mir passt.

00:17:16: Nathan Goldblatt macht gerade eine Riesenkampagne zu den Tötungsstationen in Rumänien.

00:17:21: Er hat mich vorher gefragt, möchtest du Teil haben?

00:17:23: und ich sagte, ich würde das wirklich gerne, aber ich kann es nicht.

00:17:27: Und nicht, weil ich nicht mehr kann.

00:17:29: Meine Seele erträgt erst nicht mehr.

00:17:31: Bitte, sag mir darüber nichts.

00:17:32: Ich will es nicht mehr wissen.

00:17:33: Meine Höhne kommt von da.

00:17:34: Ich habe das alles erlebt.

00:17:35: Ich habe das jahrelang gemacht.

00:17:36: Ich will nicht mehr.

00:17:40: Bitte belastet mich nicht mehr.

00:17:42: Ich weiß, dass ich das kann und könnte.

00:17:45: Und das ist auch einige Kritisierende.

00:17:47: Aber wenn du doch kannst, warum tust du es dann nicht?

00:17:49: Weil ihr verdammt noch mal nicht in der Situation seid und wart, jede Nacht aufzustehen und jede Nacht das zu erleben und durchzuleben.

00:17:55: Weil ihr nicht in den Schlachthöfen gestanden habt, nicht in den Milchviehbetrieben, nicht in der Fuchsfarm, was weiß ich, weil ihr da nicht gestanden habt.

00:18:01: Ihr wisst nicht, wie das ist, wenn man das aufsummiert und jahrelang immer und immer und immer und immer wieder macht.

00:18:07: Du gehst da dran kaputt.

00:18:09: Und ich kenne auch niemanden, der das in dieser Intensität, in dieser Bandbreite, und der das so international erlebt hat wie ich.

00:18:17: Es nimmt das bitte nicht despektierlich.

00:18:19: Jeder hat da seinen Bereich und es gibt Undercover-Leute und Tierschützer.

00:18:24: Aber wenn ihr einen kennt, dann schreibt es gerne in die Kommentare oder schickt es mir, der so breit gefächert über so viele Jahre so viel Scheißdreck gesehen hat und gemacht hat.

00:18:37: Das kann nur beschissen enden.

00:18:39: Und das wollte ich nicht.

00:18:40: Ich will nicht beschissen enden.

00:18:43: Machst du das eher ... Das kann man immer nicht so genau sagen, aber in welchen Momenten ist es eher die Liebe zur Natur?

00:18:51: Und wann ist es eher die Wut über die Ungerechtigkeit?

00:18:55: Weil das ist fifty-fifty.

00:18:59: Ich werde immer wieder gefragt, warum ich das tue, was ich tue.

00:19:03: Und das hat zwei Ursachen.

00:19:05: Erstens.

00:19:07: Ich habe hundert und dreißig Länder bereist, gesehen.

00:19:11: Ich habe unfassbar viel geilen Kram gesehen.

00:19:14: Wunderschöne Sachen.

00:19:15: Und der andere Part ist, ich habe auch unfassbar viel Scheißdreck gesehen.

00:19:18: Und das lässt mich manchmal nicht schlafen und ich kann das nicht akzeptieren.

00:19:21: Und Dinge, die ich ändern kann, die ändere ich.

00:19:23: Und deswegen mache ich das.

00:19:24: Um das Schöne zu schützen und das Blöde auszuradieren oder zu bekämpfen.

00:19:29: Es ist so eine Mischung, es ist Fifty-Fifty.

00:19:31: Also du versuchst das selber, also jengenmäßig auszubalancieren.

00:19:34: Also dir immer wieder schöne Sachen anzugucken, damit der...

00:19:37: Ja... Und das habe ich eben die letzten Jahre, habe ich dieses Schöne nicht mehr gemacht.

00:19:42: Ich habe jahrelang nur noch den Scheißdreck gemacht, weil ich auch immer, oder diesen Zwang stand.

00:19:47: Naja, vieles davon ist spendenfinanziert.

00:19:49: Du musst ja dann was Schlimmes machen.

00:19:51: Du wirst so richtig in dir wächst, so ein kleiner Krebs.

00:19:55: Mit den ganzen Spenden der Verantwortung, den Möglichkeiten, den Kommentaren, dem Zuspruch, der sagt, du musst immer weiter durch die Scheiße gehen, weil wenn du da stehst, wenn du das Tier da rausholst und wenn du wieder die nächste Kampagne zu einer Million unterschriften, dann haben wir was erreicht.

00:20:10: Aber niemand hat gesagt, Robert, wie geht's denn dir eigentlich dabei?

00:20:13: Das hat mich nie jemand gefragt.

00:20:15: Ever.

00:20:16: Nie hat irgendjemand gefragt, nach so einer Mission oder nach irgendeinem Blödsinn, der passiert ist, wie geht's dir eigentlich?

00:20:23: Du hast ja keine psychologische Betreuung als Tierschütze oder sonst irgendwas.

00:20:26: Niemand reflektiert mit dir hinterher.

00:20:28: Ich habe dann mal irgendwann den Schritt in die Therapie gewagt und versuch das alles unter anderem aufzuarbeiten.

00:20:32: Aber du trägst von diesen ganzen Einsätzen und teilweise scharfen Einsätzen international eine PDBS davon.

00:20:39: Und das da und da auch und da auch und da noch eine und das noch oben drauf.

00:20:45: Wie willst du das auch anders verwurschen?

00:20:46: Und ich kenne niemanden, der das verwurschen sagt.

00:20:48: Ich mach das seit zwanzig Jahren.

00:20:49: Sie juckt mich nicht.

00:20:50: Jeder Tierschützer endet am Ende beschissen.

00:20:53: Dann hab ich gar keinen Bock drauf.

00:20:54: Ich will nicht so enden wie alle anderen.

00:20:57: Ich kenne das von so Kriegsreportern und Reporterinnen eigentlich, dass die das genau so erzählen und dann eigentlich irgendwann unbedingt den Weg rausfinden müssen.

00:21:06: Hundert Prozent.

00:21:06: Sonst werden sie zynisch oder was auch immer.

00:21:09: Bin ich auch.

00:21:10: Ja.

00:21:10: Ich habe das auch oft, dass ich mich manchmal selber deswegen nicht mehr leiden konnte.

00:21:13: und da muss ich sagen, so will ich nicht sein.

00:21:17: Und jetzt weißt du das ja mehr.

00:21:21: Also du scheinst es zumindest mehr zu wissen, dass du, wenn dich andere Fragen auch mal nein zu sagen und dass es wichtig ist, dass es dir auch gut geht.

00:21:34: Warum kannst du es nicht in die Tat umsetzen?

00:21:37: Also warum kannst du nicht ... Auf deinem, mir geht's nicht so gut.

00:21:40: Also das merke ich ja, dir geht's nicht so gut.

00:21:42: Nee.

00:21:43: Genau.

00:21:43: Also ich kann, die Leute fragen mich mal, wie geht's dir heute?

00:21:46: Und dann sag ich immer mittel.

00:21:48: So, ne?

00:21:49: Ich sag nicht.

00:21:50: Ey, super.

00:21:50: Also dieser Weg aus dem Tierschutz raus, das hat mir mega krass geholfen.

00:21:54: Jetzt mach ich ja nur noch schöne Dinge.

00:21:55: Das hat ja auch alles nachwähnen.

00:21:56: Das ist ja auch nicht, ich mach jetzt keinen blöden Tierschutz mehr.

00:22:00: Alles weg.

00:22:01: Das ist ja alles noch da.

00:22:02: Die Bilder sind da.

00:22:03: Die Bilder sind in dir drin, wie du dich umdrehst auf der Fuchsfarm, wo du ... nach wochenlanger Recherche an der Cover eingebrochen bist, Tiere rausgeholt hast und du guckst noch mal über den Zaun und da sind halt noch vierhundert andere Tiere und die lässt du alle zurück.

00:22:16: Die Bilder sind da, als ich im Schweinestall war und sag du, du, du und du kommst auch mit, du siehst schön aus, du siehst auch und die sechs Ferkel nur auch noch mit.

00:22:22: Ihr anderen tausend.

00:22:24: Ihr geht in die Gaskammer, tschüss.

00:22:26: Also niemand kann dir dieses Gefühl wegnehmen, das kannst du nur über jahrelang versuchen wieder zu bügeln, zu glätten vielleicht oder damit klarzukommen.

00:22:34: Aber das ist also... Ich hab die Weichen gestellt, meinen Weg da rausgefunden, in dem ich mich von verschiedenen Themen losgesagt hab.

00:22:41: Aber ich muss jetzt auch mal wieder was Schönes machen.

00:22:43: Aber dann kommt halt so ein Fall wie so ein Hund, wo die meisten Menschen das überhaupt nicht einordnen können, dass das ein verdammter, vierundzwanzig Stunden Job ist.

00:22:54: Du kannst den Hund in eine Stunde alleine lassen.

00:22:57: Oder sagen, ich geb den am Wochenende mal irgendwo hin.

00:23:00: Wenn du diese Verantwortung übernommen hast, dann musst du sie tragen.

00:23:03: Und egal, wie das ausgeht.

00:23:05: Du musst sie tragen und du trägst sie.

00:23:06: Jeden verdammten Tag, jede Stunde, jede Sekunde.

00:23:09: Und das macht einen schon möglich.

00:23:10: Ich mache das sehr gerne fürs Tier, aber es macht mich auch mürbe, tatsächlich.

00:23:14: Und dass es mir wieder gut geht, dafür müsste ich jetzt mal... Zeit haben, schöne Dinge zu tun.

00:23:20: Dann geht's mir auch gut.

00:23:21: Wenn ich weniger arbeite, geht's mir super.

00:23:22: Wenn ich nicht auf Social Media bin, geht's mir super.

00:23:25: Wenn ich am Strand abhängen würde, für mich tauchen würde, geht's mir super.

00:23:28: Wenn ich für mich fotografieren würde, geht's mir super.

00:23:31: Wenn ich mir mein Auto durchkonfiguriere und es mir doch nicht leisten kann, geht's mir super.

00:23:36: Wenn ich mein neues Auto abhole, geht's mir super.

00:23:37: Wenn ich das machen kann, was ich liebe, dann geht's mir super.

00:23:40: Aber das kann ich nicht so oft.

00:23:41: Durch diese Scheißverantwortung.

00:23:44: Ich bin ja auch immer interessiert, wie jemand der geworden ist, der heute ist.

00:23:47: Und deswegen lass uns einmal so zurückspulen.

00:23:49: Sie gerne mal.

00:23:49: Hat mich noch nie jemand gefaft.

00:23:50: Sie hat

00:23:51: neunzehnt, dreieinachtzig geboren in hier.

00:23:55: Gibt es eine Erinnerung, wo du merkst, dieses krasse Verantwortungsgefühl, was du ganz offensichtlich hast?

00:24:05: Das ist der Ursprung.

00:24:07: Gibt es ein Familienmitglied in der Erlebnis, was dir einfällt, wo du merkst, der Verantwortung, Rucksack?

00:24:13: Das ist mein Rücken.

00:24:16: Ja, nein.

00:24:16: Also, es fängt mit der Liebe an.

00:24:19: Es fängt mit der Liebe zu meinem Großvater an, den ich über alles geliebt habe, der viel zu früh gestorben ist.

00:24:24: Da war ich achtzehn.

00:24:25: Peter.

00:24:27: Geilzer Typ aller Zeiten.

00:24:29: Und der mir alles über die Natur und über die Tiere beigebracht hat und den ich einfach jeden Tag vermisse.

00:24:33: Heute noch.

00:24:34: Ich bin zweinviertig.

00:24:34: Das ist ewig her.

00:24:36: Aber dieser Mann war einfach das Beste.

00:24:39: Der hat mir ... Die Liebe zur Natur, die Liebe zu den Tieren und auch den Respekt vor den Tieren.

00:24:45: Nichtsdestotrotz war ich mit dem auch Angeln und so weiter, dann meine Liebe zum Angeln und so weiter, ist das alles gekommen.

00:24:50: Zu Aquaristik, zu Tieren halten, Tiere besitzen, das war auch ein Teil davon.

00:24:55: Und irgendwann später, als mir dann ein Licht aufgegangen ist mit fünfundzwanzig, als ich diese ganze Tierhaltung, Tiere angeln, Tiere verletzten, Tiere fangen, schweren Herzens aufgegeben habe.

00:25:07: ist wie eine Heroinsucht für mich.

00:25:08: Vergleich das wirklich mit Heroin, ich war absolut süchtig nach Tieren halten, Tiere besitzen, Tiere fangen, Drill-Actionen in der Natur sein, die ist das fürs Foto wieder reinlassen, weil ich will ja keine Tiere verletzen, ich will sie nur fangen und in ein Loch und sie blutig bohren und sie außerhalb des Wassers, während sie zappeln, halten und dann wieder zurückzeigen, ich will ja keine Tiere verletzen.

00:25:29: Und irgendwann habe ich mich in Schwachsinn aufgehört.

00:25:31: und dann kam dieser Verantwortungsrucksack, dann kam so dieses Scheiße.

00:25:36: Ich hab das jahrelang gemacht.

00:25:38: Verdammter Arsch.

00:25:39: Ich hab jahrelang Tiere gefangen.

00:25:40: Ich hab sie verkauft.

00:25:41: Ich hab sie eingesperrt.

00:25:42: Ich hab sie misshandelt.

00:25:43: Ich hab sie gegessen.

00:25:44: Und dann kam irgendwann so diese Erleuchtung, so dieses, es gibt dieses Höhlengleichnis.

00:25:48: Und der eine tritt dann mal raus und guckt über die Mauer und sieht, wie es wirklich ist, während alle anderen nur drin hocken bleiben.

00:25:53: Und so hab ich mich gefühlt und diese Verantwortung bleibt.

00:25:56: Also das ist eine Schuld?

00:25:57: Ja.

00:25:58: Kein Of.

00:25:59: Das ist sicherlich ein großer Part davon.

00:26:00: Ich sag heute, ich kann in meinem Leben niemals so viele Tiere retten und freilassen, wie ich gefangen, gegessen und getötet hab.

00:26:07: Unmöglich.

00:26:07: Das waren hunderttausende.

00:26:09: Hunderttausende.

00:26:10: Das

00:26:10: ist ja easy.

00:26:10: Also du kannst bei einer Fangfahrt, wo du Fische fängst, Anemonen sammelt, Sehsterne sammelt, Korallen sammelt, kommst du mit dreißigtausend Tieren zurück.

00:26:19: Und wenn du es jahrelang machst, für Aquarien, ob klein, ob groß, schädigal, habe ich hunderttausend Tiere über den Jordan gejagt, wenn nicht mehr.

00:26:27: Wenn ich jetzt nicht hunderttausend Kauquappen freilasse, als Einzelindividuen, kann ich das niemals in der Form wieder gut machen.

00:26:35: Das ist ein Schuldgefühl, auf jeden Fall.

00:26:39: Diese Tierliebe geht auf Peter zurück?

00:26:42: Ja, also ganz früh hat es angefangen mit meiner Oma Elfriede, die mit mir schon ... Das sind so die frühesten Erinnerungen und Bilder, die ich auch so habe, wo meine Eltern mich fotografiert haben, wo ich mit zwei wirklich im Arm meiner Oma sitze und wir wirklich aus dem Lexikon Tiere ausschneiden.

00:26:57: Und das war eine DDR, wo es nichts gab und du hast ein Lexikon, du schneidest es aus um Gottes Willen auf einem Teller mit Wasser.

00:27:02: Und dann habe ich da mein erstes Aquarium gebaut und ich fand Fische schon immer super faszinierend.

00:27:06: Ich habe im Dorfteich geangelt und wenn die Mann Karpfen hatten, dann zu Weihnachten oder so, dann habe ich den sitziert und vorhin in der Badewanne drei Tage beobachtet.

00:27:14: Irgendwie hab ich diese Liebe zu Fischen von Anfang an gehabt.

00:27:16: Mein Opa hat das dann bestärkt.

00:27:17: Der war auch ein Angelfreak und hat mich dann an dieses Angeln gebracht und so.

00:27:21: Und da kamen diese Liebe zum Tier irgendwie.

00:27:26: Ich hab die ja geliebt.

00:27:27: Aber das heißt ja nicht, dass ich sie gut behandelt hab.

00:27:29: Das lerne ich heute immer wieder.

00:27:32: Ein Orca-Trainer oder ein Mensch, der sich exotische Tiere zu Hause hat, der liebt die Tiere ja.

00:27:37: Der würde den nie was Schlechtes wollen, aber erst.

00:27:39: Bärzi ein und er kauft sie für sein Ego.

00:27:42: Und er hält sie in einem Glaskasten oder hinter Gittern.

00:27:44: Und das ist für mich keine Tierliebe.

00:27:45: Ich hab das damals falsch interpretiert.

00:27:48: Und mein Opa hat mir auch mein erstes Haustier mit finanziert.

00:27:51: Das haben meine Eltern nicht gewollt.

00:27:53: Es war eine Teigrabbe, namens Hugo.

00:27:55: Glaskasten, nee, Plastikkasten.

00:27:57: Ey, der wartens.

00:27:58: Fünfundzwanzig mal zwölf mal zwölf.

00:28:01: Da war diese kleine Teigrabbe drin, die ich mit Bananen und Gehaktes gefüttert hab.

00:28:04: Das war mein erstes Haustier.

00:28:06: Und weil der das ... Der hat diesen Drang.

00:28:09: in mir auch selber verstanden, wenn meine Eltern das überhaupt nicht verstanden haben, dass ich so ein Aquarium haben will und Terrarien und dass ich rausgehen will.

00:28:17: Die haben das auch nie großartig gefördert.

00:28:19: Hat mein Opa das, hat mich da gesehen und gehört.

00:28:22: Und das war echt schön.

00:28:24: Deine Mutter ist Lehrerin.

00:28:26: Dein Vater habe ich nicht ... Töpfer.

00:28:28: Töpfer.

00:28:29: Wie haben die die Wendezeit erlebt?

00:28:32: Also wie hat dir das als Familie erlebt?

00:28:36: Ich glaube, mein Vater ging es ganz gut als Kunsthandwerker in der DDR.

00:28:39: Die Leute haben das Zeug gekauft, der hat einen sicheren Job.

00:28:43: Meine Mutter hat gelitten unter dem System, im Sinne von sie muss ein System unterrichten in der Schule, was sie selbst nicht vertritt.

00:28:51: Und ich glaube, das fiel ihr schwer, als.

00:28:53: meine Eltern sind auch jungen Eltern geworden, zwanzig und neunzehn.

00:28:55: Ja, bei mir auch,

00:28:56: ja.

00:28:56: Das ist im Osten damals normal gewesen, das ging ja auch sehr gut ins System zu integrieren.

00:29:00: In Kinderkrippe und so weiter, mit sechs Monaten ab in die Krippe, wie du arbeitest, tschüss.

00:29:04: Das ist, glaube ich, heute anders.

00:29:06: Und ich weiß noch, dass meine Eltern sich gefreut haben, als die Mauer fiel und haben uns damals ins Auto gesetzt, meine Oma, mich und meine kleine, neu geborene Schwester.

00:29:16: Und ab ins Auto, ab zur Grenze.

00:29:18: Und dann, fünfzig Kilometer vor der Grenze war Schluss, war Stau.

00:29:20: Hätten also drei Tage drüber gebraucht.

00:29:22: Nach einer Woche haben wir, glaub ich, den Neuangriff gewagt.

00:29:25: Und dann ging's ihnen, glaub ich, komisch, würd ich sagen.

00:29:30: Dann wurde man so als Aussie abgezockt von den Wessis, in dem die die unbrauchbaren, sinnlosen kaputten Autos an die Ostdeutschen verkauft wurden.

00:29:37: Dann hat mein Vater viel zu viel Geld.

00:29:39: Obelkadett.

00:29:40: Ne, warte, das war nicht ein Obelkadett.

00:29:41: Es war ein Fort, nicht ein Escort, irgendein anderer Fort in Braun.

00:29:46: Wo ich denke, alter, also, na gut, okay.

00:29:48: Hat er sich da andrehen lassen für was weiß ich, dreißigtausend Mark oder irgendwie so ein völliger Quatsch, wo die Wässer sich kaputtgelacht haben.

00:29:53: Entschuldigung.

00:29:55: Aber ja, dann war irgendwie diese Nachwendezeit, aber ich glaube, es ging ihnen danach, sie waren verunsichert, aber ich glaube, es ging ihnen grundsätzlich danach besser, würde ich sagen.

00:30:06: Waren Sie froh, dass du dein Ding so gefunden hast?

00:30:08: Überhaupt nicht.

00:30:09: Nein.

00:30:09: Das

00:30:09: hat, das hat ja, guck mal, das, was ich gemacht habe, wenn ich gesagt habe, schon mal, ich war ein... ein ganz junger Mensch, zwölf, oder so, und hab gesagt, du fährst mich jetzt bitte ans Gewässer, ich bleibe dort, die Nacht, ohne Handy, ohne Internet.

00:30:23: Das Kind, wenn ich mir heute vorstellen würde, du würdest sein zwölfjähriges Kind nachts an den See fahren, machst du so was?

00:30:28: Also ich könnte mir das nicht mal vorstellen, ne?

00:30:31: Das hab ich aber durchgedrückt, das wollte ich unbedingt.

00:30:33: Ich schlafe, ich hab auch vierzehn Tage teilweise am Gewässer verbracht, als Kind.

00:30:38: Mit meinen Kumpels, andere Kinder teilweise, oder alleine.

00:30:40: Ich war auch alleine eine Woche am See.

00:30:42: Was ist bei dir anders, wenn du am oder im Wasser bist?

00:30:45: Also wie verändertest du dich dann?

00:30:46: Freiheit.

00:30:48: Absolute Freiheit.

00:30:50: Keiner geht mehr auf die Eier.

00:30:51: Ich kann machen, was ich will.

00:30:53: Ich unterliege keinen Regeln.

00:30:54: Du bist draußen.

00:30:55: Du atmest frische Luft.

00:30:56: Du beobachtest die Natur.

00:30:57: Die Tiere, ich verstehe die Angler.

00:30:59: Ich verstehe ja, warum die da draußen sind.

00:31:01: Die Liebe zum Tier, die Liebe zur Natur, das verstehe ich alles.

00:31:04: Nur halt ohne Tiere umbringen und quälen.

00:31:07: Mach ich ja heute auch noch.

00:31:07: Ich gehe heute noch angeln halt nur mit meiner Kamera.

00:31:09: Ich fange immer noch... Tiere, aber auf Bildern.

00:31:13: Und die Kamouflageklamotte, die hat sich nicht geändert, die ist immer noch die gleiche.

00:31:17: Aber das draußen sein, da war ich am liebsten.

00:31:19: Weil mein Opa, der hat mich immer mit in der Natur genommen, ich hab das ja geliebt.

00:31:22: Ich hab Bäume geliebt, ich hab Pilze sammeln geliebt, ich liebe Mattsstreck, den Geruch von Gewässer, Schilf, die Rohrdommel, die du nachts hörst.

00:31:30: Das ist für mich, da fühle ich mich wohl.

00:31:32: Ich bin draußen viel, viel lieber als drin.

00:31:35: Das war schon immer so.

00:31:37: Und das liegt natürlich vielleicht auch an meiner Kindheit, am Haushalt, am Elternhaus.

00:31:42: Dass man vielleicht das draußen sogar schöner empfindet als im Haus oder so, hat sicherlich auch was damit zu tun.

00:31:48: Aber grundsätzlich bin ich einfach einen Draussi.

00:31:52: Ich bin gerne draußen.

00:31:54: Ich mag's da sehr.

00:31:55: Ich hab von dir einen Satz gelesen.

00:31:56: Ich fühle mich in der Gegenwart von Tieren einfach wesentlich wohler als in der Gegenwart von Menschen.

00:32:01: Das war schon immer so.

00:32:02: Ja.

00:32:03: Was ist ... Das bedrohliche an den Menschen.

00:32:06: Ja, da gibt es Dinge, die kann ich nicht erzählen und Dinge, die kann ich dir erzählen.

00:32:09: Also Dinge, Menschen machen mir Sorgen.

00:32:13: Gestern saß ich zum Beispiel in der Bahn hierher.

00:32:15: Und dann saß da noch eine andere Frau in so einem Sechserabteil, erste Klasse.

00:32:19: Und die guckte mich dann auch so komisch an und war auch ganz ruhig.

00:32:23: Und irgendwann habe ich die Stille gebrochen.

00:32:27: Ich bin auch kein Redner mit anderen Menschen.

00:32:29: Ich quatsche andere Menschen nicht voll, weil ich immer sage, ich will selber nicht voll gequatscht werden.

00:32:34: oder ich dachte, ich weiß gar nicht mehr, wie's dazu kam.

00:32:35: Wir waren uns hoffentlich, kommt nicht noch einer in unser Abteil.

00:32:38: Wir sind gerne unter ... alleine.

00:32:41: Und machen keine Geräusche und sind friedlich.

00:32:43: Es war auch so ein Pst-Abteil.

00:32:44: Und im Nebenabteil war Remy Demi und Handy laut und man unterhielt sich.

00:32:49: Dann bin ich irgendwann rübergegangen, hab gesagt, Jungs, ihr habt zwei Null im TS, alles gut.

00:32:53: Aber ich hatte eine Nachtschicht, war natürlich gelogen.

00:32:55: Ich will hier schlafen und es ist ein ruhiger Abteil, sorry.

00:32:57: Ja, dann schlaft doch.

00:33:01: Okay.

00:33:01: Also ... andere Menschen tangieren mich mit ihrer Dämlichnesshaftigkeit und ihrem Disrespect Menschen gegenüber.

00:33:10: Ich versuche mal Menschen nicht auf den Sack zu gehen.

00:33:13: Ich versuche mich höflich zu verhalten.

00:33:14: Natürlich zwicke ich auch Tierquäler an, auch mein Influencer, der danebentritt und mit dem Löwe durch Berlin fährt oder so ein Scheiß.

00:33:20: Die Leute zwicke ich schon an, aber ich versuche immer nach dem Motto zu leben, bitte tue mir nichts, weil dann tue ich dir auch nichts.

00:33:25: Ich lass dich grundsätzlich in Ruhe, es sei denn, du tust mir was, dann werde ich auch böse.

00:33:30: Aber ... Menschen sind schwierig und ich habe ja auf der ganzen Welt Situationen erlebt, sowohl als Mensch oder andere Menschen im Umgang mit Tieren, wo Menschen sehr schlecht waren.

00:33:42: Nicht nur zu mir, sondern auch zu Tieren.

00:33:45: Und das lässt einen irgendwann, deswegen bin ich auch mal gut vorbereitet und habe eine sehr gute All-around-awareness und sitze immer mit dem Rücken an der Wand und prüfe, wo ist der Notausgang, wo sind die Fenster, wo könnte ich raus?

00:33:57: Es lässt sich in so eine Awareness kommen, einen ständigen... Man möchte, so ein Erregungszustand, es könnte was passieren.

00:34:04: Ich muss immer vorbereitet sein, den hast du automatisch.

00:34:07: Wenn du so viel quatsch auf der Welt erlebt hast wie ich, den kriegst du auch nicht raus.

00:34:11: Der ist so.

00:34:12: Der geht dir aber eher mit anderen Menschen so und nicht mit Tieren.

00:34:16: Niemals mit Tieren.

00:34:17: Interessant.

00:34:18: Nicht mit dem schlimmsten Listenhund oder Krokodilface-to-face oder High oder ... Das interessiert mich nicht.

00:34:26: Das

00:34:26: heißt, nachts im Wald fühlst du dich sicherer als nachts in der Stadt.

00:34:31: Frankfurter Bahnhofsviertel oder Berlin, U-Bahn oder irgend so.

00:34:33: ein Scheiß, da fürchte ich mich zu Tode.

00:34:36: Ich find's ganz, ganz schlimm.

00:34:38: Und du kannst mich aber in jeden Dschungel aussetzen oder auf den Ozean rauspadeln lassen.

00:34:41: Das fühl ich mich tausendmal sicherer.

00:34:44: Weil Tiere, die zeigen dir auch, die sind immer ehrlich mit dir.

00:34:48: Die zeigen dir, ich kann dich nicht leiden, verpiss dich.

00:34:51: Ich geb dir ein Signal, aber kein Tier kommt einfach so und greift dich an und tötet dich und frisst dich.

00:34:54: Die zeigen dir schon immer vorher, ich hab keinen Bock, dass du hier bist, geh bitte.

00:34:59: Klar gibt es auch Tiere, die dich vielleicht fressen würden, wie ein Tiger, der auf dich lauert, aber der Tiger, der kein Bock auf dich hat, der sagt dir vorher durch seinen Gebrüll, zisch mal ab, das ist ja nicht schön, dass du da

00:35:08: bist.

00:35:08: Ich hab Angst vor Wildschweinen.

00:35:10: Null Prozent, warum denn?

00:35:12: Das

00:35:12: ist diese Meer, das hört man immer, man muss Angst vor Wildschweinen haben.

00:35:15: Ja bitte, dann holen wir sie

00:35:16: weg.

00:35:16: Hast du schon mal Wildschweine getroffen in der Natur?

00:35:18: Noch

00:35:18: nie, ich hab sie ja.

00:35:20: Deine Angst basiert also worauf?

00:35:22: Meine Angst basiert darauf, dass ich gesehen hab, was sie mit Zäunen und so weiter.

00:35:27: anrichten können.

00:35:30: Und genau, ich bin öfters an einem Ort, wo es viele Wildschweine gibt.

00:35:35: Berlin grundsätzlich erleben wir in der Stadt ein paar Tausend Wildschweine.

00:35:38: Nee,

00:35:38: also auch draußen in der Natur.

00:35:40: Und deswegen ist das für mich die größte Sorge, die ich habe, wenn ich nachts in der Natur bin.

00:35:45: Also ich habe Angst vor Wildschweinen und denke mir auf die verkoffendlich.

00:35:49: Und manchmal Da fährt man ja mit dem Fahrrad oder leuchtet mit der Taschenlampe und dann siehst du irgendwie so, siehst du irgendwas zurückreflektieren.

00:35:56: Und dann geht auf jeden Fall bei mir das Herz richtig hoch.

00:35:59: Okay, aber du hast noch nie eins getroffen, es gab noch nie eine gefährliche Situation.

00:36:02: Nein.

00:36:02: Du kennst nur durch Hörensagen oder durch einen zerstörten Zaun oder Andreas Kieling, der mal gesagt hat hier, der Kailer hat mich aufgespießt.

00:36:09: Ja, okay.

00:36:10: Dann sage ich mir, wie realistisch ist es, dass du vom Wildschwein, wie viele Leute kennst du, die vom Wildschwein getötet wurden?

00:36:15: Null.

00:36:16: Wie viele Menschen werden in Deutschland jedes Jahr vom Wildschwein getötet?

00:36:19: Das weiß ich nicht.

00:36:20: Ich würde mal sagen, so um die Null.

00:36:22: Würde ich jetzt schätzen, müsste man googeln, aber ich würde verletzt sicherlich in Wildparks und Ähnlichkeiten, ich weiß nicht, ob in der Natur wirklich konkret Menschen wirklich verletzt werden, außer Jäger bei einer Nachsuche zum Beispiel, wenn Wildschwein angeschossen ist oder so.

00:36:34: Sicherlich, ein Wildschwein kann dir grundsätzlich gefährlich werden, ein Keiler mit seinen Hauern, also der kann nicht aufschlitzen, töten.

00:36:41: Aber wie wahrscheinlich ist das, dass das passiert?

00:36:43: Was hätte der für eine Intention?

00:36:45: Was müsstest du tun, dass sich so ein Tier angreift?

00:36:47: Du müsstest ihn irgendwie auf den Sack gehen.

00:36:48: Du müsstest ihn wie ein Bär beim Schlafen erwischen.

00:36:52: Der Keiler weiß aus einem Kilometer, dass du da durch den Wald ladst und würdest sagen, gar kein Bock drauf, ich verpiesel mich.

00:36:58: Du würdest das Wildschwein meistens je nach Windrichtung vorher riechen.

00:37:02: Das heißt, falls du im Wald mal irgendwo Maggie riechst, weißt du, wie eine Maggie.

00:37:04: so, zieh dich einfach zurück.

00:37:07: Ein Wildtier wird dir immer ... sagen, ich hab keinen Bock, dass du hier bist.

00:37:12: Das, wo vor allem Menschen Angst haben, ist die Bache mit Frischling.

00:37:15: Wenn die Kinder haben, ganz schlimm.

00:37:17: Na ja, die Bache wird aber immer dafür sorgen, dass du sie gar nicht erst siehst.

00:37:21: Es sei denn, du schleichst heimlich in Tarnklamotte, in Tarnklamotte wär schlecht, weil dann nehmen die Tiere sowieso Abstand, die Tiere lassen sich nur rankommen, wenn du aussiehst wie ein Tourist.

00:37:29: Weil dann hast du keine Gefahr.

00:37:31: Mhm.

00:37:31: So, dann kannst du nah ran.

00:37:33: Wenn du also willst, dass die Wildschweine wegbleiben, kleide dich wie ein Jäger.

00:37:36: Das wissen die schon, die sind ja nicht dämlich.

00:37:38: Jäger, oh, oh.

00:37:39: Ich zieh mich zurück.

00:37:41: Grundsätzlich, wenn du auf den Wildschwein triffst, Ruhe bewahren, ansprechen, wie bei jedem Wildtjern immer sagen, hab dich verstanden, alles klar, ich zieh mich zurück.

00:37:48: Und dann ziehst du dich einfach zurück.

00:37:50: So würdest

00:37:50: du im Wildschwein rein?

00:37:51: Ja.

00:37:52: Hab ich schon mal einzelne Natur getroffen als Tierfilmer.

00:37:54: Ja, aus großen Distanzen.

00:37:56: Bei der Jagd hab ich schon gesehen, wie Schweine geschossen, erschossen, weich geschossen und ziemlich schlecht getötet wurden oder auch erstochen wurden mit einer Sauffeder.

00:38:05: Das war sehr unangenehm.

00:38:08: Aber grundsätzlich ... beobachte ich immer mal wieder Wildschweine, aber die halten sich auch vom Menschen fern, weil sie wissen, Menschen sind Gefahr.

00:38:14: Klar, in Berlin sind Wildschweine durchaus habituiert und sind an den Menschen gewöhnt, kommen dem auch mal sehr nah, aber sie machen ja auch nichts.

00:38:21: Oder Usedom, wo die Touristen regelmäßig mit schwimmenden Wildschweinen aus der Ostsee, wo sie angefüttert werden und so.

00:38:28: Und da auch immer Fat-Animal ist ein Dead-Animal, weil dann wird es irgendwann zum Konflikt kommen.

00:38:31: Wenn sich die Wildschweine an Kinder ran trauen, dann wird jemand gebissen, dann muss jemand erschossen werden.

00:38:35: Es sind immer die Tiere.

00:38:37: Also da wird es schwierig, aber grundsätzlich musst du bei den Fakten bleiben.

00:38:40: Kein Wildtier der Welt will dir etwas Böses.

00:38:42: Sie wollen, dass du wegbleibst und dass sie nicht in Gefahr sind.

00:38:45: Wenn du ans Triffst, verhalte ich wie mit gesunden Menschenverstand.

00:38:50: Alles klar, verstanden.

00:38:51: Ich ziehe mich zurück.

00:38:52: Komm gar nicht erst in die Beduld.

00:38:53: Geh nicht dahin, wo eine Bacher mit Frischlingen abhängt.

00:38:55: Und wenn du durch Zufall auf eine triffst, verhalte ich so.

00:38:58: Also renn nicht auf sie zu, mach nicht.

00:39:02: Schnapp dir nicht den Frischling und streichel ihn.

00:39:03: Versuch sie nicht zu füttern.

00:39:05: Oder mit dem Handy ganz nah zu fotografieren, verhalte ich wie ein Mensch, der nicht verletzt werden möchte.

00:39:10: So, und grundsätzlich brauchst du dir von Wildschweinen keine Sorgen machen.

00:39:13: Wenn du jetzt ein Naturfilmer bist und dich zu nah ranwachst und in einer Situation bist, wo ich Frischlinge filme, bache eine Geburt, was weiß ich, oder den Keiler sauer mache und dann verletzt werde.

00:39:25: Völlig andere Situation.

00:39:26: Aber du als Autonomalverbraucher, Spaziergänger.

00:39:29: Gucken die Statistik, wie wahrscheinlich ist es, dass Leute von Wildschweinen getötet werden?

00:39:32: Dann beantwortet ihr das, deine Frage.

00:39:33: Und dann ist dieser irreguläre Boogeyman aus dem deutschen Forst auch... Also die Wahrscheinlichkeit, dass du stolperst und dir dabei einen offenen Bruch holst an einer umgefallenen Fichte, ist zehnmal höher.

00:39:43: Vielen herzlichen Dank.

00:39:45: Ich hoffe, dass ich das beim nächsten Mal genauso verinnerle.

00:39:47: Ja bitte.

00:39:48: Und ansonsten, wenn ich am Wildschwein treffe, dann sage, ho.

00:39:51: Ho, ich habe alles verstanden.

00:39:52: Alles gut.

00:39:53: Du bist hier der Chef, ich bin weg.

00:39:55: Wir sind ein bisschen abgebogen

00:39:58: bei

00:39:58: dem... Naja, ich sag mal, wahrscheinlich zwölf, dreizehn, vierzehnjährige Robert, der gerne mal nachts am See ist.

00:40:05: Ja.

00:40:07: Jetzt stelle ich mir das vor, im Kleinstadt oder im Dorf, im Osten.

00:40:14: Ja, da gibt's ja wahrscheinlich nicht alle, die sagen, Mensch, das ist ja mega cool, dass du so gerne angelst.

00:40:19: Das

00:40:19: haben die wenigsten gesagt, das ist mega cool.

00:40:21: Also, meine Mützschüler fanden mich sonderbar.

00:40:24: Meine Lehrer fanden mich, glaub ich, auch ermittelt bis blöd.

00:40:29: Und weil ich hab auch nie mitgemacht, ich hab... nie richtig zugehört, ich hab immer nur gemalt, ich hab die ganze Zeit gemalt.

00:40:34: Fische.

00:40:35: Fische, Autos, Dessert.

00:40:37: Wurde mir eine Frage gestellt, hab ich die beantwortet, kam die Klausur, hab ich eine eins oder eine zwei geschrieben, eines der besten Abbies gemacht, aber nie aufgepasst.

00:40:46: Die Zugabe, Angelzeitschriften, immer heimlich unter der Bank, die ganze Zeit ausgeschnitten, das neue Teckel geplant.

00:40:51: Die nächsten vierzehn Nächte am Wasser durchgeplant.

00:40:53: Wann, wie, wo, wo führte er sich ... Aber

00:40:54: hat das ein paar Jungs, mit denen du das

00:40:56: teilen kannst?

00:40:56: Ja, es gab so eine Gruppe aus, wir waren so sechs.

00:40:59: Und einige davon konnte ich zum Fischereischein und zum Angeln überreden.

00:41:03: Andere hatten einfach das Gespür dafür nicht, aber ich hatte dann so eine kleine Gang aus Anglern.

00:41:07: Und ja, dann sind wir regelmäßig Angelngangen.

00:41:10: War schon was, aber fanden die Mädels völlig uncool.

00:41:13: Ja, kann ich nur vorstellen.

00:41:15: Ja, ihr geht

00:41:15: Angeln am Wochenende übertagut.

00:41:16: Alles klar.

00:41:17: Aus heutiger Sicht, die ganzen Leute, die die Fische auf Tinder hochhalten oder so ein erschossenes Reh und mit Flinte dahinter, wo ich denke, wie dumm kann man, so kriegt ihr niemals eine Frau, hört auf wer mit.

00:41:26: Niemand.

00:41:26: Nein, das finden Frauen nicht cool.

00:41:29: Nein, kann ich mir auch nicht verstanden.

00:41:30: Aber es gibt auch Anglerinnen, vergiss das nicht.

00:41:33: Halten die da auch Fische so

00:41:34: hoch?

00:41:34: Ja, same thing.

00:41:35: Die machen genau das gleich, sind nur viel weniger.

00:41:38: Es ist etwas, was ich auch noch nie verstanden habe.

00:41:40: Also diese, ich weiß, dass das Materia wahnsinnig gerne macht.

00:41:43: Ja.

00:41:43: Und ich verstehe es, also ich weiß dieses Rumreisen und so weiter, aber ich verstehe diese Leidenschaft.

00:41:47: Das ist alles, das

00:41:47: ist multifaktoriell.

00:41:48: Das ist wirklich, das ist so, das ist wie, es ist der Thrill, das, was krieg ich.

00:41:54: Krieg ich da gleich was?

00:41:55: Ist was Großes dran?

00:41:56: Ist es diesmal mein sogenannter Personal Best?

00:41:58: Funktioniert der Köder, den ich mir überlegt habe.

00:42:00: Das neue Tackle.

00:42:01: Das fühlt sich so gut an.

00:42:02: Der hat nochmal acht Kugelager mehr.

00:42:03: Es war schweinenteuer.

00:42:04: Die dünne Sehne darauf, den größten Fisch.

00:42:05: Das wäre doch mal richtig geil.

00:42:07: Boah, die Sonne ist hier geil.

00:42:08: Das sieht alles schön aus.

00:42:09: Ich mag das Boot, das Equipment.

00:42:10: Ich mag die neue, dreieinhalb Euro Tarnhose, die dazu gehört.

00:42:13: Auf jeden Fall.

00:42:13: Hinterher kann ich ein cooles Bild machen.

00:42:15: Das habe ich schon wieder.

00:42:15: Die leicht.

00:42:16: Es ist so viel mehr.

00:42:17: Es ist der Geruch, der Geschmack, das Fisch halten, das Besitzen, das Überlisten, der Jagdinstinkt, das Trophäe, den größten, den schönsten, den Bestschmack.

00:42:26: Ey, es ist... multi-faktoriell.

00:42:28: Es ist so viel mehr.

00:42:29: Ich kann sie alle verstehen.

00:42:32: Aber machen kann ich es trotzdem nicht mehr.

00:42:33: Weil ich quäle damit, egal was ich sage, egal was ich tue, egal wie ich es mache, quälst du nun ein Tier als Angler?

00:42:41: Ja oder nein?

00:42:42: Und die Frage ist, immer mit Ja zu beantworten.

00:42:44: Du quälst das Tier.

00:42:45: Also auch wenn du diesen Catch-and-Release

00:42:47: quälst.

00:42:47: Du bohrst ihm ein Haken durch Smile oder durch den Sofa-Gruß, den Eingang, durchs Auge, durch die Chiemendeckel.

00:42:54: Egal, du penetrierst.

00:42:56: Mit einem Stahl, mit Zacken und Wiederhaken, ein empfindsames Lebewesen, was Schmerzen spürt, genau wie wir Menschen, übrigens, liebe Angler, dass es längst widerlegt, dass Fische keine Schmerzen spülen, das wurde mir auch noch erzählt.

00:43:10: Du setzt es unter Stress, das ist alles messbar, offensichtlich es kämpft um sein Leben, du holst es raus, du verletzt es, es wird bluten.

00:43:17: Egal wie leicht, es wird bluten, eine wunde blutet, Punkt.

00:43:20: Manchmal doll, manchmal nicht so doll.

00:43:23: Du hältst es aus dem Wasser.

00:43:25: Dort, wo es nicht mehr atmen kann, kämpft nach dem Stress, dem hohen Sauerstoffbedarf um sein Leben.

00:43:29: Und ich hab heute Morgen erst wieder ein Video gespeichert, wie Leute einen Hecht fangen, Hecht kennst du bestimmt.

00:43:35: Hochhalten und diesem Hechten-Metal-Video zeigen.

00:43:37: Und das Lustig finden, wie dieser Hecht aus dem Wasser gehalten wird und sich dieses Metal-Video anguckt.

00:43:41: Und seine Kiemen atmen, seine Flossen.

00:43:45: Und der ist so ein Zentimeter vom Wasser.

00:43:47: Und ich krieg da heute als Hirsch, ich kriege eine Vollmeise.

00:43:50: Wie man so asozial sein kann.

00:43:51: Und ich war selber so.

00:43:52: Ich hab den keine Metal-Videos gezeigt, aber ich hab sie ja selber gehalten und Fotosession und Kamera aufgebaut und möglichst schönes Licht und hier und da und übers Wasser und noch mal küssen und noch da und noch mal umdrehen und hier und da.

00:44:04: Ich hab Fische getötet dabei, die ich nachts eingesperrt habe im Karfensack.

00:44:08: Also fängst du ein Fisch nachts, kannst nicht fotografieren, machst du in so ein Sippersack, lässt ins Wasser, früh holst du wieder rein für die Fotosession.

00:44:14: Scheiße.

00:44:15: Sauerstoffmangel gestorben, passiert.

00:44:16: Ich hab Fische so genannt verangelt.

00:44:18: Das heißt, auch diese Catch-End-Release-Angler, du kannst ja nicht, wie tief hat er den Haken geschluckt.

00:44:23: Auch Fische sterben nach dem Catch-End-Release, auch wenn die alle sagen, ich mach das, ich bin der Schützer, ich setze die zurück, ich verletze dir.

00:44:28: Ja, aber weißt du, dass der Fisch hinterher überlebt?

00:44:31: Nein, also ganz viele Fischearten sind so empfindlich, die sterben hinterher.

00:44:34: Nicht alle, also man kann das nicht pauschalisieren, man muss das sehr differenziert, sehr individuell betrachten.

00:44:38: Aber prinzipiell, du quälst und du verletzt ein Tier für den eigenen Spaß.

00:44:45: oder zum Nahrungserwerb.

00:44:47: Und das sind zwei voneinander völlig getrennte Thematiken.

00:44:50: Weswegen ich die Jagd nicht verurteile und auch nicht das Fischen zum Nahrungserwerb.

00:44:54: Weil wenn du dich entscheidest, kein Bock auf Meeresfische, die ganze Ökosysteme leer gefischt werden, dann als Nahrung im Ozean den Tieren fehlen oder der Grund kaputt geschleppt wurde, ganz viele andere Tierarten gestorben sind durch sogenannten Beifang.

00:45:10: Also ich hole fünf Kilo raus und hundert Kilo werfe ich über Bord tot.

00:45:14: Ich will das nicht, ich geh selber mit meiner Route los.

00:45:16: Ich fang mir einen Fisch, den brate ich für mich und meine Familie, hab ich keinen Stress mit.

00:45:19: Jetzt werden mich die Veganer wieder lönchen, aber damit hab ich keinen Stress.

00:45:23: Der Mensch hat das für sich entschieden, ich bewerte das nicht.

00:45:26: Der hat das für sich entschieden, ich möchte nicht Teil dieses blöden Systems sein, ich hab mich dafür entschieden, das respektiere ich.

00:45:32: Ich find das nicht gut, aber ich respektiere das.

00:45:34: Was ich nicht respektiere, sind Menschen, die zum eigenen Spaß Tiere fangen und quälen und sie sinnloserweise wieder reinlassen.

00:45:39: Wenn die gegessen werden würden.

00:45:41: hab ich weniger ein Problem damit.

00:45:44: Und es gibt ja auch Menschen, die haben keine Wahl, die müssen Fisch essen, weil das deren Nahrungsquelle ist.

00:45:49: Über eine Milliarde Menschen haben Fisch als erste Primär Proteinquelle.

00:45:53: Die haben keine andere Wahl.

00:45:55: Die müssen angeln, die verurteile ich auch nicht.

00:45:57: Aber ich verurteile Menschen, die zum Spaß Tiere quälen.

00:46:00: Und da gibt's eine ganze Menge da draußen.

00:46:02: So wie ich auch früher.

00:46:03: Ich hab diesen Spaß geliebt.

00:46:06: Das Anschlagen, der Drill, der Kampf, das sich ins Boot setzen, das Kächern.

00:46:11: Das, wow, ist sehr groß.

00:46:12: Das Raushalten, das Gewicht, wie der sich anfühlt, wie der nach Luft schnappt und die Flossen mit, der ist ja auch schön.

00:46:18: Ich hab das geliebt.

00:46:20: Und ich würde das heute, schäme mich mich dafür, und ich würde das heute nie wieder machen, weil ich einfach weiß, dieses Tier leidet Qualen.

00:46:26: Ich kann es nicht.

00:46:28: Wenn du mir heute erzählst, die leiden keine Qualen, die finden das super, wer ist sofort wieder am See?

00:46:31: Sofort.

00:46:33: Und ich mach mal nachts manchmal auf.

00:46:37: Nein, aber heute fotografieren ist mein Methadon, sage ich immer.

00:46:40: Ja, aber das ist eine schöne Art, das

00:46:42: zu verändern,

00:46:44: wirklich zu sagen, okay, ich will weiterhin Fische fangen, aber ich will sie für ein Foto einfangen.

00:46:49: Ja, ich

00:46:50: versuche sie ja heute nicht mehr zu verletzen und zu quälen, das mache ich eigentlich.

00:46:55: Meeresbiologe.

00:46:56: Also du hast ein gutes Abi gehabt und hast dann Meeresbiologie studiert.

00:47:00: Fast.

00:47:01: Zwischen gab es noch mal so ein paar andere Stationen.

00:47:04: Was war die andere Station?

00:47:05: Ja, ich musste nach der Schule, guck mal, ich hab Abi gemacht.

00:47:08: Zivildienst?

00:47:08: Mit achtzehn, genau, also mit Ende, Ende siebzehn.

00:47:11: Und dann kam Zivildienst oder Bundeswehr.

00:47:13: Ich wollte damals unbedingt zur Bundeswehr, zur Kommandospezalkräfte oder zu einer spezialisierten Einheit, die Kuhlen.

00:47:19: Nicht so ein Versorgertrottel oder so, ne?

00:47:21: Entschuldigung, ich wollte zu den Kuhlen.

00:47:25: Und dann zur Musterung, da war ich dann nur T-Zwei, weil ich eine Zahnspange hatte.

00:47:29: Aber die ist doch dann, wenn ich dann hinkomme, ist sie dann weg.

00:47:32: Und dann sagten die, nein, es zählt der Zeitpunkt, ihr seid so eine Arschlöcher.

00:47:35: Jetzt mache ich extra Zivilienz.

00:47:37: Und dann bin ich zum Zivilienzbeauftragten Herr Mempel.

00:47:39: Und gesagt, geben Sie mir das Schlimmste, was Sie haben.

00:47:42: Nicht irgendein Pipi-Essen-Ausfahrtjob, ich würde das schon alle gesagt.

00:47:44: Alles klar, gehst auf die Kinderkrebsstation.

00:47:46: Und dann war ich da, vierzehn Monate.

00:47:49: Und musste, glaube ich, nur elf machen.

00:47:51: Ich habe verlängert.

00:47:52: Und war dann vierzehn Monate auf der Kinderkrebsstation.

00:47:55: Dann habe ich mich beworben, ZVS, zentrale Vergabestelle Studienzeug.

00:48:01: ... mit dem Abi, was ich hatte, und für Tiermedizin.

00:48:04: Und habe ... Das hat deine

00:48:05: Schwester da auch gemacht, ne?

00:48:07: Später dann, sechs Jahre später, ich sei sechs Jahre junger ... ... und die hat dann mit Tiermedizin studiert, genau.

00:48:11: Und ich habe sofort einen Studienplatz bekommen in Berlin.

00:48:14: Und saß damals in Jena, hatte diesen Studienplatz als Veterinärmediziner ... ... und hatte so was wie drei Tage Zeit zum Umziehen ... ... und dann geht's los, und dann ich sah, Alter.

00:48:22: Also, halt Stopp.

00:48:24: Das ist mit so schnell.

00:48:26: Irgendwie auch eine krasse Lebensentscheidung ... ... und hab dann gesagt, ne, mach ich nicht.

00:48:29: Ich werd jetzt ... ... Schwimmlehrer für Kinder.

00:48:32: Kinderanimateur, hab dann Musicals getanzt und so weiter, so wie man das halt animatörsmäßig kennt, hab vielen Kindern, auch behinderten Kindern das Schwimmen beigebracht, zwar cool, und hab meine Freizeit genutzt fürs Tauchen.

00:48:43: Hab dann angefangen zu tauchen, weil ich hab dann auf Fuerteventura gearbeitet.

00:48:46: Und irgendwann, man hat ja immer so gesagt, aus Spaß, ich will Meeresbiologe werden.

00:48:51: Ich wusste das schon immer.

00:48:52: In jedes Poesiealbum, ich will Meeresbiologe werden.

00:48:54: Das wusstest du schon?

00:48:55: Ja, weil Fische und hier, aber es gibt ja keinen konkreten Weg.

00:48:58: in damals uninformiert, ohne Internet, in einem Kopf eines Jugendlichen, das sind die Schritte, wie du Meeresbiologe bist.

00:49:05: Das gab es damals nicht.

00:49:05: Heute googelt du das, informierst dich, findest es, damals gab es nicht, das musst du machen, um Meeresbiologe zu werden.

00:49:10: Oder was ist das eigentlich?

00:49:11: Kann man das studieren?

00:49:12: Keine Ahnung.

00:49:13: Damals war, ich will was mit Fischen und Tieren, und ach, ich fährt erst mal, Tierarzt, dann mal gucken, ne?

00:49:18: Und ich saß in Forte und Tura nach so einem achtzehn Stunden Arbeitstag und guckte RTL-Explosiv.

00:49:23: und da kam Finnwahl in der Kieler Förder.

00:49:27: So, zweitgrößtes Tier der Erde in der Kieler Förder, sag ich.

00:49:31: Kiel, da gab's dann so langsames Internet damals.

00:49:34: Da gibt's Bio-Studium, kannst Meeresbiologe, die spezialisieren hinterher.

00:49:38: Finnwale, Kiel, start am Meer, let's go.

00:49:42: Ich bewerb mich da einfach, Bob, eine Woche später Kiel angefangen zu studieren.

00:49:46: Geil.

00:49:47: Zu was?

00:49:47: Was macht ein Meeresbiologe oder eine Meeresbiologe?

00:49:51: Alles.

00:49:51: Das ist wirklich, also das ist wirklich, diese Frage ist umfassend.

00:49:57: Also es gibt ja immer mal wieder, es gibt ja auch Leute, die sagen, ich bin kein Meeresbiologe, das finde ich mal faszinierend.

00:50:02: Da würde ich dann immer gerne zu meinen Professoren zurückgehen sagen, das reicht ja nicht, wenn du heutzutage dein Studienbuch zeigst oder dein Diplom oder dass das Zeitung über dich schreiben oder dass du das über mich sagst, das ist ja alles gelogen.

00:50:16: Es gibt wirklich Leute, die behaupten, ich sei kein Meeresbiologe.

00:50:18: Und dann würde ich diese Leute gerne mal fragen und sagen, dann erzähl mir doch mal, wie man Meeresbiologe wird.

00:50:22: Also alle Meeresbiologen, Deutschland sind genauso Meeresbiologe geworden, nämlich wie ich.

00:50:26: Du studierst Biologie, das machst du, ich glaube, vier Semester im Grundstudium, dann machst du dann, ja, ist das Grundstudium einfach, genau, dein Vodiplom, so heißt es.

00:50:35: Und dann gehst du in das Hauptstudium und da spezialisierst du dich auf das, was du später mal machen möchtest.

00:50:40: So war das bei mir.

00:50:41: Heute Bachelor-Master, keine Ahnung, weiß ich nichts von.

00:50:44: Damals war das so, du machst ganz normal Bio, allumfassend von Biss, Dinge, die dich interessieren, über Pflanzen, über Zellbiologe, Stärke des Tierreichs, komplett alles durchgeballert, langweiliger Scheiß.

00:50:56: Der geile Kram soll ja dann im Hauptstudium kommen.

00:50:57: und da habe ich mich spezialisiert auf Meeresbiologie, das war ein Studienfachbereich, dann habe ich Rechtsmedizin studiert und Zoologie.

00:51:05: Das waren meine drei Hauptstudienbereiche.

00:51:07: In diesen drei Hauptstudiengängen studierst du dann drei Jahre.

00:51:10: So war das bei mir.

00:51:11: Ich hab auch drei Jahre Rechtsmedizin studiert.

00:51:13: Ich hätte auch Kriminalbiologe werden können, so wie Marc Benicke.

00:51:17: War ich damals schon großer Fan, als ich eine Bücher gelesen habe.

00:51:19: Ich durfte dann im Studium kurz mit ihm korrespondieren.

00:51:21: Heute haben wir tierschutzmäßig immer wieder miteinander zu tun.

00:51:24: Aber ich hatte genauso Tatortbegehung.

00:51:26: Haben wir gelernt, haben wir geübt, wir haben Obduktionen gemacht.

00:51:29: Das war super spannend, hab ich geliebt.

00:51:31: Aber es war im Grundsatz ... Ich bin ein zoologisch interessierter Mensch, der meeresbiologisch arbeiten möchte, also studiere ich Meeresbiologie, Zoologie und ich musste ein nicht biologisches Nebenfach wählen, Rechtsmedizin.

00:51:43: Ich habe in allen drei Fächern mein Diplom gemacht, damit stehst du dann da und dann kannst du dich entscheiden, was du wirst.

00:51:48: Du kannst dann in die Forschung gehen, du kannst ins Institut gehen, du machst dann deine Diplomarbeit, die habe ich über Krebs gemacht, du kannst ja auch nicht aussuchen.

00:51:55: Du kannst dich sagen, pass mal auf, ich will mir gerne Meeresbiologe werden, ich will jetzt mal über Wale forschen.

00:52:00: Niemand in Deutschland forscht.

00:52:01: ... zu meinem Zeitpunkt überwale oder hat gesagt, ... ... Hellemann, wir haben sie schon immer hier in der Wahlforschung ... ... erwartet, sondern du nimmst das, was du kriegst, ... ... das, wo du ein Diplom machen kannst, ... ... bei einem Professor, der dich vielleicht leiden kann, ... ... der einen Platz frei hat ... ... und was annähernd mit deiner Thematik zu tun hat.

00:52:17: Kein Meeresbiologe der Welt ... ... kann sich immer aussuchen.

00:52:21: Ich forsche jetzt an Heinen oder Seestern.

00:52:23: Du machst erstmal, ... ... du zeigst, dass du wissenschaftlich arbeiten kannst, ... ... ob du das an einem Flussbarsch machst, ... ... an einem Hydropolypen.

00:52:29: an einem See Stern oder eine Alge ist ja völlig latte.

00:52:32: Ich kenne Meeresbilogen, die haben das an Seegraß gemacht, ich kenne Meeresbilogen, die haben am Flussbarschen geforscht.

00:52:35: Aber Forschung ist immer das Hauptthema?

00:52:37: Ja,

00:52:38: also du musst zeigen, nicht nur am Vordiplom, wo du das auch schon leicht zeigen musst, aber nicht so intensiv in deiner Diplomarbeit.

00:52:45: Wie wird geforscht?

00:52:46: Ich muss mich an Quellen halten und so weiter.

00:52:48: Du schreibst eine große Diplomarbeit, die fühlt sich schon an wie eine Doktorarbeit, die hat auch über hundert Seiten.

00:52:52: Und da zeigst du intensiv über viele Monate, du forscht, du kommst zu Ergebnissen, du vergleichst, du liest, du liest Paper, du machst Quellenanalysen, du versuchst Probleme.

00:53:01: Du hast eine Fragestellung, Versuch, Probleme zu lösen, kommst du dahin?

00:53:03: Ja, nein.

00:53:04: Also du arbeitest wissenschaftlich.

00:53:06: Das musst du zeigen.

00:53:06: Darum geht's.

00:53:07: Es geht um nichts anderes.

00:53:08: Es geht nicht darum, dass du wahnsinnig bahnbrechende neue Erkenntnisse machst.

00:53:11: Bei mir ging's darum, wie kann ich schneller Krebse produzieren für die Nahrungsmittelproduktion?

00:53:16: Edelkrebs, ein sehr edeles Produkt.

00:53:18: Da ging's darum, nicht drei Jahre bis zum Verkauf, schaffen wir das auch in zwei.

00:53:22: Wie?

00:53:22: Kann ich euch nicht verraten, das ist sehr geheim.

00:53:26: Aber es geht.

00:53:28: So was hab ich dann probiert.

00:53:29: Und danach ... Das stimmt gar nicht.

00:53:32: Währenddessen, ich habe schon im ersten Semester die Ausbildung als Forschungstaucher gemacht.

00:53:37: Durch einen glücklichen Zufall.

00:53:39: Mein Prof, der später mein Fischerei-Bio-Prof war, hatte sich das Bein gebrochen und konnte den Kurs nicht machen.

00:53:45: zum Forschungstaucher.

00:53:47: Platz frei, erste Semester, ich tauche interessiert.

00:53:50: Let's go, ich mache diese Ausbildung.

00:53:51: Die machst du normalerweise viel, viel später.

00:53:53: Du musst von einem Professor vorgeschlagen werden.

00:53:55: Du musst bereits in einem Forschungsgebiet arbeiten.

00:53:58: und höheren Semesters sein und du brauchst eine Menge Geld, weil die Ausbildung kostet sehr, sehr viel.

00:54:02: Und du musst wirklich vorgeschlagen werden.

00:54:04: Ich hatte das Glück, dass es alles zusammenkam, meine Eltern mir das Geld geliehen haben, ein Professor mich schon gut leiden konnte, weil ich sehr engagiert in der Zoologie war.

00:54:11: Und der sich das Bein gebrochen hatte, kam ich in dieses Ding rein und war Forschungstaucher.

00:54:16: Ich habe dann schon relativ schnell nach der Ausbildung, die auch über ein Jahr geht und eine Ausbildung weiterführend gemacht habe, als Forschungstaucheinsatzleiter, bin ich in diese Forschungstaucherei reingeraten.

00:54:26: Und da geht es ja darum.

00:54:28: dass eigentlich Doktoranden, höher gestellte Wissenschaftler unter Wasser wissenschaftlich arbeiten.

00:54:33: Das heißt, ich habe dann schon auf Eigeninitiative und weil ich einfach auch dann ein guter Taucher geworden bin, mit vielen anderen Kumpels von mir, die höheren Semesters waren, eine Forschungstauchgruppe gegründet und wir haben wissenschaftlich unter Wasser arbeiten erledigt.

00:54:47: Das heißt, ich habe, obwohl ich noch gar kein Meeresbiologe war, meeresbiologisch gearbeitet.

00:54:52: Und hab mir schon diese ganze Expertise erarbeitet, im Segraspflanzen, im Messstationen ausbringen, im Monitoring machen.

00:54:58: Ich hab also schon wirklich wie ein richtiger Meeresbiloge unter Wasser gearbeitet, obwohl ich zweites Semester war, drittes Semester, keine Ahnung.

00:55:04: Die ganze Bank durchweg.

00:55:06: Ich hab mich mehr auf Forschungsschiffen rumgetrieben als in Hörseelen.

00:55:09: Ich hab immer eine gute Ausrede gefunden.

00:55:11: Es gab auch Professoren, die gesagt haben, sie sind so ein richtiger Dünnbrettbohrer, aus ihnen wird gar nichts.

00:55:16: Da würde ich heute gern mal mit meinem Porsche ... Nein, ich hab kein Porsche, aber ich würde gern mal vorbeifahren vor der Uni und sagen ... So, nämlich.

00:55:23: Nein, aber ich habe mich darauf spezialisiert, im Meer Unterwasser zu arbeiten.

00:55:28: Ich habe nebenbei im Wissenschaftserquarium gearbeitet, vierundhalb Jahre, habe die Aquarien bestückt, habe Tiere gefangen, habe Becken gebaut, umgebaut, habe Seehunde betreut.

00:55:38: Ich habe meinen Traumjob quasi schon gelebt.

00:55:40: Und dann also Learning by Doing in der Praxis und dann eben auch im Studium erlernt.

00:55:45: Irgendwann hältst du dieses Diplom in der Hand, machst deine Diplomarbeit und ... Ja, dann kam noch mal so ein paar schreckliche Phasen, aber so wird man Meeresbiologe, so macht man das.

00:55:53: Dann ist man entweder in der Forschung oder arbeitet dann in einem Zoo oder arbeitet, ja.

00:55:58: Oder arbeitet in einem Institut oder hat Schiss und arbeitet sich von Jahresvertrag zu Halbjahresvertrag am Institut oder in der Uni.

00:56:06: Oder geht ins Ausland oder forscht dann wirklich in seiner Doktorarbeit in England an Wahlheim, an Riesenheim.

00:56:14: Oder geht nach Australien oder was weiß ich?

00:56:16: Oder geht in die Genetik?

00:56:17: Ich kenne auch viele Meeresbilogen, die arbeiten genetisch mit Dingen, die man nicht sehen kann.

00:56:21: Oder mit Umwelt-DNA, die man aus einem Kessel Wasser messen kann.

00:56:24: Welcher Fisch war jetzt hier?

00:56:25: Völlig geil.

00:56:26: Also ganz unterschiedlich.

00:56:28: Also der Traum vom Schildkröten rettenden, mit wahlen tauchenden, heisch streichelnden Meeresbilogen.

00:56:35: Das ist nicht so.

00:56:36: Das ist, ich würde sagen, einer von tausend.

00:56:41: Das ist die Wunschvorstellung.

00:56:43: Aber manche haben auch die Wunschvorstellung.

00:56:44: Ich kenne auch Leute, die sagen, nee, ich arbeite gerne im Labor.

00:56:46: Ich bin High-Forscher, aber ich analysiere High-DNA im Labor.

00:56:50: Ich will gar nicht mithalten.

00:56:52: Von bist du, da ist alles möglich.

00:56:53: Du kannst mit Sehgras forschen, du kannst mit Fossilien forschen, du kannst in der Tiefsee Biologie arbeiten, du kannst, keine Ahnung, Schlamm analysieren, neue Arten finden.

00:57:01: Du kannst so viel machen.

00:57:03: Ich habe gelesen, dass du dann im Ozean... Nein,

00:57:06: es sprichst mir erst mal richtig aus.

00:57:08: Das haben nämlich auch die Leute bis heute alle nicht drauf.

00:57:09: Ozeanium.

00:57:10: Ozeaneum.

00:57:11: Ozeaneum.

00:57:12: Ozeaneum in Straßund gearbeitet.

00:57:15: Da warst du dann, hast eine Abteilung geleitet und hast vor allen Dingen dann eben, du hast es erst schon erzählt, sehr, sehr viele

00:57:22: Fische

00:57:24: weltweit im Grunde gefangen.

00:57:27: Also, damit ich mir das richtig vorstellen kann, du bist dann in diesem, du arbeitest für dieses riesige Aquarium.

00:57:33: Und dein Auftrag ist es, die verschiedenen Aquarien, die da drin sind, zu bestücken und zu sagen, okay, wir brauchen, also kriegst du einen Auftrag, Chef sagt, wir brauchen jetzt mal einen Kugelfisch oder wir brauchen Hei oder wir brauchen Lies.

00:57:44: Das ist eine

00:57:44: super Frage, weil das sieht man ja nie.

00:57:47: Also du siehst ja nie, wie, ich habe immer die Leute gefragt, die dann so ein schönes Schauerquarien besuchen.

00:57:53: Also weißt du, wie diese ganzen Tiere da hingekommen?

00:57:54: Du guckst ja die an, aber wie sind die da hingekommen?

00:57:57: Wie ist dieser Weg?

00:57:57: Das ist nämlich spannend.

00:57:59: Aber erst mal muss der Weg, wie bin ich da überhaupt, hingekommen?

00:58:02: Also, nehmt mit ... Vierundhalb Jahre ... Hilfswissenschaftler im Wissenschaftsaquarium in Kiel.

00:58:10: So, glaub ich, hundertfünfzigtausend Liter plus Seehunde.

00:58:12: Tropische Aquaristik, das heißt das, was du kennst, Nemo, Dori, am Korallenriff.

00:58:17: Aber auch der Hecht.

00:58:19: Aber auch Dorsch, Ostsee, Nordsee, Süßwasser, tropisches Korallenriff und ein bisschen tropikakwaristik, also alles.

00:58:27: Und Königsklasse, also ... Kaltes Meerwasser ist die absolute Königsklasse.

00:58:31: Krasser wird es nicht.

00:58:32: Und das machen auch super wenig Leute.

00:58:34: Also wen kennst du, der ein Dorsch im Aquarium hält?

00:58:36: Man kennt vielleicht mal jemanden, der ein Meerwasser-Aquarium hat, aber wer hält wirklich ein Dorsch oder ein Kaltwasser-Heil?

00:58:42: Das sind ganz, ganz wenige Menschen.

00:58:43: Ich hab in der Königsklasse wirklich gelernt.

00:58:45: Ich hab aber auch selber schon privat super viele Aquarien da über zehn Jahre gehabt und meinen Eltern die Strom- und Wasserrechnung nach oben getrieben.

00:58:52: Ich kam in dieses Wissenschaftserquaren auch in eine witzige Geschichte eigentlich, weil ... So, ich muss da anfangen, damit du das verstehst.

00:58:58: Oder die Zuhörer

00:58:59: auch.

00:59:00: Und so tief bin ich auch mit noch niemand auf mein Werdegang eingestiegen.

00:59:04: Weil die Leute checken immer nicht, wieso ist der denn so, wie er ist.

00:59:07: Aber das ist vielleicht auch mal wichtig.

00:59:09: Also musst du dir vorstellen, erste Woche in Kiel, hoch motiviert, wo ist hier der Wahl, der war natürlich schon längst weggeschwommen.

00:59:15: Wann schwimmen wir denn mit Heinen?

00:59:18: Und dann kommste in die Realität des Studiums, war da mal verschuldes System und super viele Vorlesungen, die super langweilig sind und so.

00:59:24: Und dann gab es aber eine Führung im Aquarium in Kiel.

00:59:26: Reime Aurelana hat die gemacht, mittlerweile ein guter Bekannter von mir.

00:59:30: Und da hat die damals als Jungstudent gemacht und hat uns da durchgeführt, sprach nur sehr gebrochenes Deutsch mit seinem chilenischen spanisch Akzent und führte uns durchs Aquarium und philosophiert über Tigerheier und hier und da.

00:59:43: Und ich wollte ihn nicht bloß stellen, weil es gab natürlich keine Tigerheier.

00:59:47: Ähm, viel zu groß.

00:59:48: Ich kenne auch gar keinen Aquarium, das Tigerheier einsperrt.

00:59:51: Und ich bin hinterher hingegangen, weil ich nicht so ein Bloßsteller bin, hab gesagt, Reime, geile Führung, du bist ein megacooler Typ, ich beneide dich um deinen Job, aber es waren keine Tigerheier.

00:59:59: Ich dachte, ah, okay, ich fahre die Namen, ich kann noch nicht so gut Deutsch scheißegal sein, ist kein Problem, aber es war ein Katzenheil, kein Problem.

01:00:06: Ist auch ne Katze.

01:00:07: Tiger, naja, okay.

01:00:09: So, ich sag mal, zwei Wochen später ... sitze ich in der Mensa-Eins, da durfte man noch rauchen, weiß ich noch, wie ich nachher erst in der Mensa rauchen, da saß es mit meinen Kollegen, naja, supergeil.

01:00:19: Und aus hundert Metern Entfernung, die Kieler Mensa-Eins ist riesig, Reime Aurelana schrie, Robert, ich habe einen Job für dich.

01:00:27: Willst du den annehmen?

01:00:28: In der Aquarium ist es eine frei geworden und ich sage, Reime, das ist das Beste, was mir passiert ist, natürlich nehme ich den Job an.

01:00:33: Dann habe ich da in diesem Wissenschaftlerqual angefangen und da wirklich ... gelernt.

01:00:38: Wie geht die große Aquaristik, wie geht die Königsklasse, wie arbeitest du mit Heinen, wie arbeitest du mit Korallen?

01:00:42: Keine Ahnung, von bis ich durfte mich vollständig ausleben.

01:00:46: Also wirklich, ich war da auch nach der Arbeitszeit gerne, weil ich durfte das machen, was ich liebe, mit Tieren arbeiten.

01:00:51: Ich hatte einen Freifahrtsschein, als Taucherfische zu fangen, wieder vom Institut.

01:00:55: Mich zwickt hier keine Ahnung, ich komme mit meinem Boot, ich komme mit meinem Kescher, ich komme mit meinem Tauchteam, ich hol mir das, was ich will.

01:01:02: Keine Behörde der Welt wird sagen, halt stopp, kann ich mir den Tauchstein sehen, wenn da der Kieler Meeresinstitut draufsteht.

01:01:06: Also... Du kannst machen, was du willst.

01:01:09: Alle Fische besorgt und so weiter.

01:01:11: Und dann hat da auch eine Frau gearbeitet, auch etwas höherwertige Studenten, die damals mit Reime ihre Doktorarbeit gemacht hat.

01:01:18: Doktor Nicole Kube.

01:01:20: Wir haben uns dann angefreundet und die ging dann irgendwann nach ihrem Studium und nach ihrer Doktorarbeit ans Ozeaneum und wurde dort Kuratoren.

01:01:29: Das Unternehmen wurde damals frisch gebaut.

01:01:31: Es gab in Straßun schon immer dieses Meeresmuseum, was ich auch als Kind kenne, mit der Riesenkrabbe und was mich wahnsinnig fasziniert hat und Schildkröten im Aquarium und so weiter.

01:01:39: Und die sagten dann, wir machen was ganz Neues.

01:01:41: Wir bauen so ein Chlorollen-Fürmiges Haus in Weiß, was von Spezialarchitekten mit einem Riesen-Kaltwasser-Aquarium die Nordischen Meere und zeigen was ganz Neues in Deutschland.

01:01:52: Die haben dann Nicole damals engagiert als Kuratorin und sie kuratierte das Meeresmuseum.

01:01:58: Und dieses Ozeaneum.

01:02:00: Sie war die Kuratorin, oder ist sie noch vielleicht keine Ahnung, für das Warmwasser im Meeresmuseum und die Schildkröten und dann auch dieses neue Kaltwasser.

01:02:08: Sie nahm mit damals, die hieß Dr.

01:02:11: Gitta Spindler.

01:02:12: Sie wurde die Abteilungsleiterin, Team, slash Teamleiterin des Ozeaneums für Kaltwasser.

01:02:19: So, auch eine Bekannte von mir, Meeresbiologin.

01:02:22: haben dann eine Zeitung zusammengearbeitet und fing dann irgendwann an, Robert, also du bist da hier in Kiel bekannt, dafür dass du Tiere besorgen kannst.

01:02:29: Kannst du uns das ganze Viehzeug fürs Ozanium besorgen?

01:02:33: Ja, alles klar.

01:02:33: Let's go.

01:02:34: Wir fahren da und da und da hin.

01:02:35: Wir haben dann Kontakte geknüpft nach Norwegen, nach Schweden, was weiß ich, zu anderen Großakwaren und haben uns Tiere bestellt, zusammengeklaubt, getauscht und selber gefangen.

01:02:44: Und so haben wir dieses Ding bestückt.

01:02:46: Ganz kurz.

01:02:46: Eine Kuchertore, ich kenne das aus dem Kunstbereich.

01:02:49: Die sagt ja auch, ich will eine Ausstellung machen über Wall und dann muss ich verschiedene Galeristen anrufen, die irgendwo ein Wall im Keller haben.

01:02:55: Und es kommt alles zusammen.

01:02:56: Und im Grunde ist es ähnlich.

01:02:57: Das heißt, die Nicole hat dir gesagt, ich hätte gerne ...

01:03:02: Genau.

01:03:02: Go for it.

01:03:03: Richtig, Nicole hatte über sich nur noch einen Direktor, Dr.

01:03:06: Harald Benke.

01:03:08: Da hat, glaub ich, auch mal an Wahlen.

01:03:09: tatsächlich, einer der wenigen Leute in Deutschland, die mal an Wahlen geforscht haben, ein netter Typ, der hat mir damals auch meinen Arbeitsvertrag übergeben.

01:03:16: Und der hat im Prinzip zusammen mit einem Wissenschafts-Team und Nicole und so, damals haben die entschieden, okay, wie ist das Konzept?

01:03:22: Da machen wir hier Ostsee, da machen wir da Nordsee, da machen wir hier Tiefsee, da machen wir hier Riesenfischbecken.

01:03:26: Und dann, welche Tiere passen dazu?

01:03:28: Und dann haben wir beraten, okay, was kann wie wo rein?

01:03:31: Am Anfang war ich noch nicht involviert, aber als die mich dann gefragt haben, das war natürlich ... Alter, die fragen mich, wie geil ist das denn?

01:03:38: Es gab sogar enge Freunde von mir, die gesagt, die fragen dich, warum?

01:03:43: Ich dachte, du Arschloch, ist doch klar, warum.

01:03:44: die mich fragen.

01:03:45: Jahrelange Erfahrung, grüße gehen raus, Schubi.

01:03:48: Jahrelange Erfahrung im Bereich Fische, Fische fangen und so weiter, Einsperren, die ist das.

01:03:54: Und dann haben wir diese Aquarene einfach bestückt.

01:03:56: Und wirklich mit einfachen Sachen, wie einem Stöcker, so ein kleiner Fisch, den fängst du dann aus, einfach im Casher.

01:04:02: Dorsche, die du angeln kannst.

01:04:04: Seethäufel, die du superkompliziert in Norwegen fangen musst und dann die Königsklasse Herring.

01:04:08: Also jeder würde sagen, Herring ist ein super einfacher Fisch, aber den musst du fangen, ohne ihn zu verletzen, was schon fast unmöglich ist und ohne ihn zu berühren, ins Aquarium bringen, in die Quarantäne, an totes Futter zu gehen, also einen heiden Aufwand um so einen schönen Heringsschwanzer.

01:04:20: Das war anspruchsvoll.

01:04:23: Dann haben wir verschiedene Fangfahrten gemacht.

01:04:24: Ich habe mich da immer involviert, konnte da... coole Expeditionen mitmachen, konnte mein eigenes Team mitnehmen, habe viel von anderen ausländischen Tauchern gelernt, habe noch viel von den Norwegern gelernt, in Sachen Tiere fangen, konnte mich da voll ausleben.

01:04:38: Mit der Angel, mit Reusen, mit Käfigen, mit Netzen, mit Zugnetzen, mit Tiere greifen, mit Müllbeuteln unter Wasser, Seethäufe fangen.

01:04:46: Es war eine geile Zeit, also dieser Jagdinstinkt.

01:04:50: Boten in der Strömung driftend mit Kürben, die runterhängen, Korallen reingesammelt ohne Ende.

01:04:55: Und das ganze Viehzeug in Lkw ist nach Deutschland transportiert.

01:04:58: Dann bin ich auf Forschungsschiffen mitgefahren.

01:04:59: Ich habe gesagt, wenn ich hier schon eine Forschungsfahrt mache, wir stellen da mal noch vier Behälter mit hinten aufs Deck.

01:05:05: Und alles, was mir ein Viehzeug in die Finger kommt, packe ich da rein, briehe ich auch noch mit nach Deutschland.

01:05:11: Gar kein Problem.

01:05:12: Habe ich auf jeder Forschungsfahrt, kommt mit dem Lkw, ich bin dann und dann, in Lübeck, dann laden wir ein und alles ab ins Aquarium.

01:05:19: So dass dann auch andere Aquarien angerufen haben und gesagt haben, ey, kannst du nicht auch.

01:05:24: Also du warst sehr gut empfangen.

01:05:25: Sehr.

01:05:26: Ja.

01:05:26: Und einer der wenigen Deutschland gibt nicht so viele.

01:05:28: Also, wenn du weltweit guckst, gibt es nicht wirklich viele Menschen, die das machen.

01:05:34: Und das war geil.

01:05:35: Das hat super viel Spaß gemacht.

01:05:37: Und irgendwann haben die dann gefragt nach diesen ganzen Fangfahrten und gemerkt, okay, der kennt sich aus, der kann das.

01:05:43: Und Gitta ist dann da irgendwie weggebrochen.

01:05:47: Haben die gesagt, hast du nicht Bock?

01:05:49: Und da war ich so mitten im Studium, noch Ende meiner Studiums und sagte, ja, aber ich muss noch Diplomarbeit und ich muss noch fertig studieren.

01:05:57: Dann mit meinem Prof meiner Wahl, Brennlberger, geiler Typ, da bin ich noch sehr dankbar, der hat mir viel ermöglicht, der dann gesagt, mit meinem Einverständnis, ich komme da hin, ich kontrolliere, was sie dort wissenschaftlich arbeiten.

01:06:08: Das heißt, ich durfte auch während meines Jobs auch wissenschaftlich arbeiten, habe mir eine ganze riesige Wissenschaftskammer mit ohne Budget eingerichtet, mega geil.

01:06:16: Also ich konnte quasi in meiner ... Arbeits- und auch Freizeit dort forschen, ... ... meine Diplomarbeit über Krebse machen ... ... und gleichzeitig einen für mich ... ... fantastischen Job machen, ... ... als Abteilungs- und Teamleiter ... ... für damals, ich weiß nicht wie viele Leute das waren, ... ... ich sag mal zehn, ... ... die leitest du an, ... ... sagst du machst heute das, du machst heute das, ... ... die bildest du aus im Tauchen, ... ... du sagst du kommst mit auf die Fangfahrt, ... ... du planst Fangfahrten und alles immer unter dem Schirm.

01:06:41: Direktor und Kuratorin und ich als Team, die entscheiden das und das und das machen wir.

01:06:46: Aber ich bin der, ich sag mal, arbeitende Ausführende.

01:06:49: Und eine Kuratorin hat ja noch ganz viele andere Aufgaben.

01:06:51: Die muss bei ZITIS-Meetings, bei Zoo-Meetings antanzen und dann wurde ich dann auch da mitgenommen und so.

01:06:56: Hab da viel gelernt über die Zooindustrie.

01:06:59: Die kümmert sich auch um Dienstpläne.

01:07:01: Da habe ich natürlich gar keinen Bock drauf.

01:07:03: Ich will Aquarein putzen, ich will Fische einsetzen, ich will das Tauchteam leiten, ich will auf Expeditionsfang fahrten, ich will die Tiere gerne medizinisch behandeln.

01:07:09: Ich habe da auch von den Veterinärmedizinern der Fische und so weiter super viel gelernt, bei OPs dabei gewesen.

01:07:14: Also ich habe einfach jeden Tag Dinge gelernt.

01:07:16: Das war geil.

01:07:18: Was ich als twenty-fünfjähriger nicht gut konnte, ist mit Menschen umgehen, Team führen.

01:07:24: Ich habe immer von meinen Mitarbeitern das erwartet, so wie ich bin.

01:07:27: Zwanzigstunden Tag kein Problem.

01:07:28: Nee, Wochenende, Familie ist mir scheißiger, du bleibst hier.

01:07:31: Du kannst auch nicht sagen, okay, wir haben Filterproblem, der kackt gerade ab.

01:07:36: Wir haben dann Becken mit zwehunderttausend Litern.

01:07:38: Wenn der Filter über Nacht ausfällt, sind morgen alle Tiere da drin tot, die ich über Monate und Jahre zusammen gesammelt hab.

01:07:43: Die sind morgen tot, die haben keine Chance, wir müssen hier bleiben.

01:07:46: Und dann sagt ein normaler Arbeiter, Robert, es ist siebzen Uhr.

01:07:49: Ich hab zwei Kinder, ich hab eine Frau, ich hab jetzt Feierabend.

01:07:52: Und ich hab schon drei Überstunden gemacht.

01:07:53: Und du sagst, nee.

01:07:56: Du gehst jetzt nicht, wir müssen das aber machen.

01:07:58: Und das ist auch so eine Krux unter Tierpflegenden und unter Menschen, die mit Tieren arbeiten.

01:08:03: Das ist das, was uns zurückbringt zu meiner Phoebe.

01:08:05: Du gehst nicht nach Hause, du kannst nämlich nicht.

01:08:09: Und das hat dazu geführt und dass die mich innerhalb kürzester Zeit, das ist ja eine GmbH, ein Geschäftsführer da drin auch, dass sie gesagt haben, Herr Lehmann, das mit ihrem Zeiterfassungssystem, mit diesem kleinen Chip, wo sie sich ein- und auslocken, dann geben wir da mal einen Chip her.

01:08:26: Weil wenn das irgendjemand sieht, kriegen wir hier ganz schnell ein Problem, so arbeitsrechtsmäßig.

01:08:31: Ich sag, okay, dann schreib ich mir meine Stunden auf, ist mir doch scheißegal.

01:08:33: Bis zum Zwanzig, du kennst ja nicht aus mit Arbeitsrechtverträgen.

01:08:36: Oder dass die GmbH gefährdet ist, wenn irgendjemand da drüber guckt von der BG.

01:08:41: Also hab ich gesagt, okay, dann schreib ich mir meine siebzehn Stunden am Tag halt auf.

01:08:44: Du hast zwei Handys, du kriegst fünfhundert E-Mails am Tag, du hast ein Team zu führen, du musst alles organisieren.

01:08:49: Du bist permanent dabei, Probleme zu lösen.

01:08:51: Ich hab dann zu dem Zeitpunkt noch geraucht und damit aufgehört, weil ich keine Zeit mehr hatte.

01:08:55: Ich hab keine Zeit mehr gehabt zum Rauchen.

01:08:56: Das kannst du dir jetzt vorstellen.

01:08:58: Banane.

01:08:59: Keine Zeit mehr gehabt zum Rauchen.

01:09:00: Nur nicht geahren.

01:09:01: Schöne Grund aufzuheben.

01:09:01: Ja, ja.

01:09:02: Es gibt schönere Gründe, glaub ich.

01:09:04: Ich hab mal irgendwann aufgehört, weil mir eine Person sehr wichtig geworden ist in einem Zeitraum.

01:09:07: Ich hab gesagt, jede Zigarette sind neun Minuten weniger mit dir.

01:09:11: Also aufgehört.

01:09:12: War ein guter Grund.

01:09:13: War

01:09:13: ein bisschen schönerer.

01:09:14: Ist ein schönerer.

01:09:15: Ja,

01:09:15: aber ich find's trotzdem keine Zeit zu brauchen.

01:09:17: Keine Zeit mehr zum Rauchen.

01:09:18: Die Leute, die

01:09:18: rauchen, haben einfach zu viel Zeit.

01:09:20: Krüse gehen raus.

01:09:21: Ist wirklich so.

01:09:22: So, dann habe ich damit aufgehört und dann irgendwann mal festgestellt, dass ich auch so eine Dinger gerissen habe, wie ich habe an meinem Geburtstag, siebzehn Stunden gearbeitet.

01:09:28: Ich habe siebenundsechzig Tage am Stück ohne frei gearbeitet, fünfzehn Stunden plus.

01:09:32: Bist du da süchtig nach Arbeit geworden?

01:09:34: Ja, absolut.

01:09:35: Und der Erfolg gibt dir auch recht.

01:09:37: Der Geschäftsführer sagt, hey, meine hervorragende Arbeit, wieder diese Woche.

01:09:40: Fantastische Kuratorin, die sagt, alle Fische, das ist eine super tolle Ausstellung.

01:09:42: Die Besucher, Zehntausend Leute am Tag, Museum des Jahres, Rekordzahlen.

01:09:46: Alle begeistert, Angela Merkel durchgeführt war, Seestein auf die Hand gesagt, mega geil, toll, super.

01:09:51: Der Einzige, der unglücklich wurde über die Zeit, war ich.

01:09:54: Wann war der Kipppunkt?

01:09:56: Gab es einen Moment, wo du gemerkt hast, dass hier ist?

01:09:58: Ja.

01:09:58: Irgendwas stimmt

01:09:59: hier nicht.

01:09:59: Ja, es gab einen ganz konkreten Kipppunkt.

01:10:00: Ich habe irgendwann vor einer der größten Aquarenscheiben damals Europas gestanden und habe da reingeguckt.

01:10:06: Und du musst dir vorstellen, damals in Kiel war ich Tierpfleger für Robben, obwohl ich die noch nie in der Natur gesehen habe.

01:10:15: Ich habe noch nie vorher in Robben in der Natur gesehen, habe mir den gefangenschaft gehabt.

01:10:17: Aber ich wusste nicht, wie es den draußen geht.

01:10:21: Ich habe durch die ganzen Expeditionen aber diese Tiere, die ich da eingesperrt habe, jeden High, you name it, egal welche Tierart, jeden Dorsch, jeden Längen, jeden Wittling, ich habe die gesehen, wie die draußen leben und was die machen und wo ich sie weggeholt habe.

01:10:35: Und dann habe ich gesehen, was machen die hinter Glas?

01:10:38: Dieses ewige Bumm.

01:10:40: Oder das Schleifen.

01:10:41: Dass sich Flossen abschleifen am Aquarium.

01:10:43: Die aufgerissen Mäuler.

01:10:44: Das nicht füttern, das sterben.

01:10:47: Das nicht zusammenpassen im Besatz, dass sich gegenseitig töten.

01:10:50: Das verpilzen, dass der Temperatur passen, nicht per Harald passen.

01:10:53: Ich habe so viele Tiere sterben sind.

01:10:55: Ich habe so viele Tiere in der Quarantäne gehalten, die es nie in die sogenannte Schau geschafft haben.

01:10:59: Die immer nur als Ersatz da waren, sinnlos.

01:11:03: in der Quarantäne ungesehen im Dunkeln gestorben sind.

01:11:06: Ich habe so viele Tiere durch Technikausfälle verloren.

01:11:09: Nicht durch, dass ich Fehler gemacht habe, aber dass die Technik ausgestiegen ist.

01:11:12: Am nächsten Tag kommen zehn Tausend Tiere tot.

01:11:15: Ist passiert.

01:11:17: In einem Tag.

01:11:18: Und das ist alles dort passiert.

01:11:20: Und irgendwann sitzt du so da, du kannst ja auch nicht reflektieren.

01:11:24: Wenn du siebzehn Stunden am Tag ballerst.

01:11:26: Alter, ich habe in einer Wohnung gelebt, wo ich die Pappkartons vom Umzug mit Ducktape ans Fenster gemacht habe, weil ich ... keine Zeit hatte, einen Vorhang zu installieren.

01:11:37: Ich habe keine Küche gehabt.

01:11:38: Ich habe auf dem Balkon mit einer Kochplatte gekocht.

01:11:41: Ich hatte keine Zeit für mich oder andere Dinge.

01:11:44: Und da sitzt du nicht da und denkst, hm, ist das eigentlich cool, dass ich Tiere einsperre?

01:11:48: Ja oder nein?

01:11:49: Das machst du nicht.

01:11:50: Du arbeitest, du funktionierst, du ballerst, du ballerst, du ballerst.

01:11:52: Und die Aufgabe ist für eine Person, als ich wegging, mussten so vier neue Leute einstellen, zeigt, es war zu viel.

01:11:59: Es war viel zu viel.

01:12:01: Und irgendwann ... Ich habe zu der Zeit, guck mal, ich bin jetzt immer noch ein Spargel, ich wiege jetzt, neun, siebzig Kilo.

01:12:07: Zweiundsechzig, hab ich damals gehabt.

01:12:08: Zweiundsechzig.

01:12:09: Gibt ein Foto von mir.

01:12:10: Auf einer Dienstreise auf die Bahamas zu Erich Ritter, Umgang mit Heinen.

01:12:13: Da stehe ich oberkörperfrei da.

01:12:16: Kannst du keinen zeigen.

01:12:17: Sieht aus wie ein scheiß Skelett.

01:12:19: Sieht aus wie ein verdammtes anorexisches Skelett.

01:12:23: Mit sechsundzwanzig.

01:12:25: Zweiundsechzig Kilo bei einzigsechzig.

01:12:27: Wirklich fürchterlich.

01:12:28: Das war dann der Punkt, wo meine Freunde und meine Eltern gesagt haben, ey, Obi, alles guten, schön, aber... Das ist Quart was du da tust.

01:12:35: Und dann denkst du, ich hab gar keine Ahnung.

01:12:36: Es gibt einen Fernsehbeitrag von mir, wie ich so weglaufe, an den Aquarien vorbei.

01:12:41: Und das Licht geht so aus.

01:12:43: Und die Moderatorin sagt irgendwie so was wie, haben sie nicht eine Freundin oder eine Frau oder Privatleben, sag ich, nee, brauche ich auch nicht.

01:12:50: Das hier ist mein Leben.

01:12:51: Und das bleibt auch so.

01:12:52: Wohin, wenn ich mir das heute angucke, denke ich.

01:12:55: Und Tess Willen.

01:12:56: Da hat ja auch keiner gesagt, Mensch, hey, Mann, machen Sie doch mal ruhig.

01:13:02: Die wollten ja auch, dass die Betrieb funktioniert.

01:13:03: Und du musst mal überlegen, als ... Abteilungs- und Teamleiter damals, zwei-tausend-drehen-fünfzig Euro Brutto.

01:13:12: Für eine Hundertfünfzig-Stunden-Woche.

01:13:14: Gar kein Problem.

01:13:15: Absolut lächerlich.

01:13:16: Also das war alles ein Riesenhaufen Scheiße.

01:13:18: Du sitzt in der Scheibe, guckst da rein, fängst an zu zweifeln.

01:13:24: Aber du willst ja auch nicht zweifeln.

01:13:25: Du hast das ja in dir gelernt, dass das alles richtig ist.

01:13:28: Du schützt das Meer.

01:13:30: Du bringst Kindern was über's Meer dabei.

01:13:31: Alle finden das super.

01:13:32: Du liebst das.

01:13:34: Als einziger in Deutschland hab ich Mohnfische.

01:13:36: Als Einzige habe ich Lofius Piscatorius, den Anglerfisch.

01:13:39: Ich habe das.

01:13:42: Das ist wie eine Sucht.

01:13:43: Und irgendwann denkst du aber nicht mehr nur an das Schöne und die Expedition und ich konnte mir ein Boot kaufen hier und da.

01:13:54: Du denkst, verdammt, wie geht es diesem Tier jetzt?

01:13:57: Fühlt er sich da wirklich wohl?

01:13:59: Ich habe dann so angefangen, auch zu hinterfragen, als meine Chefs zu mir gesagt haben, Herr Lehmann, das mit den Höhlen hier in diesem Becken, dann sind die Tiere nicht zu sehen.

01:14:09: Bauen sie das mal bitte so, dass die Tiere immer zu sehen sind.

01:14:13: Und sagst du im ersten Moment, die müssen nicht zurückziehen können.

01:14:17: Nee, Herr Lehmann, die Leute beschweren sich, weil die den Längen nicht gesehen haben.

01:14:21: Oder machen sie die Höhlen so klein, dass der immer raus guckt.

01:14:26: Dann denkst du, ich war damals kein Tierschützer.

01:14:28: Ich war ein Angler, ich war ein Taucher, ich war ein Abenteurer.

01:14:30: Das hat mich damals noch nicht gecatcht irgendwie.

01:14:33: Und dann gab es so Situationen, ich hatte einen Konger mir gefangst, der größte mehr als und Riesenal, die war so.

01:14:39: Und so dick.

01:14:41: Die hab ich immer mit der Hand gefüttert mit so großen Fischen.

01:14:44: Und das war mein Liebling.

01:14:45: Ich wollte die unbedingt in der Schau zeigen, aber die hatten irgendwo reingepasst, weil die hätte jeden gefressen.

01:14:50: Besucher haben die nie gesehen, sondern immer nur ich.

01:14:52: In so einer grünen, großen Regentonne hat die gelebt.

01:14:58: Die ist irgendwann gestorben, ohne dass die jemand gesehen hat.

01:15:02: Ich hab die sinnlos gefangen.

01:15:03: Das war so ein Tag, dass du dann denkst ... Warum mache ich das hier eigentlich?

01:15:08: Dann haben die angefangen mir zu sagen, setzen sie bitte die und die Fische zusammen, weiß ich noch ganz genau, wie ich da in diesem Gespräch saß.

01:15:14: Setzen sie bitte diese Schwarmfische mit den Heinen zusammen, dass wir immer so einen schönen Baitball haben und die Heier da drum herum zirkeln und die Besucher was zu sehen haben.

01:15:21: Und ich habe jeden einzelnen dieser Fische eigenhändig gefangen, ans Todfutter gewöhnt durch die Quarantäne gebracht, die Schuppen einzeln wieder dran gesteckt.

01:15:31: Also ich liebe jeden und ich setze sie doch nicht den Heinen, also seid ihr irre?

01:15:36: Hab dann widersprochen.

01:15:37: Ich hab immer widersprochen.

01:15:38: Und dann gab's Konflikte.

01:15:40: Das Team hab ich nicht gut geführt, weil ... Ich hab keine Ahnung von Teamführung, Alter.

01:15:43: Ich hab in Teams gearbeitet, aber ich hatte keinen ... Ich konnte nicht in einem ... in einem Sechzigjährigen was abgewinnen, der mir sagt, ich geh jetzt nach Hause.

01:15:51: Da ich gesagt, du Arschloch, wieso bleibst du nicht hier?

01:15:54: Wir haben die Tiere zu versorgen.

01:15:55: Ich hab ein Arbeitszeitsystem, ich werd nicht mehr länger bezahlt.

01:15:58: Das war schwierig.

01:15:59: Und deswegen war ich bestimmt auch ein schlechter Chef, würd ich sagen.

01:16:02: Also, weil er einfach keine Ahnung gehabt.

01:16:04: Und ... Dann gab es natürlich Konflikte.

01:16:07: Mit den Chefs, wenn du sagst, nee, ich will die nicht zusammensetzen, doch die setzen die so und sagst, nee, mach ich nicht.

01:16:13: Das müssen sie dann schon selber machen.

01:16:14: Da bin ich dagegen.

01:16:15: Ich spreche mich dagegen aus.

01:16:17: Dann gab es immer mehr Konflikte, dann wurde ich dann irgendwann beurlaubt und dann nicht verlängert.

01:16:20: Also ich wurde nicht gefolgt, sondern einfach meinen Vertrag nicht verlängert.

01:16:23: Und das war das Beste, was mir passieren konnte.

01:16:25: Es war aber auch ein harter Bruch.

01:16:28: Das, was du geliebt hast, dein ganzes Leben, worauf du hingearbeitet hast.

01:16:32: Guck mal, wenn ich angefangen bin mit Fischen mit zwei, ich war zwanzig oder sechsundzwanzig, das ist eine lange Zeit.

01:16:39: Das ist dein Job.

01:16:40: Ich hatte auch keine Alternative.

01:16:41: Wie identifiziert

01:16:42: damit

01:16:42: alles?

01:16:43: Du bist, das ist dein Leben.

01:16:44: Und wenn ihr dann jemand sagt, das ist jetzt nicht mehr ihr Leben.

01:16:48: Bis dann.

01:16:49: Danke für ihre Arbeit.

01:16:50: Es liegt nicht an ihrer Kompetenz.

01:16:53: Bis dann.

01:16:55: Hm.

01:16:56: War das das beschissenste Jahr?

01:16:58: Ja.

01:16:59: Weil dann kam so der Punkt.

01:17:02: Das war ja meine DNA.

01:17:04: Ich habe schon angefangen zu zweifeln.

01:17:06: Daher kam ja die Konflikte, Logo.

01:17:08: Aber ich war ja nicht an dem Punkt, dass ich gesagt hab, jetzt hab ich's verstanden und ich will jetzt was anderes machen.

01:17:12: Heute rede ich groß daher, empfehle den Leuten im Internet, wenn ihr euren Job nicht mögt, dann macht doch was anderes.

01:17:17: Das ist ja auch so.

01:17:18: Aber wenn du selber in der Situation bist, das realisierst du nicht, dann kam ein großer Breakdown auf jeden Fall.

01:17:24: Ich war ja völlig abgemagert.

01:17:27: Ich war am Ende meiner körperlichen Kräfte nach dieser Zeit.

01:17:29: Ich war am Ende meiner mentalen Kräfte durch die Tiere, die ich getötet hab, das Licht aufgehen, das hab ich getan.

01:17:37: Ich war gescheitert.

01:17:39: Ganz klar.

01:17:40: Ich hatte keine Freunde mehr.

01:17:42: Meine Beziehungen verloren, meinen besten Freund verloren, mein bester Freund, der ich eingestellt habe, der zischte mit meiner Freundin ab, die meine Tierpflegerin war.

01:17:52: Lief gut.

01:17:53: Die sind heute hoffentlich verheiratet und haben gesunde Kinder.

01:17:55: Das wünsche ich denen sehr.

01:17:56: Aber was ich im Übel nehme, mit meinen maskerschneiderten Tauchanzuch hat er auch gekriegt.

01:18:01: Naja.

01:18:02: Das war also alles Scheiße.

01:18:04: Dann sitzt du wirklich auf der Couch guckst eine weiße Wand an und weißt nicht mehr weiter.

01:18:07: Es war das erste Mal in meinem Leben, wo ich nicht mehr weiter wusste.

01:18:09: Ich wusste nicht mehr, was soll ich jetzt tun?

01:18:12: Ich war in einem verfickten, schwarzen, depressiven Loch gefangen und alles war weg.

01:18:17: Meine Identität, mein Job, meine Beziehung, mein bester Freund, mein Leben war weg.

01:18:23: Was soll ich sonst, drei Suntalter?

01:18:24: Dann hing ich da in einer nicht eingerichteten, beschissenen Wohnung mit Pubkarton dran, was niemand interessiert hat.

01:18:31: Und meine Freunde hatte ich auch alle verloren, weil ich mich bei niemandem gemeldet hab.

01:18:34: Ich hab ja nur noch gelebt für die Tiere.

01:18:37: Mental breakdown, Ende, alles auf Null.

01:18:40: Du hast erst erzählt, dieses ... ein Leben zu beenden geht dann schnell.

01:18:45: Ja, hab ich drüber nachgedacht.

01:18:47: In dem Moment?

01:18:48: Ja.

01:18:48: Ich hab überlegt, ich wusste ja durch die Rechtsmedizin, wie man sich einen ... gewaltfreien ... schmerzlosen Tod bescheren kann.

01:18:59: Wenn du ... Wenn du ein guter Taucher bist, kennst du die Gefahren, die beim Tauchen lauern, die dich leise umbringen, aber schön umbringen, wären einfaches.

01:19:07: Als Taucher zu sagen, ich mache heute meinen letzten Tauchgang und schön abzutreten, mit einem guten Gefühl.

01:19:13: Du sitzt dann auf der Couch und hast diese Gedanken.

01:19:15: Jeder hat sich ehrlich schon mal Gedanken gehabt in seinem Leben.

01:19:17: Ich weiß nicht, ob sich die Leute davon freisprechen können.

01:19:19: Ich kann nicht mehr.

01:19:20: Ich will auch nicht mehr.

01:19:21: Ich will nicht mehr weitermachen.

01:19:21: Und da war eine ganz schlimm Phase oder ein Liebeskummer oder hat jemanden verloren oder ist völlig egal.

01:19:27: Menschen kommen manchmal auf Gedanken.

01:19:28: Davon kann sich keiner freisprechen.

01:19:30: Ich weiß nicht, ob du auch schon mal gedacht hast, ich will nicht mehr.

01:19:33: Eine Ahnung.

01:19:34: Mit vierzehn, fünfzehn mal.

01:19:35: Aber man hat mal so einen Gedanken.

01:19:37: Das heißt nicht, dass man den ausführt.

01:19:39: Manche machen das natürlich.

01:19:40: Aber ich war an dem Punkt, ich wusste einfach nicht mehr weiter.

01:19:43: Warum hast du weitergemacht?

01:19:44: Also warum hast du überlebt?

01:19:48: Ich habe ja in der Rechtsmedizin auch gelernt und Vorlesungen gehabt über Menschen in Krisen, Menschen, die in die Psychiatrie gekommen sind, Menschen, denen geholfen wurde.

01:19:59: Wir haben uns Videos angeguckt von Erstgesprächen, von suizitalen Menschen oder Menschen, die jemand umgebracht haben.

01:20:04: Keine Ahnung, von Bess.

01:20:05: Ich wusste, es gibt also ein Zentrum, wo ich hingehen könnte, wo man mir vielleicht helfen könnte, aber ich hingefahren.

01:20:11: Es war die Entscheidung bei mir.

01:20:14: Ich mach jetzt meinen letzten Tauchgang oder ich fahr dahin.

01:20:16: Dann hab ich dahin gefahren.

01:20:17: Und hab gesagt, hi, ich bin's.

01:20:20: Mir geht's gerade wirklich sehr, sehr schlecht.

01:20:22: Ich hab mein ganzes Leben verkackt.

01:20:24: Ich hab tagelang nicht mehr geschlafen und mir geht's wirklich richtig.

01:20:28: Ich will nicht mehr.

01:20:29: Was mach ich denn jetzt?

01:20:30: Kommst du mal rein.

01:20:32: So, und dann hab ich da ein paar Wochen der Klinik verbracht.

01:20:36: Ich hatte Handy und Laptopverbot, ich hab Kneipkuren gemacht, ich hab Rosa ne Elefanten ausgeschnitten, viele Gespräche geführt und so weiter.

01:20:42: Krankenhausessen, Leute kennengelernt, den es bedeutend schlechter ging als mir.

01:20:47: Bedeutend.

01:20:47: Also, Next Level schlecht.

01:20:50: Da war ich ein Pipifax dagegen.

01:20:53: Es war eine Krisensituation, wo einfach viel zusammenkam.

01:20:55: Und Identitätskrise ist ja klar, eine Anpassungsstörung und so weiter.

01:20:58: Und dann habe ich mich da rausgearbeitet und habe noch in dieser Einrichtung heimlich mit dem Laptop nachts angefangen, meine Diplomarbeit zu schreiben, die ich selbstverständlich neben der Arbeitszeit, neben siebzehn, achtzehn Stunden.

01:21:11: nicht mehr geschrieben hatte.

01:21:12: Das heißt, ich hätte also auch bald noch meinen Studium verloren.

01:21:15: Alles verloren und Studium, alles in Kacke.

01:21:19: Also, alles auf Null, einmal durchatmen, klarkommen, Bissinngewicht aufbauen, mental stabil werden, Laptop raus, dann mal das erste weiße MacBook.

01:21:30: Heimlich, abends guckt keiner, ich fange jetzt an, ich recherchiere das Paper noch mal runter, da kann ich irgendwo drucken.

01:21:35: Verdammt, ich brauche einen Text, ich muss Paper lesen, Alter.

01:21:38: Ich habe auch wieder Bock.

01:21:39: So, und dann... bin ich zurück nach Kiel, hab bei meinem Professor angeklopft und hab gesagt, ey, ich hab Scheiße gebaut, war alles nicht so gut dort.

01:21:48: Und er hat nicht gesagt, Sie haben's verkackt, kommen Sie rein, kriegen wir wieder hin.

01:21:52: Geil, bin ich ihm bis heute dankbar.

01:21:54: Geiler Typ.

01:21:55: Schön.

01:21:55: Ja, sehr geil, er hat mich nicht hängen lassen.

01:21:57: Dann hab ich meine Diplomarbeit da wunderbar in der Zoologie über die Krebse beendet und hab mein Diplom abgeschlossen, auch sehr gut abgeschlossen.

01:22:05: Meine Prüfung alle gemacht und dann war's durch das Thema.

01:22:07: Und heute war ich noch manchmal nachts auf.

01:22:10: Fuck!

01:22:11: Muss ich noch eine Prüfung machen?

01:22:12: Ja oder nein?

01:22:13: Ich weiß es gar nicht.

01:22:13: Ich

01:22:15: verstehe das nicht, warum das so bleibt.

01:22:17: Solche Momente, solche Ängste, dass man... Es gibt auch so wiederkerne Träume, die ich habe.

01:22:22: Genau das, was man so denkt.

01:22:23: Und dann brauchst du so kurz, wirklich zehn Sekunden.

01:22:25: Ist das gerade real?

01:22:26: Es ist ein Traum.

01:22:27: Es ist nur ein Traum, alles klar.

01:22:28: Einglück, Alter.

01:22:29: Und es

01:22:29: herrtschlägt wie ein echt.

01:22:31: Ja, und dann habe ich das überwunden.

01:22:34: Und bin da raus.

01:22:35: Zum Glück.

01:22:36: Und habe dann einfach das gemacht, was ich auch heute noch tue und... Mein ganzes Leben lang schon mache ich immer weiter.

01:22:43: Immer weiter.

01:22:44: Immer

01:22:44: weiter.

01:22:45: Aufgeben ist kein Option.

01:22:46: Hast du in deinem Buch geschrieben?

01:22:47: Das ist richtig.

01:22:48: Das ist so.

01:22:48: Aufgeben ist tatsächlich keine Option.

01:22:51: Warum nicht?

01:22:52: Also was ist so schlimm am Aufgeben?

01:22:54: Also mal alles weg, was irgendjemand andere sagen könnte.

01:23:01: Aber was ist so schlimm daran, beim Marathon zu sagen, weißt du was, nach Kilometer zwölf?

01:23:07: Ach komm.

01:23:08: Hab ich schon mal gemacht, okay, da hab ich schon mal aufgegeben.

01:23:10: Ich hab mal so einen Hundertkilometer-Lauf mitgemacht.

01:23:13: Als ich Zivildienstleister war, nach einer Zwölfstunden-Schicht, abends, neunzehn Uhr losgelaufen, noch den Hundertkilometer-Lauf mitnehmen, kommen, das schaffste.

01:23:20: Und an Kilometer sechsundfünfzig aller gesagt, ihr könnt mich am Arsch lecken.

01:23:23: Ich lass mich von meiner Mutter am Fiesta abholen.

01:23:24: Gut.

01:23:25: Ich hab auch schon mal aufgegeben, ja?

01:23:27: Aber warum ist es jetzt keine Option?

01:23:29: Weiß ich nicht.

01:23:31: Würde ich jetzt aufgeben, würde ich jetzt sagen, ich gönne mir heute mal einen Tag.

01:23:37: Oder ... Ich schlafe heute mal aus.

01:23:41: Die Hündin muss sich ja runter tragen, sonst kackt die sich voll.

01:23:44: Die ist jetzt auch nicht da.

01:23:45: Jetzt habe ich gute Leute, die sich darum kümmern.

01:23:47: Aber du brauchst jemanden, dem du hundert Prozent vertraust, der mit der Hündin so umgehen kann, wie ich mit dir umgehen würde.

01:23:55: Es ist nicht anders möglich.

01:23:56: Es ist so ein besonderer Fall, da Menschen überhaupt zu kriegen, die ja jetzt den vierundzwanzig Stunden Job übernehmen müssen.

01:24:02: Man muss erst mal finden.

01:24:03: Ich kenne genau zwei Personen, die das können.

01:24:05: Also das ist ja so gut wie unmöglich.

01:24:09: Du manövrierst dich ja auch manchmal in Situationen, wo du gar nicht die Möglichkeit hast, aufzugeben, weil du eine Verantwortung übernommen hast.

01:24:14: Hast du Probleme, damit Menschen zu vertrauen?

01:24:16: Einhundert

01:24:17: Prozent.

01:24:18: Ich versuch's immer wieder und hab das über die letzten Jahre auch immer wieder gemacht.

01:24:22: Hab Leute nah an mich ran gelassen, hab Leute in mein Team gelassen.

01:24:26: Und es geht manchmal gut und manchmal nicht, wie das in der normalen Arbeitswelt überall ist.

01:24:29: Manchmal geht's gut, manchmal geht's nicht.

01:24:30: Ich hab aber, glaub ich, ein Problem damit, weil ich das immer sehr persönlich nehme.

01:24:34: Das hat ja immer irgendwas mit mir zu tun.

01:24:37: Und wenn mich dann Menschen verletzen oder die Erwartungshaltung nicht erfüllen oder es gibt ein Konflikt und man geht auseinander, dann bin ich immer persönlich wirklich betroffen, weil mir das viel bedeutet.

01:24:47: Mir bedeutet ein Arbeitsverhältnis viel, mir bedeutet, dass das Team sich gut versteht, mir bedeutet, dass ich alle wohlfühlen im Team, mir ist das super wichtig.

01:24:57: Und wenn es dann mal scheitert, aus welchen Gründen auch immer Menschen passen manchmal nicht zusammen oder Arbeitsweisen passen nicht zusammen, dann geht mir das immer sehr nah.

01:25:03: Und manchmal war es auch so, dass mich Leute einfach aus welchen Gründen auch immer dienten.

01:25:08: Und die sind mir unerfindlich und die machen mir das Menschen verstehen und mit Menschen arbeiten sehr schwer, wenn man mich hintergeht.

01:25:17: Und wenn man mich ausnutzt oder wenn man mich betrügt, im Sinne von hintergeht nicht loyales, veräppelt oder sogar das missbraucht.

01:25:29: Das ist wirklich, da ich jetzt in den letzten Jahren so zwei, drei Dinger gehabt, wo ich sage Alter, Du kannst froh sein, dass ich ein Mensch bin, der sowas nicht öffentlich macht.

01:25:39: Ohne, dass du es öffentlich machst, aber wie kann man dich veräppeln?

01:25:47: Also du, in deinem Feld, was du machst, bist du wahnsinnig kompetent, erfahren,

01:25:53: du kennst

01:25:54: Situationen, Menschen, Tiere.

01:25:58: Es gibt zwei wichtige Worte, die Menschen in meinem Team erfüllen.

01:26:01: Integrität und Loyalität.

01:26:03: Wenn du das nicht bist, bist du bei mir falsch.

01:26:08: Wenn du das missbrauchst oder nicht beachtest oder nicht wertschätzt, wieder Sinn.

01:26:13: Kannst

01:26:13: du diese beiden Wörter mal ausdefinieren, was du darunter verstehst?

01:26:17: Schwierig.

01:26:17: Das ist so ein inneres Gefühl.

01:26:18: Es ist eher so eine Art Gefühl.

01:26:19: Es ist nichts, was man definiert.

01:26:20: Das ist ein Gefühl.

01:26:22: Da sind wir wieder bei, was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.

01:26:29: Das ist so ein Ding.

01:26:30: Ich weiß nicht, warum das so tief in mir... Ich bin ein Mensch, für mich ist... Fernes extrem wichtig.

01:26:35: und Gerechtigkeit.

01:26:35: Ich bin ein wahnsinnig gerechtigkeitsliebender Mensch.

01:26:39: Und wenn irgendjemand ungerecht ist, zu mir, zu meinem Team oder zu einem Tier oder zu einer Situation, dann fakt mich das brutal ab.

01:26:46: Das ist wirklich, wenn man, wenn man eloyall ist, wenn man Geheimnisse verrät, ein Geheimnis ist ein Geheimnis, es sollte ein Geheimnis bleiben.

01:26:53: Wenn man Informationen ausnutzt zum eigenen Vorteil und jemand anderem damit wirklich wehtut und etwas Schlechtes tut, ist das auch schlimm.

01:27:03: Und wenn man einfach eine falsche, beschissene Schlange ist, dann ist das auch schlecht.

01:27:10: Oder wenn man einfach Lügen erzählt.

01:27:13: Und da gar nicht kategorisiert in.

01:27:15: ich weiß es nicht besser oder ich weiß es vielleicht gar nicht richtig und erzähle einfach eine Lüge oder ich mache es mit Absicht, um ihm zu schaden.

01:27:23: Ja, deswegen habe ich mich ja auch von einer grundsätzlichen Szene entsagt und es tut mir wahnsinnig gut.

01:27:30: Es ist so schön, daraus zu sein.

01:27:31: Wahnsinnig geil.

01:27:32: Kannst du?

01:27:33: Ja.

01:27:34: In diesen Momenten, also wir haben erst über dir Wildschweine geredet, kannst du in diesen Momenten gelingt es dir auch, wenn jemand bösartig ist, die Bedürftigkeit des anderen zu sehen?

01:27:46: Nein.

01:27:48: Ich bin so ein unerbittlicher Typ, ich verzeihe auch nicht und es gibt Teammitglieder bei mir, die immer wieder sagen, Robert, du bist ein versöhnlicher Typ und du verzeihst auch.

01:27:58: Und dann sage ich auch manchmal, vielleicht versuche ich es nochmal, aber es gibt auch Dinge, die sind unverzeihlich.

01:28:04: Ich bin so ein Unverzeihl.

01:28:05: Das ist sehr hart.

01:28:06: Das ist ein hartliner Ding.

01:28:07: Aber es gibt wirklich... Und ich muss ja auch gar nicht verzeihen.

01:28:10: Es gibt ja Sachen, die sind für mich einfach unverzeihlich.

01:28:13: Die würde ich niemals jemand anderen antun.

01:28:15: Ich würde niemals jemand anderes mit Absicht in die Pfanne hauen und mit dem Wissen, der hat dann danach ein schlechtes Leben oder der verliert seinen Job oder seine Karriere ist danach beendet oder mit Absicht Quark erzählen.

01:28:26: Das würde ich einfach nicht machen.

01:28:28: Ich glaube aber, dass Lügen oft entstehen oder Menschen Lügen erzählen, Weil sie es nicht besser wissen oder weil sie irgendwas falsch mitgekriegt haben oder weil sie eine eigene Wahrnehmung haben von der Realität.

01:28:37: Das ist ja auch immer eine seiner Empfängerwahrnehmung und Realität.

01:28:39: Jeder hat seine eigene Realität, brauche ich euch da draußen nicht erzählen.

01:28:42: Aber dadurch entstehen manchmal Dinge und wenn du so ein gerechtigkeitsliebender Mensch bist.

01:28:48: Deswegen auch bin ich gerne mit Tieren zusammen.

01:28:50: Die sind immer ehrlich.

01:28:51: Ein Tier belügt dich nicht.

01:28:53: Kein Tier der Welt wird dich jemals belügen.

01:28:55: Das machen die nicht.

01:28:56: Das ist nicht in denen drin.

01:28:58: Kein Tier lügt dich an.

01:28:59: Menschen ja.

01:29:01: Menschen hintergehen dich.

01:29:02: Tiere nicht.

01:29:03: Nein, machen die nicht.

01:29:04: Haben die nicht.

01:29:05: War kein Grund.

01:29:06: Spielte in der Evaluation keine Rolle.

01:29:10: Gut, dass ein Pinguin, wenn der Mann weg ist, ein weiblicher Pinguin, auch mal sagt, komm kurz rüber, wir schnacksen kurz, ich erzähl's keinem.

01:29:15: Ja, okay.

01:29:17: Aber im Sinne von zum eigenen Vorteil ausnutzen, dass der andere ein schlechtes Leben hat und illojal und ohne Integrität machen Tiere nicht.

01:29:26: Wenn die Menschen offensichtlich immer wieder auch nicht gut tun.

01:29:33: Warum bist du dann nicht richtig ausgestiegen?

01:29:35: Also die Möglichkeit gäbe ich ja auch zu sagen.

01:29:38: Oh, ich würde so gerne.

01:29:40: Ich mache manchmal scherzhaft darüber und habe auf Instagram mal so ein Bild gepostet von so einem Haus auf einer einsamen Insel.

01:29:45: Da wäre ich gerne mit meinen Hunden.

01:29:46: Das ist natürlich unrealistisch.

01:29:48: Warum?

01:29:48: Naja, ich habe eine Verantwortung.

01:29:49: Ich habe super viele Mitarbeiter.

01:29:51: Wie viele arbeiten für dich?

01:29:51: Keine Ahnung.

01:29:52: Insgesamt weltweit fünfzig Leute, die mit und für mich arbeiten und in meinem Team peripher.

01:29:57: Ich kann hier einfach sagen, tschüss, ich bin weg, dann verlieren super viele Leute im Umweltschutz und auch super viele Projekte und Menschen, die es wirklich gut mit Tieren meinen und tolle Leute sind, haben keine Perspektive mehr, verlieren ihren Job und super viele Tiere werden darunter leiden.

01:30:09: Das ist das, was ich meine mit Verantwortung aufgebaut habe, die du nicht einfach abgeben kannst.

01:30:13: Ich bin nicht ein Scheißmanager, wo mir die Firma hinterher scheißegal ist.

01:30:17: Ich habe super viele verantwortungsvolle Projekte aufgebaut und die brauchen mich noch.

01:30:22: Du brauchst sie.

01:30:26: Sieh mich mehr, als ich sieh.

01:30:27: Aber ich liebe es.

01:30:29: Ich liebe diese Arbeit und ich liebe es, wenn ich wieder eine Nachricht kriege aus Bali von meiner Außenstelle, wir haben heute wieder vierzehn Markaken ausgewildert, Langschwanz-Affen, die aus der Natur geraubt wurden, die für die Touristen missbraucht wurden als Tanz-Affen, dann konfistiert wurden, rehabilitiert wurden, resozialisiert wurden und irgendwann wieder in ihre Heimat zurückfinden.

01:30:49: Ey, das kann ich heute mit dem Fingerschnip auslösen und indem ich die richtigen Leute mit connecte und indem ich Filme darüber mache und indem ich mich persönlich involviere, das liebe ich.

01:30:56: Und wenn ich das nicht mehr mache, dann habe ich immer das Gefühl, nicht, dass ich Leute enttäusche, sondern ich enttäusche die Tiere.

01:31:03: Ich lass die hängen.

01:31:05: Und ich kann die nicht hängen lassen.

01:31:08: Ja.

01:31:09: Ich habe die ja jahrelang hängen gelassen, weißt

01:31:14: du?

01:31:16: Meinst du, dass sich das irgendwann aufwiegt?

01:31:17: Nein, kann ich nicht.

01:31:20: Schau mich nicht.

01:31:24: Dafür war es so viel.

01:31:26: Zu viel Angeln, zu viel Aquarium, zu viel eingesperrt, zu viel gegessen, zu viel... Ich weiß, wie viele Bratwürste ich in meinem Leben verspeist habe.

01:31:33: Das kann ich nie wieder gut machen.

01:31:34: Noch so viele Schweine retten.

01:31:36: Und so viele Filme darüber machen, die Menschen vegan machen.

01:31:39: Das reicht nicht.

01:31:40: Glaubst du, dass es darum geht, einen Ausgleich zu finden im Leben?

01:31:44: Also muss man immer für den eigenen Ausgleich sorgen.

01:31:48: Also wenn man sagt, okay, ich habe jetzt, nehmen wir eine Zahl einfach, hunderttausend Tiere in irgendeiner Form gefangen oder getötet.

01:31:59: Und müssen es dann hunderttausend sein, damit man sagen kann, na gut, jetzt...

01:32:04: Wer in Anfang ist, na gut.

01:32:06: Wäre doch eine Zahl an der man sich festhalten kann.

01:32:09: Und es ist nicht.

01:32:10: dann aber auch immer...

01:32:11: Dann wär's auf null.

01:32:11: Dann müsste ich noch mal hunderttausend.

01:32:13: damit's dann gut wär.

01:32:15: Aber ich meine, dann muss ja eigentlich jede Mission, die du hast, wenn du da reingehst zu den Schweinen, zu den Füchsen, wo auch immer du bist und dann rettest du oder Schildkröten und du rettest dann eine einzige Schildkröte mit einem unglaublichen Aufwand.

01:32:29: Das muss ja eigentlich jedes Mal auch sein, fuck.

01:32:34: Ja.

01:32:34: Ich

01:32:35: komm also diesen...

01:32:37: Die Zahl habe ich nicht im Kopf, das ist nicht permanent präsent.

01:32:40: Und ich habe nicht eine Strichliste, wo ich abhake.

01:32:42: Klar, manchmal schreibe ich auf, wie viele Tiere heute, keine Ahnung, Fünfzig-Bali-Starlinge freigelassen, hundert.

01:32:48: Apf mit den Dschungel gejagt.

01:32:50: Das sind dann Zahlen, die schweben mit.

01:32:52: Aber das hast du.

01:32:53: während einer Mission hast du das nicht.

01:32:55: Du hast bei der Mission ist meine erste Prämisse, mein Team.

01:32:59: Und danach, ich, müssen da heil und lebendig wieder rauskommen.

01:33:02: Punkt.

01:33:03: Das ist das Wichtigste überhaupt.

01:33:05: Ziel Nummer eins.

01:33:06: Und das zweite ist, so viele Tiere so gut wie möglich auszuwildern oder zu retten.

01:33:14: Und das dritte ist, wenn das alles passiert ist, so effektiv wie möglich hinterher darüber zu sprechen und zu erzählen und eine Kampagne und ein Film zu machen und ein Buch zu schauen, keine Ahnung.

01:33:26: Damit es möglichst viele Leute hören und sehen, sich der Problematik bewusst werden, vielleicht dann weniger Fleisch essen oder einen Schutzprojekt spenden, um dann.

01:33:36: Das ist wie so ein Sniper.

01:33:39: Du kannst entweder ein paar Fußsoldaten einfach rumholzen lassen, wirst schon irgendwas treffen oder ein Sniper, der sich drei Jahre vorbereitet auf diesen einen verdammten Schuss.

01:33:47: Dieser einen Schuss, der muss sitzen.

01:33:49: Und so mache ich das bei meinen Projekten auch alles auf eine Karte und diese Karte ist sehr gut vorbereitet.

01:33:54: und dann muss sie hinterher, wenn sie gespielt wird und gezeigt wird, ein absolutes Ass im Ärmel sein.

01:33:59: den kompletten Jackpot mitnehmen.

01:34:00: Und der Jackpot heißt eine Million Unterschriften, eine Million Euro, eine Million Quadratmeter, eine Million Affen.

01:34:06: You name it.

01:34:07: Möglichst effektiv, mein Team und ich sicher, möglichst viele Tiere retten und auswildern.

01:34:15: Und danach Riesenkampagne, damit sich aus dieser einen Geschichte vielleicht zehn Neue ergeben.

01:34:19: Das durch diese eine Schildkröte, dass die sozusagen der Beweis dafür ist,

01:34:26: dass es sich lohnt, die

01:34:27: Hoffnung.

01:34:29: Und dann machst du ein ganzes Schildkrötenprojekt.

01:34:30: Und wenn du das über die nächsten zehn Jahre finanzierst und weißt, okay, das ist auf sicheren Füßen mit den richtigen Leuten, dann ist das ja nicht diese eine Schildkröte, sondern war das der Start.

01:34:39: Und dann sind's am Ende fünfhunderttausend Schildkröten.

01:34:42: Da müssen wir hin.

01:34:43: Und dann hat's was gebracht.

01:34:46: Meinst du, dass du irgendwann mal mit dir im Rhein sein wirst?

01:34:52: Keine Ahnung.

01:34:53: Vielleicht nicht.

01:34:55: Ich weiß es nicht.

01:34:56: Es fühlt sich nicht so an.

01:34:58: Es fühlt sich nie an, als ob ich genug mache, ever.

01:35:02: Und jeder sagt mir, wirklich jeder, der mir zuhört, der mich verfolgt, der mich kennt, du machst so viel, schon immer, nimm dich zurück, mach was für dich, lass es sein, mach weniger.

01:35:14: Aber die sind auch nicht in meiner Position.

01:35:17: Die haben nicht den Hund zu Hause.

01:35:20: Die haben nicht all diese Projekte, die von mir abhängig sind.

01:35:24: Haben sie nicht.

01:35:26: Für was ist Weltrettung eine Ausrede?

01:35:31: Normalität, settling down.

01:35:34: Ruhe, Urlaub, Sparbereich, durchatmen, reflektieren, sich ausruhen, nicht effektiv sein.

01:35:43: Dafür ist das eine Ausrede, glaube ich.

01:35:45: Vielleicht, vielleicht arbeitswichtig, vielleicht wie die Leute, die hundert Marathons am Stück laufen und das geil finden, finde ich das so irgendwie.

01:35:53: Vielleicht auch Selbstbestrafung, Kastei, keine Ahnung, weiß ich.

01:35:56: Soweit bin ich noch nicht in der Therapie.

01:35:58: Ja, ich frag mich das die ganze Zeit, aber das ist ja irgendwie... Das

01:36:02: sag ich doch.

01:36:02: Das fragen, warum zum Teufel machst du das denn?

01:36:06: Ich weiß es nicht, so ist es halt.

01:36:09: Weil's so schön ist da draußen und auch so scheiße.

01:36:12: Und ich würde, wenn du mir jetzt anbieten könntest, Robert hier ist ja Knopf, drück ihn und du weißt nichts mehr von all dem, ich würde den sofort drücken.

01:36:19: Sofort.

01:36:20: Weil dir was tausendlos ist.

01:36:21: Ja.

01:36:22: Ich wär so gerne dumm.

01:36:23: Ich wär so gerne dumm.

01:36:25: Das Leben wär so einfach.

01:36:26: Ja, aber die Dinge, die man... tut, die einem nicht gut tun.

01:36:31: Die einen auch nicht gut tun.

01:36:33: Also die ist ja nicht nur das Null und Eins.

01:36:36: Die sind eben auch, finde ich, nach meiner Erfahrung auch eine Ausrede dafür, eine bestimmte Sache nicht anzugucken.

01:36:42: Also siebzehn Stunden oder zwanzig Stunden am Tag zu arbeiten und nicht den Moment der Ruhe, wo man reflektieren könnte.

01:36:50: Das ist ja auch ein wenig ein.

01:36:53: Ich will zu einer bestimmten Sache, der will ich einfach nicht hinkucken.

01:36:56: Ist jetzt auch nicht meine Aufgabe, der Therapeut zu sein.

01:36:57: Nein, verstehe.

01:36:57: Nein, aber ich verstehe.

01:36:59: Ich habe diesen Impuls, die ganze Zeit, was ist, also die Taschenlampe.

01:37:04: Was willst du eigentlich nicht sehen, Robert?

01:37:07: Sagt meine Therapeutin auch.

01:37:09: Und irgendwann mache ich diese Tür mal auf.

01:37:12: Und dann gucken wir mal.

01:37:13: Ruf

01:37:13: mich an danach.

01:37:14: Das interessiert mich.

01:37:15: Es ist eine dunkle, schwarze Tür mit einem ganz großen Schloss.

01:37:20: Irgendwann mache ich die mal auf.

01:37:21: Warst du Angst davor?

01:37:22: Ja,

01:37:22: sehr.

01:37:24: Ja, sehr.

01:37:30: Und Leute, denen das genauso geht, die wissen auch, was hinter der Tür ist.

01:37:35: So ist es.

01:37:35: Das braucht noch ein paar Jahre Therapie, glaube ich.

01:37:45: Ich wünschte dir das Beste dafür, dass du das findest.

01:37:51: Ich habe letztes Jahr mich das ein oder andere Mal mit Verena König unterhalten.

01:37:57: Traumarexpertin.

01:37:59: Und was mir total geholfen hat, war es bei mir auch ganz oft um... Keine Ahnung, was guckt man sich an, was guckt man sich nicht an?

01:38:07: Muss man bestimmte Themen, die man mit anderen hatte, muss man die mit denen klären, was ist eigentlich, wenn die gar nicht mehr da sind oder man gar nicht mehr mit dem reden kann.

01:38:14: Und sie hat sowas heilsames mir mitgegeben, dass man Dinge, die in Beziehung passiert sind, im Schlechten, die traumatisch sein könnten, die muss man nur und kann man nur in Beziehung heilen.

01:38:31: Aber man muss sie nicht mit denjenigen heilen, mit denen sie passiert sind.

01:38:35: Und das fand ich total trist.

01:38:36: Macht Sinn.

01:38:37: Fand ich total gut da.

01:38:41: Und mir hat Hypnose noch ganz gut geholfen.

01:38:43: Ja, ich bin mal gespannt.

01:38:44: Ich hab mich immer so gegen Spiritualität und gegen sowas alles gewährt, bis ich es selber erfahren hab und dachte, naja, okay, ich bin ja eigentlich Wissenschaftler, aber scheiße noch mal.

01:38:54: Da ist ja wirklich noch mehr.

01:38:56: Verdammte Scheiße.

01:38:57: Das ist auch sehr beängstigend, aber auch supercool.

01:39:00: Also ich mag es sowieso alles mal auszuprobieren und neue Erfahrungen zu sammeln.

01:39:03: Und deswegen bin ich auch für EMDR und sowas alles offen.

01:39:06: Was ist

01:39:06: EMDR?

01:39:07: Da beschäftigt man sich mit Themen, traumatischen Themen und macht die unter hypnotischen Bedingungen.

01:39:12: Ich will es kein Quatsch erzählen, aber so habe ich das verstanden.

01:39:15: In einem sicheren Umfeld geht man dann da rein, unter hypnotischen Bedingungen.

01:39:21: Interessant.

01:39:22: Um dann die Dinge, die so passiert sein könnten, auch aufzulösen, im Gehirn Neuz miteinander zu verbinden, was ja vielleicht falsch verbunden ist.

01:39:32: Was vielleicht falsch verbunden ist, ja.

01:39:33: Also manche Sachen sind ja auch, müssen ja auch gar nicht dann so... gewesen sein, wie man sich das auch so gelacht

01:39:40: hat.

01:39:40: Vielleicht auch das.

01:39:40: Mal gucken.

01:39:41: Also ich bin da für alles offen und das spirituelle, was du angesprochen hast, ich wäre mich eigentlich dagegen und ich halte die Leute, die mich immer wieder kontaktieren, sagen, ich kann mit Orcas sprechen.

01:39:49: Die wollen dir Folgendes sagen.

01:39:50: Das halte ich persönlich für Quatsch.

01:39:52: Dass die Leute können ja daran glauben, ist alles gut.

01:39:54: Ich lasse auch jedem seine Religion und so weiter.

01:39:56: Ich selber glaube ans Spaghetti Monster.

01:39:57: Ich bin da Pasta Fari, das das einzige für mich Sinn macht.

01:40:01: Wie schön.

01:40:03: Ist wirklich so.

01:40:06: Aber hattest du noch nie, also ich meine, jemand, der so naturnah ist wie du?

01:40:11: Doch, hatte ich.

01:40:12: Also,

01:40:13: bitte erzählst du.

01:40:13: Doch, hatte ich.

01:40:14: Naja, ich hatte ja mal vielleicht mal eine Freundin, die spirituell ist und die ich auch wirklich mochte und die mich als Wissenschaftler gechallengt hat in meinem Weltbild immer und immer wieder und die mich mal mitgenommen hat zu einer Ayahuasca-Session.

01:40:33: Wo ich nichts darüber wusste.

01:40:34: Gar keine Ahnung gehabt.

01:40:35: Zero.

01:40:36: Mich einfach verleiten lassen und mitgegangen und mitgemacht.

01:40:43: Mit das Schönste, was ich je in meinem Leben erlebt habe.

01:40:45: Völlig wahnsinnig.

01:40:46: Aber ich war auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit der richtigen Person im richtigen Setting.

01:40:51: Da war alles perfekt.

01:40:53: Ich war verliebt, mir ging's gut.

01:40:55: Es war alles perfekt.

01:40:56: Ich weiß nicht, wie es mir, wenn ich das heute machen würde, hätte ich nach Heiden Angst davor, weil da kann ja alles passieren.

01:41:01: Wichtig ist, hinterher ist immer alles gut.

01:41:03: Du gehst da nicht scheiße raus.

01:41:04: Aber das war eine wahnsinnig tolle Erfahrung, was ich nicht erwartet hab.

01:41:09: Das hab ich nicht gedacht.

01:41:10: Ich hätte das nie im Leben gedacht, dass es so etwas gibt.

01:41:13: Das war sehr interessant.

01:41:14: Und die zweite spirituelle Erfahrung war, als ich mal am Amazonas mit einem Volk gelebt hab, den Huni Queen, den Fledermaus-Menschen, da hat mich der Häublein angeguckt und hat gesagt, ich spür so wie du jetzt auch.

01:41:28: Ich glaube nicht, dass es dir gut geht.

01:41:30: Ich spüre, du hast eine Riesenlastung.

01:41:32: Zu der Zeit hatte ich sehr viel Weltschmerz mit mir rumgetragen.

01:41:34: Und dann sage ich, pass auf, ich kann dir da helfen.

01:41:36: Und ich sage ja nicht zu so einem Häuflinge, das ist ja gar keine Ahnung, sondern ich lass mich darauf ein.

01:41:40: Wenn ich schon hier bin, ich esse mit dir dein Essen, ich trinke dein Wasser, ich lebe mit deiner Familie, ich lebe in deinem Dorf.

01:41:46: Vielen Dank dafür.

01:41:47: Und wenn du der Meinung bist, dass das richtig für mich ist, mache ich das mit dir.

01:41:49: Also haben wir nachts ein Frosch gefangen, haben den abgestriffen, ohne Schmerz, haben ihn wieder freigelassen.

01:41:57: Und das sogenannte Campo Gift.

01:41:58: ... ähm ... ... genommen und er hat mich mit einem ... ... Stock aus dem Feuer verbrannt ... ... am Oberschenkel mit ... ... ich glaube sieben Punkten ... ... und hat dann das Froschgift ... ... da reingerieben.

01:42:13: Und dann saß ich am Ufer des Amazonas ... ... zusammen mit einem ... ... ich würde sagen neunjährigen Mädchen ... ... und einer fünfundsechzig Jahre alten Frau ... ... und ... ... hab gewartet.

01:42:23: In der Sonne ... ... morgens am elf leicht bewirkt ... ... während der Amazonas braun vor sich hinfloss ... ... aber zu meinem Papagei ... ... kleines Capybara raschelt im Gebüsch ... ... und habe einfach auf diesen Fluss gestarrt ... ... und geguckt, was da nun passiert.

01:42:39: Und das ist gar nichts passiert, ... ... vielleicht für vierzig Minuten.

01:42:43: Und nach vierzig Minuten habe ich gemerkt, ... ... okay, mein Körper reagiert ... ... und mein Herzschlag geht immer höher.

01:42:49: Bis zu dem Punkt, wo ich gesagt habe, ... ... Scheiße, Robert, ich gehe jetzt hier drauf.

01:42:51: Mein Herzschlag hat gefühlt ... ... dreihundert ... ... und dann muss meine damalige Freundin, ... ... meiner Mutter sagen, ... ... ihr Sohn ist leider am Amazonas, ... ... als er am Frosch geleckt hat, ... ... gefühlt auf einer Sandbank draufgegangen.

01:43:02: Das war es, hat alles überlebt, Höhlen tauchen, die ist das gefährliche Einsatz im Ausland mit Waffen, aber er ist dann beim Froschlecken draufgegangen.

01:43:09: Naja, dieser wahnsinnige Herzschlag kamen mir hoch und dann habe ich eine Stunde lang unfassbar krass geweint, also so geweint wie man noch nie geweint hat.

01:43:21: So kann man nicht weinen, so tief, dass deine Seele weint, nicht nur du selber.

01:43:27: Das war ein unfassbar befreiendes Gefühl.

01:43:30: Danach bist du nicht mehr so, sondern danach stehst du so auf mit geschwildter Brust.

01:43:33: und dann bin ich in den Amazonas gesprungen, bin da rumgetaucht und bin als neuer Mensch rausgekommen.

01:43:37: Auf die Sandbank geflitscht und mir ging es gut.

01:43:40: Und bis heute, ich würde das sofort nochmal machen.

01:43:43: Aber das ist, glaube ich, wie diese ayahuasca-Session oder das erste Mal auf der Fusion, was supergeil war, das kann man nicht wiederholen.

01:43:50: Das ist nicht reproduzierbar.

01:43:52: Das kann nie wieder so schön werden.

01:43:54: Deswegen würde ich das nie wieder machen.

01:43:56: Das

01:43:56: ist die Medizin für den Moment.

01:43:57: Ein tausend Prozent.

01:43:58: Und das war an der Stelle mit den Personen zu diesem Moment perfekt.

01:44:02: Und das war eine spirituelle Erfahrung.

01:44:03: Ich hab nicht gedacht, dass man so weinen kann, dass man sich den Schmerz wegweint.

01:44:06: Das war toll.

01:44:07: Und diese Ayahuasca-Session, da haben mich alle drum beneidet.

01:44:10: Alle, die dort Ayahuasca gemacht haben und ihre Traumata, ihren Missbrauch, alles, was sie aufzuarbeiten hatten, ihren Krebs, was weiß ich, tausend Sachen.

01:44:18: Alle haben ihre Erfahrung gemacht und alle fanden das gut.

01:44:22: Aber ich war der Einzige, der dort gesessen hat, ... in meinen weißen Klamotten, mit meiner weißen Kuscheldecke ... ... und gesagt habe, es war einfach nur ... ... wunderschön, von A bis Z. Und es war einfach der perfekte Moment.

01:44:34: Und manchmal ... ... und da sind wir wieder bei dem Punkt, was du vorhin gesagt hast, ... ... manchmal muss es so sein.

01:44:38: Und das frage ich dann auch nicht.

01:44:39: Dann frag ich mich, warum ... ... und die Bestandteilung, wieso ... Nein, es war ... ... es war einfach so.

01:44:45: Und deswegen ist auch diese Hündin bei mir, ... ... weil es einfach so sein muss.

01:44:48: Weil das Universum manchmal ... ... Universum-Dinge tut.

01:44:50: Auch wenn ... Diese Vorstellung ist ja so krass, wenn man sich mit dem Universum beschäftigt, was wir von Fliegenfots auf so einem Feuerball im Weltall sind.

01:44:58: Das ist ja Wahnsinn, wenn du das versuchst zu erfassen.

01:45:02: Und wenn du dann denkst, dann macht das Universum halt mal Universum-Dinge, dann ist es auch leichter.

01:45:06: Und sich darauf einzulassen.

01:45:07: Ja, ja.

01:45:08: Und das Universum macht halt manchmal so viele Dinge.

01:45:10: Und dann ist es so.

01:45:13: Du bist der erste Mensch, den ich treffe, der wirklich eine... Nur positive Erfahrungen mit Ayahuasca mit.

01:45:20: Alle anderen erzählten mir immer von auch Ying-Yang-Erfahrungen, der schlimmste und der schönste Tag zugleich.

01:45:26: Ja.

01:45:26: Ja.

01:45:27: Und es ist interessant.

01:45:29: Es war wahnsinnig

01:45:30: geil.

01:45:30: Es war unfassbar schön und deswegen unreproduzierbar.

01:45:34: Es geht nicht nochmal so gut.

01:45:35: Aber das ist gut.

01:45:36: Wahnsinn, top.

01:45:38: Würde ich jedem empfehlen, nicht danach zu suchen und ich meld mich irgendwo an und ich will das jetzt machen.

01:45:46: Sondern es ist mir also zugeflogen.

01:45:48: Ich habe mir nicht danach gesucht.

01:45:49: Ich habe nicht gesagt, ich will damit jetzt irgendwas sagen, es ist mir zugeflogen, es war perfekt.

01:45:54: Ja.

01:45:54: Ja, es ist sich ein bisschen loslassen und wirklich in so einer Art Lebensfluss zu begeben und zu sagen, wo ich halte mich jetzt nicht mehr irgendwo im Usw.

01:46:03: sondern es passiert und was passiert, das passiert und...

01:46:06: Und überleg mal, ich bin ein Typ, ich trete nicht auf Linien, wenn ich auf der Straße lang laufe.

01:46:10: So kontrolliert bin ich.

01:46:11: Und dann bei Augusta, lass mal los, gar kein Problem.

01:46:15: Ja.

01:46:15: Du

01:46:16: trittst nicht auf die Linie?

01:46:16: Nein,

01:46:17: du kennst das nicht.

01:46:18: Klar, ich kenne das, aber ich kenne das.

01:46:20: Okay, also ich sage mal so.

01:46:23: Mir ist schon in der Beschäftigung mit dir schon aufgefallen, also hier ist der Control-Freak-Master heute unter Umständen

01:46:29: vor mir.

01:46:30: Aber

01:46:31: das es so weit geht, das ist überrascht.

01:46:33: Kennt man doch.

01:46:35: Kennt

01:46:35: man doch.

01:46:36: Macht ihr das nicht alle?

01:46:37: Ja, ja, nee, klar.

01:46:39: Wir machen das alle.

01:46:41: Ich würde von der Spiritualität ... gern erfahren wollen, weil das habe ich auch vor allen Dingen ... ... mit deinem Fotobuch gesehen, bei all den ... ... Scheißsituationen, die du erlebt hast,

01:46:52: ...

01:46:53: ... gab es ja auch unglaublich ... ... beeindruckende Naturerlebnisse.

01:46:58: Gibt es,

01:46:59: also wenn wir jetzt gerade von ... ... Froschlecken und vom Ayahuasca kommen, ... ... hast du dem, um da noch ein bisschen weiterzugehen, ... ... zwei Naturerlebnisse, ... ... die dir einfallen, wo du sagst, ... ... okay, das war erhaben.

01:47:11: Das war auch ein Moment, ... ... den ich wahrscheinlich nie wieder haben werde.

01:47:15: Ja.

01:47:16: das erste Mal im Blauwahl sind, das größte Lebewesen der Erde.

01:47:19: Das ist unfassbar beeindruckend, weil man malt sich nicht aus, wie groß dieses Tier wirklich ist.

01:47:25: Also wenn man hört so diese Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen, die sind um die Zahlen.

01:47:46: Und wenn der unter einem das erste Mal durchschont, das war für mich ein, nicht nur, dass ich den unbedingt mal sehen wollte, sondern auch die Größe des Tiers zu sehen, den Atem zu riechen und zu spüren und dieses Tier so zu sehen.

01:47:59: Aber auch gleichzeitig mit dieser Traurigkeit, es gibt nur noch fünf Tausend davon.

01:48:02: Und ich sehe jetzt einen davon, was für ein wahnsinniges Privileg.

01:48:05: Und diese Farbe, der ist wirklich blau.

01:48:08: Azur blau, blauer als blau.

01:48:11: Das erleben zu dürfen.

01:48:12: war für mich als Meerespiloge, als Mensch, der das schon immer cool fand, ein unfassbar geiles Erlebnis, auf einem Boot zu stehen und zu gucken, da ist es, da ist es, da ist es nur ein Meter unter uns und dreht sich dabei und guckt uns an.

01:48:24: und dann kommt er hoch und macht... So, du siehst dieses riesigen Nüstern, die aufgehen, dieser sechs Meter hohe Strahl und dann wird die wieder einatmen und dieses... Zwei Hundert Tonnen schweren Tieres.

01:48:37: Alter, da kriegst du eine Vollmeise, wenn du das siehst.

01:48:39: Und diese riesige Rücken, der nicht aufhört und dann diese sechs Meter breite Flüge, die runtergeht und dann schlägt und so einen riesigen Footprint hinterlässt.

01:48:47: Und dann zischt der Richtung Horizont und ist viel schneller als im Boot und dann denkst, holy fuck, was zum Teufel war das gerade?

01:48:54: Ist ja wie ein Alien, wie Avatar.

01:48:56: Unfassbar geil.

01:48:58: Das war ein schönes Erlebnis.

01:48:59: Wo war das?

01:49:00: Azzoren.

01:49:01: Auf den Azzoren in Portugal.

01:49:02: Das war wirklich

01:49:03: ... Wir kommen gleich zum zweiten.

01:49:07: Was ist das mit uns Menschen und den Wahlen?

01:49:11: Das ist ganz einfach.

01:49:12: Okay, geil.

01:49:13: Super easy.

01:49:14: Ich habe

01:49:14: als Kind in der Mickey-Maus gab es eine Schallplatte.

01:49:19: Wie alt bist du?

01:49:20: Ich bin forty-sech.

01:49:21: Ich bin forty-sech.

01:49:22: Das kommt mir sehr bekannt vor.

01:49:23: Eine Schallplatte

01:49:24: mit Dagesängdorff.

01:49:25: Ja,

01:49:25: ja, ja.

01:49:25: Das kommt mir super bekannt vor.

01:49:26: Und

01:49:26: die habe ich gerne gehört.

01:49:28: Die konnte man so auf den Scheibbleiben legen, die waren nicht so richtig hartes, wie Nü, sondern so.

01:49:31: Das

01:49:31: kommt mir super bekannt vor.

01:49:33: Ich hab ja auch aus der Miki Maus, da waren Wale und Regenwald-Rettungs-Sachen damals drin.

01:49:39: Das ist jetzt wirklich eine Kindheitserinnerung, das holte mich gerade ... ... oder, oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder,

01:49:47: ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder,

01:49:50: ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder, ... ... oder Dass das, was ich immer gesagt hab, ich hab ganz viele Menschen zu Wahlen hingeführt.

01:49:58: Weil ich hab bei irgendwann diesen Switch gemacht von, ich hol die Tiere zu den Menschen.

01:50:01: Nee, nee, nee, ich bring mal die Menschen zu den Tieren.

01:50:04: Viel einfacher, viel geiler.

01:50:06: Komm mal noch zu her.

01:50:06: Ja.

01:50:08: Und da hab ich gemerkt, in hunderten Touren auf Zodiacs, also kleinen Booten, wie ich Leute zum Delfinschwimmen gebracht hab oder zum Whale-Watchen oder zum Hightowern ist halt völlig egal.

01:50:20: Sobald ein Meeressäuger im Spiel ist.

01:50:22: Ob das ein Delphines oder ein Buckelwald oder ein Blauwahl.

01:50:25: Die haben eine verdammte Magie.

01:50:27: Die sind wirklich, das sind magische Tiere.

01:50:30: Kein Mensch der Welt.

01:50:31: Kein noch so gestresster Manager, keine noch so dreifach bekinderte, alleinerziehende.

01:50:38: Kein Oberarzt, keine Ahnung, kein... Was weiß ich, die stressigsten Jobs der Welt, die du dir vorstellen kannst, sitzen dort auf dem Boot, gucken so einen Wahler und sagen, pff, tangiert mich nicht, juckt mich nicht.

01:50:47: Jeder.

01:50:48: Jeder guckt daraus.

01:50:50: und sagt, besser Tag meines Lebens.

01:50:52: Wunderschön.

01:50:53: Die Leute fangen an zu weinen.

01:50:54: Wale und Delfine haben eine Magie.

01:50:57: Und das kann man gar nicht festmachen.

01:51:00: Manche finden die schön, so wie ich.

01:51:02: Manche finden die vom Verhalten toll.

01:51:03: Manche sind verwundert, dass man mit denen ins Wasser springen kann und sie einen nicht töten, obwohl sie so riesengroß sind.

01:51:09: Manche spüren eine spirituelle Verbindung meines Wegen.

01:51:12: Aber Wale haben diese verdammte Magie, Menschen glücklich zu machen.

01:51:16: Nimm irgendein Tier, was ist dein Lieblingstier?

01:51:19: Da antworten viele Kinder, würden vielleicht sagen ein Orca oder ein Delfin oder was das ist ein.

01:51:24: Der Mensch ist irgendwie, der fühlt sich auch so zu Wahlen hingezogen.

01:51:27: Daher auch diese mehr Delfine würden Menschen retten und so weiter.

01:51:30: Ich glaube, dass Delfine Menschen retten, aber auf andere Arten, nämlich indem sie sie glücklich machen.

01:51:35: Und ich habe Menschen erlebt, die aus Krisensituationen zum Delfinschwimmen gegangen sind, weil sie das immer mal erleben wollten oder weil sie.

01:51:43: Während sie Delfine sehen wollten, hatten die einen bemalten Stein mit dem Namen eines Verstorbenen und haben das ins Wasser geworfen und waren danach glücklich.

01:51:51: Diese Tiere haben einfach die Fähigkeit, Menschen glücklich zu machen.

01:51:54: Und egal, wer du bist, welchen Stand du hast, wie es dir geht, welches Alter, völliger.

01:52:00: Sie werden dich glücklich machen.

01:52:01: Niemand guckt dahin und sagt, für die Scheiße.

01:52:03: Das gibt es nicht.

01:52:04: Du meinst, das ist eine Magie, die von denen ausgeht?

01:52:06: Ja.

01:52:07: Irgendwas ist da.

01:52:09: Irgendwas haben die ... was uns Menschen glücklich macht.

01:52:12: Glücklichkeitshormonion, multifaktoriell.

01:52:15: Besonders faszinierend finde ich die Leute, die wirklich denken, die könnten uns auch töten.

01:52:19: Und warum zum Teufel machen die das nicht?

01:52:21: Warum suchen manchmal auch Wale die Nähe von Menschen?

01:52:25: Bacher Kalifornien, warum lassen sich die ganzen Grau-Wale streicheln?

01:52:28: Warum kommen die an?

01:52:28: Warum suchen immer wieder einzelne Delphine in Kontakt zu Menschen?

01:52:34: Warum sind Wale an uns interessiert?

01:52:36: Warum töten Orcas, so ziemlich jedes andere Tier im Ozean, aber uns nicht?

01:52:43: Die können uns irgendwie leiden, obwohl wir so scheiße sind.

01:52:46: Aber irgendwie können sie uns gut leiden und tun uns gut.

01:52:49: Kein Wahl- oder Delfin tut dir schlecht.

01:52:50: Immer gut.

01:52:51: Das ist ein geiles Tier.

01:52:53: Ich kann auch verstehen, dass die Leute sie deswegen einsperren.

01:52:55: Und denken, dann macht man viele Leute glücklich.

01:52:58: Aber das ist das Schlimmste, was wir tun können tatsächlich.

01:53:01: Sie einsperren.

01:53:03: Das zweite Erlebnis?

01:53:05: Orcas.

01:53:07: Zwei Meeresstiere, was sonst?

01:53:09: Mein erstes Mal ... Mit Orcas unter Wasser ist nicht das erste Mal, dass ich Orcas gesehen habe.

01:53:13: Das erste Mal Orcas gesehen war gleich das krasseste, würde ich sagen, die die in Argentinien an Land springen, sich die Seelöwenbabys greifen, das ist schon, also wenn man sowas mal sieht, das ist schon National Geographic BBC Top Level.

01:53:24: Das waren meine ersten Orcas, also wahnsinniges Privileg, aber das erste Mal mit Orcas unter Wasser in Neuseeland, wenn dich der zweitgrößte Predator, das zweitgrößte Raubtier, hochintelligent.

01:53:38: Unterwasser mit seiner Familie kommt er an, im klaren Wasser anschaut und auf dich zuschwimmt.

01:53:42: Und so ein sechs, sieben Meter langes, voll ausgewachsenes, fünf Tonnen schweres Monster mit einem T-Rex-Schädel.

01:53:52: Sieht wirklich vergleicht mal ein T-Rex-Schädel mit einem Orker-Schädel?

01:53:54: Same thing.

01:53:57: Auf dich zukommt, die beim Jagen sind, ihre Beute im Maul haben und auf dich zuschwimmen.

01:54:04: Kurz anhalten, bei dir verweilen, dich angucken, dich abscannen.

01:54:08: mit ihrem Echolotsystem und du merkst es im Körper, wie du abgescannst, wirst deine Knochen vibrieren, die scannen dich.

01:54:14: Die sehen ja mit ihren Ohren.

01:54:17: Das heißt, die senden Töne aus und Schallwellen, die treffen auf etwas, in dem Fall mich, werden zurückgesendet, landen bei ihnen auf dem Kiefer, werden dann zu den Ohren geleitet und durch das Hören und Fühlen wissen sie, was ich bin.

01:54:29: Augen spielen natürlich auch eine Rolle, aber nur auf einer gewissen Distanz.

01:54:33: Aber Delfine und Wale hören ihre Umgebung.

01:54:38: Und wenn die dich abscannen und wirklich du dieses Klickern und diese Schallwellen, so hört sich das im Körper an und deine Knochen wirklich vibrieren und du deine Lunge spürst und deine Organe vibrieren und du merkst, also bringt er mich jetzt gleich um oder was?

01:54:55: Also du hast schon dieses Gefühl, es ist ein riesiges Raubtier und er ist aber einfach nur freundlich und bietet dir den Rochen, den er gerade gefangen hat.

01:55:01: Lässt ihn sofort dir schweben.

01:55:03: Und dann sitzt du da mit angehaltenem Atem als freitauchender Fotografen mit der Kamera auf zehn Meter und denkst, danke, aber ich mach jetzt mal schnell ein Foto.

01:55:13: Ich wusste auch nicht, was ich da tun soll.

01:55:14: Das war ein unfassbar krasser Moment.

01:55:17: Unfassbar krass.

01:55:18: Das ist magisch, das ist auch nicht reproduzierbar.

01:55:22: Das kannst du nicht kaufen, das kannst du nicht buchen.

01:55:25: Das wird nie wieder so passieren, vermutlich.

01:55:27: Das wär so geil, wenn es noch mal passieren würde.

01:55:30: Aber es war ... Deswegen bin ich mehr als Biologe geworden, weil das immer mein Traum war.

01:55:34: Und wenn dann so ein Traum wahr wird.

01:55:35: Ich weiß, ich, Menschen haben verschiedene Träume, aber wenn wirklich mal ein Traum wahr wird, so wie du das vorgestellt hast, so wie du es dir in deinen künstlichen Träumen nicht hättest vorstellen können.

01:55:43: Und dann passiert es doch, dann ist es ein wahnsinnig toller Moment, den ich immer wieder im Kopf reproduzieren kann.

01:55:48: Das

01:55:48: ist wirklich das Ultra-Wunder.

01:55:50: Ultra.

01:55:51: Ultra, Ultra, Ultra.

01:55:52: Krasser wird es nicht.

01:55:53: Und ich könnte mir auch keine krassere Interaktion mehr auf der Welt vorstellen, wo ich denke, Und das könnte noch geiler sein, glaub ich nicht.

01:56:02: Gibt's nicht.

01:56:02: Weiß ich nicht.

01:56:04: Wenn ein Gorilla mich in den Arm nimmt, vielleicht.

01:56:05: Aber das ist ein Landtier, die sind noch halb so geil.

01:56:09: Warum ist ein Zoo-Tiger kein Tiger und warum ist ein Orca in einem Aquarium kein Orca?

01:56:21: Das checkst du, glaub ich, erst, wenn du beides gesehen hast.

01:56:24: Leute, die nur um Zoo waren und ein Tiger aus dem Zoo kennen, werden nicht unbedingt verstehen, warum das scheiße ist.

01:56:31: Wenn du aber mal in Mararacha, in Indien, bei literally fünfzig Grad Celsius zur Trockenzeit am Wasserloch stehst und auf dem Tiger wartest, den du ja kennst aus dem Zoo.

01:56:47: Den hast du da schon rumlümmeln sehen an seinem Wasserfall, den hast du schon mit dem Ball spielen sehen oder im Sommer mit einer Eisbombe, der zerfleddert mal einen Huhn, der schreit auch mal irgendwie seinen Ton da in den Zoo.

01:56:58: Aber wenn du dann an diesem Wasserloch mit deiner Kamera, deiner langen Linse stehst und einen Tigerfilm machen sollst.

01:57:05: Und du guckst durch den Sucher der Kamera, und irgendwann kommt er in dieser heißen Tageszeit, kommt er zum Wasserloch.

01:57:11: Und das Schilf ist ganz trocken am Wasser.

01:57:14: und dahinter der Dschungel, der Mowgli-Dschungel, der ist super ausgedürrt und ausgetrocknet.

01:57:20: Und du siehst auf einmal so Vögel wegfliegen.

01:57:23: Und es knackt so, wie als ob jemand über trockenes Laub läuft.

01:57:27: Und du hörst das aus Hundert Meter, weil alles tot und still ist.

01:57:29: Und du hörst noch mal irgendwo ... irgendein Hirsch, der davon hüpft und seinen Warnsignal gemacht hat, dann weißt du, jetzt passiert es gleich.

01:57:35: Jetzt werde ich gleich mal einen ersten Tiger in Freiheit sehen.

01:57:37: Du weißt, es wird gleich passieren.

01:57:38: Du bist super angespannt, du schwitzt, du verbrennst, du wirst in einer eigenen Haut gekocht, die Feuerameisen beißen dich in der Unterhose.

01:57:45: Du fokussierst, jetzt wird es gleich passieren.

01:57:47: und dann kommt dieser Moment, wo ein männlicher Tiger mit einem vernabten Gesicht und viel zu viel Fett am Bauch, weil das bei männlichen Tigern eben so ist, so aus diesem Schilf springt und der so direkt in die Kamera guckt.

01:58:02: und dann so sich hin und her biegt und die Schultern sich so bewegen und du siehst so wie in so diesem leichten, superwarmen Föhnwind, so sich seine kleinen Herrchen im Gesicht bewegen.

01:58:14: Und du guckst ihm so ins Auge und er kommt so zu diesem Wasserloch, schleicht dann da so erhaben raus, geht runter und fängt an zu trinken.

01:58:23: und dann dreht er sich um und geht mit seinem Arsch zuerst ins Wasserloch.

01:58:28: Und du denkst, Hä?

01:58:29: Aber das habe ich doch im Zoo ganz anders wahrgenommen, ganz anders gesehen.

01:58:33: Und dann siehst du zum ersten Mal, wie sich ein Tier in der freien Natur verhält.

01:58:36: Und dann denkst du, wenn ich das jetzt vergleiche mit dem Tiger, den ich da im Zoo XY zu Hause gesehen habe, dann ist es nicht das Gleiche.

01:58:45: Weil dieser Tiger am Wasserloch, wenn er fertig gebadet hat, wenn er genug gesoffen hat und einfach sein Leben weiterleben möchte, dann dreht er sich um, geht aus dem Wasser raus.

01:59:00: und verschwindet im Schild und macht das, was er machen möchte.

01:59:04: Frei sein.

01:59:05: Er geht irgendwo hin.

01:59:06: Er macht irgendwas.

01:59:07: Er sucht sich eine Tigerin.

01:59:09: Er geht zurück zu seinem Fang, was er da seit drei Tagen liegen hat und frisst das und legt die Maden ab, die auf dem vergammelten Fleisch sind.

01:59:15: Das lieben Tiger einfach, wusste ich auch nicht.

01:59:19: Dann macht er das, was er machen möchte.

01:59:20: Der kann jeden Tag frei entscheiden, da gehe ich hin, da gehe ich nicht hin.

01:59:23: Mit dem interagiere ich, mit dem nicht.

01:59:26: Die finde ich sexy, die da nicht.

01:59:29: Da diesen Hirsch, da hätte ich Bock drauf.

01:59:30: Aber das Tun und diese Kuh ist eigentlich viel einfacher.

01:59:33: Oder diese alte Oma auf dem Feld die Tee flückt.

01:59:35: Die greif ich mir.

01:59:36: Der Tiger kann frei entscheiden jeden Tag, was er machen möchte.

01:59:40: Und das kann das Tier am Zoo nicht.

01:59:42: Und wenn du das einmal realisierst, dieses beschränkte, du bist gefangen in Beton, Glas und Metall, wirst es die Freiheit, wo jedes Tier ganz frei entscheidet, die Definition von Freiheit.

01:59:58: Ich kann jeden Tag das tun, was ich möchte und keiner entscheidet für mich.

02:00:03: Für das Tier im Zoo haben andere Leute entschieden.

02:00:05: Und wenn du dann noch darüber nachdenkst, warum ist der Tiger im Zoo?

02:00:09: Weil die Leute den cool finden.

02:00:11: Weil Kinder schreien und weil sie es cool finden und weil sie den Tiger sehen wollen, ist ja nicht so, dass die Zoos Tiger züchten und in Indien auswildern.

02:00:19: Sondern die Artenschutzprojekte vor Ort haben dazu geführt und Auslagerungen von Dörfern und Schutzgebiete reetablieren und so weiter.

02:00:25: Tigerschutz vor Ort hat dazu geführt, dass die Tigerzahlen mehr werden, nicht der Zoo.

02:00:30: dann realisierst du vormat das stimmt was nicht?

02:00:33: da ist doch irgendwas falsch.

02:00:34: und wirklich wenn du diesen.

02:00:36: Wie sich ein tier verhält ob rumlümmeln dick im zoo oder dieses.

02:00:44: Das ist so ein krasser unterschiedlich.

02:00:46: jetzt ganze haut das ist so ein krasser unterschied wie unterschiedlich diese tiere sind.

02:00:50: und dann denkst du das.

02:00:52: Tier im Zoo was du da siehst, das hat nichts mit einem Tiger zu tun.

02:00:55: Du siehst doch gar nicht, was der macht eigentlich.

02:00:57: Du siehst doch nicht, wie der sich verhält.

02:00:59: Du kannst es als Filmemacher so gut wie möglich einfangen mit der Kamera.

02:01:02: Bei manchen Dokumentationen kennt man das genauso.

02:01:05: Wunderschön.

02:01:06: Und ich beneide diese fantastischen Wildlife-Kammeramänner, die das den ganzen Tag machen dürfen und sich da verbrennen und von Feuerarmeisen zerbissen werden oder sich die Gliedmaßen kaputtfrieren in hundertzwanzig Tagen für diese eine Minute filmen.

02:01:21: Aber es ist was Wunderschönes, ein Tier in Freiheit zu sehen und zu erleben.

02:01:24: Das ist ein wahnsinniges Privileg und deswegen versuche ich solche Momente, die ich dir gerade erzählt habe, einzufangen, entweder auf einem Foto oder auf einem Film und dann den Menschen zu zeigen, diese Geschichte zu erzählen und jetzt mal an euch selber reflektiert zu Hause.

02:01:37: Findet ihr das geiler, einem eingesperrten, fett gefressenen Tiger im Zoo auf Beton zuzuglotzen oder mir zwei Minuten über Tiger zuzuhören?

02:01:48: oder euch vorzustellen.

02:01:49: Ich spare jetzt mal auf so eine indische Safari und ich will unbedingt man Tiger an Freiheit sehen.

02:01:54: Ich glaube, ich würde das auch gerne alle Tierpfleger fragen.

02:01:57: Was findest du geiler?

02:01:58: Dein Job, dieses Tier in Gefangenschaft zu pflegen, was du so sehr liebst?

02:02:02: oder würdest du nicht lieber mit Rangern vor Ort in der Kalahari, in Uganda, bei den Berggurillas, whatever.

02:02:08: Dort mit den Tieren in Freiheit arbeiten, wo du sehen kannst, wo sie jeden Tag frei entscheiden können, wo sie zusammen sind, wo sie nicht eingefärgt sind, wo sie mit ihrer Familie interagieren, wo sie Babys kriegen können, die nicht getötet werden, weil sie überzählig sind.

02:02:19: Oder wo du Artenschutz vor Ort live siehst und wie die Tiere zurückkommen, wie sie sich natürlicherweise verhalten und wo Flügel nicht gestutzt sind.

02:02:29: Gibt es einen zu einem Aquarium, einen Zirkus, einen irgendwas auf der ganzen Welt, die es deiner Meinung nach ausreichend gut machen?

02:02:38: können sie ja gar nicht.

02:02:39: Deswegen, ich wirklich gerne Zoo-Direktor auch wäre.

02:02:41: Weil ich würde die Zoos, die Leute sagen ja immer, ach, der Lehmann, der will uns alles wegnehmen, der will das Zoos verbieten.

02:02:46: Nein, ich will sie umbauen.

02:02:48: Ich würde gerne Zoos verändern.

02:02:50: Ich würde Zoos gerne zeitgemäß machen.

02:02:53: Alle Gehege weg, die Tiere aussterben lassen, sie noch zu Ende pflegen oder was auswilderbar ist, auswildern.

02:02:58: Das geht ja auch nicht ganz, einfach alle Tiere freilassen, der Vögel quatscht.

02:03:02: Den Artenschutz vor Ort unterstützen.

02:03:05: Und dann würde ich aus diesen ganzen Zoos, die es weltweit so gibt, so Parks, Parkanlagen machen.

02:03:09: Mit geilen Bäumen, mit einheimischen Tieren, die da sowieso hinkommen, mit Erlebnisfaden, mit Teichen, wo die ganzen Vögel brüten.

02:03:18: Du kannst ja supergeile Sachen aus diesen geilen Zoos oder Tierparks haben ja manchmal sowieso wunderschöne Anlagen.

02:03:22: Total schön.

02:03:22: Wenn du die scheiß Gehege da weglässt und das noch richtig ... Intensiv geil gestaltet ist, dass es ein Naherholungsgebiet wird.

02:03:29: Die Leute sollen da hingehen, sich erholen.

02:03:31: Die Tiere kommen von ganz allein.

02:03:32: Deine Wildschweinherde wird von ganz alleine kommen.

02:03:36: Ja, genau.

02:03:37: Oder wenn die Kraniche sich niederlassen würden, dann könnte man mit einer Aussichtsplattform, das ist ja alles möglich, überhaupt nicht übertrieben.

02:03:43: Ich würde Zoos einfach gerne umbauen, sodass am Ende kein Tier mehr leiden muss.

02:03:49: Und das, was die ganzen Zoodirektoren und Tierpfleger immer vergessen und sagen, Tiere haben gar keine Konzepte von Freiheit.

02:03:56: Naja, also habt ihr schon mal ein Tier in Freiheit wirklich?

02:03:59: Und ich habe so viele Tiere in Freiheit gefilmt, Matze.

02:04:01: Also ich kann sie gar nicht mehr zählen.

02:04:02: Kinder fragen mich, wie viele Tiere hast du schon in Freiheit?

02:04:04: Alter, keine Unzählige.

02:04:05: Vom Tiger bis zum Blauwahl, alles.

02:04:08: Wenn du das einmal gesehen hast, dann verstehst du auch den Begriff, was ein Tier unter Freiheit versteht.

02:04:14: Nämlich... Ich kann da einen Kilometer hinlaufen.

02:04:17: Ich kann da heute hundertfünfzig Kilometer in die Richtung schwimmen.

02:04:20: Ich kann diese Gruppe verlassen, weil sie mir nicht mehr gefällt oder weil ich hier gehänselt werde oder gemobbt.

02:04:24: Ich kann weggehen.

02:04:25: Das können die Schimpansen nicht.

02:04:26: Die töten sich gegenseitig im Zoo.

02:04:28: Da rufen sich die Haare raus, essen ihre eigene Kacke, sitzen senil irgendwo in der Ecke, schlagen ihren Kopf gegen die Wand.

02:04:34: Viele Tiere leiden im Zoo.

02:04:35: Natürlich nicht alle, aber viele.

02:04:37: Und das ist sichtbar, das ist messbar, das ist belegt.

02:04:39: Und ich weiß nicht, warum Leute, die so sind, wie ich früher war, sich so unfassbar dagegen wehren, das zu akzeptieren.

02:04:49: Es gibt ja die Menschen, die im Zoo arbeiten, in den meisten Fällen würde ich sagen, du hast das erste schon gesagt, es gibt eine Art, es gibt natürlich diese Tierliebe.

02:04:57: Die

02:04:58: lieben die alle, keiner arbeitet im Zoo, um Tiere zu quälen.

02:05:00: Das machen die nicht, nein.

02:05:02: Und woher gibt es diese, das ist ja eine Art Dissoziation, die da stattfindet.

02:05:06: Du

02:05:06: sagst es doch schon, Dissoziation.

02:05:08: Also, mangeln der Intellekt vielleicht?

02:05:11: Das ist ja das, was ich sage, was mir so wehtut, wenn andere Menschen dumm sind.

02:05:14: Weil sie es nicht checken.

02:05:17: Mangel der Erfahrung, weil sie nie den Tiger in Freiheit, den Orker in Freiheit, den Delfin in Freiheit, das Krogodil in Freiheit, den Kakadu in Freiheit, haben sie nicht erlebt.

02:05:25: Sie wissen es nicht.

02:05:26: Sie wissen nicht, wie es waren.

02:05:27: Diese ganzen Gorilla und Schimpansenpfleger waren die im Dschungel.

02:05:31: in Uganda oder was weiß ich, bei den Bergerillers, waren die da und haben dem Geriller ans Auge geguckt und dann gesagt, nee, stimmt, hier frei als alles beschissen.

02:05:38: Lieber bei uns sicher im Zoo, wo die Tiere keine Krankheiten leiden, keinen Konkurrenzdruck am besten, medizinische Versorgung.

02:05:44: Und wenn ich ein Affe wäre, ich würde auch lieber im Zoo leben.

02:05:47: Alter, das hat sogar Jane Goodall gesagt, die berühmteste Schimpansenforscher in der Welt, die hat wirklich gesagt, wenn ich ein Schimpanse wäre, würde ich auch im Zoo leben.

02:05:54: Das nutzen die Zoos gerne, aber sie lassen die Vorgeschichte und die Nachgeschichte weg, die nämlich sagt, ja, die Natur ist brutal.

02:05:59: Schimpansen töten sich, die vergewaltigen.

02:06:03: Schimpansen mobben, Schimpansen verletzen, Schimpansen sind wahnsinnig brutal.

02:06:07: Aber sie sind eben auch frei.

02:06:09: Und wenn es den optimalen Zoo gäbe, wo es den optimal gut gehen würde, und sie würden es nicht scheiße finden, auch dann wäre ich gerne ein Schimpanser, das kann ich verstehen.

02:06:16: Aber so diese Satze aus dem Kontextreisen, selbst die berühmteste Schimpansenforscherin, auch die hat gesagt, sie würde gerne im Zoo leben als Affe.

02:06:23: Jetzt ist die Tod.

02:06:23: jetzt kann sich mal wehren aber ich hab sie ja mal persönlich getroffen.

02:06:26: deswegen kann ich sagen ja liebe so so bisschen kontext ist immer wichtig also.

02:06:32: Aber ich glaube einfach.

02:06:34: Ich glaube am ende würde sich jeder Tierpfleger glaube ich für Tiere in Freiheit entscheiden.

02:06:37: davon finde ich fest überzeugt.

02:06:39: Dass die lieber mit Tieren in der freien Natur arbeiten würden hätten sie die Chance die Möglichkeit die Gelegenheit das Geld und so weiter und würde das gehen als in den beschissen Glaskasten oder hinter Gittern.

02:06:51: Ich hab durch dich gelernt, dass in der Vorbereitung, dass der Grund, warum Affen sich hinter der Glasscheibe oder auch im Käfig umdrehen, ist, weil sie sich schämen.

02:07:01: Das war mir überhaupt nicht bewusst.

02:07:03: Musst du mal beobachten, wenn du noch mal in den Zoo gehst.

02:07:05: Ich sage nicht, Leute, heute auf den Zoo zu gehen.

02:07:07: Aber geht mit einem anderen Bewusstsein hin, geht vielleicht mit euren Kindern noch mal in den Zoo und zeigt denen, wie es wirklich ist.

02:07:13: lasst sie die Fragen stellen und manipuliert sie nicht in eine falsche Richtung.

02:07:18: Man lernt ja im Zoo auch, wie sich Tiere draußen nicht verhalten.

02:07:21: Das ist eigentlich was Gutes.

02:07:22: Du siehst ja ein Negativbeispiel, was ja auch ein gutes Beispiel ist.

02:07:27: Ja, Primaten, Menschenaffen drehen sich sehr häufig weg oder sitzen in Ecken oder wollen nicht angegafft werden.

02:07:35: Und ich habe so viele Fotos von Menschenaffen, von Gerüllers, Schimpansen, aber auch anderen kleineren Arten, Gibbons und was weiß ich, die wirklich immer mit dem Rücken in der Scheibe sitzen.

02:07:42: Weil die wissen ja, wer wir sind.

02:07:45: Und dass ich die anstarre und anglotze.

02:07:47: Und wenn du eins nicht machen solltest, auch wie der kleine Wildlife-Tipp für Zwilschwein, ist Tiere anstarren.

02:07:52: Was passiert denn, wenn ich ein Hund so anstarre?

02:07:57: Oder wenn ich wirklich den fixiere?

02:08:00: Auch in Schimpansen darfst du nicht fixieren.

02:08:01: Du darfst doch nicht mal lachen, weil Zähne zeigen ist eine Drogebärde.

02:08:05: So, das machen die Leute.

02:08:06: Die klopfen an die Scheibe, die lachen lautstärke.

02:08:09: Und das erlebst du als Schimpanse.

02:08:11: Dreißig, vierzig Jahre, jeden verfickten Tag.

02:08:14: Man hat dich vielleicht aus der Natur geraubt.

02:08:16: Du bist vielleicht da geboren, du kennst es gar nicht anders.

02:08:18: Von bis.

02:08:19: Du wirst in der Gruppe gemobbt, du wirst halb totgeprügelt, du bist unter Drogen gesetzt, weil es sonst nicht anders funktionieren würde.

02:08:26: Nicht alle Tiere sind unter Drogen gesetzt, nehme ich jetzt nicht beim Wort.

02:08:28: Ich kenne diese ganzen Zootierärzte und wieviel, die ja zu Paaren wirklich gegeben wird und so weiter, ist mir alles bekannt.

02:08:33: Das wird von Tierschutzorganisationen manchmal übertrieben.

02:08:35: Alle Tiere im Zoo sind auf Drogen, das stimmt nicht.

02:08:38: Aber ... Es kommt zum Einsatz.

02:08:40: Und wie viele Konflikte es unter den ganzen Tieren auch im Zoo gibt, wie viele Gehege zu klein sind.

02:08:44: Und Matze, ich würde jetzt hier gerne viele, viele Internas teilen.

02:08:47: Von Tierpflegern, die sich mir anvertraut haben.

02:08:51: Ich würde dir dann gerne die Zahlen nennen, wie viele es denn sind.

02:08:54: Dann würden die Leute jetzt überfallen, aber ich sag mal so alles zu seiner Zeit.

02:09:00: Und dann werden wir mal alle diese Geschichten erzählen.

02:09:03: Jetzt noch nicht.

02:09:05: Hat für dich ein Tier die gleiche Würde verdient wie ein Mensch?

02:09:10: Absolut.

02:09:10: Einhundert Prozent, ja.

02:09:14: Also die Würde ist Menschen und...

02:09:18: Auch die von nicht-menschlichen Tieren.

02:09:20: Das sind sie ja nur, wir sind ja auch Tiere.

02:09:22: Ich muss immer sagen, auch nicht-menschliche Tiere...

02:09:25: Sind und ist unantastbar.

02:09:26: Ja,

02:09:26: absolut.

02:09:27: Einhundert Prozent, sehe ich auch so.

02:09:30: So, die Frage ist, wo fängst du damit an?

02:09:31: Auch bei einer Armeube oder bei einem Taschenkrebs oder einer kleinen Spinne?

02:09:36: Wo fängst du an?

02:09:36: Fliege, Wasser, Wasser.

02:09:38: Kleine Fruchtfliegen träumen.

02:09:40: So, wenn das Leute checken, da sitzt jetzt eine kleine Fruchtfliege, die träumt jetzt.

02:09:44: Du musst Puff oder Weckeres?

02:09:45: Du musst Puff erledigt, Leben beendet.

02:09:50: Nee, die Würde von Menschen und nicht menschlichen Tieren ist unantastbar.

02:09:53: Ich würde gerne, ich wäre gerne mal einen Tag Bundeskanzler und hätte alle Macht, die über den Bundeskanzler normalerweise hinausgeht, für so viele Dinge einen.

02:10:01: Und das Tierschutzgesetz wäre so das Allererste.

02:10:04: Danach erst den Menschenschutz, vor allem für Frauen und Kinder, aber das Wichtigste wäre mir, die Tiere zu schützen.

02:10:08: Und ich würde alles umschreiben.

02:10:10: Und das wäre vielleicht so der erste Satz.

02:10:12: Mhm.

02:10:13: Ich wundere mich auch, dass die großen Parteien sogar die Grünen so wenig zum Thema Tierschutz haben.

02:10:22: Ganz, ganz, ganz wenig.

02:10:23: Es gibt wenige Parteien.

02:10:24: Es gibt auch eine Internetseite, wo du informieren kannst, welche Partei wie viel Tierschutz macht.

02:10:30: Wenige Parteien setzen sich wirklich intensiv damit auseinander und wollen Veränderung.

02:10:36: Das Thema Zoo spielt überhaupt gar keine Rolle.

02:10:40: Und eher eine positive.

02:10:42: Also viele Parteien haben im Parteiprogramm, wir wollen die Arbeit mit Zoos ausbauen.

02:10:46: Und den Artenschutz in Zoos und durch Zoos fördern.

02:10:48: Wo ich denke, warte mal, Halt Stop!

02:10:52: Ja, das hatte früher sicherlich alles seine Berechtigung, aber wir gucken dann mal ganz kurz zurück, warum es Zoos überhaupt gibt.

02:10:58: Also das waren ja nicht Artenschutzzentren.

02:11:00: Es waren Ausstellungs-Szenarien, kolonialistische.

02:11:03: Wir holen Tiere aus fremden Ländern exotisch und zeigen die euch gegen Geld.

02:11:07: Das ist es auch heute noch.

02:11:08: Nur heute ist das nicht mehr recht fertigbar, deswegen nochmal ein bisschen Artenschutz hinten ran.

02:11:12: Der Artenschutz-Euro, die ist das.

02:11:14: Und dann fragst du die Zoos konkret.

02:11:15: Wie viele Tiere habt ihr dieses Jahr importiert und wie viele habt ihr denn ausgewildert?

02:11:21: Und wenn deine Zahl stehen würde Matze.

02:11:23: Wir haben viertausend Tiere importiert.

02:11:25: Vorm Schimpansen bis zum Kammel, ist mir scheißegal.

02:11:27: Vom Salamander bis zum Frosch.

02:11:31: Aber wir haben einhundertsechzigtausend freigelassen, würde ich sagen.

02:11:34: Mega geil, ein geiles Konzept.

02:11:36: Wenn aber die Zahl der importierten Tiere höher als sie da freigelassen ist, sag ich.

02:11:41: Warte mal ganz kurz, also dieses Konzept.

02:11:43: Und wenn mit meinen Steuergeldern, ich zahle verdammt viele Steuern, ohne meine Mitentscheidung entschieden wird, ne, wir bauen nicht mal für sechzig Millionen Euro neues Elefantengehege, um noch mehr Elefanten einzusperren, die wir nicht auswildern und wo wir die Arten nicht schützen, sondern wir sperren sie nur ein.

02:11:59: Europas modernstes Elefantenhaus.

02:12:01: Denke ich, halt stopp, also was erreicht ihr denn damit?

02:12:04: Für mich geht's... um Effektivität.

02:12:07: Wenn ich Tiere einsperren müsste, um damit Tiere zu retten, würde ich das machen.

02:12:13: Ich würde eine Tierart fangen, züchten, um danach Tausende auszuwildern, um diese eine Tierart zu retten.

02:12:19: Aber ich würde sie so gut halten wie möglich und so gut züchten wie möglich.

02:12:22: Aber ich würde es niemals nur für mich machen oder um Geld zu verdienen.

02:12:25: Und über neunzig Prozent der Tiere im Zoo sind nicht vom Aussterben bedroht.

02:12:28: Sie sind einfach nur da, weil sie da sind, weil sie schon immer da waren und weil sie schön für Menschen sind.

02:12:33: Manche auch aus Diplomatie.

02:12:34: Die Pandas, zum Beispiel, die jetzt wieder nach Deutschland kommen.

02:12:36: Das hat diplomatische Gründe, keine Artenschutzgründe.

02:12:40: Also das Konzept Zoo ist einfach im Grundsatz veraltet.

02:12:44: Es muss reformiert werden.

02:12:47: Man muss es anders denken heute.

02:12:48: Man muss Artenschutz und Tierschutz anders machen.

02:12:52: Und das geht nicht mit alten weißen Männern die Zoos regieren.

02:12:54: Punkt.

02:12:55: Ein neuer, progressive Frauen.

02:12:57: Er gibt ja auch Frauen in den Zoo Direktoren, aber sehr wenige.

02:13:01: Immer die gleichen, die sich dann selbst wieder... Weißt du, das ist wie in einer schlecht laufenden Firma.

02:13:05: Da holt es ja auch nicht den Manager, der genau dasselbe macht wie vorher.

02:13:08: Sondern holt es einen völlig neuen, einen völlig anderen, der das ganze Ding umwirft.

02:13:12: Das wäre ich gerne.

02:13:14: Ist nicht so, dass mich vielleicht nicht eine Region kontaktiert hat, wo ein Zoo gerade vor die Hunde geht.

02:13:21: Vor die Seehunde und vor die Wildhunde.

02:13:24: Und die mich gefragt haben, regierungsseitig, Herr Lehmann.

02:13:29: Was würden sie denn tun, wenn sie jetzt das in der Hand hätten?

02:13:34: Muss man mal ein Telefongespräch vielleicht führen.

02:13:36: Mal gucken, wo das hingeht.

02:13:38: Da treffen wir uns beim nächsten Mal vielleicht als vom Hotel direkt da zum Zoo direkt.

02:13:42: Bestens.

02:13:42: Das wäre eine große Art.

02:13:45: Bei dir scheint es ja immer wieder so, du hast erst schon erzählt, immer wieder so Momente gegeben zu haben, die so Schlüsselmomente waren.

02:13:52: Und ich würde gerne noch einen Schlüsselmoment erfahren wollen.

02:13:55: Und zwar ist der Also du bist, wir haben erst erfahren, wie du weg bist vom Fänger.

02:14:01: Ja.

02:14:01: Aber ich habe noch nicht erfahren, oder wir haben noch nicht erfahren, wie du zum Tierschützer hin bist.

02:14:06: Also dieser, du hast erst das erzählt von der Scheibe, wie du im Aquarium standest und das so festgestellt hast, okay, ich sehe hier was, was ich draußen nicht sehe.

02:14:16: Und wenn man dich so ein bisschen verfolgt, wenn man so Videos von dir sieht, dann ist das ja also... Das hat irgendwie was total Militärisches.

02:14:25: Es ist irgendwie Special Force in Navy Seals.

02:14:28: Das hat auf jeden Fall einen ganz anderen Schnack, sag ich mal.

02:14:32: Manchmal ja.

02:14:35: Glaubst du eine Eintrittstür?

02:14:36: Ja, also ich bin ja dem Ganzen auch nicht abgeneigt.

02:14:40: Noch mal zurück in den Lebenslauf.

02:14:41: Ich wollte ja mal so einen Spezialkräfte Heini werden.

02:14:43: Ich bin im Nachhinein jetzt froh, das nicht gemacht zu haben, weil dann hätte ich natürlich eine ganz andere Lebensbahn, die mir vermutlich nicht zuträglich gewesen wäre.

02:14:52: Es war dann so, nach diesem...

02:14:53: Du hättest einfach mit deiner Effizienz, das wäre wahrscheinlich schlecht gelaufen für einige Menschen.

02:14:59: Vielleicht schlecht gelaufen für einige Menschen.

02:15:00: Man hat mir dann ganz kurz noch auszuholen, bevor ich dir die Frage beantworte, die ich jetzt im Laufe dieses Erzählens wieder vergesse.

02:15:06: Das heißt, merkt dir gut, was du gerade gefragt hast.

02:15:09: Hat mir ja mal der Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte, dass ich ja mal eine Zeit lang begleiten durfte, bisher als einziger Zivilist.

02:15:16: Es gab so eine, vielleicht kurz Erklärung, es gab eine Kampagne für die Bundeswehr, es gab eine Serie.

02:15:21: Vor

02:15:21: sieben Jahren, genau.

02:15:21: Vor

02:15:21: sieben Jahren KSK.

02:15:23: KSK, kämpfen nie allein.

02:15:24: Genau,

02:15:24: und da warst du eins der Gesichter?

02:15:27: Es war das Gesicht, es gab nur eins.

02:15:29: Genau, das kam einfach daher, dass ich verschiedene Operationen weltweit gemacht habe mit Navy Seals, French SS, also Spezialkräften aus Frankreich, Marines, Ex-Militärs.

02:15:41: Da waren auch Leute aus dem Geheimdienst aus USA dabei, wo wir international ... Ich bin in so eine Gruppe reingerutscht.

02:15:46: Das war ein Jobangebot.

02:15:47: Pass auf, das Jobangebot, literally war Folgendes.

02:15:50: Ich hatte mit dieser Orca damit zusammengearbeitet, Orcas geschützt, Orcas gerettet.

02:15:55: Und die hatte einen Freund.

02:15:56: Und dieser Freund, Captain Pete Bethune, schon ein geiler Name, wenn du Captain Pete Bethune heißt.

02:16:01: Der war ein ehemaliger Ölbohrer und hat die Umwelt zerstört und hat irgendwann gesagt, Scheiße, Umwelt zerstören, genau wie ich.

02:16:06: Ich mach jetzt was Neues.

02:16:07: Also, der hat mich auch beeinflusst.

02:16:09: Das war auch ein Schlüsselmoment.

02:16:12: Und der hat eine Gruppe um sich gescharrt von ... Ex-Militärs, Spezialkräften und so weiter.

02:16:17: Und hat gesagt, ich mache jetzt hier eine Umweltschutzgruppe, The Operatives.

02:16:21: Wir bräuchten noch einen, der mitkommt, nicht stirbt, filmt und fotografiert.

02:16:26: Wir lösen vermutlich einen internationalen Konflikt aus.

02:16:28: Der Chance, dass wir dabei draufgehen, ist fifty-fifty.

02:16:31: Du müsstest so dreißigtausend Dollar mitbringen.

02:16:33: Wir sind ein paar Monate im Ausland unterwegs, machen verschiedene Operationen.

02:16:36: Bist du dabei?

02:16:36: Und ich hab gesagt, Pizza normal, ich bin dabei.

02:16:39: diese Freundin hat uns connectet.

02:16:40: Und das Jobangebot war literally so.

02:16:41: Wir haben uns einmal kurz in Neuseeland ... Das Jobangebot

02:16:43: war, du bringst Geld mit.

02:16:44: Ja, und ich bin der Fotograf und Kameramann, ich begleite diesen ganzen Scheiß und ich geh bitte dabei nicht drauf.

02:16:50: Und bin noch ein wertvolles Asset im Team.

02:16:52: Wir haben uns einmal eineinhalb Stunden getroffen in Neuseeland, haben das Ganze kurz besprochen und ich sah da viele Möglichkeiten, mich einzubringen, meine Fähigkeiten durch lange Zeit als Forschungstaucher in der Zeit aktiv, sportlich, interessiert und verschiedene andere Skills erlernt bei verschiedenen Leuten.

02:17:13: Ich kann ein wertvolles Teammitglied sein.

02:17:14: So was, was ich mir heute in meinem Team wünsche und was ich selten finde, bis gar nicht finde.

02:17:19: Und dann bin ich mit diesen Jungs unterwegs gewesen, habe viele Dinge getan, Menschen ins Gefängnis gebracht, Tiere gerettet und so weiter.

02:17:25: Das war sicherlich einer der Auslöser.

02:17:27: Das war am Anfang, es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war so, ... ... es war sicherlich versetzt hat.

02:17:37: Und da waren auch Menschen dabei, die haben viele Menschen umgebracht, die haben in Kriegen gekämpft.

02:17:41: Da war ein Sniper dabei, der hat über hundertdreißig Kills.

02:17:44: Und die dann gesagt haben, dass da alles quatscht.

02:17:46: Krieg ist scheiße.

02:17:47: Das wissen wir alle.

02:17:47: Krieg ist nie gut.

02:17:48: Krieg kennt nur Verlierer, keine Gewinner.

02:17:51: Und wir möchten jetzt das, so wie ich, wieder gut machen, was wir falsch gemacht haben.

02:17:55: Und das war so eine Gruppe aus Lost Souls mit vielen guten Fähigkeiten, die dann die Seite gewechselt haben und auf einmal der Umwelt und den Tieren zuträglich waren.

02:18:05: Und in dieser Gruppe habe ich mich sehr wohlgefühlt.

02:18:06: Wir haben vieles zusammen gemacht und das war bekannt, dass ich so was gemacht habe.

02:18:12: Nicht alles ist öffentlich, was wir da getrieben haben.

02:18:14: Auch viele Dinge kannst du nicht öffentlich machen.

02:18:17: Aber deswegen kam irgendwann das Kommando Spezialkräfte auf mich zu und hat gesagt, wir haben eine Kampagne.

02:18:24: Wir finden nicht genug Leute, weil einfach zu schwierig.

02:18:27: uns kennt keiner.

02:18:28: Wir dürfen nie erzählen, was wir so treiben.

02:18:30: Hättest du nicht Lust?

02:18:32: weil wir dich so einschätzen, dass du das vielleicht gerne machen möchtest und weil du es durchhalten würdest, bei uns als erster Zivilist überhaupt reinzuschnuppern.

02:18:40: Und mitzugehen, wir sind alle immer nur so, wir dürfen uns nicht zeigen, aber du kannst ja erzählen, wie du dich fühlst und was du hier erlebst.

02:18:48: Und nicht nur, dass man sich da geert fühlt und das wollte ich ja sowieso mal machen, es war einfach, ich sehe in all diesen Dingen, Herausforderungen sehe ich eine Möglichkeit, was zu lernen.

02:18:58: in einem Bereich reinzuschnuppern, den ich überhaupt nicht kenne, den ich nicht berührt hab, mir Dinge mitzunehmen, die ich in meinen Operationen vielleicht brauche.

02:19:04: Weil ich weiß nicht, ob du dir vorstellen kannst, wie es ist, in einem fremden Land, Undercover, eine Tierschutzoperation, zu managen, zu planen, zu führen, auszuführen und ein Team brauchst.

02:19:13: Also, wo lernst du das besser, als bei Menschen, die sowas literally machen?

02:19:18: Also, hab ich dazu ja gesagt.

02:19:19: Und auch die hatten Schwierigkeiten mit mir am Anfang, weil sie der Zivilist hier ... weil sie mich nicht kannten.

02:19:26: Haben aber relativ schnell gesagt, warte mal.

02:19:28: So zivilistisch ist er ja gar nicht.

02:19:29: Das heißt, ich habe da wirklich gut reingepasst.

02:19:31: Und dann jetzt kommen wir zu dem Punkt, den ich sagen wollte.

02:19:34: Mir hat am Ende, also die haben mich grundsätzlich akzeptiert und der Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte hat mir am Ende die Hand gegeben und gesagt, wir würden es schätzen, wenn du in unseren Reihen arbeiten würdest und du bist heute einer von uns.

02:19:44: Und das war natürlich für mich, nachdem ich das nicht geworden bin, siebzehn Jahre später und einer wahnsinnigen Erfahrung mit diesen Jungs weltweit.

02:19:53: Man kann über das Militär denken, was man denken möchte.

02:19:55: Das hat jeder seine Berechtigung.

02:19:56: Letztendlich kämpfen die auch dafür, dass du sie scheiße finden kannst, das von so einem Menschen gesagt zu bekommen war für mich einer der größten Ehren meines Lebens.

02:20:06: Und ich bin da heute noch sehr stolz drauf.

02:20:08: Und es gab auch so einen Moment bei diesem Kommandospezalkräfte, wo ich nach mehreren Wochen literally foltern.

02:20:16: Im Dschungel ... aus dem Flugzeughüpfen mit Hubschraubern, Geiselnbefreiungen, in Spezialkräftübungen, in denen man tausend Sachen mit denen gemacht hat.

02:20:23: Der geile Scheiß den Männer gut finden, die sowas gut finden.

02:20:28: Ich konnte nicht mehr, ich war körperlich völlig exhaustet.

02:20:30: Ich hatte mich lange darauf vorbereitet, viel trainiert.

02:20:32: An einem Punkt war, wo ich an einer Dachrinne hoch klettern musste, zwanzig, fünfundzwanzig Meter, ohne Hilfsmittel hochgeklettert.

02:20:40: Ich kam oben nicht mehr, aber ich war ... Ich konnte nicht mehr, es ging nicht mehr.

02:20:43: Und mir einen so einen KSK-Soldat, Khalif, guckte so über die Mauer und sagt, Obert, wenn du dich wirklich anstrengest, dann schaffst du es.

02:20:52: Und wenn nicht, hast du immer eine erhelfende Hand von jemandem wie mir.

02:20:56: Und reichte mir so die Hand nicht so kalliv Hand weg.

02:20:58: Und dann bin ich da hoch geschnibbelt und habe gemerkt, das ist auch das Motto des Kommandos Spezialkräfte, der Wille entscheidet.

02:21:04: Und ich bin über meine körperliche Grenze hinausgegangen.

02:21:07: An so einem Punkt.

02:21:07: Ich war wahnsinnig stolz auf mich.

02:21:09: Das war auch das Letzte, was ich dort gemacht habe.

02:21:12: Ich war stolz, dass ich es durchgehalten hab.

02:21:13: Ich war stolz auf diesen Satz des Kommandeurs.

02:21:14: Ich war stolz, dass ich nie zum KSK gegangen bin.

02:21:17: Das wäre mein Untergang gewesen.

02:21:18: Ich hätte da einfach ... Das wäre nicht meine Berufung gewesen.

02:21:22: Aber es war schön, obwohl ich es nicht gemacht habe, es doch gemacht zu haben.

02:21:27: Und es doch zu wissen, ich hätte es gekonnt.

02:21:30: Kein Dorf.

02:21:32: So.

02:21:33: Und das war irgendwie ... Das war gut für mich, auch für den Kopf.

02:21:40: Und dann dieses Skills, die ich mir weltweit angeeignet hab.

02:21:44: zu benutzen für das gute und im Tierschutzoperation.

02:21:46: Ich habe viele wirklich schlimme Dinge getan da draußen, im Sinne des Guten, die sehr gefährlich waren, wo man auch hätte sein Leben easy verlieren können, gerade mit Pete, auch viel gelernt, wie es nicht geht.

02:21:58: Und das ist das, was ich heute mache.

02:21:59: Und das sind all diese Dinge haben dazu geführt, zu dem, wie ich heute bin und wie ich heute arbeite.

02:22:04: Und dass ich eben einen verdammten, nochmal unfassbar sicherheitsbewusster Mensch bin.

02:22:08: Sowohl im privaten, als auch beim Team, kannst du meinen Team fragen, die nennen mich nicht ohne Grund den Sicherheitsalarmander.

02:22:13: Für mich ist sicher halt das A und O, dass ich meine Leute immer heil rausbringe.

02:22:18: Und ich würde für einige meiner Teammitglieder mein Leben geben.

02:22:22: Das heißt, dieser Control-Freak, der hat einen großen Nutzen.

02:22:27: Das

02:22:27: ist was supergutes.

02:22:28: Dadurch kommt man nicht in beschissen Situationen.

02:22:30: Und ich bin mit Nicht-Control-Freaks.

02:22:32: Es gibt zwei Arten von Menschen für mich.

02:22:34: Menschen, die sich über Situationen keine Gedanken machen, sagen, ich deal dann damit, wenn's soweit ist.

02:22:38: Das hasse ich.

02:22:39: Das hasse ich wie die Pest.

02:22:40: Das sind fünfzig Prozent der Menschen, die anderen fünfzig Prozent sind so wie ich denke ich immer.

02:22:45: Ich bereite mich darauf vor, ich gehe jedes mögliche Szenario durch und wenn das nicht zutrifft, dann das, dann das, dann das.

02:22:50: Plan B, Plan C ist das und das.

02:22:52: Das ist der Backup für das und das.

02:22:54: Ich habe für alles noch einen Plan.

02:22:55: Selbst wenn der Shit hit, also du kannst ja Dinge planen.

02:22:58: So gut wie du willst, die Expedition würde ich eines Besseren belehren.

02:23:01: Es wird alles schiefgehen und dann musst du flexibel im Kopf sein und das ist auch das, worum es bei solchen Spezialkräften geht.

02:23:06: Es geht gar nicht darum, dass du ein Monster Predator, superkräftiger, du musst flexibel im Kopf denken.

02:23:10: Das ist, die sagen wir, das Gehirn ist der stärkste Muskel.

02:23:13: Du musst flexibel in der Situation kontrolliert ohne Panik deinen Auftrag ausfinden.

02:23:17: Das muss ich auch.

02:23:19: Und was viele Menschen da draußen vielleicht nicht verstehen, ich war ja ein scharfem Einsetzen, nicht militärisch, aber ich habe gegen Leute... ermittelt den Tiere weggenommen, die Waffen auf mich gerichtet haben.

02:23:30: Oder eine Machete in der Hand hatten.

02:23:31: Oder wir haben Jungle Patrols gemacht, mit einem Mali-Neu, also einem Hund, den Spezialkräfte auch benutzen.

02:23:37: Wir sind aus Hubschraubern gesprungen.

02:23:39: Also den Jungle durchkämmt, du triffst ja auf Wilderer.

02:23:41: Du triffst ja auf Menschen, die dir etwas Böses wollen.

02:23:45: Das ist das zu verstehen, als normaler Mensch, der sowas nicht gemacht hat und die wenigsten Menschen machen.

02:23:49: Das ist auch ganz, ganz schwierig, glaube ich.

02:23:52: Dass es schwieriger ist, meinst du ... jemanden das zu erklären und zu sagen, guck mal das mache ich und dann guckt man dich an, denkst du, was?

02:23:59: Ja, ich hab, pass auf, heute Morgen hatte ich ein bisschen Zeit, weil ein Mädchen abgesagt wurde und ich hab angerufen bei einer Versicherung, weil ich eine Rechtsschutzversicherung jetzt machen möchte.

02:24:07: Und da hat er mich gefragt, was machen Sie denn?

02:24:12: Dann sitze ich immer, dann sind die anderen Leute schon so, dann muss ich auch mal, was sage ich dem denn jetzt?

02:24:16: Was zum Teufel sage ich Leuten, die mich fragen, was machst du denn eigentlich?

02:24:20: So, ich könnte jetzt sagen, Content Creator, Influencer, Meeresbiloge, Forschungstaucher, Tiersch.

02:24:27: dann wissen ja die Leute schon gar nicht mehr, was Fas ist.

02:24:28: Also zu erfassen, was ich wirklich arbeite, ist glaube ich nicht so einfach.

02:24:32: So, und da wird es dann schwierig.

02:24:34: Und auch wenn du mich weißt, ich weiß ja selber nicht, wie ich es erklären soll, wird es auch schwierig für die Leute, das zu verstehen.

02:24:39: Und man bräuchte, wir bräuchten vielleicht einen fünf Stunden Gespräch, damit man erfassen kann, was tut denn dieser Mensch eigentlich?

02:24:45: Den ganzen Tag.

02:24:48: Na ja, vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig.

02:24:54: Denke ich dann manchmal.

02:24:55: Das wäre

02:24:55: schön.

02:24:57: Das vielleicht nehme ich mir das mit.

02:24:58: Vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig, dass die Leute das erfassen.

02:25:00: Ja, weil am Ende... Also das habe ich auch so ein bisschen wahrgenommen, dass es auf der einen Seite geht es bei dir um hundert Prozent Tiere.

02:25:13: Ja.

02:25:14: Aber dennoch möchtest du verstanden werden.

02:25:17: Ja.

02:25:18: Und dann verstehen die Leute auch, warum ich zu einem Projekt... Wie jetzt diesem super wichtigen Projekt über die rumänischen Tötungsschätzung?

02:25:26: Ich sage dazu, nein.

02:25:28: Weil ich hab das alles schon gemacht.

02:25:30: Ich war schon an dem Punkt, wo die jetzt sind.

02:25:32: Ich hab schon die Hunde da rausgeholt.

02:25:34: Als damals der Ukrainekrieg angefangen hat, war ich an Tag sechs, war ich da und hab Tiere rausgeholt.

02:25:40: Darüber gibt's, ich hab kein Video drüber gemacht.

02:25:42: Ich war aber da.

02:25:45: Ich hab diese Scheiße alles schon hundertmal gemacht.

02:25:47: Ich muss es nicht mehr machen.

02:25:48: Ich bin zweinvoll, ich hab kein Bock mehr.

02:25:50: Ich habe kein Bock mehr, ständig in Lebensgefahr zu sein, ständig meine Seele zu verletzen, ständig neue Verantwortung zu ... Ich hab genug Verantwortung zu Hause liegen.

02:26:00: Und ich hab es alles schon hundertmal gemacht.

02:26:01: Mit Phoebe, genau.

02:26:02: Und Tipsi und Bina.

02:26:06: Also, irgendwann muss man ja auch mal ... Man muss ja auch mal ... Wenn ich so weitermache, bin ich in drei Jahren tot.

02:26:11: Wirklich.

02:26:12: Literally tot.

02:26:12: Ich hab manchmal schon beim Autofahren das Gefühl gehabt, ich kriege gleich einen Herzinfarkt.

02:26:16: Es gab Jahre, wo ich dachte ... Ich gehe jetzt hier drauf, wo ich von Projekt zu Projekt vom ein an der Cover einsatz ins nächste.

02:26:23: Der Kopf ist nicht frei, der Körper ist versehrt, die Seele ist versehrt.

02:26:27: Du nimmst ja Krankheiten aus diesen Sachen mit.

02:26:29: Du kriegst Parasiten im Dschungel, du kriegst Parasiten, was weiß ich, du bist körperlich immer wieder versehrt.

02:26:34: Es gibt ja keinen Betriebsarzt bei in meinem Job.

02:26:37: Als Selbststände sagt, hey Mann, stop, wir nehmen sie mal vier Wochen raus.

02:26:40: Du machst es einfach weiter, du machst das nächste Projekt und dann da noch, und da noch verantworten, und da noch eine Mission.

02:26:44: Und ich muss ja, und die Spender und Jahresbericht.

02:26:47: Und da könnte ich noch retten.

02:26:48: Und die haben mich angerufen und das ist ja super interessant.

02:26:50: Und da, du wirst ja wahnsinnig.

02:26:53: Und das Schlimme ist, dieses Nein sagen, obwohl ich doch helfen könnte.

02:26:57: Ich könnte sie retten.

02:27:00: Ich könnte jetzt losgehen.

02:27:02: und sofort hundert Tiere retten.

02:27:03: Ob es ein Esel ist, der morgen zum Schlachter geht, die acht Enden, weil der Lebenshof kein Geld mehr hat, oder die verdammten Makaken, wo mir jemand den Standort schickt und sagt, ich bin auf Java, hier ist ein Makake angekettet, es verboten, Robert, kannst du nicht was machen?

02:27:16: Die Leute schreiben mir jeden Tag tausendfach, warum machst du bei dem Projekt nicht mit?

02:27:21: Bist du dir zu fein dafür?

02:27:23: Jetzt hast du die aus dem Tierschutz zurückgezogen, lebst nur noch bequem, obwohl du das alles könntest.

02:27:27: Und du denkst, jetzt kommen wir zu dem Punkt.

02:27:30: Ich will verstanden werden, damit die verstehen.

02:27:32: warum ich auch nein sage.

02:27:34: Und ich glaube, dass das schwer ist, das zu verstehen.

02:27:36: Ich glaube, dass das schwer ist, als Mensch da draußen zu verstehen, durch welchen Schmerz ich gegangen bin, durch welche körperlichen Leiden, durch wie viele Jahre das jetzt schon geht.

02:27:47: Und in welcher Spannweite ich Dinge getan habe.

02:27:52: Ich habe nicht nur einen Lebensruf gehabt und habe Schweine aufgenommen, Alter.

02:27:55: Ich habe gefühlt, dass Leben für fünf Menschen durchgelebt.

02:28:01: ... gefühlt.

02:28:02: So fühle ich mich mal.

02:28:03: Und Leute sagen das auch mal.

02:28:04: Kann gar nicht sein, was der Lehmann alles gemacht hat.

02:28:06: Da wär ja schon hundert.

02:28:08: Ja.

02:28:10: Versteh ich.

02:28:11: Le fast die old.

02:28:15: Ist mein Motto.

02:28:16: Le fast live'n, tue ich wirklich.

02:28:18: Le da die old wär schön.

02:28:20: Aber die Erlaubnis ... ... gibst du dir ... Also das hab ich doch nicht verstanden.

02:28:23: Gibst du dir denn jetzt selber die Verantwortung ... ... oder die Erlaubnis, nein zu sagen?

02:28:29: Ach so schwierig.

02:28:30: Ich versuch's.

02:28:31: Aber es tut jedes Mal weh.

02:28:32: Du weißt, wie scheiße ich mich gefühlt hab, dem Nahtan zu sagen, ich kann bei deinem Projekt, ich schaff's nicht.

02:28:38: Ich schaff's nicht und ich kann nicht.

02:28:40: Nicht weil ich dich nicht leiden kann oder weil's mir nicht wichtig ist.

02:28:43: Ich kann es nicht.

02:28:44: Meine Hündin kommt von dort.

02:28:44: Ich weiß, wie es ist.

02:28:46: Und es hat mich verletzt.

02:28:47: Ich hab tausend Hunde gerettet.

02:28:49: Aber es waren ein paar Hundert.

02:28:51: Ich weiß, wie schlimm das alles ist.

02:28:52: Ich will nicht noch mal in den Krieg ziehen.

02:28:55: Ich will es nicht mehr.

02:28:57: Weil ich sterbe dann selber.

02:28:58: Ist das ein Krieg in deinem Kopf?

02:28:58: Ja, natürlich.

02:28:59: Aber auch dort vor Ort.

02:29:00: Das ist wie scheißkrieg.

02:29:02: Du gehst mit einer kugelsicheren ... Alter, ich bin in Gambia, mit einer kugelsicheren Weste, von Boot zu Boot gesprungen und hab Leute dort mit an die Kette gelegt.

02:29:10: Internationalen Gewässern kontrolliert mit Sea Shepherd und Militärs mit AK-Mun-Fürzig.

02:29:15: Da ist ja auch keiner dabei und sagt auch, Mensch, erst mal Danke viel.

02:29:18: Und jetzt haben wir Verständnis, dass du das nicht mehr machen möchtest.

02:29:20: Ihr wisst nicht, wie es ist im Ausland.

02:29:23: mit Dingen einzureisen, mit denen du eigentlich festgenommen wirst, weil du dann ein Spion bist, du kannst dein Leben lang ins Gefängnis gehen für diese Dinge, die du in das Land schmuggelst vom Nachtsichtgerät bis zu deinem Telefon, um Tiere zu schützen.

02:29:35: Ihr wisst nicht, wie es ist im Ausland mit Waffen, anderen Menschen, sie zu kontrollieren, die Natur und die Umwelt zu schützen, sich selbst in Lebensgefahr zu bringen.

02:29:43: und ein verdammter Fehler reicht, um zu sterben.

02:29:47: Du trittst beim Boot daneben, du fällst in der Nacht bei fünf Meter hohen Wellen zwischen dem Sodiak und das Fischerboot und gerät sie in die Schraube, du bist weg.

02:29:54: Und kein Schei, niemand sagt, danke oder sagt, hier ist eine Million.

02:29:58: Danke für die Arbeit.

02:29:59: Nee, du zahlst diesen Scheiß nach selber.

02:30:01: Du zahlst für diesen ganzen Quatsch nicht nur mit deiner Seele und deinem Körper, auch noch mit deinem Geld.

02:30:06: Was für ein geiler Job, ist es schön.

02:30:08: Matze willst du mich nicht mehr begleiten.

02:30:10: Du, ich hab noch, ich hab so viel zu tun, die Antwort.

02:30:13: Gerade so, keine Lust.

02:30:14: Nee, ich hab gelernt, nein zu sagen.

02:30:18: Fällt dir das einfach?

02:30:19: Also, fällt dir das leicht?

02:30:20: Oh, scheiße, ich wär so geil.

02:30:21: Vielleicht bin ich mit forty-seix auch so weit.

02:30:22: Das wär richtig geil.

02:30:24: Ich wünschte, ich könnte leicht an Nein sagen.

02:30:26: Ich kann dir verraten, wie ich's geübt hab.

02:30:28: Bitte?

02:30:28: Ich hab mit einem Freund zusammen, Philipp.

02:30:30: Wir haben eine Nein-Challenge gemacht.

02:30:33: Und wir haben eine Liste gemacht für jeden Tag.

02:30:35: Also, Google-Excel-Tabelle.

02:30:39: Und wir mussten jeden Tag etwas absagen und dann reinschreiben.

02:30:43: Eine Anfrage.

02:30:43: Anfrage,

02:30:44: die gut ist.

02:30:45: Ja.

02:30:46: Und dann reinschreiben, nein.

02:30:47: Und zwar hat uns ein Sofern verbunden, wenn Philipp beispielsweise eine Anfrage gekriegt hat, Vortrag fünftausend Euro.

02:30:55: Und dann sagt er, nein.

02:30:57: Und

02:30:58: genau.

02:30:58: Philipp, bist du verrückt?

02:30:59: Und ich sehe das.

02:31:00: Und

02:31:00: ich sehe das.

02:31:01: Und denke natürlich, fucker, okay.

02:31:03: Da muss ich aber heute auch noch mal irgendwie eine geile Sache absagen.

02:31:06: Und das hat mir total geholfen, wirklich Nein zu sagen.

02:31:09: Und ich kann auch mittlerweile einfach Nein sagen, nicht mehr mal mit einer Begründung,

02:31:14: weil bei irgendeinem

02:31:15: Fremder, im Postfach, was für mich möchte oder eine Fremde.

02:31:19: Verstehe ich.

02:31:19: Und dann Nein.

02:31:20: Und das hat mir wirklich diese Challenge, weil es ist ja eigentlich eine Übung.

02:31:25: Du machst jeden Tag, musst du irgendwo Nein sagen.

02:31:28: Und du willst auch nein sagen.

02:31:29: Dein Kumpel sagt auch zu anderen Sachen.

02:31:31: Geil.

02:31:32: Das hat mir total geholfen.

02:31:33: Vielleicht ist das was für dich.

02:31:35: Ich habe auch jemanden, mit dem du es machen könntest zusammen.

02:31:37: Aber.

02:31:38: Ich habe eine Person, mit der du es üben

02:31:39: könntest.

02:31:39: Okay.

02:31:40: Challenge accepted.

02:31:41: Ich bringe aber ein kleines Aber rein.

02:31:42: Mach.

02:31:43: Okay.

02:31:43: Die andere Person ist Felix Dobrecht.

02:31:46: Ich habe den Podcast gehört, den ich auch gut fand.

02:31:49: Der fällt das auch sehr schwer.

02:31:50: Der

02:31:50: fällt es auch schwer.

02:31:51: Das wäre eigentlich, ihr werdet ein gutes Nein-Challenge-Team, glaube ich.

02:31:53: Das könnte wirklich interessant

02:31:55: werden.

02:31:55: Weil, guck mal,

02:31:56: ihm ist Tierschutz auch sehr wichtig.

02:31:57: Das weiß ich.

02:31:58: Aber guck mal zu welchen Leuten ich Nein sage und wie.

02:32:00: Und das ist, mein Herz bricht jedes Mal.

02:32:03: Mir schreiben super viele Schüler.

02:32:04: Ich muss eine Facharbeit, eine Klassenarbeit über Orcas und Zoos.

02:32:08: Kann ich dir zehn Fragen stellen?

02:32:10: Ich schaffe es noch nicht mal Nein zu sagen.

02:32:12: Ich mach einfach löschen.

02:32:13: Mein Herz bricht.

02:32:13: Es tut mir so leid, liebe Schüler.

02:32:14: Wirklich.

02:32:15: Das, das, föhterlich.

02:32:17: Hunderte E-Mails am Tag und davon sind ganz viele dieser Art.

02:32:20: Das ist das Erste, wo ich denke, oh Gott, der Arme sitzt da, der denkt, leh man was für ein Arschloch, dem ist nicht geholfen, ich könnte ja, aber ich ... Dann hab ich wieder fünfzehn Minuten weniger am Tag, die ich nicht mehr hab.

02:32:30: Die Leute wollen von mir nur fünfzehn Minuten.

02:32:34: Aber meine vierundzwanzig Stunden sind aufgebraucht, ich hab sie nicht mehr.

02:32:38: Dann, Robert, wir haben hier acht Enden.

02:32:41: Wenn du heute nicht irgendwas organisierst oder uns tausend Euro überweist, kommen die morgen zum Schlachter.

02:32:47: Löschen.

02:32:48: Acht Enden gehen morgen zum Schlachter.

02:32:50: Fuck.

02:32:51: Robert, unser Lebenshof macht dicht.

02:32:53: Vierhundert Tiere stehen hier auf dem Spiel.

02:32:55: Kannst du die Story teilen?

02:32:57: Dann hab ich weniger Views.

02:32:58: Ich muss heute meine Eigenwerbung machen, damit ich selber Geld verdiene.

02:33:01: Das passt nicht mit dem.

02:33:02: Ich kann ... Ich verwässer das.

02:33:04: Löschen.

02:33:05: Robert, mein Sohn hat Krebs.

02:33:06: Und sein letzter Wunsch ist es dich ... Oh Gott.

02:33:09: Löschen.

02:33:10: Nee, bei Krebs ... Kinder mit Krebs sag ich mal ja.

02:33:13: Ich mach dann Videos, ich mach Grüße, ich bin mit denen in Kontakt teilweise, weil ich das, ich hab auf der Kinderkrebsstation gearbeitet.

02:33:18: Ich weiß, dass manchmal ein positives Wort, eine Interaktion, ein Spirit entfachen kann, der ein Kind heilt.

02:33:27: Dass sie ihn nicht aufgeben.

02:33:30: Da sag ich nicht, nein.

02:33:31: Bitte, schreibt mir jetzt nicht eine Million E-Mails, wenn ihr ein krebskrankes Kind habt.

02:33:35: Das belastet mich auch super sehr.

02:33:36: Ich hab davon auch ein Trauma, dass es als Ziviliensleister vierzehn Monate Kindersterben sehen.

02:33:41: Kein Zivilinsteller der Welt sagt, sie gehen dahinter, erst mal eine psychologische Betreuung, sie werden schon klarkommen.

02:33:45: Also ich hab ein Dutzend Kindersterben sehen.

02:33:48: Auf die stimmste Art und Weise.

02:33:50: Da denkst du, hab ich jemals über nachgedacht, mach ich nicht, schieb ich an die Seite auch einer dieser Türen.

02:33:56: Robert, wir haben ein super krasses Projekt, was die Welt komplett verändern würde, wir brauchen aber deine Hilfe.

02:34:02: Löschen.

02:34:03: Jeden verfickten Tagwadse.

02:34:05: Und das, ich rede nicht über eine Anfrage, ich rede über Dutzende.

02:34:09: Mein Posttag auf allen Kanälen ist voll.

02:34:11: Und es ist zwischen Herzensbrechen und sinnloser Quatsch, wo die Leute noch meine Zeit konsumieren würden, geht es aber auch um Leben.

02:34:21: Und da Nein zu sagen.

02:34:23: Und zu wissen, ich habe jetzt Nein gesagt und dann wird jemand sterben mit jemand konkret ein Tier.

02:34:29: Das ist eine Birde, die wünsche ich niemandem.

02:34:32: Und ich kenne auch nur ganz, ganz wenige Leute, die diese Birde tragen.

02:34:36: Es gibt nicht viele Menschen, die Nein sagen und dann stirbt jemand.

02:34:42: Ich habe von der Tierschützerin Mikaela Reins gelesen, die sie letztes Jahr umgebracht hat, weil sie das nicht mehr ausgehalten hat.

02:34:52: Weil sie auch vor allen Dingen auch die Anfeindungen aus einer eigenen

02:34:55: Gruppe nicht mehr

02:34:56: ausgehalten

02:34:57: hat.

02:34:58: Das ist etwas ähnlich wie mit der Tierliebe und den Menschen, die einen Zoo arbeiten oder Tiere haben, was ich nicht verstehe, warum.

02:35:09: Und das erlebe ich, das erleben alle.

02:35:11: In jeder Bubble, ob das die feministischen Menschen sind.

02:35:14: Alle.

02:35:15: Ob die Weltretter sind.

02:35:18: Jeder, der sich bemüht, kriegt eigentlich, wenn er einmal in jedem Quarkbärchen ist,

02:35:24: auf die Klasse.

02:35:25: Ein Beispiel.

02:35:25: Danke dir, Matze.

02:35:26: Ja.

02:35:27: Ja, korrekt.

02:35:28: Zwei Aspekte dazu.

02:35:31: Michaela hatte vorher auch schon psychische Probleme, war also schon schwer vorbelastet und genauso wie ich, völlig ungeeignet für den Job, den sie tut.

02:35:38: Weil ... In diesem Job, ich sag das, es gab so eine Situation in Griechenland, kurz bevor ich Tippsie gerettet hab, ich konnte nicht mehr, ich hab nur noch geheult, mein Kameramann hat geheult, die Leute, die dort waren, mit mir haben geheult.

02:35:48: Weil ich sag, ich halte diese Scheiße nicht mehr aus.

02:35:51: Ich bin dafür nicht gemacht, ich bin kein harter Typ.

02:35:54: Ich bin ein verdammtes Weichei.

02:35:55: Ich mach das aber, weil ich es machen muss und weil es gemacht werden muss.

02:35:59: Aber ich bin kein harter Bock, das geht alles an mir vorbei.

02:36:01: Das wird auch nicht weniger oder das schwächt nicht ab, du stumpfst nicht ab, du wirst immer mehr verletzt.

02:36:06: Ich bin dafür völlig ungeeignet.

02:36:09: Und das war Michaela auch.

02:36:10: Und dazu kommt dann, wenn deine eigene Community sich gegen dich stellt, und die Gefahr besteht ja auch bei mir, instant, das ist was ganz, ganz Schlimmes.

02:36:19: Und ich hatte das ja, ich habe mich ja mal so ein bisschen in Veganismus vorgewagt und da dann Menschen gegen mich zu haben, wo wir eigentlich auf der gleichen Seite sind, zwar hart, das war richtig hart.

02:36:31: Da ich die Welt nicht mehr verstanden, verstehe ich bis heute nicht.

02:36:33: Und das Quark-Berechen-Thema ist da supergut, dass die Leute einfach sehr, sehr unerbittlich sind.

02:36:39: wenn es darum geht.

02:36:39: Und die haben natürlich auch recht, wenn sie sagen, ist du nun Käse und quältst damit Tiere ja oder nein.

02:36:46: Und jeder, der nicht vegan ist, quält halt Tiere oder ist Tiere.

02:36:50: Das ist ein Fakt, den kann ich nicht wegeroieren.

02:36:54: Damit muss man auch selber klarkommen und hadern.

02:36:57: Und wenn man nicht vegan lebt, ist das auch ein Punkt, wo man hadert.

02:37:02: Aber ich habe mir versprochen, dass ich nicht mehr darüber spreche.

02:37:04: Ich möchte nicht mehr darüber reden.

02:37:05: weil ich kenne mich nicht gut genug aus, ich kann es für mich nicht gut genug definieren.

02:37:08: Ich werde dann hinterher eine Milliardefach angefeiert und ich habe keine Lust mehr, obwohl ich das tue, was ich tue und niemand weiß, was ich tue.

02:37:15: Niemand weiß, wie es ist, nachts sechsmal die Scheiße wegzuwischen.

02:37:21: Das weiß niemand, wie das wirklich ist und nicht mehr zu schlafen.

02:37:26: Und das Gewimmer von einem Lebewesen, die in den Arm zu nehmen, die Todesangst hat, jede verfickte Nacht.

02:37:33: Und dann erzählt man mir, ich liebe Tiere nicht oder ich bin ein scheiß Mensch.

02:37:37: hunderte Tausende Menschen vegan gemacht.

02:37:39: Und die Veganer sagen, ja, aber wie viele hat er nicht vegan gemacht?

02:37:46: Wie viele sind wegen Robert-Marc Lehmann nicht vegan?

02:37:48: Weil er gesagt hat, es ist okay, Eier zu essen.

02:37:50: Nein, das hab ich nie gesagt.

02:37:52: Ich habe gesagt, die neuste Wissenschaft, jetzt rede ich ja schon wieder über Veganismus.

02:37:56: Naja, so dumm.

02:37:58: Wir bleiben ... Richtig

02:37:59: nicht auf.

02:37:59: Ich schräg mich nicht

02:38:01: auf.

02:38:01: Deswegen ist es mir wichtig, dass mich die Leute verstehen.

02:38:05: Vollumfänglich.

02:38:06: Und wie viele Menschen vollumfänglich mich auf dieser Erde verstehen?

02:38:09: Das kannst du an einer Hand erzählen.

02:38:11: Die wissen wirklich, wer ich bin, was ich arbeite, wie es mir geht, was ich tue.

02:38:16: Fünf Leute.

02:38:17: Ja, super.

02:38:17: Fünf Leute ist gut.

02:38:18: Fünf

02:38:18: Leute ist super.

02:38:18: Ja.

02:38:20: Übernimmst du manchmal die Verantwortung oder gibt es in Tendenz so viel Verantwortung zu tragen für die Welt, damit du eine andere Verantwortung nicht übernehmen kannst?

02:38:32: Ja, die für mich selber.

02:38:36: Sicher, ja.

02:38:37: Sicherlich ein Aspekt, auf jeden Fall.

02:38:40: Das ist ja auch schwer, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und Wunden zu heilen und schlimme Dinge aufzuarbeiten.

02:38:47: Das ist ja auch super schwer.

02:38:48: Also macht man einfach immer weiter, damit man sich nicht damit beschäftigen muss.

02:38:52: Absolut.

02:38:52: Sicherlich ein Aspekt.

02:38:54: Und wenn man sich damit beschäftigt, tut das wahnsinnig weh.

02:38:57: Sehr.

02:38:58: Also ich gehe, glaube ich, keine Therapiestunde raus, ohne zu weinen und tief erschüttert zu sein.

02:39:03: Das ist krass.

02:39:04: Aber wird ja besser dadurch.

02:39:06: Ja, unbedingt.

02:39:07: Unbedingt.

02:39:07: Also große Empfehlung, ne?

02:39:08: Nur weil man ... ... ein Mann ist oder ein harter Typ ... ... geht mal zur Therapie, ist gut.

02:39:14: Es nicht scheiße, ist wirklich gut.

02:39:15: Ja.

02:39:16: Macht doch eigentlich Spaß.

02:39:18: Darf ich dazu noch was fragen?

02:39:19: Darf so.

02:39:20: Wenn du da etwas beweinst.

02:39:24: Was beweinst du dann?

02:39:27: Von bis.

02:39:29: Manchmal sind es Dinge, die ich erzähle, wie zum Beispiel ... ... die Tiere, die du zurücklassen musst, ... ... dann kullert mir manchmal eine Trainer.

02:39:34: Aber es ist auch manchmal so, ... ... wir haben neulich eine Übung gemacht zum ersten Mal.

02:39:38: wo du die Beine auf den Boden stellst, wo du mal deinen Fuß spürst und dass du connectet bist mit dem Boden auf der Erde.

02:39:46: Dann atmest du mal, dann schließt du mal die Augen, also eine Bewusstseinsübung, eine Achtsamkeitsübung.

02:39:49: Und ich bin so ruhig geworden und mein Kopf war so frei und ich hab angefangen zu weinen und ich wusste gar nicht warum.

02:39:56: Weil ich zum ersten Mal seit vielleicht Jahrzehnten mal ganz bei mir selber war.

02:40:05: Das ist so krass gewesen.

02:40:06: Das war eine wahnsinnig schöne Erfahrung.

02:40:08: Unfassbar gute Therapeuten.

02:40:10: Unfassbar gut.

02:40:11: Also wirklich, wo ich denke, holy shit, ein Glück, Universum, danke für diese Frau.

02:40:16: Gut.

02:40:18: Das war sehr krass.

02:40:19: Eine tolle Erfahrung.

02:40:20: Weil, und dann ärgert man sich aber auch hinterher so über sich selbst, wieso zum Teufel habe ich mich so disconnected von mir selber.

02:40:27: Und dafür gibt es Gründe, die in allem liegen, was hier zur Sprache kam und nicht zur Sprache kam.

02:40:36: Die Verbindung, also eine Sache, die du auch immer wieder sagst, alles ist miteinander verbunden.

02:40:41: Alles.

02:40:42: Und es gibt ein schönes Bild, also es gibt viele schöne Fotos von dir.

02:40:47: Vielleicht können wir das auch nochmal einblenden.

02:40:49: Und es gibt ein Foto von dir.

02:40:53: In Borneo ist das.

02:40:54: Es gibt Affen.

02:40:57: Orang-Utans.

02:40:57: Orang-Utans.

02:40:58: Genau, und es gibt dieses...

02:40:59: Das ist ein gutes Bild.

02:41:00: Unfassbarer Foto.

02:41:01: Ja, das ist ein simper Welt.

02:41:02: Mag ich sehr.

02:41:05: Und wenn man jetzt dieses Foto sieht und danach, wenn man dann noch weiter blättert, gibt es dann noch ein Foto, wo die auf Schubkarren sind.

02:41:14: Das

02:41:15: war eine krasse Lebenserfahrung für mich.

02:41:17: Ja, krasse Schlüsselmoment, hundert Prozent.

02:41:20: Und ich würde gerne verstehen an diesem Foto, wenn wir diese Affen da sehen, was haben die gerade mit uns zu tun?

02:41:27: Also wie sind wir mit denen verbunden?

02:41:30: Bis zu dem Foto hatte ich es auch nicht verstanden.

02:41:32: Und das war zum Beispiel eine Möglichkeit, die ich durch den Captain Pete Petion hatte, der mich im Rahmen unserer Aktionen Asin an diesen Ort geführt hat.

02:41:40: Geht dahin, hilft den Leuten, machen eine Reportage darüber, mach Fotos, mach ein geiles Video.

02:41:46: Und dann bin ich zu International Animal Rescue nach Borneo gekommen.

02:41:50: Die orang-utans retten.

02:41:52: Und literally retten.

02:41:54: Also da sind, ihr könnt euch das vorstellen, ganz Indonesien, wenn man drüberfliegt, ist ja ein Inselstaat, was weiß ich, achtzehntausend Inseln, keine Ahnung, war zu dem Zeitpunkt, wo ich da war, man tausende Brände, man reiste so mit dem Flugzeug an und sah überall brennt der Dschungel.

02:42:09: ... brennende außer Kontrolle geraten, die ist das.

02:42:12: Dann fragst du dich natürlich, warum ... ... es gibt ja natürliche Ereignisse, Blitzeinschlag ... ... oder manchmal Brennzeben, ... ... und das ist auch gut für den Wald und so weiter.

02:42:19: Aber da brannte es, weil ... ... Rodungsfeuer außer Kontrolle geraten sind.

02:42:23: Rodung.

02:42:25: Deswegen, weil man dort Palmöl anbaut.

02:42:27: Palmöl ist uns mittlerweile allem bewusst, ... ... das typische Nutella-Beispiel, ... ... aber Palmöl ist ja überall drin, vom Sprit ... ... bis, also das, tankst du dir in den Tank, ... ... bis zum Globapier von den Chips bis zur Pizza im Nutella, ... ... es ist ja überall.

02:42:38: Grundsätzlich kein schlechtes Produkt.

02:42:41: Weil es ist sehr wertig, es lässt sich gut verarbeiten, es lässt sich in großen Mengen herstellen.

02:42:44: Die Frage ist halt, wo wird es hergestellt und wie.

02:42:47: Und du musst es ja irgendwo anpflanzen.

02:42:49: Es ist so eine Palme, da sind so kleine Nüsse dran, die werden dann gepresst.

02:42:51: Das ist dein Palmöl.

02:42:53: Dadurch ist die Haltbarkeit auch unterhalblich lang.

02:42:56: Ja, genau.

02:42:56: Deswegen hält Nutella ewig.

02:42:57: Es ist ein perfektes Produkt.

02:43:00: Nur es hat halt einen riesen Rattenschwanz.

02:43:02: Und um diese Ölpalmen in einer Monokultur, in einer Ölpalmen-Plantage eben herzustellen, brauchst du freie Fläche.

02:43:09: Und Indonesien ist bewaltet.

02:43:11: Also musst du den Dschungel loswerden.

02:43:13: Und den kannst du abschneiden.

02:43:15: Das ist kostenintensiv, aufwendig oder du zündest ihn an.

02:43:19: Und diese Menschen, und da möchte ich euch jetzt ein schlimmes Bild mitgeben.

02:43:23: Also Orang Utans leben nicht auf dem Boden.

02:43:26: Die leben rein auf Bäumen.

02:43:27: Die gehen nicht runter.

02:43:28: Unten sind Gefahren.

02:43:29: Summatratiger, Schlangen, whatever.

02:43:31: Die sind nicht am Boden.

02:43:31: Sie sind immer oben in den Bäumen.

02:43:33: Und wenn jemand kommt und den Wald anzündet, dann sind die da ja noch.

02:43:39: Und dann werfen sich die Mütter schützend über ihre Babys, verbrennen, werden schwer verletzt, um die Babys zu schützen.

02:43:46: Die Mütter überleben das häufig nicht.

02:43:48: Manchmal überleben das Kinder, Babys, Jungtiere, wie unsere Kinder.

02:43:53: Die sind fast genauso lange bei den Eltern wie wir als Menschenkinder, genauso unbeholfen.

02:43:58: Und genauso lange müssen sie versorgt werden.

02:44:00: Und dann hast du so ein schwer traumatisiertes, drei Jahre kleines... Uhang-Utan-Baby.

02:44:06: und was dann?

02:44:06: Dann kommt International Animal Rescue, holt die ab.

02:44:09: Manchmal werden sie erschossen, als Haustiere gehalten.

02:44:11: Manchmal werden sie jetzt schlimm.

02:44:15: Trägerwarnung, sexueller Missbrauch für alle, die das nicht aushalten können.

02:44:19: Einmal weghören.

02:44:20: Manchmal werden sie gefangen.

02:44:22: Weibliche ausgewachsenen Tiere oder fast adulte Jungtiere werden rasiert geschminkt und festgeknäbelt und als billige Prostituierte missbraucht.

02:44:32: Nein.

02:44:33: Gibt es auch.

02:44:33: Ja.

02:44:34: Und so weiter.

02:44:35: Menschen, das Schlimmste, was ihr dir ausmalen kannst, das habe ich in Rechtsmedizin gelernt.

02:44:38: Was Menschen tun, machen sie unten noch mehr.

02:44:41: Alles ist möglich.

02:44:43: Was mir auch so ein bisschen schwer fällt, deswegen noch nach allem, was ich gesehen, gehört, fotografiert, dokumentiert und so weiter, fällt es mir einfach schwer, den Menschen noch als gut zu betrachten.

02:44:53: Nicht dich, nicht einzelne Menschen, in der Gesamtheit.

02:44:56: Der Mensch.

02:44:59: Anyway.

02:44:59: In der National Animal Rescue kommt... bringt diese kleinen orangutern weisen kinder, behindert, misshandelt, schwer verletzt oder nur traumatisiert in eine Auffangstation und werden sie aufgepeppelt, medizinisch versorgt.

02:45:12: Das ganze solche Projekte finanziere ich heutzutage mit den Dancing Monkeys, den tanzenen Affen.

02:45:18: Und dann versucht man sie zu resozialisieren, mit Freunden zusammenzubringen, in eine Gruppe zu integrieren.

02:45:24: Manche sind so... Ich schucke, dass sie in Einzelhaltung ihr Leben für immer im Käfig fristen müssen.

02:45:29: Manche sind so behindert, dass man sie nie wieder auswildern kann.

02:45:32: Manche sind so schwer verletzt, dass ihnen ein Arm fehlt oder ein Auge, die kannst du nicht mehr auswildern.

02:45:38: Und dann müssen sich Leute kümmern.

02:45:40: Und teilweise zwölf Jahre um ein Tier.

02:45:42: bis du das Tier auswildern kannst, bis es sich reintegriert hat, bis es resozialisiert ist, bis es gelernt hat, das ist ein Tiger, Böse, Schlangeböse.

02:45:49: Diese Pflanze kann ich essen, diese übrigens, wenn ich Bauchweh hab, orangutans können tausend, vierhundert verschiedene Grüntöne auseinanderhalten.

02:45:55: Ich hab Bauchweh, also fresse ich das, ich hab Magen grummeln, also esse ich das, ich hab irgendwas am Auge, die sind krasser als wir.

02:46:02: Und als ich dort war, wusste ich nicht viel über orangutans, außer dass ich sie meinem Zoo gesehen hab.

02:46:08: Mit so einer jute Decke, sitzend am Boden.

02:46:11: Gucken, einmal wieder zurückgucken, mehr anders erlebst du irgendwann oder nicht.

02:46:15: Und dann kommst du dahin und dann hocken da irgendwie hundertvierzig Affen.

02:46:19: Kinder, Jugendliche, Erwachsene.

02:46:22: Und dann durfte ich die Tage lang begleiten, hab deren Arbeit kennengelernt, deren Menschen, die diese Arbeit machen.

02:46:28: Achtzehn Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, zwölf Jahre, um einen Affen auszuwildern.

02:46:33: Was sagten wir denn?

02:46:34: Achtzehn Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, zwölf Jahre.

02:46:38: Das sind deren Phoebies.

02:46:42: Literally, wirklich.

02:46:44: Das ist, also das ist so.

02:46:46: Und das machen Menschen mit Elefanten, das machen Menschen mit Gibbons, die noch viel schwieriger sind, das machen Menschen mit Schimpansen.

02:46:52: Das sind für mich echte Helden und Heldinnen, häufig Frauen.

02:46:57: Da ist irgendwie mehr Empathie für Tiere vielleicht da, mehr kümmern, irgendwie in der Natur gegeben, mehr Sympathie, mehr, also Frauen sind die Graserin.

02:47:07: Definitiv.

02:47:08: Also Kudos an alle Frauen, an alle Mütter.

02:47:10: Ihr seid die krassesten und auch das ist auch bei Hünden so.

02:47:12: Hünden sind viel krasser als Rüden.

02:47:15: Wer Phoebe an Rüde, aufgegeben.

02:47:18: Phoebe ist eine verdammte Hündin, die kämpfen bis zum Gatnau.

02:47:23: Sie werden überleben.

02:47:24: Deswegen mag ich Hünden so gerne.

02:47:26: So, zurück zu den Affen.

02:47:30: Eines Tages sind wir in die Dschungelschule gegangen, wo die Affen alles über den Dschungel lernen.

02:47:34: Und dann denkst du ja, so ein Orangutane geht nicht auf den Boden, da muss ich ja lang, aber es gibt keine Bäume mehr.

02:47:39: Also müssen sie in Schubkarren zu dem Punkt gebracht werden über zwei Kilometer vielleicht, wo dann die ersten Bäume wieder stehen.

02:47:48: Und da haben wir mit diesen Affen trainiert, ich hab das kennengelernt, wie die ausgewildert werden und so weiter.

02:47:52: Und in dieser Schubkarre, das gab's so einen Moment, wo die, da sitzen so, ich glaub, fünf, sechs Tiere pro Schubkarre.

02:47:59: In dieser Schubkarre saß auch einer, der hatte noch eine Kugel hinterm Auge stecken.

02:48:02: Da waren schlimme Fälle auch dabei.

02:48:06: Und dann gab es so, jetzt sagen wir mal, zehn Tierpfleger, zehn Schubkarn, fünfzig Affen.

02:48:11: Gehen in die Dschungelschule.

02:48:12: Alle halbstärker.

02:48:15: Hottentotten.

02:48:15: Die ärgern sich gegenseitig, schrauben unten die, schrauben am Rad los, die werfen Stöcker in die Speichen, die hauen den anderen, die ziebeln den anderen, die klauen der Tierpfleger in den Schlüssel.

02:48:24: Hottentotten.

02:48:25: In der Hottentotten darf man nicht mehr sagen, habe ich gelernt.

02:48:26: Entschuldigung, das ist kolonialistisch.

02:48:29: Wie bei Hempels und im Sofa.

02:48:31: Chaos.

02:48:32: So.

02:48:32: Chaos, Chaos auf Schubkarre.

02:48:36: Und dann gab es aber diesen einen Moment, kurz bevor es losging in die Dschungenschule, mit all diesen Schubkarren und diesen Affen da drauf, da standen die einfach nur rum.

02:48:45: Und ich, kennen eins dc, siebzig, zwuhhundert, zwuhacht, gehe auf die Knie in den Dreck, in die Feuerarmeisen, in den Staub, distanz, fünfzehn Meter, nehmen das Objektiv hoch, alle Affen glotzen mich an.

02:48:56: Das macht er da, die greifen ja auch nach dir, aber die waren zu weit weg.

02:48:59: Ich mache dieses Foto, bap, und guck so hinten auf dieses Display drauf.

02:49:03: und sehe diese fünf weisen Kinder da, in dieser Schubkarre.

02:49:09: Und das war so ein Schlüsselmoment wie damals von meiner Aquarienscheibe oder was weiß ich, solche Momente, wo ich dachte, fuck, Palmöl, Nutella, ich zu Hause, Nutellaglas, mit dem Löffel gegessen zur Hälfte, aufgeschraubt, Milch rein, offen gelassen in die Mikrowelle, ganz schlimm.

02:49:30: Nicht darüber nachgedacht, was meinen Griff in den Supermarkt.

02:49:35: ohne darüber nachzudenken.

02:49:37: Sechzehntausend Kilometer weiter an Leid auslöst.

02:49:40: Das habe ich nicht gewusst.

02:49:41: Und dann sitze ich da vor Ort, habe dieses Foto gemacht und dachte, es war so wirklich so, mal wieder, fuck.

02:49:49: Und ich weiß gar nicht, wie viele Momente, ich könnte es dir gar nicht sagen, in einer Zahl, wie viele solche Momente ich hatte.

02:49:54: Aber du kannst dir vorstellen, bei hunderten Missionen, tausenden Taucheinsätzen, hundertzweiunddreißig Ländern, hunderten Menschen, die ich getroffen habe, dutzende Missionen.

02:50:07: ... waren es viele solcher Momente, ... ... wo ich ... ... heute im Nachhinein sage, ... ... ich hätte so gerne ... ... eine Speicherkarte, ... ... also eine ganz kleine noch, ... ... aber mit ... ... fünfhundert zwölf Gigabyte.

02:50:17: Hier, Matze.

02:50:18: Steck dir die mal rein ... ... und dann ... ... scroll mal ein bisschen durch, ... ... dann würdest du vielleicht ... ... Dinge heute anders sehen.

02:50:23: Und alle ... ... Neonazis da draußen ... ... oder Menschen, ... ... die sich einen Schweineschnitzel ... ... auf den Grill legen ... ... oder Leute, die in Zoo gehen ... ... oder exotische Wildtiere einsperren, ... ... hier ist die Speicherkarte.

02:50:34: Und ich glaube, ... ... dass ihr dann anders denken würdet.

02:50:35: Wenn ihr das gesehen ... ... und erlebt hättet, was ich ... gemacht, gesehen und erlebt hab, gespürt, gerochen, in meinen Händen gehalten hab, verloren hab.

02:50:45: Wenn ihr das so durchlebt hättet wie ich, dann würdet ihr heute alle anders denken.

02:50:52: Das versuche ich immer zu vermitteln.

02:50:53: Das hab ich versucht mit diesem Buch zu machen.

02:50:56: Zum Beispiel.

02:50:57: Als einen Weg, diese Geschichten zu erzählen.

02:51:01: Und klar, muss ich da auch immer irgendeine Rolle spielen, wobei ich lieber hinter der Kamera bin und die Leute natürlich sagen, so ein Selbstverständnis geht so.

02:51:07: Nee, mir geht es um das Thema, mir geht es um das Tier, aber das muss ich ja über mich an euch dranbringen.

02:51:12: Das gehört leider dazu.

02:51:14: Und dann versuche ich das über solche Sachen.

02:51:16: Deswegen bedeutet mir das Buch sehr viel.

02:51:17: Ja, und es ist auch wahnsinnig gut gemacht.

02:51:20: Also, das liegt bei uns zu Hause gerade.

02:51:22: Danke.

02:51:22: Die ganze Zeit auf dem Couch-Tisch.

02:51:24: Und dadurch, dass das so ... Das Cover ... Mich spricht das erst mal nicht so sehr an, nur Fans, weil ich bin nicht

02:51:30: so ... Mich auch nicht.

02:51:31: Ich wollte das nicht so haben.

02:51:33: Aber ich hab einen Sohn, der findet das dann wiederum ganz cool.

02:51:36: Und darum geht's.

02:51:37: Genau.

02:51:37: Und dass man dann rumgleitet und guckt und so Sachen sieht.

02:51:41: Ich hab

02:51:41: mich über das Cover auch sehr gestritten.

02:51:43: Ich hab das ... Buch zwar alleine gemacht und mich gegen ein Verlag entschied.

02:51:46: Mein erstes Buch habe ich mit dem Verlag gemacht, habe gelernt, was da alles geht.

02:51:49: Und was nicht geht, ist auch völlig legitim.

02:51:51: Aber ich habe gesagt, ich kann das alleine besser.

02:51:53: Weil ich dann Dinge frei entscheiden kann.

02:51:56: Aus welchem Papier das ist, wo das hergestellt ist.

02:51:58: Das konnte ich entscheiden und ich will das immer so gut wie möglich machen.

02:52:00: Das konnte ich mit dem Verlag nicht.

02:52:02: Und bei dem Cover, ich habe gesagt, ich will da nicht drauf.

02:52:05: Ich will nicht, dass ich da drauf bin.

02:52:06: Es geht auf die Tiere.

02:52:07: Robert, nein.

02:52:08: Die Leute kaufen das aber wegen dir.

02:52:10: Ja.

02:52:10: Die kaufen es deine wegen.

02:52:12: Nicht, weil da ein Orang-Utan drauf ist.

02:52:14: Ich kaufe mir was, deine Geschichte ist.

02:52:16: Ich wäre mich innerlich immer noch dagegen, weil ich das auch in mir dieses Gefühl hatte, muss ich da als unbedingt drauf sein.

02:52:23: Silfersache.

02:52:24: Ja, Silfersache.

02:52:25: Ich hab mich damit auch irgendwie arrangiert.

02:52:26: Aber ich bin sehr stolz auf dieses Buch, weil auch da steckt so viel mehr drin.

02:52:30: Es ist ja mehr als nur ein Bildband.

02:52:31: Ich hab mir einfach unfassbar viel Mühe gegeben.

02:52:34: Und jedes Bild da drin hat Blut und Schweiß und Tränen.

02:52:40: Und ... Ich hab das alles selber finanziert.

02:52:42: Das hat mich eine Viertelmillion Euro gekostet, dieses Buch zu drucken.

02:52:46: Und es war das größte Risiko meines Lebens, finanziell.

02:52:50: Und ich hab gedacht, das kann ja auch scheitern, das geht schief.

02:52:52: Und ich hab zehntausend Bücher, was weiß ich, fuck, ich bin geliefert.

02:52:56: Vertrauen in die Community und muss mir überlegen, mit einem Bilderbuch, Spiegelbesteller, top ten.

02:53:02: Es ist nur kein rote Sticker drauf, weil ich gegen Plastik bin.

02:53:05: Und weil man das Ding bezahlen muss, den kleinen Spiegelbesteller.

02:53:07: ...

02:53:08: und du hast aber auch eine tolle Community, ... ... habe ich auch sehr Recherche gemerkt.

02:53:10: Die beste,

02:53:11: die mega beste.

02:53:12: Das ist sehr beeindruckend.

02:53:14: Das ist beeindruckend.

02:53:15: Ich hätte mir das ... ... würde ich mir das in einer Zeitmaschine ... ... zu meiner größten Struggle-Zeit ... ... mit fünfundzwanzig in ... ... in der Klinik oder ... ... sich selbst hinterfragen.

02:53:29: nach sechs Monaten ... ... in irgendeiner Bambushütte ... ... völlig abgekämpft ... ... Pleite ... ... von Waffen bedroht.

02:53:36: Was mache ich hier eigentlich?

02:53:37: Hätte jemand dann gesagt ... Robert, irgendwann folgen dir mal mehrere Millionen Menschen und du veränderst in Teilen die Welt für viele Tiere, für viele Menschen.

02:53:49: Du rettest Menschenleben, du rettest Tierleben.

02:53:52: Mach einfach weiter.

02:53:52: Halt noch ein bisschen durch.

02:53:53: Irgendwann wirst du erkennen, warum du das tust.

02:53:56: Aber es gab natürlich ganz viele Momente, wo ich mich gefragt habe, was mach ich eigentlich, was bin ich irre oder was.

02:54:02: Das gehört dazu.

02:54:03: Ja, meine Mutter sagt das schon mein ganzes Leben.

02:54:04: Was machst du da eigentlich?

02:54:05: Bist du eigentlich irre?

02:54:07: Ja, das sollte wir verstanden haben.

02:54:08: Robert, ich würde zu langsam schließen.

02:54:11: Wie du möchtest.

02:54:11: Und ich würde gerne so um das abzuruhmen.

02:54:17: Ich würde einmal wissen wollen, was müsste denn passieren, dass dieses Jahr, im Jahr ist es das beste Jahr deines Lebens werden.

02:54:26: Also, so hoch waren wir jetzt nicht greifen.

02:54:28: Das ist auch sehr hoch.

02:54:28: Das wäre krass, ja.

02:54:30: Lass uns mal sagen, es wird ein richtig okayes Jahr.

02:54:34: Das

02:54:34: wäre so geil.

02:54:35: Wenn es ein okayes Jahr wäre, wäre ich super zufrieden.

02:54:37: Was müsste passieren, dass wir uns im Dezember sprechen und du sagst Matze?

02:54:42: Das war echt okayes Jahr.

02:54:43: Das war

02:54:44: echt okayes Jahr.

02:54:46: Das Internet müsste ausfallen?

02:54:48: Unwahrscheinlich.

02:54:50: Erst mal noch unwahrscheinlich.

02:54:53: Na ja,

02:54:53: mal gucken.

02:54:54: Na ja, hybride Kriegsführung, die ist das.

02:55:01: Ich habe die Weichen gestellt.

02:55:03: Ich habe mich aus bestimmten Themen rausgezogen.

02:55:08: Ich habe bestimmte Menschen ziehen lassen.

02:55:13: Aktiv.

02:55:17: Wer es nicht gesehen hat, es war ein Wegwischen.

02:55:20: So.

02:55:21: Das ist ja auch manchmal schön.

02:55:22: Es ist manchmal schön zu sagen, danke, nein.

02:55:26: Bei Menschen fällt mir das leichter als bei Situationen, Missionen und Tieren, ne?

02:55:29: Also, genau.

02:55:31: Auch interessant.

02:55:31: Ja, ja.

02:55:32: Ich

02:55:32: frag mal die Therapeutel.

02:55:34: Ja, sie sagt auch manchmal.

02:55:35: Also immer, wenn sie so die Augen zusammen macht, denke ich, okay, das scheint nicht okay zu sein.

02:55:44: Ich würde es gerne schaffen, mehr Zeit für mich selbst zu haben.

02:55:48: Das wäre wirklich schön.

02:55:50: Ich würde gerne mal wieder was Schönes für mich machen.

02:55:52: Wirklich.

02:55:52: Ohne Scheiß, ich hätte so... Wollte

02:55:53: ich das?

02:55:54: Autokonfigurieren, danach kaufen und abholen.

02:55:57: Ich liebe Autos so unfassbar doll.

02:55:59: Wirklich, ich hab diese Fische gezeichnet in der Schule und Autos.

02:56:02: Ich liebe Autos mit jeder Faser meines Körpers.

02:56:05: Ich find die wunderschön, ich fahre sie gerne, ich liebe es.

02:56:08: Punkt.

02:56:09: Ich würde mich gerne mit Autos beschäftigen, ich würde sie gerne umbauen, ich würde gern was dran schweißen, ich würde sie gerne folieren, ich würde sie gerne packen und damit ins Outback fahren.

02:56:17: Alles, was man geil ist mit dem Auto machen.

02:56:19: Ich bin kein Schnellfahrer, kein Raser, ich hasse sowas.

02:56:21: Du musst auch mit JP was zusammen machen.

02:56:23: Ja, das finde ich ganz gut.

02:56:24: Also, ich gucke diese ganzen Auto-YouTuber und so, ich folge ihn auch ein.

02:56:27: Ja.

02:56:27: Das wissen die auch alle.

02:56:29: Aber das ist ja immer die Crooks.

02:56:30: Ich dachte, du bist Umweltschützer.

02:56:32: Was hast du mit Autos zu tun?

02:56:36: So.

02:56:36: Aber man muss ja auch mal was Schönes haben.

02:56:37: Und meine Community akzeptiert das auch.

02:56:38: Also, ich würde gerne irgendwas mit Autos machen.

02:56:42: Übrigens, Auto waschen für mich Meditation.

02:56:45: Ich möchte gerne mehr Zeit für mich haben.

02:56:47: Ich möchte gerne ... dass es meinem Team gut geht.

02:56:51: Das wäre dann auch ein okayes Jahr, dass keiner verletzt wurde, weil ich lasse dieses Jahr das erste Mal alleine auf eine Mission, weil ich gesagt habe, ich komme nicht mit.

02:56:58: Ich komme nicht mit.

02:56:59: Aktive Entscheidung, ganz krass.

02:57:01: Wie, als ob man vielleicht, vielleicht ist das so, ich weiß das ja nicht, wie wenn man Kinder ziehen lässt.

02:57:06: Das muss, so fühlt sich das für mich an.

02:57:08: Ich habe aber auch wahnsinnige Angst um die.

02:57:11: Ich weiß aber, dass sie gut ausgebildet sind.

02:57:13: Und dass ich da ... ... eine schützende Hand, immer noch so ein bisschen drauf habe.

02:57:16: Aber die müssen ja auch frei sein.

02:57:17: Unbedingt.

02:57:18: Wie heißt das ihr?

02:57:18: Flügel und ... ... das andere.

02:57:20: Ja,

02:57:20: das andere.

02:57:21: Beides.

02:57:22: Genau.

02:57:23: Wozelt und Flügel.

02:57:24: So.

02:57:25: Flügel jetzt.

02:57:26: Mal gucken, wie das so läuft.

02:57:28: Ich will einfach weniger machen.

02:57:31: Was habe ich mir fest vorgenommen.

02:57:32: Ich möchte mehr das machen, was mir gut tut.

02:57:35: Ich frag mich mal ... ... im Dezember, ob ich ... ... mein Garten bearbeitet habe.

02:57:39: Weil ich will so gerne am Garten, aber ich liebe Gärtnern.

02:57:42: Ich finde das so geil.

02:57:43: Pflanzen eingraben, ausgraben, umsetzen, gestalten, düngen, dies, das, ich liebe Garten.

02:57:48: Gartenarbeit beste.

02:57:49: Du bist draußen, du bist bei dir selber, du machst was Konstruktives, du kannst es hinterher essen, keine Ahnung.

02:57:54: Also, es sieht schön aus, ich liebe es.

02:57:56: Oder es ist für die Vögel gut oder für den Marder oder den Dachs, was weiß ich.

02:57:59: Also, Lehmann will Autos waschen, Autos konfigurieren und was in Garten und Unkraut jeden.

02:58:04: So.

02:58:05: Damit haben wir es doch schon.

02:58:07: Das ist

02:58:07: gut.

02:58:08: Ich würde gerne vielleicht auch so ein Zukunftsziel haben, davor scheue ich mich manchmal noch so ein bisschen, mir mal was buchen für mich.

02:58:15: Keine Mission.

02:58:15: Ich will keinen Flug buchen zu einer neuen Mission.

02:58:18: Ich würde gerne mal einen Flug buchen, wo ich weiß, ich gehe jetzt in die Bacher Kalifornie, ich fotografiere jetzt... Das Jagdverhalten von Segelfischen.

02:58:25: Ich muss nicht hinterher ein Buch draus machen.

02:58:27: Ich muss nicht mit dem Film nach Hause kommen.

02:58:28: Ich muss nicht das beste Foto der Welt schießen, um den nächsten Wettbewerb zu gewinnen.

02:58:31: Oder kennen einen besser dazu bleiben.

02:58:32: Oder die Community zur Beeindruckung.

02:58:34: Ich will da einfach nur hin, weil ich das sehen möchte.

02:58:36: Ich möchte das so gerne erleben, spüren und sehen, wie den Blauwahl.

02:58:40: Ich möchte dieses, das nochmal spüren, dieses Unbeschwerte, Unschuldige.

02:58:45: Ich bin im Moment bei diesen Tieren und darf das für mich... erleben und nicht für andere.

02:58:50: Ich will nicht wieder eine Geschichte erzählen müssen, um die Welt zu retten.

02:58:53: Ich will das nur für mich haben.

02:58:55: Das traue ich mich noch nicht.

02:58:56: Bin dabei.

02:58:57: Ich würde so als Ankerpunkt zu wissen, ich mach das.

02:59:01: Ich hab's jetzt gebucht.

02:59:02: Fuck it, ich mach das jetzt.

02:59:04: Das wär schön, dann wär's ein gutes Jahr.

02:59:06: Mein Team kommt durch, ich komm durch, der Hund überlebt.

02:59:10: Das sieht aber gut aus.

02:59:12: So, und jetzt hast du dein okayes Jahr skizziert, dann würd ich gern wissen wollen.

02:59:18: Das gucken wir jetzt und hören bestimmt ganz viele Leute.

02:59:20: Könnte sein, manchmal.

02:59:23: Was wünscht du dir von denjenigen, die das jetzt hören und sehen?

02:59:27: Wie könnte man dich dabei unterstützen?

02:59:30: Ganz einfach.

02:59:31: Also es ist eigentlich wirklich ziemlich easy.

02:59:33: Also man muss so alte Strukturen aufbrechen, sich selbst mal hinterfragen, so wie ich das auch getan habe.

02:59:37: Wenn ihr ein Aquarium zu Hause habt, wenn ihr irgendein exotisches Tier einsperrt, weil ihr das schön findet, wenn ihr noch gerne in den Zoo geht oder eine Orca-Show, wenn ihr euch ... ein Schweineschnitzel auf den Grill legt.

02:59:49: Dann denkt mal und wirklich denkt mal wirklich darüber nach warum tut ihr das?

02:59:56: Und wie würde sich das Tier dabei fühlen?

02:59:58: Wie wäre das, wenn ihr dieses Tier wert?

03:00:00: Habe Kerkeling, weil ich das Buch oder was ist da oben gesehen habe.

03:00:04: Der hat mal so einen schönen Satz gesagt.

03:00:06: Behandel immer ein Tier so, als wenn im nächsten Leben das Tier für dich verantwortlich wäre.

03:00:13: Holy fuck.

03:00:13: Oh, der ist gut.

03:00:14: Das ist ein geiler Satz.

03:00:15: Den lieb ich.

03:00:15: Den kann man sich tätowieren lassen, weil er wirklich gut ist.

03:00:18: Ich liebe ihn.

03:00:19: Und eh ein geiler Typ.

03:00:21: Aber das ist das, was ich immer als Letztes in meinen Livestreams sage.

03:00:27: Seit lieb zueinander, seit lieb zu euch und vor allen Dingen zu Tieren.

03:00:31: Das ist alles, was ich mir wünsche.

03:00:32: Gestern habe ich so eine Fragerunde auf Instagram gemacht im Zug.

03:00:35: Und da kam auch die Frage, wenn du nur einen Wunsch freierst, das wäre es.

03:00:39: Seit einfach lieb zueinander.

03:00:41: Zu euch und auch zu Tieren.

03:00:43: Und was wünschst du dir, jetzt hast du dir was für die Tiere gewünscht, was ich teuer finde.

03:00:47: Und was wünschst du dir für dich?

03:00:50: Also was, wenn du jetzt, wenn das so viele Menschen hören und sehen, einfach einen Wunsch, einen persönlichen.

03:00:58: Wie kann man dir helfen?

03:01:00: Mir könnte helfen, indem ihr die Geschichten erzählt, die ich so erzähle, die die weiter tragt, indem ihr die euren Kindern erzählt von den Orang-Utans vom Tiger.

03:01:14: vom Blauwahl, vom Orkham.

03:01:17: Das wäre schön, wenn ihr euren Kindern, wenn ihr sie nicht nur so liebt und so beschützt, als ob ihr Leben davon abhängt, was nämlich tatsächlich so ist und was ihr tun solltet, sondern wenn ihr in den Begriff Freiheit gut erklärt, was es bedeutet frei zu sein, nicht nur für einen Menschen, sondern auch für ein Tier.

03:01:35: Und wenn ihr den Begriff... Nicht nur Freiheit definiert, sondern auch, wenn ihr den Begriff erzählt, was ein wildes Tier ist.

03:01:41: Ist was anderes als ein Haustier oder Nutztier.

03:01:44: Den Begriff hasse ich eh.

03:01:45: Aber was es bedeutet, ein Wildtier zu sein.

03:01:47: Ich wünsche mir, dass die Leute verstehen, weil ich glaube, das haben viele noch nicht so richtig verstanden.

03:01:51: Und dann würdet ihr mir noch helfen und jedem anderen Menschen auch einem Donald Trump, einem Putin, einem Matze und mir.

03:01:59: Ihr würdet uns helfen allen gleich.

03:02:01: Nicht weniger wert oder so wie ein Baum zum Beispiel pflanzt.

03:02:04: Das finde ich eine ganz schöne Sache.

03:02:06: Ich fände gut, wenn ihr keine Schweine mehr eft, weil das wirklich eine schlimme Sache ist oder auch andere Tiere, wenn man sich über seinen eigenen Konsum Gedanken macht.

03:02:16: Und das Schöne ist, wenn ihr sowas alles macht, wenn ihr sagt, ich denke jetzt mal nach, ich benutze das Gehirn, was mir vom Spaghetti Monster gegeben ist oder von meinen Eltern.

03:02:26: Und ich setze das wirklich aktiv ein und ich mache jetzt mal was Gutes für die Welt, dann ist das nie schlecht, weder für euch noch für die Welt.

03:02:33: Wenn ihr ein Baum pflanzt, ist das nicht schlecht für die Welt.

03:02:36: Wenn ihr eure Ernährung umstellt zu weniger Tierleid, ist das nicht schlecht für euch oder die Welt.

03:02:41: Wenn ihr euren Kindern ein Freiheitsbegriff definiert, dann ist das super für die Welt und für eure Kinder.

03:02:46: Wenn ihr euren Konsum überdenkt und sagt, warte mal, was steht da hinten drauf?

03:02:52: Das ist gefährlich für Gewässer.

03:02:53: Das lasse ich mal stehen.

03:02:54: Ich kaufe mir das, was nicht gefährlich für Gewässer ist.

03:02:56: Das ist ein ganz einfaches Switch.

03:02:57: Ich will ja nichts verbieten.

03:02:59: Ich will nicht, dass ihr mit etwas aufhört.

03:03:01: Ich will, dass ihr... euch verändert, so wie ich mich verändert habe, weil ich glaube, dass das der richtige Weg ist.

03:03:05: Reflektieren und verändern.

03:03:07: Für die Welt, für die Zukunft, für die Tiere, für eure Kinder, wie auch immer.

03:03:11: Ihr müsst einfach darüber nachdenken, was ihr so tut.

03:03:13: Die Zeit müsst ihr euch nehmen.

03:03:15: Und denkt immer an diese kleine Speicherkarte.

03:03:17: Die könnt ihr euch jede Nacht kurz vorm Schlafen gehen, kurz einlegen und euch eine Geschichte aus meinem Leben ausdenken.

03:03:22: und so ist sie gewesen.

03:03:24: Macht das mal.

03:03:26: Ist immer gut für alle.

03:03:29: Es ist wirklich faszinierend, dass es den... Also es fällt dir offensichtlich total schwer, dir einfach mal was für dich zu wünschen.

03:03:35: Weil das war auch wieder fürs große Ganze.

03:03:38: Also ist es auch okay.

03:03:41: Was soll ich mit den von den Leuten wünschen, Matze?

03:03:43: Keine Ahnung.

03:03:44: Guck mal, es ist ja auch unrealistisch.

03:03:46: Es kann man jetzt ja nicht wünschen.

03:03:48: Bitte schickt mir keine Tierquäler-Videos mehr, die mich belasten.

03:03:54: Bitte schreibt im Internet nicht, Lehmann ist bei diesem Projekt nicht dabei, das scheint ihm wohl nicht wichtig zu sein.

03:04:03: Warum darfst du das nicht wünschen?

03:04:05: Weil es unrell ist.

03:04:06: Das machen

03:04:07: die Leute auch

03:04:08: eh.

03:04:08: Aber die sind ja auch nicht dumm.

03:04:09: Die hören doch kluge Leute zu.

03:04:11: Das ist ja das Problem.

03:04:13: Das ist ja preaching to the choir.

03:04:14: Die Leute, die dir zuhören und mir, das sind ja in der Regel nicht die dümmsten, würde ich jetzt mal behaupten.

03:04:19: Das sind ja informierte Menschen, die interessiert sind an der Welt, an Themen, an Komplexität.

03:04:26: Das sind ja nicht ... Ich will nicht immer dumme Menschen beschen, aber dumme Menschen hören sowas nicht.

03:04:31: Nein, aber trotzdem, ich war auch mit meinem Sohn und auch mit anderen im Zoo.

03:04:37: Du würdest

03:04:38: heute bestimmt mit dem anderen Auge definitiv

03:04:40: ... Dacht nach dem Gespräch definitiv.

03:04:42: Und auch nach deinen Büchern und Videos.

03:04:44: Das sind auf jeden Fall andere Sachen.

03:04:45: Und deswegen, man kann, egal ob man jetzt ... Das spielt ja Schulbild und keine Rolle, ob man jetzt das oder jenes ist, man kann immer etwas dazulernen und vor allen Dingen ... Du hast so viele Sachen in der Welt gesehen, die, ich würde sagen, niemand von dem, also niemand, der das jetzt sieht, hat das so gesehen, wie du.

03:05:03: Nein.

03:05:05: Und deswegen nimmt man sich immer ein Stück weit mit.

03:05:08: Wie viel das ist, ist das,

03:05:10: das

03:05:10: liegt ja

03:05:10: nicht.

03:05:10: Okay, dann äußere ich jetzt einen Wunsch.

03:05:12: Dann ist es das, was ich vielleicht auch heute mitnehme aus diesem Gespräch, versucht mich doch einfach zu verstehen.

03:05:22: Ich habe eine letzte Frage.

03:05:23: Ja.

03:05:23: Und das

03:05:24: ist immer die letzte Frage.

03:05:25: Ich frage jeden Gast, was er oder sie auf eine große Plakatwand am Alexanderplatz schreiben würde.

03:05:31: Ah, seid lieb zueinander, finde ich großartig.

03:05:33: Macht es bitte.

03:05:34: Kann das mal jemand dahin schreiben, bitte?

03:05:35: Seid einfach verdammt.

03:05:36: nochmal fucking lieb zueinander.

03:05:38: Das ist doch nicht so schwer.

03:05:40: So, das ist dieser Satz.

03:05:41: Der muss da so genau so stehen.

03:05:43: Bitte.

03:05:43: Ja.

03:05:44: Das wär doch so einfach.

03:05:45: Dann wär alles geil.

03:05:46: Guck mal, dann hätten wir keine Probleme mehr.

03:05:47: Wenn alle Menschen lieb zueinander wären.

03:05:50: Wär geil.

03:05:51: Das wär die Lösung aller Probleme.

03:05:52: So ist es, ehrlich.

03:05:55: Dann sei mal lieb zu dir selbst, lieber Robert.

03:05:58: Ich versuch's

03:05:59: mal.

03:06:00: Es war wirklich klasse, dass du heute hier warst, dass du so deine Speicherkarte rausgetan hast, wenn du mal so rüber gereicht hast und in den Eter.

03:06:09: Vielen, vielen Dank.

03:06:10: Und ich wünsche dir ein richtig, richtig okayes Jahr.

03:06:13: Oh,

03:06:13: das wär so geil.

03:06:14: Matze, vielen Dank.

03:06:15: Das war ein sehr schönes Gespräch und danke, dass du das so ruhig begleitet hast, weil normalerweise bin ich nach dem Podcast immer super aufgepeitscht und auch echt fertig.

03:06:23: Heute ist echt okay.

03:06:24: Das

03:06:24: freut mich.

03:06:24: Heute ist echt okay.

03:06:26: Dann ...

03:06:27: alles okay.

03:06:28: Guter Jahresstadt für ein okayes Jahr.

03:06:29: Sehr gut.

03:06:30: Vielen Dank.

03:06:31: Danke dir.

03:06:37: Das war Robert Marke Lehmann.

03:06:38: Vielen, vielen herzlichen Dank fürs Zuschauen und auch zuhören.

03:06:41: Die Folge hat bei mir einiges bewegt.

03:06:44: Zwei Sachen unter anderem.

03:06:46: Das eine ist wirklich ... Das hab ich in dieser Folge noch mal so richtig verinnerlicht.

03:06:52: Die würde, dass die eben nicht beim Menschen aufhört.

03:06:55: sondern auch für die Tiere gelten sollte.

03:06:58: Und ja, wie schnell ich auch, muss ich sagen, mal hier so eine Fruchtfliege, einfach so den Darmdorf drück und sagen, ja, die nervt mich jetzt und weg damit.

03:07:07: Und das er dann sagt, ja, Fruchtfliegen haben Träume.

03:07:10: Und ja, dass man das dann einfach so wegwischt.

03:07:15: Ich bin größtenteils vegetarisch unterwegs, aber ich finde diesen Gedanken wirklich, wirklich sehr schön und sehr, sehr wichtig.

03:07:21: Und ich hoffe, dass ich den auch noch so weiter tragen kann.

03:07:25: Da bin ich sehr, sehr dankbar für diesen Impuls, für diesen Gedanken, für diesen wichtigen Gedanken.

03:07:31: Und das andere, das zweite ist, ich glaube, wir haben ja alle oder viele von uns sicherlich gerade das Bedürfnis, etwas zu tun, etwas zu machen, damit es nicht weiter so beschissen ist.

03:07:42: der Planet nicht kaputt geht, damit die Gesellschaft nicht kaputt geht.

03:07:46: Und es ist dann natürlich auch gerade für die Leute, die das schon machen, ist es echt schwer.

03:07:51: Dieses Nein ist echt schwer, weil es was wiegt.

03:07:54: Und wir haben dann manchmal Ansprüche an die Leute, die schon was machen, ob das Aktivisten, Aktivistinnen sind oder aber auch Politiker, Politiker, also Menschen, die schon sagen, ich versuch mich darum zu kümmern.

03:08:04: Und dann ist man in gewisser Weise, das kenne ich auch von mir manchmal so unbarmherzig, aber es ist eben wichtig, wie im Flugzeug auch, dass man die Maske, wenn was passiert zuerst, selber nimmt dann den Nachbarn und dann weiter.

03:08:19: Und es ist natürlich auch wichtig, dass die Menschen, die sich schon einsetzen, dass die sich auch mal eine Pause gönnen, dass die auch mal Nein sagen dürfen, Nein sagen müssen.

03:08:30: Und es gilt natürlich auch... Ja, wenn man selber sagt, ich will mich um den und die Person kümmern, vielleicht ist jemand krank im Umfeld oder kümmert

03:08:37: man sich, aber man muss eben auch gucken,

03:08:39: dass man sich auch um sich selber kümmert und nicht vergisst, dass man selber auch Sauerstoff braucht.

03:08:46: Das ist mir in diesem Gespräch auch sehr, sehr deutlich geworden.

03:08:50: Ich bin gespannt auf eurer Feedback.

03:08:51: Ich würde mich total freuen, wenn ihr diese Folge teilt.

03:08:54: Ich glaube, da war ganz, ganz viel drin, was viele Menschen hören sollten.

03:08:56: Vielen herzlichen Dank.

03:08:58: Herzlichen Dank an Lena Rocholl für die Redaktion.

03:09:00: Anmachs mir ein Frisch für die Produktion und ein Mitvergnügen für die Distribution und Vermarktung.

03:09:05: Und wenn ihr Lust habt auf eine weitere Folge, dann möchte ich euch die Folge mit einem anderen nicht so leicht nein sagen dem empfehlen.

03:09:12: Und zwar ist das Felix Dobrigt.

03:09:14: Haben wir auch kurz drüber gesprochen.

03:09:15: Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.

03:09:16: Eine gute Nacht.

03:09:17: Auf bald.

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