Tupoka Ogette (2026) - Warum sollten wir unsere Geschichte erzählen?
Shownotes
Tupoka ist eine der bekanntesten deutschen Vermittlerinnen für Rassismuskritik, Autorin und Speakerin.
Ich wollte von ihr wissen, wie das Schreiben ihres neuen Buches “Trotzdem zuhause” ihren Blick auf Erlebtes verändert hat – und warum sie sich entschieden hat, dieses Memoir, wie sie es selbst nennt, zu schreiben.
Wir sprechen über Körpergedächtnis, Trauma, Mut, Heilung und Vergebung. Es geht darum, wie wir unsere Vergangenheit für unsere Zukunftsgestaltung nutzen können, warum Mut oft aus Angst erwächst und wieso Heilung nicht linear ist.
WERBEPARTNER & RABATTE: https://linktr.ee/hotelmatze
MEIN GAST: https://www.instagram.com/tupoka.o/
DINGE: Tupokas aktuelles Buch: https://bit.ly/3OFcGyn
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Exit Racism: https://bit.ly/4r0Z0Ls
Annie Ernaux - Die Jahre: https://bit.ly/4skbwa9
Roxane Gay - Hunger: https://bit.ly/4skct2d
Bessel van der Kolk - The Body takes the score: https://bit.ly/3OONNAe
Peggy Kurka - Das blaue Kind: https://bit.ly/46x2SN0
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Uwe Johnson Jahrestage: https://bit.ly/4ccEPqh
Alice Hasters - Anti Opfer: https://bit.ly/4aCpcqY
Gislèle Pelicot - EIne Hymne an das Leben: https://bit.ly/3MO5SOo
Brené Brown - Verletzlichkeit macht stark: https://bit.ly/4l4DFj8
Maya Angelou - I Know Why The Caged Bird Sings: https://bit.ly/4aZKXQB
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FACTS: Rassistische Diskriminierungen in Deutschland 2024 / Statista: https://bit.ly/4ske48d
Lukas Hambach - Produktion Lena Rocholl - Redaktion Mit Vergnügen - Vermarktung und Distribution
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Transkript anzeigen
00:00:00: Durch dieses Bereitstellen von eigenen Erfahrungen, so verletzlich das ist und da kommen wir ja vielleicht auch noch hin.
00:00:06: Ist es eigentlich auch ein Versuch, einen Resonanzraum aufzumachen?
00:00:10: Eine Tür auf zu machen und zu sagen hey!
00:00:12: Das ist mir passiert.
00:00:13: ich lade dich jetzt ein das mal zu erleben aber Ich bin eigentlich total gespannt darauf was du erlebt
00:00:18: hast.
00:00:21: Willkommen zu der Matze.
00:00:22: Mein heutiger Gast ist Tupok Augetis, sie ist eine der bekanntesten deutschen Vermittlerinnen für Rassismuskritik.
00:00:27: Sie ist Autorin und Speakerin und gerade ist ihr neues Buch, Ihr Memoir trotzdem Zuhause erschienen und darin zeigt sie sich radikal verletzlich und zutiefspersönlich und ganz anders als ich sie bisher wahrgenommen habe.
00:00:40: Wir sprechen über die Narben ihres Lebens, es geht um die Narbe, die ihre Kindheit hinterlassen haben.
00:00:45: Sie ist als schwarzes Mädchen erst in der DDR und dann im Westen aufgewachsen.
00:00:49: Es geht um das Schweigen über einen Missbrauch Und es geht meine toxische Beziehung.
00:00:56: Sehr schwere Themen an sehr berührendes Gespräch Aber es geht vor allen Dingen auch um Vergebung und wie sie trotz allem Trotzdem zu sich selbst gefunden hat.
00:01:05: Ich wünsche euch viel Vergnügen Im Hotel Matze mit Toboka Orget.
00:01:15: Wie geht's dir heute?
00:01:16: Oje oje.
00:01:20: Gut, mir geht es heute gut.
00:01:22: Mir ist kalt Berlin ist kallt Ich bin etwas überdrüssig das berliner winters.
00:01:28: ich habe heute morgen aber schon meinen morning walk gemacht.
00:01:30: ich mache irgendwie seit acht oder neun Monaten Mache ich so jeden Morgen direkt nach dem aufstehen.
00:01:35: eine halbe stunde gehe ich Flottspazieren würde ich sagen also fünfzehn Minuten Einrichtung fünfzehnten zurück und Das ist total gut weil ich geh irgendwie Anderslos, als ich wieder zurückkomme.
00:01:46: Ich bin so ein richtiger Morning Grump also don't talk to me.
00:01:51: So gar nicht und dann gehe ich auf diesen Walken komme ich wieder und dann bin ich irgendwie ready für den Tag Und das ist noch nicht so lange her wie es ist jetzt auch erst elf Uhr.
00:01:59: Das heißt das wirkt noch nach und ich habe auch keine Nachrichten gehört bis jetzt.
00:02:05: Aber das freut mich voll.
00:02:06: Ja mir geht's gut Wie gehts dir?
00:02:09: Ich bin doch nicht angekommen.
00:02:10: im Jahr hab' ich das Gefühl Und...
00:02:14: Das habe ich dich, glaube ich in einer anderen Folge schon hören sagen.
00:02:17: Ja!
00:02:18: Das zieht sich,
00:02:19: scheint sich... Und heute August sagt er ja?
00:02:23: Nein, ich bin noch nicht so richtig angekommen.
00:02:25: Aber das hat, glaube auch mit.
00:02:26: Ich war Fasten Dann war ich hier dann war ich wieder weg.
00:02:30: Es ist irgendwie bis es jetzt sich noch nicht So ein Okay diese Woche ist wie die letzte Woche Wie die.
00:02:35: letztlich mag das total wenn es irgendwie so täglich grüßt dass Murmelt hier ist Bin einem großer Fan Von so Rhythmen.
00:02:44: Wenn man die dann eine Weile hat, weiß ich, jetzt bin ich in einer Spur und die hab' ich noch nicht richtig gefunden.
00:02:48: Dann bist du in dem Trottel.
00:02:49: Ja, ich verstehe ... Ich find's voll gut, dass du gefragt hast wie gehts dir heute?
00:02:53: Weil das mach ich auch immer, weil diese offene Frage, wie geht es dir, finde ich zur Zeit auch nicht leicht mit all den Dingen, die so los sind, privat und auch in der Welt.
00:03:02: Deswegen Fokus auf den Mikrokosmos!
00:03:06: Ich habe beim Fasten dein Buch gelesen
00:03:08: trotzdem zu Hause.
00:03:08: Hat's ne gute Entscheidung.
00:03:12: Das war, also es hat mich an ganz vielen Stellen mit ganz verschiedenen berührt.
00:03:17: Und wenn man fastet ist man ja noch offener und ich glaube das war genau richtig weil du wahnsinnig offen bist in dem Buch und man selber ist dann auch offen und es ist irgendwie wie so okay.
00:03:26: dann begegnen sich zwei die sind jetzt Wahnsinnig Offen nur gab es wirklich, es ist kein Buch was man so wegließt.
00:03:35: Also das ist ein Buch wo man viel gelesen Pause gemacht, bin spazieren gegangen weiter gelesen und deswegen hast du mich so den Januar in so zehn Tagen immer wieder begleitet.
00:03:46: Und es hat mich vor allen Dingen also das eine ist ja eine Geschichte ein Memoir einer Person und das andere ist dann auch.
00:03:57: was mich berührt hat ist wir kennen uns ein bisschen man trifft sich ein paar mal das haben wir mit vielen Menschen und wir wissen aber dann doch irgendwie sehr wenig.
00:04:10: Und das ist etwas, wo ich mich nach dem Lesen so fragte.
00:04:13: Wie ist es eigentlich mit den Geschichten von all den anderen Menschen?
00:04:16: Die ich so zehnmal getroffen habe in meinem Leben.
00:04:19: Was ist denn da noch alles so da?
00:04:21: und wir haben ja unsere Narrative auch dann erzähl mir ein bisschen hier auch Ja klar Ich bin auch ein bisschen an DDR aufgewachsen und dies und so und also.
00:04:29: aber wenn man so mal so richtig reinzoomt Dann passiert da was ganz anderes.
00:04:35: Du sagst richtig viele Dinge die mir gut gefallen.
00:04:39: dass eine ist was ich spannend finde, dass du sagst, als du Pausen machst.
00:04:42: Weil das Feedback der Menschen, die es bisher gelesen haben ist entweder ... dass sie das so gemacht haben wie du.
00:04:48: Also lesen und dann wieder erst mal durchatmen, spazieren gehen oder Menschen, denen nicht aufhören konnten.
00:04:54: Die irgendwie gesagt haben, ich konnte's nicht weglegen.
00:04:56: Ich hab die halbe Nacht gelesen oder mein Kind später in den Kindergarten gebracht oder so.
00:05:01: Das find ich spannend als schreibende Person.
00:05:04: Und dann also dieses Genre-Memoir Das hat ja so ein bisschen ... In Deutschland kennt man das gar nicht so gut.
00:05:12: Ich hab das Gefühl, es gibt irgendwie nicht eine richtige Vorstellung, was die Memorien sind.
00:05:16: Man denkt immer, das ist am Ende des Lebens, schaut eine Person zurück und dann geht sie chronologisch vor im englischen Kontext.
00:05:28: Ist das total populär?
00:05:29: Und das hat als Motto, life is stranger than fiction.
00:05:34: Ja.
00:05:35: Also dass es eigentlich diese Diese fiktionale Erweiterung, die Romane dann haben, braucht es eigentlich gar nicht.
00:05:41: Weil das Leben an sich schon ziemlich strange ist und das fand ich total faszinierend und spannend.
00:05:46: Und es bezieht sich auch immer nur auf einen bestimmten Lebensabschnitt.
00:05:50: Gar nicht auf das ganze Leben und es ist auch überhaupt nicht... Also es ist oft auch sehr literarisch und es hat auch einen bestimmte thematischen Fokus.
00:05:59: Das fand ich voll spannend!
00:06:01: Was ich auch total spannend finde, ist dass du gesagt hast was du dabei erlebt hast Und ich glaube, durch dieses Bereitstellen von eigenen Erfahrungen.
00:06:11: So verletzlich das ist und da kommen wir ja vielleicht auch noch hin ... Ist es eigentlich auch eine Versuch einen Resonanzraum aufzumachen?
00:06:18: Weißt du so die Tür auf zu machen und zu sagen hey, das ist mir passiert!
00:06:22: Ich lade dich jetzt ein, das mal zu erleben aber ich bin eigentlich total gespannt darauf was Du erlebt hast und was die Lesenden erlebt haben.
00:06:30: deswegen freue ich mich und bin total gespannt auch zu hören.
00:06:35: Eigentlich würde ich echt gerne so intervieren.
00:06:37: Aber wer da sagt, wir haben alle Geschichten und das ist mein Wunsch, dass man in einen Interpretationsraum geht und dann merkt, krass, da kann ich voll andocken oder nee, das irritiert mich oder da muss ich vielleicht mit weinen oder da lache ich mich auch kaputt weil ich auch Backstreet Boys-Fan war oder so, keine Ahnung.
00:06:54: Und da hab' ich die DDR aber so uns so erlebt... Also was da passiert?
00:06:58: Das finde ich spannend!
00:06:59: Mich hat es zum ersten Mal richtig überrascht als ich Annie Arnor gelesen habe Und ich dachte, okay.
00:07:04: Ich bin ein Mann und viel jünger in einer ganz anderen Zeit.
00:07:09: Ich hab erst mal so auf dem Zettel nicht so viel mit ihr zu tun.
00:07:13: Und trotzdem ... Das war dann die Jahre, mein ich, Ihr Buch.
00:07:17: Und es öffnet genau das Wasser.
00:07:19: Es öffnete plötzlich eine Tür zum eigenen Tagebuch.
00:07:23: Ja.
00:07:23: Das ist irgendwie was ... Ich kann's mir nicht erklären, warum das so ist, wenn wir Geschichten von anderen hören.
00:07:29: Es ist ja nicht so, dass ich denke... Ja, jetzt wird schreibt's mir egal.
00:07:33: Meine Geschichte ist ja so spannend aber trotzdem es öffnet sich wie ein Tor und dann ist man während man das liest in der Welt von dir oder von Andy Arnaud oder Klaus Gart und auch in seiner eigenen Geschichte.
00:07:48: Das berührt irgendwas ganz Verrücktes finde ich.
00:07:50: Mir ging das vorher auch so... Oder die Inspiration generell Memoir zu lesen ging bei mir über Roxane Gay.
00:07:58: Ich weiß nicht, ob du Roxane gay kennst?
00:08:00: Eine schwarze Autorin aus den USA, die ein Buch geschrieben heißt, das heißt Hunger oder Hunger.
00:08:06: Es ist ihr Memory und hat auch noch viele ganz andere tolle Sachen geschrieben als eine Feministin Und die schreibt über ihren Körper und was sie erlebt hat und dass sie vergewaltigt wurde als Kind und die Folgen dessen usw.
00:08:19: Das hat mich total berührt weil ihr, dass eben auch total gut gelungen ist.
00:08:23: Man tritt dann ein und ich glaube das ist irgendwie ganz normal, dass man dann eintritt in so einen Raum wenn es gut gemacht ist und dann entweder so'n Spiegel entdeckt und denkt ja stimmt da sagt mal jemand was für mich noch nicht sprachfähig vorher war oder ich dachte immer das habe nur ich erlebt.
00:08:39: aber krass dass sie das auch erlebt hat.
00:08:41: oder du lernst etwas Neues Und denkst du, krass.
00:08:44: Ich hab das aber ganz anders erlebt.
00:08:47: Wenn da so ein Spannungsfeld entsteht in dem Lesen ... Dann ist Memoir ja auch auf eine Art wie ne Wissensdatenbank mit Seele oder so.
00:08:59: Der stimmt!
00:09:01: Anstatt zu sagen ich komme aus einer Schreibtradition wo ich quasi Sachbuch antizipiert habe, was könnten andere Personen denken und sagen tun?
00:09:13: Also in meinem Fall Exit-Racism oder rassismuskritische Bücher wo ich irgendwie weiße Menschen vor allen Dingen nicht nur eingeladen hab auf diese Reise.
00:09:21: aber da musste sich immer denken.
00:09:23: Was denkt der Andere?
00:09:24: Was könnte die andere Person denken?
00:09:26: Was könnt ihr die anderen Person sagen?
00:09:27: Und habt dann so Antworten gegeben.
00:09:28: Ist so aufschlauen!
00:09:30: Ja es ist halt so.
00:09:31: genau das ist ja eine Weiterbildung auf einer Art.
00:09:33: ne Aber das Memoir, finde ich ist ganz anders.
00:09:36: Es ist eher so ... Okay, ich mach mal meinen Herz auf und meine Erinnerungen und ... gebt es so hin?
00:09:44: Stell dir das so hin!
00:09:45: Und lad dich ein da rein in den Raum und mal gucken was du dann erlebst.
00:09:49: Vielleicht entstehen daraus Gespräche und vielleicht entdecken wir auch nicht nur individuelle Dinge darin also was uns individuell passiert sondern auch gesellschaftliche Muster.
00:09:58: Also am Ende doch irgendwie
00:10:01: Lernet man was wieder?
00:10:01: Lernt
00:10:02: man auch wieder etwas, weil man merkt das Thema Mutterschaft.
00:10:07: Alleinerziehend sein.
00:10:09: Weiß ich nicht ganz viele verschiedene... Ich bin wieder Backstreet Boys-Fandom!
00:10:14: Das ist wirklich ein Ding.
00:10:16: Da hab' ich schon jetzt einige meiner Gruppe gefunden.
00:10:21: Du
00:10:21: führst auf falsche Fährten wenn du hier schon zweimal über dein Buch um Backstreets Boys bist.
00:10:28: Das stimmt.
00:10:29: Ich sag das deshalb, weil ... das Buch hat viel schwere Themen drin.
00:10:34: Große und schwere Themen.
00:10:36: Aber das Buch auch Leichtigkeit.
00:10:38: Und es ist mir genauso wichtig.
00:10:40: Weißt du?
00:10:40: Das eine und das andere.
00:10:41: Es ist ja eigentlich wie ein Plädoyer für Gleichzeitigkeit.
00:10:46: Dass man in die Schwere hat und die ist real... Die soll besprechbar werden.
00:10:53: Aber gleichzeitig besteht's Leben aus vielen schönen Dingen.
00:10:55: Ich hab richtig viele schöne Dinge erlebt!
00:10:58: Und okay, begst du was jetzt vielleicht nicht irgendwie das Schönste, was ich erlebt habe?
00:11:03: Das meine ich gar nicht.
00:11:04: Aber ja es ist einfach eine leichte Geschichte in vielen auch schweren Geschichten.
00:11:11: Jetzt hast du das so aufgeschrieben und dann geht man hier eine große Reflektion mit sich selbst ein.
00:11:18: Ja!
00:11:19: Nicken und nach unten Sacken.
00:11:22: Was würdest Du sagen?
00:11:23: Ist eine schwere Frage glaube ich.
00:11:24: aber Hast Du eine Antwort gefunden auf die Frage Warum du auf der Welt bist?
00:11:29: Das ist eine gute Frage.
00:11:38: Also warum... Ich muss ein bisschen ausholen, also es ist tatsächlich so deswegen auch die Schultern und deswegen auch weil es tatsächlich ja ne totale Konfrontation ist.
00:11:52: Also ich stelle mir das auch ein bisschen vor wie beim Fasten wo du ja auch mal erzählt hast dass dann irgendwie ganz viel hoch kommt aus der Vergangenheit und so und so ist das für mich zumindest bei diesem Schreibprozess auch gewesen immer an einem bestimmten Ort geschrieben in meinem Schlafzimmer.
00:12:06: Mir hab ich mich da sicher gefühlt, es war gemütlich ... Es ist auch ein kleiner Raum.
00:12:11: Ich hatte immer mein Tee, ich hatte immer ... Es war immer sehr gleich und ich bin eine sehr strukturierte Schreiberin, also auch sehr diszipliniert.
00:12:19: Steven war immer davor im Wohnzimmer, das war total wichtig.
00:12:24: Und dann bin ich wirklich wie in so'n Bergwerk gegangen.
00:12:27: Weißt du morgens richtig?
00:12:29: Okay, gehen wir rein!
00:12:31: ein Tür auf und dann rein.
00:12:33: Dann war ich da auch sehr allein da drin, weil man ja sehr konfrontiert ist alleine mit allem was passiert ist, mit allem Schönen aber auch mit allem.
00:12:40: Und das war wirklich wie eine Art Katarsis total.
00:12:45: Das war auch im Prozess der war sehr ich bezogen.
00:12:48: Weil wenn du das schreibst ... Ich komme auf deine Frage Aber mir ging es so, ich konnte das nur so schreiben Wenn ich überhaupt nicht an alle anderen gedacht habe.
00:12:58: Also ich musste alle anderen Potenzielle LeserInnen, Menschen die in den Buch vorkommen quasi außen.
00:13:03: Ich musste die rausschließen weil ich sonst den Mut nicht gefunden hätte.
00:13:07: Weißt du?
00:13:07: Sonst hast du dir bist du die ganze Zeit im ... Kann ich das so sagen?
00:13:10: Kann ich es so schreiben?
00:13:12: Also, die mussten alle raus und dann war aber nur noch ich da mit diesem Bergwerk und hab da immer rumgeklopft und dann mal auf eine Goldader gestiegen.
00:13:20: Mal wurde der Sauerstoff knapp!
00:13:22: Und das hat total... also ich habe das körperlich gespürt.
00:13:26: Ich hab das jetzt schon ein paar Mal erzählt, aber es ist Teil meiner Verarbeitungs- ... mit des Meines Verarbeitungsmchanismus.
00:13:34: Ich hatte in dem Jahr dreiunddreißig Zahnarztbesuche.
00:13:36: Ich hätte sechs Wurzelbehandlungen.
00:13:39: Es war komplett Wahnsinn!
00:13:41: Also mein Körper hat wie alle Traumateile über die ich gesprochen habe noch mal durchgearbeitet.
00:13:46: Ich konnte vier Wochen eine Kieferklemmung machen und meinen Mund nicht richtig aufmachen.
00:13:50: Das ist nicht schön.
00:13:52: Ich hatt einen Hexenschuss, also alles nochmal durchgebeitet.
00:13:58: Ich glaube, die Antwort auf die ich gekommen bin ist ... dass ich mehr erlebt habe als ich gedacht hab.
00:14:04: Als ich erlebt hab?
00:14:07: Ich hab vielleicht auch verstanden, warum ich heute die Bin-die-ich-Binn mit allem Schönen und allem Schwierigen auch.
00:14:13: Ich hab verstanden woher meine Narben kommen körperlich aber auch seelisch.
00:14:18: Ich habe verstanden wohin mein Kraft kommt und meinen Mut.
00:14:23: Aber warum ich jetzt auf der Welt bin!
00:14:26: Das ist eine fast spirituelle Frage, die fände ich irgendwie vermessen.
00:14:30: Dass ich dir beantworten kann, weißt du?
00:14:32: Ich weiß es nicht!
00:14:33: Vielleicht ist einfach Zufall.
00:14:36: Vielleicht kann man's politisch betrachten... Wenns die DDR nicht gegeben hätte, dann hätten meine Eltern sich nie kennengelernt.
00:14:43: Keine Ahnung.
00:14:45: Es wäre kein Plädoyer für die DDR nur einfach faktisch.
00:14:50: Vielleicht sollte ich irgendwas erfüllen.
00:14:53: vielleicht meine Kinder, die ich geboren habe ... I don't know Aber es ist auf jeden Fall schön, dass ich da bin.
00:14:59: Dass ich noch da bin, ist auch
00:15:01: schön!
00:15:03: Ist dir deine eigene Geschichte so präsent gewesen?
00:15:08: Offensichtlich nicht.
00:15:09: wenn der Schmerz durch Zahnschmerzen und sowas dann nochmal richtig hochkam oder waren dir diese Sachen... Wir machen gleich nochmal ein paar Scheinwerfer-Lichtchen drauf.
00:15:22: Ist dir das so bewusst gewesen oder ist das so entdeckt worden wieder neu?
00:15:26: Ich weiß nicht, ob du das kennst.
00:15:28: Es gibt vielen Menschen so, es ist dabei auch eine Gleichzeitigkeit.
00:15:32: Du weißt natürlich ... Du erinnerst dich an die großen Ereignisse?
00:15:36: Also... Die Geburt nicht!
00:15:38: Aber dann viele große Eregnisse, die dich irgendwie geprägt haben.
00:15:41: Dein Schulabschluss.
00:15:44: Die schlimmsten Momente deines Lebens, die schönsten Moments.
00:15:46: Du hast so Spotlights in dir drin und die trägst du mit.
00:15:49: Ja.
00:15:50: Und du weißt man auch.
00:15:53: Wenn wir jetzt auf die schönen Dinge gucken, gucke ich meine Kinder an und weiß, wie sie gibt es.
00:15:58: Die haben mich geprägt und so ... Aber man geht den ganzen Tag durch einen Alltag und ist in dieser Rückperspektive.
00:16:07: Und der Körper aber erinnert sich.
00:16:13: Es gibt ja auch so ein Buch, muss grad drüber nachdenken.
00:16:15: The Body Takes the Score oder so.
00:16:17: Ja von Hasseln im Belgischer ... Belgische Autor packe ich in die Schonurts.
00:16:25: Ja, weiß ich ...
00:16:28: Der Körper erinnert sich viel besser als wir mit dem Gehirn.
00:16:33: Wenn man über traumatische Erfahrungen spricht, weiß nicht, wenn man Angststörungen hat oder Menschen, die Depressionen haben aufgrund von bestimmten Ereignissen.
00:16:42: Dann weißt du irgendwie das hat vielleicht einen Grund?
00:16:46: das habe oder warum ich so hin zu reagiere, wenn ich in der Beziehung bin.
00:16:50: Dann ist es ja nicht immer die Situation der Konflikt, sondern da spricht eigentlich mein elfjähriges Ich- oder mein fünftes jähriges Ich, was jetzt sauer ist über X, Y ... Aber du hast es nicht immer so präsent und ich glaube, ein aktives Erinnern ist noch mal ein ganz anderer Prozess.
00:17:07: Und dann fallen auch Sachen ein!
00:17:08: Also Sachen, die man vielleicht verdrängt hat oder Sachen, wo man sich nicht dran erinnert oder wieder hochkommt.
00:17:16: Also dieser aktive Prozess, ich setze mich jetzt hin und erinnere mich.
00:17:19: Das macht man glaube ich nicht so oft.
00:17:20: Es ist eine Therapie, was ich auch seit vielen Jahren bin und auch finde, das sollten alle machen.
00:17:26: Und Körper erinnern sich glaub ich immer.
00:17:30: Das ist spannend weil wenn du dann ... Ja, ich weiß nicht wie ich es sagen soll aber der ... Es gibt irgendwie ein anderes Erinnern im Körper als es so kognitiv gibt.
00:17:41: Ich hab auch mal gelernt, aber ich bin keine Psychotherapeutin der Körper in seiner Erinnerung auch keine Zeit kennt.
00:17:49: Das heißt, deswegen hat man ja auch Trigger also das eine bestimmte wenn man irgendwie ein Trauma erlebt hat und dann gibt es einen bestimmten Geruch oder einem bestimmten Sound oder irgendwas und dann bist du auf einmal wieder in dieser Situation.
00:18:00: Das hängt damit zusammen dass der Körper der dieses Trauma erlebt hat jetzt nicht unbedingt weiß ist es jetzt vierzig Jahre später.
00:18:07: Ist dir das mal dir aufgefallen?
00:18:08: Dass es etwas gibt, ein Geruch gibt so einen Trigger gibt der dir Jetzt vielleicht durchschreiben oder durchs Erinnern bewussten.
00:18:16: Ach so, deswegen reagiere ich in solcher Situation und deswegen kann ich das nicht?
00:18:20: Oder ertrage das weniger?
00:18:22: Gibt es so einen vorher unbewussten jetzt bewussteren?
00:18:27: Naja also ich würde es auch jedem empfehlen.
00:18:30: wie gesagt nochmal zur Therapie.
00:18:32: Ich finde Therapie ist total hilfreich sollten alle machen.
00:18:35: Ich glaube die Welt wäre ein besserer Ort.
00:18:37: Viele Männer in vielen Machtpositionen sollten auf jeden Fall Therapie machen Wäre sehr hilfreich für uns alle.
00:18:43: Aber das ist wie Zähne putzen, find ich und in der Therapie hab' ich auf jeden Fall sehr viel gelernt Und auch diesen Schreibprozess therapeutisch begleitet und auch da besprochen und auch nachgedacht.
00:18:57: was will ich teilen?
00:18:59: Wo ist meine Grenze?
00:19:01: Wo schützt sich auch Teile von mir?
00:19:04: Darin sind mir bestimmt Sachen aufgefallen.
00:19:06: Ich kann jetzt keine konkrete Sache nennen aber da hat man ja immer wieder Erkenntnisse.
00:19:11: Ich weiß nicht, dass man irgendwie im Streit mit dem Partner oder so immer in bestimmte Dynamiken fällt und irgendwann merkt ... Das liegt aber da dran.
00:19:22: Weil ich früher einen Schul-Bully hatte, der mich geärgert hat.
00:19:27: Jetzt kann ich es überhaupt nicht abhaben wenn mir jemand ans Ohr zupft oder das jetzt ein bisschen herbeigezogen.
00:19:33: Aber ja, das auf jeden Fall...
00:19:36: Lass uns mal ein bisschen so, wie gesagt man dann Memory Lane erwarten.
00:19:42: Also du bist neunzehntachtzig in Leipzig gewonnen, gemalige DDR.
00:19:47: Was ist für dich also wo würdest du sagen beginnt deine Geschichte?
00:19:52: Ja vor mir die meine Eltern die sich getroffen haben in Leibzig sehr jung, meine Mama sehr jung die war sechzehn als ich meine Eltern getroffen habe mein Vater Student aus Tanzania eingeladen als sozialistische Brüder-Staaten.
00:20:10: Meine ersten Erinnerungen sind, glaube ich so Momente mit meinem Vater und meiner Mutter entenfüttern an irgendeinem Wasser in Leipzig.
00:20:23: Ich weiß jetzt nicht genau, welches... aber da habe ich so ein Bild in middlen wie wir irgendwie so entenfüttern und wie ich das voll toll fand dass mein Vater dabei war und dann sie entengefüttert haben oder so Momente auch später, wo er dann schon weg war.
00:20:39: Also diese DDR nach außen proklamierte Völkerfreundschaft war ja eigentlich was sehr performatives – die durften kommen, durften da auch studieren oder eben als Gastarbeiter in der Arbeiten aber die sollten auch schnell wieder gehen.
00:20:54: Und so musste mein Vater auch wieder gehen und es war ja auch gar nicht gewünscht, dass da irgendwie echte, sag ich jetzt mal, Integration stattfindet.
00:21:02: Echte Begegnungen also eine Partnerschaft wie zwischen meiner Mama und meinem Vater.
00:21:06: Das war eigentlich was... das war überhaupt nicht gern gesehen!
00:21:10: Und er musste dann wiedergehen,
00:21:12: d.h.,
00:21:13: er kam noch ein paar Mal, hat dann im Westen promoviert und ist dann noch ein Paar Mal gekommen.
00:21:17: Und an diese Besucher erinnere ich nämlich sehr, also so oben im Zimmer zu gucken aus dem Fenster, die Straße entlang und irgendwie zu denken jetzt kommt er.
00:21:27: Und dann diese Aufregung also das spüre ich noch und dann runterrennen und dann ist es nicht und wieder hoch und dann wieder runter und so.
00:21:34: Und ja auch irgendwie das Wohnzimmer bei uns meine Mama wir hatten irgendwie ... Also ich weiß nicht die Wohnung in der DDR also auch gerade die Altbauten waren ja so sehr... Die wurden nicht gut behandelt.
00:21:49: nicht von den Mietern, sondern generell.
00:21:50: Da wurde nicht viel Geld reingesteckt in Sanierung oder so.
00:21:54: Wir sind ... In der Wohnung gewohnt, die war in der Mitte geteilt.
00:21:58: Auf der einen Hälfte wohnte eine andere Familie und durch den Flur ging quasi ne Grenze.
00:22:04: Die mussten immer, wenn sie raus wollten, durch unseren Flur durchlaufen und dann raus.
00:22:08: Und wir hatten drei Zimmer und die waren riesig in meiner Erinnerung!
00:22:12: Ich hab das Gefühl wie so ein Halle.
00:22:14: Wenn ich heute reinkommen würde, wäre es vielleicht gar nicht mehr so groß.
00:22:18: Daran erinnere ich mich und meine Mama und ihre Kommilitonin, die war ja sehr jung hat studiert.
00:22:25: Und da war immer viel los wenn wir gebastelt.
00:22:28: es war viel Trubel Ich durfte lange wach bleiben Partys wurden gefeiert also das sind so.
00:22:34: Da war ich würde sagen drei vier fünf.
00:22:38: War deine Mutter für dich?
00:22:39: Immer deine Mutter?
00:22:41: oder war sie auch irgendwie eine Freundin
00:22:43: wegen weil wir so nah einander waren?
00:22:47: Das ist spannend, weil ich bin ja selber auch mit achtzehn Mama geworden.
00:22:50: Man müsste mal meinen Sohn fragen, wie er das so empfunden hat?
00:22:52: Ich fand es immer cool wenn Leute gesagt haben, holte ich deine Schwester wieder ab!
00:22:57: Es findet, erfand ihr glaub ich total peinlich aus.
00:23:01: und so war das mit meiner Mama auch von außen mit Sicherheit auch aufgrund der Tatsache dass sie groß sehr dünn, sehr blond war und ich klein und dick und braune Haut schwarz war Jetzt nicht die Leute auf dem ersten Blick immer gelesen haben, dass wir Mutter und Tochter sind.
00:23:21: Und wir wurden oft also im Osten gar nicht ... Weiß ich es nicht!
00:23:24: Da war ich noch zu klein.
00:23:25: aber später im Westen auf jeden Fall gab's immer mal das Leute gedacht haben ist eine Freundin.
00:23:31: Ich weiß noch an der Schule kam sie mal zu einem Elterngespräch zu einer richtig strengen Geschichtslehrerin Und mein Mama stand neben mir und wir haben so gewartet auf Lehren.
00:23:41: Dann kam die Lehrendsmin, wo ist denn jetzt ihre Mutter?
00:23:43: Und sich dann der Hüse daneben oder als mein Sohn geboren ist ... Da war ich in den Wehen, literally!
00:23:52: Ich war nicht lang in den wehen, zweieinhalb Stunden.
00:23:55: Aber sie hat ... Ich hab ihre Handgehandszeiten, ich habe auch die ganze Zeit geschrieben, Mama!
00:24:01: Und die Hebamme war da, und als mein Sohn dann schon da war.
00:24:04: Ich sagte die Hebammel zu meiner Mutter, haben sie auch Kinder?
00:24:08: Also so ... damit haben wir auch ein bisschen gespielt manchmal.
00:24:11: Aber nach innen würde ich jetzt nicht sagen meine Mama ist meine Freundin.
00:24:14: Meine Mama ist mein Nordstern, meine Mentorin, meine Beschützerin.
00:24:23: Meine Mama ist für mich eine der klügsten Menschen der Welt Und große Vertraute, aber sie ist nicht meine Freundin.
00:24:32: Du beschreibst das du sichtbar und unsichtbar zugleich warst als Kind?
00:24:39: An welchem Beispiel oder woher erinnerst du dich, wo dieses Beides so sichtbares ist?
00:24:45: Also ich höre also eine sehr innige Beziehung zu deiner Mutter auch zu deiler Familie, deiner Großeltern.
00:24:52: Wo ist diese Sichtbeunsichtbar?
00:24:54: Ich glaube es knüpft an die Erfahrung von vielen... Menschen, die so was erleben.
00:25:00: Das nennt sich Andern oder Othering.
00:25:02: Also denen ein bisschen die Zugehörigkeit zu bestimmten Orten abgesprochen wird auf grundunterschiedlicher Merkmale.
00:25:10: In meinem Fall als schwarzes Kind und wo es aber gleichzeitig relativ viele Vorstellungen davon gibt gesellschaftlich geprägt wie die so sind ja also Was die können, wie sie so sind Und wo's auch so'n bisschen exotisierenden Blick gibt drauf.
00:25:27: Da würde ich gleich auch gerne noch was dazu sagen.
00:25:29: Hat sich ja von außen so als dir der Rassismus frei proklamiert, aber war es natürlich nach innen überhaupt nicht?
00:25:36: Der Westen auch nicht?
00:25:37: Ich auch gleich noch dazusagen und dieser Gaze also dieses Starren oder dieses Angeschaut werden oder in einen Raum kommen und das Gefühl haben dass die Leute erstmal so eine Irritation haben darüber dass du da bist oder böse gucken oder auch neugierig oder dich willkommen heißen in deinem eigenen Zuhause.
00:25:57: All das aufgrund von bestimmten Zuschreibungen Erwartung, die sie dann an dich haben macht so eine gewisse Unsichtbarkeit.
00:26:03: Weil du ja ... Also ich bin ja Tupokka und ich ... Du kennst mich ja noch gar nicht aber du hast schon gewisse Vorstellungen wie so Schwarzen Menschen eben zu sein haben dass ich nicht von hier sein kann Dass mein Deutsch besonders gut ist, dass Ich weiß nicht was für Fantasien da eben so sind Und das ist die Übersichtbarkeit.
00:26:21: Du bist in jedem Raum quasi so sichtbar, da ist die andere und gleichzeitig aber die echte Topokka, die ich bin mit all meinen tollen Seiten und allen schwierigen Seiten und was mich interessiert und was ich kann, die verschwindet hinter dieser Projektion, die so da ist.
00:26:38: Ich glaube meine ersten Erfahrungen damit hatten viel mit Blicken zu tun und dann auch im institutionellen Kontext.
00:26:45: Ich würde aber ... Ja Schule und Kita ... Weißte aber ungern in die einzelnen Situationen jetzt hier sprachlich reingehen, weil ich merke... Nicht nur, weil sie schmerzhaft sind.
00:27:00: Sondern auch, was ist das eine darüber zu schreiben?
00:27:03: Und es ist spannend!
00:27:04: Es ist etwas ganz anderes darüber zu sprechen.
00:27:06: Ich hab ja von diesem Schreibprozess erzählt und habe mich bewusst aufgemacht und alles nochmal reingelassen und alles noch mal ... und I think that's it.
00:27:16: Aber dann immer wieder Weißt du sozusagen?
00:27:19: Und das ist passiert.
00:27:21: Das ist zu viel verlangt, also zumindest für mich.
00:27:24: Das kann ich nicht und ich will auch an die Menschen denken, die auch sowas erlebt haben.
00:27:30: So ein Buch ist so einen Raum da kannst Du Dich entscheiden.
00:27:32: Kannst Du sagen Ich mach jetzt auf!
00:27:33: Da steht ja auch vorne drin.
00:27:34: Das is'n Raum.
00:27:35: Komm rein wenn Du grad kannst.
00:27:37: Passt gut auf dich auf und dann kannst Du's lesen und hast es auch.
00:27:40: Dann kannst Du es auch auf eine bestimmte Art choreografieren.
00:27:43: Also ich habe aber versucht das sprachlich so zu schreiben dass voyeuristisch ist oder so.
00:27:47: Sensationsgeil!
00:27:50: Und ich glaube, deswegen kann ich das nur auf so einer Meta-Ebene erklären... Also
00:27:53: ich hab die aber verstanden?
00:27:55: Super!
00:27:56: War's
00:27:56: schön!
00:27:58: Ich ließ aber mir war es wichtig nochmal das zu sagen weil gar nicht du jetzt, aber generell ist es ja oft so ne dass dann gesagt wird hey sag mal was ist dir da eigentlich passiert und was ist da genau passiert?
00:28:07: und ich verstehe dieses Interesse.
00:28:09: wenn es ehrlich gemeint ist finde ichs auch nicht verkehrt das zu haben.
00:28:13: aber gleichzeitig gibt's manchmal auch dann so ein bisschen was voyeuristisches, so eine Sensationsgier.
00:28:20: Dass Menschen die auch zu Traumatisierungen oder Sexismus-Rassismus wie auch immer erlebt haben, dass man so wartet drauf, dass sie das noch mal erzählen und es macht total was mit Menschen.
00:28:29: Und es gibt ja Leute, die das zur Verfügung stellen.
00:28:32: also ich stelle es ja auch zur Verfügung.
00:28:33: nur Ich kann halt nicht ständig das immer wieder hochholen
00:28:36: Das versteh ich voll.
00:28:37: Also das hab' ich dir auch gesagt, bevor wir aufgenommen haben... Ja!
00:28:39: ...dass mir das auch wichtig ist.
00:28:41: Bei mir ist es...
00:28:42: Deswegen bin ich ja auch hier.
00:28:44: Sehr gut.
00:28:45: Und
00:28:46: deine Einladung gefolgt?
00:28:47: Nein, dass man einfach bei manchen Sachen, wenn ich mit Menschen spreche die im Buch geschrieben habe über sich geschrieben haben für mich ist das so als Danny der deinen Fragen stellt oder eigentlich eher sogar okay ey Das sollte man lesen, oder das sollte man sich angucken.
00:29:06: Wenn ich ein Song habe den ich teufel, dann will ich den den Leuten immer so vorspielen weil ich denke so ey ich hab auch was gedacht vielleicht ließ sie etwas vor?
00:29:16: Aber es ist auch nicht komisch, dass wir nur normalen Gesprächen haben.
00:29:19: Das wäre ja auch super arg, was du jetzt lese ich dir vor?
00:29:23: Die Leute
00:29:23: sollen zu den Lesungen kommen!
00:29:24: Da lese Ich vor
00:29:25: und das ist aber so in diesen biografischen Fragen da manchmal manche Sachen kennt man dann natürlich auch schon oder ich kenne sie durch das Buch oder andere Bücher auch und dann dieses.
00:29:34: aber so Ja bitte wenn man das hört bitte fühlt sich nach weil das ist schon voll.
00:29:39: Aber ich verstehe auch diesem Punkt, dass man über manche sachen einfach Dafür schreibt man ja dann, dass man die da nicht immer so wieder stehen muss.
00:29:47: Ich finde das mit dem Song übrigens einen mega guten Vergleich weil ich das mit einem Buch habe... Also es hatte ich vorher bei den anderen Büchern, ich dachte hier lese, kannst hinten anfangen vorne anfangen in der Mitte.
00:29:57: Das ist also so nett nicht, dass ich meine, ich stehe jetzt mal ein Bücher in diesen gute Bücher aber der Wahlmitte ist, da war ich nicht so verknüpft.
00:30:03: und bei dem denke ich immer so Nein bitte von Anfang lesen und dann... Also weil man sich so viel Mühe gegeben hat, dass du zu choreografieren, weil es eine bestimmte Struktur hat, weil da viel Liebe rein gegossen wurde und mit einem Song ist es ja auch so.
00:30:18: Dein Lieblingssong, wenn du den jetzt nur verbal erklären könntest, warum du den ... Kann man natürlich etwas anderes ... Es ist
00:30:25: schwer!
00:30:25: Super schwer!
00:30:26: Das zu hören?
00:30:26: Man will ja dann trotzdem ... Jetzt hör mal, willst du das
00:30:28: auch?!
00:30:29: Ja, das ist irgendwie eine ... Und das ist sehr mit allem Möglichen.
00:30:34: Man sitzt da davor und will es irgendwie... Dann versucht man's irgendwie zu beschreiben und dann merkt man so, ich kann das überhaupt nicht erzählen.
00:30:39: Man
00:30:39: muss es erleben.
00:30:40: Da sind wir wieder beim Erleben.
00:30:42: Chameleon.
00:30:43: Das ist ein Wort, was du Parma benutzt im Buch.
00:30:47: Was musste das Chamelleon für alle die jetzt nicht wissen?
00:30:51: Was musst du das Chmeleon leisten?
00:30:55: Ich nutze diese Analogie zum Chamellion weil ich glaube es ist so eine Anpassungsstrategie oder Überlebensstrategies.
00:31:06: also es klingt jetzt krass.
00:31:07: aber ich glaube dass wenn du groß wirst und immer wieder in Räumen, die dich nicht komplett sicher fühlst.
00:31:18: In einer Welt wo du nicht genau weißt bin ich hier willkommen im Raum.
00:31:24: Bin ich geduldet?
00:31:26: Darf ich hier sein?
00:31:27: Also nicht mit so einem Gefühl von, das ist meine Welt!
00:31:29: Hier bin ich hallo und jetzt hier existiere ich und habe eine Selbstverständlichkeit wenn dir das genommen wird durch die Gesellschaft in der du lebst Es sind Kinder ja super schnell da drin zu gucken, wie funktioniert denn hier dieser Raum?
00:31:47: Was muss ich nicht machen damit ich ankomme, damit ich dazugehören darf.
00:31:51: Damit ich mitspielen kann und ich glaube dass Menschen die zum Beispiel Rassismus erleben, da sehr schnell so eine Art Radar entwickeln für Räume, gerade Kinder.
00:32:06: Und diesen Radar und dann diese Anpassungsleistung, die wollte ich nicht an Passungsleistungen nennen, sondern Chameleon, weil es ja auch ein literarisches Memo ist.
00:32:16: Und weil ich das irgendwie passend fand, weil ich selber irgendwann bestimmt erst vor fünf oder zehn Jahren das überhaupt begriffen habe.
00:32:25: Ich hab mich immer gewundert warum?
00:32:27: Weil das ist nichts Bewusstes was abläuft.
00:32:30: Meine Kinder machen sich mal lustig bei mich, dass ich in jeden Kontexten, den ich komme nach kurzer Zeit so spreche wie die andere Person.
00:32:37: Also ich nehme Akzente an, ich nehme bestimmte Dialekte an Sprachmelodien, Gestiken also das und Ich kann... Also ich hab am Anfang als ich mich drauf hingewiesen, aber es stimmt Es passiert automatisch und es kostet Mich Kraft das nicht zu tun.
00:32:58: Mirroring ist ein Englisch ist das Wort dafür.
00:33:01: Ich spiege und ich glaube, dass das quasi das Chameleon ist.
00:33:05: Dass irgendwie unterbewusst checken will... Ist es hier ein sicherer Raum für mich?
00:33:10: Was muss ich machen damit dieser Raum sicherer wird, dass ich okay bin, dass sich angenommen wurde?
00:33:15: Du hast erst erzählt von diesen unsichtbar zugleich zu sein.
00:33:24: Das heißt du kommst in einen Raum rein Und du wirst gesehen als eine Schwarze Person.
00:33:32: Als
00:33:33: die andere und aber nicht als das Individuum, sondern du bist Teil einer Gruppe, etwas anderem?
00:33:39: Und wie schafft es das Chameleon dann in solchen Momenten, wo klar ist okay, das ist die Andere sich anzupassen?
00:33:48: Ich glaube man muss davon viel von sich preisgeben.
00:33:51: also du musst halt ich weiß nicht.
00:33:52: ich habe als Kind auch so Sachen gemacht, die eigentlich selbst verletzt sind.
00:33:57: Also irgendwie nach Freundin meinen Mittagessen geschenkt.
00:34:02: Oder einem Kind, von dem ich wollte, dass meine Freundin wird oder meine Puppe gegeben.
00:34:07: Also irgendwie versucht... ...oder über Witze gelacht die eigentlich sich gegen mich gerichtet haben rassistische Witze selber mitgelacht vielleicht manchmal selber auch welche gemacht um das so vorweg zu nehmen um zu zeigen hey ich bin cool mit mir kannst du ich bin weißte mit mir kann sie abhängen.
00:34:25: also es hat auch ein selbst verleugnenden Aspekt Und es hat ein Preis, dieses Chameleon.
00:34:31: Es ist eine Strategie und ich glaube durch meine Arbeit oder auch durch viele Gespräche weiß ich dass das sehr viele haben und dass es irgendwie auch eine Art Automatismus ist.
00:34:43: Der hält nicht lange.
00:34:44: also es gibt manche die machen das Leben lang und manchmal merkt man aber auch nach einer Weile... Das funktioniert nicht.
00:34:49: Egal was ich hier mache, egal wie ich mitlache, egal, wie ich versuche mich anzuziehen meine Haare vielleicht glatt zu machen genauso in irgendwie einen Topf zu pressen Wie das die Angelika mit ihren glatten blonden Haaren hat oder Also was auch immer Ich für Mechanismus es funktioniert nicht.
00:35:04: dann kann das auch kippen im Wut dass man dann sagt ja gut wenn ihr denn wollt dass sich so Dass ich bald die anderen bin ich halt da bin ich alt laut.
00:35:12: Dann bediene ich halt die Sachen.
00:35:13: also dass man als mensch dann automatisch auch wieder andere Strategien.
00:35:19: Dass man sagt, da bin ich halt die laute Schwarze von der du längst nicht bin oder ... Dann weiß ich nicht...
00:35:25: Gibt's ja verschiedene Zuschreibungen?
00:35:27: Ja!
00:35:27: Dann bediene ich diese Zuschreibung.
00:35:30: Du bist so schlecht in Mathe also ganz einfach.
00:35:33: Also du bist faul oder was auch immer.
00:35:35: Dann kann es sein Dann ist halt Schule, also ich kann's eh nicht.
00:35:39: Das kennt man ja auch zum Beispiel genauer, aber es ist ein gutes Beispiel weil wir das ja auch wissen dass Mädchen in diesen Mind-Fächern oft so eine Strategie haben, wenn man ihnen sowieso die ganze Zeit sagt ihr seid Mathe is einfach nix für Mädchen.
00:35:52: Dass sie dann irgendwann auch sagen Mathe ist nichts für mich.
00:35:55: Also dass man irgendwie oder... Man sagt, jetzt beweise ich es dir.
00:36:00: Ich bin die beste in Mathe!
00:36:01: Ich bin nicht wie die anderen Mädchen... Und beides bedeutet ja eigentlich du bist nicht bei dir.
00:36:07: Du bist an diesem Außen und versuchst irgendwie zu navigieren.
00:36:10: Das heißt Beides hat einen Preis und es dauert halt länger herauszufinden wer bin ich denn eigentlich?
00:36:16: Und Mathe ist gut für meine Mama.
00:36:18: Ist Mathematikerin.
00:36:19: Mein Großvater ist Professor der Mathematik Meine Oma ist Bauingenieurin.
00:36:24: Und ich sag dir, es ist bis heute so ... Wenn jemand zu mir sagt was ist, siebzehn plus neunzehn krieg' ich eine Schockstarre!
00:36:31: Wirklich?
00:36:32: Ich hab irgendwann echt gedacht, ich habe eine Diskalkulierung oder so.
00:36:35: Irgendwann verstanden das sich so wie so ein... Ich sehe die Zahlen gar nicht weil ich so beschäftigt bin mit diesem Stress und denke ich muss es jetzt sofort können.
00:36:44: Also ich als Mädchen, als schwarzes Kind muss es ganz schnell.
00:36:49: Das hat irgendwie dazu geführt dass ich tatsächlich und das länger brauche, bis ich tatsächlich das dann ausrechnen kann oder einen entspannteren Raum brauch.
00:36:59: Und man weiß ... Das ist aus der Forschung, dass es auch ein Phänomen ist, dass man das sogar im Gehirn beobachten kann.
00:37:06: Also Stereotype Threat, Stereotype Bedrohung.
00:37:09: Wenn du unter einem Vorurteil bist, wenn du in einer Prüfungssituation bist und deiner Gruppe hast du deinen Vorurteil auf, also dann ... Hast du Stress dieses Vorurtheil bloß nicht?
00:37:21: zu bestätigen.
00:37:22: Und dieser Stress im Gehirn lenkt dich ab von dem Lösen der Aufgabe, also nicht ewig aber ein Zeitlang.
00:37:29: Das heißt du hast... Voll spannend!
00:37:31: Ja es ist krass und das sind alles Sachen die habe ich erst jetzt durch meine Arbeit dann auch gelernt, aber es ist total befreiend weil man irgendwie merkt ach ok.
00:37:40: Man denkt natürlich auch mit einem selber ist irgendwas nicht in Ordnung.
00:37:44: Also deine Frage war ja dieses Kamelien, also das ist eine Strategie.
00:37:48: Ich bin froh dass ich sie halt hatte Dadurch auch schon Dinge ausgehalten, die ich heute auf gar keinen Fall mehr aushalten würde.
00:37:56: Und wo ich auch ein bisschen weine für die kleine Tupokka, die irgendwie auf dem Spielplatz saß und sich dann irgendwie beschimpfen lassen hat oder wie auch immer ausgestoßen um... ...und trotzdem nicht zurückgeschimpft hat oder weggegangen ist sondern einfach das ausgehalten hat bis sie dann irgendwann mitmachen darf.
00:38:16: Dafür bin ich natürlich auch traurig!
00:38:20: Für die und für alle anderen Kinder, die das auch erlebt haben.
00:38:23: Wie ist es für dich als Mutter?
00:38:24: Wenn du das... Also es gibt ja da auch die...
00:38:27: Spannend!
00:38:29: Naja also das eine ist ich glaube alle Kinder passen sich irgendwie an so und dann gibt es aber irgendwann den Punkt was das ist zu viel des Guten oder schlechten, wie auch immer.
00:38:41: Und wie hast du da als Mutter einen entspannten Umgang damit gefunden wenn du den hast?
00:38:45: Naja also ich bin ja ein zwei Abständenmutter mit achtzehn und ganz ehrlich mit achtzen... Also ich war keine Mutter die jetzt irgendwelche Elternratgeber gelegt hat und auch nicht über Meter nachgedacht hat was möchte ich mitgeben sondern das Kind läuft so mit.
00:39:00: Also ich liebe mein Kind über alles, ich hab da auch sehr viel gegeben an Kraft aber es war sehr konkret das war nicht so meta.
00:39:08: Ich habe bin dann mit dreißig nochmal mal geworden Da habe ich viel mehr drüber nachgedacht was bedeutet mitgeben einem kind.
00:39:15: und so spannend ist dass mein erstes kind auch ist ja schon erwachsener mann aber auch eine art chameleon ist.
00:39:22: Und mein zweites kind ist eher weiß nicht ein Ich mir fässt dich ein, aber irgendwie ... Kann fahren oder so.
00:39:35: Gut
00:39:35: das Wort!
00:39:36: Ja, aber es ist nicht... Besser daran sich zu verteidigen?
00:39:40: Die haben unterschiedliche Strategien.
00:39:42: Eines ähnlich wie ich und der andere ist eher so.
00:39:46: Nö Also du willst dass ich hier nüdern hab keinen Bock drauf.
00:39:51: Und das ist total spannend weil ich dann wieder rum denke im ersten Moment Das kann er doch nicht machen Da kann er jetzt nicht hier, also das ist mein Impoliz.
00:39:58: Das muss ich doch jetzt... Also das ist für mich eine totale Lernkurve.
00:40:03: und gleichzeitig denke ich Boah wie geil!
00:40:05: Wie gut, da hätte ich mich nie getraut, wie toll und so.
00:40:08: Und der sagt auch immer wenn ich jetzt dein Freund gewesen wäre als Kind, ich hätte es jetzt nicht zugelassen oder so.
00:40:15: Natürlich hat er auch aber dass auch das zeitnah ist natürlich ha, also es ist nicht leicht, er macht sich das Leben damit nicht unbedingt leichter in einer Welt die ja sehr oft auch Anpassung fordert.
00:40:26: Aber ja, sich lerne durch beide total als Mutter und welche unterschiedlichen Strategien es so gibt.
00:40:32: Und findet das eigentlich eine gesunde Entwicklung?
00:40:34: Ich denke ah cool!
00:40:36: Meine Söhne haben jetzt andere Ressourcen, andere Möglichkeiten, andere Sprechfähigkeiten wissen mehr über das was passiert dass sie quasi andere früher zu sich selbst gefunden haben.
00:40:51: Was sehr deutlich wird in deiner Geschichte ist Es sind so zwei Welten, also gerade dieser Beginn in Leipzig.
00:41:00: Das Zuhause, du nennst diese Orte auch Mikrokosmos und da ist eine Wärme, obwohl es vielleicht eine sehr große Wohnung war, gleichzeitig aber als Kind draußen irgendwie Bedrohung.
00:41:12: Und diese beiden ... Ich kann mich nicht mehr erinnern wie das für mich war Aber in so einer Welt zu sein, immer das eine.
00:41:22: Hier ist es warm, hier sind meine Großeltern und meiner Mama ab und zu auch der Papa.
00:41:26: Das fühlt sich richtig an.
00:41:29: Draußen muss ich Chameleon sein, bedrohung.
00:41:36: Hast du das wahrgenommen?
00:41:38: Ich würde
00:41:39: das nicht so beschreiben ... Das draußen war nicht nur Bedrohung, das war auch Anpassung.
00:41:46: Ich meine es waren DDR alles was irgendwie anders war.
00:41:50: War überhaupt nicht gern gesehen.
00:41:52: Es ging um Konformität, es ging um Gleichmachung, es gingen um Anpassungen aber es war jetzt nicht jeder Space in den ich gekommen bin bedrohlich.
00:42:01: Überhaupt für dich überhaupt nicht so gleichnend.
00:42:03: Aber es gab immer wieder Momente die schwierig waren.
00:42:06: Aber ich glaube mein Spagat lag eher zwischen diesem Anpassung und Gleichschaltung.
00:42:14: Und auch, dass man bestimmte Sachen nicht sagen durfte... ...und dass man irgendwie aufpassen musste was man wie sagt und so.
00:42:23: Also das war ein Bewusstsein, was ich sehr früh mitbekommen habe unten im Space der sehr regime kritisch war mein Zuhause meiner Mama Meine Großeltern aber auch anders von jungen Leuten Studierenden Von queeren Menschen.
00:42:41: Meine Mama hatte auch eine schwarze Freundin.
00:42:45: Ein Raum sehr lebendig, diskussionsfreudig und politisch.
00:42:53: Und ein Raum in dem ich keinen Mittagsschlaf machen musste mit Partyfeiern durfte bis meine Großeltern mich abgeholt haben und das nicht so gut fand.
00:43:06: Aber wo auch sehr offen geredet wurde und wo ich immer das Gefühl hatte, hier wird was besprochen.
00:43:11: Hier wird etwas gelesen oder erzählt.
00:43:13: Was man da draußen nicht darf.
00:43:15: Und ich glaube, dass war der größere Spagat als die Rassismen.
00:43:21: Also kein Raum ist rassismusfrei.
00:43:23: Auch jetzt nicht das eigene Zuhause unbedingt per se in Form von ... Wir haben ja alle keine Sprache gehabt für diese kleinen Sachen, die passiert sind.
00:43:33: Aber es war ein Raum, da durfte ich mehr Ich sein und irgendwie ein bisschen Quacky sein.
00:43:39: Und Performances machen und basteln und so.
00:43:42: Während draußen ... Da wollte ich dazugehören, da wollte ich einen Pionierhemd nicht gekriegt.
00:43:48: Du hast
00:43:49: keins gekriegte?
00:43:50: Nee das Hemd nicht.
00:43:50: Meine Mama hat das Basic Minimum, dass man dieses Tuch da haben musste.
00:43:55: aber sie hat gesagt also meine Mama hat auch Die war ja wie gesagt, ich muss das immer wieder sagen.
00:43:59: Die war Anfang zwanzig und war rebellisch.
00:44:01: die hat dann auch gesagt diesen Scheiß den Krieg.
00:44:04: Also so, das war jetzt nicht Liebeskind.
00:44:07: Das waren wir so dann, ne?
00:44:09: Also die dogmatische Scheiße, also das war schon eine Ansage.
00:44:14: Und gleichzeitig aber ich wollte gerne nicht noch was haben, was mich anders macht.
00:44:19: Ich wollte einfach... mal mit diese Lieder singen und für Honika Altpapier sammeln, diesen ganzen Quatsch.
00:44:26: Nicht aus ideologischer Überzeugung überhaupt nicht!
00:44:29: Sondern weil ich dann in diesem Kontext dazu gehören wollte.
00:44:33: Und gleichzeitig wusste ich aber auch – und da bin ich super dank dafür ehrlich gesagt – für diesen Mikrokosmos das sich von früh an immer wusste du bist ein politischer Mensch hast eine politische Meinung, nur weil es irgendwie von oben vorgegeben wird muss das nicht per se richtig sein.
00:44:52: Du kannst selber denken und so also diesen Geist und es gibt ganz viele verschiedene Lebensentwürfe und Perspektiven und so dass ich das schon so früh mitbekommen habe da bin ich unfassbar dankbar.
00:45:03: aber als Kind war ein Spannungsfeld für mich.
00:45:06: Ich hatte einen Moment im Buch Wo bei mir sind, also wir haben erstes schon ein bisschen über dieses Flashbacks gesprochen.
00:45:13: Und du beschreibst auch den Kindergarten der DDR und vor allen Dingen die Mittagsruhe?
00:45:19: Ja.
00:45:20: Ach, erzähl mal!
00:45:21: Na ja, genau das gleiche... Also es gab einfach für alle, die das nicht kennen.
00:45:27: Man musste sich mittags hinlegen.
00:45:29: Alle auf eine Seite.
00:45:30: Alle mussten eine Seite gucken.
00:45:32: Die Hand unter dem Kopf und durften eine Seite kucken Und dann durfte man sich umdrehen.
00:45:40: Gab es ein Signal?
00:45:41: Dann wurde gesagt, jetzt umdrehend!
00:45:42: Ich weiß nicht mehr was gesagt wurde und da durfte ich
00:45:44: so... Wenn man irgendwie laut war oder gelacht hat, das ist mein Fleischbeck.
00:45:50: Man musste mit der Liege ins Badezimmer und muss dann da schlafen.
00:45:55: Und dann gab es natürlich noch dieses Essen, wo einfach nicht gesprochen werden durfte.
00:46:02: Es durfte nicht geredet werden.
00:46:05: Meine Mutter hat mir irgendwann erzählt auch Ich bin eigentlich nie hingegangen, weil ich das so schrecklich fand.
00:46:13: Und ich hatte aber ... Mir hat es irgendwann mal jemand noch erzählt.
00:46:17: Wir haben über Kindergarten geredet und man vergisst sowas irgendwie.
00:46:20: Deswegen prachte ich das erst.
00:46:22: Ist das ein Präsent oder nicht?
00:46:23: Dann kommen Sachen wieder hoch und diese Absurdität auch wirklich diesen ... Also ... Nähekästchen, ich schlafe immer noch so ein!
00:46:34: Also ich hab immer noch Kisten macht meine Hand so drunter und schlaft so ein.
00:46:38: Das ist so drin irgendwie, das weiß ich nicht.
00:46:43: Wahnsinn!
00:46:46: Aber weißt du?
00:46:47: Das finde ich so spannend.
00:46:48: also ich glaube dass das Buch voll ist mit ganz vielen verschiedenen Codes nenne ich das jetzt mal die bestimmte Menschen verstehen werden und andere nicht.
00:46:58: Also
00:46:59: jetzt das auf dem Osten, aber ich war ja auch im Westen und wie auch immer.
00:47:01: Da gibt es ja viele verschiedene ... Und das finde ich so spannend dass du sagst Ja genau das habe ich auch erlebt.
00:47:07: bei uns gab's noch mittags immer um zwölf so ne Serene So eine Serena alarm die ist also dieses ganze.
00:47:15: Daran erinnere ich mich auch total Dass sich dann immer wusste ah jetzt ist zwölfe uhr oder so.
00:47:19: und diese harten pritschen
00:47:21: Harte Pritsche
00:47:22: Diese harte Aufklappbare Holz
00:47:24: pritsche darauf musst du mal schlafen
00:47:25: Unbequeme.
00:47:27: Das einste Schöne war das Kissen.
00:47:29: Das hab ich verdrängt, das Kissen.
00:47:33: Schönes Kissen!
00:47:34: Ja also total und ich war auch nicht oft da ehrlich gesagt.
00:47:37: Also ich glaub ja... Ich glaube dass es auch ein Anpassungsschwierigkeitsding ist.
00:47:42: Manche Kinder haben da vielleicht gute Erinnerungen dran und weil die irgendwie dieses Ich glaube aber viele haben da drunter auch sehr gelitten oder diese Gleichschaltung.
00:47:53: Und ich erzähle ja, die Situation war krass.
00:47:56: Das ist irgendwie bis zu ... Ich weiß nicht mehr, ich hab die Zahlen nicht mehr.
00:47:59: Aber zwanzig Babys oder Kleinkinder und dann eine oder zwei Betreuungspersonen, das is irre!
00:48:06: Ja?
00:48:06: Die Erwartungshaltung dass dieser durchgetaktete Tag irgendwie... Die müssen alle zur gleichen Zeit Pipi machen und essen.
00:48:13: Also das war schon wild.
00:48:15: Ich musste das richtig ablegen als dann unser Sohn in die Kita gegangen ist und dieser ganze, sagen wir mal, diese ganze Performance, die da rumläuft.
00:48:25: Also Eingewöhnung und all das und was man so macht und dann bleibt man stehen und guckt und man kriegt eine Nachricht, nein es ist alles gut!
00:48:33: Und man ist selber ha-ha und damit irgendwie... Das musste ich lernen und so sagen okay das ist auch etwas übertrieben vielleicht auch zu sehr Bretzelberg Und es ist aber auch in Ordnung, dass das wird jetzt nicht besser so als andersrum.
00:48:46: Aber ich hatte diese eigene harte Erfahrung hat mir dieses Weiche eher zugesetzt
00:48:52: und ich
00:48:52: dachte ja kommt Leute also...
00:48:56: Ich hab das auch, ich habe sowieso zwei Seelen in meiner Brust.
00:49:00: Ich hab so eine richtige, gretzige alte Tante, die so richtig bitter sagt ... Also, ich musste das durchmachen.
00:49:07: Die sagt es nicht bewusst, aber die ist jetzt wirklich übertrieben und muss ein bisschen hier so.
00:49:13: Und dann gibt's die, die sagt was heilen?
00:49:16: Das hat sie so, wie schön dass diese Kinder das erleben dürfen!
00:49:20: Und irgendwie bedürfnisorientiert... Und ich glaube, das ein hat natürlich mit dem anderen zu tun.
00:49:25: Irgendwie die Trauer über das eigene und den eigenen Schmerz.
00:49:32: Ich glaub aber auch ... Weißt du?
00:49:33: Das ist eigentlich ein gutes Beispiel.
00:49:35: generell also für... Man muss das ja erst mal verstehen warum man dann vielleicht eine gewisse Härte spürt in so einem Moment.
00:49:42: Und ich find es eigentlich schön wenn ich dann verstehe achso, dass kommt aus nem Schmerzer raus
00:49:47: Und dass man sich dann nicht dem hingibt oder die ganze Zeit sagt, etwas ist A oder B. Es kommt dahin daher und es kann auch ... Das ist aber Vergangenheit, das ist da und da liegt es.
00:50:00: Ja, vielleicht kann ich das nehmen und jetzt diese Kinder oder meinen Kindern angucken und dankbar sein, dass sie das erleben können?
00:50:07: Kann auch manchmal ein bisschen schmunzeln, kann ja trotzdem.
00:50:10: So, witzig!
00:50:11: Jetzt kommen hier irgendwie twenty-fünf Bilder per SMS.
00:50:15: Wow Aber dass man so mit Liebe auf sich selbst damals guckt und dann dadurch vielleicht auch auf die Situation jetzt.
00:50:22: Ich habe mir einen aufgeschrieben DDR-Rassismus, du wolltest erst noch was dazu sagen.
00:50:27: Das
00:50:27: finde ich spannend sowieso... Bevor
00:50:30: wir dann mal weggehen von der DDR?
00:50:32: Ja
00:50:32: genau also weil es Völkerfreundschaft ist.
00:50:38: das Bild.
00:50:39: Es ist irgendwie diese Offenheit davon.
00:50:44: Ich hab dir auch noch so internalisiert, dass das so angeblich da war.
00:50:48: und dann irgendwie die Großüberraschung Baseball-Schlägerjahre nach der Wende.
00:50:52: nie doch nicht so sehr.
00:50:55: Und nun hast du das sehr erlebt.
00:50:58: vor allen Dingen hat sein Vater natürlich erlebt wie rassistisch die DDR dann auch war.
00:51:04: Vielleicht kannst du dann ein kleines Licht darauf scheinen, damit man das auch mal für sich versteht.
00:51:09: oder die Menschen, die in der DDR.
00:51:10: Also meine Generation und die Generation nach uns.
00:51:13: Weil letzten Endes wir kannten ... Wir kannten nur Menschen aus Russland also Armeebezug Das kannten wir aber sonst gar nix.
00:51:24: Ja ich mir ist wichtig zu sagen dass es wirklich gute Literatur.
00:51:32: Das gibt jetzt in meinem Buch, das ist schön.
00:51:34: Aber es gibt davor auch ... Also ich reihe mich in so eine Tradition.
00:51:37: Es gibt Peggy Kuka oder Olivia Wenzel, die hat tausend Serpentin Angst geschrieben also auch ne schwarze Frau mit Ostbezug und Katharina Varder, eine ganz tolle Soziologin, die seit Langem aus Wernigerode die seit Langem zu diesem Thema auch forscht, die viel mehr wissen darüber als ich.
00:51:56: Kennst du das Schild Schule ohne Rassismus?
00:52:00: Ich kritisiert das schon lange Gar nicht.
00:52:03: Also eigentlich ist ja daran auch was gebunden, bevor man diese Plakette kriegt muss man irgendwie bestimmte antirassistische Projekte machen und so.
00:52:12: also ich will jetzt gar nicht die ganze Aktion komplett verteufeln aber ich finde dieses Schild zu fatal weil das irgendwie suggeriert wenn man das so draufklebt auf die Schule dann wird Rassismus irgendwie so unbesprechbar da.
00:52:22: es gibt's halt nicht schule ohne Rassismus.
00:52:24: Ich finds cool dass würde heißen Schule gegen Rassisms Aber es ist ein anderes Thema.
00:52:28: aber es suggerieren erst mal Ja gut bei uns alles gut No worries haben wir nicht.
00:52:33: Wenn dann aber Rassismus passiert, können wir nicht darüber reden weil dann die Situation oft so ist... Aber wir haben ja keiner steht da bei uns drauf.
00:52:39: und so war das eine DDR auch DDR ohne Rassismus Und sehr schnell nach dem Nationalsozialismus wurden quasi die ganzen also das wurde ideologisch was halt ideologisch da gewirkt hat, überhaupt nicht aufgearbeitet.
00:52:56: Im Westen auch nicht.
00:52:57: Also ich will jetzt gar nicht nur das aufmachen und wir sprechen ja gerade über DDR.
00:53:00: Es wurde überhaupt nicht aufgearbeitet aber es wurde drauf geklebt.
00:53:03: Aber wie sind jetzt DDR ohne Rassismus?
00:53:06: Und das sieht man daran dass wir unter anderem Völkerfreundschaften haben mit den anderen sozialistischen Staaten und die dürfen zu uns kommen und sie dürfen bei uns studieren und arbeiten in Stahlwerk.
00:53:15: mein Vater hat einen riesigen Stahl Werk gearbeitet und studiert und das hat man nach außen sehr performativ.
00:53:22: vielleicht gibt es auch Kinderbücher.
00:53:25: Man findet das, aber nach innen war der Rassismus natürlich nach wie vor da und er hat auch gewirkt.
00:53:31: Es gibt eine Studie über siebenhundert rassistische Vorfälle also wirklich schlimme Vorfällere.
00:53:40: Rassismus ist ja so ein Spektrum.
00:53:42: Also es gibt die Spitze vom Eisberg, das sind jetzt wirklich physisch Übergriffe und so der rassistsische Mord den Rassismus in Kinderbüchern, Schulbuchen.
00:53:51: Also es ist ja ein Kontinuum und ich rede jetzt erst mal nur von dieser Spitze gab's über siebenhundert dokumentierte Vorfälle und ganz oft wurde dann auch nicht gesagt von den Gerichten das war rassistisch sondern es wurde gesagt zwar halt eine Beleidigung oder so.
00:54:06: also weil klar war dass darf jetzt nicht Rassismus sein auch wenn es sehr offensichtlich war.
00:54:10: Ich weiß nicht hast du mal gehört von Erfurth v.a?
00:54:13: Nein
00:54:13: Das krass war ich nämlich auch nicht bis ich bis vor einem Jahr mein Ein guter Freund von mir Daniel Schulz, ein Journalist an der Tat.
00:54:21: Der hat einen Artikel dazu geschrieben und kann man also nachlesen möchte.
00:54:24: Und bestimmt haben auch andere dazu geschrieben, da wurden auf dem Erfurter Marktplatz... Also ich hab den Marktplatz auf einem Platz in Erfurt.
00:54:32: ganz plötzlich fand eine Hetzjagd statt wo einhundertfünfzig bis dreihundert Menschen auf algerische Gastarbeiter losgegangen sind und die durch Erfurt gehetzt haben.
00:54:43: Und verprügelt haben, und irgendwie schlimm verletzt haben.
00:54:46: also wirklich furchtbar.
00:54:48: kein Mensch redet davon es gibt keinen Gedenken es gibt keine Aufarbeitung gar nichts weil man drauf hatte.
00:54:56: DDR ohne Rassismus und auch wie gesagt mein Vater ist zum Glück verschont geblieben aber von physischen übergriffen.
00:55:03: aber ich weiß dass er seine Kommilitonen bespuckt wurden, ein Kommilitone wurde verprügelt.
00:55:08: Wie gesagt meine Mutter und mein Vater wurden irgendwie verächtlich beschimpft.
00:55:12: Meine großen Mutter, wenn sie mit mir auf der Straße war hat erlebt dass sie irgendwie angefeindet wurde.
00:55:18: also das sind so die krassen Sachen.
00:55:20: die waren alle total realen.
00:55:21: Das N-Wort war total normalisiert Und ich weiß noch dass ich eine Freundin hatte Und da hab ich dann irgendwann mal gesagt, weiß du das?
00:55:31: Da war ich echt klein.
00:55:32: Fünf oder so und find's eigentlich cool von der fünf irgendein Poker.
00:55:35: Ich habe ihr gesagt, dass finde ich nicht schönes Wort.
00:55:37: Das tut mir weh!
00:55:38: Und die hat mir erklärt, weißt du, das stimmt nicht was du fühlst weil es ist überall anders.
00:55:43: Ist das ein schlimmes Wort?
00:55:44: aber hier bei uns in unserem Land nicht.
00:55:47: Weil wir sind ja befreundet mit solchen wie euch.
00:55:53: Total gutes Beispiel für das, wie Rassismus dann in der DDR gewirkt hat.
00:55:57: Und dieser Rassismus, der halt da war ist nach der Wende so ... konnte hoch platzen und rausplatzen.
00:56:06: Auch wichtig, Nazis aus dem Westen haben auch die Gunst der Stunde genutzt und sind in den Osten gekommen und haben da rekrutiert Rattenfänger gespielt, wie auch immer.
00:56:16: Der Westen hat natürlich seine eigene Rassistungsgeschichte.
00:56:19: Diese Völkerfreundschaft, das ist das Letzte was ich dazu sagen kann.
00:56:23: Da war irgendwie immer auch klar, wer an dieser Freundschaft oben ist und wer unten.
00:56:29: Weißt du?
00:56:29: Und es war wie gesagt ja auch klar ... Ja gut die existiert auf dem Papier aber das ist jetzt nicht so dass wir sie als Nachbarn wollen oder dass wir die in unserem Ess-Tisch haben wollen oder die sollen das studieren dann schön für die Völkerfreundschaft winken und dann schnell wieder gehen.
00:56:47: Und haben.
00:56:48: trotzdem gibt's Menschen wie mich.
00:56:51: also Sie haben nicht drauf gehört Einige und ich bin auch gut, ist auch gut so.
00:56:56: Und die DDR wird aber leider oft so erzählt als hätte es uns nicht gegeben?
00:57:01: Das ist wirklich wahr!
00:57:02: Also das gibt keinen... Ich glaube, ich bin schon jemand der offen durch die Welt geht und du hast mir gesagt, ich weiß nicht ob du mir geschrieben hattest oder der Verlag oder wo, da ging's eben auch so Rassismus in der DDR.
00:57:17: oder wie ist es als schwarzes Kinder-DDR aufzuwacken?
00:57:21: Perspektive kenne ich gar nicht.
00:57:24: Das ist wirklich nicht da!
00:57:26: Aber das ist wichtig, ne?
00:57:28: Es ist auch die Frage wo und wie man hinguckt... Also wie gesagt es gibt ja diese Bücher von so vielen Menschen, die ich jetzt genannt habe oder wie gesagt Katharina Wader, die schon seit langem dazu forscht.
00:57:36: also wenn man jetzt aktiv danach sucht findet man schon auch was und auch wichtige Stimmen, die dazu auch schon länger sprechen.
00:57:46: Ich bin bei weitem dann überhaupt nicht die Erste Aber es war für mich auch total wichtig, rückblickend.
00:57:51: Weil ich als Kind natürlich ... Ich hatte eine schwarze Freundin aber generell hatte ich das Gefühl wir waren alle ... Also ich war sehr isoliert.
00:57:58: Ich hatte nicht das Gefühl ... Andersrum ist es jetzt immer schön andere kennenzulernen und sagen, du warst ja auch da?
00:58:06: Du warst gar nicht weit weg zwei Straßen weiter!
00:58:09: Ach cool!
00:58:09: Es ist nicht so dieses Gefühl von Community.
00:58:13: Also zumindest ich hab das nicht erlebt.
00:58:15: Vielleicht haben das andere erlebt, sondern schon so eine Form von Vereinzelung und irgendwie da drin mussten wir so wirken überleben.
00:58:22: und dieses Kennenlernen als Community kam für mich erst sehr viel später.
00:58:27: Er hat das Land verlassen, er hat einen Ausweiseantrag gestellt.
00:58:30: Du warst acht?
00:58:31: Hat es du also ... Ich glaube, ich bin jetzt nicht mehr ganz sicher ob das Daniel ... Nee wie heißt der Jahrestage-Autor, der viel auch darüber geschrieben hat oder der stellte die Frage, wollten die Menschen, die aus der DDR weg sind, sie aus der DDR weg?
00:58:50: Und wollten die wirklich in den Westen?
00:58:53: Uwe Jonsson.
00:58:54: Oder wollten die einfach nur weg von der DDR?
00:58:57: Du hast mit deiner Mama ja drüber gesprochen.
00:58:58: Wollte sie in den westen oder wollte sie einfach nur Weg?
00:59:02: Naja ich glaube beides!
00:59:03: Also... Ich glaub, West-Berlin ist schon auch was, was sie angezogen hat.
00:59:08: Aber sie hat auch geträumt von generell vom Reisen von Paris.
00:59:11: Ich weiß noch als wir das erste Mal nach Paris gefahren sind mit einem Zug rein und dann so eine Träne bei ihr langgelaufen.
00:59:17: Das finde ich ein ganz emotionaler Moment.
00:59:21: Also ich glaube, dass eingesperrt sein ... Das ist etwas, was sich schon sehr früh verstanden hat.
00:59:26: Auch in ihrer Teenagerzeit.
00:59:28: Wir sind ja eingesperrt durch Leute die aus dem Westen zu Besuch kamen oder wieder fahren konnten.
00:59:33: Und sie hat auch sehr früh schon diese ganze dogmatische Erziehungsversuche da hinterfragt.
00:59:40: Und davon wollte sie auf jeden Fall weg, aber sie wollte auch in die Welt und Dinge erleben ... Nach Paris zum Beispiel oder anderen.
00:59:48: Aber so die Welt sehen oder andere Orte sehen.
00:59:54: Wir sind dann erst mal nach Westberlin.
00:59:57: In ein besetztes Haus?
00:59:58: Ja!
00:59:59: Wie hat diese, also auch meiner Wahrnehmung nur.
01:00:02: Wenn ich es als ich's gelesen hab stelle ich mir auch für ein Kind erstmal total irre vor.
01:00:10: Ich habe das erst schon gesagt.
01:00:11: wie so zwei Welten und da kommt man aus dieser DDR-Welt und dann kommt man in einem besetztes Haus mit Punks, mit Unordnung an fünf Strichen...
01:00:22: Das ist das Ding!
01:00:23: Das war gar nicht.
01:00:24: War es gar nicht.
01:00:26: Es war wirklich superordentlich.
01:00:27: Es waren keine Punks da, es war nicht diese Form von besetztem Haus.
01:00:31: Es gab ja super viele besetzte Häuser in Berlin zu der Zeit und das waren wirklich so junge Menschen aus dem Schwabenland und aus Bayern und die irgendwie eine Zeit lang nach Berlin wollten und dann dort die Tugenden, die sie so gelernt hatten zu Hause auch da umgesetzt haben.
01:00:51: Es war viel biederer als man denkt.
01:00:53: also es gab Regeln.
01:00:56: Es gab, es war total schick auch alles.
01:00:59: Ja also es war überhaupt nicht so... Also die Stadt war wild!
01:01:03: Also ich meine Berlin war ja in einem Ausnahmezustand, in einer Identitätskrise, da zog sich diese fette Narbe quer durch dieses Stadt.
01:01:10: und dann war Berlin auch so ein Hub natürlich für viele Experimentelle Kunst und Kultur, also als Stadt war das schon irgendwie, fand ich es sehr vibrant oder so.
01:01:23: Aber dieses Haus, das war nicht jetzt wild in dem Sinne.
01:01:27: Ich war das einzige Kind, es waren viele Erwachsene.
01:01:29: Ich hatte viele Leute die Lust hatten mir vorzulesen mit mir gespielt haben, mit mir zusammen waren.
01:01:35: Es war nichts gegen Punks überhaupt nicht aber es war's einfach
01:01:40: nicht.
01:01:41: Es gibt ein paar Sachen, die für mich schwer aushaltbar waren Und ich würde eine Sache ansprechen wollen, wenn du nicht drüber reden willst.
01:01:49: Ist das für mich völlig... Also völlig fein logischerweise.
01:01:54: Vielleicht gehen wir... Kannst du es ja an der Metaebene ansprechen und jetzt nicht so deep dive rein?
01:01:58: Sondern dann gucken wir!
01:02:00: Ja also die Metaebene ist im Grunde... Bin mir nicht sicher wie alt du warst ungefähr zehn, meine ich.
01:02:09: Und deine Mutter musste dich abholen von der Schule weil deine Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte.
01:02:15: Und das war für mich, also ich krieg eine ganze Horte.
01:02:18: Weil ich das gar nicht ... wenn eine Schule ein Kind nicht mehr vor anderen Kindern beschützen kann und ich hab mich gefragt wie das für deine Mutter gewesen sein muss in diesem Moment?
01:02:30: Wenn du mit ihr darüber geredet hast, dass dich weißt...
01:02:32: Nee, hab' ich nicht!
01:02:33: Ich denke da müssten wir sie tatsächlich fragen und ich würd jetzt nicht unbedingt in die Situation reingehen.
01:02:38: dazu kann man das Buch dann lesen und ich weiß nur, dass sie mich sehr aufgefangen hat.
01:02:44: Das hat meine Mama immer wenn das Leben irgendwie hart war draußen.
01:02:47: Und viel sich ... Also sie hatte ja auch, irgendwie war ja auch jetzt irgendwie alleine in diesem neuen aber gleichen Land, wo trotzdem alles irgendwie anscheinend gleich, aber irgendwie dann doch anders war und...
01:03:04: Da stelle ich mir auch so krass vor dass du sagst, also diesen Moment, du erlebst etwas in der DDR?
01:03:10: Du erlebst ein System von dem du weg willst Und da gibt es ja viele Gründe, wovon.
01:03:14: und einer Grund ist wahrscheinlich auch Erfahrung mit Rassismus gegenüber dem eigenen Kind oder dem Vater des Kindes.
01:03:22: Dann gehst du in den Westen und denkst das ist freier unter Umständen?
01:03:25: Und dann ruft irgendwann niemand an und sagt...
01:03:28: Aber die Situation hatte gar nicht zwangsläubig, glaube ich, mit Ressismus zu tun!
01:03:32: Also ich weiß natürlich nicht mal weil's nie, aber es war jetzt nicht dass die Prämisse für mich in dem Moment, glaub' ich I don't
01:03:40: know.
01:03:41: Aber natürlich ist es spannend, dass der Westen ... Natürlich gab's im Westen auch Rassismus.
01:03:48: Ja?
01:03:49: Aber genau in meinem Buch kommt Rassismus vor, aber das ist ja eigentlich kein Buch über Rassistismus, würde ich sagen.
01:03:56: Aber es ist halt Teil des Erlebens als schwarzer Mensch des Lebens und meine Mama war natürlich auch sehr ... Ich musste sich umgewöhnen, das war natürlich krass.
01:04:05: Sie hatte irgendwie eine Alleinerziehung mit Kind Musste einen Job finden, musste irgendwie klarkommen.
01:04:10: Wie gesagt in erst in Moabit dann in Kreuzberg und das war schon auch ja.
01:04:16: also wilde Zeiten wie gesagt in Berlin Und es gab kein Hort Also wenig Betreuungsmöglichkeiten für mich und so.
01:04:24: aber sie hat wirklich immer ihr möglichstes getan Mich so in solchen Momenten aufzufangen gar nicht in Form von dass wir jetzt darüber gesprochen hätten.
01:04:31: Aber so gemeinsam Dinge zu machen zusammen Was zu essen zu kochen Serien zu gucken, Bücher vorzulesen und zu lachen.
01:04:42: Das war immer gut.
01:04:43: Aber wie es ihr da habt mir tatsächlich nicht drüber gesprochen?
01:04:47: Also was ich weiß ist das ... Da hab' ich mich dran erinnert... Es steht doch gar nicht im Buch aber ich habe das in Kreuzberg wahrscheinlich auch darüber hinaus, aber mir fällt nicht eigentlich außer.
01:04:59: Es gab ein Zeichen damals so einen Aufkleber den Läden- und Restaurants ranmachen konnten, anbringen konnten.
01:05:06: Um zu signalisieren hier seid ihr sicher vor Nazis und ich weiß dass meine Mama ... Ich hab das so vor Augen so rumgelaufen sind und sie mir das gezeigt hat damit ich weiß okay hier kann ich reinrennen Und das habe ich total präsent.
01:05:21: Das ist spannend, weil Leute das auch immer denken.
01:05:24: Oh, das war doch hier Kreuzberg damals?
01:05:26: Da gab es das ja.
01:05:27: Aber die Baseballschlägerjahre ... Natürlich waren diese sehr präsent im Osten aber die waren auch präsend.
01:05:31: am besten und ich weiß noch...
01:05:32: Die waren auch Präsent in Kreuzberg!
01:05:34: Ja also ich weiß nach wie wir total wussten, wie ein Skinhead aussieht und dass sich immer auf die Schuhe geguckt hat von Leuten.
01:05:41: Dieses schwarze Springerstiefel, weiße Schnürsenkel dann, die grüne Bomberjacke und Glatze und so.
01:05:48: Dass ich eine Zeit lang immer auf Schuher geguckt habe.
01:05:51: Ich weiß von mindestens einer Situation, wo meine Mutter mich auch physisch verteidigen muss.
01:05:55: Das war am Kottbusser-Tor, also wo ich angegriffen wurde, physisch von einem Typen und sie dazwischen gegangen ist.
01:06:02: Und das ist jetzt auch wieder so krass!
01:06:03: Aber die Baseballschlägerjahre waren... Da war irgendwie so eine Stimmung, also zwar ne aufregende Stimmung generell für das Land und auch wie für die Kunstzene oder so.
01:06:16: da war viel los aber es war auch echt so ein Gefühl der Angst Sie so im Alltag lag und auch in Kreuzberg.
01:06:24: Also
01:06:24: du verschreibst an einer Stelle, dass du lieber mit Erwachsenen zusammen warst als mit Kindern?
01:06:28: Gab es irgendwo einen Moment wo das mal anders war für dich?
01:06:31: also ich kenne das noch.
01:06:33: mein Kindheitserleben ist eigentlich... Ich mochte das auch immer wahnsinnig gerne mit den Erwachsenden und da mitten zu hören, mitzusitzen und so großartig.
01:06:43: aber ich habe Kinder nicht so als bedrohlich wahrgenommen Und erst dann, als es so Richtung Jugend-, Baseball-Schlägejahre und so.
01:06:56: Dann wurde das bedrohlich.
01:06:57: Dann waren plötzlich ... Schulfreunde waren dann plötzlich, oh wow!
01:07:02: Jetzt ist man nicht mehr
01:07:04: offensichtlich mit
01:07:06: mir zusammen?
01:07:06: Ja ja... Ähm, und dann kenne ich die Bedrohlichkeit für mich erst später an.
01:07:12: Wenn ich das Buch richtig verstanden war Die Bedrohligkeit aber auch von anderen Kindern Für dich auch schon immer irgendwie da.
01:07:17: Irgendwie, ja während du so redest Also, ich hatte ja immer auch Freundinnen.
01:07:22: Es war nicht so, dass ich irgendwie jetzt ein Loner war und ich glaube auch, wenn man das von außen betrachtet hätte ... Man hat es gar nicht wahrgenommen.
01:07:31: Weil ich jetzt nicht so ein schüchternes stilles Kind war.
01:07:37: Ich kann jetzt viel reden, ich hab auch damals ... Das heißt, ich hätte den ganzen Tag geredet.
01:07:41: Das weiß ich nicht!
01:07:42: Aber es gibt Menschen in meiner Familie die behaupten das und meine Oma sagte immer du warst so anstrengend wie alle, meine drei Kinder zusammen.
01:07:50: also entscheidend hatte ich eine Energie aber im Gefühl her hat dich das irgendwie schon sehr lange wahrscheinlich nicht von Anfang an aber sehr lang.
01:07:59: und das spannende ist... ich habe das manchmal heute noch Nicht jetzt, dass ich so richtig panik.
01:08:04: Aber das ... Ich Respekt hab vor Kindergruppen, Teenie-Gruppen oder auch Kindergruppe, dass sich so ... Dass in mir irgendwas passiert.
01:08:15: Innerlich, das würde ich niemals ... Damit kann ich gut umgehen!
01:08:19: Das ist nicht was mich lämt überhaupt nicht.
01:08:22: Es gibt diese kleinen Automatismus, der manchmal anspringt und durch so einfach ... Ja, weil ich glaube in diesen ... Gruppensituationen, Gruppendynamiken.
01:08:34: Das ist ja überhaupt nicht ... Erwachsenengruppen sind, finde ich auch gruselig.
01:08:39: Also in Gruppen passieren, glaube ich, in Dynamiken immer auch schwierige Dinge und ich will überhaupt nicht sagen dass sich nur an dem einen Ende dieser Dynamik war.
01:08:49: Ich habe das bestimmt auch in bestimmten Kontexten also bestimmt kommen.
01:08:52: jetzt können auch Leute kommen Geschichten erzählen wo ich irgendwie gemein war aber ich hab das schon oft als auch gewaltvolle Situation so erlebt und weiß so die Power von so Kids-Dynamiken, finde das heute oft auch total cool.
01:09:06: Und also ich liebe die Freunde in meiner Kinder
01:09:09: usw.,
01:09:09: aber ich kenne das wenn ich in der Schule ... Also wir haben... Wenn wir arbeiten zum Beispiel, wenn ich eine Schule gehe dass ich immer noch dieses Flauergefühl habe, denkst du wow krass!
01:09:17: Da
01:09:18: sind wir ja ... Da sind sie immer
01:09:19: vierzig.
01:09:20: Ja, aber es ist dann genau wahrscheinlich das.
01:09:22: The Body Keeps the Score?
01:09:23: Ja, also dieses irgendwas triggert ein man weiß gar nicht mehr genau was sondern könnte sogar sowas sein wie Wie die Geräuschkulisse von Kindern, die so Energie haben.
01:09:34: Weil man unter Umständen auch kennt okay diese Energie hat sich auch schon mal und nicht nur einmal gegen
01:09:38: mich gerichtet.
01:09:39: Ja ja genau also wie gesagt ich finde Kinder auch sehr toll.
01:09:42: Ich möchte jetzt nicht in Verruf kommen.
01:09:46: Tolle Kinder.
01:09:47: aber ich glaube diese Dynamiken Gruppendynamiken können manchmal schwierig sein.
01:09:52: Nicht nur aus deiner Erfahrung deiner persönlichen sondern aus der Arbeit als Anti-Rassismus Trainer, wo es ja auch viel um Gruppendynamiken geht.
01:10:00: Hast du eine Erklärung irgendwo gefunden warum das so ist?
01:10:03: Dass auch gerade Kinder dann manchmal in so Gruppen sich zusammen finden und so sehr definieren darüber dass sie eine andere Person rausgeschickt wird?
01:10:19: Ich bin ja keine Soziologin, die können das bestimmt viel besser erklären.
01:10:23: Aber mein Take ist ... ich glaube es hat oft mit Zugehörigkeit zu tun und auch wie so ein Chameleon aber umgedreht oder das Gefühl okay, besser der als ich.
01:10:34: Weißt du?
01:10:35: Also das kenne ich auch.
01:10:37: übrigens also dass sich auch, ich war auch schon in Situationen dann später wo ich irgendwie das Gefühl hatte ok, Puh!
01:10:43: Ein Glück Bin ich jetzt nicht dran?
01:10:45: Ich bin gerade bei den Starken oder so.
01:10:47: Das passiert in Gruppen und in Schulen, wo du auch jeden Tag zusammen sein musst.
01:10:51: Das sind ja nicht selbstgewählte Gruppen, das sind nicht Klicken die sich finden weil sie gemeinsam Interessen haben sondern die müssen ja den ganzen Tag über viele Jahre in diesem Setting sein.
01:11:02: Da passiert es eigentlich immer schnell dass es eine Hierarchie gibt oder Hierarchien sich bilden, dass es In-Grups und Out-Groops gibt und dass die sich verändern.
01:11:13: Es war dann schon in Berlin auch Teenie-Zeit.
01:11:15: Da waren zwei Mädchen, die waren super präsent und die waren richtig krass!
01:11:20: Die hatten auch so deren Ding wahr?
01:11:22: Wir sind Nazis.
01:11:23: Also das war cool damals.
01:11:26: Das fanden Leute cool.
01:11:28: Die waren so on top of the food chain sage ich mal alle wollten sein wie die.
01:11:32: Alle fanden die toll, alle fanden sie cool Und die haben so den Ton angegeben und dann gab es irgendwann einen Bruch und dass eine Mädchen ist weggegangen an der von der Schule und das nur des eines geblieben.
01:11:43: Und dann ist es total gekippt, dann war die auf einmal richtig unten weil dann alle diese ganze Angestaute glaube ich frust von den anderen sich dann so entladen haben.
01:11:52: also diese oder ich fände es übrigens total spannend dass auch mal genauer nochmal zu verstehen.
01:11:58: Also Ich kann das jetzt nur aus Leinen Perspektive
01:12:01: nicht interessiert mich auch.
01:12:02: muss man jemandem einladen und fragen dazu Das finde ich selbst schon.
01:12:05: Thema Gruppen Dynamik Warum man, ich merke das ja auch selber manchmal.
01:12:10: Man ist manchmal in Gruppen und macht plötzlich so bei irgendwas mit wo man denkt, wo man sich so dann ein bisschen so hey!
01:12:15: Ich mach' das jetzt gerade mit also gar nicht im Sinne von dass man jemandem was böse tut sondern einfach auch so Das kippt sehr bei Alkohol, das kippts bei Konzerten Und es fühlt sich auch irgendwie gut an dann manchmal da zu stehen und die Hände zu klatschen wenn man sich dann manchmal von Aussagen Ja, irgendwie auch strange.
01:12:33: Also so geil finde ich das Lied eigentlich gerade nicht.
01:12:35: Genau und es ist so kleine Verleugnung dass man irgendwie denkt, ja kenne ich auch oder du kennst die Person gar nicht über die Musikerin, aber man sagt es einfach, weil man jetzt in dem Moment
01:12:45: genau
01:12:45: das sind so kleine Sachen Und dann ist es hier auch ein Pressure cooker Weil von außen die ganzen Dinge Die auch draußen wirken an Machtzuschreibung also ja auch In diesen kleinen Kontexten wirken.
01:12:57: also Du gehst ja da nicht rein als freie ist individuum sondern du bist dann eben hast die zuschreibung bist ein junger und du bist medien und bis weißen bis schwarzen bis dick und dünn und all das wirkt natürlich da ja drin auch und manches wird halt verstärkt durch gesellschaft durch popkultur oder was.
01:13:15: Also ich hatte, das war ja immer irgendwie diese schönen tollen dünn weißen schlanken Mädchen mit langen blondem Haaren und so einem Pony hier.
01:13:24: Und ganz glattem langen Haar.
01:13:26: Dass die waren ... Eine Zeitlang war das für mich wie Göttinnen.
01:13:30: Ja?
01:13:31: Und dann gibt's eine Gesellschaft, die das aber auch stützt.
01:13:35: Ein bestimmtes Körperideal, ein bestimmtes Frauenideal usw.
01:13:39: Fabi!
01:13:40: Ja, genau.
01:13:41: Dann wirkt es natürlich auch da drin.
01:13:46: Aber bestimmt haben auch die dünn, schlanken Mädchen mit langen Haaren ihre Leidensgeschichten, die sie erzählen könnten in diesem System.
01:13:57: Ich hab schon gesagt es gab mehrere Szenen, die ich schwer aushalten konnte und das ist für mich immer total schwer so was anzusprechen weil das etwas ist, was ich nicht kenne.
01:14:08: Und du schreibst über ein sexuell Missbrauch In einer christlichen Gemeinde.
01:14:15: Ob die jetzt christlicher wissen, oder nicht?
01:14:16: Es ist eine
01:14:17: Gemeinde.
01:14:18: Ist ne Gemeinde und was ich... Da gibt es so viele Ebenen, die... Ich bin selber Mitglied einer Gemeinde gewesen, kenne Schutzräume in diesem Sinne und kann mir das irgendwie einfach alles gar nicht vorstellen wie das dann ist wenn man in so einem Schutzraum sowas erlebt.
01:14:38: Was ich unglaublich berührend fand ist aber dass dass aus dieser Anpassung auch eine gewisse Abhärtung geworden ist.
01:14:51: Also das habe ich daran erkannt oder meiner erkennt zu haben, dass du mit deiner Mutter nicht darüber geredet hast, dass da plötzlich so etwas ist.
01:15:01: was also?
01:15:02: ich hab dein Zuhause wie du drüber geschrieben hast als ein Ort.
01:15:07: wir reden hier es offen und an dieser Stelle dann nicht mehr.
01:15:14: gibt es für dich ne Erklärung dafür?
01:15:16: Ich glaube, ich gehe auf die Meta-Ebene.
01:15:18: Weil das ist wirklich so ein Ort ... Da geh' ich nicht hin und mit dir!
01:15:24: Ja, nein, das war ja richtig schön.
01:15:25: Deswegen haben wir ...
01:15:27: Genau, auch für die Menschen, die zuhören aber... Ich habe mit meiner Mama nie über Rassismus gesprochen, ich hatte keine Sprache.
01:15:34: Wir hatten ... wir haben nicht gewusst wie man Alltagsrassismus zum Beispiel benennt.
01:15:40: In Südafrika gibt es die Appartheid, wir wussten das N-Wort ist ein schlimmes Wort, wenn jemand dich anspuckt dann ist das schlecht.
01:15:49: aber wir hatten keine Sprachen für diese ganzen subtilen Dinge.
01:15:54: und genauso war's auch rund um die Themen Sexualisierte Gewalt, Konsens der eigene Körper ja sagen nein sagen dürfen.
01:16:08: Stopp sagen dürfen.
01:16:10: all das also so feministisch meine Mama auch war und zwar sie und die haben in einer feministischen Tradition gelebt die auch laut waren kämpferisch war und viel diskutiert hat.
01:16:20: aber diese Themen die wir heute besprechen und wo wir heute lernen darüber zu sprechen und viele Menschen Sexualisierte Gewalt erlebt haben.
01:16:32: Jetzt lernen vielleicht auch gehört werden mehr, noch lange nicht genug wie wir jetzt auch bei den Epstein-Files zum Beispiel sehen.
01:16:42: Hunderte Frauen sprechen seit Jahren davon und immer noch gibt's irgendwie Zweifel.
01:16:48: wie auch immer aber wir hatten diese Sprache nicht.
01:16:50: ich hätte nicht gewusst wie ich das sagen könnte weil ich es auch selber für mich gar nicht unter.
01:16:58: also ich habe was erlebt.
01:16:59: Das hat sich ganz komisch und schlecht angefühlt an einem Ort, der sich ganz schön und wunderbar angefühlen hat.
01:17:05: Der sich wie zu Hause angefühle hat, wo ich glücklich war.
01:17:09: Und in diesem Ort ist aber auch was passiert, was sich ganz furchtbar angefühlte mit dem ich sehr alleine war.
01:17:16: Ich glaube die meisten Formen von sexualisierter Gewalt passiert so... Also in Orten, wo Menschen wo du eigentlich mit vertrauten Menschen bist, Menschen die du vielleicht sogar liebst oder die du magst.
01:17:32: Wo eine gewisse Scrooming stattfindet also du wirst so eingelohlt.
01:17:36: und natürlich gibt es auch die krasse Vergewaltigung auf der Straße jemanden zärtig irgendwie rein und das gibt es.
01:17:42: aber ich habe keine Zahlen.
01:17:44: aber ich meine dass der überwiegende Teil tatsächlich da passiert wo sich Menschen eigentlich sicher fühlen oder wo sie bekannte Leute sind.
01:17:55: Ich wollte dieses Schöne nicht verlieren und ich hab auch nicht gedacht, dass was passiert.
01:17:59: Ich habe gedacht das fühlt sich schrecklich an aber ich habe nicht gedacht die machen etwas falsch sondern ich habe gedacht mit mir ist irgendwas falsch sonst würde mir das ja nicht passieren.
01:18:16: Sonst vielleicht also und auch das weil wir in der Gesellschaft leben Die Frauen bis heute suggeriert sie machen Sie sind Schuld an ihrem eigenen Gewalterfahrung Sie hätten sich auf eine bestimmte Weise angezogen.
01:18:31: Sie haben bestimmte Art und Weise geguckt, sind auf eine gewisse Art gelaufen – was auch immer!
01:18:36: Ich weiß noch die Bravo damals.
01:18:38: Also wenn man jetzt die Bravo ... Das war ja mein Holy Grail... Wenn man da mal guckt, was für Botschaften ... Da gab's auch immer Tipps und so.
01:18:48: Für Mädchen.
01:18:49: wie kann man einen Jungen verführen?
01:18:52: Du musst dich so verhalten.
01:18:53: Sei bloß nicht anstrengend!
01:18:56: Die Botschafte die man bekommen hat aus der popkulturellen Welt gepaart mit der Tatsache das es keine Gespräche darüber gab hat dazu geführt, ich hätte das gar nicht so benennen können.
01:19:07: Und die Scham und die Sprachlosigkeit und dieses Entsetzen alles zusammen... Ich hätte das bei meiner Mama ansprechen können aber ich hätte nicht gewusst wie.
01:19:18: Hast
01:19:20: du also das aufgeschrieben hast?
01:19:21: Also da sind viele Sachen drin.
01:19:23: wenn man die aufschreibt dann verändert das ja auch den Blick, den man jetzt hat.
01:19:34: ...versöhnliche, starke, die Erklärungsoffene.
01:19:41: Ähm... noch mal starke lustige Tu-Pro-Ka wo man sich auch wenn man leidt.
01:19:47: Lustig ne?
01:19:47: Dann finde ich ja auch!
01:19:48: Ja
01:19:49: voll also wo man nicht, das hab' ich ja selber erlebt mit dir.
01:19:53: Wo man so offen reden kann und da gibt es irgendwie nicht so ein Du bist nicht so eine Schmatze dazu.
01:19:59: Sondern..
01:20:00: Ich habe ein gutes Pokerface.
01:20:02: Du hast ein gutes Pokerface.
01:20:04: Aber in diesem Moment, wenn man über sowas schreibt.
01:20:07: Dann begibt man sich... Also mir kommt das Wort Opfer in den Sinn und ich hatte nie das Gefühl, wenn ich mit dir irgendwie zu tun hatte, mit deinen Büchern oder einer persönlichen Begegnung, oh hier spreche ich mit einem Opfer!
01:20:24: Ich finde es so spannend, dass du das sagst.
01:20:27: Ich hab noch ein Buch-Tipp, es kommt ein ganz tolles Buch raus.
01:20:31: Kann man auch schon vorstellen von Alice Hastas zum Thema Opfer und die könnte dazu viel tiefer und besser das noch erklären.
01:20:39: aber ich habe Fragen an dieses Opferwort.
01:20:42: also ich glaube erst mal sind wir alle in bestimmten Momenten Opfer von bestimmten Situationen also Opfer vom Gewalt, Opfer ausgrenzen.
01:20:55: Gleichzeitig haben wir das Gefühl, keiner will ein Opfer sein.
01:20:58: Alle sind so, ich bin kein Opfer!
01:21:00: Aber was bedeutet das eigentlich?
01:21:04: Opfer-Sein?
01:21:05: für mich ist in der Situation im Moment eine große Ausweglosigkeit empfunden zu haben, eine große Ohnmacht und in dem Moment eine grosse Hilflosigkeit.
01:21:16: Das muss jetzt aber nicht mein ganzes Leben bestimmen und nicht jede Situation.
01:21:20: Aber ich würde schon sagen, in bestimmten Momenten war ich Opfer von bestimmten Situationen und Umständen.
01:21:26: Warum ist es eigentlich gesellschaftlich was, wo alle so davor wegschrecken?
01:21:31: Ich habe jetzt keine perfekte Antwort aber ich fände es spannend darüber nachzudenken.
01:21:35: Deswegen freue ich mich auf das Buch!
01:21:38: Und dann haben wir auch die Vorstellung wenn schon Opfer... Dann muss es aber ein anführungsstrichen Perfekt des Opfer sein.
01:21:44: also wir sind auch ganz schnell dass wir das Gefühl haben ah die stilisiert sich als Opfer.
01:21:48: Ich nehme jetzt gar nicht mich, sondern irgendjemand anders.
01:21:51: Und eine Frau meistens... Aber sie hat ja das gemacht und das gemacht ... Das heißt, sie ist kein Opfer!
01:21:57: Und das finde ich auch spannend.
01:21:58: also wenn wir jetzt Giselle Pilico zum Beispiel anschauen und der hat ja auch gerade ihr Buch ausgebracht Da war es so dass sie ein Opfer von diesen unfassbaren, unfassbar schrecklichen Taten.
01:22:13: und selbst obwohl sie betäubt worden ist Und es gibt Videos, wie sie schlafen, Schnarchen da liegt.
01:22:24: Gab es Menschen die gesagt haben, aber die hat's ja selber gewollt.
01:22:27: Also die wiedergesagt haben, die ist zwar ein Opfer, aber irgendwie seht ihr doch nicht.
01:22:30: Selbst die Täter in Gerichtssaal haben das und deswegen ... Ich find's einfach spannend über diesen Begriff des Opfers nachzudenken.
01:22:38: also was sagst du damit wenn du zu mir sagst ich hab dich nicht so als Opfer erlebt?
01:22:44: Warum is' das dann?
01:22:46: Was wäre, wenn du mich als Opfer erlebt hättest?
01:22:49: Was wäre dann daran geknüpft.
01:22:52: Was für dich schwierig wäre?
01:22:55: Erst mal gar nicht daran... Also es gibt ja was wir ganz am Anfang schon hatten.
01:22:59: Es gibt so eine Art Bild von jemandem Dass man sich so aufgrund von ein paar Begegnungen macht, die man kommt in den Raum rein und man spricht mit der Person, dann gibt das so eine art.
01:23:12: Das gibt ebenso ein Bild Und es gibt bei manchen Menschen Da gibt es eine Art, erscheint eine Bedürftigkeit
01:23:20: durch.
01:23:22: Und wenn man dann manchmal näher fragt oder näher guckt, dann kommt man irgendwann an den Punkt okay, dir ist etwas passiert Das hat dich verwundet das hat dich verletzt du bist ein Verkehrsopfer geworden Du bist einen Lebensopfer worden wie wir alle das irgendwie sind und mancher haben diese bedürftigkeit strahlen die mehr außen andere weniger.
01:23:40: und
01:23:41: Würdest du sagen dass das was Schwaches?
01:23:43: Nein also ich würde gar nicht Neid oder das Gefühl von?
01:23:49: Ich pass auch.
01:23:51: Wenn ich zum Beispiel... Es gibt Menschen, die sind sehr geräuschempfindlich so und wenn ich das dann weiß, die ist ein Geräusch empfindlich, dann bin ich so leiser.
01:24:07: Also sowas sensibles meinst du?
01:24:09: Genau!
01:24:10: Und es gibt aber auch jemanden, wo ich weiß okay mit dieser Person.
01:24:13: da kann man wirklich Feuer frei für sämtliche Witze, die man machen will.
01:24:21: Und alles geht und man kann sozusagen ... Man muss gar nicht auf nichts achten, meint man so.
01:24:28: Oder man kann auch mal laut sein.
01:24:31: Man kann furzen rübsen.
01:24:34: Die wär dann quasi kein Opfer.
01:24:36: Genau
01:24:36: um das extreme mal zu nehmen?
01:24:38: Ich find es spannend aber wie gesagt ich hab keine ... Endlichen Antworten.
01:24:43: Ich würd's nur gerne mehr darüber nachdenken und darüber reden, was eigentlich wir so verbinden mit diesem Gefühl von Opfer.
01:24:51: Und wann wir das Gefühl haben, jemand ist zu Recht ein Opfer?
01:24:54: Manchmal wo wir das Gefühle haben ... Ist ein gutes Opfer.
01:24:57: also in dem Sinne macht das irgendwie oder manchmal hat man das Gefühl die macht sich zum Opfer!
01:25:01: Also was da so dahinter steht, das find ich irgendwie spannend.
01:25:04: Genau aber ja...
01:25:07: Es hatte hier etwas mit einer.
01:25:10: Wenn wir über Autoritäten nachdenken, das ist auch nur Nachdenken.
01:25:15: Dann denke ich, dass es jetzt eine kompetente Person in einem bestimmten Feld war und die hat da durch diese Autorität etwas Starkes.
01:25:30: Und dann ist das erstmal so okay.
01:25:34: In diesem Bereich muss ja nicht auf alles gelten aber so dann ist dieser okay.
01:25:38: Meine Frage ging mich genau dahin, dass du bist für viele Menschen eine Autorität in einem bestimmten Feld.
01:25:48: Und aber auch ne sanfte Autorität so.
01:25:51: Das Autoritäts hat wir malen
01:25:53: immer
01:25:53: das ist was hartes ist
01:25:55: und so.
01:25:55: Aber das muss es überhaupt gar nicht sein sondern das ist einfach jemand eine Person der man eine hohe Kompetenz und einer finde ich eine Art von Haltung irgendwie beim Mist.
01:26:05: Und wenn man dann so verletzlich schreibt und sich so offen zeigt, könnte man unter Umständen sich selber fragen ist das eigentlich... Also wenn ich über... Das ist mir in dieser Szene... Szene hört sich so filmisch an.
01:26:24: Ist
01:26:24: okay, es ist ja auch literarische Song.
01:26:26: Es ist ganz gut!
01:26:27: Das rückt es ein bisschen ins literarisches
01:26:30: Feind.
01:26:31: Da würde ich sagen, hier ist das Wort Opfer wird dann für mich größer und Opfer und Autorität.
01:26:38: Das geht für mich noch nicht so richtig zusammen.
01:26:43: Du kennst auch Brandy Brown Verletzlichkeit macht stark.
01:26:47: Dennoch ist es nicht etwas... Wir kennen es nicht so in unserer Welt dass jemand sagt oh Mensch da ist mir das und das passiert Ich habe den und den Fehler gemacht nimmt in irgendeiner Form... Also es gibt ja die Angst, dass das irgendetwas nehmen könnte.
01:27:06: Das stimmt!
01:27:07: Und deswegen langer Bogen hattest du eine Angst, was dir das etwas nehmen könnte?
01:27:11: Ich verstehe.
01:27:11: Also natürlich ich meine diese Welt.
01:27:13: also noch ein Vorgedanke.
01:27:16: Es gibt auch Insofern ist alles unfertige Gedanken zu dem Thema Opferjahr Die ich jetzt hier so habe.
01:27:23: aber ich kenne auch, dass sich net aus den USA zumindest dieser Bewegung oder ich weiß nicht, ob es eine Bewegung ist.
01:27:29: Gehört hat das Menschen weg von einem Victim zu einem Survivor.
01:27:36: Also ich bin nicht Opfer sondern überlebende und das macht natürlich was in der Art und Weise wie man eine Geschichte erzählt die einem erlebt ist.
01:27:44: ob ich jetzt sage ich war ein Opfer oder ich habe das Überleben?
01:27:46: Und dann gibt es auch wieder welche die sagen nee Moment ich hab das überlebt aber ich war trotzdem mit dem momenten Opfer.
01:27:52: und ich glaube auch da sind wir wieder bei der Gleichzeitigkeit.
01:27:55: Eine Person als stark wahrgenommen wird oder auch vielleicht resilient.
01:28:05: Die kann natürlich trotzdem im Laufe ihres Lebensmomente erlebt haben, in denen sie sich ausgeliefert gefühlt hat, victimisiert würde und die das dann aber überlebt hat.
01:28:21: sind wirken Menschen auch auf uns stark, die was erlebt haben und das auch überlebt haben.
01:28:27: Weil sie ja einen Weg gefunden haben, das zu überleben.
01:28:31: Also wenn ich Giselle Pelikot in ihren Interviews sehe, dann ist da für mich eine starke Frau?
01:28:36: Absolut gar keine Frage!
01:28:37: Na also einer souveräne Starke-Frau... Wenn ich Roxane Gay mitdeich heute angefangen habe ... Ich denke, wow was für ein toller Mensch.
01:28:49: Menschen wie Andra, die andere ... Für mich vor allen Dingen auch schwarze Frauen über ihre sexualisierte Gewalt erzählt haben so Oprah Winfrey oder Tarana Burke.
01:28:59: das ist die Frau, die der Smithu Movement gestartet hat.
01:29:02: Das sind für mich alles krasse Frauen, die ich sehr bewunder und vielleicht gerade weil sie im Leben eben auch in die Dunkelheit geschaut haben Und dann irgendwie das überlebt haben und dass mit sich tragen, aber vielleicht auch davon erzählen.
01:29:24: Und ich bin immer so dankbar gewesen, wenn Menschen nicht nur eine Chiroshiro-Geschichte erzählen von hey!
01:29:31: Ich war immer super und danach war ich noch mal super und jetzt bin ich erst richtig super weil das ist irgendwie auch nicht relatable.
01:29:38: Das ist nicht echt also... Ich habe viel schönes erlebt viele tolle Begegnungen gehabt Freundinenschaften Wunderbare Mama, tolle Kinder.
01:29:49: Ich hab die Liebe meines Lebens getroffen.
01:29:52: Für mich ein bisschen spät.
01:29:52: für zehn Jahre hätt ich gerne früher, aber es ist okay und ... In meiner Arbeit habe ich tolle Menschen.
01:30:00: Ich habe so viel schönes erlebt.
01:30:03: Das hat mich mindestens genauso geprägt wie die Furchtbahnsachen.
01:30:06: Ich hatte auch schwere und schlimme Sachen erlebt.
01:30:09: So wie sehr viele Menschen schlimme Dinge erleben.
01:30:13: Und zu deiner Frage?
01:30:15: Es ist absolut terrifying, das an die Welt zu geben auch.
01:30:20: Aber weil die Welt auch eine harte Welt ist und weil die welt oft wie näher denkt in gut oder schlecht oder in richtig oder falsch oder in... Und wir es oft nicht schaffen dieses Gleichzeitigkeit dazwischen beides kann existieren an einem Platz umarmen Wir wollen immer so kategorien.
01:30:40: Und wir leben in einer Welt, die sehr hart, also wir sind oft sehr hart zueinander.
01:30:44: Aber ich glaube, ich bin überzeugt dass gerade deshalb es so wichtig ist in dieser Zeit eine Verletzlichkeit zu zeigen.
01:30:51: Ein Raum aufzumachen da sind wir wieder am Anfang wo Menschen sich auch in ihrer Verletzlichkeit zeigen können.
01:31:00: weil wie kann ich von dir erwarten über deine Verletztlichkeiten zu sprechen wenn nicht meine Aura öffne?
01:31:06: und trotzdem macht das mir natürlich total Angst.
01:31:10: aber there's no courage without fear.
01:31:14: Also es gibt keine Mut ohne
01:31:17: Angst.
01:31:18: und da ist wieder die Gleichzeitigkeit, ich freue mich auch drauf auf den Austausch.
01:31:23: Was is terrifying für dich?
01:31:25: Also wenn wir da sozusagen in dem Fall nicht in die Meta-Ebene gehen sondern wirklich reingehen was fühlt sich bei dir, wenn du sagst so das ist etwas Ängstliches das auch so preiszugeben das macht irgendwie...
01:31:39: Klar, also ich meine... Ich bin ja ein Mensch mit all dem ganzen Umfang aller Emotionen und ich bin bestimmt nicht immer mutig.
01:31:48: Oder wenn ich mutig bin habe auch Angst?
01:31:50: Ich erzähle da viel von mir!
01:31:53: Und ich erzähle auch Dinge die meisten Menschen, auch Menschen die ich schon lange kenne noch nicht wussten von mir Das macht erstmal das fühlt sich nackt an.
01:32:04: Das fühlt mich aufregend an und auch beängstigend.
01:32:09: Was ist das Beängstigende für dich dann daran?
01:32:12: Also was, also gerade...
01:32:13: Na ja.
01:32:13: Also klar wenn ich dir sage hier ist mein Herz, das pulsiert und es weich und zart, dann kannst du das natürlich auch nehmen und zerquetschen.
01:32:21: Du kannst drauf hauen, drauf spucken, was auch immer!
01:32:24: Und das is man als öffentliche Person.
01:32:26: Das lernen alle die irgendwie eine gewisse Öffentlichkeit haben über die Zeit.
01:32:30: Brauchst du auch ein bisschen eine härtere Schale?
01:32:34: Also ich übe das noch.
01:32:36: Aber du bist sehr viel Feedback ausgesetzt und natürlich ist es sowieso schon.
01:32:40: Und auch als schwarze Frau in dieser Welt, also die zu Rassismus arbeitet sowieso so schon.
01:32:48: Wenn du dich jetzt noch hinstellst und sagst hier bin ich übrigens besonders verlässlich dann ist das natürlich auch eine Gefahr... Also ist natürlich auch ne Angst da dass Menschen das ausnutzen könnten oder nicht so behandeln.
01:33:01: Gut behandeln!
01:33:01: Das ist sogar sicher so dass es Menschen geben wird die das nicht gut behandeln.
01:33:06: Und das ist die eine Angst und die andere Sache.
01:33:10: Dieses Ich-ist kein Selbstzweck in dem Buch, ich habe es nicht geschrieben um zu sagen hier ist meine Geschichte, ich, also ersten Buch und jetzt du und jetzt und jetzt ich quasi nein sondern wie gesagt ich möchte einen Resonanzraum aufmachen.
01:33:24: nur dass ich ist mir gar nicht so wichtig in den Buch, dass es jetzt ich meine Geschichte ist, sondern es ist eine Geschichte.
01:33:29: und schau doch mal wo du dich in dieser Geschichte findest dass ich auch was für mich behalte.
01:33:39: Also, dass sich das schütze in mir, was ich nicht geben will.
01:33:42: Natürlich habe ich da Dinge reingegeben aber sehr bewusst und sehr auch klar mit dem, was Ich teile und was Nichts.
01:33:49: Deswegen bin ich ja auch in den Gesprächen also sehr klar da nicht weiter weil ich natürlich auch... Es ist wie ein Geschenk!
01:33:57: Das hab' ich jetzt gemacht bitteschön.
01:33:59: Aber ich habe auch das gute Recht zu sagen Alles andere gebe ich nicht.
01:34:03: Ich bin für mich nicht verpflichtet, der Welt hier meinen Herz zu präsentieren.
01:34:07: Sondern es soll einen Zweck erfüllen quasi.
01:34:11: Es soll diesen Raum aufmachen mit der Einladung zu sagen hey und wie war das bei dir?
01:34:18: Jetzt bin ich wieder mit den Backstreet Boys.
01:34:20: Wir haben nicht mehr den Backstraight Boys geredet!
01:34:21: Na ja, ich weiß.
01:34:23: Aber äh... Ja also weißt du, mich interessiert vielmehr was die anderen dabei erleben.
01:34:30: Aber es ist auch klar, in dieser harten Welt ein scary Moment.
01:34:35: Aber auch ein schöner.
01:34:37: Ich bin auch wirklich positiv aufgeregt.
01:34:41: Ja ich seh's deine Hand
01:34:43: ab!
01:34:44: Das ist immer auf der Arbeit wenn ich wirklich knete meine Hände.
01:34:48: Ich zerbreche auch immer Sachen von innerlichen Anspringen und hab aber nix in der Hand zum Zerbrechen.
01:34:53: Es gibt noch eine Szene die die letzte Dich noch aufmachen möchte?
01:34:58: Wollen
01:34:58: wir was Backstreet Boys?
01:34:59: Nein.
01:35:00: Oh
01:35:00: Mann!
01:35:01: Komm, wir reden
01:35:02: noch über was Schönes.
01:35:04: Doch?
01:35:05: Das sind so viele schöne Sachen in dem Buch.
01:35:07: Ja
01:35:07: das stimmt.
01:35:10: Die Menschen denken jetzt, dass es einfach nur ... Und das ist es ja nicht.
01:35:12: Es ist auch eine Liebeserklärung ans Leben und an das Menschsein.
01:35:17: Wir
01:35:17: kommen noch... Wir enden auf einer Heino.
01:35:21: Das verspreche
01:35:21: ich dir.
01:35:23: Es gibt einen Kapitel der gefangene Vogel.
01:35:26: da könntest du nicht.
01:35:27: Ich schreibe
01:35:29: Genau.
01:35:29: Du konntest da nur über Tupoka schreiben?
01:35:32: Genau.
01:35:33: Kannst du erklären, warum es an der Stelle nicht gelungen ist?
01:35:38: Es
01:35:38: kommt darauf an wie man es betrachtet.
01:35:40: Ob gelungen oder nicht gelingen.
01:35:41: also ich finde das ist ja gelungen.
01:35:44: aber es gebe dir recht es ist das einzige Kapitel wo ich aus der Ich-Perspektive rausgewechselt bin und quasi von oben oder von der Seite oder von etwas Entfernung auf mich blicken.
01:35:54: Das ist das Kapitel was am meisten Kraft gekostet hat was am Schwersten war zu schreiben.
01:36:00: Deswegen ist es auch ein Kapitel, dass ich nicht lesen werde in Lesungen und auch keins, weil sich in Aller-Tiefe besprechen will oder überhaupt nicht ... also können gerne über Meter Ebene geht's um Gewaltbeziehung.
01:36:12: Und ich hab das als ich das erste Mal geschrieben habe sehr explicit geschrieben.
01:36:21: Das kam einfach aus mir raus!
01:36:22: Es war sehr detailliert, es war sehr... Ich hab gemerkt, boah, ich schreibe Ich hab's dann Steven vorgelesen, es war immer so.
01:36:29: Und ich habe gemerkt, weil ich schreibe aus einem Gefühl von ... Rache ist zu groß aber vom Gefühl von Wut.
01:36:37: Von dem Gefühl von Ah!
01:36:40: Das will ich nicht und das war auch gut, das einmal so zu schreiben.
01:36:43: Dann war's raus.
01:36:44: Aber ich wollte das Kapitel schreiben in dem ich nicht die Gewalt oder den Auslösenden Kräfte der Gewalt zentriere sondern mein Erleben zentrire.
01:36:59: Und das Kapitel ist auch eine Frage, weil ich bis zum Schluss nicht wusste wie schreibt man so was auf.
01:37:04: Also das war für mich wirklich die größte Herausforderung und ich bin sehr froh dass es mir auch – Ich finde gut gelungen ist!
01:37:11: Aber der einzige Weg das zu können war, dass ich für dieses Kapitel für den Moment aus mir raus treten musste und ein bisschen wegrücken musste.
01:37:21: Das geschehen... Es brauchte einen Abstand und am Ende die Frage an die lesende Person, um das gut schreiben zu können.
01:37:34: Wir haben viel über dieses Anpassungsthema gesprochen und dann auch jetzt gerade noch über Panzer.
01:37:39: Ist das noch ein Anpassungsmoment oder ist es eigentlich schon der Moment der Aufgabe?
01:37:43: Dass man's nicht mehr versucht, dass man einfach nur noch in so einer Beziehung ist und in so eine Beziehungen bleibt und sich tiefer und tiefer – also der gefangene Vogel
01:37:53: ist.
01:37:55: Ich glaube, weder das eine noch das andere konstant Es ist beides.
01:38:01: Also es gibt Phasen des Aufgebensmomente und es gibt Momente, dass versuchst irgendwie was zu tun, was diese Situation irgendwie besser macht.
01:38:22: Und ich glaube viele Frauen vor allen Dingen natürlich ja also kann jetzt nur für Frauen sprechen weil ich nur dazu die sich in Gewaltbeziehung befinden, kennen dieses Gefühl von dass man sich selber ja nicht das vor sich selber auch irgendwie lügt.
01:38:40: Also Gas leidet irgendwie weil man ja auch ein anderes Selbstbild hat.
01:38:45: ich bin in dieser Situation.
01:38:47: also es kann gar nicht sein, dass ich in diese Situationen bin und diese Frage also beschäftigt einen ja auch die ganze Zeit.
01:38:54: Und Ich die aus einer Familie von so starkem tollen Frauen kommen mir passiert Das entsetzen da drüber, dass man dann ... und in der Folge das auch nicht wahrhaben will.
01:39:08: Und dann immer wieder der Versuch, da irgendwie drin zu überleben und zu leben und so navigieren.
01:39:17: Deswegen ist es weder das eine noch das andere.
01:39:20: Es
01:39:20: weiß gleichzeitig.
01:39:22: In diesem Abstand, in dem du jetzt darauf geschaut hast und natürlich trotzdem mit dieser hohen Emotionalität.
01:39:27: Es gibt ja manchmal dieses ... In Filmen sieht man manchmal, da bebt jetzt was.
01:39:35: Geh weg da!
01:39:37: Man sieht so die Anzeichen.
01:39:38: Die
01:39:39: Musik hinterlegt noch?
01:39:40: Die Musik
01:39:41: ist nochmal hinterlegt und man sieht der böse Blick im Spiegel.
01:39:44: Der ist auf jeden Fall der Mörder oder was auch immer.
01:39:48: Renn weg!
01:39:49: Gibt es etwas, was du in dem Eintauchen gesehen hast?
01:39:54: Das war Zeichen, Zeichen... Das hab ich übersehen, das hab ich damals nicht gesehen.
01:40:01: Nee also ... Nicht wirklich!
01:40:02: Weil es ist ja so, dass man das weiß.
01:40:05: Man weiß es und wills gleichzeitig nicht wissen.
01:40:07: Also so ging's mir auf jeden Fall.
01:40:10: Was einen glaub ich sehr prägt oder mich auch sehr geprägt hat, ist die Frage der Scham-und-Schuld.
01:40:16: Im Nachhinein oft ein Schamgefühl oder ein Schuldgefühl.
01:40:21: Wie konnte mit?
01:40:22: Wieso bin ich nicht raus?
01:40:23: Aber ich komm immer wieder zu der Antwort wie es war.
01:40:27: konnte nicht so.
01:40:29: Ich hab das überstanden und bin da rausgefunden, und ... Das ist gut!
01:40:36: Aber es gibt jetzt keine Zweigstelle, wo ich natürlich könnte sagen, hätte ich mal das nicht, aber das hilft auch, glaub ich, nicht.
01:40:43: Mhm.
01:40:44: Und was ich halt verstanden habe in dem Buch ist, warum es dazu gekommen ist.
01:40:50: Was vorher passiert ist wie das eine mit dem anderen zu tun hat.
01:40:54: Das ist schon ne Art Heilung.
01:40:56: dann in dem Moment auch das zu verstehen und sich dann auch zu verzeihen.
01:41:00: Obwohl man sich eigentlich nicht zu verzahlen hat, aber trotzdem wirkt Scham oft sehr stark.
01:41:04: Und bin ich wieder bei Giselle Pilekudi diesen Satz geprägt?
01:41:07: Die Scham muss die Seiten wechseln.
01:41:09: Das sagt sie ja nicht für ungefähr weil die Scham tatsächlich auf der Seite ist von Menschen, die das erlebt haben und denen das angetan wurde oder nicht, die die angetaan haben.
01:41:20: Auch eine sehr schwere Frage wahrscheinlich.
01:41:22: Also du hast das erst, also auch schon genannt als was glaubst du?
01:41:28: Warum hast du das alles überlebt.
01:41:31: Also es sind so viele Momente...
01:41:34: Weil ich ja wie gesagt auch sehr viel Schönes habe!
01:41:37: Weil ja mein Leben, also das wie gesagt, es highlightet einige Dinge die schwer waren.
01:41:43: Aber es highlighted auch die vielen schönen Dinge, die mir passieren und die mich tragen bis heute.
01:41:49: Wie gesagt ich bin von zwei Generationen sehr starken Frauen großgezogen worden.
01:41:54: Die mir immer sehr viel Liebe mit gegeben haben aber auch eine Resilienz unten ein optimistischen Blick auf die Welt.
01:42:06: immer klar war, irgendwie wir können Welt mit verändern und ich bin in einem warmen Nest aus Liebe groß geworden.
01:42:14: Und ich habe tolle Freundinnen und Ich hab wirklich auch sehr viel Glück gehabt und so.
01:42:21: Also das habe ich gerade schon mal gesagt.
01:42:22: aber ich glaube dass es wirklich wichtig ist weil man dann nur so wie die Lupe auf die schlimmen guckt.
01:42:27: Das ist auch wichtig Aber ich habe auch sehr viele schönes erlebt.
01:42:33: ist, glaub ich, Heilung.
01:42:34: Ist nichts Lineares?
01:42:35: Ist nicht so dass man dann denkt, das ist Arbeit und es ist auch was, was immer Arbeit bleibt.
01:42:41: Und ich hab auch Narben auf der Seele an dem Körper... ...und mal schrammig da dran und dann tut's weh!
01:42:48: Und einmal platzt einer kurz auf und dann muss ich mich kümmern aber.... Ich will auch nicht, dass das Dunkel mich dominiert.
01:42:59: Ich will frei sein davon.
01:43:03: Ich trage auch keinen Hass in mir, oder so.
01:43:06: Nicht auf bestimmte Personen nicht und dass ich so ... Ich hab eine Wut aufs Patriarchat, Rassismus, ja?
01:43:14: Das ist da!
01:43:15: Und was dieses System mit uns Menschen macht, auch mit Männern und Weißen.
01:43:20: Also das ärgert mich.
01:43:21: Aber der Hass ist ja auch etwas, was dann in mir drinsteckt.
01:43:26: Was ich dann mit mir rumtrage.
01:43:30: Ich habe jetzt auch keine große Liebe für bestimmte Menschen, die mir Gewalt angetan haben in meinem Leben.
01:43:35: Aber ich möchte glücklich sein!
01:43:37: Ich möchte lachen und witzemachen über meine Liebe von AJ, Backstreet Boys quatschen.
01:43:45: Ich möchte die Welt positiv mitgestalten in meiner Arbeit.
01:43:49: Meine Kinder küssen, mein Mann knutschen... Die schönen Dinge des Lebens wertschätzen und lieben und sehen.
01:43:58: Und ich werde nie wissen, wie es ist ohne Narben zu leben diese Form von Narben.
01:44:02: Und die werden mich auch immer prägen und haben mich auch geprägt.
01:44:06: aber... Ich möchte diese Erfahrung auch nutzen an fünf Strichen ein bisschen schwieriges Wort.
01:44:13: Und daraus was lieb?
01:44:15: Irgendwie das Transformieren in Liebe!
01:44:17: Und Menschen irgendwie auch in Liebe begegnen.
01:44:19: Denn ich muss dann Maya Angelou denken eine meiner größten Inspirationen Sie sagt also Autoreln Aktivistin lebt schon nicht mehr USA.
01:44:27: Das Kapitel ist auch benannt nach einem Buch von ihr, wo sie über ihre sexualisierte Gewalt erzielt
01:44:33: ... Bird in the cage!
01:44:34: Ja also auch eine Inspiration für mich sind.
01:44:36: und die sagt Be a rainbow and somebody's cloud.
01:44:40: Und das is ein bisschen pathetisch ich weiß aber Ich bin ein Zucker für Pathos.
01:44:44: Ich möchte das leben.
01:44:46: Ich Möchte dass wenn... Und das meine ich nicht naiv.
01:44:50: Ich möcht'e nicht jetzt für jeden einfach nur happy-happy-to-pocker sein.
01:44:54: Weil es so viel auch scheiß in dieser Welt gibt und schwere, möchte ich das schon viele Menschen in der Begegnung mit mir eher Rainbow als Cloud erleben.
01:45:06: Und das möchte ich auch für mich.
01:45:09: Das weiß, dass gelingt auf jeden Fall nicht immer.
01:45:12: Muss es ja auch nicht?
01:45:13: Ja!
01:45:13: Und das muss es überhaupt nicht.
01:45:15: Es ist jetzt kein Chameleon-Move, der sagt ... Ich gebe dir alles nur damit, wir haben überhaupt keine klare Grenzen.
01:45:22: Ich weiß genau was ich ... nicht mehr akzeptieren werde, was mir nicht mehr passieren wird.
01:45:29: Was ich nicht mehr zulassen werde.
01:45:33: aber Ich möchte mehr Licht als Dunkelheit.
01:45:38: Es gibt von Maja auch ein Zitat was du drin hast Vergebung ist ohne Liebe nicht möglich.
01:45:43: und damit meine ich keine Sentimentalität kein süßliches Gefühl.
01:45:47: ich meine den Mut sich aufrecht hinzustellen und zu sagen ich vergebe.
01:45:51: Ja.
01:45:53: also ich finde Vergebungen es könnte man auch vielleicht sagen, ist an manchen Stellen vielleicht sogar aus der Mode gekommen.
01:46:01: Zerwas
01:46:01: Christliches.
01:46:02: Genau und das ist das.
01:46:06: also ich nehme dich Null als Opferbar.
01:46:11: Das ist das was du meinst damit?
01:46:13: Aber ich glaube auch weil dann... Also ich nehme dir ab.
01:46:18: Das Buch heißt auch trotzdem zu Hause und dieses Trotzdem auch eine Form der Vergebung.
01:46:28: So, dieses Wort und ich habe dir versprochen dass wir auf einer High Note enden.
01:46:32: Das ist
01:46:34: ja nicht gespannt.
01:46:35: Nein, ich würde gerne wissen wollen wie das für dich also wie so ein Moment... Also man muss sich selbst vergeben.
01:46:43: Man muss anderen vergeben, man muss anfangen auch das Kameleon zu lieben und all die anderen die man so isst.
01:46:50: Wie ist dir das gelungen?
01:46:52: Ich sehe da eine ... Ja,
01:46:55: aber es ist schön, dass du das sagst.
01:46:59: Aber es ist ein Work-in-Progress.
01:47:03: Auch ich habe Tage, wo ich frustriert bin oder wütend und traurig oder auch verzweifelt Verzweiflung erlebe.
01:47:11: Ich hab immer noch die gleichen Albträume seit zwanzig Jahren bestimmt.
01:47:15: Wie gesagt, ich hab die Narben wie jeder Mensch die ganz vielen verschiedenen Gefühle, die da mit einem hergehen.
01:47:22: Aber ich arbeite hart dran durch Therapie und auch Menschen, die mich um mich haben.
01:47:32: Und ich möchte nicht, dass das mich was auffrisst, was mich schon mal so wehgetan.
01:47:37: Also ich möchte ... Das auch Maya Angelou sagt, Bitterness is like cancer.
01:47:42: It eats upon the
01:47:43: host.".
01:47:43: Also das ist wie Krebs der einen auffrisst wenn man so bitter ist.
01:47:47: Wut kann man nutzen und was nach aus.
01:47:49: Man kann Wut erklären, man kann Wud schreiben oder singen.
01:47:53: Ich habe gar kein Problem mit Wut, ich glaube da haben wir letzte Mal darüber gesprochen.
01:47:57: aber ich will nicht dass mich das von innen auffrist.
01:48:00: Ich will dem noch nicht mehr geben den doofen Sachen die passiert sind.
01:48:05: Und ich hab tatsächlich vergeben.
01:48:08: Und das ist aber, ich habe Vergeben für mich.
01:48:11: Für meinen Seelenheil und für alle Menschen die mit mir zu tun haben müssen und können – für meine Kinder, für die ich nicht diese Bitterness mit mir rumtragen will sondern auch jemand sein will, der mehrheitlich nicht immer möglichst frei ist von diesen Sachen oder zumindest einen Weg gefunden hat, dass wenn es mich mal umhaut in die Angst treibt oder ins Misstrauen, oder was auch immer.
01:48:40: Die Wege hat damit umzugehen, die eine Sprache hat darüber zu sprechen.
01:48:44: Ich will ja meinen Kindern nicht vorleben dass man einfach perfekt sie haben ja auch Gefühle.
01:48:47: also das will ich.
01:48:49: aber ich habe vergeben für mich weil ich auch ich will dieses Band nicht mehr so das ist ja sonst ne Verbindung die man hat abgeschnitten.
01:49:00: I wish you well Aber
01:49:06: es ist etwas total Kraftvolles finde ich.
01:49:08: Also wenn man das auch, also ich glaube auch dass viele Menschen das kennen natürlich und ich glaube es ist ja nur eine Wahrnehmung wie gesagt aus ein paar Begegnungen und ich merke wenn ich das Gefühl habe beim Menschen den ist es gelungen zu vergeben sich selbst den anderen irgendwie so einen Weg gefunden haben mit einer Situation umzugehen mit anderen Menschen umzugehnen Und dieses Unnachgiebige, was auch in unserer Welt gerade sehr vorherrschend ist.
01:49:44: Also ich erlebe grade in so einer Vergebung und auch an dem Trotz, da ist eine unglaubliche Kraft drin... also ich wünsche mir für viele Menschen das die sagen okay, ich versuche diesen Weg der Vergebungen.
01:49:59: Ich versuche den Weg des Trots und dahin zu kommen um eben nicht Bild hat einen zynischen Version von sich selbst irgendwie gefangen zu sein.
01:50:08: Und dann ist das der Käfig?
01:50:10: Total, es ist ein Käfig und also ich will ja auch dass andere Leute mir vergeben.
01:50:14: Also ich will gar nicht so tun als bin ich... Ich hab Dinge bestimmt Menschen verletzt, ich habe Dinge gemacht wo Menschen vielleicht heute noch dran denken und denken oh Gott das war gemein oder schwer oder wie auch immer.
01:50:27: Auch ich wünsche mir Vergebung Bestehe nicht drauf.
01:50:30: Ich verstehe auch, wenn Menschen das nicht können und es hat auch Grenzen.
01:50:33: Also will ich auch sagen ... Das ist nicht so dieses Egal was du tust, ich vergebe überhaupt gar nichts.
01:50:42: Ist dann auch wieder
01:50:42: Anpassung?
01:50:43: Ja genau!
01:50:44: Es hat nichts Devotes sondern ich möchte von bestimmten Situationen, bestimmte Menschen möchte ich befreit sein und das heißt nicht dass ich's immer bin.
01:50:54: Möchte ich noch mal betonen also... Es ist natürlich da Aber es ist einfach was, was ich möchte.
01:51:01: Das ist so ein bisschen wie mit der Zuversicht.
01:51:03: Ich finde gerade diese Zeiten weil die so schwer sind und wenn man ja eigentlich auch manchmal hört man morgens Nachrichten und denkt ja gut, könnt mich wieder ins Bett legen macht eh alles keinen Sinn aber das bietet das mal deinen Kindern an kann's ja nicht sagen.
01:51:16: also so herzlich willkommen in dieser Welt ciao!
01:51:20: Und ich fand dass irgendwie so ein guter Moment gewesen zu sagen ich übe jetzt Zuversichts Weil wann ist es eine bessere Zeit, einen Zuversicht zu üben?
01:51:32: Wenn alles eigentlich schwierig ist.
01:51:34: Hoffnung!
01:51:36: Aber Zuversich, das fand ich irgendwie so tangible und ich versuche mit meinen Morning Walks dass ich morgens tatsächlich los gehe und sage Ich entscheide mich heute für Zufersicht Und das funktioniert ganz gut.
01:51:47: Also mal bin ich bisschen grumpy und entscheide mir für Zuversicht Mal bin ich euphorisch, mal bin trotzig.
01:51:54: Na ja gut okay dann eben Zufasicht.
01:51:56: Aber ich merke, dass das eine Praxis ist und die mir hilft irgendwie dann doch handlungsfähiger zu bleiben.
01:52:03: Und doch das Gefühl zu haben hey wir können was tun!
01:52:06: Ich kann hier in meinem kleinen Mikrokosmos etwas tun.
01:52:09: Ich kann agieren und was machen.
01:52:11: also es hilft mir und so ähnlich sehe ich das auch mit den anderen Themen, dass ich denke für mich will ich frei sein aber das heißt nicht... Also für mich ist ganz klar Ich nie wieder zulasse, dass mich jemand in so einer Situation bringt.
01:52:29: Never auf guter Keinem Unfall ... Also keinem Fall.
01:52:32: und das ist jetzt nicht, da hab ich ja schon gesagt dieses Vergeber allen kommt was ihr macht egal.
01:52:43: Und ich habe immer noch eine totale Wut trotzdem auf Systeme und ich finde auch manche Menschen Sondern es keine Namen nennen aber manchen nennen die gerade Auf dieser Welt Politik machen schwierig Sehr, sehr schwierig.
01:52:54: Und bin ich auch gar nicht so vergebend unterwegs!
01:52:57: Also so... Ich will das nur gerne... Ja, ich will mich jetzt selbst nicht überhöhen und sagen irgendwie, ich bin jetzt die, die vergibt.
01:53:05: Ich habe ja neulich mit Gunther Schmidt hier gesprochen.
01:53:08: Das ist ein Psychotherapeut und der hat mit dem habe ich ganz viel Überaufmerksamkeit gesprochen oder eher viel mehr.
01:53:15: Dass es eben auch eine Entscheidung ist wenn man in der Lage ist worauf man seine Aufmerksamkeit lenkt.
01:53:22: Eine andere Person, mit der ich gesprochen habe, Julia Enners, die versucht jeden Morgen sich zu fragen, welches Gefühl
01:53:29: möchte ich heute haben?
01:53:30: Und das ist genau so was du gerade sagst, dass es mit der Zuversicht... Ich lenke die Aufmerksamkeit eben darauf und ich lenke sie nicht... Das andere ist auch da und das kriegt man ja trotzdem im Sichtfeld.
01:53:43: aber das man auch sagt so Eidschoos Also für diesen Tag und der Scheiß kommt trotzdem rein.
01:53:48: Der kommt
01:53:50: trotzdem, dass
01:53:51: man sich auf diesen...
01:53:52: Ja also ich versuch's.
01:53:54: Frag mich mal in fünf Jahren und dann werden wir sehen wie es bis dahin ist.
01:54:00: Und ich muss auch sagen Ich kann auch verstehen wenn manche Leute bestimmte Sachen sind auch unverzeihlich Aber auch
01:54:05: daraus erwächst ja eine Stärke Dass man sagt so Das?
01:54:09: Also du hast das auch gerade so Hier nicht.
01:54:13: Und das ist auch was Tolles, dass man da auch sagt sich entscheiden kann und ich glaube es ist die Kraft, die man braucht.
01:54:20: Ich entscheide mich an der Stelle hier vergeblich und hier nicht... Das ist auch etwas, was dann ein Nicht mehr passiert sondern man entscheidet oder Frau
01:54:30: entscheidet.
01:54:31: Also wie gesagt ja ich überlege jetzt gerade ob das so geklungen hat als sage Ich hätte vorher eine Entscheidung darüber gehabt, ob es mir passiert oder nicht.
01:54:41: Ich hab gesagt, mir passiert das nie wieder.
01:54:43: Das weiß man natürlich nicht.
01:54:45: und natürlich will ich auch in keinster Weise ... Aber das wär ja absurd, dass ich sage, dass man darüber ein Entscheidungsmacht hat, dass einem bestimmte Sachen passieren, dass nicht?
01:54:58: Also, das soll jetzt nicht so klingen wie als hat man sich das selbst ausgesucht.
01:55:01: In keinster Form ist es mir wirklich noch mal total wichtig zu sagen.
01:55:05: Und natürlich weiß ich nicht!
01:55:07: Was mir passiert in der Zukunft, das weiß ich nicht.
01:55:09: Ich hoffe wir kommen nicht wieder an so eine Situation.
01:55:14: Ja genau und aber ich habe bestimmte Grenzen im Alltag für mich entwickelt die mir jetzt helfen und irgendwie gut sind die ich vielleicht früher noch nicht hatte.
01:55:26: und noch ne Klarheit die ich früher nicht hatte.
01:55:28: Die hab' ich inzwischen heißt natürlich nicht dass man nicht trotzdem wieder Opfer werden kann von bestimmten Situationen.
01:55:35: Das hat nichts damit zu tun ob man dass jetzt entschieden hat oder nicht?
01:55:40: Backstreet Boys.
01:55:42: Dein Gesicht!
01:55:44: Jetzt will ich auch nicht mehr, das ist gut.
01:55:47: Also die Leute, meine Backstreat Boys Community versteht mich und die werden mich finden auf Instagram haben sie mir auch schon ein bisschen gefunden.
01:56:00: Es gibt
01:56:00: so Sachen, die man nicht nachverziehen kann.
01:56:02: Ich weiß.
01:56:03: Und ich will dir ganz offen sagen das ist eine Sache... Das ist
01:56:06: total fein!
01:56:07: Das ist toll okay aber es gibt wirklich sehr viele.
01:56:11: Ich gehe auch zu einem Konzert im September Backstreet Boys.
01:56:15: Das
01:56:15: wird wunderbar.
01:56:17: Weil du sagst ja hier die hellen Momente und dann ist das stimmt.
01:56:20: Die gibt's in dem Buch auch und die gibt es natürlich auch.
01:56:23: Und dann sind die Backstreat Boys ein oder so?
01:56:28: Das ist witzig, nein.
01:56:30: Man könnte natürlich auch da Dinge dazu sagen wie dieses Marketing funktioniert hat und ich sage das ja auch sehr aus einer Geschichte die so ein bisschen mit einem Augenzinkern erzählt ist und wo es aber natürlich also einfach eine ganze Generation von vor allen Mädchen irgendwie total ... Ja!
01:56:48: Das hat funktioniert diese Marketingmasche Total.
01:56:51: Und ich meine, ich bin gespannt auf dieses Konzert.
01:56:53: Da sitzen wahrscheinlich so eine U-Fürzig-Party, wo wir dann ... und so eine Nostalgie hingeben?
01:56:59: Das ist ja auch wirklich nur ein bisschen so'n Wechselm in so ne Welt.
01:57:04: Wenn der Alltag für einen Teenager oft eben hart ist und nicht leicht und confusing war das eben auch ne Welt, in die wir so rein konnten.
01:57:13: In dieser Welt gab es bestimmte Logiken und Dinge und so.
01:57:17: Es ist schon... Ja, daran erinnert man sich mit einer gewissen Nostalgie und einem Augenzwinkern.
01:57:23: Lass uns zum Schluss... Du hast dieses Fenster gerade aufgemacht.
01:57:28: mal sehen wie ich in fünf Jahren darüber nachdenke.
01:57:30: Ich hab so das Gefühl dass du mit dem Buch sowieso und für dich also so da grade was Neues aufgeht und vielleicht auch etwas Altes aufhört ist es?
01:57:41: Also was glaubst du für Dich?
01:57:45: Wo geht
01:57:46: dein Weg jetzt hin?
01:57:48: Das Schöne und gleichzeitig beängstigende ist, ich weiß es nicht.
01:57:52: Man weiß es nie!
01:57:53: Ich bin kontrolliert, ich bilde mir manchmal ein, man könnte Dinge kontrollieren im Leben aber die große Lektion ist ... Man kann nichts kontrollieren?
01:58:00: Du hast nicht recht, da kann sehr viel kontrollieren.
01:58:04: Ja genau das sage ich mir auch immer.
01:58:08: Aber du hast Recht, das ist eine Arzessur auch irgendwie wie so einen Zankofa-Vogel, das so ein Symbol Aus Ghana meine ich, wo das so ein Vogel dir zurückguckt.
01:58:20: Da geht's darum zu sagen, ich kann nur in die Zukunft schauen wenn ich einmal auch in die Vergangenheit geschaut habe und ... Also ich kann irgendwie die Zukunft besser gestalten, wenn ich irgendwie geschaut hab in der Vergangen- heit.
01:58:33: Und dass dann quasi auch Nutze für die Zukunft.
01:58:35: Man muss das Rad nicht immer neu erfinden man kann auch mal aus der Vergangheit lernen um dann... So, das ist ja auch was, was wir alle oder das Land, die Welt eigentlich jetzt gerade sehr beschäftigt.
01:58:48: Haben wir aus der Vergangenheit gelernt?
01:58:50: Oder nicht?
01:58:51: Ich würde eher sagen, eher nicht!
01:58:53: Aber anyhow, ich hab schon das Gefühl es gibt eine Art Wendepunkt gerade für mich.
01:58:58: Ich weiß aber überhaupt noch gar nicht wo's hingeht und wie?
01:59:00: Ich habe jetzt über fünfzehn Jahre oder fünfzehnt Jahre die Rassismuserklärerin gemacht und ich hab mit sehr viel Herzblut und sehr viel Kraft gemacht und sehr viele Liebe auch und auch mit sehr wunderbaren Begegnungen.
01:59:12: Und ich hoffe in meinem kleinen Mikrokurs musste auch ein bisschen was erreicht zu haben.
01:59:17: Die Arbeiter hat auch einen Kohnpreis einen spirituellen Preis, einen körperlichen Preis.
01:59:23: Also sie zerrt an einem.
01:59:24: und wie gesagt ich will nicht verbittern.
01:59:27: Ich will nach wie vor aus soem Tank der Liebe schöpfen muss aber manchmal tiefer graben als vorher merke ich inzwischen.
01:59:35: Und merk auch ich habe nur ein bestimmtes bestimmte Bucket an Kraft!
01:59:41: Ich bin jetzt eher sich glaube ich komme mich in eine Mentorinrolle.
01:59:44: Ich hab Menschen ausgebildet, die jetzt mit frischer Energie in diese Arbeit gehen können.
01:59:50: Ich habe viel zurückzugeben und mitzugeben, was ich mir selber gewünscht hätte damals vor zehn Jahren ... Und ich hab auch Lust auf andere Sachen!
02:00:01: Ich bin gespannt, vielleicht schreibe ich als nächstes noch Roman oder so?
02:00:03: Ich bin auch Mittevierzig.
02:00:07: Das ist irgendwie so ein neuer Punkt, ich hab das Gefühl es wird immer besser.
02:00:12: Also, ich find ... für mann Vierzig auch total cool!
02:00:16: Ich bin viel klarer, ich weiß viel mehr wer ich bin und hab auch vielmehr so einen ... Darf man das sagen?
02:00:23: I don't give a F anymore.
02:00:25: Attitude am doing me.
02:00:28: Das is schön und ist auch so bisschen beflügelnd.
02:00:31: Und natürlich guck ich aber mit großer Besorgnis in die Welt.
02:00:34: Und mit Angst und Sorge, Trauer um alles was passiert.
02:00:40: In dieser Gemengelage bin ich gespannt, was kommt?
02:00:46: Deswegen wirklich... Also fragen mich in fünf Jahren nicht.
02:00:48: Ich weiß es überhaupt noch nicht!
02:00:50: Mache ich.
02:00:51: Also ich denke mal Rassismuskritik wird schon immer eine Rolle spielen.
02:00:55: Wir haben ja auch noch die ganz wunderbare Plattform Die Typokademie.
02:00:59: Ganz tolle Plattformen, eine Lernplattform, Community wo ganz viele Menschen sich zusammenfinden und da lernen.
02:01:06: Das machen wir mit großem Herzblut.
02:01:09: Aber wir haben auch ganz viele andere Ideen.
02:01:11: Ich bin gespannt.
02:01:12: aber jetzt erst mal gehe ich auf Tour mit diesem Buch.
02:01:15: Und ich hab glaube ich noch nie so ne große Lesetour gemacht mit so vielen Stationen.
02:01:20: Und ... ich wollte das so!
02:01:22: Okay,
02:01:23: gut... Und ich bin sehr gespannt Wie das wird.
02:01:27: Mein innerer Rockstar wünscht sich jetzt noch so ein Tourbus, Spaß!
02:01:33: Nein also es wird schön.
02:01:33: ich gehe mit meinem Mann zusammen überall immer mit dabei ist und ich bin total gespannt wo dieses Buch landen wird was Menschen mir erzählen werden, was sie erleben werden in diesem Bruch Welche Herzen es zu welchen Herzen reisen wird?
02:01:51: Ich
02:01:51: bin mir total sicher, dass das sehr weit und viel reisen ist.
02:01:53: Das
02:01:54: wäre natürlich ein ganz besonderer Segen!
02:01:56: Ja und ich habe das ja vorher schon auch so ein bisschen... Es gibt eine kleine Gespräche über so einen Buch über Dinge wo man nicht so gerne hinleuchtet.
02:02:11: Also es geht mir als Fragender genauso.
02:02:13: Also ich bin da auch nicht, oh jetzt läuft man noch mal dahin.
02:02:17: Und ich bin total froh, dass wir es gemacht haben und dass du sowieso im Buch geteilt hast und das aber auch hergekommen
02:02:23: bist.".
02:02:24: Ich gehe nicht mit gesenktem Haupt raus, sondern ich geh trotzdem ... Also es ist ein High-Node.
02:02:28: Trotzdem für mich und vielen Dank dir.
02:02:31: Es ist auch eine Liebeserklärung ans Leben.
02:02:34: Das ist es wirklich an alles was das Leben ausmacht oder vieles was das leben macht.
02:02:38: Und in der ... Ich schreibe ja zum Schluss mein Zuhause in der Gleichzeitigkeit.
02:02:45: Dazu stehe ich und das hat hoffentlich dieses Gespräch ein bisschen gezeigt beides gehabt.
02:02:51: Vielen Dank!
02:02:51: Regenbogen
02:02:52: und Wolke?
02:02:53: Genau, vielen Dank für die Einladung.
02:02:54: Danke
02:02:55: dir!
02:03:07: gemerkt habe und aufgeschrieben hast, dass einer dieses wie sehr sich ein Trauma körperlich zeigt.
02:03:23: Und wenn man sich so dem auch widmet... Ich erinnere mich da an diese dreiunddreißig, glaube ich, Zahnarztbesuche waren es gewesen.
02:03:29: Ich fand's sehr interessant mit ihr über Vergebung zu sprechen und wie sehr Vergebungen am Ende auch ein Akt der Autonomie ist.
02:03:37: Was sie mir auch gemerkt hat, ist dieses Hinwenden zur Zuversicht mit einem kleinen Morgenlauf.
02:03:42: Das fand ich sehr gut!
02:03:44: Ich kann euch dieses Buch wirklich sehr empfehlen, trotzdem zu Hause nennt sich das.
02:03:48: Gibt es jetzt überall zu kaufen?
02:03:49: Es ist ein Buch was mich wirklich tief berührt hat.
02:03:52: ich hab's ja auch ein bisschen Anfang der Folge gesagt.
02:03:54: Ich muss das immer wieder weglegen Pause machen habe mich selbst dadurch reflektiert.
02:03:58: List dieses Buch geht hin zur Tour.
02:04:01: teilt mit euch vielleicht eure Geschichte ich glaube da ist sie sehr sehr neugierig drauf und teilt auch gerne eure Perspektive zu diesem Gespräch in den Kommentaren.
02:04:08: ihr wisst ja glaub ich wie das geht!
02:04:09: Und dann möchte mich herzlich bedanken bei Lena Raul für die Redaktion bei Lukas Hambach für die Produktion und beim Mitvergnügen für die Distributionenvermarktung.
02:04:17: Und wenn ihr Lust habt auf eine weitere Folge, dann möchte ich euch die Folge mit Alice Hasters empfehlen.
02:04:22: Über die haben wir auch ganz kurz hier gesprochen.
02:04:23: Ich wünsche euch einen schönen Tag!
02:04:25: Eine gute Nacht!
02:04:26: Auf bald!
02:04:27: Euer Marc Zündel.
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