Wiebke Lühmann - Was bleibt von einem Abenteuer?

Shownotes

Wiebke Lühmann ist, wie ich sagen würde, eine Abenteurerin und Autorin. Sie ist 20.150 Kilometer mit dem Fahrrad von Freiburg bis nach Kapstadt gefahren und war über 400 Tage lang unterwegs. Aus dieser Reise wurde zuerst ein Buch und nun auch ein Film. Ich wollte von Wiebke wissen, warum sie diese Reise unbedingt machen musste, was sie auf dem Rad über Angst, Freiheit und Unabhängigkeit gelernt hat und warum sie heute anders über Afrika, Gastfreundschaft und Kontrolle denkt als vorher. Wir sprechen über Zwillingsein, den Reiz des Losfahrens, über falsche Projektionen auf den afrikanischen Kontinent, über Vertrauen, Heimweh, Geschwindigkeit und darüber, warum das Zurückkommen manchmal schwieriger ist als das Unterwegssein.

WERBEPARTNER & RABATTE: https://linktr.ee/hotelmatze

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Wiebkes Buch “Immer Richtung Süden”: https://bit.ly/4bQuTkv

Ihr Film “Same Sun”: https://bit.ly/3NmAHtW

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Alexander Stößlein - Produktion Lena Rocholl - Redaktion Mit Vergnügen - Vermarktung und Distribution

MEIN ZEUG: Mein Fragenset FAMILIE: https://beherzt.net/products/familie Mein Fragenset LIEBE: https://beherzt.net/liebe Mein erstes Fragenset: https://beherzt.net/matze Mein Newsletter: https://matzehielscher.substack.com/ YouTube: https://bit.ly/2MXRILN TikTok: https://tiktok.com/@matzehielscher Instagram: https://instagram.com/matzehielscherHotel LinkedIn: https://linkedin.com/in/matzehielscher/ Mein Buch: https://bit.ly/39FtHQy

Transkript anzeigen

00:00:00: Du musst jetzt nach Hause kommen und wenn meine Zwillingschwester das sagt, ich habe das gar nicht in Frage gestellt.

00:00:04: Ich dachte, dass ist die Wahrheit.

00:00:06: Das muss ich jetzt genauso machen wie sie sagt!

00:00:09: Und dann hab' ich aber zum Glück einen sehr guten Ort gefunden so ein Kloster mit sehr freundlichen Nonnen, die auch zum ersten Mal seit sehr langer Zeit zu mir gesagt haben fühlte ich mich zuhause und diese Worte haben mich richtig aufatmen

00:00:22: lassen.".

00:00:26: Willkommen mit der Matze, mein heutiger Gast ist Wiebke Lühmann.

00:00:29: Ich würde sagen sie ist Abenteuerin.

00:00:31: vor zwei Jahren habe ich sie entdeckt zufälligerweise auf Instagram.

00:00:34: Sie ist nämlich in dem Fahrrad von Freiburg bis nach Kapstadt gefahren.

00:00:37: Ich hab das gesehen fand das mutig inspirierend und habe mir dann geschrieben dass ihr mich freuen würdet wenn es wieder da ist.

00:00:43: Da seht ihr auch mal hier die Matze vorbei.

00:00:44: Das hat sich jetzt gemacht.

00:00:46: Inzwischen gibt es auch ein Buch über ihre Reise immer Richtung Süden und den Dokumentarfilm Sam Sander läuft gerade im Kino.

00:00:52: Wir sprechen über die Tour ihres Lebens, es geht um den Mut überhaupt loszufahren!

00:00:57: Es geht um Abenteuer von unterwegs...es geht ums Radfahren und ganz viel mehr.

00:01:03: Wenn ihr gerade auf der Suche seid nach ein bisschen Inspiration oder Mut braucht, um los zu fahren, um etwas zu starten ich glaube dann ist diese Folge genau das Richtige für euch.

00:01:11: Ich wünsche euch viel Vergnügen.

00:01:13: in Muttermatze mit Wiebke Lümann.

00:01:23: Jetzt bist du.

00:01:24: Jetzt bist du zwanzigtausend, einhundertfünfzig Kilometer gefahren.

00:01:27: Über vierhundert Tage unterwegs gewesen.

00:01:30: und die Frage, die ich mir damals auch als ich dich da auf Instagram so angeguckt habe immer wieder gestellt ist warum fährst Du weiter?

00:01:41: Es gibt immer was Neues zu sehen!

00:01:43: Die Welt ist so groß und das hat mich enorm gereizt dass ich eben nicht weiß Wie ist es in Marokko?

00:01:49: Also ich war noch nie vorher auf dem afrikanischen Kontinent überhaupt.

00:01:53: Und jedes Land war wieder wie ein neues Versprechen, was Neues zu sehen, neue Sprachen zu hören, neue Menschen zu sehen und neue Landschaften zu sehen.

00:02:02: Afrika ist einfach riesig groß!

00:02:04: Ich kann mir das nicht vorstellen, diesen Maßstab gar nicht vorstellen.

00:02:09: Dreimal so lang war das meine erste große Tour und natürlich war's halt total ... dieses Unwissen und diese Neugier einfach zu gucken, wie geht es weiter.

00:02:22: Und es gibt diese große Makroplanung oder immer die Mikroplanungen und auf dem Weg findet man noch so viel mehr Informationen was man als noch gar nicht wusste was man sich noch alles anschauen kann.

00:02:30: und ja dadurch wird das auf jeden Fall nie langweilig.

00:02:33: Also dieses Weiterfahren ich meine jetzt ist unwegssam gewesen.

00:02:38: Es ist ja alles wahrscheinlich gewesen wunderschön bis wunderschrecklich.

00:02:43: Aber vor allen Dingen höre ich das richtig, dass es die Neugede ist dann trotzdem immer weiter zu fahren.

00:02:48: Weil man nicht genau weiß was am nächsten Tag passieren könnte?

00:02:52: Ja, jeder Tag ist anders irgendwie.

00:02:54: Das Wetter ist anders und die Stimmung ist anders.

00:02:58: Der Körper ist anders wie ein Triftmann.

00:03:02: Wie sind die Leute drauf, in denen man geht und was isst man, wo schläft man... Es sind so viele kleine große Challenges und kleine große Aufgaben.

00:03:10: Dann auch immer mehr sich daran zu gewöhnen, auch im eigenen Zelt zu schlafen.

00:03:13: Und dann ist es nach total heiß.

00:03:15: und wie macht man das?

00:03:16: Dann schläft man vielleicht... Macht man das T-Shirt nass damit man halt irgendwie ein bisschen abkühlt und immer wieder sich neu anzupassen finde ich auch.

00:03:24: also Ich find's Wahnsinn!

00:03:25: Wie anpassungsfähig wir sind.

00:03:28: Kannst du abzählen, wie viele Momenten Du dich gefragt hast, sollte ich das weitermachen oder nicht?

00:03:35: Also gab es da viele Momente, also ich kenne das natürlich auch so wie jeder kennt dass der Sport macht.

00:03:39: Lauf' ich heute oder laufe ich heute nicht?

00:03:41: Oder mache ich das heute oder nicht?

00:03:42: und dann gibt's diesen Schweinehund den man ja auch immer wieder überwinden muss irgendwie und wenn man es dann gemacht hat ist er super.

00:03:49: aber dann... Es gibt natürlich aber auch die Momente.

00:03:51: neulich saß ein Freund von mir hier und der sagte Ich war halt im Fitnessstudio, war in einer Umkleidergabine und bin wieder gegangen Und ich fand er so wow!

00:03:59: Das wäre toll.

00:04:01: Aber wie oft hast du wirklich gedacht oh ich kann nicht mehr.

00:04:05: Also der Unterschied ist dann glaube ich, ich kann heute nicht oder ich kann gar nicht mehr.

00:04:10: Dieses Ich Kann Gar Nicht Mehr!

00:04:11: Ich Muss nach Hause hatte ich nur einmal und das war so nach zwei Drittel in der Reise wo eigentlich das schlimmste geschafft war im Kongo ungefähr beim Equator wo auf einmal die Luft raus war wo ich echt nicht mehr wusste was mache hier eigentlich?

00:04:27: Weil der Equator für mich auch so eine Grenze war, wo auf einmal das Kongo-Becken der Regenwald komplett abgeholzt war.

00:04:33: Das war irgendwie auf einmal da kein Naturschutzgebiet mehr und da hab ich irgendwie gemerkt wie die Natur leidet und auch in den Dörfern ... Ich habe mich einfach nicht mehr sehr wohlgefühlt, ja, konnte dann nicht mehr richtig auftanken zu emotionaler Seelisch und da hat mich gemerkt, wie ich Tag für Tag echt Kraft verloren hab bis du den Punkt, wo ich einen Nervenzusammenbruch hatte und meinen Schwester angerufen hab.

00:04:59: Und die hat sich so Sorgen gemacht.

00:05:01: Hat gesagt, du musst nach Hause kommen.

00:05:03: Ich glaub nicht, dass du das wieder reinholen kannst.

00:05:06: Dass du dich da wieder auffrischen kannst zu sagen.

00:05:09: Du sagst, du kommst jetzt nach Hause.

00:05:11: Wenn mein Zwillingsschwester das sagt ... Ich habe das gar nicht in Frage gestellt.

00:05:14: Ich dachte, das ist die Wahrheit?

00:05:17: Das muss ich genauso machen wie sie sagt!

00:05:20: Dann hab ich aber zum Glück eine sehr, sehr ... einen guten Ort gefunden, so ein Kloster mit sehr freundlichen Nonnen die auch zum ersten Mal seit sehr langer Zeit zu mir gesagt haben fühlte ich wie Zuhause und diese Worte haben mich richtig aufatmen lassen.

00:05:36: Und da konnte ich mich dann erholen und dann auch wieder entscheiden weiterzufahren.

00:05:40: und bis dahin war es halt so eine Aneinanderreihung von sehr anstrengenden Wochen und Tagen.

00:05:48: Und dann gibt's natürlich die Tage wo ich auch spontan entscheide heute nicht also wenn Regel bekomme und Unterleibschmerzen habe.

00:05:56: Und zufällig gerade aber an einem Ort bin, wo ich mich noch einen Tag länger aufhalten kann zum Beispiel in einem Hotel.

00:06:01: Es war einmal in Nigeria

00:06:03: z.B.,

00:06:03: da hab' ich sehr oft in Hotels geschlafen weil es sicherheitstechnisch da einfach viel besser ist und nicht wirklich die oft Idee kamen da irgendwie wild zu zelten.

00:06:16: Wenn ich dann halt in einem hotel bin und merke so heute kann ich nicht regelmäßig probiert ein Pause zu machen, dass es eben nicht zu diesem Moment kommt wie im Kongo.

00:06:26: Dass man sich immer wieder auch sagt okay damit das nicht passiert ich muss eine Pause mache ich muss nicht jeden Tag durchziehen?

00:06:32: Ja

00:06:32: ja

00:06:34: Wann war das erste mal dass du gedacht hast ok ich also gab's einen Grundmoment Ich will diese Reise machen oder das finde ich interessant zu fahren?

00:06:46: Der.

00:06:48: Die Idee von der Reise ist entstanden, als ich ins Nordkap gefahren bin.

00:06:51: Auch die Atlantikküste hoch und wenn man halt so raussubend auf der Karte und Europa irgendwann ziemlich klein ist, dann sieht man das Afrika sehr nah dran ist und dass man über Land auch bis zum Kap fahren kann.

00:07:04: Und das Nordkap war schon ein sehr cooler Punkt auch als Reiseziel und Kap statt dementsprechend die andere Seite.

00:07:13: Ja wie gesagt einfach die Welt zu sehen aus eigener Kraft mit diesem Wunsch auch, meinen eigenen Weg zu gehen.

00:07:21: Als Zwillingenschwester vor allem, wir wohnen immer sehr viel verglichen, hatten immer so die gleichen Freunde und Hobbys.

00:07:29: Dann bin ich auf den Trichter gekommen, Radfahren ist cool.

00:07:33: Ich kann mein eigenes Ding machen und außerhalb der Bewertung mich aufhalten quasi und einfach komplett meinen eigenen Blick einschlagen kam es von der einen Radreise zur nächsten Radreis und irgendwann hab ich gesagt, okay mit dreißig will ich noch mal irgendwas ganz Großes machen.

00:07:51: Und ja dann hat mich Afrika irgendwie sehr gereizt.

00:07:55: Also das war dieser Moment des Raus Zooms und zu sehen ach guck mal man könnte auch darunter fahren einfach?

00:08:00: Ja im Prinzip Ich finde Richtung Osten das machen auch viele Es hat mich irgendwie nicht so gereizte und diese Verbindung die Verbindung zu Orten zu spüren, durch die ich mit dem Fahrrad fahre.

00:08:15: Das erlebe ich nur so auf dem Fahrrat.

00:08:17: Das kann nicht, indem ich da hinfliege oder mit dem Auto da durchfahre, sondern auf dem Rad ist die Verbindung zu den Orten viel stärker und dieser Wund Afrika als komplexen und riesengroßen Kontinent ein kleines bisschen besser zu verstehen.

00:08:33: Es hat mich sehr gereizt und ich stelle mir das auch oft vor wenn man so auf Landkarten guckt dass es wie so ein großer Schinken ist und du hast so eine dünne, dünnde Scheibe.

00:08:42: Und du bist ja auch nur zu einem Zeitpunkt und zu einem Moment da.

00:08:45: aber einmal zu erleben, wie divers und groß und riesig Afrika ist unmittelbar.

00:08:53: Ja das hat mich halt so fasziniert.

00:08:56: Gibt es für dich also du bist ein Zwillingsschwester?

00:08:59: Ich habe von dir einen Satz gelesen Das ist dir darum, gegen auch herauszufinden.

00:09:06: Ich wollte die Welt sehen und herausfinden wie viel Freiheit in mir steckt.

00:09:11: Also ich glaube es gibt viele Menschen, die eine Sehnsucht eigentlich danach haben nach einem Zwilling.

00:09:17: also wenn man sich die großen berühmtesten Zwillinge Deutschlands kaulitz die Kaulitzbrüder dann ist das ja dass man denkt oh mein so was hätte ich auch gern.

00:09:27: Also jemand der mich so versteht und der alle Seiten irgendwie von mir kennt.

00:09:32: Und jetzt habe ich daraus gehört, dass du auch gucken wolltest wer bist.

00:09:36: Du ohne deine Zwillingschwester also dich davon eher zu lösen und nicht in einem permanenten Vergleich zu sein?

00:09:43: Ja

00:09:44: Warum war dir das so wichtig?

00:09:49: Für Ich glaube für die Erfahrung von mir selbst Also Nicht nur als team wahrgenommen zu werden und nicht nur immer im vergleich.

00:09:58: also bei den kaulitz Brüdern ist das ja ganz schön, weil die sehen komplett unterschiedlich aus.

00:10:02: Alle wissen, sie sind zwei verschiedene Menschen.

00:10:05: Zwei Eig ... Wir sind ein Eig und dadurch sind wir halt oft Rebecca und Wiebke.

00:10:11: Und nicht vor allem in der Schule.

00:10:14: Dann gab es sogar noch in der Schulzeit so ein paar Phasen, wo wir dann ausgegrenzt wurden.

00:10:19: Weil wir sind jetzt immer zu zweit.

00:10:21: Und wir sind nie alleine.

00:10:23: Und da hatten wir auch so'n bisschen ... Mobbing-Erfahrungen im Prinzip.

00:10:27: Und dann hat Becky irgendwann entschieden, die Schule zu wechseln auch weil es zu viel wurde und wir oft zu sehr verglichen wurden.

00:10:33: Es waren immer ... Du kannst ja Noten vergleichen du kannst Aussehen vergleiche.

00:10:37: Wir sind da schon mit Facebook groß und Schüler vor Z groß geworden.

00:10:39: Dann kannst du Likes vergleichend irgendwie Freunde, Freundschaften und so vergleichern.

00:10:46: Ich glaube das ist halt einfach sehr befreien wenn man dann halt einfach so sein Ding macht.

00:10:50: also mir hat es mich hat dass sehr viele Ehrgeiz auch geweckt.

00:10:52: Ich wollte schon auch immer sehr gut sein in allem.

00:10:56: Aber eben auch irgendwann einfach gucken, wie viel kann ich auch ohne sie?

00:11:00: Also selber im Urlaub zu fahren und einen anderen Urlaub machen, eigene Freunde zu treffen und so.

00:11:07: Das entstand dann auch quasi schon.

00:11:09: mit drei, zehn, vierzehn haben wir einfach auch immer unsere eigenen Dinger gemacht.

00:11:13: Und das tat mir sehr, sehr gut um mich selbst besser hinzulernen.

00:11:17: aber ich hatte sie natürlich auch immer ... in Verbindung.

00:11:19: und wir haben immer gesagt, wenn wir eine große Distanz zwischen uns haben.

00:11:23: Und heute lebt Becky auch in Hannover und ich in Freiburg.

00:11:25: Dann ist da mehr Connection auch.

00:11:28: also wie fühlen uns eigentlich näher?

00:11:29: Wenn wir weit auseinander sind weil wir so ja bedingungslos connected sind und immer für die andere da sind aber natürlich auch uns gegenseitig schon auch in Frage stellen, manchmal oder Challengen.

00:11:46: Jeder hat auch ihre eigenen Bedürfnisse und jeder möchte gesehen werden.

00:11:49: Es ist nicht immer einfach zu zweit, dann ist es manchmal einfacher fast auseinanderzuseinnen.

00:11:55: Also ich denke gerade... Das habe ich noch nie gehört.

00:12:03: Ich kenne das Abnabeln von den Eltern.

00:12:06: Dass man sagt okay, ich will irgendwas Eigenes haben oder sich dem so entgegenzustellen Und ich stelle mir das gerade sehr schwer vor, also dieses zu wissen.

00:12:16: Okay, ich muss mich... Es gibt auch einen Bedürfnis für die Abnabelung von der eigenen Schwester, von der Zwillingschwester und aber auch zu wissen was man auch daran hat.

00:12:27: Also man hat ja so zumindest in meiner Vorstellung eine unglaubliche Nähe nachdem wir uns hier alle suchen nach einer Zugehörigkeit und dann aber auch will man aber trotzdem, dass es andere Bedürfen ist halt auch als Individuum wahrgenommen zu werden Und ich hab das noch nie so ... Danke, dass du das so erzählst.

00:12:45: Ich hab das ... Stimmt!

00:12:47: Das ist wahrscheinlich total auch schmerzhaft diese beiden Züge immer wieder zu spüren?

00:12:55: Ja, es geht nicht mit ... Also, esgeht nicht immer zusammen, aber es geht halt auf gar keinen Fall ohne.

00:13:01: Deswegen für mich ist auch ganz wichtig, dass sie auch immer da ... Also, sie hat mich in Portugal noch besucht kurz bevor es nach Marokko ging.

00:13:10: Weil da hab ich auch schon ziemlich mit mir gekämpft und das war dann nochmal sehr schön, ihren Support zu spüren und dass jeder noch mal kommt und noch einmal da ist.

00:13:17: Und als ich mit sechzehn in den USA war für ein Tühler austauscht, da hatte ich so einen mega Heimweh nach ihr.

00:13:25: Das Heimenweh ist oft dann halt auch nach ihr... ...und dann

00:13:29: auch dazu sein.

00:13:31: Und hat sie das auch so sehr, dass sie diese Unabhängigkeit sucht?

00:13:34: Oder bist du von euch beiden eher die Personen, die nach der Unabhängigkeit strebt.

00:13:40: Es müssen wir wahrscheinlich Sie fragen!

00:13:42: Ich glaube, sie hatten ein bisschen mehr Sicherheitsbedürfnis.

00:13:46: also sie ist gesettelt und hat jetzt ihre kleine Familie und ihr Haus und es ja sehr zufrieden.

00:13:54: Es ist auch nicht viel umgezogen.

00:13:56: Ich bin schon einmal quer durch Deutschland und jede Ecke gezogen, hab irgendwie ... weiß immer nicht so ganz wohin.

00:14:01: Und sie ist halt sehr konstant im Vergleich.

00:14:04: Und ja... deswegen ich glaube für sie ist es gerade nichts, so krasse Reisen zu machen aber umso schöner für mich dass die halt dann immer da ist wenn ich denn nach Hause komme.

00:14:14: also das ist schon noch sehr wichtig.

00:14:17: Ihr habt noch einen großen, habe ich gelesen starken Bruder?

00:14:20: Ja,

00:14:21: Grüße

00:14:21: gehen raus.

00:14:22: Ihr seid zu dritt und wo seid ihr aufgewachsen?

00:14:24: Im Land Kressel des Heim im kleinen Örtchen Bukenem.

00:14:27: Und jetzt

00:14:28: habe ich ein paar Fotos von dir unterwegs gesehen.

00:14:30: aber wie sieht dann für dich also unabhängig von ihr Zuhause aus?

00:14:37: Ich glaube es ist für mich zu Hause aussieht.

00:14:42: Zu Hause vor allem da wo die einfach die Leute sind, mit denen ich mich nachfühle.

00:14:48: In Freiburg lebt mein Bruder.

00:14:51: Das ist auch die Geschichte, die hat Herr Dollich erzählt.

00:14:55: Er ist elf Jahre älter.

00:14:56: Als wir in die Grundschule gekommen sind, ist er ausgezogen fürs Studium und ich habe wohl sehr doll geweint als er damals ausgezogen ist und ich weiß das gar nicht mehr.

00:15:06: Aber für mich war der Wunsch schon immer groß, dass ich dahin gehe wo Philipp isst.

00:15:12: Und danach im Studium war klar, okay, Freibug ... Freiburg passt voll und Philipp war schon in Freibug.

00:15:18: Wir haben so eine Achse alle, sind irgendwie alle verbunden.

00:15:21: Ich bin eben in Freimurg bei unserem Bruder.

00:15:24: Das gibt mir Heimat und ein Gefühl von zu Hause, weil da jetzt auch die Nichten und Neffen wohnen.

00:15:30: Und natürlich auch alle Freundschaften da jetzt wachsen.

00:15:33: Also ich bin ja schon seit einem Jahr wieder Zuhause.

00:15:37: Sie da auch ganz viel Energie daraus, einfach aus diesen Menschen die in Freiburg sind.

00:15:41: Und gleichzeitig ist natürlich auch zu Hause dann meine Eltern und sie sind verteilt und es aber auch schön...

00:15:48: Gibt's den Ort deiner Kindheit noch?

00:15:50: Nee, es gibt noch den Ort.

00:15:52: Es gibt doch noch das Haus, aber da wohnen keiner mehr, den ich kenne.

00:15:54: Alles klar!

00:15:55: Das heißt diese Diese Verstreuung überall hin.

00:16:01: Deswegen ist es zu Hause für dich eher Freiburg und nicht mehr das, wo du als Kind gewesen bist oder jetzt Kind gewesen seid?

00:16:08: Und ich mag das auch dass alle ein bisschen verteilt sind, dass man dann mehrere Optionen hat.

00:16:12: Das zwar ein bisschen stressig manchmal überall hinzufahren aber ich finde's auch nicht schlecht dass man so ein bisschen breiter aufgestellt ist.

00:16:20: Gibt es wenn Du jetzt eine Reise gemacht hast... Wenn man das da mit den Eltern bespricht die einen schon kennen, seitdem man klein ist.

00:16:30: Da meine ich jetzt nicht die Geschwister sondern wirklich so die Verwandten.

00:16:34: Gibt es so... Ah!

00:16:37: Na das war ja klar dass du das mal machen wirst.

00:16:39: also gibt es Geschichten aus deiner Kindheit?

00:16:42: Die Leute jetzt sagen als ah das war er schon so?

00:16:48: Ich weiß gar nicht.

00:16:49: Also ich war ein bisschen enttäuschend wie wenig besorgt meine Eltern waren als gesagt habe ich fahre nach Kapstadt weil die das schon irgendwie nicht erwartet haben.

00:17:00: Aber halt, sie hat es jetzt auch nicht komplett überrascht.

00:17:03: Weil ich mit vierundzwanzig in Kolumbien meine erste Tour gemacht habe.

00:17:11: und ja also für mich, genau diese ersten Soloreisen unsere Eltern haben uns sehr früh losgeschickt damit man gesagt hier macht euren Chor Kurfreizeit, jüngen Freizeit und so.

00:17:22: Da waren wir immer schon sehr früh selbstständig und durften auch immer rausspielen auf die Straße.

00:17:29: Es wurde nie gesagt, das darfst du jetzt nicht oder irgendwie auch nicht.

00:17:32: dieses generell ... Bei allem haben wir immer sehr viel Support bekommen.

00:17:39: Aber es ist eine gute Frage, ob es irgendjemand so geahnt hat?

00:17:43: Ich glaube nicht!

00:17:44: Mein Vater war sehr überrascht als ich damals zum ersten Mal gesagt habe, ich fliege mit meinem Fahrrad nach Bogota und fahre da mal los.

00:17:51: Ich hab das vorher noch nie gemacht.

00:17:53: Ich war vorher nicht mehr richtig im Zelten oder so.

00:17:56: Also ich hab das auch in Deutschland nie ausprobiert.

00:17:58: Ich fand es irgendwie langweilig in

00:18:00: Deutschland.

00:18:02: Und ich hab halt gedacht ja wenn's mir keinen Spaß macht dann komme ich zurück und dann breche ich das ab.

00:18:07: Ist ja egal, ist ja meine Zeit.

00:18:09: Ich hatte ein halbes Jahr zwischen Bachelor und Master weil ich da so viele tolle Menschen getroffen hab.

00:18:17: Das war auch keine reine Solo-Reise, sondern ich hab da immer wieder Leute mit denen zusammen unterwegs und Gastgeberinnen.

00:18:25: Und das hat für mich dieses Radreisen besonders gemacht ... Man ist zwar alleine unterwegs aber viel offener um einen herum, wenn man ständig anhalten muss, denn Wasser braucht, ein Strafplatz sucht, fragt, welche Straße ist besser?

00:18:41: Dadurch kommt man in Kontakt und fühlt sich nirgendwo ... einsam und das habe ich eigentlich mitgenommen.

00:18:47: dann von dieser langen Tour.

00:18:49: Und dann ist es ja so ein bisschen einfach in mir gewachsen, dieser Wunsch diese Radreisen zu machen und das haben glaube ich alle ganz gut mitbekommen weil ich da auch viel drüber geredet hab natürlich Zuhause und deswegen hat's dann keinen überrascht dass ich gesagt hab ich fahr nochmal.

00:19:05: Was ist dieses?

00:19:05: also hast du gerade schon so ein bissel erzählt aber dieses krass besonderem Fahrrad fahren?

00:19:10: Also Du hast unterwegs Leute getroffen, die auf Motorrad unterwegs sind.

00:19:17: Ich bin eher so ein Wandersfreund und es gibt ja so die verschiedensten Sachen was man so machen kann.

00:19:21: aber warum ist das Radfahren?

00:19:23: Was ist das Magische am Radfahren.

00:19:26: Schöne Frage ich glaube für mich ist es die perfekte Balance aus Geschwindigkeit und Autonomie.

00:19:33: also du bist nicht super langsam!

00:19:35: Du kannst ziemlich viel mitnehmen.

00:19:37: vergleich zum Rucksack, da würde es mir irgendwann der Rücken sehr weh tun.

00:19:40: Wahrscheinlich sagen jetzt alle Wanderer ja ist gar nicht so schlimm aber ich finde man kann das Gewichttüren am Rad verteilen und man hat eine ganz gute Pace.

00:19:48: also man sieht viel aber man muss halt auch regelmäßig anhalten und sich ausruhen und das ist für mich ne coole Balance.

00:19:56: und dann gibt's diese krasse Community von Radreisen denn es gibt mittlerweile alle Facebook Whatsapp Gruppen und Co.

00:20:04: Krasse Gastfreundschaft, die man erfährt.

00:20:06: Da fährt jemand mit dem Fahrrad.

00:20:07: Die braucht wahrscheinlich mal eine Dusche und dann wird man eingeladen von Leuten, denen man halt noch nie gesehen hat.

00:20:13: Und das ist dann so Teil der Family.

00:20:16: Gleichzeitig kannst du aber auch einfach im Wald irgendwo übernachten.

00:20:19: Hast dein Kocher dabei?

00:20:20: Hast deinen Wasser dabei?

00:20:23: Du bist autonom, aber auch irgendwie ...

00:20:25: Teil einer Gruppe!

00:20:27: Teil von einer riesengroßen Community.

00:20:30: Das ist beim Wandern auf jeden Fall anders.

00:20:32: Also, da hast du nicht... also ich mach immer noch so Tagestouren oder mehrere Tagestuern hintereinander.

00:20:37: Und das ist aber nicht so, dass es so Teil von so einer Community ist sondern das ist dann ... Ich war halt mit meinem Kumpel und dann wandern wir und da weiß auch niemand Bescheid.

00:20:45: Man geht ja ein bisschen unter mit den anderen Fußgängern vielleicht auch?

00:20:48: Ja

00:20:48: oder man ist dann bestenfalls sogar für uns fast immer so super heute niemanden getroffen.

00:20:53: So und irgendwie so diese ... ich suche dann eher oder wie auch beide eher die Abgeschiedenheit.

00:20:59: Wenn wir mehr Kirchen gesehen haben als Menschen, dann ist es toll.

00:21:03: Ja?

00:21:03: Schön!

00:21:03: Ich finde das super.

00:21:04: Aber ich kann das auch verstehen mit dem Fahrradfahren.

00:21:08: Einmal im Jahr mache ich mich mit den Kumpel-Erfahrtouren durch Deutschland und wir versuchen jetzt alle Bundesländer abzufahren.

00:21:14: Schön!

00:21:15: Und ich find' auch dass beim Fahrrad fahren da ist ganz viel so... Da ist so ganz viel drin.

00:21:22: aber ey das Plub bist du überhaupt der Arsch tut halt ständig werden

00:21:27: Das ist alles eine Frage vom richtigen Sattel und der richtigen Hose.

00:21:31: Und auch Gewöhnung natürlich!

00:21:33: Also für mich das Beste auf so langen Touren, ist ne ganz normale Hose kein Polster keine Creme einfach ne ganz normale Hose Nicht zu doll fahren nicht zu viel fahren.

00:21:44: also ich lasse mir auch viel Zeit weil ich will ja auch was sehen.

00:21:46: Ich werde auch Leute kennenlernen.

00:21:48: ich bin nicht oft auf irgendeinem Weltrekordkurs oder brauche irgendwie Ja, weiß ich nicht.

00:21:54: Da die schnellste zu sein oder so?

00:21:55: Sondern ist ja für mich einfach Lebenserfahrung und... ...die Erfahrung einfach entspannt zu treten auch nicht die ganze Zeit so verkrampft auf dem Fahrrad zu sitzen.

00:22:05: Und wenn dann irgendwann mal vielleicht was bisschen scheuert oder so dass man dann auch Luft dran lässt und mal ein bisschen Pause macht also das man da doch checkt Also es nichts zu übertreiben

00:22:17: Das ist glaube ich dann auch vielleicht unter Umständen wieder so die Frage zwischen Männern und Frauen dass Männer vielleicht einfach mehr leisten wollen.

00:22:24: und dann so heute achtzig Kilometer.

00:22:26: Ja, vielleicht schaffen wir auch neunzig.

00:22:28: Einen schnellen Vergleich?

00:22:29: Ja.

00:22:31: Also so oder so, jetzt machen wir richtig Kilometer-Schrumpf.

00:22:34: Aber ich fand das ganz toll, dass du detail einfach mit Birkenstocks gefahren bist.

00:22:41: Ich bin natürlich überlegt was welche Schuhe nimmt man mit usw.

00:22:43: Und dieses aber dann einfach mit birkenschlägen ist total logisch ja klar warum nicht.

00:22:46: Die wirklich wimmsten schuhe und voll entspannt.

00:22:49: man kann mal zwischen dich die Füße ein bisschen besser bewegen.

00:22:53: Ja, also ich hatte am Anfang noch so Wanderstiefel mit einer ganz festen Sohle.

00:22:56: Auch Birkenstöcke haben mir auch eine relativ feste Sohne.

00:22:58: und diese Wanderschuhe dachte ich brauche die wenn ich mal zwischendurch ne Wanderung mache oder irgendwie keine Ahnung für was auch immer.

00:23:05: und ich habe dann aber irgendwann gemerkt ja die sind viel zu schwer und wasserdicht und viel zu warm und die Füße müssen atmen.

00:23:11: eigentlich muss weniger ist manchmal mehr.

00:23:15: Worüber hast du dir im Anfang Gedanken gemacht?

00:23:17: Also Stichwort Schur oder was es auch immer ist.

00:23:20: Und jetzt hast du auch gesagt, bei dir Hose eigentlich muss man gar keine gepurzerte Sachen tragen.

00:23:25: Also worüber hast du dir Gedanken gemacht?

00:23:27: Womit hast du dich beschäftigt was du eigentlich überhaupt nicht gebraucht hast was völlig wo du danach sagst?

00:23:32: also das war ja wirklich warum habe ich denn das gemacht?

00:23:35: Also ich war auf jeden Fall over equipped, was so Elektronik angeht.

00:23:39: Ich hatte noch eine riesige Kamera mir vorher gekauft.

00:23:42: Ein großes Stativ und auch ganz viele SSDs oder ein Laptop für die Datensicherung und auch einen Laptob für die Steuererklärung weil man weiß ja nie wann es so lange weg muss dann irgendwelche Sachen

00:23:54: einreißen.

00:23:55: Ja stimmt natürlich!

00:23:59: In Guinea nach Hause geschickt.

00:24:01: Es war viel zu schwer, es hat mich auch belastet mental.

00:24:04: Die Steuererklärung?

00:24:05: Total!

00:24:07: Und da musste dann alles verschoben werden und das war ja gar kein Problem.

00:24:10: Auch diese Kamera... Also ich hab die Kamera nach Hause gescheckt.

00:24:13: Das hat für mich einfach nicht den Mehrwert gebracht.

00:24:16: Und Gepäck zu verlieren und Sachen loszulassen ist die größte Freiheit.

00:24:22: Man is abends viel weniger müde Man muss viel weniger auf alles aufpassen und alles pflegen.

00:24:27: Und alles aufladen, da hat man eh keinen Kopf für ... Das war eine sehr große Freiheit ohne Laptop unterwegs zu sein.

00:24:34: Ich würde es jedem empfehlen, die Laptops echt zu Hause zu lassen.

00:24:38: Was ist mit Befürchtung und Ängsten?

00:24:42: Die Ängste hatte ich vor allem durch das, was von außen an mich herangetragen wurde.

00:24:50: Von meinem privaten Umfeld aber auch über Instagram.

00:24:54: Ängste, dass Afrika viel zu gefährlich sei.

00:24:57: Dass ich das als Frau auch scheinbar irgendwie nicht könnte oder so ... Das war auch zusätzliches Gewicht, auch Gepäck, was ich mit rumgeschleppt hab und was ich auch Tag für Tag abwerfen konnte.

00:25:09: Weil jeder Tag eine Beweis ist, dass es doch geht, dass's nicht gefährlich ist und man auf sich selber aufpassen kann und seine eigenen Bedürfnisse erfüllen kann und vorwärts kommt.

00:25:19: Welche Art von Gefahr?

00:25:22: Hat sich dir wurde dir so angetragen?

00:25:26: Ja, generell Sicherheitsbedenken vor allem.

00:25:28: Also körperliche Übergriffe, keine Ahnung, Polizeigewalt, Grenzübergänge die nicht sicher sind, keine ahnung so ganz.

00:25:41: Vor allem die Angst von anderen Menschen das andere Menschen mir was Böses wollen.

00:25:50: Und das ist für mich eine sehr, sehr abstrakte Angst und auch eine total überschätzte Angst.

00:25:56: Weil die größte Gefahr für alle Fahrradfahrerinnen weltweit sind Autos.

00:26:00: Nicht gesehen zu werden über ein Haufen gefahren zu werden umgefahren zu sein.

00:26:03: Das geht viel schneller und kann einfach passieren und es passiert auch leider sehr häufig und täglich.

00:26:11: Und das is' die größste Gefahr, die aber keiner sieht!

00:26:15: finde ich immer so ein bisschen verzerrt.

00:26:17: Woher kommt diese abstrakte Angst, dass irgendjemand Fremdes uns was Böses will?

00:26:20: Da wartet keiner auf mich!

00:26:22: Es ist absolut... Also ja es ist einfach so glaube ich auch einen Rassismus denken also das irgendwie Leute die vielleicht teilweise weniger haben böse sind oder gewalttätig sind oder sowas und ich habe komplett das Gegenteil erlebt und hab mich in Westafrika vor allem sehr sicher gefühlt konnte da echt so immer mehr dieses Ganze loslassen und auch einfach selber merken, dass ich das irgendwo auch in mir hatte.

00:26:52: Diese ganzen Gedanken teilweise auf mich draufprojiziert.

00:26:56: Aber zu merken, das Gegenteil ist der Fall und die Leute sind so offen und neugierig.

00:27:01: Und finden es cool und feiern uns und checken sie aber vielleicht auch irgendwie nicht denken.

00:27:05: Vielleicht ich bin gerade mit dem Flugzeug gelandet und fahre jetzt also mal einen Tag vorbei?

00:27:09: Also es war ganz, ganz spannend!

00:27:10: Die Reaktion aller Menschen, die ich unterwegs getroffen habe, war auch immer ganz divers.

00:27:14: Es war jetzt nie eine Art der Reaktionen oder so...

00:27:20: Was für Reaktionswarten hat von einer Seite zur anderen Seite?

00:27:25: Von Kinder rennen weg, weil sie noch nie eine weiße Person gesehen haben und finden es mega gruselig.

00:27:30: Und schreien!

00:27:33: Also wollen auf gar keinen Fall in meiner Nähe sein.

00:27:36: zu Leuten die kommen... sagen, ah du fährst nach Südafrika.

00:27:41: Ach so ja da hatten wir letzte Woche schon einen.

00:27:43: Also die da gar nicht beeindruckt sind oder halt auch komplett das Desinteresse einfach gar nicht.

00:27:51: Die leben ja auch in ihrem Alltag und haben ihre Themen, ihre Probleme, ihre Businesses natürlich ganz viele Leute, die interessiert sind und Fragen stellen und offen und irgendwie wissen wollen wie es geht.

00:28:06: Du wolltest eigentlich ursprünglich die Reise mit deinem Freund machen, deinen Ex-Freund.

00:28:12: Und dieses trotzdem losfahren dann... Also ich stelle mir das sehr schwer vor.

00:28:18: Ich stelle es mir sehr schwer, dass du sagst okay wir machen in der Reise zu zweit und man plant es und dann passt das nicht mehr mit dem Partner.

00:28:26: also dann trennt man sich.

00:28:28: Man könnte auch sagen ok dann hat das nicht sein sollen Dann fahre ich in, dann mache ich diese Reise nicht und es fühlt sich auch komisch an.

00:28:36: Eigentlich wollte ich das mit jemandem zusammen machen und das passt da nicht.

00:28:38: Und jetzt mache ich das alleine.

00:28:39: Das ist ja eigentlich ... Da könnte ich mir vorstellen also wenn du mich angerufen hättest, dann hätte ich gesagt mach die Reise aber fahr woanders hin

00:28:47: sozusagen!

00:28:48: Ja genau, die Reis habe ich auch ein bisschen angepasst.

00:28:52: Das eigentlich jetzt hier bei Matanzania und das hab' ich dann auch geändert zu Kappstadt weil das war für mich viel logischer auch mit dem Nordkap auf der Reise war ich ja schon.

00:29:04: Und für mich war es einfach, also natürlich war die Trennung an sich was wo ich sehr drunter gelitten habe und ich war auch wirklich sehr sehr traurig weil ich mir das eben sehr gut vorstellen konnte.

00:29:15: aber mindestens genauso traurige war ich eben dass diese Reise nicht zustande kommt und ich hab dann auch überlegt was ich mache Hatte meinem Arbeitgeber damals schon leider viel zu früh Bescheid gesagt.

00:29:26: Also, falls jemand Worten lang reinzumachen und vielleicht nicht zu früh bescheid sagen, die wussten das schon dass ich das mache Und ich kam dann da nicht so ganz mehr raus.

00:29:35: Beziehungsweise wollte Dann Nicht einfach so tun als wäre nichts gewesen.

00:29:39: und dieser Wunsch der Reise zu machen war so groß auch mit dem Ziel So um den dreißigsten Geburtstag nochmal was großes erleben.

00:29:45: und irgendwie ja für mich war diese ganze Rathreise-Sache einfach schon so ein großer Teil von meinem Leben, dass ich das halt jetzt nicht hätte wegschieben können.

00:29:55: Oder sagen wir, ich gehe jetzt wandern oder mache jetzt irgendwas ganz anderes.

00:29:58: Also ich war schon sehr huckt und überzeugt auch von der Idee unabhängig vom Partner, also die Idee dieser Wunsch, eine lange Reise zu machen, war vorher da.

00:30:08: Das war sehr frisch sozusagen.

00:30:11: So bisschen ... Hals über Kopf darein und ach komm, wir machen das zusammen!

00:30:15: Und ähm genau... Das ging alles ziemlich schnell und dann war es aber auch so schnell wieder Geschichte.

00:30:24: Und diesen Herzschmerz habe ich schon ziemlich mitgenommen, man lässt ja die Probleme nicht zu Hause.

00:30:29: Es hat mich auch ... Also wenn man um das ganze Gewicht und so, das war einfach ein Teil des Gewichts.

00:30:34: Nicht nur die Angst, sondern auch das.

00:30:37: Je weiter ich gekommen bin, umso weniger muss ich drüber nachdenken.

00:30:40: Das hat schon ein bisschen nachgelassen, aber es hat viel mit mir gemacht.

00:30:45: Nächstes zu Trotz bin ich sehr, sehr froh.

00:30:47: Dass ich nicht auf irgendwie den nächsten gewartet habe oder irgendwie gedacht hab jetzt kann ich es nicht mehr machen sondern ist trotzdem gemacht.

00:30:53: und das ist glaube ich auch ganz wichtig dass es nie den perfekten Zeitpunkt gibt für eine Reise uns immer irgendwas was man noch hätte besser organisieren können.

00:31:02: und Ich glaub viel zu viele Leute planen viel zu lang und nehmen sich dann auch Dadurch die Vorfreude und die Euphorie des Staats.

00:31:10: Und für mich war es einfach wichtig, loszufahren.

00:31:12: Ich hatte sehr viel Glück, dass ich eine Freundin aus Freiburg hab, die Hannah, die mich bis Portugal begleitet hat auch.

00:31:17: Die konnte sich dann auch richtig freuen.

00:31:19: Sie musste ihren Job kündigen!

00:31:20: Es war alles schon ziemlich groß auch für sie.

00:31:24: Auch ein bisschen Lebensverändern, ihre erste Radreise.

00:31:28: Wir hatten einfach ne coole Zeit als Freundinnen ... Dann haben wir uns verabschiedet und dann gingen die... Der zweite große Teil los.

00:31:35: Was sagst du den Menschen, die auf diesen perfekten Moment warten?

00:31:39: Und jetzt wenn du scheinst mir dann auch eine Person zu sein hast du ja gerade schon gesagt okay früh den Arbeitgeber Bescheid geben lange planen das lang überlegen wie macht man das und grade die menschen die viel planen Das ist zumindest meiner Beobachtung Die kommen dann manchmal gar nicht erst los weil sie soviel planen und dann gibt es immer irgendeinen Grund gibt's immer dass dann doch nichts zu machen.

00:32:02: und ich kann mir vorstellen also gerade, was du erzählst.

00:32:06: Ich mach das mit meinem Freund zusammen oder meiner Freundin und dann sagt er oder sie sagt nee ich will nicht mehr mit dir zusammen sein oder die Freundin sagt du ich muss jetzt irgendwie zurück.

00:32:17: mein Arbeitgeber hat mich gekündigt.

00:32:20: also sind ja so Zeichen wo man auch sagen kann na gut okay dann soll es jetzt nicht sein Das ist eben doch noch nicht der Moment.

00:32:27: Was sagst du diesen Moment Menschen?

00:32:29: Ja ich glaube nicht dass es den Moment gibt Und es kommt auch keiner und sagt dir, das ist jetzt dein Moment.

00:32:36: Das ist dein Abenteuer und das wäre genau das Richtige für dich.

00:32:40: Man muss selber entscheiden welches Abenteuern man will und wann man das will und mit wem man das Wille oder ob man's alleine macht und dann mal guckt wer man unterwegs trifft oder so.

00:32:52: Ich kann das nicht durchplanen.

00:32:54: ich weiß nicht wie es in der Sahara ist wenn ich da noch nie gewesen bin.

00:32:58: Und ich weiß auch nicht wie sie im Kongo sind wenn ich ja noch nie gesehen bin aber deswegen fahre ich ja los.

00:33:03: Ich will mir auch gar nicht die ganzen Bücher und Filme und alles vorher reinziehen.

00:33:06: Und genau analysieren, wie hat er das jetzt gemacht?

00:33:09: Auch so Equipment und so... ich bin da auch seit der ersten Reise tiefenentspannt.

00:33:14: Da war ich in Bolivien oder auf einmal war es minus zwölf Grad und muss sich halt noch einen zweiten Schlafsack kaufen weil meiner reicht dann nicht!

00:33:20: Und andersherum jetzt in Afrika musste ich halt viel zurück schicken, weil ich hatte viel zuviel dabei.

00:33:25: Es gibt ein wunderbares Foto von dir ganz am Anfang der Reise, wo man sieht, wenn man von oben fotografiert was du alles so dabei hast.

00:33:31: Das ist ja wahnsinnig viel.

00:33:33: Viel zu viel!

00:33:34: Man ist immer over-equipped und overprepared und plant zu viel und macht zu viel.

00:33:39: Wir brauchen Connection, glaube ich, viel mehr als wir denken.

00:33:44: also Hyperindependence ist auch voll das Ding.

00:33:48: Ich bin auch so der Fan davon löse alle meine Probleme selber, ich kümmere mich um alle meine Sachen selber.

00:33:53: Aber eigentlich ist es dann am Ende die Improvisation und dieses Anpassungsfähigkeit offen zu sein für neue, auch für Probleme.

00:34:01: Und das ist eine coole Challenge und eine coolle Möglichkeit, was zu lernen und dann so zu merken... Ich habe einen riesen Werkzeugkoffer an Skills und ich nutze davon immer nur dieselben kleinen Tools und unterwegs brauche ich viel mehr und lerne dann halt so alles ein bisschen und lernen halt wie ja Ressourcen voll, ich sag mal das, ressourcenreich man ist.

00:34:29: Ich glaube wir haben gemeint dass wir beide so gerne unabhängig sind und das kann ja auch zu einer gewissen.

00:34:37: also mir sagt immer jemand du bist süchtig nach der Unabhängigkeit Und das fand ich auch irgendwie ganz das Stimmte.

00:34:48: Und dann ist es ja auch genau das, dass man sich so nicht abhängig machen will vom Wetter von allmöglichen Gegebenheiten und dann macht man sich zu viele Gedanken unter Umständen.

00:34:59: Und das ist ja dann wiederum das Gegenteil von unabhängig.

00:35:02: also da macht man sicher total abhängige von dem wie man plant und dass man das unseren Griff hat.

00:35:06: Also das...

00:35:07: Ja aber so loszulassen ne?

00:35:10: Vieles leichter irgendwann.

00:35:13: Du hast es schon gesagt, man lässt so gepäcklos.

00:35:16: Man lässt so Gedanken los.

00:35:19: Hast du auch wirklich gemerkt wie sich bei dir dadurch was verändert?

00:35:23: In deiner Wahrnehmung oder Festigkeit ist das ja eigentlich so.

00:35:29: Also wenn ich ... Ich hatte zwischendurch diesen Cut dann war Hannah da und dann war sie nicht mehr da.

00:35:35: Dann war ich mit dem Franzosen lange unterwegs und immer diese ersten Tage wo die Leute weg waren, durchgeplanter und viel gestresster auch.

00:35:45: Und hab viel längere Strecke gemacht, also Geschwindigkeit bringt Sicherheit immer Vollgas dann und ja viel Streckel machen und nicht zu viel Bodenkontakt.

00:35:56: Dann ist man erst mal in so einem Modus, in so ein Überlebensmodus auch.

00:36:00: Aber auch durchzuatmen und zu checken hier ist ja gar keine Gefahr und mir geht's gut!

00:36:03: Ich kann auch mal langsamer machen und ich kann das jetzt hier genießen.

00:36:07: Stelligkeit, Geschwindigkeiten bringen Sicherheit?

00:36:10: Ich glaub schon wenn du immer rast Dann bist du ja gar nicht aufnahmefähig für irgendwas.

00:36:15: Ja voll.

00:36:18: Spannend!

00:36:18: Wenn man alleine ist, ist man glaube ich tendenziell viel schneller

00:36:22: und dieser Bodenkontakt ist das auch eine Sache.

00:36:26: klar.

00:36:26: wenn Du den ganzen Tag Fahrrad fährst dann hast Du den ganze Tag was zu tun.

00:36:29: also Du bist in so einer Geschwindigkeit und Du machst Meter und es ist ja auch Leistung und toll und super.

00:36:34: und sobald Du stehen bleibst so stell ich mir das vor dann ja dann bist Du halt alleine irgendwo in der Wüste.

00:36:42: Du hast dann so und jetzt trink ich mal was.

00:36:47: Und dann muss man sich um das Zelt kümmern, also man ist die ganze Zeit eigentlich busy!

00:36:51: Muss man das zählt aufbauen?

00:36:52: Dann muss man noch Wasser suchen oder muss man auch etwas zu essen kochen?

00:36:55: Da muss man das wieder abspülen, da muss man es wieder einpacken, da müssen wir wieder gucken wo fahre ich morgen hin... Also man kann sich schon sehr gut die ganze zeit beschäftigen obwohl man eigentlich ja nicht so viel zu tun hat.

00:37:05: Ähm..und ja.

00:37:07: Und doch das ist dann wiederum Sicherheit

00:37:10: Das gibt Struktur.

00:37:11: Es gibt sehr viel Struktur und klar, wenn du dir eine sehr große Ziele setzt und möglichst weit fahren willst, dann hast du halt am Ende nur noch Fahrradfahren essen, schlafen ... Also es gibt ja auch diese ganze Ultra-Szene mit den ganzen Leuten die ultra Bike Races fahren.

00:37:29: Was

00:37:29: ist das?

00:37:30: Zum Beispiel Transcontinental, da fährt man einmal komplett durch Europa Das in möglichst kurzer Zeit und jetzt nagel mich nicht fest, aber die schnellsten fahren das in einer Woche einmal quer durch Europa oder so.

00:37:43: Das scheint

00:37:44: mir schnell zu sein.

00:37:44: Oder durch das Atlas-Gebirge, zweitausend Kilometer in drei Tagen, vier Tage mit sechs Stunden Schlaf... Also die schlafen dann nicht, die fahren da nur Fahrrad und können ja auch quasi gar nicht interagieren mit den Locals!

00:37:57: Und ich glaube dass ist irgendwie voll die Faszination für ganz viele weil du da natürlich krass an deine körperlichen mentalen seelischen Grenzen gehst.

00:38:06: aber ich finde es auch total schade weil dann verpasst man halt die ganzen Leute unterwegs und halt eben diesen Kontakt.

00:38:12: Und vielleicht das schwingt dann auch so ein bisschen diese sicher, also viele sagen dann durch diese Reisen sehen sie denn was von der Welt.

00:38:18: aber irgendwie glaube ich dass es diese Reisens ja auch sicherer machen, dass sie nicht angreifbar sind oder irgendwie groß in den Austausch gehen können.

00:38:28: Also eine ganz krasse These und wahrscheinlich würden das auch ganz viele Leute sagen ist gar nicht der Fall und Sie sind super dankbar über jede Interaktion.

00:38:38: Aber das ist für mich nicht der große Grund, hier zum Radreisen.

00:38:41: Weil also für mich dieser Radreise ist halt eben ... Das lebt ja davon, dass man Leute kennenlernt und dass man ein bisschen was dann auch jedes Mal über sich lernt.

00:38:51: Ich hab nur gerade aufgeschrieben die Leute sehen die Welt aber sich dann wahrscheinlich selber nicht.

00:38:57: Also wenn du so schnell bist Und ja die ganze Zeit bei Geschwindigkeit Wenn ich schnell Fahrrad fahre oder schnell Lauf- oder schnell Autofahrer Da muss ich ja voll konzentriert sein auf die Sache da draußen und dann gibt es eigentlich wenig Zeit für so eine Innenschau.

00:39:13: Also, dann ist es irgendwie ... Dann sieht man vielleicht viel aber schnell eben auch, aber nicht genau.

00:39:18: Du hast aber auch sehr schnell von deinem Körper gezwungen, eine Innen-Schau zu machen weil du wahrscheinlich die ganze Zeit Durst hast, die ganze zeit irgendwie ein Knie wehtut oder Sitzbeschwerden oder was weiß ich?

00:39:28: Es ist glaube ich schon eine sehr extreme Bubble.

00:39:31: uns geht da auch ums Thema Unabhängigkeit.

00:39:33: also die Gemeinsamkeit zwischen Radreisen und Radrennen ist glaube ich auch Unabhängigkeit.

00:39:37: Wie weit kann ich aus eigener Kraft kommen, versteht ja auch immer über solchen Radrennen und dann zu sehen wie schnell man keine Ahnung in der Türkei oder so?

00:39:48: In meiner Vorstellung ist es überhaupt nicht drin wenn jemand bei mir hier im schönen Brennstuhl auf dem Berg vor der Tür stehen würde mit einem Fahrrad und da irgendwie halten würde und was trinken würde.

00:40:02: also es gibt mir keine Vorstellung die sagt Ja komm rein kannst du heute hier pennen

00:40:07: Nee.

00:40:08: Also es ist irgendwie nicht da, also gar nicht und nicht mal böse gemeint sondern einfach die Vorstellung ist nicht da.

00:40:16: was ist das?

00:40:17: aber wenn man in Ländern unterwegs bist wo du unterwegs warst und wo ich auch schon unterwegs war?

00:40:23: Es ist vollkommen natürlich.

00:40:24: du kommst durch den Dorf Ich hab das in Marokko auch selber erlebt sitzt im Taxi mit jemandem und der sagt Du kannst heute bei mir pennen und ich so Was?

00:40:33: Okay Das ist weird, aber okay.

00:40:35: Dann probieren wir das mal und dann ist es wunderschön!

00:40:39: Und man lernt eine Familie kennenwird, bekocht, erlebt unglaubliche Gastfreundschaft und denkt so... Okay, das ist... Hä?

00:40:46: Würdest du's machen wenn die Person hier vorbeifährt und dann dich fragt Hallo ich such grad nach einer Couch oder irgendeiner Möglichkeit zu schlafen.

00:40:56: gibst du die Möglichkeit bei dir zu übernachten?

00:40:58: würdest du es dann überlegen oder willst du sofort sagen

00:41:01: Ich würde... Es ist wirklich ganz komisch.

00:41:04: Ich würde wahrscheinlich sagen, du ... Ach ist es so dringend grad bei dir?

00:41:08: Ja, dann sag ich ja.

00:41:09: Dann sag ich, du...ich würd' dir einfach ein Hotelzimmer buchen!

00:41:14: Also das äh...oh Gott!

00:41:16: Ich

00:41:16: will den nicht vorbeikommen, nein!

00:41:17: Nein aber es ist eher so...also das ist also...verschiedene.

00:41:23: Das eine isst für uns zuhause, wir haben relativ wenig Besuch.

00:41:30: Also zu Hause weil wir wollen, dass unser Zuhause ist, meine Frau und ich Und auch unser Sohn, wir haben den ganzen Tag mit Leuten zu tun.

00:41:38: Ständig sind wir irgendwie... Es ist irgendwas draußen im Außen.

00:41:42: Wir sehen irgendwas wie lesen was wir tun was und das Zuhause ist für uns wirklich so.

00:41:46: unsere Höhle da ist eigentlich so... Eigentlich ist es aber am schönsten wenn wir zu dritt sind und unser Hund noch dabei Und dann ist eigentlich, ab und zu es gibt vier oder fünf Anlässe im Jahr, wo wir mal sagen okay jetzt laden wir mal ein paar Freunde ein.

00:41:58: Aber sonst machen wir das eigentlich nicht.

00:42:00: deswegen ist das Zuhause nochmal so was anderes und dann gibt's aber noch so einen anderen Ort.

00:42:04: So'n Wochenendort da hätte ich gar kein Problem.

00:42:08: Dann ist es etwas anderes, aber da kommt auch einfach niemand vorbei.

00:42:12: Es wäre sehr merkwürdig wenn jemand vorbeikäme.

00:42:16: Aber ich habe das auf Reisen so oft erlebt diese Gastfreundschaft und hab die noch nie in der Stadt erlebt Noch nie.

00:42:22: Also sowohl wenn ich in der Stadt war als auch wie gesagt, wenn das jetzt hier jemand vorbei käme im Studium würde es nicht machen.

00:42:27: Ja ja in einer Stadt ist es wirklich was anderes weil du so viele Optionen hast.

00:42:32: aber wenn du irgendwo in einem Dorf bist und da ist einfach keine andere Option Und ich mache das tatsächlich oft dass ich die Leute auch frage Ich warte nicht unbedingt nur dass mich jemand einlädt.

00:42:41: also Jetzt in Westafrika und auch Zentralafrika bin ich zum Dorf ältesten gegangen und habe da gefragt wie es aussieht und ob man vielleicht in der Schule übernachten kann.

00:42:51: Oder auch mal im Krankenhaus, weil die haben oft auch irgendwo einen leeren Raum oder einfach eine Mauer drum rum.

00:42:58: Es ist ja noch ein bisschen mehr Privatsphäre quasi aber es gibt halt kein Hotel, es gibt keine Optionen.

00:43:03: Und dann sind die Menschen oft viel kreativer.

00:43:07: Dann ist das selbstverständlich.

00:43:09: In Liberia war so ein Truckstopp einfach mitten im Nirgendwo im Urwald.

00:43:17: Da gab's Reis Und ein Dach überm Kopf, es hat die ganze Zeit geregnet.

00:43:22: Daher bleiben diese Autos dann auch über Wochen im Mad stecken, weil die Straßen sind so schlecht und du kommst in der Regenzeit da einfach nicht durch.

00:43:30: Dann ist das normal, dass die Leute feststecken und aufgenommen werden.

00:43:35: So wurden wir, Julia und ich regelmäßig aufgenommen und haben gefragt, wo gibt's eine Option?

00:43:40: Wir haben einen Zelt ... Dann findet man schnell die richtige Stelle, wo man hinkommt.

00:43:47: wo man aufgenommen wird.

00:43:49: Und klar, in einer Großstadt, wo überall Hotels sind und auch in Deutschland, wo davon ausgegangen wird, wenn du reisen gehst dann hast du genug Geld auf dem Konto, dass du ein Ticket nach Hause kaufen kannst, das du einen Hotel kaufen kannst.

00:44:02: Seit Südamerika war für mich damals die erste Erfahrung.

00:44:05: da habe ich ein Mexikaner kennengelernt.

00:44:06: der hat es komplett ohne Geld gereist Und nicht weil es ein cooler Trend war und irgendwie er macht dann daraus keine Ahnung, eine geile Story mit Null Euro um die Welt.

00:44:14: Sondern einfach, weil er kein Geld hatte!

00:44:16: Und hat sich dieses Fahrrad zusammengespart und all sein Equipment und hat dann immer gefragt kann ich essen?

00:44:22: Kann ich schlafen?

00:44:23: Und so ist der Gereis.

00:44:24: und da war ne Offenheit dafür oder was ein Verständnis dafür.

00:44:27: Da war dieses Pilger sein.

00:44:30: Das ist einfach ne An... Also hier nen Ein Luxus, es ist hier ein Urlaub.

00:44:34: Du musst halt irgendwie die Urlaub nehmen oder was weiß ich und dann darfst du erst losfahren.

00:44:40: und ja unterwegs auf Reisen habe ich festgestellt das machen nicht alle so wie wir.

00:44:45: also auch diese krasse Selbstständigkeit genug Kohle zu haben dafür und diese Solidarität unter Reisenden aber auch unter den Menschen vor Ort in Locals zu erleben hat mir eine ganz große Freiheit geschenkt und vielleicht ist das dann auch wieder gut für dieses gar nicht alles wissen und du musst auch nicht alles planen.

00:45:04: Und wenn's dir mal schlecht geht, dann sind da Leute und die helfen dir

00:45:07: wahrscheinlich.".

00:45:07: Also das ist mir noch nicht passiert, dass es mich schlecht ging und dann hab ich keinen gefunden.

00:45:13: also ne?

00:45:15: Ich hab...also als ich in meinem Marokko war habe ich zwei junge Frauen kennengelernt.

00:45:21: Die waren im Atlas-Gebirge und die erzählten wie schwer das für die auch teilweise war dazu reisen und sagten eben als Frauen.

00:45:34: Und das ist etwas, ich ... Ich als Typ, ich kenn' das eigentlich, ich kenne dann mal keine Ahnung, man is auf dem Markt und wird ein bisschen abgezogen oder solche Sachen, das kenne ich schon.

00:45:42: aber... mich auf Reisen komischerweise nie bedroht oder gefährdet, oder irgendwie so wüsst ich jetzt nicht gefühlt.

00:45:51: Ja Es ist ein Gedanke den ich habe als Mann Ich weiß aber nicht ob der richtig ist.

00:45:56: Der Mann der dann sagt Ist das denn sicher?

00:45:58: Oder fühlst du dich denn... sich will da gar nicht irgendwie paternalistisch oder irgendwie sein?

00:46:02: Wie bist Du diesen... also wie bist Du daraus gekommen?

00:46:06: aus dieser Angst die ja auch ...projiziert ist, die von Männern kommt.

00:46:11: Die von Frauen kommen was auch... Ja!

00:46:12: Auch von Frauen?

00:46:14: Wie bist du die los geworden?

00:46:16: Also auch gerade am Anfang dieses erste Mal irgendwie zu klopfen und so sagen kann ich bei dir schlafen und da steht vielleicht keine Ahnung ein Mann da der und wo du nicht genau einschätzen kannst

00:46:31: ja also Ich such mir aus wo ich klopfe und frage Und wenn ich unterwegs bin, frage ich natürlich erst die Frauen.

00:46:39: Also ich gehe dann einfach auf die zu, wo ich ein gutes Gefühl habe, bei der die Intuition sagt okay hier kannst du fragen... Du

00:46:46: bist auch deine Intuition?

00:46:48: Ja

00:46:49: und vor allem halt einfach auf Frauen weil ich den in dem ersten Moment mehr vertraue und da ist diese Sisterhood Die ist einfach da und ich kann auch mit Kindern besser connecten, glaube ich manchmal als wenn es jetzt ein Mann einfach so machen würde.

00:47:03: Und bin auch mehr schnell in der Familie.

00:47:08: Ich wusste das gar nicht dass das so ein Thema ist.

00:47:11: Ich bin nach Kolumbien damals geflogen und dann kam zurück nach siebentausend Kilometern aus Buenos Aires.

00:47:19: Und dann haben mich die Leute gefragt, wie ist das denn als Frau?

00:47:22: Ich hab die Frage nicht verstanden.

00:47:24: Weil es für mich ganz normale Frau zu sein.

00:47:27: Ich kann mir das ja nicht aussuchen und bin so, wie ich bin und bin zufrieden damit.

00:47:32: Für mich war das eine komische Frage.

00:47:35: Ich hab's erst mal auch immer wieder gesagt, ich kann's mir nicht aussuchern, was soll die Frage ... Jetzt hab ich irgendwie für mich durchs auch reden mit anderen Frauen und Reisenden.

00:47:44: gemerkt, dass ich es wichtig finde auch den Vorteil von Frau sein zu beleuchten und nicht nur immer auf die Nachteile.

00:47:49: natürlich Vergewaltigungen passieren in der Regel mit Frauen oder sehr viele aber die größte Gefahren von Frauen sind auch eher häusliche Gewalt.

00:47:59: Und auch dieses ganze Setting Familie wofre ganz viel passiert und das ist eben nicht in der Fremde sondern kann halt zu Hause passieren und wir müssen uns schützen.

00:48:09: Und es gibt auch noch ganz viel Potenzial, dass Frauen sich weltweit sicherer fühlen.

00:48:13: Das ist ein krasses Privileg das jetzt hier so sagen zu dürfen um diese Freiheit zu haben.

00:48:18: Das hatten meine Vorfahren wahrscheinlich nicht so easy.

00:48:22: Es gibt ja gar nicht so lange.

00:48:24: dieses Phänomen, dass die Frauen alleine durch die Weltgeschichte tingeln.

00:48:29: Ja, eben dieses Vertrauen.

00:48:31: Dass ich bekomme von anderen und auch die emotionale Intelligenz von Frauen, die Kommunikationsfähigkeiten, die Anpassungsfähigkeiten ... Auch ausdauertechnisch sind Frauen superaufgestellt.

00:48:43: also wir kommen einfach sehr weit.

00:48:44: Es gibt so viele coole Aspekte da Frau zu sein Und sich die selber auch zu nehmen und zu benennen und zu sagen Ich hab aber gute Erfahrungen gemacht.

00:48:52: und vielleicht weil ich eine Frau bin habe ich gute Erfahrung gemacht Weil ich nicht aussiehe wie all die anderen Männer mit Vollbart habe ich eine coole Erfahrung und lerne, dass die Welt mir oft steht.

00:49:05: Und es ist ein Privileg das zu machen was niemand erwartet und nicht nur dem zu folgen was andere von mir wollen sondern dem zufolgen was ich will und zu merken ja meine Eltern sind nicht mehr überrascht wenn ich sage ich fliege jetzt nochmal nach Namibia und fahre noch mal nach Botswana.

00:49:20: Ja man schafft sich auch die Erwartungen der anderen und kann sich auch selber Möglichkeiten erschaffen und Freiräume erschaffen, indem man halt mal über die eine oder andere Grenze geht.

00:49:33: Und man guckt was ist da eigentlich?

00:49:34: Ist das wirklich gefährlich?

00:49:35: Oder gibt mir das eigentlich die Freiheit...

00:49:39: Was wäre die bessere Frage gewesen?

00:49:42: Also ich verstehe das auch mit dem wie es als Frau ist.

00:49:45: Es ist eine Frage, die mir dann natürlich auch kommt.

00:49:50: Deswegen frage ich das auch so vorsichtig.

00:49:51: Das soll ja nicht blöde klingen sondern einfach so.

00:49:54: Ja, das ist ne Frage die sich stellt aufgrund von Annahmen.

00:49:58: Aber natürlich und ich hab auch noch was verstanden, als du jetzt gerade erzählt bist.

00:50:02: Ich habe gerade verstanden deswegen habe ich dir so gerne zugeguckt.

00:50:05: Ja?

00:50:06: So weil es irgendwie ein anderes Bild ist.

00:50:07: Genau man sieht halt nicht wieder einen vollwertigen bisschen tätowierten der irgendwo lang fährt sondern man sieht eine Frau die Fahrrad fährt und das irgendwie so furchtlos und energetisch macht.

00:50:19: aber jetzt auch nicht dem wo man denkt ja du bist ja völlig blind pass auf Du strahlst ja sowieso die ganze Zeit so eine große Freiheit aus, wenn du das machst.

00:50:29: Und irgendwie was genau nicht so, dass man sich sorgt?

00:50:34: Ja es ist schön, wenn Leute sich nicht Sorgen machen.

00:50:36: Ich will ja auch nicht, dass die Leute die ganzen Zeit denken, jetzt passiert was.

00:50:39: Aber ich glaube viele haben gefolgt weil sie dachten, die schafft das eh nicht!

00:50:43: Achso okay, nee, Gott sei

00:50:44: Dank, wir

00:50:45: wären mir fremd aber... Ich weiß

00:50:47: keine bessere Frage, ja.

00:50:50: Das ist auch komisch, wenn man darauf selber Als Mann oder Frau weiß ich gar nicht, ob es dann einen Unterschied gibt.

00:50:56: Wenn man so sorgenvoll auf solche Sachen guckt also wenn man sagt... Also das Empowernde ist natürlich zu sagen hey supergeil dass du das machst und voll schön und wünsch dir alles Gute.

00:51:07: Und gleichzeitig gibts aber auch durch wie wir geprägt sind was wir erfahren haben Natürlich auch sondergenau.

00:51:15: Uuh Ob das alles gut geht.

00:51:18: Momente Ich weiß gar nicht, ich frag mich gerade ob das eigentlich so angebracht ist.

00:51:23: Am Anfang von eurem Film ist es ja auch drin so Nachrichten die du gekriegt hast vom Followern.

00:51:30: und dann denke ich habe dann so gedacht naja das weiss sie ja!

00:51:34: Das muss man der da ja nicht schreiben.

00:51:35: also diese Gedanken hat sich auf jeden Fall gemacht schätze ich mal.

00:51:38: deswegen hab ich mich so gefragt was wäre eigentlich eine bessere Frage?

00:51:41: aber...

00:51:42: Ich glaube auch dass die Frage an sich gut ist weil es natürlich einfach dadurch dass die frage im Raum steht ist sie berechtigt Und ich musste halt lernen, sie zu beantworten.

00:51:51: Also es kam nicht natürlich diese Befrage zu beantworten.

00:51:54: oder weil wenn du etwas machst und vielleicht zum ersten Mal machst dann verändert sich ja auch deine Realität und ich stell dann halt nicht mehr in Frage ob ich das kann sondern halt irgendwie wie ist der beste Modus für mich dass ich das halt so am meisten genießen kann.

00:52:08: und dieses ganze Frauenbild ist halt natürlich geschichtlich gewachsen und weiß ich nicht, dann könnte man eintauchen in diese ganzen Geschlechterverteilung.

00:52:18: Und was sagt die Bibel?

00:52:18: Was soll die Frau erfüllen?

00:52:20: Was sagt keine Ahnung ... Wer oder auch meine eigene Oma, die sich immer Sorgen macht und die ganze Zeit auch ... gewünschte, dass ich wieder nach Hause komme.

00:52:30: Die hat auch schon früh gesagt, dass das mal mit dem Radfahren die Männer machen.

00:52:34: Die fand das ganze Radfahrthema gar nicht verstanden und früher hab ich noch Fußball gespielt.

00:52:38: Das war dann irgendwie schon ... Also, ich bin schon so ein bisschen vielleicht gewohnt, dass nicht alle erst mal verstehen.

00:52:45: Aber wenn man's lange genug macht, dass es dann auch okay ist?

00:52:48: Es ist ja gar nichts falsch daran als Frau Fußball zu spielen oder Rad zu fahren.

00:52:52: Im Gegenteil, es macht einen stärker körperlich, mental freier, unabhängiger.

00:52:58: Aber gleichzeitig halt auch das Herz größer und eben das Vertrauen, dass das größte Geschenk auf Reisen ist, Vertrauen.

00:53:06: Und auch vertrauen Männern gegenüber sind nicht alle böse, die haben nicht alle vor irgendwie keine Ahnung.

00:53:12: Also eher der Schutz der Community oder der Locals, der Länder ... Klar, die Polizei hat mich gestoppt und gefragt, was mache ich hier?

00:53:23: Aber in meinem Interesse, in meinem Sinne.

00:53:26: Wie der Touristin passiert etwas ... Also es sind alle eigentlich oft auf meiner Seite.

00:53:33: So ist zumindest meine Wahrnehmung.

00:53:35: Und weide ich halt irgendwie einfach mal machen und gucken, wie weit komme ich.

00:53:42: Ich glaube, dadurch werden dann andere inspiriert vielleicht deine Mädchen aufwachsen und mein Buch irgendwo steht oder keine Ahnung, mein Film.

00:53:52: Und er weiß nicht, es ist für mich das Aller krasseste, dass die dann mit so einer Mehr-Selbstverständlichkeit auch aufwachsen, dass das halt geht.

00:53:59: Also ich will das ein bisschen entzaubern, dass es irgendwie nur den Männern vorbehalten ist.

00:54:07: Und hast du was erlebt?

00:54:12: Du denkst, das entspricht diesem Bild?

00:54:16: Ähm ... So quasi das Belästigung oder sowas habe ich sehr, sehr... Also das war eigentlich am Ende eine Geschichte.

00:54:31: Es gibt so zwei Szenen im Buch auch von denen ich schreibe.

00:54:35: es ist einmal in Marokko wo ich mich glaube ich auch erstmal anpassen musste.

00:54:38: da bin ich die Fremde.

00:54:40: Ich spreche die Sprache nicht und probiere dann irgendwie aufgebrochen im französischen Brot zu bestellen Und der Shopbesitzer findet's irgendwie Respektvoll, wie ich mit ihm rede.

00:54:50: Aber ich halt einfach schlechtes Französisch spreche wahrscheinlich und würde dann sauer.

00:54:53: Das ist einmal passiert.

00:54:55: aber da würde auch sagen das hat auch damit zu tun dass Ich halt in dem Moment nicht wusste wie verhalte ich mich hier.

00:55:02: Gleichzeitig ist natürlich Marokko noch mal oder auch viele andere Länder in Afrika Westafrika auch Zentralafrika und Südafrika schon auch noch stärker das da auf der Mann im Haus der mächtige ist und so.

00:55:16: Das ist natürlich noch eine andere Rollenverteilung, aber das war nur in Marokko einmal sehr unangenehm.

00:55:22: Und später in Namibia gab es noch eine Situation da hat mich ein Fotograf auf dem Campingplatz zum Overlanding-Campingplatz also wo eigentlich Noturis sind Fotograf aus Berlin.

00:55:34: Ich war im Schlafanzug und habe gesagt, ich finde es nicht gut.

00:55:36: Ich will nicht fotografiert werden.

00:55:37: Hab sie mehrfach auf Deutsch gesagt und er hat trotzdem gemacht.

00:55:41: Also ich wurde eigentlich in Namibia nur von einem anderen Deutschen belästigt.

00:55:45: Und ansonsten waren immer ... Das hab' ich auch in Deutschland nicht.

00:55:51: Du wirst beschützt!

00:55:52: Dein Fahrrad und dein Hab-und-Gut wird nicht mal angefasst.

00:55:55: also das ist alles ein ganz anderes Verständnis für ... dass dir nichts passiert.

00:56:04: Also du bist selten, also Touristen insgesamt gibt's halt in Westafrika noch sehr wenige und dadurch bist du halt noch schützenswerter nicht nur als Frau sondern als Reisender.

00:56:15: Als Mensch der da vorbeikommt?

00:56:17: Ja.

00:56:18: Wie hat sich dein... Du wolltest die Afrika kennenlernen?

00:56:23: Was ist dein Bild jetzt?

00:56:24: Also es gibt das, ich meine es ist sehr schwer aber wenn du das so zusammen Fassen kannst.

00:56:31: Wie würdest du es zusammenfassen?

00:56:32: Du hast erst vom Schinken so ein kleines Stück abschneiden, dünne Scheibe.

00:56:39: Genau wie schmeckt diese dünnen Scheibe?

00:56:44: Ja sie ist riesig und sie hat ganz viele Ecken.

00:56:46: also Nordafrika nicht zu vergleichen mit dem südlichen Afrika und Zentralafrika, nicht mit Westafrika Und das sind alleine Nigeria auf fünfhundert Sprachen.

00:56:56: Nigeria ist dreimal so groß wie Deutschland, also es ist einfach die Dimension von Afrika war mir gar nicht bewusst.

00:57:03: Und dafür habe ich ganz viel Demut mitgenommen wie wirklich riesig groß dieser Kontinent ist.

00:57:09: durch die Mercator Projektion ist das ja auch alles verzerrt.

00:57:11: Das wissen wir alle schon.

00:57:13: dass Afrika viel größer ist auf den Karten und das hab' ich halt... Das

00:57:16: wusste ich nicht, Entschuldigung.

00:57:17: Das

00:57:17: wusst du nicht?

00:57:18: Nein!

00:57:19: Also wir haben eine Weltkarte

00:57:24: Die im Atlas jetzt, die

00:57:26: flache Weltkarte.

00:57:27: Und da ist Afrika größer als das was wir da...

00:57:31: Da ist Afriker kleiner?

00:57:32: Auf der Weltkart ist Afrikakleiner genau und in echt durch die Wölbung, durch die Kugel müsste man Afrika eigentlich viel länger ziehen.

00:57:41: also es gibt eine andere Projektion wurde erstellt für die Seefahrt damals dass die Winkel richtig sind von den Ländern damit die Schiff Schiffsleute einfach da irgendwie alle gut navigieren können.

00:57:54: und mittlerweile, also es gibt eine True-Size-Karte.

00:57:57: Kann man auch googeln... Da kann man dann...

00:58:00: Pack ich in die Shownuts rein?

00:58:00: Ja!

00:58:01: Kann man zum Beispiel Deutschland mal über Nigeria legen oder Deutschland überall in Kongo legen oder so und dann sieht man halt wie verzätters ist durch diese Projektion.

00:58:10: Abgefahren, das wusste ich habe hier noch nie gehört.

00:58:12: Also es heißt Es ist noch größer, als wir dachten.

00:58:15: Das ist riesig!

00:58:16: Und ich wollte auch diese True-Size-Karte eigentlich vorne im Buch und...

00:58:20: das ging aber nicht ne?

00:58:21: Das gingen leider nicht und jetzt ist es halt die klassische Karte, aber ist auch eine kleine Notiz hinten dass es halt sehr schwierig ist Afrika darzustellen.

00:58:29: auch und ja dank dieser true size karte kriegt man ein bisschen besseren Eindruck und dafür habe ich erstmal ganz ganz viel.

00:58:38: also Ich war nach fünfzehntausend Kilometern erst am Equator Und danach ist es nur noch sieben Tausend quasi bis unten.

00:58:46: Oder ja, irgendwie so und ... Das hat mich auch sehr demotiviert, dass ich ewig fahre und kaum vorwärts komme auf der Karte gefühlt.

00:58:56: Aber natürlich mache ich trotzdem jeden Tag meine Seventich Kilometer oder so, aber das war irgendwie sehr lang.

00:59:02: Auch diese ganzen Regionen, diesen ganzen Sprachen, dieser ganze Vielfalt zu spüren und zu erleben dass man trotz allen Sprachbarrieren und auch kulturellen Unterschieden... Einfach, es sind teilweise sehr traditionell oder noch muslimisch.

00:59:18: Und einfach mit einer anderen Lebensrealität als wir hier haben ein krasses Tempo in Europa.

00:59:26: Wir denken immer ehe wir können alles also diese ganze Reise zu planen, war auch eine reine Selbstüberschätzung.

00:59:32: Wie halt viele wahrscheinlich.

00:59:34: darüber sind wir einfach ... Wir können immer alles!

00:59:37: Aber ich hab halt gemerkt, okay, ich komm da einfach krasser an meine Grenzen und gleichzeitig aber so mich verbunden zu fühlen, das war das Allerschönste für mich.

00:59:45: also... Ich habe selber auch vorher gedacht vielleicht bin ich irgendwann einsam?

00:59:49: Vielleicht ist es irgendwie schwierig sich mit schwarzen Personen zu vernetzen, einfach dich sowohl zu fühln weil wir sind ja hier Also in Freiburg zumindest, die meisten meiner Freunde sind weiß und ich kenne das halt einfach nicht.

01:00:02: Und es ist so ein Basic und sollte eigentlich anders sein.

01:00:06: also wir leben im Jahr zwanzig sechsundzwanzig.

01:00:08: Es ist irgendwie komisch das jetzt hier sozusagen aber das war für mich eigentlich das Schönste dass ich weiß Wir sind alle unter derselben Sonne und wir sind alle verbunden und es geht durch den Augenkontakt, durch den Lächeln.

01:00:20: Ich habe mich so gesehen und auch gelesen gefühlt von den Menschen im positivsten Sinne Und das hat mich sehr gegrounded.

01:00:28: Was ist für dich seitdem nicht mehr selbstverständlich?

01:00:32: Viel, alles!

01:00:33: Also auch die Freiheit zu reisen mit unserem Pass kommen ja einfach bis nach Kappstadt.

01:00:42: Andersrum in Genere kommt man glaube ich nur in zweiundzwanzig Länder, wieso ums frei?

01:00:46: und es ist oft ein Riesenprozedere und ich bin halt einfach ... Ja, mit meinem Pass sind's hundert, wie viele Länder?

01:00:53: hundert... Also fast alle.

01:00:56: Und das ist einfach Wahnsinn.

01:00:58: und natürlich auch ... Ich glaub, ich hab in meinem Leben in Deutschland vielleicht zweimal einen kleinen Stromausfall erlebt.

01:01:05: In Afrika ist es leider in vielen Ecken gerade so genäher, in Konakri, in der Hauptstadt Taks über gab's einfach keinen Strom.

01:01:14: Das liegt dann an ... an vielen Problemen, auch an der Politik.

01:01:18: Und also es ist alles sehr viel komplizierter.

01:01:22: klar irgendwie Wasser aus dem Wasserhahn zu trinken keine Mücken, keine Malaria Freiheit über die ganzen Grenzen immer hier in Europa zu kommen.

01:01:32: Es ist viel nicht selbstverständlich auch die Familie close zu haben.

01:01:36: natürlich

01:01:37: Stimmt dass das alles genau.

01:01:38: man ist einem Dorf wo man geboren ist stirbt man wahrscheinlich irgendwann sogar wieder.

01:01:45: Also die meisten Menschen, die ich kenne im Afrika sind da in diesem Ort und bleiben an diesem Ort.

01:01:50: Und es gibt nicht diese... Ich überlege gerade ob das ... Da weiß ich natürlich auch nicht über jede Person, die ich da getroffen habe.

01:01:57: Aber die meisten sind ja ... Ich bin hier.

01:02:00: Ich wäre fast noch in Kenia und fährste mal an die Hauptstadt.

01:02:03: So was soll ich denn in der Hauptstadt?

01:02:05: Aber

01:02:05: es gibt's ja hier auch.

01:02:06: Es ist ja hier irgendwie auch wenn du keine Ahnung in Schwaben oder in Franken oder weiss nicht... Gibt's ja auch viele Leute, die sprechen nur Dialekt, die können ja auch keinen Hochdeutsch.

01:02:14: Das gibt's natürlich auch!

01:02:17: Deswegen ja, ich hab da auch echt coole junge Leute.

01:02:20: Also es ist oft dann dieses Narrativ von diesen ganzen kleinen Dörfern und so die mich auch sehr geprägt haben und wo ich halt auch echt... also ich habe viele verschiedene Ecken gesehen aber auch halt sehr moderne Großstädte und sehr pfiffige junge Interpreneurs-Designerinnen, die dann sagen okay hier in Conakrye hab' ich jetzt nicht so die Chance Ich wähle nach Abidjan in die Elfmannküste Côte d'Ivoire.

01:02:42: Da sind vielmehr noch geile Fashion Designer.

01:02:46: Also es gibt auch in Nigeria Lagos, da war ich zum Beispiel gar nicht.

01:02:50: Aber da gibt's natürlich auch eine sehr aktive Szene von Künstlerinnen und Künstlern die ganz tolle Sachen machen Und also... Es gibt nicht nur dieses einer Afrika das ist auf jeden Fall das größte Learning-Afrika ist riesig groß!

01:03:05: In jeder Ecke gibt's was anderes zu entdecken.

01:03:06: Deswegen ziehts mich immer wieder zurück und ich will auf jeden fall noch nicht Ich bin keine Afrikarexpertin und bin viel zu schnell gereist um alles zu verstehen.

01:03:17: Deswegen war es hilfreich, auch ein Buch zu schreiben um dann noch mal ein bisschen mehr reinzugehen und nachzulesen.

01:03:22: aber ja also ist viel zu groß und eine Reise reicht das sicher nicht aus.

01:03:28: Du bist dabei auch schon viel unterwegs gewesen in anderen Ländern auf anderen Kontinenten und ich verstehe es bei mir selber auch nicht.

01:03:35: Es gibt etwas an Afrika oder wenn man in den Ländern in denen ich da war Man ist da, also ich bin da ein anderer.

01:03:46: Habe ich das Gefühl?

01:03:47: Ich bin nicht so wie ich in Deutschland bin und ich bin aber auch nicht so, wie ich im Asien bin.

01:03:52: Also wenn ich im asien bin dann bin ich eher so wie in deutschland bin.

01:03:54: Aber in afrika Wenn ich da auf diesem continent unterwegs war Dann war ich immer irgendwie ein anderer.

01:04:01: Ja ja ich habe das ich war irgendwie Habt mich so festgestellt ich bin irgendwie anders bin einfach anders drauf.

01:04:08: hast du dich angepasst oder verstellt?

01:04:13: Nee ich glaube Ich glaube nicht, das kann ich gar nicht... Es ist irgendwie eine andere Stimmung in mir gewesen und auch eine viel freierere.

01:04:26: Also ich fühle mich da sehr, sehr frei.

01:04:29: Habe mich da immer total irgendwie so lebendig frei und nicht so verzwankt, hatte

01:04:40: ich das gesehen.

01:04:41: Noch nicht so bewertet?

01:04:42: Ja, auch nicht bewertet.

01:04:45: Also eher genau, dass man so rumläuft und irgendwie mehr ist einfach... Ich fand das erst interessant was du sagst mit der Geschwindigkeit.

01:04:56: Wir haben hier eine total große Geschwindigkeiten.

01:04:57: in Europa Denken wir schaffen können alles Und du erlebsterst mal ne Langsamkeit Die kenn ich aber auch aus Asien Das es da auch manchmal sehr schnell aber auch langsamer ist.

01:05:08: oder ich kenne's auch auf Südamerika Keine Ahnung, ganz nach einer Ecke stehen und denkst was?

01:05:15: An dieser Ecke würde ich jetzt nicht stehen aber du stehst halt da.

01:05:19: Aber es ist irgendwie... Ja in Kenia bin ich ein anderer.

01:05:24: Ich kann's aber nicht genau sagen warum das dann so ist.

01:05:27: Hast Du das kennst Du dieses Gefühl bei Dir?

01:05:31: Für mich war dass er stark dann in dem Moment, wo ich halt wieder hier war und hab halt festgestellt okay.

01:05:37: Ich bin jetzt eine andere und muss jetzt hier wieder mithalten.

01:05:40: Und muss jetzt wieder Smalltalk halten und irgendwie okay unser Licht im Kühlschrank ist kaputt.

01:05:46: oh mein Gott große Katastrophe.

01:05:48: also die Probleme sind ganz ganz andere.

01:05:50: sie sind auch berechtigt und das sind auch legitime Sachen aber es sind halt keine weltbewegenden Probleme.

01:05:57: und dann eher wieder hier reinzukommen war dann in den moment so die große Umstellung, weil man merkt es auch gar nicht.

01:06:03: Dass man irgendwie langsamer wird oder ich hab das nicht gemerkt, weil's eine schöne organische Reise war mit viel Zeit und von Europa ganz langsam Richtung Equator durchzieht.

01:06:16: Und ja, da hat sich alles viel langsame entwickelt, wenn man da jetzt hinfliegt und dann auf einmal so zack da rein geworfen wird.

01:06:24: Aber ... Ich find es schön, dass man sich neu erlebt oder auch ne Seite von sich neu kennenlernt in anderen Ländern.

01:06:33: und wie viel, ich glaube das wollen wir auch oft nicht wahrhaben.

01:06:36: Wieviel unser Umfeld uns dann auch ausmacht also wie sehr... Das Umfeld prägt uns jeden Tag beeinflusst unsere Energie beeinflußt, unsere Möglichkeiten beeinflustet und es ist halt da.

01:06:48: also ja war für mich auf jeden Fall sehr krass spürbar jeden tag dass das umfeld super viel aus macht.

01:06:55: An welche Bilder denkst du wenn du an deine reise denkst?

01:06:57: Also was sind so die bilder die dir von dieser Reise, von diesen übern Jahrbarsten unterwegs um so Kopf sind.

01:07:06: Ja es sind schon eher die schwierigen und langsamen Tage also gerade diese sechs Kilometer, sechs km im Haartage durch Liberia wo du wirklich durch den Schlamm schiebst und trägst und eigentlich gar nicht weiß wie du da wieder raus kommst.

01:07:24: Erzähl mir mal wenn wir das jetzt...

01:07:28: Also diese Extremen.

01:07:30: Was ist da passiert?

01:07:31: So ein Liberiaschlamm, sechs Kilometer pro Stunde Tage... was passiert da?

01:07:38: Schreibt das Bild mal!

01:07:41: Ich war zu dem Zeitpunkt mit einem Franzosen zum unterwegs.

01:07:43: also acht Monate der Reise waren wir zusammen unterwegs mit dem Julia und sein großer Antrieb unterwegs zu sein ist Fotos zu machen von wilden Tieren und dann wollte er, hatte er sich gewünscht durch den Regenwald zu fahren.

01:07:58: Leider sind da aber sehr wenig wilde Tiere in Westafrika weil durch die Bürgerkriege auch viel gejagt wurde und ausgerottet wurde leider.

01:08:06: und wir sind dann aber trotzdem durch den Ringwald in der großen Hoffnung und es hat dann angefangen zu regnen.

01:08:12: also es regnet halt viel im Regen Wald.

01:08:14: ich weiß auch gar nicht ob's jetzt mehr geregnet hat als sonst aber das hat einfach sehr sehr viel geregnete schlechtes Timing und dadurch haben sich dann die Straßen von Fahrbaren, wo auch Lkw's langfahren zu kompletten Schlammpisten gewandelt.

01:08:29: Und dann gab es dazu immer noch so spitze kleine Hügel, wo man halt hoch musste und wieder runter und das hat alles halt einfach extrem kompliziert gemacht weil ist es wie so Erdnussbutter, die sich denn zwischen die Reifen ja ist in der Kette und überall.

01:08:43: Das ist halt drin und du machst das ständig sauber und quälst dich da so durch.

01:08:49: Das war enorm anstrengend und enorm kräftig zährend.

01:08:53: Und gleichzeitig waren dann halt in den Dörfern eben die Locals, die wussten okay wenn hier jemand stecken bleibt denn ist das nichts Neues und dann helfen wir die Person und wir haben mir den Laden oder wir haben sogar Kuchen im Laden und selbst gebacken und dann hatte ich auch noch Geburtstag und dann gab es doch einen Kuchen und eine Fanta und ich hatte schon mit dem Schlimmsten gerechnet dass es irgendwie nur wieder tunfisch aus der Dose gibt.

01:09:15: Dann ist es oft dieses ganz schwere und das ganz schöne Sehen aber einander Und das sind so die Tage, die ich am meisten erinnere.

01:09:22: Also das heißt also denn dieses Bild tagsüber der größte Scheiß?

01:09:27: Schlamm-Scheiß und dann abends wird's trotzdem noch irgendwie schön.

01:09:31: Ja, und ruhig!

01:09:33: Man hört die Vögel im Wald und ... Die Menschen kommen nach Hause von der Arbeit und man sitzt noch am Feuer.

01:09:39: und ja, und so eine Gemeinschaft auch wenn man am nächsten Tag wieder weiterfährt und diese Leute leider nie widersieht.

01:09:45: aber man hat so ein ... extrem anstrengend, extrem heiß.

01:09:50: Mir läuft der Schweiß überall runter zu wieder zur Ruhe kommen und ins Bett fallen und einen sicheren Ort im Zelt

01:09:58: finden.".

01:09:59: Warum war dir denn dreißigster Geburtstag so wichtig?

01:10:02: Ja auch weil ich mir irgendwie erhofft hatte dass wir da... Dass ich da noch in einem schönen Ort bin und den ein bisschen feiern kann.

01:10:10: Und ich wusste das meine Schwester feiert Zuhause und da gibt's eine große Party.

01:10:19: Ich mach's mir auch irgendwie ein bisschen schön und das hat dann halt nicht funktioniert.

01:10:24: Und da war dann das Heimweh sehr groß, mit meiner Reisebegleitung zu der Zeit ... Es war kurz vor seiner Heimreise nach Paris und er hat sich, glaub ich, emotional schon verabschiedet.

01:10:38: Und ich hätte da einen Freund oder jemanden gebraucht, der für mich da ist und sieht okay, sie hat gerade Heimwee und vermisst ihre Schwester und Familie.

01:10:49: In dem Moment konnte mir das keiner geben.

01:10:51: Ja, habe ich mich selber auch sehr reingesteigert in die ganze Sache.

01:10:57: Was sind das so viele Gedanken?

01:10:58: Also den ganzen Tag, man sieht unglaublich viel aber lernt sich ja auch krass kennen noch mal neu wahrscheinlich.

01:11:08: also du hast schon erzählt dieses gerade dieses nach Hause kommen und dann muss man sich wieder anpassen.

01:11:12: Aber was hast Du so an dir entdeckt?

01:11:15: also wo hast Du in dir hingeguckt wurde gedacht wer ist das denn?

01:11:19: Ja, also ich habe schon oft auch... Also das ist nicht so das Inspirierendste am Reisen.

01:11:28: Aber ich glaube auch eine sehr wichtige Erlebnisse erleben dass man seine schlechten Seiten kennenlernt und je mit sich selber dann auch aushalten muss weil du kannst da nicht mal eben wegrennen und ins Gym gehen oder keine Ahnung, die Tür zu machen.

01:11:45: Du bist dann halt in der Situation und musst dich selber aushalten.

01:11:48: Und ich war oft ungeduldig ... Im Regenwald war ich ungedulig.

01:11:51: Ich wollte da nicht sein, ich wollte eigentlich in den nächste große Hauptstadt, wo es wieder ein Hotel gibt und eine Dusche und einen Supermarkt, wo ich mir eine Cola- und Schokolade kaufen kann.

01:12:01: Ähm... Und ich bin einfach sehr, sehr ungedullig gewesen.

01:12:09: In dem Fall jetzt Julia auch spüren lassen und das war keine schöne Seite.

01:12:15: Und ich bin da nicht stolz drauf, dass sich das dann nicht ... Dass ich nicht geduldiger war mit mir selber, mit dem ganzen Vorwärtskommen.

01:12:23: Das auch aushalten zu können und immer wieder zu merken, okay?

01:12:26: Ich hab halt diese Wünsche und Erwartungen an mich und die Erwartung an die anderen.

01:12:32: Wie gehe ich mit diesen Enttäuschungen um?

01:12:35: oder eben wie schaffe ich es... Also auch nicht umgehen!

01:12:39: können, dann in dem Fall und sich dann halt selber das alles zu schwerzumachen.

01:12:43: Und viel zu wollen und diese Überschätzung dieses ich schaffte es in einer Woche oder zehn Tage oder so immer wieder sich selbst auch vielleicht zu enttäuschen um damit zu leben dass man seine eigenen Erwartungen nicht gerecht wird weil du weißt ja gar nicht was kommt und diese schlechten Seiten aushalten zu können.

01:13:09: Und bist du jetzt besser mit dir befreundet?

01:13:13: Also kannst du das... also ich meine, ich glaube jeder Mensch der jetzt zuhört kennt diese Seite an sich und denkt, warum war nicht er mir so etwas von überschätzt.

01:13:24: Das hat überhaupt nicht mal hingehauen.

01:13:25: was bin ich für ein Trottelchen.

01:13:28: Ja!

01:13:30: Und dann gibt es ja die unterschiedlichsten Möglichkeiten.

01:13:32: entweder ist, also die einen sind dann vielleicht.. Ich hab's dir ja gleich gesagt hier ist Scheiße.

01:13:39: oder Also die einen haben, die den Tendenz dann mit dem Finger woanders zu zeigen oder die anderen gehen ins Selbstauspeitschen.

01:13:47: Aber wir alle verschätzen uns ja die ganze Zeit.

01:13:50: also das liegt also über und unterschätzen Wie gehst du jetzt damit um wenn du das hier jetzt merkst wieder?

01:14:01: Das ist ja nun mal gar nicht so gelaufen wie ich das irgendwie von mir erwartet hätte.

01:14:07: Ja herauszusuchen auch Toleranz Mit sich selbst.

01:14:11: Und auch Toleranz mit dem Umfeld, wenn halt alles anders kommt und man nicht die Kontrolle hat rauszusuchen und zu sagen okay ist es halb so schlimm Es ist ein Tag länger oder es dauert länger.

01:14:22: Oder ich muss einfach mal sagen ja ich habe hier Mist gebaut und das passt gar nicht zusammen Und dann geduldig zu sein.

01:14:28: Also für mich Ist auch wieder diese Reise ein gutes Learning dass es kein Rennen ist.

01:14:33: Es gibt keinen Rennen.

01:14:34: Wir müssen uns nicht beeilen wir müssen nicht alles auf einmal machen.

01:14:39: Die Pausengehörn dazu und die Fehler gehören dazu.

01:14:42: Und die Selbstüberschätzung gehört vielleicht auch für manche dazu, um das zu tolerieren und mit sich selber dann... ...auch da liebevoll zu sein und nicht zu viel auf einmal.

01:14:53: Kannst du das für dich jetzt besser?

01:14:55: Gibt's Tage jedes Leicht!

01:14:58: Da gelingt mir das weniger gut.

01:15:02: also es ist natürlich never-ending lebenslanges Lernen.

01:15:07: aber ich hoffe

01:15:10: Und gibt es eine Seite an dir, wo du denkst, toll.

01:15:12: Also die kannte ich auch noch gar nicht.

01:15:14: Die ist ja mega cool!

01:15:17: Ich glaube das ist dieses immer wieder neu Anpassen und das lernst du halt nur wenn du unterwegs bist da wo du noch nie warst und was du noch Nie gemacht hast und auf einmal in einer neuen Situation bist.

01:15:28: und das finde ich schon ziemlich cool.

01:15:29: Es ist wie glaube ich schon auch ein Muskel dem man trainiert.

01:15:32: über

01:15:33: vierhundert Tage hast ihr das jeden Tag gemacht?

01:15:35: Das ist total abgefahren

01:15:36: einfach Das

01:15:38: ist ja wirklich...

01:15:39: Aber das ist dann auch nicht zu Ende.

01:15:41: Dann kommst du ein Cap-Statt an und dann denkt man sich, jetzt hast du es geschafft und jetzt bist du so keine Ahnung neuer Mensch.

01:15:48: Du hast das ja vierhundert Tage angezeigt aber dann musst du am nächsten Tag auch wieder neu aufstehen und wieder was Neues machen.

01:15:54: Selbst nach dem Ziel ... ist man ja nicht zufrieden.

01:15:58: Die Zufriedenheit kommt aus einem selber raus und auch dieses Erinnern an was man geschafft hat, gleichzeitig aber auch geduldig zu bleiben.

01:16:07: Ich wollte auf einmal noch ein Buch schreiben oder einen Film machen und so.

01:16:10: Das hat einfach alles Zeit gebraucht und es hat länger gebraut als ich dachte.

01:16:14: Vielleicht hätte ich noch zwei Jahre länger machen müssen damit's wirklich zudem wird.

01:16:19: Man kann immer noch länger ... Aber ich glaube, das ist jeder Tag neu!

01:16:26: Also auch hier zu sitzen ist für mich, was ganz neu ist und ganz anders.

01:16:30: Ja du warst noch nicht hier?

01:16:31: Das stimmt also auch für mich übrigens.

01:16:33: Aber das

01:16:36: ist das Schöne, dass wir halt nicht wissen, was kommt?

01:16:40: Ich glaube schon, dass es schon einmal einen Unterschied gibt.

01:16:45: Wir wissen nie, was jeden Tag passiert.

01:16:48: Wir glauben aber natürlich, dass sie irgendwie wissen und dann gibt's den Anruf Es ist alles ganz anders.

01:16:57: Und doch finde ich dann sowas total wirklich extrem inspirierend, was du da gemacht hast zu sagen so... Ich mach das jetzt also jeden Tag!

01:17:05: Ich weiß jeden Tag nicht wo ich heute Abend schlafe und ich weiß nicht ob ich irgendwie eine Dusche kriege, ob ich Alterskriege, was ich meine zu brauchen.

01:17:16: Das ist schon etwas anderes von Nicht-Wissen-Was-Morgen passiert als das was wir alle in Berlin erleben Und sich da dem so... Es ist ja auch, sich so derartig der Ungewissheit auszusetzen.

01:17:32: Ich finde das extrem beeindruckend!

01:17:34: Also Wahnsinn eigentlich und auch sehr... Und vor allen Dingen wirklich ja.

01:17:39: auch deswegen fraue ich nach den eigenen Seiten, die man sich da... Ich kenne das von Meditieren.

01:17:43: manchmal kommen Sachen dann nicht so... Aber du sitzt auf diesem Fahrrad und musst halt irgendwie weiter So, weil in diesem scheiß-schuldigung-Jungle da bringt jetzt nicht so viel, wieder sitzen zu bleiben und sich... Ja

01:18:00: eben.

01:18:02: Wenn das Scheiße ist dann ist die Motivation auch wirklich groß weiterzufahren.

01:18:08: Hast du einen schönsten Ort im Kopf?

01:18:11: Wenn Du an Deiner Reise denkst.

01:18:15: Viele sehr schöne Orte Die Insel Bubak in Genere bis Haus einer meiner Lieblingsorte.

01:18:20: Die hatte ich gar nicht auf dem Schirm oder Es war ein Umweg, der auch nie wahrscheinlich zustande gekommen wäre wenn wir nicht auf den Wiesum gewartet hätten.

01:18:29: Und da haben wir eine Woche gewartet und konnten dann halt eben noch diese Insel mitnehmen mit so sechs Stunden oder so war das mit einem Mini-Boot daraus zu fahren.

01:18:38: Das war wirklich ein traumhaftes Paradies und es gibt kaum Touristinnen.

01:18:43: Wir haben dabei Inselbewohnern direkt vom Haus eingeladen auf der Fähre noch oder auf diesem Boot.

01:18:50: Und auch am Strand einfach wild gezeltet.

01:18:51: Das war echt so ein Megaparadies.

01:18:56: Suchst du immer eigentlich nach den Momenten, die so echt wie möglich sind?

01:19:02: Wir passieren automatisch!

01:19:03: Ja okay... Weil wenn wir jetzt reisen dann guckt man vorher keine Ahnung.

01:19:08: Google-Bewertung, die ist das Bilder ganz genau angucken Instagram, wer war noch da?

01:19:13: Achsoja soll ja gut sein und es ist ja eigentlich das Ende vom Reisen.

01:19:17: Das ist ja, man fährt eigentlich in den Katalog einfach nur hin.

01:19:22: Und das konntest du gar nicht!

01:19:24: Du wusstest dir überhaupt nicht... Also ich hab's erst mal gar keinen Zimmer und keine Bewertung usw.

01:19:30: Es ist aber maximal.

01:19:31: echt eigentlich, habe ich so gedacht?

01:19:35: Ja also es gab schon immer Auch wieder Highlights, auf die ich mich gefreut hab.

01:19:40: Weil ich auch oft eingelernt wurde von Leuten in Botschaften arbeiten oder ... Die

01:19:44: haben dich verfolgt auf Instagram und gesehen?

01:19:46: Ja, da kommt jemand.

01:19:48: Vielleicht klappt das ja, ich schreib der mal.

01:19:50: Dann habe ich sofort geantwortet und geschrieben, gleich komme!

01:19:53: Und das war immer wirklich

01:19:54: ... Ich

01:19:56: bin mutig.

01:19:56: Es war immer total toll.

01:19:58: Weil grade da in den Familien, wo dann Kinder waren, fand ich es immer richtig schön.

01:20:02: Das war wie so eine Ersatzfamilie.

01:20:04: Mhm.

01:20:04: Ähm... Es war super.

01:20:07: Da ... Freut man sich dann schon immer.

01:20:08: Man hat immer diese kleinen Oasen.

01:20:11: zwischendurch, auch auf langen Touren kommt immer wieder OasEN und da ist alles wieder so oft null und resettet und Fahrrad geputzt und wieder ready.

01:20:20: Also ich bin dann auch damals eine Woche.

01:20:23: Ich bin nicht jeden Tag gefahren.

01:20:25: Ich hatte relativ viele Tage Off mit Visum, mit Krankheiten, mit Planen ... Mit einfach mal nichts tun.

01:20:32: Das fällt mir schwer, nichts zu tun, aber es gehört dazu.

01:20:37: Ja.

01:20:38: Nichts tun hesses, das ist die große... Du hast einen Thema drin gehabt auch in deinem Buch und ich glaube auch im Film ist es auch drinnen.

01:20:49: Das ist auf sich selbst hören.

01:20:52: Also wie man also du hast erst schon diese Intuition Wie hat sich das verändert?

01:20:59: Dass man Kann man das lernen auf sich zu hören?

01:21:06: Man kann's auf jeden Fall Trainieren, glaube ich.

01:21:09: Ich hab auch oft gemerkt, dass ich oft erst mal gucke was wollen alle anderen und wie kann ich für andere da sein?

01:21:17: Und auf so Radreisen lerne ich... Wie kann ich gut zu mir selber sein und was sind meine Bedürfnisse?

01:21:22: und die dann auch zu priorisieren und dann zu sagen, ich kann heute nicht mehr weiterfahren und muss jetzt hier Pause sein oder ich kann Heute nicht!

01:21:30: Ich habe einen Tage bekommen, ich warte jetzt hier noch ein Tag und vermorgen Ja, sich die eigenen Bedürfnisse bewusst dazu machen.

01:21:37: Du brauchst dich, du brauchst den Körper, dein Kopf, deinen Fahrrad.

01:21:40: Der Fahrrad ist auch dein wichtigstes Bedürfen, das muss laufen.

01:21:44: Wenn irgendwas rasselt oder klemmt und die Schaltung nicht funktioniert, dann ist es Prio-I zu reparieren, weil sonst hast du noch viel anstrengender als eh schon ... Dadurch lernt man das dann zu priorisieren auf sich selber zu hören.

01:21:59: Auch auf das eigene Bauchgefühl.

01:22:01: Ich hab auch so ein bisschen die Regel beim Radreisen, oft ist die erste Option die beste.

01:22:06: Also ich such dann nicht ewig nach dem besten Restaurant.

01:22:08: Ich geh in das erstbeste.

01:22:09: Das ist das Beste über der Sparzeit!

01:22:11: Du gehst einfach rein und sagst okay hier passt es?

01:22:13: Ja.

01:22:15: Mhm.

01:22:15: Ich will gar nicht wissen was das alles gibt.

01:22:17: Es sind viel zu viele Entscheidungen sonst den ganzen Tag, die ich treffen muss.

01:22:20: Und das Erstbeste ist...

01:22:22: Hast du dir das

01:22:22: bewahrt?!

01:22:24: Also ja, ich schon.

01:22:25: Aber mein Umfeld dann oft nicht.

01:22:26: Die finden immer noch was Besseres.

01:22:28: also hatten es heute Morgen die Diskussion wo wir Frühstücken gehen und ich so Leute Ich gehe hier frühstücken bin zufrieden.

01:22:37: Du hast auch schon erzählt dass du Acht Monate mit Julian unterwegs gewesen bist Und du hast ja immer wieder auch Leute dabei gehabt die dich mal in der Weile begleitet haben.

01:22:47: Was macht eine gute Reisebegleitung aus?

01:22:51: Und auch gerade wenn das darum geht Mit dem Hinblick auf die eigenen Bedürfnisse, die jetzt nicht unbedingt zu den anderen Bedürfenissen vielleicht gerade passen.

01:23:00: Ja fürs erste was mir im Kopf kommt ist dass man das ähnliche Tempo haben muss.

01:23:05: also wenn einer sehr schnell fährt und einer sehr langsam dann passt es nicht.

01:23:09: Dann muss immer einer warten oder einer viel zu schnell fahren.

01:23:14: Das funktioniert ja nicht.

01:23:16: Und das andere ist glaube ich auch Dass man gut kommunizieren kann Aber gleichzeitig auch, wenn das vielleicht nicht der Fall ist.

01:23:25: Wenn man nicht ein Spracher spricht oder so, dass man einfach sehr tolerant ist.

01:23:28: Also beide müssen sehr tolerant sein, dass der andere anders ist.

01:23:31: und jetzt in Juliens Fall war es auch der Fall, dass wir beide glaube ich uns im normalen Leben vielleicht nie hätten getroffen.

01:23:42: Wir wären vielleicht nie befreundet gewesen.

01:23:44: aber als ich das erste Mal gesehen habe dachte die auch so okay, da redet ja gar nicht.

01:23:48: Ich rede gerne viel und will alles wissen Und er will halt lieber die Fotos und die Tiere sehen, für sich sein.

01:23:59: Er kommt aus Paris, das ist der Großstadt, da hätten wir uns nie getroffen.

01:24:03: So hat es uns das Fahrradfahren verbunden, dass wir eine gleiche Geschwindigkeit haben und dann sagen, du bist du und ich bin ich.

01:24:12: Es ist okay für den Moment, aber vielleicht endet es irgendwann wieder.

01:24:16: Und dann ist es auch irgendwann wieder auseinandergegangen.

01:24:19: also als meine Freundin dann gekommen ist die Fabi mit der ich auch den Film gemacht habe Die ist in Namibia dazu gekommen.

01:24:25: für die letzte große Etappe Für letzten tausend Kilometer ungefähr hat sie mich im Auto begleitet und Sie kamen schon an mit einer riesen Freude und heute wird gekocht und es gibt irgendwie Keine Ahnung, Nudeln mit Käse und hat sich gefreut und Musik angemacht.

01:24:40: Und Julien war das dann viel zu laut und viel zu viel und viel so emotional.

01:24:45: Und in dem Moment hat er gesagt okay ich fahre jetzt die letzten tausend Kilometer alleine... ...und dann ist es halt so.

01:24:52: man ist sicher nichts schuldig oder?

01:24:55: Aber was hat dir das auch über zwischendurch die Beziehung gesagt also dieses Auch da leben wir ja einer Welt.

01:25:02: Ich bin jetzt schon ehe ich mit meiner Frau zusammen und kenne all das Daten, und swipen.

01:25:07: Und noch eine Option, und noch ne Option.

01:25:09: Das kenn' ich nicht!

01:25:10: Ich kenne... Aber natürlich auch Situationen, dass man sagt okay hier den Menschen wär ich wahrscheinlich auch nicht begegnet aber jetzt sitzen wir hier und haben eine wahnsinnig tolle Zeit.

01:25:21: Ja.

01:25:21: Und die ist irgendwie...

01:25:23: Besonders.

01:25:24: Die ist total besonders und wir müssen uns gar nicht vorher genau abchecken.

01:25:27: und Redflex und die sind bist du Vegetarier und wo stehst du eigentlich politisch?

01:25:33: Sondern einfach, man sitzt jetzt hier zusammen und verbringt um wie zehn Abende miteinander.

01:25:38: Und hat sich trotzdem wahnsinnig viel zu erzählen... ...und in der Stelle wo man sich vielleicht nicht versteht, dann schlässt man einfach aus.

01:25:43: Das muss man auch nicht ausdiskutieren!

01:25:46: Was hat der das über?

01:25:47: Also gerade die Begegnung mit Julien schreibt es auch echt toll im Buch.

01:25:50: Man denkt okay ihr seid wirklich super unterschiedlich aber der sei da auch acht Monate zusammen geblieben.

01:25:54: Ja, wundert mich auch manchmal.

01:25:56: Man

01:25:57: ist das aber etwas... Manchmal versucht meine anderen zu verändern.

01:26:02: oder versucht, sich zu verändern.

01:26:04: Gibt ja beides ... Gab's diese Tendenz da auch?

01:26:09: Dass du versucht hast irgendwie... Nein!

01:26:10: Das war von Anfang an klar.

01:26:11: Von Anfang an.

01:26:12: Also, es war so klar.

01:26:14: Als er hat nicht geredet, dann hab ich auch erst mal nicht so viel gereden.

01:26:17: Irgendwann hab ich sehr viel grede.

01:26:18: Hab dann auch ein bisschen was erfahren ... Aber wirklich einfach zu sagen okay du bist nicht mein Freund!

01:26:24: Ich habe gar keine Ansprüche an dich.

01:26:26: Du kannst so viel rauchen wie du willst.

01:26:28: Du kannst so viel ... Keine Ahnung am Handy YouTube Videos schauen wie du willst das ist alles cool mir ist das egal.

01:26:35: Ich mach ja auch meinen Zeug und ich hab auch meine Macken.

01:26:37: aber wir sind uns Wir sind zusammen wenige alle ein, wir sind zusammen können hier irgendwie schon Pause machen oder so.

01:26:46: Ich habe dadurch viel über Tiere gelernt.

01:26:48: er hat dadurch halt den einen oder anderen Gastgeber kennengelernt wo ich dann eingeladen war und ihn natürlich mitgenommen hab.

01:26:55: und gleichzeitig ist glaube auch das was du vorher gesagt hast da sehr wahr dass wir uns nicht so bewertet haben.

01:27:01: also ich habe ihnen einfach so genommen wie er ist.

01:27:04: Ich hab ihn auch sehr gern gewonnen und es war für mich auf jeden Fall sehr, sehr spannend.

01:27:09: Weil ich halt ihn nicht hätte getroffen und so jemanden so kennenzulernen, wäre wahrscheinlich nicht passiert.

01:27:17: Und deswegen war's für mich trotzdem ein Riesengewinnen, ihm so kennen zu lernen und er ist jetzt immer noch unterwegs und er wird noch zehn Jahre unterwegs sein.

01:27:24: Zehn

01:27:24: Jahre mit ihnen unterwegs

01:27:25: sein?

01:27:25: Ich werde ihn wahrscheinlich nie wieder sehen...

01:27:27: Oh das glaub' ich nicht!

01:27:29: ...ich hoffe dass ich ihn nochmal sehe aber er macht seinen Ding und das ist total schön und dass wir eine coole Zeit hatten, aber trotzdem uns halt nicht verändern wollten.

01:27:41: Habt ihr das ausgesprochen, dass euch nicht verändern wollt?

01:27:44: Nee, mit dem Sprechen war es generell schwierig.

01:27:47: Weil er Franzose ist!

01:27:48: Nein, wir haben Englisch geredet, aber... Es war einfach nichts ein Ding über Sachen zu analysieren und so viel nachzudenken.

01:27:56: Wir haben einen absoluter Endgegner.

01:27:57: Ja, läuft glaube auch.

01:28:01: Ich hab natürlich auch probiert ihn schon in das eine oder andere Fahrrad-Podcast.

01:28:06: Da fragen mich die Leute auch, kannst du nicht mal fragen ob er kommen will?

01:28:09: Weil er hat auch schon ganz viele Kilometer gemacht und der hat schon so viel von der Welt gesehen und es ist mega spannend.

01:28:15: aber ja, ich will nicht reden... Es ist für ihn schon eine Überwindung sich selber auf Fotos zu posten zum Beispiel.

01:28:22: Aber es ist nicht interessant dass dann also für mich wäre das definitiv der Reiseend-Kegner ... wie jemand, der gar nicht reden will und so.

01:28:31: Und das dann irgendwie weiß ich nicht was es auch immer dann ist?

01:28:35: Das bei dir ist ja scheinbar auch so... ...und dass genau auf so einer Reise lernst du denn so jemanden kennen und er ist dann acht Monate mit ihr!

01:28:43: Ich glaube es ist nicht selten, dass sehr sehr...ich weiß nicht ob man dazu entrobertiert sagen darf aber so Leute die halt viel alleine machen also jetzt auch einzig Kind und ich glaube es sind ähnlich...also oft Männer, die unterwegs sind.

01:29:00: Das ist auch eine ganz krasse pauschalisierende Beurteilung.

01:29:02: aber es ist jetzt nicht kein Einzelfall dass so ein Charakter unterwegs ist und immer wenn ich Frauen treffe sind die genau das andere extrem.

01:29:09: also die Emily und Jiru, die ich getroffen habe haben super viel geredet und mit denen war's immer dann mega spannend einfach den ganzen Tag zu plaudern.

01:29:17: und bei den Männern hab' ich deswegen auch gar nicht erst probiert dann da so viel zu reden.

01:29:23: I don't know, i don´t know ist ja ein bisschen sehr pauschalisierend

01:29:26: Ja Er hört ja eh nichts zu.

01:29:29: Es ist

01:29:30: so ein Charakter, wie man das erwartet von einem zehn Jahre solo reisenden Menschen?

01:29:37: Ja ich meine es auch eher so dass es manchmal gibt wird man in Situationen reingeworfen die so anders sind und die so das Gegenteil von einem selbst sind damit irgendwas passiert mit einem selber.

01:29:48: Auch habe ich das Gefühl, dass man ... Es ist eher schon... Ich hab aber jetzt nicht das Wort Schicksal so.

01:29:53: Aber sodass man denkt, okay, das passiert mir jetzt wirklich ... Also, dass ich gerade jetzt diese Person treffe, die so das Gegenteil von mir ist und dadurch mir natürlich auch noch mal bewusst macht, okay da bin ich darauf, das brauche ich und das braue ich nicht.

01:30:08: Das ist ja wie ein ... Ja, es ist komplett der Gegenteils eigentlich.

01:30:13: Wenn man auch immer davon ausdenkt alle Brauchen das Gleiche?

01:30:17: Also alle brauchen diesen Kontakt und dieses Austauschen.

01:30:21: Aber so ist es halt nicht, also alle brauchen auch irgendwie was anderes.

01:30:24: Und das hat auch meine Toleranz da noch mal sehr gut trainiert zu akzeptieren, okay, was für mich gut ist, ist für ihn Gift.

01:30:35: Er liebt die abgelegenen Straßen im Urwald.

01:30:38: Das sieht man auch im Film super.

01:30:40: Ich hab's ... sehr schwierig empfunden und für ihn war es ein großes Highlight.

01:30:47: In Köln würde man sagen, jeder Jeck ist anders.

01:30:50: Was war für dich schwieriger?

01:30:52: Das Losfahren oder das Ankommen?

01:30:55: Ähm...das Ankommen!

01:30:57: Es war wie so eine Mini-Depression die sich sehr lange gezogen hat und wo ich auch lange nicht wusste wie ich das schaffe da wieder so ganz rauszukommen.

01:31:07: Also du bist zurück bis dann nach Freiburg.

01:31:12: Wie waren die ersten Wochen?

01:31:15: Ich habe dich erst nach einem Bild gefragt, was deine Afrika-Reise beschreibt.

01:31:19: Und wie wäre das Freiburg-Bild dann?

01:31:24: Es war erst mal Weihnachten und ich bin nach Hause nach Hannover in der Region zu meiner Schwester, meiner Mama und meiner Oma.

01:31:33: Das war vor einem Sommer in Kapstadt mit überall Cafés und es ist zwölf Stunden lang hell.

01:31:42: Kurze Hose, kurzes T-Shirt.

01:31:43: Zu ist es kalt, dunkel und alle rennen rum und sind gestresst und Weihnachts stressen.

01:31:50: Alle machen sich irgendwie den Kopf was wir jetzt essen oder trinken und keine Ahnung.

01:31:56: Das war erst mal der erste Schock auch so ein bisschen.

01:32:00: Ich will dann auch immer gar nicht ... Also ich hab mich halt auch ein Jahr nicht geschminkt.

01:32:04: Ein Jahr quasi fast nicht ins Spiegel geguckt.

01:32:07: Ein Jahr habe ich mich auch immer das gleiche Zeug angezogen.

01:32:10: Es war sehr, sehr einfach und auf einmal sind so viele Ansprüche wie du musst so viel Entscheidung treffen was so das Äußere angeht und diese ganzen Freizeitstressaktivitäten Und es war einfach sehr dunkel.

01:32:24: Ich musste dann als ich in Freiburg war noch zwei Monate auf meinen WG-Zimmer warten was noch nicht frei war.

01:32:28: also ich hatte zum Glück eins aber dass hat auf sich warten lassen und ich hab dann bei Hannah bei einer sehr guten Freundin auf dem Boden geschlafen, erst mal.

01:32:37: Zwei Monate ausm Koffer gelebt in ihrem Arbeitszimmer und das war cool weil Hanna war ja da aber es war auch irgendwie nicht mein Space und ich hab mich da auch erstmal dann mir so eine Meditations-App runtergeladen auch weil meine Gedanken so gerast sind und ich gar nicht klar kam mit mir und allem drum herum.

01:32:56: Was waren das für Gedanken?

01:32:58: Wenn du das noch weißt.

01:32:59: Ja,

01:33:00: es war irgendwie so was... Was mache ich jetzt?

01:33:02: und auch ein bisschen so einen Druckgefühl mithalten zu müssen wieder zu funktionieren?

01:33:07: Ich habe mich mit Leuten dann zum Kaffee getroffen und die haben mir denn ganz viel erzählt von irgendwelchen anderen Leuten.

01:33:13: Das ist für mich gar nicht interessiert Und ich hab gemerkt okay, ich kann gar nicht meine Erfahrungen richtig erzählen.

01:33:18: Also die Leute denken Es geht halt einfach weiter und es sind so einen Smalltag und so ein Tagesgeschäft und ich bin doch dabei meiner eigenen Erlebnisse zu verarbeiten und das für mich zu sortieren, was es mit mir macht.

01:33:32: Während halt die Welt weiter rennt.

01:33:35: Und das war... ...war zu viel innen und zu viele außen.

01:33:42: Was hättet ihr geholfen?

01:33:45: Ich glaube man muss mal durch.

01:33:46: Es war schon gut dass ich dann meinen Weg jetzt immer konnte.

01:33:49: im März also so drei Monate danach quasi war ich da Konnte dann erstmal meine Tür zumachen und mir ein Bett kaufen von eigenem Mess.

01:33:59: Ich hatte auch gar keine Möbel, viel auch Zwischenmiete vorher und konnte mich dann einrichten um die Tür zu machen und meinen eigenen Rhythmus wiederfinden und selbstbestimmt da eben... mich bewegen.

01:34:12: und auch mit dem Frühling.

01:34:13: Und dann ging das mit dem Buch schreiben los, hat mir so großen Spaß gemacht es aufzuschreiben durch meine alten Tagebücher zu gehen und auch einen Sinn haben wieder eine Aufgabe zu haben.

01:34:24: Ich seh dir richtig an wie schwer das gewesen sein muss diese Anfangen.

01:34:28: Also stellt man sich gar nicht mehr ein.

01:34:30: Stellt der Abenteuer... Man denkt immer das Abenteuern ist das was da unterwegs passiert auf irgendwelchen Pisten aber dass dieses nach Hause kommen eigentlich Also du siehst gerade, also ich fühle gerade eher dass das die größte Herausforderung sogar dieser Reise war.

01:34:47: Ja und es übersetzen was da passiert ist für hier weil ich will auch keine Vorurteile reproduzieren über Afrika.

01:34:53: Ich würde auch eine große Verantwortung nichts Faltes zu erzählen

01:34:57: Auch

01:34:57: den Menschen gerecht zu werden die ich getroffen habe die für mich da waren Und gleichzeitig aber auch nicht so sagen ach is alles super und alles easy.

01:35:06: Wir müssen uns keine Sorgen mehr machen über große Fragen.

01:35:11: Also wir sind halt auch verbunden, über die Geschichte und über Kolonialismus und so.

01:35:15: Und da fehlt so viel Aufklärung noch und so viel ... Mein Wunsch ist so groß, Brücken zu bauen und zu connecten auch und zu sagen hey, wir sind alle unter ... Wir sind halt alle verbunden und wir müssen mal wieder aufeinanderzugehen oder so aber nicht in einem Klischee.

01:35:33: Wir müssen jetzt helfen oder so weil das bringt halt keinem was.

01:35:37: Also es gibt nicht, also es gibt so viele Ebenen da die mit schwingen.

01:35:43: Ja und dieses wahrscheinlich das für dich hat sich da so viel verändert oder so viel verschoben?

01:35:47: Und du kommst nach Hause und die Leute... Für dich ja gar nicht!

01:35:50: Für die ist alles noch mal weitergegangen.

01:35:52: Und du kannst das wahrscheinlich dann auch gar nicht.

01:35:55: was willst du denn jedes Mal erzählen?

01:35:58: Die Geschichten sind wahrscheinlich dann Klar, man kann es halt nicht nachempfinden.

01:36:02: Weil man war die ganze Zeit im kriegnatischen Freiburg oder Berlin oder wo auch immer.

01:36:06: und das ist dann denke ich gerade so.

01:36:11: Du siehst du das auf Instagram?

01:36:12: Und dann ist das irgendwie so ein Teil des Abends, du sitzt auf dem Sofa und es ist ja irgendwie auch ein bisschen toll was die da macht.

01:36:18: Toll, toll super wie wir ja auch keine Ahnung Filme und Serien und was nicht alles Podcast hören.

01:36:23: Aber wenn die Person dann real vor allem sitzt in einem Kaffee Und man selber hat irgendwie keine Ahnung, die in alltäglichen Sachen und du bist aber noch quasi noch gar nicht so richtig da.

01:36:34: Ist wahrscheinlich genau das was dann ist es halt nicht nur so ein Fenster wo man so durchguckt sondern dann ist Es halt da

01:36:42: und es ist halt komplexer als auf Instagram.

01:36:45: alles viel mehr.

01:36:47: Also diverse und ich wähle ja auch aus, was zeige ich und was zeig' ich nicht.

01:36:52: Und es ist auch noch so viel passiert auf Denken die Leute oder meine eigenen Freunde.

01:36:55: Sie haben ja schon alles gesehen.

01:36:57: Ich hab ja schon alle gepostet weil ich halt regelmäßig darüber berichtet habe aber das ist halt längst nicht alles.

01:37:04: Gibt es auch nicht getraut das zu zeigen?

01:37:07: Ja also mein Fahrrad ist erpannten gekommen in der Sahara.

01:37:12: Das hab ich nicht gezeigt.

01:37:15: Ja, ich wollte halt auch ... wie gesagt so Fahrrad weg.

01:37:20: Dann denken die Leute ja, war ja klar!

01:37:23: Am Ende war es der Nachtwächter, der das Fahrrad untergestellt hat und dann im Kamerun war's die GoPro, die weg war.

01:37:31: Und alle Aufnahmen von Nigeria waren weg.

01:37:34: Und am Ende hat das ganze Dorf die GoPro gesucht, glaub' ich, und die GoPro-und die MicroSD-Karte, die entfernt wurde wiedergefunden.

01:37:44: Und das hab ich halt nicht geteilt, weil ich mir dachte, okay, das ist irgendwie komisch.

01:37:49: Weil dann sehen die Leute nur, GoPro wurde geklaut und es ist alles was hängen bleibt aber dass sie wiedergefunden wurde und selbst die MicroSD-Karte wiedergefundet wurde und wir die Daten wiederherstellen konnten.

01:37:59: Also so alles halb so wild, aber ja, das will ich denn halt nicht.

01:38:02: Dass es so groß wird.

01:38:04: Weil das sind halt vierhundert Tage und wie viele Sachen kommen abhanden halt irgendwie bei anderen Leuten im Alltag.

01:38:13: Ja, aber da sagst du auch was.

01:38:16: Wenn man merkt sich dann halt das, es bleibt genau das, bleibt dann kleben... Ach so ja klar!

01:38:22: Da wurde dir das Fahrrad geklaut.

01:38:25: Das ist die Headlines, die wir ja auch immer lesen und okay, dann weiß man aber gar nicht, wie interessieren uns dann gar nicht ob es dann wieder aufgetaucht ist oder nicht?

01:38:35: Wir haben eine Bestätigung dessen, was wir sowieso gedacht haben.

01:38:38: A-Hardcheck super fahrt wurde geklautt Nicht super, aber du weißt was ich meine.

01:38:42: und dann ist das so weg.

01:38:43: Und deswegen ist auch dieses... Dieses Was zeigt man?

01:38:47: Und was zeigt man nicht finde ich eine sehr berechtigte Frage um diese Gleichgewicht zu halten ohne etwas schönzureden Aber auch nicht Zu schlecht zu reden und weil man indem man nur eine Sache teilt die von vierhundert Tagen vielleicht irgendwie oder zwei Die negativ sind erinnert dass sofort wieder so ein ja es bleibt irgendwie anders kleben.

01:39:07: Ja Traurig, dass das so ist eigentlich.

01:39:11: Aber so sind wir Menschen, glaube ich.

01:39:13: dann was das betrifft?

01:39:14: Ja und es ist auch gut, dass wir ein krasses Bewusstsein haben mit dem afrikanischen Kontinent oder zumindest in meiner Bubble ist es so, dass ja auch besser machen wollen als vielleicht viel vorher gemacht haben.

01:39:26: also... gibt halt diese ganz klassischen auch Reisefotografiefestivals, und da kann man sich das alles angucken lassen oder zeigen lassen.

01:39:34: Und so rutsche ich auch mal ab und zu rein in die Szene und denke mir so boah krass was erzählen wir hier unseren Leuten von da?

01:39:44: Aber die

01:39:44: Leute von da reden halt nicht!

01:39:46: Das ist alles ziemlich komplex und ich arbeite da also deswegen ist es auch einfach spannend, dass dann so zu transportieren ohne dass man halt jedes Fettnäpfchen tritt.

01:39:58: Welche Spuren hat das jetzt hinterlassen dieser Reise?

01:40:01: Was merkst du, wenn du jetzt... also jetzt klar bist du natürlich auch unterwegs für das Buch und den Film.

01:40:06: Aber man nimmt ja so Sachen mit, man nimmt Klamotten mit, Man nimmt Musiken mit und dann merkt man irgendwann hört man dann doch wieder Beatles oder sowas Und zieht wir die alten Klamoten an und ist dann auch wieder im Alltag und im Büro und so weiter.

01:40:24: Ja Es geht viel zu schnell.

01:40:27: Wir sind halt auch einfach ... Ich bin ja auch wieder hier angepasst, ich hab mich jetzt rückangepasst irgendwo ganz großes Stück.

01:40:34: Aber ich will mir auf jeden Fall beibehalten, langsamer unterwegs zu sein auf den nächsten Touren und nicht vielleicht auch mal straffer auszumachen.

01:40:42: Also, ich komme aus einem Leistungssport, aus dem Triathlon und hab früher alles getrackt und auch irgendwie immer, wollt immer schneller laufen und so.

01:40:51: Und mittlerweile habe ich ... Erst mal noch den Wunsch, langsamer und mich selber zu entschleunigen.

01:40:56: Und mehr zu verstehen und mir Zeit zu lassen.

01:41:00: Das ist wie gesagt das größte Geschenk was wir haben ist die Zeit.

01:41:05: Julia Enders war hier und sagte dass sie fände es toll wenn es eine Olympiade für Langsamkeit geben würde?

01:41:10: Ja!

01:41:11: Ja, warum immer alle so schnell?

01:41:14: Das fühle ich auf jeden Fall.

01:41:15: Na ja wenn man an dich denkt, dann sieht man diese Kilometerzahl, das ist eine Art von Leistung.

01:41:28: Was würdest du sagen nach deinem Finden, was war deine größte Leistung, unabhängig von irgendwelchen Zahlen?

01:41:38: Ich glaube der Schwerste war alles loszulassen zu Hause und zu sagen ich bin jetzt nicht da Und ich verpasse alles.

01:41:46: Ich verpße meine Geburtstage von Nichten und Neffen, und ... Verpasse das Leben auch bei manchen Freundschaften.

01:41:53: Das tut denen halt nicht gut, wenn man weg ist so lange!

01:41:56: Dann ist ein bisschen der Preis, den man bezahlt, dann halt nichts teilzunehmen.

01:42:02: Das ist für mich schon auch so mit... Wenn ich jetzt daran denke was das Schwerste ist.

01:42:07: Gleich seit ihr der größte Gewinn ist diese Orte und Länder wirklich zu kennen und zu sagen, ich war da diese Punkte auf der Karte, wenn wir halt über Afrika reden weiß ich halt genau wo das ist und ich hätte mir das vorher nie vorstellen können wie es da ist.

01:42:25: Also eine Klarheit darüber und eine Verbundenheit mit diesem Ort eigentlich oder diesen Orten dann zu haben.

01:42:33: Ja und ich glaube die ganzen Zahlen sind auch schon wichtig damit man versteht Kapstadt ist nicht um die Ecke.

01:42:40: Jessica ist riesig.

01:42:42: Ich bin losgefahren und hab Nachrichten bekommen von Bekannten, ich bin nächste Woche in Kapstadt.

01:42:46: Sehen wir uns dann?

01:42:47: Und ich so ... Wir sind nur zehn Monate bis sehen wir uns, aber es dauert jetzt noch ein bisschen.

01:42:54: Deswegen sind diese Zahlen schon auch hilfreich.

01:42:57: Also ich lehne das nicht alles ab.

01:43:00: Wie gesagt, alles auf Straber, weil das ja auch eine coole Erinnerung ist, wie lange ich da verbracht habe auf dem Sattel.

01:43:09: Ja... Ich hab das auch irgendwann aufgehört, beim Sport mich zu tracken.

01:43:12: Also so beim Laufen und so weiter als irgendwann aufzuhören und den Schlaf zu trackern und dies zu trackn Und mir tut es total gut also das nicht mehr so zu haben und dann einfach zu sagen jetzt mal wieder weg und fertig und eigentlich auf die weil ich dann irgendwann nur noch auf irgendwelche Dinger geguckt habe und war der laufgut wenn er schnell war Und und nicht danach habe ich irgendwie Spaß gehabt, fand das so wie toll.

01:43:38: Habe ich irgendwie was Tolles Interessantes gesehen oder gefühlt?

01:43:42: Sondern einfach oh Scheiße!

01:43:44: Ich bin nicht so schnell gelaufen wie gestern oder sowas.

01:43:48: Dann ist es noch öffentlich und alle sehen das.

01:43:49: Das

01:43:50: hab' ich nur nicht gemacht.

01:43:53: Aber das gibt's voll auch klar.

01:43:55: auf jeden Fall diese Bewertungen immer noch her.

01:43:59: Du hast erst von Abenteuer gesprochen und das habe ich mir noch aufgeschrieben... ist jetzt dein größtes Abenteuer.

01:44:06: Jetzt?

01:44:07: Über dieses Abenteuersprechen zu dürfen, das finde ich ein riesengroßes Abenteur.

01:44:12: Ähm

01:44:13: ...

01:44:14: Kinofilm zu produzieren, wo auch die Sprecherstimme bin und auf den ganzen Bildern bin und die meisten Bilder selber gemacht hab' Ist auch ein krasses Abenteurer weil man da auch diese Zufriedenheit um dieses Vertrauen in diesen Filmen und jeder sieht was anderes.

01:44:27: Und ja, dass es auf jeden Fall nicht ist abenteuer.

01:44:33: Und dann danach zu wissen, was nicht... Also ich habe kein nächstes großes Projekt und keinen riesengroßen Plan.

01:44:41: Das genieße ich sehr erst mal nicht zu wissen was kommt.

01:44:45: Das ist irgendwie auch ein schönes Abenteuer.

01:44:47: Wovon träumst du?

01:44:50: Oder wovon hoffst Du?

01:44:53: Auf die Welt bezogen oder auf mich

01:44:56: bezogen?

01:44:57: Ja also für die Welt, da hoffen sich die meisten Menschen derselbe.

01:45:03: Nimm mich jetzt mal so an.

01:45:05: Für dich auch, du bist eine studierte Frau die in klassischen Agenturen unterwegs war und also diese ... Die klassischen Sachen, die man jetzt wahrscheinlich noch dreißig Jahre weitermachen kannst irgendwo in der Agentur arbeiten oder bei einer Firma arbeiten über Marketing oder Kommunikation ... Dinge zu machen, die auch total richtig und gut sind.

01:45:38: Aber irgendwie denke ich gerade nicht, glaubt nicht!

01:45:42: Ich glaube das was mir am meisten wünsche ist angstfrei zu bleiben also nicht mir von irgendjemandem sagen zu lassen dass es so gefährlich ist oder dass sie mich zurücknehmen muss oder so sondern dass sich einfach weiter so hoffnungsvoll mit ganz viel Uhr vertrauen Menschen gegenüber sein darf und weiter ausprobieren darf und gucken darf wie groß die Welt ist.

01:46:09: Wie schön!

01:46:10: Und eigentlich auch dieses, das höre ich raus gar nicht so viel.

01:46:13: also auch angstfrei im Sinne von Ich weiß noch gar nicht was jetzt als nächstes kommt?

01:46:18: Ja also da habe ich ja wirklich wieder... Also das Stresst mich auch nicht, dass ich das nicht weiß.

01:46:24: Ich glaube, ich brauche mal eine Pause dann und es ist auch schön, dass sich das so merke und auf dieses Bewusstsein habe oder diese Bedürfnisse habe.

01:46:33: Auch mal weniger zu senden.

01:46:35: Ich bin jetzt gerade klar, wenn man so ein Buch schreibt, ist man viel am Senden.

01:46:42: Das ist auf jeden Fall sehr schön und gleichzeitig wünsche ich mir dann auch, dass diese Angstfreiheit auch andere ansteckt, dass wir zusammen weniger Angst haben Und uns auch keine Angst einreden lassen vor irgendwas Fremdem.

01:46:57: Das große Thema war ja für dich Freiheit und Unabhängigkeit, dass du unabhängiger sein wolltest oder dass du freier sein wolltest nicht nur als Zwilling wahrgenommen zu werden oder deinen Freiheitsdrang auszuleben.

01:47:13: und wie viel Freiheit steckt in dir?

01:47:16: Was ist für dich jetzt Freiheit nach dieser Reise.

01:47:20: Was ist für dich die Definition?

01:47:26: Die Freiheit ist jetzt gerade, dass ich nicht alles alleine schaffen muss.

01:47:30: Sondern das ich mir aussuche mit wem ich zusammen unterwegs bin, mit wemi ich zusammen Projekte mache oder einfach meine Zeit verbringe und ja... ...die Unabhängigkeit nicht nur auf mich selber zu beziehen sondern halt auch eben auf mein Umfeld.

01:47:45: Und ich glaube wenn wir alle ein bisschen freier sind geht es allen besser.

01:47:50: also auch andere.

01:47:52: anderen Vertrauen zu schenken und mal Kontrolle abzugeben, ist eine sehr große Freiheit.

01:48:00: Und ich muss es nicht alleine durchboxen oder schaffen.

01:48:06: Das ist ein total schöner Erkenntnis, oder?

01:48:07: Ja!

01:48:08: Ich fand das total cool an deinem Film oder in eurem Film, dass ihr ... also man sieht so sehr, dass es ein gemeinsamer Film ist.

01:48:19: Also das ist nicht dein Film, wenn ich das so sagen kann.

01:48:22: Das ist ein Produkt einer Freundschaft und einer gemeinsam... Trotzdem eine gemeinsame Reise, obwohl du die meiste Zeit ...du diejenige warst, die da geradelt ist.

01:48:36: Und dann sieht man auch, dass es wie sehr man dieses... Die Person, die das mit mir hat, gerade mit der Unabhängigkeit sagt Ich bin abhängig von der UnAbhängigkeit was noch gemeiner war.

01:48:51: Und aber diesen zu merken so hier an dieser Stelle, ich muss es überhaupt... Ich kann niemanden fragen ob du... Ob ich hier pennen kann.

01:48:58: und ich kann jemand fragen hast du nicht Lust einen Film darüber zu machen?

01:49:02: Und ich kann niemand fragen das usw.

01:49:05: Und erst dann wird die Unabhängigkeit ja noch schöner

01:49:09: finde ich.

01:49:10: Es ist immer noch ein unabhängiges Projekt voll selbst auf die Beine gestellt.

01:49:14: Keiner gekommen hat gesagt hier Hier bitte schön, hier ist ein Film.

01:49:17: Wollt ihr den machen?

01:49:19: Sondern es war unsere Idee mit Fabi die seitdem sie zwölf ist eine eigene Kamera hat oder mit viert sind dann ihre ersten Hochzeiten fotografiert hat also wirklich von Anfang an auch ihrer Leidenschaft nachgegangen ist und mich dadurch auch sehr früh gesehen hat.

01:49:34: als ich angefangen hab mit Fahrradfahren war Fabi der erste auch aus meinem ganzen Umfeld gesagt wie cool ist das macht das und wie cool und Die ersten Fotos von mir gemacht hat.

01:49:43: da gab's noch keinen Strahwer.

01:49:45: Also ich weiß nicht oder wahrscheinlich glaubst du schon, ob es hat noch keiner gemacht?

01:49:49: Ja und das war von Anfang an auch ein gegenseitiges Ausprobieren wollen und füreinander da sein wollen.

01:49:58: und an den anderen die andere glauben also... Ich bin da super dankbar und ich hätte das nie ohne Fabi gemacht, auch nicht ohne zu wissen, also einen Film zu tun, also ich hatte das nicht gemacht.

01:50:11: Und den Film kam, also man konnte den jetzt gerade im Kino sehen

01:50:14: Der läuft erst mal nur im Kino jetzt.

01:50:17: Und wenn ich aber nicht in einer mittelgroßen Stadt bin und den da sehen kann, wie kann ich das sonst noch sehen?

01:50:26: Dann kommen wir auch an die kleineren Städte.

01:50:28: Man kann mich

01:50:29: anschreiben, dass

01:50:30: es jetzt eine lange Tour

01:50:32: ist.

01:50:32: Wir machen jetzt eine eigene Tour und dann geben wir die Verantwortung ein bisschen ab und haben einen Filmverleih.

01:50:39: oder ich bin viel allein unterwegs mit dem Film und komme auch in kleinere Orte.

01:50:46: Einfach mal googeln, Same Sun ... Und dann das entsprechende Stadt.

01:50:51: Ich hoffe, dass wir uns im Kino sehen!

01:50:53: Vielleicht schaffst du es ja auch noch, hier kann man nochmal nach Berlin.

01:50:55: Ja cool!

01:50:56: Und seid ihr da?

01:50:57: Habe ich leider nicht

01:50:58: parat,

01:50:59: sag' ich Bescheid und dann vielleicht nächstes oder übernächstes Jahr so.

01:51:04: wir lassen uns der Zeit, vielleicht auch Streaming aber das steht noch ein bisschen in den Sternen, wissen wir noch nicht.

01:51:11: Wie schön dass Du hier warst.

01:51:14: Wir haben uns geschrieben, als du da warst und dass du auch dein Versprechen gelöst hast, dir dann noch vorbeizukommen.

01:51:19: Ich habe gedacht, dass du mit dem Rad kommst aber...

01:51:21: Das wäre schön gewesen!

01:51:21: Du bist

01:51:22: einfach beim... Ja genau das wär jetzt lustig gewesen von Freiburg nach Hause eingefahren.

01:51:25: Oh mein Gott!

01:51:27: Ich hab eine Frage, das ist immer die letzte Frage.

01:51:29: Ich hab einen großen Plakate am Alexanderplatz und du darfst entscheiden was für alle draufsteht?

01:51:34: Was schreibst du drauf?

01:51:36: Haben wir schon ein bisschen geahnt, dass die Frage

01:51:38: kommt?!

01:51:42: Wir sind alle unter derselben Sonne.

01:51:45: Ich habe es ein wenig geahnt, dass das in diese Richtung geht.

01:51:48: Gut, aber ich stimmt!

01:51:50: Ja und Afrika vor allem auch gleicher Längengrad.

01:51:53: also wir sind wirklich im gleichen Rhythmus sogar.

01:51:56: Wir sind im gleichen rhythmus.

01:51:57: Ey vielen vielen dank, dass ich dir so zugucken konnte und dass du jetzt auch noch vorbei gekommen bist und dass Du so viel Mut hast das zu machen Und da auch glaube ich ganz viele Menschen irgendwie eine Inspiration bist.

01:52:12: Das geht ja gar nicht nur darum, jetzt zu sagen okay ich steig aus Fahrrad und fahr nach Kapstadt.

01:52:18: Sondern einfach es gibt hier für manche auch so kleine Abenteuer und wenn man denkt man kann das nicht machen weil man ... Und äh... Ich finde dass du es so toll gemacht hast.

01:52:27: So diese Ausrede die man sich hat, die auch andere für einen haben, dass man sie überwindet und dann sowas Unglaubliches erleben kann.

01:52:37: also.

01:52:38: Ey vielen herzlichen Dank dafür!

01:52:40: Vielen vielen Dank für den schönen Empfang Und das gute Gespräch.

01:52:43: Danke!

01:52:49: Das war Wiebke Lühmann, vielen, vielen herzlichen Dank fürs Zuschauen und auch zuhören was ich aus dieser Folge vor allen Dingen mitnehme ist die Lust loszufahren.

01:52:57: Mit einem Rad zu nehmen einfach ohne Ziel einfach loszufangen zu gucken was passiert oder loszuwandern.

01:53:03: es gibt natürlich ganz viele Dinge die uns davon abhalten mich Euch wahrscheinlich auch gerade, das ist noch mal, will was überprüfen.

01:53:12: Aber was verpasst man?

01:53:13: Und ich fand es wirklich sehr schön, was sie alles erzählt und erlebt hat.

01:53:16: Das kann man alles nachlesen in diesem Buch.

01:53:18: Was ich sehr empfehle immer Richtung Süden oder auch ihr Film Samesun, der jetzt wie er gerade erzählt hat auch an den Kinos ist.

01:53:25: Schaut euch das gerne an, lest euch das durch und schnappt euch ein Fahrrad oder die Wanderschuhe und läuft im Fahrt los!

01:53:33: Vielen vielen herzlichen Dank an mein Team, an Alex Stößtlein für die Produktion und an Mitvölkungen für die Distribution und Vermarkter.

01:53:39: Und wenn ihr Lust habt auf eine weitere Folge dann möchte ich euch die Folge mit Christina Thürmer empfehlen.

01:53:45: Die ist nämlich gewandert, die hat ganz viel gewandernet und war hier vor zwei Jahren und das ist auch ein sehr besonderes Gespräch gewesen.

01:53:51: Ich wünsche euch noch einen schönen Tag Eine gute Nacht!

01:53:53: Auf bald!

01:53:54: Euer Matze.

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