Bettina Tietjen - Wie bleibst du so normal?

Shownotes

Bettina ist Autorin, Moderatorin und seit vielen Jahren eine der prägenden Stimmen im deutschen Talkfernsehen. Wir sprechen über ihre frühe Erkenntnis, relativ durchschnittlich zu sein. Sie verrät, warum Authentischsein die bequemste Art zu leben ist. Außerdem wollte ich von ihr wissen, wie sie es in Interviews schafft, dass sich auch die Menschen öffnen, die eigentlich nichts preisgeben wollen.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Authentisch sein, authentisch sein.

00:00:06: Das wird ja immer als so gepriesen und dann denke ich mal, der ist doch gar nicht schwer.

00:00:11: Man braucht einfach nur man selbst zu sein!

00:00:13: Es ist auch viel anstrengender eine Rolle zu spielen als authentisch zu sein finde ich.

00:00:16: Und immer drüber nachzudenken wie wirke ich?

00:00:19: Ja also was sagen die anderen?

00:00:21: mache ich wieder etwas Falsches gesagt?

00:00:23: mir mit denen verdammt habe ich noch nie gemacht.

00:00:24: das bin ich viel zu bequem zu machen.

00:00:30: Willkommen im Hotel Matze, mein heutiger Gast ist Bettina Tietjen.

00:00:32: Sie ist Moderatorin und Autorin und obwohl ich sie bis gerade noch nie in echt gesehen hatte, hatte ich irgendwie das Gefühl sie schon ganz lange zu kennen und ich glaube dieses Gefühl haben viele.

00:00:44: Wir sprechen über ihren frühen Wunsch gesehen zu werden um die spätere Erkenntnis dass sie nichts besonderes ist und warum aber genau das dafür gesorgt hat dass sie ein stimmiges Leben.

00:00:55: Wir sprechen über ihre Prägung, es geht um Verzicht.

00:00:57: Es geht ums Campen und um die Momente in denen sie nicht mehr so gelassen ist sondern zur Furie wird.

00:01:03: Ich wünsche euch viel Vergnügen im Ute-Marze mit Bettina Titchen.

00:01:14: Du hast mal gesagt ich bin sehr normal.

00:01:15: da habe ich lange gebraucht das zu akzeptieren.

00:01:18: Das hab' ich gesagt?

00:01:19: Das hast

00:01:19: du bei Barbara auch Schöneberger gesagt.

00:01:21: Ah ja ich weiß, ihr musst kurz überlegen wie's gemeint habt Ich habe das wahrscheinlich so gemeint, dass ich gerne ein bisschen besonderer früher gewesen wäre.

00:01:32: Also ich hab mir davon geträumt Künstlerinnen zu sein oder irgendwie etwas ganz extravagantes was Besonderes eben also eine schillernde Persönlichkeit die irgendwas kann was niemand kann und das bin ich halt nicht.

00:01:45: Das habe ich dann irgendwann mal gemerkt dass ich relativ durchschnittlich bin.

00:01:48: Kann gut Fragen stellen!

00:01:49: Das kann ich auch ganz gut reden aber das können ja viele andere.

00:01:52: Und wann hast du das gemerkt, also gab es eine Situation und in einer Zeit wo du gemerkt hast, ah nee irgendwie.

00:01:57: Also dieses Schillernde von dem ich irgendwie geglaubt habe, ich finde es irgendwann mal oder ich habe dass das hab' ich vielleicht gar nicht?

00:02:06: Habe ich so sukzessive gemerkt.

00:02:07: So nach und nach.

00:02:08: Als ich zur Schule ging noch da wollte ich ja Schauspielerin werden.

00:02:11: Erst wollte ich Sängerin werden, dann habe ich gemerkt naja... Kann ganz gut sehen, aber das reicht nicht.

00:02:15: Dann wollte ich Schauspielerin werden bei einer Theater AG.

00:02:17: Hab gemerkt, kann ja auch nicht so gut und dann so Künstlern überlegt man vielleicht eine Kunstakademie bewerben oder irgendwie einen Beruf in diese Richtung machen.

00:02:27: Und das habe ich halt so nach und nach gemerkt dass da mein Talent nicht für ausreichend ist.

00:02:32: Dass es toll ist und es gibt viele Menschen die das richtig gut können.

00:02:37: Aber ein Talent hatte ich schon relativ früh.

00:02:40: Ich kann gut erkennen was ich kann was ich gut kann, besser als andere.

00:02:46: Und dann habe ich immer gedacht, da muss ich in die Richtung gehen, was ich besser kann als andere?

00:02:50: Weil ich will ja nicht eine mittelmäßige brotlose Künstlerin werden oder irgendwie ne Sängerin, wo alle sagen, naja, die wird es nie zu etwas bringen, das will man ja nicht.

00:02:58: und so hat sich das allmählich ergeben.

00:02:59: aber natürlich hat das auch im Alter zu tun.

00:03:02: Wenn der älter wirst, dann hast du nicht ... hat man vielleicht nicht mehr diese Sehnsucht was ganz Besonderes zu sein sondern dann erkennt man halt dass auf andere Dinge ankommt.

00:03:12: Da frage ich natürlich erst mal direkt, bevor ich weiter bin.

00:03:14: Dann höre ich meine Tätfrage worauf kommt es an?

00:03:16: Dass man so bei sich ist, dass man einfach ein glücklicher zufriedener in sich ruhender Mensch ist und weiß das Leben lebt was einem gut tut oder was einem passt.

00:03:29: Was glaubst du?

00:03:29: warum so viele Menschen?

00:03:31: gerade auch jetzt habe ich neulich gelesen, dass gerade Abiturientinnen, vierzig Prozent konnten sich vorstellen als Influencer-Creator zu arbeiten.

00:03:44: Vierzig Prozent?

00:03:46: Ja, fand ich auch total irrezahl und das ist ja irgendwie die Suche nach der Besonderheit, nach dem nicht normal sein wobei man dann schon wieder mit diesem Berufswunsch wenn es irgendwie vierzig Prozent sind eigentlich supernormal ist.

00:04:02: Was glaubst du?

00:04:03: woran liegt es dass Menschen so was besonderes sein wollen und eben nicht normal seien wollen?

00:04:10: Man will sich ja abheben von der großen Masse.

00:04:15: Ja, ich glaube das ist das ganz menschliche.

00:04:18: Dass man anders sein möchte als die anderen.

00:04:19: Man möchte nicht genauso sein wie die anderen!

00:04:21: Man denkt auch immer wenn man irgendwelche Probleme hat oder Gedanken oder Sorgen oder Dinge und da denkt man doch... Vor allen Dingen als junger Mensch, das geht nur mir so.

00:04:31: Nur ich hab dieses Problem und du kriegst mein Leben nicht in den Griff ... Und hab diese Selbstzweifel und Ängste.

00:04:39: Dann stellt man irgendwann fest, dass es ganz viele andere genauso haben.

00:04:43: Leider aber auch die Dinge, wo man denkt, ich bin einzigartig im Witz oder in meiner Rhetorik oder was auch immer's ist oder meinem Geschmack, den ich habe.

00:04:54: Bin ich einzigARTig?

00:04:55: Niemand anders hat das!

00:04:57: von fest, auch da gibt es sehr viele bei denen das genauso ist.

00:05:00: Also man ist nicht ja und niemand ist glaube ich einzigartig aber es gibt an ihm Leute die haben so einen Talent in irgendwas dass er halt doch ein bisschen sich hervorheben.

00:05:10: Wie ging dir das also wenn du Menschen oder jetzt ist es hier anders?

00:05:14: Aber du hast ja super viele prominente Interviews.

00:05:17: Ja tausende!

00:05:18: Tausende.

00:05:19: und dann festzustellen hast du dich da manchmal was habe ich genug zu erzählen?

00:05:23: Hast du dich das manchmal gefreut?

00:05:24: Also im Gegenteil, der sitzt jemanden gegenüber und ist so schillend oder hast du festgelegt?

00:05:28: Na ja ehrlicherweise.

00:05:29: Ich dachte der oder die ist total schillernd aber...

00:05:32: Auch!

00:05:34: Ja?

00:05:34: Das gibt es leider sehr oft.

00:05:36: Dass Leute, die man ganz toll findet also die man schon immer bewundert hat auch sehr oft im Schauspiel-Business natürlich.

00:05:42: Du warst wahrscheinlich auch schon festgestellt haben.

00:05:44: Denkst du fandest du eine Schausspielerin und verbindet sich natürlich die Person automatisch mit den Rollen.

00:05:51: Und dann sitzen die da und kriegen die Zähne nicht auseinander.

00:05:53: Und haben Angst, sind aufgeregt und sagen ... Ich hab gar kein Text.

00:05:57: Das find ich das Krasseste bei Schauspielern!

00:06:00: Dass die sagen, wenn ich keinen Text habe oder keine Rolle weiß ich gar nicht was ich sagen soll weil sie dich nicht trauen, die selbst zu sein.

00:06:09: Da glaub' ich ist dieses Imposter-Syndrom irgendwie so nicht so richtig auszureichen gegenüber diesen Rollen.

00:06:14: Das stimmt, also das ist wahrscheinlich total schrecklich, dass man eigentlich sieht ja immer toll aus und weiß genau was zu sagen ist.

00:06:20: Genau!

00:06:20: Und dann wenn man alles weg ist, ist man halt bernnd.

00:06:23: Ja... Und

00:06:23: die sind die tollsten, die können alle sein.

00:06:26: Das ist ein fantastischer Beruf.

00:06:27: deswegen hätte ich den natürlich auch gerne gemacht haben.

00:06:29: Du kannst ja alles sein, was du dir was du angeboten bekommst.

00:06:33: Also die die stolzen Charaktere hochintelligente Forscher extrem emotionale Menschen.

00:06:40: Kannst du alles?

00:06:41: Es ist doch irre, das kann noch kein normaler Mensch.

00:06:44: Das ist ein tolles Talent für

00:06:45: mich.

00:06:46: Ich bin schon super!

00:06:47: Aber du meintest... Also ich selber brauche nichts zu erzählen zu haben.

00:06:51: Ich stelle nur die Fragen.

00:06:53: Wenn ich jetzt Gäste habe?

00:06:54: Naja, aber am Anfang, als du noch dachtest ... Für dich dachte es a, ich will...

00:06:58: Als ich was Besonderes sein

00:06:59: wollte?!

00:06:59: Ja,

00:07:02: ja.

00:07:02: Ach quasi, ich hätte gar nix mehr gesagt.

00:07:04: Das war schon so lange her.

00:07:05: Als ich etwas Besonderers sein wollte, da hab' ich... Ich

00:07:08: wollte mal was Besonders

00:07:10: sein.

00:07:11: Das ist so, wie das heute noch junge Leute haben.

00:07:14: Man fand auch immer die Kuhlen toll!

00:07:16: Also ich fand immer zu den Kuheln gehören.

00:07:18: Ich wollte in der Schule schon zu denen, die da im Schulhof standen und geraucht haben... Ich habe gar nicht geraucht, ich hab erst nach der Schule angefangen zu rauchen.

00:07:24: Idiotischerweise hätte ich es gleich lassen können.

00:07:27: Da wollte ich gerne zugehören, ich wollte gern zu denen gehören, die einen frühen Mofa hatten oder einen Führerschein.

00:07:33: Später im Studium wollte ich natürlich zu diesen Existenzialisten gehören,... ...die dann schwarz gekleidet, immer philosophiert haben.

00:07:40: haben und irgendwelche Musikkritiken geschrieben haben.

00:07:44: So eben so coole, ne?

00:07:45: So wollte ich immer sein.

00:07:47: also ich wäre gern so gewesen aber ich war halt nicht so.

00:07:50: Ich war nicht so!

00:07:51: Ich habe dann ganz schnell gemerkt dass ich gehöre da nicht hin.

00:07:54: Also die gucken mich auch mal so komisch an.

00:07:55: sie sagen was will die denn?

00:07:56: Die ist doch so normal Willi bei uns.

00:08:00: Was hast du da wahrscheinlich alles völliger Unsinn?

00:08:02: Was war das krasseste was du gemacht hast um dazuzugehören?

00:08:06: Also vielleicht nicht krass aber auch so selbstverräterisch

00:08:11: Ich weiß gar nicht mehr.

00:08:14: In meiner Oper hat es natürlich ... Also in Paris haben wir alles getan, da sind wir immer in Theaterstücke, man freut mich, immer in Teaterstücke gegangen und wo die tollsten Schauspieler waren so und haben dann am Bühnenausgang umgelungen, hatten die Cafés gegangen, wo diese tollen Leute waren und haben immer gedacht vielleicht ergibt sich ja.

00:08:31: was aber hat sich natürlich nichts ergeben.

00:08:33: also wir haben uns immer versucht in dieser Szene zu bewegen und hat sich leider nie etwas ergeben.

00:08:40: Als ich studiert habe, habe ich für ein Stadtmagazin geschrieben.

00:08:44: Also hab' ich angefangen zu schreiben...

00:08:46: Aber das war doch doof glaube ich.

00:08:47: ne?

00:08:48: Ne!

00:08:48: Das war nicht so ...ne, dass es mit einem Stadtmagasin war noch nicht so doof.

00:08:51: Da konnte ich machen was ich wollte.

00:08:53: Das waren auch die richtige Zeitungen.

00:08:56: Es war so eine Studentenmagazine und da habe ich Kunst- und Theaterkritiken geschrieben und alles was in dem künstlerischen Bereich.

00:09:05: viel Sollte ich ganz am Anfang Performance, da war irgendwie so ein Performance Festival.

00:09:13: Das habe ich noch so dumm in der Erinnerung, weil ich diese Sachen auch bewahrt habe, die ich geschrieben habe.

00:09:17: So ein Performance-Festival und darüber sollte ich was schreiben.

00:09:20: Das haben mir diese Kuhlen für den Kunstteil schrieben, haben gesagt geh du mal zu den Performances.

00:09:26: Da bin ich dahin gegangen und hab gedacht, ja ist interessant.

00:09:29: Aber was für ein Schwachsinn?

00:09:30: Ich fand es einfach nur schwachsindlich, was die da gemacht haben.

00:09:32: ich konnte auch nichts damit anfangen.

00:09:33: So kurzmäßig

00:09:34: oder?

00:09:34: Ja genau so kurzmäßig also völlig sinnfrei fand ich wahrscheinlich das wahr.

00:09:42: Das waren schon tolle Leute.

00:09:43: Im Nachhinein habe ich dann mal recherchiert jetzt im Jahrzehnte später, das waren richtig tolle Performance-Leute.

00:09:48: Es war schon in der Zeit, es war ja siebziger, also Ende der Siebziga.

00:09:53: Das war schon eine ernst zu nehmende Kunstrichtung.

00:09:55: Ich konnte damit aber nichts anfangen, ich hatte keine Ahnung und dann hab' ich so geschrieben was für ein Mist!

00:10:00: Und hat mich da drüber lustig gemacht.

00:10:02: Die waren entsetzt die waren entsetzt und daran habe ich auch gemerkt dass ich nicht dazu höre.

00:10:06: Ich bin einfach anders, ich kann damit nichts anfangen.

00:10:10: Es waren Leute so kleine Bausteine die mir dann gezeigt haben.

00:10:14: das ist viel besser... Also ich konnte einfach bessert über den Schützenfest schreiben für die Münzerische Zeitung als über ein Performance für das coole Stadtmagazin.

00:10:25: Hast du dich zugehörig in deiner Familie gefühlt?

00:10:27: Ja meiner Familie wie immer zugehört gefühlte.

00:10:30: Meinst du, dass ich mich da auch als was Besonderes gefunden

00:10:33: habe?

00:10:34: Bei Familien gibt es ja auch zwei Richtungen.

00:10:38: Ich hab schon Leute hier gehabt die sich gefragt haben... Ich in dieser Familie?

00:10:43: Ja, stimmt.

00:10:43: Guido Maria Kretschmann, der hatte ja immer gedacht, er ist vertauscht worden.

00:10:45: Genau!

00:10:46: Zum Beispiel...

00:10:46: Nee, nee, das habe ich nie gedacht.

00:10:47: Ne, da hab' ich mich immer wohl gefühlt also das passte irgendwie.

00:10:50: Also meine Geschwister, meine Schwester und meine Eltern, ne, das passt es schon.

00:10:56: Die hat man sich natürlich auch aufgeregt, aber doch für ... Ich hab noch nicht mal drüber nachgedacht und zwar im Zusammenhang mit dieser ... Ich will darüber wollen wir wahrscheinlich gar nicht sprechen, aber mit dieser Kolien-Geschichte Hab ich darüber nachgedacht, wie Frauen werden.

00:11:13: Warum Frauen ... Also warum Frauen in unserer Gesellschaft immer schon schwerer haben?

00:11:20: Und warum manche Frauen stark werden und manche nicht so stark werden oder kämpfen müssen.

00:11:28: Es gibt ja sehr Unterschiede bei Männern natürlich auch, aber bei Frauen besonders.

00:11:32: Da hab ich gedacht, irgendwie muss es einen Grund an, dass meine beiden Schwestern alle sehr ... Selbstbewusste Frauen sind und keine von uns große Probleme im Leben hatte sich zu behaupten.

00:11:46: Also hatten wir alle drei nicht, das muss ja an irgendwas gelegen haben.

00:11:51: also denke ich mal das muss schon unserer Mutter oder irgendwie von den Frauen in unserem Leben kommen die uns was vorgelebt haben.

00:11:59: oder woher kommt sowas?

00:12:01: Welche Frauen haben wir da was vorgelebt?

00:12:03: Meine Mutter, kann ja nur Mutter und Oma.

00:12:05: Und was

00:12:06: haben die dir vorgelegt?

00:12:08: Die müssen uns ... Ich glaube, ich hab in dem Zusammenhang mir darüber Gedanken gemacht, was hat unsere Mutter eigentlich vorgelehnt mit unserer Oma?

00:12:16: Es waren auch starke Frauen auf jeden Fall.

00:12:18: Es waren Starke Frauen, die sich nicht so gehadert haben damit eine Frau zu sein und mit ihrer Rolle.

00:12:27: Mit ihrer Frauenrolle!

00:12:29: Ich hab gelesen, dass deine Mutter etwas sehr Beschützendes hatte.

00:12:32: Hatte sie auf jeden Fall!

00:12:34: Wie hat sich das?

00:12:35: Also es kann ja beschützen, kann ja auch einengt sein... Also man kann ja ... Ja,

00:12:39: war auch einhängt.

00:12:40: Das hatte aber damit zu tun, dass meine Mutter natürlich eine sehr schwere Lebensgeschichte hinter sich hatte.

00:12:44: Sie hat ihr Ihren Mann ganz jung verloren in ihren ersten und muss das Kind alleine großziehen.

00:12:49: Und dann hat sie noch einen Kind verloren, meine kleinen Schwester.

00:12:52: Meine Mutter hatte deswegen diese Ängste.

00:12:54: Das hatten wir damit zu machen.

00:12:55: Ganz starker Verlust der Ängsten waren das natürlich.

00:12:58: Deswegen wollte sie uns so glückenhaft schützen wollen immer.

00:13:03: Aber die war ... Meine Mutter war glaub ich ... Die war immer Hausfrau?

00:13:07: Also zu meinen Lebzeiten, aber sie hatte ja neun Jahre lang in den fünftiger Jahren ganz alleine mit meiner Schwester leben müssen.

00:13:15: Neun Jahre mussten die sich ganz allein behaupten und hat gearbeitet und war alleinerziehend.

00:13:21: Und ich glaube das hat sie sehr stark gemacht.

00:13:24: Das ist wahrscheinlich das.

00:13:24: also ob man das jetzt so genau weiß oder nicht in dem Moment?

00:13:27: Das ist es wahrscheinlich dass was man so spürt als doch

00:13:29: dann irgendwie Irgendwie spürt man das.

00:13:31: Ich glaube, es wird einem vielleicht gar nicht mal so bewusst vermittelt aber man kriegt's mit auf den Weg.

00:13:37: Und dein Vater der war Architekt?

00:13:40: Was hat er dir vorgelebt?

00:13:45: Mein Vater ist ... dann hab ich ein ganzes Buch geschrieben... mein Vater ist ein schwieriger Fall.

00:13:50: Also der war sehr intelligent, sehr gebildet.

00:13:56: also mit dem konnte man über Wissen, also über solche reinen Bildungsthemen und Geschichte, Sprache und so konnte man sich hervorragend austauschen.

00:14:07: Aber über emotionale Dinge konnte man nicht ganz schlecht mit ihm austauschnen.

00:14:10: Er war eher ein bisschen Rigide, mein Fall war so Rigide.

00:14:13: Der hat sich immer selber so ... der war traumatisiert vom Krieg und hat sich selbst sehr eingeengt.

00:14:18: Sich selbst hatte er sich eingehängt.

00:14:19: Also ohne dass irgendjemand was dazu getan hat, hat er sich selbst eingeengт.

00:14:23: Er hat so sich immer so einen Korsett, ein moralisches religiöses Korsette verpasst weil ich glaube, Schlimm dran war durch seine Kriegserlebnisse, dass er das hat irgendwas gebraucht.

00:14:34: Habe auch

00:14:34: geschrieben nachts?

00:14:35: Ganz schlimme Albträume gehabt immer und der ist ja in dieser Gemeinde.

00:14:38: dann gelandet mein Vater in dieser freigeschlichen Gemeinde, in der wir auch dann waren Und das hat ihm irgendwie halt gegeben.

00:14:44: also er hatte einerseits dieses gebildete kluge dann hatte er diese engste und die problemen und diese traumat hat.

00:14:52: Dann hatte er dieses fromme durch diese komische gemeinde, unterhalte gleichzeitig aber noch ein wahnsinns dünkel weil aus einer sehr wohlhabenden familie kam.

00:15:00: und so bisschen noch dieses ja wir sind also das personal behandelt man eben Ein bisschen anders als Leute, die auf Augenhöhe sind.

00:15:09: Das hat der ja auch noch ... Da kamen sehr viele verschiedene Facetten zusammen bei meinem Vater.

00:15:14: Aber er war natürlich ein ganz ... Er war ein super ... Er ist ein ganz spannender Mensch eigentlich!

00:15:19: Ja

00:15:19: wirklich?

00:15:19: Und sich total gut anzuwählen?

00:15:21: Ja, sehr spannender Mensch.

00:15:21: In welcher

00:15:22: Rolle hattest du in deiner Familie?

00:15:23: Ich?

00:15:25: Oh ich war so da mit, in der Mitte.

00:15:26: Also eine Schwester ist jetzt zehn Jahre älter, die andere ist ein Dreifelder junger... Ich war so das mittlere Kind, ich war eigentlich immer so ... Ich glaube ich war die ... Ausgeglichenste von uns.

00:15:35: Meine ältere Schwester hatte immer ganz Deutsch streiten, meine Mutter.

00:15:39: Die haben sich furchtbar gestritten.

00:15:40: Ich weiß bis heute nicht warum?

00:15:43: Ich weiß es bis heute noch nicht.

00:15:44: Wir können auch schwer darüber sprechen.

00:15:47: und die andere war auch so ein bisschen schwieriger, die Dagi, die kleinere ... Und ich war relativ unproblematisch, glaube ich.

00:15:54: Ich war immer gut in der Schule, meistens gute Laune, ich war so die Mittlere halt.

00:15:58: Wie schön!

00:15:59: Ja Wirklich, das war eine ganz bequeme Position eigentlich.

00:16:07: Ja und gab es

00:16:08: Familien, also die du beneidet hast?

00:16:11: Also andere Familien?

00:16:13: Die coolere Familien,

00:16:15: die

00:16:15: lockere Familien?

00:16:17: Ja!

00:16:18: Ich fand die Familie von meiner... Ich hatte zwei beste Freundinnen und die eine hatte fünf Geschwister, die waren zu sechs zu Hause.

00:16:25: Das fand ich natürlich toll, weil da war immer Party.

00:16:27: Die hatte lauter ältere Brüder ein Jünger und zwei Ältere ... Nee drei älteren Brüdern sogar und eine Schwester noch.

00:16:33: Da war immer Halligali bei denen.

00:16:34: Da wurde immer was los, immer viele Freunde da.

00:16:37: Die hatten so einen Partykeller, wurden dann gefeiert.

00:16:39: Und das fand ich ganz toll!

00:16:41: Es gab für uns alles nicht.

00:16:42: Das war schon wegen der Freumlichkeit, war das ein Problem?

00:16:46: Da war ich sehr gerne und hab immer gesagt, das wär schon schön wenn wir uns ein bisschen mehr davon auch wäre.

00:16:52: Wobei meine Eltern waren sehr gastfreundlich.

00:16:55: Alle sind auch gern zu uns gekommen aber es wurde halt nicht so Party, so laute Musik-Party trinken, gab's nicht!

00:17:02: Und die andere fand ich auch ... hab ich einfach beneidet würde ich nicht sagen, aber fand ich faszinierend weil die war halb Nee, die waren nicht Kanadien.

00:17:12: Erster war in Badde-Deutsch, aber ausgewandert.

00:17:14: Die war in Kanada aufgewachsen, die ersten zehn oder neun Jahre ihres Lebens und ist dann zurück nach Deutschland.

00:17:19: Und die war natürlich was ganz Besonderes!

00:17:21: Die sprach fließend Englisch... ...die kam aus einem anderen Land.

00:17:24: der Vater fuhr so einen alten amerikanischen Schlitten und brachte sie damit immer zur Schule.

00:17:33: Das fand ich irgendwie interessant, die konnte so gut Englische.

00:17:34: Man hatte die Welt schon gesehen und das fand ich auch interessant.

00:17:39: Welche Musik hast du gehört?

00:17:41: Oh, ich hab viel am Anfang schon von meiner Schwester übernommen.

00:17:45: Also von der älteren, so Jimmy Hendrix, Beatles, das was eigentlich ihre zehn Jahre ältere Generation gehört hat.

00:17:52: und dann habe ich später sehr gerne Neil Young, Stones, The Who vorhin... cross-bisziastische Young habe ich sehr gerne gehört, ist untrennbar mit meiner Jugend verbunden.

00:18:06: Was alles immer, also David Bowie halt Du warst so ein

00:18:13: bisschen politisch auch, das habe ich gelesen in deinem Tagebuch Buch.

00:18:17: Ja als Kind ja!

00:18:18: Dass du dich für die RAF interessiert hast, dass du dich umweltinteressiert hast... Ja?

00:18:23: ...dass du Departierclubs besucht hast Wie fanden das deine Eltern dir eigentlich dann von?

00:18:29: und also da ist ich stelle mir vor also hab mir das vorgesteckt das so RAF Und Kirche die wirken zumindest auf mich Weit auseinander.

00:18:39: Ja, aber das war ja nicht so ... Meine Eltern waren nicht so dogmatisch.

00:18:43: Mein Vater ist da hingegangen um irgendwie Seelenheil zu finden in dieser Gemeinde.

00:18:48: Aber er war nicht hundertprozentig immer der Meinung, dass man so Ängste noch nicht durchs Leben gehen muss wie die.

00:18:55: Der Rest unseres Lebens war losgelöst von dieser Gemeinder.

00:18:57: Das heißt wir haben schon über viele andere Dinge gesprochen.

00:19:01: Politik war bei uns oft ein Thema auch.

00:19:03: Durch meine ältere Schwester und ihren Freund und späteren Mann wurde sehr viel über Politik gesprochen.

00:19:09: Aber wir haben da auch gestritten, das war okay!

00:19:12: Ich habe zum Beispiel meinen Vater werde ich nie vergessen mal darüber gesprochen dass... Gesetze überflüssig sind.

00:19:19: Ich fand, ich hab gedacht, wozu brauchen wir Gesetzen?

00:19:22: Die Menschen müssen doch eigentlich selber aus sich heraus einen moralischen Kodex entwickeln können um zu wissen wie man sich verhält ja was richtig und was falsch ist.

00:19:30: es wäre doch viel besser wenn das so funktionieren würde ohne gesetze ohne polizei ohne gefängnisse ohne all dieses.

00:19:37: Und da hat man einfach so ein Schwachsinn sowas anarchistisches.

00:19:41: aber solche Sachen haben wir diskutiert.

00:19:43: also Man konnte alles sagen man wurde dann.

00:19:47: Irgendwann wurde dann mal gesagt, jetzt ist Schluss.

00:19:48: Ende der Diskussion.

00:19:50: Also

00:19:50: so dieser Vater sagt

00:19:52: ... Genau, mein Vater hatte, wenn er nicht mehr weiter wusste, dann hat er irgendwann gesagt, das ist vorbei, dummes Zeug.

00:20:00: Das werde ich ihr irgendwann mal verstehen.

00:20:03: Aber ich hatte immer das ganz starke Gefühl, dass er selber nicht verstanden hat.

00:20:06: Man durfte dann irgendwann nicht mehr widersprechen?

00:20:08: Du hast auch in dem Buch geschrieben, mehr offen Streit hätte uns gut getan und dass du das eigentlich erst später gelernt hast zu streiten.

00:20:14: Auch mit deinem Mann zu streitten.

00:20:15: Ja

00:20:15: aber nicht in Richter oder was Tim angeht.

00:20:18: Also thematisch wurde bei uns viel diskutiert, aber nicht emotional.

00:20:22: also...

00:20:22: Wie würdest du das unterscheiden?

00:20:24: Ja, also was Widerspruch zum Beispiel angeht.

00:20:27: Dass ich sage, das quatscht was in dieser Gemeinde und ich gehe nicht mehr mit in diese Gemeinde.

00:20:30: Ich finde es Unsinn!

00:20:31: Was soll ich da?

00:20:32: Oder warum darf ich nichts zwar mal hintereinander abends auf eine Party gehen oder warum betest du eigentlich immer ... Das hätte ich mich nie getraut.

00:20:41: Nie hätte ich mir das getraucht.

00:20:42: Oder mal ja aufmüpfig zu werden wirklich richtig zu streiten und zu sagen nein, ich komme nicht um twölf nach Hause oder ich geh jetzt auf dieses scheiß Party.

00:20:53: was er wollte.

00:20:54: Ich habe ja noch von meinen Eltern mir erzählen lassen, als ich schon achtzehn war, dass ich nicht mit meinen Freunden im VW-Bus einen Campingurlaub fahren darf.

00:21:01: Das haben die mir verboten und da hab' ich dann schon widersprochen.

00:21:07: oder das hat auch letztendlich geklappt.

00:21:08: aber so richtig... Das war meine erste Camping-Reise.

00:21:12: Aber so richtig streiten, wie wir das mit unseren Kindern auch gemacht haben.

00:21:17: Einfach mal schreien und vielleicht mal weinen ... einfach streiten!

00:21:24: Und auch Ungerechtigkeiten beklagen.

00:21:28: Es gab es nicht bei uns.

00:21:30: Da war man immer kontrolliert.

00:21:32: Was glaubst du daran?

00:21:35: Wenn man das vermisst, dann provoziert man's ja manchmal... Also, dass man so manchmal ... kennst du vielleicht auch von deinen Kindern?

00:21:42: Dass die dann wollen vielleicht jetzt mal so richtig.

00:21:45: Ja ja!

00:21:46: Und dann denk ich bei dir, also das ist natürlich was anderes aber es ist ... Warum?

00:21:52: Also wo du ... warum habtest du da nicht dagegen gegangen?

00:21:55: Also warum hast du nicht gesagt?

00:21:58: weiß ich nicht, könne ich getraut.

00:22:00: Meine ältere Schwester hat sich gedraut, die hat richtig toll gestritten.

00:22:03: also sie haben mit meiner Mutter... das habe ich als Kind ja gar nicht verstanden, ich war viel jünger.

00:22:08: aber die haben so gestrittet dass meine Mutter die Telefonschnur durchgeschnitten hat, dass meine Mutter die Küchen, die Glas, Scheibe von der Küchentür eingetreten hat weil meine Schwester die nicht auf machen wollte.

00:22:19: Also solche Sachen haben sich da abgespielt zwischen denen.

00:22:22: Also, das war schon ein richtig hardcore Streit.

00:22:24: Vielleicht hat es auch damit zu tun ... dass wir das so schlimm fanden als kleinen Kinder?

00:22:30: Ja, das ist ja für mich da nicht.

00:22:33: Es gab keine Verletzungen, muss niemand ins Krankenhaus.

00:22:35: Aber es war schon richtiger Streit!

00:22:38: Da wurde richtig mit harten Bandagen gestritten und das fand ich natürlich furchtbar, weil das unseren Hausfrieden beeinträchtigt hat.

00:22:47: Und meine Schwester wollte ... Ich hoffe, die hört das nicht.

00:22:51: Ich war Schwester heute.

00:22:53: Was ist die andere Schwester?

00:22:55: Die wollte ... Also, Tata, Entschuldigung, ich erzähle auch nicht weiter nur dieses kleine Detail.

00:23:02: Meine Schwester wollte nie, dass meine Mutter bei ihr aufräumt.

00:23:05: Sie wollte nicht, dass sie jetzt immer betritt.

00:23:07: Und das gab einen riesigen Theater.

00:23:10: Meine Mutter natürlich trotzdem gucken wollte, dass unordentlich Muster-Top gewischt werden und so ... Das hab ich als Kind gehasst.

00:23:17: Meine kleine Schwester hat's auch gehaszt.

00:23:19: Diesen Streit zwischen unserer Eltern und unserer Mutter.

00:23:22: Vielleicht haben wir deswegen nicht rebelliert!

00:23:24: So was spielt sich ja unterbewusst

00:23:26: ab?

00:23:26: Ja klar.

00:23:27: Wir wollten das nicht, diesen Unfrieden.

00:23:30: Du kennst also eher schreiende Frauen als schreende Männer aus deiner ...

00:23:36: Äh ...

00:23:36: Ja.

00:23:37: Also wenn ich da nachdenke, mein Vater hätte nie schrien.

00:23:39: Niemals!

00:23:40: Mein Vater hätte nicht die Kontrolle verloren.

00:23:43: Ich glaub zwischen ihm und meiner Schwester gab's schon mal leichte Handgreiflichkeiten bei meiner älteren Schwester weil er damit manchmal einfach überfordert war dieses Kind aufmüffelige Kind irgendwie so unter Kontrolle zu bringen.

00:23:55: aber sehr wenig.

00:23:57: also es ist nichts Schlimmes Und schreien hab' ich.

00:24:00: meinen Vater glaube ich... Ich glaub', ich habe ihn nie schreie gehört.

00:24:03: Nee, wie nicht das ich wüsste?

00:24:05: Kann mir nie ändern.

00:24:06: Er konnte sehr scharf sein im Ton, aber nicht geschrien.

00:24:10: Interessant wie das so ... Ich frag mich, ich hab da Aufweises auch nicht.

00:24:14: Wenn ich das höre, was ändert das für einen selbst und den späteren Lauf?

00:24:21: Wen man mehr Schreien hört, also wie man auf andere Menschen zugeht.

00:24:25: Was bedeutet das für eine Frau, wenn sie den Vater schreien gehört hat?

00:24:29: Nicht die Mutter oder eben andersherum.

00:24:31: Wie wirkt sich das... Das muss man dann meinem Psychologen fragen.

00:24:36: Schreien eines Elternteils und welches Elternteil das ist.

00:24:39: Das ist auch eine Form von, welches Bild bekommt man... vorgelebt für das eigene Geschlecht.

00:24:47: Der hat mir erst darüber gesprochen, was bringt der

00:24:48: ein?

00:24:48: Genau!

00:24:48: Das kann ja auch eine Rolle spielen... dass bei uns gar nicht der... ich meine wir waren ja auch nur Frauen, mein Vater war der einzige Mann, dass das überhaupt nicht so war, dass der Mann da die Oberhand hat also dass uns das nicht so vermittelt wurde, dass man der Chef im Haus ist, der irgendwie Frauen unterdrückt hat oder so ganz und gar nicht.

00:25:04: Ich glaube mein Vater konnte einfach mal bisschen Leid tun Immer alleine seine Gemeinde laufen, da ist nie ... Nur einmal in einer Woche kam jemand mit.

00:25:12: Da wird nur Gebeten, wunderbar.

00:25:14: Genau, der hat immer gebetet und mein Vater war ja schon ein bisschen ... In manchen Dingen war er schon allein.

00:25:19: Er wurde allein gelassen von uns.

00:25:23: Du bist ja auch gläubig?

00:25:24: Ich weiß nicht, ob du noch gläubeisch bist.

00:25:25: Doch!

00:25:25: Ich würde sagen, ich hab eine ganz andere Form von Glauben als da in der Gemeinde vermittelt worden.

00:25:31: Und auch hier in die Kirche.

00:25:32: Aber doch, ich glaub schon an Gott, ich glaube an Gott.

00:25:36: daran, dass da jemand ist oben.

00:25:38: Hast du ein Bild davon?

00:25:41: Ein Bild?

00:25:41: nein!

00:25:42: Du sollst ja kein Wildnis machen in der Bibel.

00:25:44: Nein ich habe überhaupt kein Bild oder

00:25:45: ein Gefühl.

00:25:46: also was du... Ja

00:25:50: Ich glaube das ist etwas größer als wir selbst irgendetwas was wir nicht so richtig verstehen können was jenseits von dem ist was wir voll in unserem kleinen Hirn so begreifen können dass da ob das jetzt Das muss ja gar noch nicht mal ein Wesen sein, aber irgendeinen nennt es Universum oder man kann's nennen wie man will.

00:26:10: Aber dass da irgendwas ist über dieses menschliche Leben was wir hier so leben hinausgeht und das da jemand ist mit dem man Dialog haben kann also irgendwie jemand der aufpasst, ich sag schon jemand ne?

00:26:23: Aber es ist irgendetwas, dass vielleicht eine Hand übereinbreitet ... Ich glaube es ist ein wildes Durcheinander von allem.

00:26:31: Ein bisschen esoterik, ein bisschen Modismus.

00:26:35: Ein bisschen Gemeinde von früher ... Irgendwie alles?

00:26:39: Aber ich glaub, dass da was ist und das ich auch mal sagen kann, bitte lieber Gott macht, dass das so passt auf mich und so diese Dinge.

00:26:47: oder passen meine Kinder auf, sowas.

00:26:49: Und welchen Reihen machst du dir darauf?

00:26:51: Also ich bin auch gläubig aufgewachsen und immer noch gläufig.

00:26:54: Bist

00:26:54: du katholisch?

00:26:55: Evangelisch!

00:26:56: Ja, ich auch.

00:26:56: Aber normale Kirche.

00:26:57: Normale, normale.

00:26:59: Ich mein jetzt nicht Fallkirche.

00:27:00: Nein,

00:27:00: normaler Kirche Welchen Reim machst du hier darauf?

00:27:03: Das ist ja dieses Dekor der Gerechtigkeit.

00:27:06: Ja.

00:27:06: Und dass wir in der Zeit leben, also jetzt zumindest wenn man die letzten Jahre anguckt ist, zumindest die Wahrnehmung von mir wird dir wahrscheinlich auch... Also das ist er denn jetzt eigentlich noch da oder sie oder es?

00:27:18: oder was ist da eigentlich so?

00:27:20: Machst du dir darüber Gedanken im Sinne des Glaubens fast hier gerade auf der Erde passiert?

00:27:26: Nee, das ist ja die TODC.

00:27:27: Das ist ja der Gedanke ... Ihr habt immer schreckliche Dinge gegeben auf dieser Halt.

00:27:32: Immer!

00:27:32: Nicht nur heute, sondern denk mal an die Kreuzzüge, was für entsetzliche Dinge Menschen sich angetan haben.

00:27:38: Das kann man nicht kausal in Zusammenhang bringen mit Gott.

00:27:41: Dann gäbe es ihn ja nicht.

00:27:42: Wenn Gott Anna Werder sagen würde, er wird jetzt bestraft weil er böse ist und dem geht's gut, weil er gut ist, dann ist es leider nicht so.

00:27:48: oder wenn er Kriege verhindern würde, Morte verhinderen würden.

00:27:51: So ein Gott ist das nicht.

00:27:52: Also das ist zu menschlich gedacht.

00:27:55: Das schwebt da drüber.

00:27:58: Wir sind ja selbstverantwortlich, wir Menschen müssen selber klarkommen.

00:28:02: also sowas macht Gott nicht.

00:28:04: das ist natürlich dann wieder ein totaler Widerspruch.

00:28:06: dass man betet lieber Gott bitte pass auf das mir nichts passiert das ist auch völlig unsehn weil vielleicht betet der Nachbar der genau das Gegenteil will.

00:28:13: betet ihr auch was es so logisch darf man da nicht rangehen.

00:28:18: Also wenn ich bete, lasst es bitte morgen nicht regnen.

00:28:21: Weil ich feiere eine Party und der Bauer im nächsten Dorf wohnt, bietet, lass es bitte morgens regnen und so ist meine Ernte hinüber!

00:28:29: Das kann ja nicht funktionieren!

00:28:30: Ich find's aber wunderschön dass du betest das nicht regnet, weil du ne Party machen willst.

00:28:34: Das finde ich gut.

00:28:37: Die essentiellen Dinge im Leben...

00:28:40: Ja, also was man so betet.

00:28:41: Man bietet ja alles mögliche mal.

00:28:42: Ernsthaft?

00:28:43: Mal sind es bei La Pal dienmal ist das was wichtiges.

00:28:46: aber da die Menschen ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben kann es ja nicht sein logisch gedacht kann Es ja nicht seien dass der einer ist der das dann auch so.

00:28:55: wie soll er entscheiden?

00:28:56: Also dem tue ich jetzt in gefallen und morgen tue der Frau Titian hingefallen, das kann ja nicht sein.

00:29:01: Aber trotzdem finde ich es tröstlich, dass man das kann!

00:29:04: Dass man einfach so in sich was hat, dass ein Gott Vertrauen hat und daran glauben kann, dass er einen durchs Leben

00:29:11: trägt.".

00:29:13: Du hast auch wirklich die Bibel gelesen?

00:29:15: Ja, da mussten wir damals.

00:29:18: Gibt es für dich eine Stelle, die für dich total wichtig ist Also, die dir was bedeutet?

00:29:24: Viele.

00:29:25: Viele!

00:29:25: Also in der Bergprodikt gibt es schöne Stellen... Ich habe ja auch lange nicht mehr reingeguckt aber... Es gibt mit den Flügeln der Morgenröte... Ich hab mir ganz viel meiner Bibel angestrichen.

00:29:36: Wenn ich meine Bibel jetzt hätte, könnte ich das blättern und würde sofort ganz viele Stellen finden, die ich mir angekreuzt habe und wo ich so kleine Notizen an Rand gemacht habe.

00:29:45: Das ist schon die Iserlila, meine Bibeltie.

00:29:49: Weil ich damals in Paris als ich Oper war, hab' ich alles lila-lackiert.

00:29:52: Weil ich lila toll fand und die Bibel lag.

00:29:54: Darum habe ich gesagt komm', die malt auch

00:29:55: lila.".

00:29:56: Das hält bis heute!

00:29:57: Geil!

00:29:58: Das ist wahrscheinlich etwas ganz schlimmer Lack.

00:30:00: Da hättest du nicht eine Macke, nicht eine Macke halt.

00:30:02: Ist Gott geprüft der Lack?

00:30:03: Ja.

00:30:04: Oh Scheiße.

00:30:06: Persönlich geprüfnt.

00:30:07: Es gibt Schöne Stärke, findest Du nicht?

00:30:09: hast Du auch mal in einer Bibel gelesen?

00:30:11: Ich hab auch in einer Bible gelesen aber mir ist das alles so zurück auf den Konferentenunterricht Und dann auch natürlich so kirche Sonntags und so weiter.

00:30:20: Aber ich habe nie ... Ich hab ein bisschen einen Pfarrer aus Töchter-Podcast gehört von Sabine Rückert, ihrer Schwester.

00:30:26: Und da so ein bisschen... aber mir ist das nie die Art der Sprache ... Es hat mich nie bei mir angedockt in dem Sinne.

00:30:34: Also ich mochte dass.

00:30:35: immer wenn der Pfarr oder jemand mir das so erzählt als Geschichte, war ich das immer total spannend.

00:30:40: Das ist ja die krasseste ... Das ist krasseste Geschichte, die es so gibt.

00:30:45: Dagegen ist der Game of Thrones oder das ist ja Mist vergingen.

00:30:48: Also das ist schon Wahnsinn!

00:30:50: Und das so anzuhören... Ich bin da wirklich mega gerne in die Kirche gegangen und auch vor allen Dingen den Konfermannunterricht mit zu erzählen.

00:30:57: Ich hatte einen tollen Fahrer, der das geil erzählen konnte und das hat mich schon immer total ... also die Geschichte.

00:31:02: Aber du solltest nie so Paulus haben als hätte man nicht und solche Sachen sind schon prägend.

00:31:10: an sowas denke ich dann auch, kommt sowas so

00:31:12: hoch.

00:31:13: Ja also sehr philosophisch ist.

00:31:15: ja in der Bibel steht es gibt wunderschöne poetische Stellen, es gibt philosophische Stellen und es gibt so Lebenshilfe moralisch natürlich.

00:31:23: also stehen schon tolle Sachen in einer Bibel.

00:31:24: Es lohnt sich die... Also auch verglichen mit anderen Schriften die es so gibt das lohnt dich schon da mal rein zu gucken habe ich lange nicht mehr gemacht.

00:31:31: jetzt glaubst du lässt man für mein Buch über meinen Tagebuch hoch hab' ich da ein bisschen drin geblättert aber sollte man ruhig öfter machen.

00:31:37: Hast Du Deine Kinder christlich erzogen?

00:31:40: Also, die haben ... sind getauft und waren im Konfirmandenunterricht.

00:31:44: Und mein Sohn hat sogar noch als Thima gearbeitet danach.

00:31:48: Weißt du was das ist?

00:31:51: Dass du selber dann so eine Art Tutor für die Jungen, für die Konfirmanen, die ein oder zwei ... Ja, Gänge drüber sind.

00:31:59: Die leiten dann selber kleine Gruppen und fahren mit auf Freizeiten.

00:32:02: Das hat er sogar noch gemacht.

00:32:03: Wir hatten eine tolle Kirchengemeinde ... Ich muss mal meinen Ring abmachen, sonst klopfe ich immer so hier.

00:32:10: Das habe ich gehört.

00:32:10: bei Soviel Passmann, dass die zweimal hast du deinen Ehring abgenommen?

00:32:13: Hat sie bemerkt!

00:32:15: Ich hab genug gut aufgepasst.

00:32:17: Ist das dein Ehrring gerade?

00:32:19: Nein, das ist mein Ehrling.

00:32:20: Den krieg ich gar nicht ab.

00:32:21: Der sitzt jetzt so fest, den kriege ich nicht ab.-.

00:32:22: Aber

00:32:22: der ist total schön.

00:32:24: Kann ich mal an?

00:32:25: Der ist schwer.

00:32:26: Der passt vor allen Dingen wahnsinnig gut zu deinem Nagellack?

00:32:28: Ja, das habe ich mir natürlich vorher überlegt, ne?

00:32:31: Habe ich heute morgen überlegt

00:32:32: welchen...

00:32:33: Ist ein schwarz-weiß Video.

00:32:34: aber um dich zu beeindrucken.

00:32:36: Du siehst es ja in Farbe!

00:32:37: Ich hab's

00:32:38: bemerkt

00:32:39: und hast du... Also, Entschuldigung jetzt muss ich direkt nachfragen.

00:32:43: Hast du dann auch andere Farbenringe oder ist das immer deinen Nagelack?

00:32:47: Hab nur den einen farbigen Ring.

00:32:48: Meine anderen sind alle Silber.

00:32:50: Sie sind einfach nur Silber, die kann.

00:32:52: meine anderen Ringe haben keine Farbe.

00:32:55: Doch,

00:32:56: schwarz.

00:32:57: Wo waren wir schon geblieben?

00:32:58: Bei deinem Sohn?

00:32:59: Genau, Tima, dass wir die Kinder... Also mein Mann hat mit dem Glauben ehrlich gesagt nicht so viel am Hut.

00:33:05: Ja, der Ingenieur ... Nee.

00:33:06: Ich glaube ehrlich gesagt er glaubt auch nicht an Gott.

00:33:09: Er tut so ein ... Er sagt jetzt nicht, ich glaub nicht dran!

00:33:13: Er hat das immer mitgemacht.

00:33:15: Er hat dann gesagt okay, Taufe und Kirche und wir haben auch kirchlich geheiratet aber so richtig was damit anfangen kann, da glaub' ich nicht.

00:33:23: Aber mir war es wichtig dass die Kinder getauft werden und auf jeden Fall ... Ich hab mir immer mit denen gebetet als kleine Kinder immer abends gebeten.

00:33:30: Auch vor dem Essen haben wir gebeted weil ich wollte lernen, dass da was ist wo man sich bedanken kann.

00:33:36: Dass man einfach sagen kann danke lieber Gott.

00:33:40: wie kannst du es nennen?

00:33:41: Wie du willst.

00:33:41: aber wir haben gesagt lieber Gott für den schönen Tag!

00:33:43: Wir haben abends immer alles aufgezählt was schön war an dem tag.

00:33:46: was die ganzen achtsamkeitsleute auch machen ist nichts anderes.

00:33:49: Wir haben einfach Danke gesagt und vor dem Essen haben wir Danke fürs essen gesagt.

00:33:53: ich habe mal gesagt das ist nicht selbstverständlich dass wir uns so gut geht und dass wir immer alles haben.

00:33:58: und dann kann man ruhig mal Danke sagen.

00:33:59: und wem sagt man?

00:34:00: Danke Gott halt.

00:34:02: Ich kann ja nicht den ganzen Landwirten danken, dass sie uns die Eier und was weiß ich ... Was von mir ist mehr zu umständlich?

00:34:09: Und das hat die Kinder auch geprägt.

00:34:10: Ich glaube schon, dass Sie beide glauben, dass es ein Gott gibt.

00:34:13: Ja, ich finde es schade, dass sich das so jetzt gerade nicht... Also ich glaube, es würde unter Umständen Menschen mehr zusammenbringen sogar wieder mehr also gerade hier in Deutschland.

00:34:24: Wenn es so, wenn diese Glaubensfrage also jetzt ist ja alle so verteilt und jeder glaubt dann irgendwas oder auch an nichts.

00:34:33: Und die großen wunderschönen Gebäude stehen so leer und wenn du über eine Stadt fliegst, dann siehst der immer diese Türme überall sehr wunderschön.

00:34:41: was für Anker.

00:34:42: und die sind jetzt so.

00:34:43: eigentlich braucht man hier jetzt gerade Anker, mehr denn wir.

00:34:47: Und das ist aber die Kirchen sind nur an Heiligabend voll und nicht mehr in der Woche.

00:34:52: Ich find's so schade weil diese Gemeinschaft... ich mach' hier selber nicht hin!

00:34:54: Aber dieses Gemeinschafsgefühl, ne?

00:34:57: Deswegen ist auch mein Vater in die Gemeinde gegangen wegen der Gemeinschacht.

00:35:00: Du hast einfach das Gefühl dass andere Menschen empfinden dasselbe wie du.

00:35:05: Die haben den selben Grund dahin zu gehen, die verbindet was.

00:35:09: Das macht stark.

00:35:09: Sondern eine Gemeinsschaft macht auch stark, die gibt Kraft Stimmt, das könnte man heute wirklich gebrauchen.

00:35:15: Aber ja, weiß ich noch nicht warum die Menschen da nicht mehr hingehen?

00:35:18: Das ist komisch, macht die Kirche irgendwas falsch?

00:35:20: oder der Glaube... Die Menschen glauben einfach nicht mehr und da sehen sie auch keinen Sinn, dahin zu gehen.

00:35:26: Aber allein die ist gemeinsame Singen!

00:35:28: Ich liebe, ich singe ja wahnsinnig gerne ne?

00:35:30: Und im Heilig ... also wir gehen ja nur heilige Abend dann alle zusammen in der Kirche oder zu irgendwelchen Hochzeiten oder Torfen.

00:35:36: und den Gesang in der Kirche finde ich so toll und das war in der Gemeinde... ich habe an diese Gemeinde wirklich wenige gute Erinnerungen aber der Gesang war einmalig.

00:35:44: Da wurde immer fünf Stimmig gesungen und alle haben ein voller Inbruns gesungen.

00:35:51: Das habe ich immer geliebt, diesen Gesang.

00:35:54: Wie schweben ist das?

00:35:56: Wenn dann alle zusammen so laut singen und so innenbrünzig ist es toll?

00:36:00: Das war ganz toll!

00:36:01: Deswegen wollte ich auch irgendwann mal im Chor singen für die Zeit ab.

00:36:04: Ich bin auch jedes Mal, wenn ein Chor irgendwo erklingt.

00:36:07: Also bei Bosses ist es, er singt ja auch immer der Chor mit der Kneipenchor aus

00:36:11: und

00:36:12: so weiter... Ja stimmt!

00:36:12: Und das ist immer, ich finde das so toll, wenn Körer losgelöst, geht das bei mir nicht krass so nah?

00:36:19: Aber in der Musik, ich habe gestern Nacht wieder eine Cave gehört und wenn es da irgendwie... Oh

00:36:22: die Cave immer ist auch toll.

00:36:24: Ganz toll.

00:36:27: Na g'sing' ja auch ab und zu gibt sie sich sehr koral und das haut mich total weg.

00:36:30: aber ich glaube es ist die Gemeinschaft, Die hört man dann in der Musik und dieses, ja.

00:36:36: Gemeinsam die Stimmen...

00:36:38: Ja?

00:36:38: Das gibt einfach ein gutes Gefühl.

00:36:40: Bist du nicht... Du bist auch Musiker gewesen oder bist du auch Musikern?

00:36:42: Ich

00:36:43: war Musiker!

00:36:43: Nicht

00:36:44: mehr?

00:36:44: Gar nicht

00:36:44: mehr?!

00:36:44: Nee, nee.

00:36:45: Also das ist irgendwie... Ist mal im Blut immer noch aber ich weiß nicht, also... Ich konnte nur singen.

00:36:52: Nur Komma Null.

00:36:53: Ich habe mal Gesangsunterricht genommen und dann hat die Lehrerin irgendwann gesagt, ich glaube.. ...ich bring dir mal bisschen Klavier bei

00:37:02: Aber das soll man nicht machen.

00:37:03: Das stimmt nämlich nicht, also eigentlich kann ja jeder singen.

00:37:07: Also

00:37:07: ich treffe wirklich keinen Ton.

00:37:08: Also wirklich gar nicht.

00:37:09: Ja aber

00:37:09: dann könntest du noch so schanten oder irgendwas vor dich hin singen?

00:37:13: Du musst jetzt nicht eine spezielle Melodie singen!

00:37:16: Du kannst einfach vor dich hinsingen.

00:37:17: Ich kann einfach rappen.

00:37:19: Oder rappen genau.

00:37:20: Irgendwas... Man soll nicht Menschen anreden sie könnten nicht singen oder die werden unmusikalisch.

00:37:26: Soll man nicht, machen leider Lehrer immer noch.

00:37:28: Aber das... Also zum Beispiel eine Band!

00:37:31: Das hätte ich wahnsinnig gerne gemacht in einer Bandgesongen.

00:37:34: Meine Freundin, diese aus Kanada, die hat immer ein Band gesungen.

00:37:37: Warum hast du das nicht gemacht?

00:37:38: Wir wollten mich keiner, haben sich keiner gefragt.

00:37:41: Also hat es sich nie ergeben.

00:37:42: also ne, hat mich nie jeder gefragt.

00:37:44: Schade, ne?

00:37:44: Ja.

00:37:45: Ina Müller sagt ja aber ich kann auch nicht singen.

00:37:47: Sie ärgert mich einmal, sie sagt mir, du kannst nicht singe.

00:37:49: Ich kann singen nur nicht so herausragend.

00:37:52: gut

00:37:52: Ja, das ist ja.

00:37:53: Ich fand es lustig, dass du deine erste Rolle als Schauspielerin eine männliche Rolle hattest?

00:37:58: Ja!

00:37:59: In den Nashornern von UNESCO.

00:38:01: Das fand ich irgendwie... Du musst dich sehr... Ich habe mich gefreut, als habe ich mir gedacht.

00:38:06: Man möchte spielen und dann muss man einen Joghenspielen als Mädchen.

00:38:08: Das ist doch irgendwie auch...

00:38:10: Du bist heuert!

00:38:10: Aber es gab keine andere Rolle.

00:38:11: Mein Schwester war auch ein Mann, der ist immer das Schneuzer abgefaltet.

00:38:14: Er hat so einen angeklippten Schnurrzer.

00:38:15: Und da hatte ich weiße Haare.

00:38:17: Wir haben sich glaube ich mit Puder rein gemacht.

00:38:19: Ich kann mich nur ganz dumm verinnern aber es war eine Männerrolle.

00:38:25: Ich konnte es auch nicht.

00:38:26: Aber ehrlich gesagt, das hat damit zu tun, diese Schauspielerei ... Also man muss dann aus sich herausgehen.

00:38:33: Diese Schauspieler vergessen sich ja selber total.

00:38:37: Man geht ja aus sich raus und ist was ganz anderes!

00:38:40: Und ich kann nur nicht selber sein?

00:38:42: Ich kann das nicht.

00:38:44: Kann ich nicht.

00:38:44: Das ist doch wunderbar.

00:38:45: Ja, ist schön aber manchmal würde man gerne jemand anders sein oder jedenfalls so tun als wenn man jemand anders ist.

00:38:52: Hast du als du dieses Tagebuch geschrieben hast?

00:38:54: Also ne, du hast ja die Tagebücher geschrieben und dann später gefunden.

00:38:58: Wie ist das wenn man so sich selbst nochmal begegnet?

00:39:02: Ich hab noch nicht alles gelesen aber ich finde es total berührend und schön.

00:39:07: Das ist ja.

00:39:07: normalerweise sagt man ja was würdest Du Deinem dreißigjährigen und zwanzigjähriger ich sagen?

00:39:13: Aber eigentlich ist es ja so.

00:39:17: was sagt Dir oder hat dir deine zwanzichjährige viel später gesagt?

00:39:22: Ja, die hat mir auf jeden Fall gesagt.

00:39:24: Die hatte sehr viel Tiefgang diese junge Frau.

00:39:26: Die war wahnsinnig nachdenklich und hat sich so Gedanken gemacht über das Leben, über den Sinn, über die Zeit...

00:39:34: Zwar selten melancholisch habe ich das

00:39:36: gesehen?

00:39:36: Ja, melancholisch!

00:39:37: Und aber auch so.

00:39:38: Ich möchte gut sein.

00:39:40: Ich möchte dass die Zeit nutzen, die mir gegeben ist.

00:39:42: Genau, ich

00:39:42: hab so eine Zeile... Ich will so schrecklich gern die Zeit, die Chance nutzen, die mir gegeben ist.

00:39:50: Genau!

00:39:51: Solche Sachen habe ich ganz viel aufgeschrieben.

00:39:53: Ich habe längst nicht alles in das Buch reingeschrieben... Ja, ist doch interessant.

00:39:58: Und diese Frage stelle ich mir heute relativ selten.

00:40:01: Aber wirklich durch die Beschäftigung mit den Tagebüchern habe ich gedacht man muss einfach öfter wieder darüber nachdenken.

00:40:07: was war das für ein Tag heute?

00:40:08: Was hast du gemacht?

00:40:10: Hast du irgendwas Sinnvolles getan?

00:40:12: Hast Du Dich über jemand anders gekümmert?

00:40:14: Hast Du ja weiß ich nicht.

00:40:15: also hast Du die richtigen Fragen auch gestellt?

00:40:17: hast Du zugehört?

00:40:20: Das habe ich dadurch wieder ein bisschen reaktiviert dieses Nachdenkliche.

00:40:26: Kannst du diese melancholische noch?

00:40:29: Ich glaube, das habe ich immer noch in mir.

00:40:32: Das ist ja diese beiden Seiten.

00:40:36: Jetzt höre ich wahnsinnig gern traurige Musik!

00:40:40: Ich sehe auch gerne Dramen.

00:40:42: Ich gucke überhaupt nicht gerne Komödie.

00:40:44: Ich höre nicht gerne fröhliche Musik und ich gucke auch nicht gerne lustige Filme, sondern es muss immer Drama sein... was ein bisschen aufhöhendes.

00:40:51: und ich höre auch lieber so, ja sowas wie in die Cave oder so.

00:40:54: Ich höre gerne solche... ...bisschen traurigere.

00:40:58: Es muss ja auch einen Grund haben, dass sich so etwas gerne hören ne?

00:41:00: Das aktiviert da wahrscheinlich dann das melagotische in mir.

00:41:02: Aber kennst du das auch, dass du einen wahnsinnig tollen beschwingten Tag hattest und nach Hause gehst und denkst jetzt erstmal so richtige Ritza-Musik auflegen?

00:41:12: Also so richtig todtraurige Musik!

00:41:13: Achso!

00:41:14: Ritzenmusik!

00:41:15: Naja,

00:41:15: das klingt ja als jeden Moment ja gut.

00:41:19: Die

00:41:20: Freundin von uns hat immer gesagt, oh Gott, der macht so was aus.

00:41:23: Ich spring da ja um den Fenster und er meint immer so selbst ... Ja genau.

00:41:26: Absolut

00:41:26: Selbstmordmusik.

00:41:29: Also kennst du das?

00:41:30: Das kenne ich auf jeden Fall!

00:41:31: Ich höre gerne so.

00:41:32: Ich höhe auch im Auto wahnsinnig gern dann sowas.

00:41:34: Obwohl du

00:41:34: gut drauf bist...

00:41:35: Ja, wenn ich von der Arbeit, ich brauche relativ lange halbe Stunde vom Sender nach Hause und da höre ich sehr gerne solche Sachen.

00:41:43: Sehr gern.

00:41:44: Aber auch Sachen, wo ich laut mitsingen kann, aber die sollen nicht fröhlich sein.

00:41:48: Es gibt eine schöne Zeile von Kurt Cobain der Sange irgendwo I missed the comfort in being sad.

00:41:55: Ja das passt doch!

00:41:56: Kennst du dieses Gefühl?

00:41:59: Also diese Melancholie... Du hast schon gesagt, du hast die auch noch so ein bisschen in dir.

00:42:03: Aber dieses so zwanzigjährige-fünfundzwanzigjährige das ist ja so... Da bedeutet ihr alles wahnsinnig viel.

00:42:08: jeder Tag und jedes Gespräch ist so... Und man isst da manchmal so wahnsinnigt traurig?

00:42:14: Ja!

00:42:14: Und es hat ja auch was Total Schönes.

00:42:16: also ich kann dort... Also das ist eine meine Lieblingszeilen von ihm.

00:42:18: Aber er ist ja gar nicht alt geworden der war das schon vermisst also siebenzwanziger vor sieben zwanziger Jahren.

00:42:22: Das war vom vorletzten... Nee auf dem letzten Album war das doch von ihm mehr.

00:42:26: Okay.

00:42:27: Ja, dieses Sich-Suhlen in Selbstmitleid auch so ... Alles ist verschrecklich traurig und so ganz traurige Musik hören immer noch furchtbarer alles.

00:42:36: Das war schon irgendwie eine tolle Zeit.

00:42:40: vor allem bei mir weiß ich ja auch immer, wann werde die den Richtigen finden?

00:42:42: Ich werde nie den richtigen finden!

00:42:43: Die werden durch mein Leben alleine sein und so.

00:42:47: Das ist ja dann alles vorbei irgendwann.

00:42:49: Ist ja okay dass es vorbei ist aber stimmt das hat auch was Wohltunes dieses Traurigs sein.

00:42:56: Ausgedehnte traurig sein.

00:42:58: kennst du?

00:42:58: die erste platte ist mir gerade bei der musik eingefallen.

00:43:01: ich glaube es war das nicht die erste.

00:43:02: parachutes von coldplay ja diese fantastisch oder da sind doch.

00:43:06: dieses spice zum beispiel können ich hundert mal hören und dass ist dann auch nicht gerade ein fröhliches lied.

00:43:12: Kennst du diese Version, wo das ... Ich weiß nicht, welches.

00:43:15: Fix You?

00:43:16: Ah, Fix you!

00:43:16: Das liebe ich auch.

00:43:17: Es

00:43:17: gibt aber eine Version, in der ein Mann singt, der ist achtzig oder neunzig Jahre alt, sitzt in so einer Art Rollstuhl und hat so eine Schlaufe hier unter der Nase.

00:43:27: Man hört die ganze Zeit diesen ... Und dann singt er mit einer ganz sonoren Stimme den Song als Achtzig- oder Neunzigjähriger.

00:43:36: Das hören wir uns noch an.

00:43:38: Das ist total ... Ja, das ist ganz ... Da kann man die Tasche natürlich gleich schon mal ausholen.

00:43:45: Und das ist, wo hast du es im Internet entdeckt?

00:43:47: Ich

00:43:47: hab das auf YouTube entdeckte.

00:43:49: Ach so!

00:43:49: Das hier krass.

00:43:50: Unfassbar

00:43:50: schön ja.

00:43:52: Wann wusstest Du was aus Dir wird?

00:43:54: also wann war für Dich so dieses suchende Wesen, wann hat das so gedacht?

00:43:59: ah das könnte meine Richtung sein.

00:44:03: Also du bist nach Frankreich?

00:44:04: Ja, da wusste ich gar nicht was ich wollte.

00:44:07: Da waren wir so wild und jung und freiheitsliebend.

00:44:10: Und dann hab' ich angefangen zu studieren, wusste auch gar nicht.

00:44:12: Hab' ich ja erst die medische Philologie studiert, eine Messer.

00:44:14: Dann bin ich umgeswitzt zu Französisch- und Germanistik, dann irgendwie Kunstgeschichte noch dazu... Da wusste ihr auch gar nichts, was ich damit anfangen soll!

00:44:22: Und dann habe ich ein bisschen durch dir schreiben, das hat mir Spaß gemacht.

00:44:25: Das ist also zwar Performance und so, aber nicht meine Themen und Schützefest natürlich auch nicht.

00:44:30: Aber dann hab', ich gemerkt, dass schreiben mir Spaß macht.

00:44:32: habe ich schon gemerkt und dann dachte ich, das Journalistische könnte was für mich sein.

00:44:38: Und dann hab' ich ja mehr Praktika gemacht und das hat sich dann so einmalig ergeben.

00:44:42: aber ich war jetzt nicht fixiert auf... Was für eine Art von Journalismus.

00:44:46: Ich war eher so print, das war mehr so meins.

00:44:49: und dann bin ich aber rein zufälliger zum Fernsehen und Radio gekommen weil ich habe mich überall beworben und die haben sich dann halt genommen.

00:44:56: Ich wäre beinahe beim Flensburger Tageblatt gelandet.

00:44:58: Die hatten ja schon da hatte ich schon einen Volontariatsvertrag am Tisch liegen Und hab gedacht bevor ich gar nichts kriege mache ich das ist egal habe.

00:45:04: ich wollte unbedingt den Volontariat machen und Dann habe ich aber vom Riaßes Angebot gekriegt.

00:45:08: dann würde ich nach Berlin gegangen und es hat sich dann alles so ergeben irgendwie.

00:45:11: Aber da wusste ich schon dass Realismus war mir klar, aber welche Art?

00:45:16: Nicht so.

00:45:17: Und hattest du irgendwelche Vorbilder in dieser Zeit?

00:45:19: Also gab es Menschen, denen du so ... Du dachtest auch das?

00:45:23: Glaubt eher nicht!

00:45:24: Ich hatte eigentlich nie richtig Vorbilden, wird man dir so oft gefragt.

00:45:27: Aber außer meinen Eltern oder meiner Mutter mehr hatte ich überhaupt gar keine Vorbildern.

00:45:35: Wir hatten ja auch kein Fernseher.

00:45:36: Ich bin ja ohne Fernsehe aufgewachsen.

00:45:38: Als ich schon jung erwachsen war, hab' ich auch nie fern gesehen.

00:45:43: Also sehr selten!

00:45:44: Weil das einfach nicht zu meinem Leben gehörte.

00:45:46: Deswegen hatte ich da schon mal überhaupt keine Vorbilder... Ich wollte ja auch keins zum Fernsehen, es hat sich ergeben und Radia Ellen Banks fand ich toll.

00:45:52: Aber der weiß kein... Kennst du Ellen Banks?

00:45:54: Also das haben wir immer gehört.

00:45:55: Das gehört ja sozusagen an einer Jugend, die ist Night Flight.

00:45:59: Den fand ich toll aber jetzt nicht so in dem Sinne dass ich so werden wollte wie er.

00:46:04: Und ähm...

00:46:05: Hattest du irgendwie ein Bild von diesem Beruf?

00:46:07: also wer hat dir dieses Bild gegeben?

00:46:09: ... vom Journalisten, von der Journalistin.

00:46:11: Ich hab einfach gern gelesen!

00:46:12: Also ich habe gerne Zeitung gelesen und fand das toll, wenn Leute gut formulieren können... Ich hab immer sehr gern gelesen, auch lese heute noch sehr gern.

00:46:17: Sehr viel Bücher gelesen.

00:46:19: Und fand es immer toll, dass man formulieren kann.

00:46:21: Dann hab ich auch immer gern mit Leuten geredet.

00:46:23: oder dachte ich so, ja, Leute kennenlernen und wohin gehen neue Welten?

00:46:28: Ob das jetzt ein Kleingarten, Kaninchenzüchter voreinen ist oder ob das eine Theateraufführung ist, fand ich immer interessant weil man so viele verschiedene Welten kennenlern kann die man sonst nie kennenleren würde als Journalist Das hat mir gefallen.

00:46:41: Und dann eben noch darüber schreiben, diese Kombination fand ich interessant und das hat sich immer weiterentwickelt.

00:46:49: Was war der erste richtig gute Moment für dich als Journalistin?

00:46:54: Ich glaube, als ich bei Marias angefangen habe und da zum ersten Mal einen richtigen Radiobericht gemacht habe – also so, es ging hier los mit Radio!

00:47:02: Als ich da richtig mit Mikro raus und hab dann die O-Töne geschnitten und dann hab mein Text darauf gesprochen Das war super, super schönes Erfolgserlebnis.

00:47:14: Ich dachte, das kann ich ja wirklich!

00:47:16: Ich hatte dieses Imposter-Syndrom, wenn man denkt, man kann eigentlich nix.

00:47:21: Das hatte ich übrigens ganz lange.

00:47:24: Ich kann eigentlich das gar nicht, ich kann gar nicht so gut schreiben.

00:47:27: Das ist nur weil ich hübsch bin und weil ich irgendwie lustig bin.

00:47:32: diese ... wenn ja mal irgendwelche alte Männer die darüber zu entscheiden hatten, das machen sie sagen die mir nur.

00:47:36: Die sagen mir nur, ich kanne das und wirklich kann ich gar nichts.

00:47:39: Da hab' ich ganz lange gedacht!

00:47:41: Und dann habe ich irgendwann gemerkt, ich kenne das wirklich ganz gut.

00:47:45: Die reden dich nur so daher.

00:47:47: Das fühlte mich ganz gut!

00:47:48: Habe ich dann so ermählich erst gemerkt?

00:47:50: Aber das hast du auch wieder wie erst schon ... das hast Du selbst erkannt.

00:47:53: nicht darum, dass du irgendwann gesagt hast, ich glaube jetzt Peter.

00:47:56: Sondern ... Ich weiß, ich kann das gut.

00:47:59: Ja

00:47:59: selber muss dich natürlich selber verinnerlichen!

00:48:01: Es wird ja nix wenn mir dann die anderen immer sagen, du bist gut.

00:48:06: Die können da mehr viel erzählen.

00:48:08: Man muss es ja selber von sich glauben, was man kann.

00:48:11: und das war so die Zeit, weil du eben danach gefälligst.

00:48:13: Da ging's dann los, dass ich gemerkt habe, was ich richtig gut kann.

00:48:19: Konnten deine Eltern damit etwas anfangen?

00:48:22: Wie viele grad meine Mutter, die ist ja neunzig gestorben.

00:48:25: Da fing

00:48:25: das gerade bei dir

00:48:27: an?

00:48:27: Also dass ich beim Fernsehen war, hat meine Mutter gar nicht mehr mitgekriegt als beim Fernseh gelandet bin.

00:48:31: und mein Vater konnte natürlich ... also mit dem Schreiben, das fand die gute Journalismus allgemein aber mit dem Fernsehen meines Vaters.

00:48:38: Ich meine in dieser Gemeinde war Fernsehen ja verpönt!

00:48:41: Das fand mein Vater gar nicht gut.

00:48:42: Und meine Schwestern, die sagen heute ... Meine ältere vielleicht nicht so, aber meine jüngere Schwester hat mir immer wirklich oft das Gefühl vermittelt, aus dir hätte ja auch was werden können bei deinen Fähigkeiten.

00:48:54: Aber bis dann nur im Fernsehen gelandet!

00:48:57: Also, mein Vater wirklich nicht.

00:48:58: Da hatte der gar nicht ... Da hab ich keine Anerkennung für diesen Fernsehjob.

00:49:02: Weil er nie Fernsehen hat?

00:49:04: Der kannte das gar nicht!

00:49:05: Er kannte niemanden von den Leuten, die in meinen Sendungen saßen.

00:49:09: Der konnte da nichts mit anfangen.

00:49:11: Ich glaube, er hat schon verstanden, dass ich sehr gut damit verdient habe und dass mir das auch Spaß machte, dass es ein guter Job ist.

00:49:17: Aber für ihn persönlich ... Mein Tante, seine Schwester, die war etwas älter, die hat wirklich ... ... ewig beim NDR und da hat sie zwei Kinder, die ganze Familie endert.

00:49:27: Da wirklich sehr gut verdient!

00:49:29: Da hatte ich noch mich angerufen und gesagt Kind... Kommt ihr über die Runden?

00:49:33: Brauchst du Hilfe oder kommt ihr über den Runden mit dem was du dann machst?

00:49:36: Die hatten da überhaupt gar keinen Sinn für.

00:49:39: Und was hat das bei dir ausgelöst?

00:49:41: also man ist ja schon gerade Menschen.

00:49:45: Also das ist jetzt sehr kümmpsiologisch, aber Menschen die was besonderes sein wollen, die gesehen werden wollen.

00:49:50: Die ins dann auch noch... also ich glaube ja nicht an zufälligem Fernsehen landet.

00:49:54: Das

00:49:54: war wirklich zufältig, wirst du?

00:49:56: Ja, ich glaube es ist... Ich glaube man fragt niemanden willst du uns fernsehen?

00:50:03: wenn da nicht... Wenn wir nicht...wenn das gegenüber oder die gegenüber nicht das Gefühl haben.

00:50:06: Guck mal!

00:50:07: Man strahlt das ja auch

00:50:09: aus.

00:50:10: Man streitet irgendwie auch, sondern man sendet ja ob man das bewusst ist oder nicht.

00:50:14: Wir?

00:50:15: Warum haben die mich gefragt?

00:50:16: Genau

00:50:16: also das ist glaube ich schon auch weil sie... Also irgendeiner hat den niemanden Brief geschrieben.

00:50:24: Oder was ist es.. Also ja.

00:50:26: Die haben mich erst gefragt ob ich Radio machen will und dann ging er dann sehr gut.

00:50:30: Und dann haben sie gedacht du könntest auch mal mit dem Fernsehen ausprobieren.

00:50:33: Glaube ich so muss es gewesen sein.

00:50:38: Hat dich das trauig gemacht, dass deine Mutter das nicht mehr erleben konnte und dein Vater das nicht gewürdigt hat?

00:50:43: Ja.

00:50:44: Also, dass meine Mutter es nicht mehr erlebt hat, hat mich schon ... Das fand ich schon sehr trau.

00:50:48: Ich glaub die hätte das toll gefunden, meine Mutter.

00:50:49: Die hätte das sehr genossen.

00:50:53: Mein Vater ... Oh keine Ahnung ja!

00:50:56: Fand ich manchmal ein bisschen schade, dass er das so gar nicht würdigen konnte.

00:51:00: aber... Aber auch bist du letztlich?

00:51:05: Nee Also, nee.

00:51:07: Nicht wirklich.

00:51:07: Wir haben darüber auch wenig ... Ich hab da mal was erzählt, aber er war der Ment.

00:51:11: Ende Konter hat das nicht mehr so realisiert.

00:51:13: Aber der war dann immer ein bisschen ironisch.

00:51:16: Ja ja, toll!

00:51:18: Es ist richtig geistreich, was ihr da redet.

00:51:20: So in diese Richtung war es sehr.

00:51:24: Nee, da hab ich nicht so viel Erneckernung gekriegt.

00:51:26: Aber fand ich jetzt auch ... Ich fand's schade manchmal, weil ich dachte, Er war sein Leben lang angestellter Architekt, aber er wäre gerne mehr gewesen.

00:51:37: Mein Vater hätte gerne die dolzen Häuser gebaut und sonst ein Star-Architekt gewesen, weil er sehr viel von seiner Architekten gehalten hat.

00:51:45: Aber so ist es halt nicht geworden!

00:51:49: Ich glaub ich hab hundertmal mehr Geld verdient als mein Vater.

00:51:54: Aber das ... weiß ich nicht.

00:51:57: Hat er nicht so gesehen?

00:51:58: Da war ja nicht selbst gritscht genug zu.

00:52:03: Aber ich find's interessant.

00:52:04: Du meintest eben, weil ich früher was Besonderes sein wollte?

00:52:08: Meinst du, deswegen bin ich im Fernsehen gelandet?

00:52:12: Herr Doktor!

00:52:15: Kann ich ein Termin

00:52:16: mithaben?!

00:52:18: Nee ... weiß ich nicht.

00:52:21: Weiß ich nicht... Ich glaub so einfach sind die Dinge nicht zu erklären.

00:52:25: Nee,

00:52:26: also ich glaube schon das ist den ... den Drang oder also ich glaube man muss das gar nicht immer selber alles formulieren für sich.

00:52:38: Also was man so mal werden will, oder was man ist?

00:52:43: Ja, ich glaube dass es einen schon auch viel ins urbanen schieben kann und wenn man So dieses suchende und dann also dieses ich möchte etwas besonderes sein ja gesehen werden vielleicht durch große familie und so weiter also größere als jetzt bei mir zum Beispiel Das ist Und dass man dann also das ein ist her dann noch dass irgendwann entdeckt werden darin, aber das andere auch ja sich dann auch so so entfalten wie du es gemacht hast.

00:53:10: Also man merkt ja an wenn man dich sieht, dass du das einfach total magst.

00:53:14: Ja und das ist irgendwie etwas und das is ja etwas besonderes.

00:53:18: also ich finde auch dass... Es gibt gar nicht so viele Menschen die solange vom dem man solang im Fernsehen sehen kann wo man sieht Da ist jetzt irgendwie die Kämpfen nicht gegen einen eigenen Verfall an oder Angst vor der eigene Bedeutungslosigkeit.

00:53:33: Sondern das ist also dieses authentische, was du auch erst schon gesagt hast so sein wie ich bin... Das ist ja das, was man dann immer wieder sieht wenn man dich sieht und ich glaube es ist offensichtlich etwas sehr besonderes.

00:53:46: Es gibt nicht so viele, die das so machen.

00:53:48: Aber wie lange gibt's jemanden, der so lang im Fernsehen ist?

00:53:51: Also wenige!

00:53:52: Ich wüsste gar nicht wer.

00:53:54: Die meisten haben schon aufgehört.

00:53:55: Aber deswegen finde ich das mit der Authentizität, was ja immer so hochgehalten wird, mal authentisch sein, authentisch zu sein, ne?

00:54:03: Das wird hier als gepriesen und dann denke ich mir, der ist doch gar nicht schwer.

00:54:06: Wenn man authentisch sei, braucht man einfach nur, man selbst zu sein!

00:54:09: Das ist ja gar nichts, was man lernen muss oder so.

00:54:11: Du musst einfach nur sagen wie du bist, das ist ja authentisch.

00:54:14: Es ist auch viel anstrengender eine Rolle zu spielen, als authentisch to sein, finde ich.

00:54:18: Und immer drüber nachzudenken, wie wirke ich ... Ja, also wie was sagen die anderen?

00:54:23: gehöre ich dazu?

00:54:24: Oder zu der Bubble oder zu der?

00:54:26: und was sagen sie über mich.

00:54:27: Und mache ich wieder etwas Falsches?

00:54:29: gesagt mir mit denen verdammt hab' ich noch nie gemacht.

00:54:31: das bin ich viel zu bequem zu.

00:54:33: Das mach ich nicht.

00:54:34: Ach du machst es aus Bequem nicht kennt ihr denn super gut.

00:54:36: Ist ja super!

00:54:37: Auch!

00:54:38: Ja warum soll ich sonst machen?

00:54:39: Ich bin zu faul für die Anpassung.

00:54:40: Ich mach das doch nicht aus Berecht.

00:54:42: Also ich mach da ihre Berechnungen.

00:54:43: Ich glaube es gibt ja schon

00:54:44: eine Angst davor.

00:54:46: Man will irgendwie was auch immer man dann will... eine Art von Anerkennung.

00:54:52: Und dann denken ... Man denkt, wenn man so ist, kriegt man diese Anerkennung?

00:54:57: Ja, das denkt

00:54:58: viele.

00:54:58: Genau und natürlich ist es am allerbesten einfach zu sein wie man selber ist oder zu versuchen.

00:55:05: Aber ich kenne das auch schon, dass man sich erst mal versucht ein bisschen, wir sind hier die Geflogenheiten und da muss man das so machen und so weiter.

00:55:12: ja also gerade in diesem Show-Geschäft ist dieses Anpassungen oder gefallen wollen?

00:55:19: Das ist schon.

00:55:20: Ja, aber das ist ja falsch.

00:55:22: Gefallen wollen gefällt's dem einen, gefällt es dem anderen nicht.

00:55:24: Also gefällt sie nie allen.

00:55:26: also deswegen sich darüber Gedanken zu machen wie müsste ich sein damit ich mir wirklich vielen gefallen hat dieses ganze ganze Wahnsinn mit den Influencern was ich je mehr Follower Ich habe dass du besser bin ich oder wie ich reg mich schon total darüber auf dass selbst in Bei seriösen Medien, schon Leute daraufhin ausgesucht werden eingeladen werden.

00:55:47: Wie viel Follower sie haben?

00:55:48: Wie viele Clicks das wohl kriegen kann und so... Das ist doch ein Wahnsinn!

00:55:53: Es geht überhaupt nicht mehr um Inhaltes, es geht nur noch darum wer kriegt wohl am meisten Clicks, wer hat am meisten Followers, wo soll das hinführen?

00:56:01: Also ich finde das unmöglich, finde ich das.

00:56:03: Du siehst ja auch in der Filmbranche wie viele Leute sozusagen besetzt werden, weil da geguckt wird, ach guck mal, ach so er hat ja fünfhundert Tausend Du bringst dir was für den Film.

00:56:12: Ja,

00:56:12: aber der muss ja kein Deut besser sein!

00:56:15: Warum Leute Follower haben?

00:56:16: Das ist doch sowieso total undurchschaubar.

00:56:18: Was hat dir geholfen dieses Authentische so anzunehmen?

00:56:21: Also gab es irgendwann einen Moment... also das ist ja auch etwas, was gefüllt werden muss damit man irgendwie sagt okay nee ich bin einfach, dass ist gut so.

00:56:36: Nö, ein Auslöser gab's dafür nicht.

00:56:40: Nö, ich glaub das selbstbewusstsein kommt ja mit der Zeit dann auch.

00:56:43: Ich war natürlich nicht am Anfang so... als ich angefangen hab da war ich ja auch aufgeregt und das vergisst man natürlich im Nachhinein.

00:56:50: Ich habe aber selbst vergessen, da hab' ich in meinen Tagebüchern auch gesehen wie unsicher ich war und so.

00:56:55: Ja mein Kind hat immer erzählt, ich war immer sowieso.

00:56:57: Stimmt natürlich gar nicht!

00:57:00: Das hat sich, glaub ich so im Laufe der Jahre ergeben.

00:57:02: Ich merke jetzt, je älter ich werde ist du, egaler ist es mir auch.

00:57:06: Egaler ist mehr was andere Leute von mir denken.

00:57:09: Es schnott!

00:57:11: Und das ist glaube ich aber auch erst im Laufer der Jahre gekommen.

00:57:14: Als ich angefangen hab beim Fernsehen war mit ... War das nicht so?

00:57:18: Da habe ich schon darüber nachgedacht.

00:57:20: Wie mache ich das richtig?

00:57:21: Aber authentisch fahre ich immer schon.

00:57:24: Wenn ich mir so alte Sachen angucke, Ähnlich gemacht wie heute.

00:57:30: So habe ich einfach gefragt, Sachen gefragt und Moderationen geschrieben und so sehr viel geändert hat sich das nicht.

00:57:36: Also hauptsächlich mit Leuten reden.

00:57:38: Das ist

00:57:38: der allerschönste.

00:57:40: Was interessiert dich an den Menschen?

00:57:42: Ja, alles.

00:57:43: Ich entdecke immer gerne ... ich lern gern Leute kennen.

00:57:45: Ich mach mir Gedanken darüber wie sind die wohl?

00:57:47: und ja so stellt dann Fragen, dass ich Sachen raus finde über Leute.

00:57:52: Wir können sofort den Spieß rumdrehen würde ich dir ganz viele Fragen stellen.

00:57:54: also um mal herauszufinden warum du das machst was du machst und wo du herkommst und was Menschen geprägt hat und was da entsteht.

00:58:04: ja eine ganze Welt mit.

00:58:05: jeder Mensch hat ja ne Welt um sich herum hatten ein Werdegang hatte Geschichte und das finde ich faszinierend, spannend.

00:58:16: Egal ob das jemand ist, den nicht so auf einer Party kennenlernen oder beim Bäcker oder mit wem du ins Gespräch kommst können genauso interessante Leute sein.

00:58:26: Oder auch einen Campingplatz oder wo auch immer wie Promis.

00:58:29: Das ist eigentlich ganz egal.

00:58:31: Gibt es Menschen ... Typ Mensch, mit dem du gar nichts anfangen kannst?

00:58:36: Da hab ich im Sinne von dir finde ich blöd oder unsympathisch.

00:58:43: Da hab ich vielleicht schon zu viel davon kennengelernt.

00:58:46: Ja, eben wie wenn Leute so sehr verkrampft an ihrer Rolle kleben... Wenn ich merke die spielen eine Rolle, die öffnen sich nicht, sie wollen so und so rüber kommen.

00:58:54: das ist darauf antworte ich nicht und darauf antworte ich nicht Und diese Frage werde ich auf gar keinen Fall gestellt kriegen.

00:59:00: Ich verstehe zum Beispiel gar nicht warum Menschen... Also es gibt ja einige Prominente, die gar nicht über ihr Privatleben reden.

00:59:07: Die sagen, Privatleben ist tabu und da frage ich mich was ist bitte schon Privat-Lebens?

00:59:11: Also am Menschen gehört doch das Privat Leben!

00:59:15: Was macht doch ein Mensch

00:59:16: aus?!

00:59:16: Also was habe ich für eine Frau, was hab' ich für Kinder, wo fahre ich gerne Urlaub hin?

00:59:21: wie bin ich, wie ticke ich als Mensch, ne?

00:59:25: Wo is denn da die Grenze?

00:59:26: Was ist denn private, was es nicht privat fragte ich mich immer.

00:59:29: also Ich will ja auf gar keinen Fall irgendwelche Geheimnisse den Leuten entlocken aber Warum jemand nicht ... Also, es ist ja legitim.

00:59:36: Muss jeder selber wissen.

00:59:37: Aber warum jemand dann nicht sagt ich hab eine Familie oder ich lebe so und so?

00:59:44: Was ist denn daran schlimm?

00:59:46: Warum machen die das nicht?

00:59:47: Warum erzählen sie das

00:59:47: nicht?!

00:59:48: Das versteh' ich manchmal nicht!

00:59:49: Die haben Angst, dass sie verfolgt werden oder in Boulevard-Medien landen.

00:59:55: Aber du machst dich doch viel spannender, wenn du nix erzählst!

01:00:00: Dadurch lockst du dann eher die Leute an und sagen, das will ich aber jetzt mal wissen, warum redet der da nicht drüber?

01:00:05: Und die versuchen doch jemand abzulichten wie er privat mit jemandem um die Ecke biegt.

01:00:11: Vielleicht bin ich auch nicht prominent genug, um das verstehen zu können.

01:00:15: Ich kann es schon so ein bisschen aus dieser Boulevardsicht ... verstehen.

01:00:18: und wenn so Kinder involviert sind, dass man da so überlegt was macht man?

01:00:21: Was macht man nicht.

01:00:22: Also ich glaube es gibt natürlich auch diese riesigen...

01:00:25: Nein du sollst natürlich nicht deine Kinder zeigen!

01:00:26: Ich habe meine Kinder nie irgendwo hin mitgenommen aber du kannst doch sagen ich hab zwei Kinder.

01:00:29: Ja

01:00:30: ja das kann ich auch verstehen.

01:00:32: Ich kenne das zu sagen weil ein berühmter deutscher Schauspieler irgendwann bei uns eingezogen ist ins Haus Und dann waren einfach wirklich tagelang Paparazzi im ganzen Kiez unterwegs.

01:00:45: Das war natürlich wichtig, okay das ist ja schrecklich!

01:00:48: Also das ist fürchterlich wenn du immer jeden Morgen rausgehst und da ist schon jemand und sagt Guten Morgen...

01:00:58: Ja, das ist natürlich furchtbar.

01:00:59: Aber du kannst es ja auch nur verhindern indem du die alle verklagst und in dem du... Da gibt's ja irgendwie so eine Regelung, du darfst nie anfangen.

01:01:04: wenn da einmal drüber sprichst dann hast du das Tor geöffnet und dann dürfen die auch klar das kenne ich alles.

01:01:10: aber ich finde du machst es dir ja auch eigentlich.. Wenn du brauchst ja nicht sagen kommt in meine Wohnung fotografiert meine Kinder.

01:01:15: Du kannst auch sagen ich habe irgendeine Frau Ich bin verharmed und hab gesagt also vielleicht ist es auch für mich keine Ahnung keine Ah... Aber ich wollte nur sagen Mich interessieren natürlich am meisten Menschen wo ich nicht hier ein Tabu und da ein Tabuu und da einen Tabu habe Das, was ich eben nicht mag.

01:01:30: Wenn ich merke, die sind gar nicht echt.

01:01:32: Also wenn ich eine Frage stelle und da kommt keine ... Kommt irgendeine Phrase?

01:01:36: Was der Mensch schon hundertmal gesagt hat, das merk ich ja ganz schnell.

01:01:40: Also Stereotype antworten.

01:01:41: Das langweilt mich einfach.

01:01:43: Was suchst

01:01:43: du in den Gesprächen?

01:01:45: Ich suche ein echtes Gespräch natürlich!

01:01:47: Ich möchte eine Frage unter Antwort haben und ich möchte, dass derjenige darüber nachdenkt, was hab' ich gerade gefragt... Was ist die ehrliche Antwort darauf?

01:01:56: Und nicht, dass der Ball aus irgendwelchen Gründen gezwungen wurde in eine Fernsehsendung zu gehen.

01:02:01: Da was runterspult, das finde ich irgendwie.

01:02:04: Ich find auch Leute langweilig, die arrogant sind und sich zu toll finden selbst um mal ein bisschen zum Beispiel... Das ist jetzt zwar gemein, weil Campino finde ich toll!

01:02:15: Aber Campino zum Beispiel habe ich gesagt, hättest du etwas dagegen?

01:02:18: Wir haben immer so einen kleinen Live-Teaser vor der Sendung Wir machen immer nur was ganz Kleines, dass die Leute in der GFN haben.

01:02:26: Hättest du ... Können wir vielleicht alsgekühlter Bomberlunder singen?

01:02:31: Nur so ansingen!

01:02:34: Gar keinen Fall also... Und das finde ich blöd.

01:02:36: Der singt doch bei seinen Konzerten auch als gekühlter.

01:02:39: Was vergibt er sich ein Superstar damit?

01:02:42: Solche Sachen.

01:02:43: Wenn Leute einfach sich in ihrer Rolle so nee, was dann?

01:02:46: nee, das mache ich nicht und so.

01:02:48: Das finde ich ein Ding, was hast du für ein Problem?

01:02:51: Ich hab ne ganz tolle Geschichte von Helge Schneider gehört.

01:02:54: Ja, Helge find ich ja super, den

01:02:56: mag ich!

01:02:56: Und ein bekannter war mit dem unterwegs und dann wurde er angesprochen von einer Person auf der Straße und dann kennste immer Katzeklo singen... ...und hat Helge-Schneider das komplette Lied gesehen.

01:03:07: Das finde ich

01:03:08: super!

01:03:08: Das war nicht so total... Was findet man?

01:03:11: Ja natürlich, das macht man dann auch richtig durch.

01:03:14: Also deswegen, ich find... wenn Leute, die sehr toll sind und beruhigen was können.

01:03:21: Wenn die dann auch noch so sind dass sie sagen ja ich lief auch abwärts.

01:03:27: Ich erwarte das mit Leuten irgendwo hingehen um Gespräche und dass die auch abliefern, dass die einfach dann machen wofür sie da sind und nicht sich zu gut oder zu cool für irgendwas sind.

01:03:40: Das finde ich blöd und davon gibt es natürlich einige.

01:03:42: Aber ich schaffe es sehr oft, dass sie das vergessen.

01:03:45: Dass die cool sind und im Laufe des Sprechens.

01:03:48: Ich schaffe's, dass die vergessen.

01:03:49: Das finde ich gut!

01:03:50: Ja, hab' ich auch den Ehrgeiz dann...

01:03:55: Man muss ja, wenn man so viele Menschen trifft, immer offen sein.

01:03:59: Man muss neugierig sein oder selber offen bleiben um das alles aufzunehmen.

01:04:03: wie schützt du dich?

01:04:05: Dass du trotzdem noch bei dir bleibst ob das der Ärger ist, was es auch immer ist.

01:04:11: Die Freude oder die Eigenschaften, dass du das nicht annimmst und bei dir bleibst.

01:04:19: Darf ich überhaupt keine Strategie?

01:04:22: Habe ich gar keine Strategien?

01:04:24: Ich glaube jetzt, ich bin empathisch aber ich bin nicht zu empathisch.

01:04:28: Ich weiß nicht wie's dir geht, wenn man ein Gespräch geführt hat ... Es ist ein bisschen krank, manchmal die Situation.

01:04:35: Du unterhältst dich mit wildfremden Menschen wie du noch nie vorher gesehen hast in einer Studiosituation wo auch noch Leute zuhören und zugucken.

01:04:44: Da stellst du nach fünf Minuten eine Frage, die du anderen noch nach zwei Jahren nicht stellen würdest weil du da einfach Hemmungen hättest oder Berührungsängste.

01:04:53: Oder denkst das gehe ich dem vielleicht zu nahe jetzt?

01:04:55: Und die stellst tu Wildfremde-Mensch.

01:04:57: Ohne Probleme!

01:04:58: Ja genau das ist ja schon ein bisschen komisch.

01:05:00: Das

01:05:00: ist auf jeden Fall richtig ruhig.

01:05:02: Aber das macht ja nun mal den Job aus, ne?

01:05:05: Und man hat da auch ... Komischerweise hat man dann nicht diese Hemmschwelle.

01:05:09: Die hat man einfach nicht!

01:05:10: Da fragst du einfach, wie nah ist dir der Toten?

01:05:13: Es war das gegangen,

01:05:14: ne?!

01:05:15: Ja... Und fragst Du einfach und denkst nicht, das kann ich jetzt nicht fragen.

01:05:20: Aber ich glaube, dass man da auch nicht zu empathisch sein darf, weil dann zieht man sich das alles an und wählst Du Dich nach dem Bett und denk's noch drüber nach was hat der Ventures Schicksal?

01:05:30: und das passiert mir nie.

01:05:32: Nie!

01:05:33: Ich bin Sendung vorbei, Gespräch vorbei.

01:05:36: Dann denke ich sicher noch mal ein bisschen drüber nach wenn das was nettes war oder was Interessantes war und es ist ja mein Mann davon oder auch meinen Kindern aber im Prinzip ist es dann für mich auch vorbei.

01:05:46: Da habe ich das gemacht, da war gut interessant und dann hat sich das damit erledigt.

01:05:52: Also das beschäftigt mich nicht mehr groß sind.

01:05:54: Und gibt es Sachen, die du wirklich mitgenommen hast?

01:05:56: Also ob das eine Begegnung ist oder ob das Sätze sind... Ja.

01:05:59: ...oder wenn man so viele Menschen trifft dann lernt man ja auch den Menschen als Menschen also nicht nur einer einzelne Person sondern man also zumindest geht's mir so.

01:06:09: Ich hab zumindest das Gefühl wie nach Vierhundert Gästen man hat so ein Gefühl dafür oder Wie is'n der Mensch

01:06:15: so?

01:06:15: Ja, du bist ja immer schlauer.

01:06:17: Du gehst ja immer aus einem Gespräch raus.

01:06:20: Ganz losgelöst davon ... Aber das machst du auch viel mehr als früher, glaub ich.

01:06:24: Dass die Leute einen Kompetenz- ... Wie nennen die Kompetenzzgäste?

01:06:27: Also Leute, die einfach wahnsinnig viel Wissen auf einem Gebiet und da ... Das macht ein Erweiterter dermaßen den Horizont!

01:06:35: Und wenn du nur eine halbe Stunde mit so jemandem redest, mit irgendeinem Wissenschaftler oder Ärzten oder keine Ahnung was... Das ist natürlich toll, das Tolle an dem Beruf.

01:06:45: Mitte hast du immer, irgendwas bleibt immer hängen davon.

01:06:48: Aber das rein menschliche auch!

01:06:50: Du lernst ja den Menschen in seiner ganzen Bankbreite, lernest du ihr kennen?

01:06:54: Du hast ja die unterschiedlichsten Typen da und erfährst ja jedes Mal auch ein bisschen was über dich finde ich also über den anderen indem du redest ist ja etwas zurückgespiegelt.

01:07:04: Also doch das ist schon deswegen liebe ich an dem Beruf auch so... Ich sehe es ja eigentlich gar nicht so richtig als Beruf

01:07:10: sondern

01:07:13: Es macht mir einfach Spaß.

01:07:14: Das war meine Lieblingsbeschäftigung, wirklich!

01:07:17: Ich unterhalte mich wahnsinnig gern mit Menschen und der Guru schreibt noch ein paar Moderationen und ich bereite mich halt vor aber das ist ja nix... Also andere Berufe sind viel mehr Arbeit.

01:07:27: Und gibt es aber etwas was du wenn du so einen Strich drunter ziehen müsstest über deine tausenden Gäste?

01:07:34: Und du sagst okay das ist das was das merkt das ist immer wieder das taucht immer wieder auf also nicht bei jedem oder jeder Das ist ein Common Theme.

01:07:47: Ja, natürlich die Kindheit.

01:07:48: Deswegen fragst du ja auch mal so viel nach der Kindheit?

01:07:50: Die Prägung ist ganz wichtig, warum Menschen so sind wie sie sind.

01:07:54: Sind sie fröhlich und eher traurig?

01:07:57: Suchen Sie immer nach dem Glück?

01:08:00: Haben Sie selbst Wusstsein oder nicht?

01:08:01: Das hat alles mit der Kinder zu tun.

01:08:05: Mit dem was einem vorgelebt wurde... Und ansonsten, was alle Menschen gemeinsam haben wenn man auf sie eingeht.

01:08:12: Wenn man ihnen das Gefühl gibt du bist spannend und ich interessiere mich für dich egal was du machst.

01:08:19: aber was mich interessiert ist was du zu erzählen hast.

01:08:22: dann öffnen die sich und da sind eigentlich... Was brauche ich dir denn zu erzählern?

01:08:28: Die öffnenden Menschen wenn sie Zuwendung und Interesse spüren dann öffen die sich Fast immer auch die, die sagen, ich esse ja gar nichts.

01:08:37: Und die als Arogan gelten und als eingebildet oder als Arschlöcher werden auf einmal ganz nett.

01:08:43: Wenn sie merken ... Ich denk da jetzt nicht darüber nach.

01:08:45: Es ist mir egal was die anderen über dich sagen.

01:08:50: Das find ich einfach toll.

01:08:51: auszusehen wie Menschen dann sich auf einmal verändern.

01:08:55: Die haben einfach so bisschen verschlossen sind und so ein bisschen skeptisch anfangen zu lächeln und zu erzählen, und gesprächig werden.

01:09:05: Finde ich toll!

01:09:06: Und du hast natürlich noch viel mehr Zeit?

01:09:08: Weil die ist ja noch viel schöner.

01:09:09: Du hast niemanden im Nacken, der sagt zum Ende kommen.

01:09:12: Das

01:09:13: hasse ich an meinem Beruf.

01:09:14: Ich mache diese Sendung mit dem roten Sofa als Live-Sendung und die Talkshow ist im Grunde auch wie live.

01:09:21: Dass du dann in einem Moment wo jemand wirklich etwas erzählt, wo du denkst wow das zieht dir in die Schuhe aus was der da gerade sagt... Zum Ende kommen.

01:09:29: Hört ihr gar nicht zu oder was?

01:09:33: Das verstehe ich auch nicht, das ist mir ein totales Rätsel wenn ich das so sehe weil es eigentlich soll unter Kontrolle bleiben.

01:09:45: alles Ja, das ist

01:09:47: halt der Job, die ist in so einer Live-Sendung.

01:09:48: Die muss pünktlich zu Ende sein und die Zeiten müssen eingehalten werden.

01:09:51: Die Filme müssen versendet werden aber trotzdem ist es ja ein Gespräch Und ich werde nicht mitten im Sass wenn jemand über den Tod seiner Mutter spricht sagen und nun zum nächsten Beitrag.

01:09:59: Also...

01:09:59: ...und nun Kinderriegel.

01:10:01: Aber ich wollte sagen diesen Zwang hast du hier nicht

01:10:03: Nee

01:10:04: Du kannst ja reden,

01:10:05: solange du willst.

01:10:06: Ja das ist ... Das ist das Schöne daran!

01:10:09: Das ist wirklich toll.

01:10:10: und wann hast du damit angefangen eigentlich?

01:10:12: Also dann hast du das gemerkt dass du das gerne machst.

01:10:15: Ich habe das schon ganz früh weil ich hab früher in der Schülerzeitung gemacht.

01:10:21: In meiner Schule habe ich die Schülerzeitungen für das Gymnasium gemacht weil ich war noch auf einer Realschule Und da fingen das schon an so mit Interviews mit Bands Und dann spielte, habe ich einen... ...nandem man damals Fans hin gemacht.

01:10:32: So eine Art selbstgemachtes Magazin und dann hab' ich meine Helden so Tokotronic und sowas interviewt.

01:10:39: Da habe ich schon gemerkt, dass mir das total Spaß macht, irgendwie so Interviews zu führen.

01:10:44: Aber was mich immer blöd fand ist dieses Abtippen, das nochmal hören.

01:10:51: Das hat mir nie gefallen.

01:10:56: Und dann habe ich irgendwann Podcasts entdeckt, amerikanische Podcast.

01:11:00: Und so fing das an eigentlich nicht.

01:11:02: Das ist ja... Also gar nicht im Sinne, man muss da nichts abtippen sondern einfach diese Echtheit und das Ungeschnitten im Grunde des Rohres, dass man manchmal hört jetzt Hakels und jetzt Hakes nicht mehr.

01:11:16: und jetzt das Thema.

01:11:18: Ich höre immer noch wahnsinnig gerne und eigentlich fast nur Interview-Podcast.

01:11:21: Also gar nichts anderes, eigentlich, wenn ich das so immer noch so toll finde einfach zwei Leuten beim Sabbeln zuzuhören.

01:11:28: Aber ich finde Sabbelnen als nur Sabbelnd?

01:11:30: Es muss schon irgendwas inhaltlich rüberkommen.

01:11:32: Ja, ich höre gar keine Laberpodcast durch gar nicht.

01:11:36: Die

01:11:36: höre ich nämlich auch nicht gerne, die interessiere mich irgendwie nicht.

01:11:38: Nee es ist immer eigentlich irgendeine Art von Interviewsituationen sehr spezifisch auf den Gast oder wie eine Kompetenz.

01:11:46: Kompetenzgäste?

01:11:47: Kompetensgäse, welcher mit dem ficht total super!

01:11:50: Aber ich wollte sagen die Interesse da an anderen Menschen um mit anderen Menschen zu reden das kommt ja auch irgendwo her.

01:11:55: und bei uns glaube ich zum Beispiel also ich meine Schwestern, meine Schwester haben es auch beide kommen von unserer Mutter.

01:11:59: Also wir haben das auch da... Das haben wir vorgelegt bekommen.

01:12:02: diese hat sich immer mit jedem ob dass der Busfahrer war oder die Stromverkäuferin oder die Bäckerfrau Mit jedem hat die Gespräche angefangen.

01:12:11: Das guckst du ja auch ab und denkst, ah!

01:12:14: Die Bäcker ist heute sehr interessant was sie da gerade erzählt so.

01:12:17: Und wenn du das nicht kennst, dann musst du ja irgendwo dir auch abgeguckt haben.

01:12:20: oder wie erklärst du dir das?

01:12:22: Wurde bei euch auch viel geredet zu Hause?

01:12:23: Nee zuhause gar nicht soviel.

01:12:24: aber draußen also diese Gartenzaun-Situationen oder meine Großeltern hatten eine Bäckerei und da war natürlich immer super viel los und alle möglichen Leute und da wurde auch immer viel gredet Das total.

01:12:39: Und dann war bei mir super prägend, war Kirche, junge Gemeinde ... so all das was damit zu tun hingen.

01:12:47: Da ging es ja immer um Austausch, um Sachen angucken, wie die Welle schauen und darüber reden.

01:12:54: Bei mir gab's viele Neonazis mit denen diskutieren, Kommunikation streiten.

01:13:00: Das war schon immer irgendwie so da.

01:13:03: Ich glaube, ich hab früher mal Brötchen ausgefahren Und hat man viel zu lange gebraucht, weil ich mit allen geredet hab.

01:13:11: Das war wie ... So fing's an.

01:13:14: Ja das merkt man ja auch irgendwann.

01:13:18: Dass es Spaß macht, mit anderen Leuten zu reden und Sachen sich anzuhören.

01:13:21: Herrlich!

01:13:22: Erzählen zu lassen.

01:13:23: Jörg Tadeus hat gesagt du mutest deinen Gästen nur ungern schmerzhafte Wahrheiten zu.

01:13:30: Stimmt

01:13:32: das?

01:13:32: Ich bin nicht so konfrontativ.

01:13:34: also ich will immer dass sie sich wohlfühlen.

01:13:36: Ich möchte die Leute sich wohlfühlen, weil ich der Meinung bin, dass nur jemand, der sich wohl fühlt auch öffnet.

01:13:43: Wenn du den Leuten dann immer so ein Kübel misst vor die Füße kippst und denen alle ihre Unzulänglichkeiten zeigst und das zeigs was an ihnen nicht stimmt oder was vielleicht ein bisschen komisch ist, glaube ich da mach man dicht, machen sie dicht!

01:13:57: Das ist eine ganz andere Art der Kommunikation also... Beziehungsweise ist es vielleicht gar keine Kommunik.

01:14:03: Oh, da ist auch eine Form von Kommunikation.

01:14:04: Das ist eben dann diese Konfrontative.

01:14:07: Aber dafür gibt's Polit-Talkshows und jede Menge andere Formate... Da sehe ich mich nicht.

01:14:13: Dazu bin ich auch zu ... Ich hab's gern harmonisch, also ich lach gerne mit Leuten.

01:14:18: Ich selber fühl mich gern wohl und möchte, dass die sich wohlfühlen.

01:14:21: Und das geht nicht zusammen.

01:14:24: Klar stelle ich mir auch mal eine kritische Frage ne?

01:14:26: Man kann ja auch freundlich eine kritischen Frage stellen aber so, dass ich das Gefühl habe, es ist alles noch im grünen Bereich.

01:14:33: Wenn ich merke, nee jetzt wirds unangenehm dann lasse ich das.

01:14:39: Dann höre ihr auf damit!

01:14:41: Merkst du, dass sich in der Gesprächskultur etwas verändert hat in den letzten Jahren?

01:14:46: Oder in den vergangenen Jahren?

01:14:49: machst du das noch länger?

01:14:50: Ne, warte mal.

01:14:53: Ich mach das...warte mal, ich muss mir kurz überlegen.

01:14:54: Das rote Sofa mache ich seit' ninety- drei und die Talkshow habe ich angefangen siebenneunzig also schon sehr lange und dem Job mache ich ja noch länger aber das war ein weniger Talk vorher was ich da gemacht hab.

01:15:05: Aber ja, da hat sich ganz viel geändert.

01:15:09: Das ist viel unfreier!

01:15:12: Also durch diese Aufgeregtheit und dieses immer sich gegen solche Sachen vorwerfen.

01:15:17: Und du hast Recht, du hast Unrecht ... Die Ängste!

01:15:22: Es sind ganz viele Ängsten im Spiel von Menschen die dann nicht trauen, Sachen zu sagen, die sie denken weil sie meinen, sie kriegen Ärger oder dass man was politisch Unkorrektes sagt oder macht fragt das hat ein bisschen verloren gegangen.

01:15:40: Man kann doch mal was sagen und dann denken, da hab ich es vielleicht daneben gehauen oder das habe ich jetzt ein bisschen unsauber formuliert.

01:15:48: Also das muss doch möglich sein, ohne dass du sofort einen Shitstorm kriegst.

01:15:53: Ich kriege übrigens nie Shitstorms.

01:15:55: Ich weiß gar nicht warum bin ich interessant genug?

01:15:57: wahrscheinlich für Leute die Shitstorm... also ich hab bitte nicht genug Angriffsfläche möglicherweise für Shitstorm's.

01:16:04: Also kommt mal schwachsinnige Frage oder so aber eigentlich selten eher aussehen.

01:16:09: zum Äußerlichen Kommt sehr viel, ja.

01:16:13: Wir sind mit ihren Haaren los, viel zu blond.

01:16:16: Warum sind sie so braun gebrannt in ihrem Alter?

01:16:17: Man kann die Overnies mehr tragen und sowas.

01:16:20: Zu was?

01:16:21: So was kommt!

01:16:22: Die Leute denken, du hast ein super interessantes Gespräch gewöhnt, dann kommt ... Weil wir haben ihre Haare, nicht viel zu blonde.

01:16:29: Aber kein Shitstorm im Sinne.

01:16:31: Ich meine auch bei der Gesprächskultur... Auch was so andere Sendungen angeht, gar nicht mal Nomane.

01:16:38: Sondern die ganze Polit-Talk-Show ist ja alles so aufgeregt.

01:16:42: Ich finde es eine große Hysterie!

01:16:45: Alles hysterisch.

01:16:46: Sofort wird aufgeschrien und widersprochen und geht ja gar nicht.

01:16:49: Und der hat gesagt was?

01:16:53: Dann kann da wieder die anderen alle gegen sich und dann wieder die Gegenseite... Also ich find das so... Schade, schade.

01:16:59: Also man könnte viel mehr ... Wenn man ruhig mit einer kommunizieren würde und einfach mal zuhören, dann wäre das ... Würde sich das alles vielleicht ein bisschen mehr beruhigen auch politisch, finde ich das schlimm dazu zu gucken?

01:17:13: Ich bin total überrascht wie also wenn man sich so anguckt zur ältere Sachen, also auch bei dir älteren Sendungen anguckt.

01:17:20: oder neulich war schon mal nee Die Lorenzo hier, auch so die älteren Sachen.

01:17:25: Also wie krass auch früher Fernsehen war also was da abging und wie lebendig Gespräche waren und ein bisschen auch Scheiß der Hund draufmäßig.

01:17:34: Ja genau!

01:17:35: Und

01:17:35: wie sehr es jetzt eigentlich... also jetzt wo man ja eigentlich viel größer Freiheit hätte durch Internet oder was nicht alles?

01:17:41: Eigentlich ist das jetzt Super eng, also das ist etwas was ich denke auch manchmal vielleicht müsste ich hier noch mehr keine Ahnung mal Leute einladen die Stühle durch die Landschaft schmeißen.

01:17:53: Ja es hat irgendwie mehr Wums und eigentlich ist ja jetzt auch super viel Wumms aber das zeigt sich anders.

01:18:01: Das ist so ein ungesunder Wummes für

01:18:03: dich Also,

01:18:05: dass man unbehaglich sie unbehaklig dabei fühlt.

01:18:08: Und einfach mal streiten und mal was Falsches sagen.

01:18:10: Das war ja sogar vor meiner Zeit noch viel krasser.

01:18:15: Bei mir ging das ja schon amählich los, dass es ein bisschen gesittet wurde.

01:18:18: Aber wir haben zum Beispiel ... Ich hab doch damals diese Talks mit Eva.

01:18:21: Kennst du die überhaupt noch?

01:18:22: Ja klar!

01:18:22: Also gemacht... Da haben wir zum Beispiel Wir haben das ausprobiert, dass wir am Ende eine Viertelstunde verlängert haben.

01:18:32: Wenn die Sendung offiziell zu Ende war, haben wir gesagt, wir hängen noch ne Viertellstunde dran, wo improvisiert wird und überhaupt nicht wissen was passiert.

01:18:38: Wo wir einfach die Sache laufen lassen ... Das war super!

01:18:41: Da sind die tollsten Sachen.

01:18:43: Ich sehe noch vor mir wie Karl Dahl vor der Frau von Wolfgang Schäuble kniete und sagte ich, fessel Sex mit dir.

01:18:53: Solche Sachen sind da passiert?

01:18:56: Wahnsinn!

01:18:57: Das ist einfach so entstanden.

01:18:59: Wir haben dann gesagt, wir improvisieren jetzt und tun so als würden wir Theaterstücke aufhören.

01:19:05: Es war irre was die da gemacht haben wirklich.

01:19:07: Man müsste sich eigentlich alles nochmal rausholen angucken oder?

01:19:09: wir haben auch immer einmal im Jahr eine Sendung gemacht wo Leute eingeladen wurden über die wir nichts wussten Gar nichts.

01:19:15: Das heißt,

01:19:16: es waren Prominente oder Unprominente?

01:19:19: Hauptsächlich unprominenten.

01:19:20: Also wenn wir die Super-Prominente haben, hätten wir ja gekannt.

01:19:23: Hätten wir zu viel darüber gewusst.

01:19:25: Also was haben wir dann gemacht?

01:19:26: so Experimente einfach und das finde ich schade, dass es sowas gar nicht mehr gibt.

01:19:30: Es gibt vielleicht noch ein Podcast Form da gibt's ja mehr.

01:19:32: Da wird ja mehr gewagt.

01:19:34: Ehrlicherweise auch nicht.

01:19:35: Also eigentlich ist die meisten... Also, die Laber-Podcast machen Labern.

01:19:43: Die True Crime Podcast und die Interviewpodcast sitzen an einem Tisch.

01:19:50: Das ist alles sehr zivilisiert.

01:19:52: Ich ärgere mich jetzt wirklich, dass wir nichts zu kiffen da haben.

01:19:58: Das wäre lustig!

01:19:59: Ja,

01:19:59: das müssen wir jetzt wirklich... Wir mussten zurück hier ins Inventar.

01:20:04: Du hast erst schon gesagt, die meisten Haben schon aufgehört, aber du bist noch da.

01:20:08: Ja ich bin doch da, erstaunlich ne?

01:20:10: Warum?

01:20:11: Weiß nicht.

01:20:11: Also

01:20:12: nichts dass ich da was dagegen hätte... Aber

01:20:13: du meinst warum ich das möchte oder warum die mich lassen?

01:20:15: Also

01:20:16: erst das eine dann das andere.

01:20:18: Weil mir das Spaß macht!

01:20:20: Ich mach das wahnsinnig gerne und denke mir etwas was ich gerne mache, warum soll ich es nicht weiter machen.

01:20:25: Aber ich hab ja ein anderer Work-Life Balance als früher.

01:20:27: also ich habe schon viel Urlaub auch, ich reduziere das ja.

01:20:31: also meine rote Sofa Sendung, da mache ich nur noch acht.

01:20:35: Ich glaube, dies Jahr mache ich acht und letztes habe ich zehn noch gemacht.

01:20:38: Und nächstes Mal mache ich noch weniger.

01:20:39: Das habe ich mir vorgenommen, dass ich ein bisschen ausfäden lasse... ...und die Talkshow mache ich natürlich.

01:20:45: Die ist ja auch nicht so oft, das kann man gut.

01:20:48: Gut einbauen, so mal immer mal einen Freitag.

01:20:50: Und diese Camping-Sendung ist ja nur eine Woche im Jahr.

01:20:53: und dann der Podcast... Also es ist doch relativ viel!

01:20:56: Aber

01:20:56: irgendwie kriege ich das trotzdem

01:20:59: super mal Urlaub.

01:20:59: Zwischen den Trazern am Buch oder sowas.

01:21:01: Ja

01:21:01: aber trotzdem mache ich Urlaub, ich krieg meine Urlauben, ich mach sehr viel Urlaub Das...

01:21:06: Wie viele Wochen sind da Urlaub?

01:21:08: Und wie viel ist Arbeit?

01:21:09: Also Urlaub und Urrechnung.

01:21:11: Auf jeden Fall zwei Wochen im Frühjahr, über Silvester sind wir immer weg.

01:21:15: Mindestens der Woche Skiurlabs mit Vor- und Nachher immer zwei Wochen, das sind schon drei.

01:21:21: Dann Fingsten und Himmelfahrt.

01:21:23: zusammen ist auch eine Woche, sind vier.

01:21:25: Dann kommt vier Wochen Camping im Sommer, sind acht.

01:21:30: Und mindestens zwei Wochen Campings in Herbst sind zehn.

01:21:33: Das sind schon zehn Wochen Urlaub.

01:21:35: Nicht mitgerechnet die kleinen Städtetrips oder ... Ja, also was sagt du?

01:21:40: Also

01:21:40: knapp drei Monate oder bist doch gut.

01:21:41: Ja finde ich auch das ist eine gute Balance eigentlich.

01:21:45: Ich brauche es aber, ich brauch das als Ausgleich!

01:21:47: Ich muss immer mal wieder raus und etwas anderes sehen und so das Gefühl haben jetzt lese ich meine Bücher die ich immer schon lesen wollte und habe keine Verpflichtungen.

01:21:56: Wie ist das mit dem Gefühl der Sichtbarkeit?

01:21:59: Also viele Frauen erleben ja gerade Frauen in der Öffentlichkeit eine nahezu Unsichtbarkeit.

01:22:05: zwischen fünfzig und sechzig.

01:22:06: Ja

01:22:07: höre ich immer wieder.

01:22:07: Genau Das spielte für dich offensichtlich nie eine Rolle.

01:22:12: Es wurden eher die Männer an deiner Seite ausgetauscht als du, was ja total ungewöhnlich ist.

01:22:17: Meistens ist dann eher ... Ach, da ist jetzt eine neue Moderatorin an seiner Seite?

01:22:24: Hm, komisch!

01:22:25: Also fällt mir nichts ein, wo das so war, dass die Frau quasi der ... der Anker ist.

01:22:35: Meistens ist es eben anders.

01:22:36: Bei Giovanni wurden die Frauen ausgetauscht, ne?

01:22:45: Ich glaube ich kann das gut, ich kann dass sehr gut.

01:22:47: also warum sollten sie von mir verabschieden?

01:22:50: Also ich glaube schon kann ich ziemlich gut das mit Leuten reden Aber es werden auch andere ausgetauscht, die ihren Job richtig gut machen und trotzdem alle ausgetauscht.

01:22:59: Das ist das Komische.

01:23:00: Hast

01:23:00: du irgendwann so etwas wie eine Unsichtbarkeit oder gemerkt, dass du ... Also, da hattest du ne Befürchtung, ne Angst?

01:23:08: Jetzt könnte was passieren, jetzt könnte sich was verändern.

01:23:11: Habe ich nie gehabt!

01:23:12: Und unsichtbar kann nicht sein, weil ich ja ständig im Fernsehen bin.

01:23:17: Ja...

01:23:18: Also diese Unsichtbarkeit über die Frauen immer klagen.

01:23:20: Wie soll das bei mir sein?

01:23:21: Klar, wenn ich in den Supermarkt gehe oder die Straße gehe, da verheift natürlich kein Mann hinterher.

01:23:28: aber im Fernsehen bin ich ja immer sichtbar.

01:23:30: Da kann man abschalten, wenn wir mich nicht sehen möchten.

01:23:34: Aber das tun die ja nicht, die Leute, die gucken ja!

01:23:37: Es gibt aber auch so eine vorausallende Sorge, dass man sagt okay ich bin jetzt hier im Fernseh und ich sehe... Die älteren Frauen sehe ich immer seltener.

01:23:52: Man kann anfangen, sich Sorgen zu machen und dann hat man das Gefühl ... Auch die Kommentare über meine Frisur werden mehr.

01:24:01: Bin ich noch ... Und so weiter.

01:24:04: Also hattest du nie diese Befürchtung?

01:24:06: Doch, ich hatte bestimmt mal eine Zeit ... Das war schon ein ganzer Weile her.

01:24:09: Bestimmt mal so ne Phase, wo ich dachte, hoffentlich kann ich das noch ne Weile machen.

01:24:13: Hoffentlich sagen die nicht irgendwann sind jetzt zu alt.

01:24:16: Das hab' ich bestimmt mal gehabt, vielleicht mit Ende vierzig oder ... Ja, irgendwann mal gewesen sein.

01:24:23: Ende Vierzig, Anfang Fünfzig vielleicht... Aber so nicht so doll, dass es mir schlaflose Nächste bereitet hat!

01:24:29: Und jetzt bin ich längst darüber hinaus?

01:24:30: Jetzt bin ich ja... Guck, das ist ja alles Nachspielzeit.

01:24:32: Ich bin ja in Sechsensechzig also ich will das ja auch nicht mehr machen bis ich Achtzig bin.

01:24:36: Also jetzt genieße ich ja jede Sendung die ich machen kann und das ist mir dann auch... Wofür soll ich noch Angst haben?

01:24:43: Ich habe auch nie was machen lassen.

01:24:45: Manchmal denkt man ja mal, ich hätte vielleicht etwas machen lassen, wenn ich sehe wie junge Frauen... Also das ist ein Wahnsinn!

01:24:50: Wie Frauen die dreißig oder noch nicht jünger sind schon an sich rummachen hier auf Spritzen da Botox und Nase verkleinern und Spritze hier dieses... Osempik?

01:25:01: Ja Oseempick und so.

01:25:02: Das finde ich wirklich schlimm.

01:25:05: Warum?!

01:25:06: Warum machen sie das?

01:25:10: Warum?

01:25:11: Ich verstehe

01:25:11: es auch nicht.

01:25:12: Es gibt natürlich auch Gründe, da gibt's einen Grund dafür ist die permanente Sichtbarkeit auf einem Bildschirm.

01:25:23: Also ich hab ein Artikel gelesen von einer Forscherin, die dazu eben geforscht hat und Die sagt, es ist total... hat zugenommen durch diese permanenten Zoom Calls und die permanenten Face-Times.

01:25:35: Dass man sich ständig selbst sieht.

01:25:37: Und das ist etwas, was dann dadurch fing das an, dass immer mehr anfingen, sich mitzusehen.

01:25:42: Und die ganze Zeit sich im Spiegel zu gucken bedeutet halt auch zu sehen, hier ist irgendwas da, ist irgendwas ... Also ich guck sehr seltenes Spiegeln ehrlicherweise.

01:25:52: Ja gut beim Fernsehen muss man ja in den Spiegen, wenn wird der mal geschminkt?

01:25:55: Ich seh immer vom Spiege, wenn ich in einer Maske bin Also, ich seh mich ja auch im Fernsehen und sehe natürlich auch meine Falten.

01:26:06: Welches Verhältnis hast du zu deinen Falten?

01:26:09: Ja, sind halt da.

01:26:10: Also finde ich jetzt auch nicht schön aber es ist halt da.

01:26:13: und aber Ich habe mir geschworen ich lasse nichts machen weil ich wenn man einmal anfängt glaube ich dann denkst Du auch da könntest Aber das auch noch machen.

01:26:20: und die vielleicht noch unter hier Das liet unter und vielleicht hier noch.

01:26:24: und also gibt ja tausend Möglichkeiten.

01:26:25: Und da will ich gleich mit anfang.

01:26:27: ich hab gehört und Jetzt war so zu spät hätte ich längst früher mehr hat mal So ein arzt gesagt Stimmt schon fünfzehn Jahre her Ja, es wird aber Zeit.

01:26:36: Und sie dürfen das nicht zu spät machen.

01:26:38: Sonst merken das alle und da muss man früh mit

01:26:40: anfangen.".

01:26:40: Und dann habe ich gesagt, ne, mein ich.

01:26:43: Also hat auch noch nie jemand zu mir gesagt, ich sollte das machen?

01:26:47: Gibt's

01:26:49: ja!

01:26:50: Das ist wirklich bei Sendern auch so ein Druck gibt.

01:26:54: an deinen Verhalten oder in deinen Augen und machen ein bisschen Botox, damit du junger aussiehst.

01:27:00: Da hab ich schon eine Hörer viel gehört, dass es das gibt.

01:27:02: Ist mir egal... Ich bin so alt mit sechsundsechzig fängt man auch nicht mehr an auf was machen zu lassen.

01:27:06: Lass es einfach so wie's ist!

01:27:07: Ich frage mich auch ob du... Also es gibt ja auch Menschen die ... also du hast ja ne sehr starke Ausstrahlung für dich.

01:27:15: Also ich glaube man kann dir ganz viele Sachen sagen, man weiß.

01:27:18: aber auch glaub' ich, da brauche ich nicht Ankommen mit.

01:27:21: Also können wir mir vorstellen einen, keine Ahnung, Senderchef dir zu sagen, ich glaube du solltest mal was machen.

01:27:27: Also ich glaube ... Da kann er schon losrennen!

01:27:36: Ich glaube, ich kann da draußen.

01:27:39: Aber man weiß ja nicht selber, man kennt seine Ausstrahlung nicht.

01:27:45: Ich kann nur sagen wie Leute auf mich reagieren und ich habe zum Beispiel noch nie in meinem gesamten Leben das Gefühl gehabt dass ich als Frau dass ich irgendwie benachteiligt bin, oder dass ich untergeburtet werde.

01:27:58: Dass ich nicht sagen kann was ich denke oder das ... Ich wegen meines Aus- ... Also ganz früher hab' ich gedacht die alten Männer bei der Münchelsen Zeitung, der sagt mir nur du kannst schreiben weil er mich hübschen.

01:28:10: Aber das ist ja wirklich sehr lange.

01:28:11: Nee, habe ich noch nie das Gefühl gehabt!

01:28:12: Ich weiß aber nicht warum ich dieses Gefühl noch nie hatte... Hatte ich einfach nicht.

01:28:16: Ich habe auch bei der Konferenz immer auf Konferenzen gesagt, was ich denke ... Ich hab immer meine Meinung gesagt und hab auch ... Ich hätte mich niemals irgendwie in einer Form beleidigen lassen oder belästigen oder irgendwie diese ganze sexuelle ... Was es alles so gibt, ne?

01:28:32: Also die komischen Anspielungen und so weiter.

01:28:35: Das hätte ich mir nie gefallen lassen, nie!

01:28:37: Wirklich also... Ich hätt's mir einfach nicht gefallen lassen.

01:28:38: Ich weiß nicht warum, dass die das bei mir gar nicht gemacht haben.

01:28:42: Mir hat das noch nie jemand versucht Und das kann ich mir eigentlich gar nicht erklären, warum nicht.

01:28:47: Komisch ne?

01:28:48: Das hat nie jemand versucht!

01:28:50: Es ist gut.

01:28:50: also es ist ja sehr gut und wenn du das meiner das ist dieser Tage ja sehr präsent.

01:28:55: Also diese

01:28:56: Ja gut durch die.

01:28:57: ich finde das super.

01:28:58: Ich meine da ging auf die Straße zu gehen zu sagen jetzt endlich mal Zeit Aufzubegehren und sich nichts mehr bieten zu lassen.

01:29:05: dass hätte ja längst passieren müssen.

01:29:06: also ich finde es hätten Frauen längst tun müssen, aber auch im Kleinen nicht nur durch eine Demonstration.

01:29:13: Sondern im kleinen Aufbegehren sich nichts gefallen lassen.

01:29:18: Das finde ich... Müssen Frauen eigentlich ganz früh lernen.

01:29:21: und warum viele das nicht tun?

01:29:23: Das weiß ich irgendwie auch nicht, das kann man ja irgendwie nicht erklären.

01:29:26: Warum die sich, warum sie nicht aufbegehern und sagen, dass das lasse ich mir nicht gefallen hat, die Friste sonst bin ich weg!

01:29:32: Weißt du so also einfach so ein Auch im Kleinen.

01:29:35: Also, der ist total losgelöst von dem Kolienpfeil.

01:29:38: Das ist eine absolute Katastrophe natürlich, wenn es ein eigener Mann ist aber ... Wenn man sich merkt manchmal nicht ne?

01:29:46: Aber so in kleinen Situationen, wo du das Gefühl hast, da will einer dich unterbuttern, will einer dir Mundrot machen oder will dich kleinmachen und die dein Selbstbewusstsein nehmen und dir das Gefühl geben, du bist nix wert... Warum lassen Frauen sich das gefallen?

01:30:07: Warum?

01:30:10: Ich finde, ich fühle mich da... als man jetzt nicht in der Position was zu sagen.

01:30:17: Ja,

01:30:18: aber ich hab neulich gehört wie du mit Sophie Passmann gesprochen hast und da ging es ja auch darum dass in der Schule dann die Mädchen, die nicht so hübsch waren oder die nicht attraktiv waren, die durften dann auch nicht laut sein, wurden deswegen gehasst und das habe ich auch nicht so empfunden.

01:30:36: also ich habe überhaupt nichts von meiner... Sozialisation als junges Mädchen, dass da die besser aussehenden und sich mehr rausnehmen konnten.

01:30:45: Da hab ich überhaupt nicht so empfunden.

01:30:46: Aber vielleicht hab ich das ja immer deine Sichtweise wie du auf die Dinge guckst?

01:30:50: Und ich habe das nicht so gesehen also...

01:30:53: Es gibt dir diesen wunderbaren Satz Du siehst nicht die Welt, wie sie ist sondern du siehst die Welt wie du bist.

01:30:58: und den finde ich immer wieder auch sehr treffend und ich kenne das auch in meiner Schulerfahrung waren es immer die Jungs, die das Problem hatten.

01:31:08: Also es waren immer die Jungs, die sich in Ecke stellen mussten und sich schämen mussten.

01:31:12: Und rausmussten und zu laut waren und zu dies fahren und zu wenig von dem und zur Dorf.

01:31:17: Also es waren bei uns immer die Jungs dran.

01:31:20: Ich war ja nachher ein Mädchenklasse, deswegen.

01:31:23: Das kenne ich nicht, aber ich glaube auch das Jungs ist auch schwer haben also... Aber das stimmt natürlich mit der Welt wie man selber isst ne?

01:31:31: Da muss man natürlich auch aufpassen dass man sich seinen eigenen Sichtweise immer auf alle anderen projiziert.

01:31:37: und dann sagt mein Mann immer zu mir wenn ich sage Verstehe ich nicht!

01:31:41: Versteh' ich einfach nicht!

01:31:43: Du, weil du anders bist, verstehst du es nicht.

01:31:44: Versetz dich doch mal da rein!

01:31:46: Warum die so ist?

01:31:47: Die ist eben anders als du.

01:31:49: Also das...

01:31:50: Da ist sie doch was Besonderes.

01:31:59: Wenn man selber keine Probleme hat oder sich stark fühlt, darf man natürlich nicht erwarten...

01:32:03: ...dass das bei

01:32:04: allen anderen auch so ist.

01:32:06: Die haben vielleicht ganz andere Dinge erlebt und haben vielleicht nicht ohne Grund nicht so ein Selbstbewusstsein.

01:32:11: Deswegen habe ich es ja am Anfang auch gesagt wenn du starke Frauen von starken Frauen vorgelebt bekommst, du bekannt selbstbewusst sei, du kannst alles sagen, du kannst alles sein dann wird man ja auch mehr so.

01:32:22: Siehst du dich?

01:32:23: Oder hast du dich je als eine Feministin bezeichnet?

01:32:26: Nee, ich finde das Wort ... Ich find so ein Stempel immer doof.

01:32:30: Also ... Feministin ja?

01:32:33: Das ist wahrscheinlich dieses Kämpferische für die Rechte der Frauen.

01:32:37: Ich glaube, dass ich eine sehr emanzipierte Frau bin und auch immer mich für Gleichberechtigung eingesetzt habe.

01:32:42: Aber ich hab nicht dieses Sendungsbewusstsein, dieses ... Ich muss als Feministen laut sein und mich stark machen dafür, dass andere Frauen ... Das hab' ich nie so gehabt aber vielleicht will ich's mal machen sollen!

01:32:56: Also ich habe mit zwei Menschen gesprochen, die dich kennen.

01:33:00: Aha!

01:33:00: Das ist

01:33:01: interessant.

01:33:02: Das machst du öfter?

01:33:03: Das hab' ich schon öfter gehört, dass du das gesagt hast.

01:33:05: Das war interessant und was... also das ist ja nun wirklich eine ganz kleine Pier-Gruppe in dem Fall zwar lang.

01:33:11: Aber auffällig dieses Wort ... Was benutzt wurde?

01:33:16: Das habe ich nicht selber benutzt, sondern es wurde benutzt.

01:33:19: Sie isst überhaupt nicht stuten bis sich.

01:33:22: Ach so, nee.

01:33:22: Also

01:33:22: das ist gar keine Angst in Anführungsstrichen vor anderen Frauen hast und kein ... Ich, die eine oder so was.

01:33:31: Wie heißt das?

01:33:32: Sophia auf dem Buch geschrieben, Pick Me Girl oder so bist du.

01:33:35: Das ist sehr kollegial und sehr gruppenorientiert und nicht oft die eigene Position orientiert.

01:33:44: Also das

01:33:44: ist sehr

01:33:46: teamorientiert.

01:33:48: Und kein Trash Talker!

01:33:51: Also jemand, der Händen im Rücken gelästert?

01:33:52: Nein.

01:33:53: Ich lest ja schon auch gerne.

01:33:55: Natürlich lässt er es gerne wie alle ... Ach

01:33:57: so!

01:33:57: Na gut dann...

01:33:57: Ach nein, also lässt

01:33:59: man

01:34:00: in dem Sinn, dass man mal sagt, wenn man mit ein paar Mädels zusammensetzt, das man sich schon auch mal über andere unterhält und was man an denen blöd findet.

01:34:08: Das mache ich natürlich auch.

01:34:09: Aber muss man meinen Tochter fragen?

01:34:12: Die kann dazu auch etwas sagen.

01:34:15: Keine

01:34:16: Ahnung.

01:34:16: Meine Kinder sagen zum Beispiel manchmal, weil ich habe eine Furie hier in mir.

01:34:20: Eine

01:34:20: Furie?

01:34:21: Die sagen, in mir ist auf was Hexiges.

01:34:22: Das kommt manchmal raus.

01:34:23: Selten, aber manchmal kommt's raus.

01:34:25: Was ist das für einen Moment?

01:34:28: Böses!

01:34:29: Nein, dass ich mich halt dann schlecht über andere Leute rede oder irgendwie sowas Böse sage über andere.

01:34:34: Das kann ich auch schon.

01:34:37: Wenn ich gereizt werde und provoziert werde, dann kann ich böser werden.

01:34:40: Aber wir sind jetzt ganz abgekommen von dem, was du eben gesagt hast ... Was waren das noch mal?

01:34:45: Mit dem Feminismus, mit dem Stutenbissigen.

01:34:49: Das bin ich nicht!

01:34:49: Ich bin nicht stutenbessig, weil ich das totalen Quatsch finde.

01:34:53: Warum sollen Frauen ausgerechnet sich gegenseitig ausm Licht rausnehmen und sich

01:35:00: bekämpfen?!

01:35:01: Das ist ja genau das Verkehrte.

01:35:03: Wir müssen zusammenhalten.

01:35:05: Gerade Frauen müssen zusammen halten.

01:35:07: Das find' ich ganz wichtig um mir... Also so Neid, Eifersucht oder so ... besser sein.

01:35:14: Das ist, dafür halte ich alles für total

01:35:16: überflüssig.".

01:35:17: Das ist Quatsch!

01:35:18: Es bringt einen ja überhaupt nicht nach vorn.

01:35:20: Macht nur schlechte Gefühle und dann denkt man... Man sollte sich auch nicht vergleichen.

01:35:24: Ich versuche immer, nichts zu vergleiche.

01:35:27: Nichts zu sagen.

01:35:28: die ist aber dünner und hübscher oder die haben größeres Haus und der verdient noch mehr Geld.

01:35:33: Das war das Quatschen.

01:35:34: Alles Quatsche mache ich nicht

01:35:36: So, jetzt möchten wir aber die Furie kennenlernen.

01:35:38: Die Furie?

01:35:38: Ja, die kann ich ja nicht rausholen!

01:35:39: Du bist ja so ein sanfter Mensch und du gibst mir überhaupt gar keine Möglichkeit, Furie zu sein.

01:35:44: Aber was... Furie?

01:35:46: allein das

01:35:47: Wort?!

01:35:47: Furie

01:35:47: ist ein krasses Wort für mich.

01:35:48: Und meine Tochter sagt dann mal, jetzt kommt Mama, jetzt kam die Furi aber wieder raus ganz kurz.

01:35:53: Die kommt da mal, wenn du ganz kurz kommst hier raus, die Furio und er ist ja wieder weg.

01:35:55: Und machst du sie?

01:35:58: Also, ich mach das ja.

01:35:59: Das steuer' ich ja nicht!

01:36:01: Das kommt dann einfach so raus.

01:36:03: Nee, das finde ich gar nicht schön.

01:36:04: Ich möchte nicht so sein.

01:36:05: Möchte keine Furie sein.

01:36:07: Ich möcht unfreundlich und lieb

01:36:08: sein.".

01:36:08: Und was bringt denn aber diese Furie heraus?

01:36:11: Das interessiert mich.

01:36:12: Ja, das muss ich auch mal überlegen.

01:36:13: Wenn mich etwas wirklich wütend macht oder wenn ich an was zu kritisieren habe... Also mein Mann zum Beispiel, der sagt, ich bin alterskratzbürstig.

01:36:26: Es gibt ja diese Theorie, dass Frauen mit steigendem Testosteronspiegel im Alter werden die ein bisschen kratzbürstiger und Männer werden sanft damit sinken im Testosteron-Spiegel.

01:36:39: Also behauptet mein Mann das ich Kratzkratzbüßiger bin als früher.

01:36:43: also dann schneller mal Rummecker zum Beispiel.

01:36:47: Wenn mir das nicht gefällt, wenn ich finde er ist lahmarschig.

01:36:49: Er hat etwas falsch gemacht oder er hat was nicht gemacht, was er machen sollte so dann bin ich schon etwas ungehaltener als ich vielleicht früher wäre.

01:36:57: da mecker ich schneller mal rum

01:36:58: und raus zu dich.

01:37:00: Wir haben erst über die Schreihe zu Hause gesprochen, also die schreiende Mutter.

01:37:04: Die ja auch... Ja

01:37:05: so schlimm war sie auch nicht.

01:37:06: Nein aber so.

01:37:07: Ich hab meine Mutter habe ich meinen Tag entdeckt.

01:37:09: Ich habe sie kreischi manchmal gerne an der Mutter.

01:37:11: Aber eine Tür durchtreten, den Glas durchtritt finde ich schon

01:37:13: mit deinem Umarm.

01:37:16: Sie wurde sehr provoziert.

01:37:18: Und traust du dich?

01:37:20: Auch laut zu sein?

01:37:23: Also dieses Ich

01:37:26: schrei nicht gerne.

01:37:27: Nee,

01:37:28: ich glaube niemand schreit gern.

01:37:29: aber das gibt ja auch eine Art Wenn ich und dass da muss schon wirklich unendlich viel passieren wenn ich lauter werde Ja und also So wenn es ist ja keine ahnung

01:37:41: die stimme erhebt wenn du die stimme kann man sich bei dir gar nicht vorstellen dann

01:37:45: ist Es ist aber das ist ganz

01:37:47: schlimm Dann ist die kacke richtig abdanken wenn du anfängst zu.

01:37:51: das kann mir vorstellen

01:37:51: genau Aber ich finde es auch Eigentlich finde ich das schon auch, hört sich komisch an.

01:38:00: Ich find's schon gut wenn das Leute machen, wenn der dampft einfach mal so jetzt ist raus okay alles klar und jetzt Wunderbar.

01:38:07: Also ich bin da viel zu kontrolliert, um das so rauszulesen... Aber

01:38:12: man muss ja nicht schreien was um den Dach abzulassen!

01:38:15: Du kannst ja laut deine Stimme erheben und diskutieren und streiten und so.

01:38:19: aber diese Schreien oder vor allen Dingen Menschen Sachen an Kopf werfen wie das ja manche Was man bei Ehepaaren oder Hauptpaaren manchmal sieht die sich die schlimmsten Beleidigungen an den Kopf werfern und sich richtig verletzen Das finde ich nicht gut.

01:38:37: Ich muss nicht schreien, um mich zu befreit zu fühlen.

01:38:40: Ich kann streiten.

01:38:41: Also reden!

01:38:42: Viel reden also es muss alles raus ich kann nichts... ich schlucke.

01:38:46: Probleme runterschlucken das ist nix für mich.

01:38:48: Also ich möchte die gerne loswerden.

01:38:51: Ist das

01:38:51: schlimmste für dich wenn die andere Person aus dem Raum rausgeht?

01:38:54: Wenn die andere person darauf nicht eingeht und nicht reden möchte?

01:38:58: das finde ich furchtbar.

01:39:01: Ich sag zu meinem Mann, du hast doch schlechte Laune.

01:39:04: Warum hast du so schlechte?

01:39:05: Sag ich habe keine schlechte laune!

01:39:06: Doch, du siehst doch ganz genau, sie ist doch unter deinem Gesicht und ich kenne dich doch.

01:39:09: Ich hab keine schlechten Laune, bis er irgendwann sagt jetzt hab ich schlechte.

01:39:13: Das kommt schon öfter mal vor aber ich will das dann wissen was da los ist.

01:39:17: Und wer

01:39:17: gibt dir denn das... also woher weißt du denn dass du dann recht hast?

01:39:20: Also hast du dann

01:39:21: Recht?!

01:39:22: Man kennt sich ja.

01:39:23: Ich finde schon, meine Familie hat manchmal ein bisschen darunter zu leiden ... Also dieses Fragen hab ich so verinnerlicht, dass ich das mit denen auch manchmal mache.

01:39:34: So Nachfrage was manchmal nervig ist.

01:39:37: Das aber nicht die Furie, das ist diese interessierte Nachfragen.

01:39:41: Die Furie kommt raus, wenn sie provoziert wird.

01:39:45: Wenn ich sehr provozierend werde und mich provozieren fühle, dann kommt sie vielleicht mal raus.

01:39:52: Wann war der letzte Moment, dass du dich provoziert gefühlt hast?

01:39:56: Also weißt du ... Ich frag mich die ganze Zeit.

01:39:58: Was ist es

01:40:00: dann

01:40:00: so, wo du ... Wo sie rauskommt?

01:40:04: Ich weiß das nicht!

01:40:05: Wenn ich ungerecht behandelt fühle, mag ich nicht.

01:40:09: Ich hab gar nichts gemacht und hier wird mir was vorgeworfen oder werde verantwortlich dafür.

01:40:18: Das kommt beruflich sehr selten vor.

01:40:22: Dann werde ich aber auch.

01:40:23: Also, ich werd dumm halt ... Dummheit macht mich wahnsinnig!

01:40:26: Wenn du in der Zusammenarbeit mit Leuten, wenn jemand richtig dumme Sachen sagt oder Sachen nicht kapiert, ewig braut um was zu verstehen und so lange um drum herumredet und die Sachen sind eigentlich völlig klar dann kann ich auch sehr unfreundlich werden.

01:40:40: das weiß ich auch und das tut mir manchmal hinterher leid weil ich dann sage mein Gott jetzt kommt bitte mal auf wo.

01:40:46: ich habe es verstanden so dass ist nicht nett.

01:40:48: Das ist auch ein bisschen furig, glaube ich.

01:40:50: Furig?

01:40:50: Furig...

01:40:53: hexisch.

01:40:53: Hexisch,

01:40:54: ja das ist manchmal auch nicht nett.

01:40:55: Ich glaube, ich kann manchmal, obwohl ich eiliger nett bin aber kann auch mal da was sagen wo die Leute, das würden mir nie jemanden sagen, aber ich sehe es an den Gesichtern manchmal.

01:41:04: Dass sie dann denken, ah, dann könnte etwas mit der los.

01:41:07: Ja wirklich!

01:41:09: Wirklich also, naja, ich sag können dich auch einiges zu sagen, du tue jetzt aber nicht.

01:41:13: Doch Nee, nee.

01:41:14: Das ist NAM, das wäre Name-Dropper.

01:41:16: Ach so, ne?

01:41:17: Wir reden

01:41:17: nicht über andere Menschen ...

01:41:20: Ich lobe manchmal zu wenig.

01:41:21: Das würde ich mir selber auch vorwerfen.

01:41:23: Ich sag manchmal zu selten, wenn ich etwas richtig gut finde bei meinen Kindern, die lobe ich schon sehr viel.

01:41:32: Man könnte sich manchmal ein bisschen mehr loben.

01:41:34: und auch Kollegen, also die wirklich einen guten Job machen, Kolleginnen und Kollegen.

01:41:37: Da sage ich für mich, ich nehme es viel als selbstverständlich hin.

01:41:41: Ich denke mal, ich mache einen guten job.

01:41:43: Die machen einen guten Job.

01:41:43: Raust du Lob?

01:41:46: Ja, ist schon schön, wenn man gelobt wird!

01:41:48: Ich mag das schon, wenn Leute sagen, es war ein tolles Gespräch und das war eine tolle Sendung.

01:41:52: Das finde ich schon gut.

01:41:53: Also wenn ich jetzt nur an mir rum meckern würde, dann würde ich das traurig schade finden.

01:41:59: Meckern ist ja auch eine Form von Aufmerksamkeit.

01:42:02: Aber

01:42:02: kein Lob, meckern is ja kein Lob.

01:42:04: Also ich brauche Feedback

01:42:05: auf jeden

01:42:05: Fall.

01:42:06: Du brauchst Feedback?

01:42:06: Ich finde Feedback extrem wichtig bei dem was ich tue weil ich gerne wissen möchte war das jetzt interessant oder nicht interessant?

01:42:14: also so dass...ich habe schon gerne Reaktionen auf meine Sendung also von Kollegen Allgemein.

01:42:21: Wir haben ihr.

01:42:22: zwar du hast ein paar mal von deinem Mann Udo heißt er darf von dir sagen?

01:42:25: Ja natürlich

01:42:26: steht

01:42:26: ihr euch hier drin.

01:42:29: was ich interessant fand, dass ihr die Rolle getauscht habt.

01:42:32: Dass er sozusagen in Anführungsstrichen der Ernährer war ... Nee, Quatsch!

01:42:36: Nein, ich war die

01:42:38: Ernährerin?

01:42:38: Du hast den so rum.

01:42:40: Also das er sich um den Haus hat gekümmert hat und dieses klassische Rollenbild hat ihr verändert.

01:42:45: Du hast es ja auch zu Hause anders vorgelegt bekommen im Grunde.

01:42:49: Ich meine, das ist jetzt dreißig Jahre her ungefähr?

01:42:53: Ja man so ist ein Dreißig.

01:42:55: Zu welchen Irritation hat das im Umfeld geführt?

01:43:00: Das war schon am Anfang komisch.

01:43:01: Also, das war ja wirklich ... Wir haben fast niemand gemacht.

01:43:07: Wir kannten niemanden, der das gemacht hat so wie wir.

01:43:10: Da wurde man schon mal komisch angeguckt und auch mal gefragt.

01:43:12: Er wurde vor allen Dingen gefragt, will sich nicht mehr wiederarbeiten was man keine Frau fragt.

01:43:19: Also ich wurde komischerweise nie gefragt, ob ich nicht mal zu Hause bleiben möchte.

01:43:22: Weil ich ja auch immer freigeruflich war.

01:43:24: Vieles bei mir nicht so auf, weil ich ja immer zwischendurch wieder da war.

01:43:27: Ich hatte dann eine Woche gearbeitet und hatte wieder frei.

01:43:29: Dann war ich auch im Spielplatz und hab die Kinder vom Kindergarten abgeholt und so ... Aber er hat gar nicht gearbeitet!

01:43:35: Und das wurde schon immer mal angemerkt, willst du nicht mehr?

01:43:37: Wir haben ganz großen Respekt davor, dass man so selbstbewusst war, dass der das ausgehalten hat.

01:43:46: Mir macht das Spaß.

01:43:48: Bei uns funktioniert es wunderbar so und da gab's für ihn Momente, die nicht so schön waren auch.

01:43:56: Das kann ich mir vorstellen.

01:43:57: also gerade in der damaligen Zeit, dass ist ja vollkommen... Also als ich das gelesen habe, dachte ich, das ist sowas von untypisch.

01:44:05: Er macht immer Witze drüber, dass er auf dem Spielplatz der einzige Mann war.

01:44:08: Und egal in der Musikschule ... Es gab ja immer Situationen auch in der Grundschule.

01:44:13: Da haben die Mutti's geholfen und so als Hilfslehrer.

01:44:17: Dann hat er eher der einzige Mann, der da geholft hat.

01:44:19: oder wenn er am Spielplatz ... Der hat nie was mitgenommen!

01:44:25: Die hatte eine Apfelschnitte dabei, die andere hatte Kicks dabei, dann die dritte hatte Feuchtdücher dabei.

01:44:29: Weil man brauchte nie etwas mitzunehmen, weil sie sich immer um ihn ... auch das machen wir schon, wir kümmern uns mit.

01:44:34: Es war irgendwie so... Der war immer der Hahn im Korb und wurde immer von allen...

01:44:38: Auch nicht das Schlechteste?

01:44:39: Nee, hat er nämlich immer gesagt!

01:44:41: Das war toll.

01:44:42: was er aber nicht teufern war wenn er zum Beispiel in der Musikschule, dann wurde so Ringelpiez mit anfassen.

01:44:48: Da mussten alle tanzen sowie so Eurythmie und alle anfassen und die ganzen Mütter fanden das toll!

01:44:53: Und er war dann der einzige Mann und hat gesagt da gehe ich nie wieder hin.

01:44:55: Also sowas hat er gesagt, dass machst du bitte.

01:44:57: Das geht zu weit ne?

01:44:59: Es gab schon Situationen in denen er sich nicht so wohl gefühlt hat aber prinzipiell was bei uns super funktioniert.

01:45:06: also ich glaube auch Man muss natürlich dann einen Selbstbewusstsein haben und zu sagen, ich mach das.

01:45:13: Und auch wenn die mich manchmal komisch angucken... Das hat vielleicht auch ein bisschen damit zu tun gehabt dass er dadurch ja auch sehr viele Freiheiten hatte.

01:45:19: Er hatte ja in der Zeit wo ich zuständig war konnte er machen was er wollte.

01:45:23: Was hat er denn

01:45:23: gemacht?

01:45:25: Gebaut, Wohnmobil ausgebaut Irgendwie sich ein Fahrrad gefahren, fotografiert.

01:45:34: Handwerk, was er Bock drauf hatte.

01:45:36: Ganz viel Möbel gebaut hat man mal so.

01:45:38: Also der ist wahnsinnig handwerklich begabt und er hatte immer seinen Freiraum.

01:45:42: Er hatte immer viel auch das machen können wo er Lust zu hatte.

01:45:45: Was er glaube ich nie hätte machen können wenn er einen Nine to Five Job gehabt hätte.

01:45:50: Das war glaube ich dann auch der Ausgleich.

01:45:52: Wie ist das?

01:45:53: Weil es steht bei mir noch ein ganzes Stückchen hin Aber bei euch ist es dann irgendwann passiert, wie ist das wenn die eigenen Kinder irgendwann das Haus verlassen?

01:46:01: Also was ist das für einen Moment, worauf kann ich mich einstellen.

01:46:05: Wie alt ist denn dein Kind?

01:46:07: Mein Kind ist dreizehn.

01:46:08: Dreizehn, naja gut.

01:46:09: Fünf Jahre noch ne.

01:46:12: Das ist komisch.

01:46:13: aber ich muss sagen bei uns war's... Erstens haben wir ja zwei, das heißt ging nacheinander, eins war er noch da und dann war das so.

01:46:20: Also so allmählich.

01:46:22: Weil die sind nach dem Abi, ist unser Sohn erst mal ins Ausland gegangen für ein Jahr und dann ist er zurückgekommen und dann nochmals ins Auslands gegangen.

01:46:30: Und bei unserer Tochter war es genauso.

01:46:32: Die haben zwei Gapiers gemacht alle beide und waren dazwischen immer wieder zu Hause.

01:46:37: also sie waren jetzt nicht tschüss ich zieh aus und auf Nimmer Wiedersehen sondern mal haben sie wieder Zuhause gewohnt dann Mal wieder Nichten waren Sie auch reisen dann wieder zwei Wochen oder Monat Zuhauser um Geld zu verdienen.

01:46:46: das war immer so ein Hin- und Her.

01:46:48: deswegen gab's nicht diesen einen Moment wo Man muss sagen, jetzt sind sie weg.

01:46:53: Ich bin auch mit mir total wichtig... Bei meinem Sohn nicht mehr, weil der ist mit seiner Freundin zusammengezogen.

01:46:59: Die haben ihr eigenes Leben.

01:47:01: Das Zimmer ist nur ein Absteckkammer.

01:47:04: Aber das Zimmer von meiner Tochter ist immer noch so wie ... Wenn die kommt und bei uns übernachtet aus verschiedenen Gründen mal länger, mal weniger, achte ich darauf, dass das Bügelbrett rauskommt, das ganze Zeug, was man da reingestellt hat, hol' ich alles raus, dass es schön ist, dass immer noch ihr Zimmer ist.

01:47:20: Dass das Gefühl zu haben, das Kinderzimmer soll sich so lange ... nicht selber sagt, dass es ihr jetzt egal ist.

01:47:27: Soll das noch so sein?

01:47:29: Ich habe irgendwann mal ein Interview gehört mit Gwyneth Paltrow und die erzählte nämlich, deswegen bin ich erst darauf gekommen glaube ich, dass als ihre Kinder ausgezwungen sind Wellen der Trauer, so nannte sie das.

01:47:41: Also, das hast du nicht erlebt?

01:47:43: Nein.

01:47:44: Diese Trauer ... dieses Vermissen und diese Sehnsucht nach der Kindheit kommt natürlich immer.

01:47:50: Aber die ist immer mal da, mal weniger.

01:47:52: Wir haben ja auch engen Kontakt mit beiden Kindern.

01:47:56: Unseren Sohn sehen wir noch häufiger, weil er in Hamburg wohnt.

01:47:59: Es ist schon so, dass man einfach denkt, wo sind sie jetzt gerade?

01:48:04: Ich vermisse die Kinder, ich würde gerne meinen Arm nehmen, das kommt immer mal.

01:48:08: Das wird auch nie weggehen.

01:48:09: Das war's.

01:48:12: Ja, die sind deine Kinder.

01:48:14: Die liebsten jetzt immer um sich?

01:48:16: Wir waren im Skiolob zusammen und da waren sie beide dabei ... Das ist herrlich!

01:48:19: Die ganze Woche mit den Kindern so.

01:48:21: Aber du kannst ja noch nicht erwarten, dass der wachsende Kind immer da sieht.

01:48:26: Aber mein Mann zum Beispiel, wir wohnen in einem Haus, das sein Elternhaus ist.

01:48:31: D.h.,

01:48:31: seine Eltern haben immer unten im Erdgeschoss gewohnt.

01:48:35: Und wir haben uns oben eine Wohnung ausgebaut d.h.

01:48:38: wir waren unter einem Dach mit den Eltern.

01:48:40: und dann leben lang, solang die gelebt haben.

01:48:45: Fast täglich gesehen.

01:48:46: Das muss so ein ganz schönes Gefühl ... Und der Bruder auch!

01:48:48: Der Bruder wohnt ums Eck?

01:48:50: Also auch ein Haus weiter... das muss doch für meine schwierige Eltern toll gewesen sein, dass die immer die Kinder in der Nähe hatten.

01:48:55: Und dann auch noch die Enkelkinder.

01:48:57: Wie war es für dich als du ... Dein Elternhaus, als ihr das ... Als dein Vater ist oder du hast erst schon erzählt, hatte Demenz ins Pflegeheim gekommen.

01:49:08: Und irgendwann gab's dir den Moment wo du auch Das Haus ausräumen musste oder?

01:49:12: Meine

01:49:13: Schwester, das hatte hauptsächlich meine Schwester gemacht.

01:49:15: Weil die wohnte zwei Hörser weiter.

01:49:16: Die war auch angedockt.

01:49:17: Mein Vater war da schon ... Der hatte meinen Schwester da was war sehr wichtig weil er so lange alleine war.

01:49:22: Meine Mutter ist ja gestorben, in den letzten Jahren.

01:49:26: Seitdem hat mein Vater allein gelebt.

01:49:28: Hatte aber meine Schweste immer zwei Hürser weiter, wo man zum Essen hingegangen ist und so, die sich viel gekümmert hat.

01:49:35: Ohne mein Schwester hätte mein Vater es schwerer gehabt

01:49:39: im Leben.

01:49:39: Und warst du dabei, als sie das Haus dann

01:49:41: so ... Nee.

01:49:42: Ich war mal dabei, aber den Hauptteil hat sie gemacht.

01:49:46: Also ich bin ... Dann hat das Haus betreten, als es schon weitgehend leergeräumt.

01:49:53: Die Sachen waren zum Teil noch da, die waren woanders aufgestapelt und die Bücher lagen da.

01:49:58: Da waren Kartons mit Sachen drin, die wir uns alle angeguckt haben, meine andere Schwester und ich auch.

01:50:04: Das war ein bisschen ... Das werde ich nie vergessen!

01:50:09: ein bisschen frustrierender Moment, weil dieses Haus in dem man ja aufgewachsen ist.

01:50:14: Das war ein Rheinhaus und in dem wie mein Vater ja auch ich mein Vater regelmäßig besucht hat das war alles für so wie es immer war.

01:50:20: also das war so diese Couch und die Bücherregale unter alles so wie's immer war da war.

01:50:26: mein Zimmer war auch noch in Teilen doch so wie früher war und dann zu sehen wieder.

01:50:32: Die Wände waren so vergibt.

01:50:34: Obwohl die Bilder gehangen hatten, war dann eine helle Flecke und der Boden ... Alles war so oll irgendwie.

01:50:42: So leblos und oll!

01:50:44: Und da fand ich es traurig zu sehen.

01:50:46: Dass das alles nur so ne Hülle war, dass man das eigentlich gar nicht gemerkt hat.

01:50:50: Man hat ja gar nicht gemerkt, dass es immer Eltern ein bisschen schäbig wurde im Laufe der Zeit.

01:50:55: Sondern man fand das immer schön.

01:50:57: Das war das Elternhaus und der Vater, der drin lebte Da hat sich als Kind auch wohlgefühlt.

01:51:01: Aber letztendlich war es ein kleines Haus, so eine kleine Reinersschachtel und alles ein bisschen alt und beengt ... Ich hab das mit völlig anderen Augen auf einmal gesehen dieses Haus.

01:51:13: Als mein Vater daraus war und das ausgeräumt war.

01:51:16: Warst du noch mal da?

01:51:18: Irgendwann bist du fester?

01:51:19: Ich bin da regelmäßig, weil mein Schwester immer noch wohnt.

01:51:21: Die wohnt ja immer noch neben dem Haus.

01:51:23: Das ist ja verkauft und da wohnen junge Leute mit der Familie mit drei Kindern.

01:51:27: Also das sieht sich jetzt auch von außen aus ein bisschen ähnlich als in Rheinhaus aber umgebaut.

01:51:33: Und es ist schon irgendwie lustig immer.

01:51:35: Es ist für mich immer ein komisches Gefühl dabei zu gehen an diesem Haus vorbeizugehen.

01:51:40: Um diesen Weg zu gehen, wo ich mit vier Jahren eingezogen bin und mit achtzehn ausgezogen bin ... Ja, ein interessantes Gefühl.

01:51:47: Aber weil ich da weg bin und für meine Schwester ist es ganz normal so wie's für meinen Mann ganz normal ist, da zu leben wo er auch als Kind gelebt hat.

01:51:56: Ich hab gelesen dass du dich in Hospiz engagierst und da immer wieder bist.

01:52:04: Was macht das mit dir?

01:52:05: So dem Tod.

01:52:07: Deswegen habe ich auch über Abschiede glaube ich.

01:52:09: deswegen bin ich drauf gekommen dieses sich damit so wenn du hast Deine jüngste Schwester verloren.

01:52:16: Da warst du sieben oder acht?

01:52:17: Sieben, die waren zwei Jahre junger.

01:52:20: Ich war fünf als ich geboren wurde und sieben gestorben ist.

01:52:23: Dann deine Mutter, als du Ende zwanzig warst, dein Vater ... Und jetzt bist du immer wieder im Hospiz.

01:52:30: Was hat dich das über Abschiede gelernt?

01:52:35: Ja, ich finde Abschied nehmen, das ist wichtig, dass man das rechtzeitig lernt, weil man muss sich ja je älter man wird von immer mehr verabschieden.

01:52:42: Das ist ja so, von deiner Gesundheit verabschieden, von seiner Kraft.

01:52:46: Von teilweise hier auch im Kopf von Dingen die du nicht mehr so gut erinnern, also von einem vergissten Namen und dann von Menschen, die sterben... Also dieses Abschied nehmen kann man gar nicht rechtzeitig genug lernen.

01:53:00: Und ich finde, deswegen bin ich im Hospiz, mache das so gerne weil es interessant ist, Menschen zu sehen mit Menschen auch zu reden, die gar nicht mehr lange zu leben haben und die das auch wissen Wie unterschiedliche Menschen damit umgehen und vor allen Dingen auf die Leute, die da immer arbeiten mit dem Tod umgehen.

01:53:20: Das finde ich irgendwie faszinierend!

01:53:22: Ich bin ja sehr gerne...ich merke es nicht an Dauerndaar aber ich bin ja ganz gern weil das so was warme Herzeges hat und so etwas Lebensbejahendes.

01:53:31: Das glaubt einem mir immer keiner.

01:53:32: Aber ein Hospiz hat was ganz Lebensbejaendes.

01:53:35: Weil diese Zeit, die dann noch ist, da tun sie alles dafür dass das eine gute Zeit ist, wie man da als Sterbender oder sterbender verbringt.

01:53:42: Welches Verhältnis hast du jetzt dadurch zum Tod?

01:53:48: Vielleicht ein bisschen weniger Angst davor, dass ich das sehe.

01:53:52: Irgendwann kommt der Moment und man merkt ja ... Irgendwie ist das Leben lebenswert, wenn man nicht in sätzlichen Schmerzen hat bis zum letzten Atemzug eigentlich.

01:54:05: Man kann das leben auch bis zu einem letzten Atenzug.

01:54:07: Wir haben im besten Falle gelegen, dass man das genießen kann.

01:54:11: Ja, nee.

01:54:12: Ich hab nicht viel Angst davor.

01:54:16: Es hilft auch, wenn man sich damit rechtzeitig beschäftigt.

01:54:19: Was ich bin ... Ich hab das Buch nicht gelesen, aber ich hab Interviews dazu gehört zu dem Demenzbuch über dein Vater geschrieben.

01:54:29: Und du hast ja erst erzählt, dass er ein sehr kontrollierter Typ war und dann aber sich immer weiter so ... gelöst hat und eigentlich am Ende ein lustigerer Typ ist.

01:54:39: Ist das etwas, was du auch im Hospiz beobachtest?

01:54:42: Dass Menschen dann lernen nochmal anders loszulassen und naja ihre Zwinge... Begrenzung irgendwie so ein bisschen von sich zu werfen.

01:54:55: Das kann gut sein, dafür lerne ich die natürlich nicht gut genug kennen.

01:55:00: Die, die noch Kraft haben das sind ja auch die, die meist dann auch eine Weile leben.

01:55:05: Die die Kraft haben dazu mal nur zum Essen runterzukommen oder beim Sommerfest dabei zu sein.

01:55:09: Das sind ja dann meistens die, Die haben dann noch Lebenskraft.

01:55:16: Und die, zu denen ich dann aufs Zimmer manchmal gehe, weil sie sich das wünschen.

01:55:19: Es gibt ja welche, der möchte gerne Hallo Frau Titian sagen und einfach mal kurz schnacken so.

01:55:24: Das finde ich total süß.

01:55:29: Da kann ich nicht beurteilen wie die früher waren.

01:55:31: Ich lerne die immer in dem Moment kennen.

01:55:34: Weil mein Vater war es ganz klar zu beobachten ... Je weiter sich sein Verstand verabschiedet hat, desto lockerer und lustiger wurde der.

01:55:43: Und emotionaler auch.

01:55:45: Weil mein Vater kam auf einmal Eigenschaften hoch die ich das ganze Leben vorher an ihm überhaupt nie gesehen hatte weil er so... Ich glaube er hat sich dasselbe verboten.

01:55:54: Er hat sich ganz viel selbst verboten versagt, weil er dachte es da war nicht.

01:55:57: Hat dieses Vergessen der Vergangenheit eine Form von Freiheit?

01:56:04: Ja, ja.

01:56:05: Das würde ich so ... glaube ich, glaube ich!

01:56:09: Er machte einen befreiten Eindruck.

01:56:11: Er macht keinen unglücklichen Eindruck, das kann man wirklich sagen.

01:56:14: Also er hat so viel gelacht.

01:56:15: So viel gelachte mein Vater und ich wie früher nie.

01:56:20: Da hat nicht viel gelacht.

01:56:22: War kein fröhlicher Mensch.

01:56:24: Ich glaube es ist ihm zum einen sein naturell gewesen wobei seine Mutter, meine Großmutter hat immer gesagt der Burchart war ihr fröhliches Kind.

01:56:34: Also, er muss ja früher mal anders gewesen sein als Kind.

01:56:37: Da muss er mal vor der Krieg kommen ... Weil er wohl ganz lustig war und das ist am Ende wieder rausgekommen.

01:56:43: Das ist doch eigentlich schön, wenn sich da so ein Kreis schließt.

01:56:48: Hast du Angst von dem Demenz?

01:56:50: Das ist bei mir eher so Krebs- und Demenz, aber wenn ich das so ... Ich habe einen Demenzfall in der Familie meiner Frau.

01:57:04: Also ich hab den nur dem Enten noch kennengelernt.

01:57:07: Und das war schon wahnsinnig witzig auch, also der hat Sachen rausgehauen

01:57:11: völlig

01:57:11: befreit.

01:57:12: und eine Anekdote wir haben geheiratet und er saß hinter uns sozusagen im Stammesamt und wir treten uns um dann so fertig und dann sagte jemand wie schön!

01:57:28: Und er sagt einfach nur schön ist was anderes.

01:57:33: Das ist einfach so wunderbar.

01:57:37: Ja, schönes was anderes.

01:57:39: Die Hemmungslosigkeit ist natürlich zu freien, weil mein Vater hat auch so unmögliche Sachen gesagt.

01:57:46: Zum Beispiel?

01:57:48: Wenn du mit dem ins Restaurant gingst dann hat der seinen Mantel noch nicht aufgehängt und riecht mal Hunger!

01:57:53: Hunger!

01:57:55: War mir am Anfang war mir alles peinlich.

01:57:57: das habe ich dann einfach erklärt was mit ihm los ist.

01:57:59: Und jetzt

01:58:00: machst Du selbst

01:58:02: Vielleicht irgendwann mal.

01:58:04: Oder er sagte so, der klassische Situation ... Wir gingen durch den Park und überholte eine etwas dickere Frau joggenderweise Und mein Vater zeigte auf die und rief DICKER ARSCH!

01:58:15: So was machte der?

01:58:16: Und das war natürlich dann... Was machst du da?

01:58:19: Fati?

01:58:20: Stimmt doch, hat er dann gesagt.

01:58:22: Dass ich das

01:58:22: du Fatih auch sagst.

01:58:23: Ich kenne das eigentlich jetzt ist mir schon oft gefallen in einem Interview weil ich kenne dass Norse ehemaligen DDR

01:58:30: Mutti

01:58:30: und Fatih.

01:58:31: Ich weiß

01:58:31: gar nicht, wir haben Mami und Fati gesagt.

01:58:33: Ja.

01:58:34: Mami oder Fatih?

01:58:35: Keine Ahnung.

01:58:36: Entschuldigung, demenz ist das für dich noch ... Also hat es diese ... Wenn man das einmal so nah erlebt hat wie du, hat das dann immer noch diese Bedrohlichkeit, wie zum Beispiel Krebs hat, oder ist das ein bisschen runtergegangen?

01:58:52: Ja, also dadurch dass ich meinen Vater so fröhlich erlebt habe.

01:58:54: Ich hab natürlich auch ganz andere Leute da gesehen in dem HM.

01:58:57: Da gab's auch ganz Böse, den man jetzt hier veränderte... Also die hat die Demenz so verändert, dass sie richtig böse wurden und um sich gehauen haben und geschrien haben oder so.

01:59:06: Da denke ich aber das muss ja in denen drin gewesen sein, auch das Bösen.

01:59:09: Dass was daraus kommt?

01:59:10: Wo soll das herkommen?

01:59:11: Das muss der Mensch ja in sich haben!

01:59:12: Also überhaupt werde ich nicht zur Folie wenn ich mal Dement bin.

01:59:17: Also ich hoffs für dein Mann.

01:59:19: Nein, aber die Mein Vater war fröhlich.

01:59:24: Das hat mich natürlich versöhnlich gestimmt, weil ich dachte, wenn man so fröhlig ist... Das ist natürlich, ich will das ja nicht beschönigen.

01:59:31: Der ganze Prozess bist du so weit bist!

01:59:34: Das war am Ende seiner Demenz aber davor hatte er bestimmt auch ganz doll damit zu kämpfen.

01:59:41: Mein Vater hat ja so echt spannende Sachen gesagt.

01:59:45: Ich bin dabei meine Koordinaten zu verlieren oder manchmal bin ich mir nicht mehr im Klaren darüber und wen es sich bei mir eigentlich handelt.

01:59:51: Solche Sachen haben mein Vater gesagt.

01:59:52: der hat schon versucht das zu formulieren was mit ihm da passiert ne?

01:59:56: Er wollte nie dieses Wort Dement hören Aber er hat versucht zu formulieren, dass ihm das schon Sorge bereitet.

02:00:01: Was mit ihm los ist?

02:00:02: Der hat bis zuletzt ... Man hat sehr gut gezeichnet und sehr gern gezeichnet.

02:00:06: Und der hat dann ... Hab ich in meinem Buch auch drin diese Zeichnung so ... sich selber gezeigt, immer sich selber gezeichnen.

02:00:13: Am Ende nur noch sich selbst!

02:00:15: Und hat dann so ein ... Doofmann.

02:00:17: Und dann Pfeil auf sich.

02:00:19: Doof-Mann oder Kaputt hatte über seinen Kopf geschrieben also... Bis zuletzt war ihm doch klar da was irgendwie nicht gut ist, was mir nicht gefällt.

02:00:28: Aber ich musste zum Thema Demenz mal sagen, gerade letzte Woche hatte ich den Joe Pfeiler.

02:00:33: Ich weiß nicht, wahrscheinlich kennst du den auch nicht?

02:00:35: Ich kannte ihn auch nicht!

02:00:36: Joe Pheiler ist ein ehemaliger Journalist und so hat er auch eine Agentur für Markenkommunikation.

02:00:40: Der hat Frühdemenz bei dem wurde mit Einenfünfzig Frühdemens diagnostiziert und der hat einen Buch geschrieben jetzt mit dreiundfünfzig über das was mit ihm passiert.

02:00:50: Das zieht dir echt die Schuhe aus, das musst du dir mal erleben.

02:00:54: Der Artikant kann das ja noch articulieren.

02:00:56: Er merkt, wie er sich verändert und was für ein Tempo er Dinge nicht mehr kann.

02:01:01: Dinge vergisst sich nicht mehr zurechtfinden.

02:01:06: Also, das macht einem.

02:01:08: Das ist wirklich heftig!

02:01:10: Der weiß was mit ihm passiert?

02:01:11: Er weiß es ist ein überschaubarer Zeitraum in dem ich noch einigermaßen noch so leben kann aber das ist irgendwann vorbei.

02:01:20: Es geht jetzt schon los dass er eine Alltagsbetreuung braucht.

02:01:22: zwei kleine Kinder die bei der getrennten Frau leben und nur ab und zu bei ihnen sind also... Das kannst du nicht beschönigen.

02:01:30: da gibt's nix zu beschöningen.

02:01:31: das ist einfach nur richtig Scheiße.

02:01:33: Das ist aber auch natürlich eine Frühdemenz.

02:01:35: Mein Vater hat das bekommen mit ... oder gemerkt haben wir es, da war er drei vier in Achtzig und dieser Mann ist dreinfünfzig ne?

02:01:43: Und wie hast du dein Vater jetzt in Erinnerung?

02:01:45: also es gibt ja dann diese zwei Menschen Also der strenge Fatih und der lustige Fatih oder der befreitere Fatih.

02:01:57: also was ist so dein?

02:01:59: Bleibt dann eher das was am Ende war oder ist das Gesamtbild?

02:02:03: Beides, beides ist ein Gesamtbild.

02:02:06: Ich freu mich, wenn ich daran zurückdenke wie viel wir gelacht haben am Ende und was wir für lustige schöne Momente zusammen hatten das war ja auch so intensiv erlebt man seinen Vater sonst nicht.

02:02:15: also mein Schwester hat ihn natürlich häufig vorher gesehen aber die letzten zweieinhalb Jahre waren eben bei mir um die Ecke uns in diesem Heim und ich bin jeden Tag da gewesen und wir hatten schon sehr intensive Zeit zusammen gehabt und dass habe ich natürlich in schöner Erinnerung Mein Vater natürlich geliebt und Respekt für ihm gehabt.

02:02:34: Und er war halt ein toller ... Man konnte von ihm viel lernen, so ne?

02:02:39: Aber ja ich glaube es ist eine Mischung aus allem was ich in der Erinnerung habe wenn ich an ihn denke.

02:02:44: Was hast du ... Fertigend noch gibt's etwas wo du sagst das hab' ich wirklich von ihm gelernt.

02:02:48: also das ist mir so... So in mich durchgegangen, durch mich durch gegangen das ist so fest.

02:02:58: Also Dinge kritisch zu hinterfragen und nicht so hinzunehmen, sondern immer nachzudenken.

02:03:06: Und sich auch Wissen anzueignen.

02:03:10: Ja also das würde ich schon sagen.

02:03:13: Das Intellektuell herangehen an Themen.

02:03:16: Auch ein bisschen analytisch zu sein und so.

02:03:19: Das habe ich denke mal von meinem Vater gelernt.

02:03:22: Und sonst ... ja weiß ich auch nicht.

02:03:27: Ich hab mehr von meiner Mutter gelernt.

02:03:28: Also fürs Leben, glaub ich.

02:03:30: Das Leben war mehr von der Mutter.

02:03:31: Und was von ihr dann?

02:03:32: Weil meine Mutter war sehr emotional ... Mit der waren wir hauptsächlich zusammen.

02:03:37: und die Interesse an anderen Menschen.

02:03:39: Auf andere Menschen eingehen, sozial sein, anderen zu helfen.

02:03:43: Das sind alles Dinge, die habe ich auf jeden Fall für meine Mutter eher gelernt.

02:03:50: Er war so ein bisschen ... Ja, man hat eine Wand.

02:03:54: War ein Unikum, war ein schwieriger Typ.

02:03:58: Also ja ... Ich muss echt überlegen, was mein Vater gelernt hat.

02:04:04: Ja, ich glaube das ist eher auf einer intellektuellen Ebene.

02:04:08: Das hab ich ... Das ist hängen geblieben.

02:04:10: So im Zwischenmenschlichen?

02:04:16: Äh ... Der war nicht so ... auch kommunikativ, aber der mein Vater hatte.

02:04:22: Weil wir Freunde bei uns waren.

02:04:24: Bei meinem Vater hatten die immer das Gefühl, sie werden verhört.

02:04:27: Wie werden verhört, weil der Wohnen mal gesagt haben.

02:04:30: Was haben sie für Leistungsfläche?

02:04:33: Wann fahren Sie denn?

02:04:37: Und meine Mutter war immer so ganz zu ... zugewandt und emotional, hat dann sich er auf den Menschen eingelassen.

02:04:44: Da war mein Vater ... Ne, da war der so ein bisschen ... Aber was mein Vater toll ... Was ich toll an ihm fand, Gott sei Dank werden wir doch noch etwas ein, der war auch sehr hilfsbereit.

02:04:53: Also der hatte zum Beispiel immer heilig Abend ist er noch abends spät losgefahren, hat immer so eine große Feier für ... Ich glaub, das war für Senioren und Obdachlose.

02:05:04: War immer so eine große Weihnachtsfeier.

02:05:05: Mein Vater ist immer herrlich arm gefahren, da konnte man hinfahren und die Leute nach Hause bringen.

02:05:10: Da wurden immer Leute gesucht, die hinfahren.

02:05:13: Das hat mein Vater gemacht ... halt in seiner Gemeinde ganz viel, immer alte Leute abgeholt nach Hause gefahren.

02:05:21: Sich gekümmert, wenn jemand allein stehen war die besucht.

02:05:24: so das hat er toll gemacht.

02:05:27: Das war aus der christlichen Motivation heraus und natürlich dieses Gottvertrauen.

02:05:34: Dieses Gottvertrauen dieses daran glauben dass da was ist und dass man sich darauf verlassen kann dass da jemand ist.

02:05:38: das kommt natürlich auch von meinem Vater.

02:05:40: das haben viele mehr von meinem vater vermittelt bekommen als von unserer Mutter.

02:05:44: woher kommt denn dieses Lachen?

02:05:46: von dir?

02:05:46: Das kommt von meiner Mutter, die war ein extrem fröhlicher Mensch.

02:05:49: Also sie war sehr lustig.

02:05:50: Meine Mutter war ganz lustig!

02:05:51: Dass diese lebensbejahende Fröhliche auf jeden Fall für meine Mutter.

02:05:56: Musst du da irgendwas machen, dass das dir erhalten bleibt dieses Lachen?

02:06:03: Nee ich glaube es ist mir... das habe ich einfach in mir drin.

02:06:06: Das hab ich auch in Momenten, wo alles nicht so toll ist.

02:06:10: Hab ich immer schnell wieder gute Laune und denke es wird schon alles wieder ... Ich habe so eine Zuversicht, dass ich denke das wird sich alles schon wieder zurechtwachsen.

02:06:21: Es ist doch schön, dass wir leben.

02:06:23: Ich frag vor mich jeden Geburtstag!

02:06:28: Die Gelegenheit nutzen, ein bisschen zu feiern und Leute einzuladen.

02:06:31: Und zu tanzen und sich das Leben zu freuen.

02:06:33: Ich habe

02:06:34: ein Video von dir gesehen irgendwo an einem Pool jetzt zu deinem letzten Geburtstag.

02:06:38: Das war nicht total schön.

02:06:40: Ja genau!

02:06:41: Das finde ich einfach so... Man hat doch nicht so viel... Also oft kommen doch Momente die nicht lustig oder nicht schön sind.

02:06:49: Da muss man doch die, die schön sind, muss man auch genießen.

02:06:51: Und das macht doch alles leichter, wenn man sich des Lebens freut.

02:06:54: Also mir fällt es ... Das kann man zum Beispiel gar nicht lernen!

02:06:59: Ich glaub', dass ist schwer... Was meinst du?

02:07:00: Ja, das Leben zu freuen, also fröhlich zu sein.

02:07:03: Wie willst du sowas lernen?

02:07:04: Das hast du glaube ich in dir drin oder du hast's nicht so?

02:07:08: Oder du hast was ganz Schreckliches erlebt und kannst es dann wieder vielleicht sogar dann priorisieren.

02:07:16: Du meinst um das ins Gegenteil zu verkehren wider?

02:07:20: Ja, das ist mein Vater ja nicht gelungen.

02:07:22: Es gab Rolf Eden zum Beispiel hier in Berlin.

02:07:25: der hat sich irgendwann entschieden nur noch das Schöne zu sehen weil er so viel Schreckliches auch im Krieg erlebt hat und der war ja der Lebemann schlechthin überhaupt.

02:07:35: Den hatte ich auch immer sehr nun.

02:07:37: Und da war genau das Gegenteil einfach nur alles schön alles toll und bloß nicht irgendwo irgendwas schlechter.

02:07:47: Da fällt mir ein, als jemand der sich entschieden hat nur noch fröhlich zu sein.

02:07:51: Aber man darf ja nicht verdrängen!

02:07:55: Verdrängen ist auch falsch.

02:07:57: Das was nicht schön ist, zu verdrängern... und auch darf man ja nicht so weglachen.

02:08:06: Aber trotzdem eine Grundfröhlichkeit, da sind wir wieder bei der Dankbarkeit.

02:08:11: Eine Grunddankbarkeit für das haben was man hat dass man schönes Leben hat, dass es uns gut geht.

02:08:17: Es gibt so viele Leute beschissen auf dieser Welt.

02:08:20: dafür kann man ja auch mal ein bisschen dankbar sein Und nicht immer nur das Schlechte sehen und darüber rumjammern sondern sich freuen an dem was gut ist.

02:08:29: Du hast einen Satz gesagt, ich weiß nicht mehr genau wo.

02:08:30: Bei mir stimmt alles.

02:08:33: Ist das ein...

02:08:34: Was ich alles gesagt habe?

02:08:35: Was man so vor sich hin sagt!

02:08:37: So viel hab' ich gar nicht vorgelesen.

02:08:38: Bei Mir stimmt alles, hab' Ich gesagt.

02:08:41: Ist es ein Gefühl oder eher eine Entscheidung?

02:08:43: Also bei mir kommt ja drauf an welchem Zusammenhang ich das gesagt habe.

02:08:47: Vielleicht habe ich gesagt in meinem Leben stimmt alles sowas.

02:08:50: Nicht im Sinn, ich bin die allerbeste.

02:08:52: Nein nein, in meinem leben stimmt alles so.

02:08:53: Ja was ganz besonderes.

02:08:57: Ich meinte ganz bestimmt, ich hab einen tollen Mann.

02:08:59: Ich hab ein Mann ins Lebensgefund, ich habe tolle Kinder und es geht materiell gut.

02:09:05: Also da kann man wirklich extrem dankbar für sein.

02:09:08: Das meint ich bestimmt.

02:09:09: also...

02:09:09: Und ist das eine Entscheidung auch?

02:09:12: Aber es gibt ja so viele Menschen die trotzdem immer noch nicht genug haben.

02:09:17: Wir kennen sicherlich hast du auch schon Menschen interviewt wo du denkst eigentlich stimmt doch weil dir auch bedarf alles und warum bist du die ganze Zeit irgendwie irgendwo im Kopf und willst noch mehr.

02:09:28: Und deswegen meine Frage, ob das so eine Entscheidung ist die man irgendwann für sich sagt okay... Man kann ja auch sagen es reicht jetzt oder ist das ein Grundgefühl was einfach bei dir da ist.

02:09:42: Ich glaube, es ist ein Grundgefühl und man muss natürlich mal aufpassen, dass man nicht ungerecht ist an anderen Leuten gegenüber.

02:09:47: Mir geht das schon, wenn ich denke, hör doch mal auf zu jammern!

02:09:51: Was ist an deinem Leben denn so schlimm?

02:09:53: Warum muss man immer oder immer unzufrieden dann immer noch mehr wollen?

02:09:56: also... Das finde ich schade.

02:09:59: aber der eine so oder andere so.

02:10:01: Du kannst ja Leute auch nicht dazu zu ihrem Glück zwingen.

02:10:03: du kannst ja nicht sagen jetzt lacht doch mal freut dich doch mal Das funktioniert einfach nicht.

02:10:09: Deswegen bin ich auch froh, dass ich so bin wie ich bin.

02:10:13: Bin ich wirklich froh?

02:10:15: Ist ja nicht mein Verdienst!

02:10:16: Dass ich Dinge eher positiv sehe... das ist glaube ich wirklich nicht mein Verdienst.

02:10:23: Du kannst doch nicht jemanden zwingen die Dinge positiv zu sehen wenn er ein anderes Naturell hat und immer das Haar in der Suppe sieht.

02:10:33: Man kann sich ein bisschen zusammenreißen und sagen, jetzt versuche ich das mal.

02:10:37: Aber so von der Grundstimmung her ... Ja, glaub ich, hast du viel mit einfach in den Gehen?

02:10:47: Ich würde aber sagen, dass es schon der Verdienst ist dann auch von dir.

02:10:52: also da will ich dir zärtlich widersprechen.

02:10:57: Ist das dann wenn man das so hat oder in sich so trägt, kultiviert, dass man das pflegt und auch schätzt.

02:11:06: Dass man schon etwas dafür tut.

02:11:09: Ich glaube ... Man kann sich entscheiden, gucke ich dahin und sehe, ist ja alles doof?

02:11:17: Der hat aber wirklich ... Jetzt hat er die Sendung und ich nicht!

02:11:21: Oder man sagt ... Geil, ich bin immer noch am Start, sehr gut.

02:11:26: So, ich glaube es ist schon, man kann sich auch immer wieder ein bisschen entscheiden.

02:11:30: Wenn man eine ganze Weile in die Richtung geguckt hat... dann geht das auch über in den sozusagen ins System, dass man eher so auf die Welt guckt als so.

02:11:41: Das heißt auch nicht, dass mein Blauäugig ist.

02:11:42: aber ich glaube einen positiven Blick... Man kann den üben.

02:11:47: Man

02:11:47: kann sich ein bisschen programmieren.

02:11:49: Ja

02:11:49: also ich gehe üben mit einem Freund von mir.

02:11:50: der war sehr sehr negativ unterwegs und er hat durch Therapie Also ich merke das richtig, wie fröhlich der ist und wie viel positiver er ist.

02:12:01: Und nicht so zynisch mehr.

02:12:04: Er hat wirklich dieses positive... Ich weiß nicht ob es vorher da war, ich kenne ihn nicht als Kind oder so aber ... Der hat sich das wieder erarbeitet.

02:12:13: Deswegen glaube schon dass das nicht nur... Ich glaube wir können das selber auch bestimmen.

02:12:18: Ob wir jetzt Und natürlich auch, was wir lesen.

02:12:21: Was gucken wir?

02:12:22: Was pfeifen uns abend vom Schlafen noch rein ist das irgendwie die neueste schlechteste Nachricht oder früh.

02:12:28: Das stimmt gar nicht mehr.

02:12:31: Also ich mache auf Sende Pause manchmal tagelang im Urlaub gucke ich überhaupt keine Nachrichten gar nichts.

02:12:37: Der klar ein bisschen steuert man das natürlich selber ja.

02:12:40: also

02:12:41: deswegen würde ich sagen es ist auf jeden Fall auch dein Verdienst

02:12:44: Ja, ist ja nett, dass du das sagst.

02:12:46: Das nehme ich mir raus, dir das zu sagen!

02:12:49: Klar, es gibt ja Momente wo man sich dann auch... wo ich mich schon ein bisschen wieder zurechtdruckeln muss und sagen muss jetzt, sieh mal das positiv und die war das Schöne und sei dankbar für das was du hast.

02:13:03: aber ich habe viel Glück im Leben gehabt so bisher Auch nicht nur.

02:13:09: Gibt auch Dinge, die nicht so schön sind.

02:13:10: Aber im Prinzip finde ich doch haben wir viel Glück und dafür kann man schon dankbar sein.

02:13:16: Was schreibst du auf die Seite?

02:13:18: Da hatten wir wirklich nicht Glück ...

02:13:21: Ja ... Krankheiten und sowas.

02:13:25: Menschen verloren.

02:13:28: Krankheiten gibt's natürlich auch, denen ich schön sitze.

02:13:32: Ich hab ... Also, ich seh dir an... Dass das das fährt in den Bereich des,

02:13:37: dass ich nicht erzählen möchte.

02:13:39: Genau.

02:13:40: Gerne gar nicht alle.

02:13:42: Nein,

02:13:42: es ist richtig.

02:13:44: Ich habe eine Notiz App bei mir auf dem Handy wie die meisten und ich hab vor vielen Jahren keine Ahnung Also vor vielen, vielen Jahren von dir einen Satz aufgeschrieben.

02:13:54: Von mir?

02:13:55: Ich sammle da immer so Sätze und denke dann irgendwann wird die Person ja mal hier sitzen... Und ich lese diesen Satz jetzt vor, Camping ist wenn die eigene Verwahrlosung zur Erholung wird!

02:14:10: Wenn man die eigene Verwahrlosung als Erholung empfindet.

02:14:13: Ach so,

02:14:13: okay dann hab ich das... Also das war aber jetzt original rüber kopiert und ich glaube ich habe mir das aufgeschrieben oder damals auch gemerkt weil für mich Verwahl-Losung gar nichts Erholsames hat.

02:14:30: Und irgendwie eine Art... Ich eher so oh!

02:14:36: Das ist das Gegenteil.

02:14:37: also Erholungen ist für mich eigentlich das Barbereich Und ich finde es aber total schön, dass du das also ich mag ja auch okay.

02:14:45: Das ist bei dir anders super interessant.

02:14:48: warum findest du das?

02:14:49: Erhorsam.

02:14:50: Also Verwahlung ist natürlich ironisch gemeint, also Verwahrung heißt nämlich nicht dass ich völlig verfilzt und ungewaschen und Nein das meine ich natürlich nicht sondern Ich mein damit dass man Nicht in Spiegel Sie guckt andauernd was Natürlich auch mit meinem Hof zu tun hat Dass ich nicht darüber nachdenken muss.

02:15:08: Sitz Mein Man sitze Meine Klamotten sind meiner Haare ordentlich Bin ich optimal geschminkt und ausgeleuchtet dass Das alles überhaupt keine Rolle spielt es auch völlig egal ist ob ich jetzt meinen tag nur im mehr Bade oder Tagelangen und nicht die Haare waschen, nicht Dusche.

02:15:24: Ich habe ganz wenig Klamotten dabei, dass dieses runterkommen und keinen Luxus brauchen so das meine ich einfach damit und das finde ich erholsam.

02:15:35: also dieses egal wie man aussieht egal.

02:15:39: Also ich bin beabt zu meinen Kappaförn, nix.

02:15:41: Also hab' ich alles nicht dabei im Urlaub!

02:15:43: Kein Nagellack und nichts in dieser Richtung... Und wenn man das als Vorwahrlosung sieht so dieses Egal, völlig egal wie du aussiehst... Das finde ich toll, das empfinde ich als wohltuend.

02:15:53: Also genau das Gegenteil von dem was man Beruf und mein Alltag ausmacht.

02:15:58: Das empfande ich als Erholsamen.

02:15:59: Als Befreiend.

02:16:02: Wieso Befreind?

02:16:04: Befragen wir, wenn man Ballast abwirft.

02:16:05: Man lässt alles hinter sich.

02:16:06: Du lässt den ganzen Luxus hinter ... Also Luxus in großen Wohnungen und Autos.

02:16:12: Ja was man so alles zu brauchen glaubt.

02:16:14: Ein großes Badet sind wir ein Fernseher.

02:16:19: Naja gut essen gehen wir auch.

02:16:20: Aber das im großen Kühlschrank... Alles was man hat.

02:16:25: Was man besitzt und die ganzen Klamotten und all das.

02:16:28: Das lässt du ja alles hinter dir.

02:16:29: Du fährst mit einem kleinen Van los, packst es nötigste ein Du machst zwei Fahrer dahinten drauf und dann geht's los.

02:16:35: Dann fährst du einfach irgendwo hin, guckst was auf dich zukommt und brauchst ganz wenig nur.

02:16:41: Und bist trotzdem happy!

02:16:43: Und hast ein m viertig breites Bett... ...und ne Porta Potti als einzige Sanitäre, das man dabei hat ist ne Palsis Camping-Clo.

02:16:53: Ich finde es herrlich.

02:16:54: also ich finde es so ja.. Ich empfinde es als befreiend weil du merkst dass du ganz vieles auch auch ohne, dass du auch ohne das alles klar kommst.

02:17:03: Und dass du dich gut fühlst und glücklich damit bist?

02:17:06: Ich hab das... bei den Historikern so das erste Mal gelesen.

02:17:09: Die Historiker, die historischen Philosopher haben das ja immer wieder gemacht und sie verzicht praktiziert haben.

02:17:13: Das ist immer wieder Marco Rehl also zu einer Zeit zu einer der berühmtesten und wahrscheinlich auch reichsten Menschen dass er immer wieder sich gesagt ich muss auf dem Boden schlafen und sich auch immer wieder in völlig alter Klamotten irgendwie tagelang aufgehalten hat um das immer wieder so auch zu praktizieren.

02:17:30: Also für ihn oder für die Historiker an sich war es immer auch ein... Wir haben erst schon Paulus hätte man nicht.

02:17:37: Also dieses Verzicht

02:17:39: üben auch,

02:17:40: ist das für dich auch so eine Art... also jetzt ist es wahrscheinlich in Fleisch und Brut übergegangen aber ist das auch ein ganz bewusster Verzlicht damit dir das was du sonst im Alltag hast im Fernsehen hat dass dir das nicht zu Kopf steigt, dass du das nicht als selbstverständlich nimmst?

02:17:56: Also ist das Erden gewesen?

02:18:00: Ja, es hat sich natürlich nicht als solches gegeben.

02:18:03: Ich bin einfach angefangen zu kämpfen, weil mein Mann Camper war.

02:18:06: Aber das empfinde ich schon durchaus so.

02:18:10: Deswegen haben wir auch kein riesiges Wohnmobil, deswegen habe immer noch unser seit sieben, zwanzig Jahren dasselbe eher spartanische ... Wir finden genau das gut!

02:18:19: Das stimmt schon.

02:18:21: Dieses Verzichten können zu wissen... Ohne all das kann ich klarkommen.

02:18:27: Ich weiß natürlich nicht, ob ich es auf Dauer könnte.

02:18:28: Das kann ich nicht beurteilen aber zumindest in vier Wochen.

02:18:31: Ich kann's mir auch für mehrere Monate vorstellen einfach mal mehrere Monate am Stück in diesem Auto unterwegs zu sein.

02:18:37: dass man das kann und dass man sich dabei wohl fühlt dass man sogar genießt dieses mit wenig zurecht kommen das finde ich toll.

02:18:45: Das tut mir total gut, genau eben auch als Kontrast zu dem anderen.

02:18:49: Also deswegen, mich reizt das überhaupt nicht in den Luxus-Hotel zu fahren und da ins Paarbereich zu gehen oder so.

02:18:55: Oder mich massieren zu lassen oder irgendwas... gar nichts.

02:18:59: Das reizts

02:19:00: mich null!

02:19:01: Wenn ich ein Urlaub fahre dann will ich meistens sogar eher meine Ruhe haben.

02:19:05: Ich will irgendwie für mich sein und ich feier mal alleine weg und bin dann einfach tagelang irgendwo allein in der Einöde.

02:19:12: Und wenn ich das Buch lese von ungebetenden Nachbarn, dann ist es plötzlich laut.

02:19:17: Man weiß nicht wer nebenan ist.

02:19:18: Dann kommt die ... Das Buch fängt ja wunderbar an mit einem Rippenbruch, weil das Bett irgendwie zu klein ist und dein Mann auf dir drauf geht.

02:19:24: Ja!

02:19:24: Gut, das

02:19:25: war natürlich ein tragischer Unglücksfall.

02:19:28: aber so was kann natürlich passieren?

02:19:30: Ja,

02:19:30: und keine Ahnung, die Tiere, die irgendwo drauf scheißen... Was ist alles für mich ... Es ist hochinteressant Wie schrecklich.

02:19:46: Ich möchte gar nicht konfrontiert werden mit Dingen, die irgendwie ... laut sind oder die irgendwie zu doller sind.

02:19:55: Deswegen ist es bei mir eher so Rückzug.

02:19:57: Was ich lustig finde, weil du sagst, nachdem du das gelesen hast, erst recht nicht kämpfen fahren?

02:20:02: Bei meinen Lesungen gibt es ja immer zwei Sorten von Leuten.

02:20:06: Es gibt die einen, die sagen, freut mich, das war jetzt so lustig!

02:20:09: Jetzt machen wir das auch mal.

02:20:10: Wir haben richtig Lust gekämmt und die anderen sagen, wir haben so gelacht.

02:20:13: aber nach dem Abend ist mir sowas von klar, dass ich nie in meinem ganzen Leben kämpfen werde.

02:20:18: Das ist wie unterschiedlich von... Man das sieht, ich war ja nicht zum Campen.

02:20:24: unbedingt dieses Gerummel, diesen Rummel um mich haben möchte.

02:20:27: Und diese lauten Nachbarn und diese Tiere unter dem Kackhafen auf meiner Parzelle.

02:20:30: natürlich ist das nicht der Grund warum ich das mache aber das passiert eben.

02:20:35: Das ist ein Begleit Umstände Aber trotzdem wirst du nicht glauben können.

02:20:40: aber Ich fahre auch in Urlaub und will meine Ruhe haben.

02:20:42: Ich fahr auch in urlaub um meine Ruhen zu haben.

02:20:45: Aber natürlich kann mich auch immer eine Hängematte hängen.

02:20:47: wenn ich jetzt nicht gerade ne sehr laute Großfamilie nebenan habe Kann die mich immer eine hängematta hängen und kann lesen und hab da total meine Ruhe.

02:20:55: Das kommt natürlich darauf an, wo du bist.

02:20:57: Und für so ein Buch suche ich mir auch die lustigen Geschichten raus, die einem unterwegs passieren.

02:21:03: Wenn das nur so wäre, würde ich ja nicht kämpfen fahren!

02:21:05: Wir haben natürlich ... Ich geh ans Strand und lieg da stundenlang und lese und habe nichts um mich rum und hab totale Meditationsruhe.

02:21:16: Also das brauche ich schon auch.

02:21:18: Aber ich beobachte sehr gerne Menschen.

02:21:20: Ich beob hatte gerne Menschen anderen.

02:21:23: Ich gucke schon gerne, was machen die denn?

02:21:26: Und ich habe jetzt ein bisschen Angst das Leute, die ich beschrieben habe, dass sie mir noch mal über den Weg laufen.

02:21:34: Aber ich meine ja nicht, man ist ja nicht böse.

02:21:37: Also liebevolle Blicke aber auch beim Lesen sehr unterhaltsam und so wie die...ich trink auch kein Alkohol!

02:21:47: Und ich finde es super wenn Freunde zu mir kommen und völlig verkatert von ihrer Nacht erzählen Und man denkt so, okay ich habe Lackert im Bett und hab geradex erlebt.

02:21:57: Aber du hast was erlebt!

02:21:58: Mega geil erzähl mir alles.

02:22:02: Ich denke auch so etwas würde ich jetzt über unseren letzten Unabschreiben.

02:22:05: da ist wirklich... Ach mit hat es sehr gut passiert.

02:22:13: Deswegen finde ich dieses Erlebnis das du da hast.

02:22:15: Ich liebe sowieso Reisebücher total gerne weil der etwas passiert Was genau, das passiert in meinem Urlaub auf jeden Fall nicht.

02:22:22: Ja und ich finde das halt interessant weil ich ja sowieso immer gerne... Ich bin ja... Hab ja gern wenn das so Sachen auf mich inspiriert mich irgendwie auch was zu sehen oder?

02:22:32: Du hast

02:22:32: es an einer Stelle schreibst auch dass du fast schon ne leichte Nikes manchmal zu dem Zwanghafte Kommunikation.

02:22:40: Ja, man sagt das immer.

02:22:42: Weil ich kann nicht im Taxi sitzen ohne ein Taxifahrer zu reden.

02:22:47: Ich denke aber, ich kann doch nicht in den zwanzig Minuten eine halbe Stunde mit einem Menschen auf so engem Raum sein, ohne mit dem zu reden?

02:22:56: Das geht doch nicht.

02:22:57: Das kann ich schlecht aushalten und ich bin natürlich auch auf so einem Campingplatz, wenn Leute mich nett anlächeln und mich ansprechen oder mal wollen ein Foto machen oder gucken nur dann natürlich wechsle ich auch ein paar Worte mit denen.

02:23:09: also es ist für mich irgendwie selbstverständlich.

02:23:10: das heißt aber natürlich Da muss man immer aufpassen, dass ich den ganzen Urlaub mit denen ... Die nächsten Tage, die ich auf diesem Platz stehe.

02:23:17: Wir fahren ja mal weiter.

02:23:19: Dass ich mit denen meine Freizeit verbringen möchte?

02:23:21: Das ist natürlich nicht ... Ich hab gern meine Ruhe.

02:23:25: Bin gerne in meinem Wandel zu zweit und wir machen Fahrradtouren.

02:23:29: Wie gesagt, ich geh an den Stranden.

02:23:31: Das ist ein Wechsel!

02:23:32: Aber so ganz ohne alles in einem Hotel am Arsch der Welt, wo ich mich nur massieren lasse, würde ich totlangweilig

02:23:38: fühlen.

02:23:40: Das wäre mir einfach so langweilig.

02:23:43: Also ich schaffe das, dass ganz gut Männer dazu verbinden dieses was immer wieder so ein Input zu kriegen und immer wieder etwas Neues zu sehen neue Leute neue Städte neue Landschaften Und trotzdem aber auch einen Buch nach einem anderen zu lesen und mich So fallen zu lassen.

02:23:58: das geht beides.

02:24:00: wie veränderst du dich dann in der Zeit?

02:24:02: also wenn du Ganz extrem, keine Ahnung.

02:24:05: Du duschst dich eine ganze Weile nicht, siehst dich eine ganz weile

02:24:08: nicht... Also ich stinke jetzt nicht!

02:24:11: Nicht so weit geht's nicht von wegen Verwahrlosung.

02:24:13: Ich geh Baden im Meer und dann haben wir so ne Solardusche oder auf den meisten Campingplätzen ist da ne Außendusche, dann dusche ich mir das Salzwasser ab manchmal aber auch nicht und das kann ich gut tagelang aushalten.

02:24:22: Und was passiert in dieser Zeit des Verzichts?

02:24:28: Du bist ja genau nicht im Komfort.

02:24:30: Du hast keine Bodenheizung an und so weiter, sondern da passieren auch abenteuerliche Dinge.

02:24:37: Was passiert mit dir?

02:24:38: Ja verrückt!

02:24:39: Ich weiß auch nicht was das ist aber mir ist es dann wirklich egal ob ich umgekämmt und ungeschminkt bin und irgendwie nur Salzwasser im Haar hab' und dann gehe ich trotzdem auch ins Restaurant und das ist mir... Es ist mir dann egal.

02:24:54: sonst wäre sozusagen.

02:24:55: Ja, also wenn ich jetzt zu Hause bin oder in normalen... Also nicht im Campingurlaub.

02:25:01: natürlich gucke ich wie ich aussehe und spinke mich und zieh' mich schön an und das ist mir dann in diesem Camping-Urlaub.

02:25:08: ist mir das nicht wichtig?

02:25:09: Ich hab auch so ein Minispiegel nur!

02:25:11: Da gucke ich da nur mal, manchmal mache ich mir ein bisschen Kajal ins Auge.

02:25:15: Oder mein Mann sagt das manchmal.

02:25:18: Der sagt kann sich mal ein bisschen schminken?

02:25:19: Der findet es schöner wenn ich geschminkt bin!

02:25:22: Aber sonst ist mir dann einfach nicht wichtig.

02:25:25: Wenn du uns kämpfen denkst gibt es so einen Bild was du im Kopf hast.

02:25:31: also gibt es eine... Also was siehst du, wenn du von irgendeinem Augen wenn dich jetzt halt gekämpft bist und du machst die Augen zu Was siehst Du?

02:25:38: Dann?

02:25:39: Da sehe ich Strand, Bäume, schöne Landschaft in Berge oder Strände.

02:25:50: Wellen und Sonnenuntergänge.

02:25:51: Irgendwie was Schönes.

02:25:52: Schöne Natur.

02:25:54: Du siehst Natur zuerst?

02:25:55: Also du siehst nicht ein Camper?

02:25:56: Nee,

02:25:57: ich seh nicht die Nähe!

02:25:58: Ich sehe, wenn ich ans Camp denke, seh' ich nicht die Nachbarn.

02:26:01: Die seh', ich seh'.

02:26:02: Ich seh's an sie nur die schönen Sachen!

02:26:04: Das blende ich aus... Also für mich ist Camping vor allem das Unterweg sein, dass in unserem Auto on the road sein, links und rechts neue Sachen sehen, anhalten, aufbauen, an Strand gehen, statt Städtchen angucken, Fahrradtouren machen.

02:26:20: Das verbinde ich mit Campen.

02:26:21: Vor allen Dingen, dass draußen sein, immer draußen sein.

02:26:25: Was ändert sich dann, wenn du zurückkommst?

02:26:28: Wie kann ich mir die Anpassung vorstellen, wenn du wieder in deiner Wohnung bist?

02:26:33: In einem großen Bett liegt.

02:26:36: Ich brauche immer ein paar Tage für die Umstellung.

02:26:39: Also komischerweise geht die Umstellungen von zu Hause aufs Campen schneller als umgekehrt weil dann dieses nicht mehr draußen sein und so wieder diesen Alltag so reinkommen.

02:26:49: das braucht einen kleinen Moment.

02:26:53: Ja, das ist dann wieder so wie es immer ist.

02:26:57: Man ist nicht mehr unterwegs!

02:26:59: Ich vermisse das dann auch ein bisschen.

02:27:00: Ich freue mich total auf die Camping-Saison, für meinen Mann auch.

02:27:05: Wenn der Wagen aus der Scheune geholt wird im April ... Der steht ja über Winter und wir sind ja reine Sommercampern.

02:27:10: Nur von April bis Oktober und der Rest im Winter steht er in einer Scheune.

02:27:14: Dann ist es toll einfach das Auto rausholen und da wieder sich freuen.

02:27:18: Das

02:27:19: erste Mal, was manche hier drin ist, ist Rudelcampen?

02:27:23: Ja, das Finkscamp ist meist das erste Mal.

02:27:25: Manchmal auch vor Himmelfahrtsschuhen mit meiner Schwester Familie, wenn je nach Wetter machen wir das manchmal schon vorher.

02:27:31: Und dieses Rudelcamping mit den ganzen Nachbarn in Dänemark ist auch ein absolutes Ritual.

02:27:36: Das ist toll!

02:27:37: Dann geht's

02:27:38: los.".

02:27:38: Wie verändern sich die Themen über so viele Jahre?

02:27:42: Also wie viel Jahren macht ihr diese Rudelkämpen?

02:27:46: Ja seit dreißig Jahren.

02:27:48: Manchmal noch länger, der hat ja Vormitteln angefangen.

02:27:50: Das sind ja

02:27:51: dann eine Familie und Kinder dazu gekommen, Freunde usw.

02:27:56: Also, unsere Welt hat sich ja auch verändert in diesen dreißig Jahren total.

02:28:00: Ja!

02:28:00: Wie wird es politischer?

02:28:03: Wird es weniger politisch?

02:28:06: Wissen durch das Internet sind alle mehr am Handy.

02:28:09: also wie kann ich mir so diese Gemeinschaften und auch diese Gespräche wenn ihr dann nachts... Ich stelle mir das natürlich sehr romantisch am Lagerfeuer vor.

02:28:16: Nee, das darf man da leider nicht.

02:28:17: Man durfte mal früher.

02:28:19: Das hat

02:28:20: sich schon einmal verändert.

02:28:21: Leider

02:28:21: ist verboten.

02:28:23: Und wie sind dann die Gespräche?

02:28:25: Was ist die Veränderung, außerdem... Krankheiten?

02:28:28: Ja, das übliche Altersgespräch.

02:28:31: Man redet schon viel über Kranke und übers Essen.

02:28:33: Das mehr als früher.

02:28:35: Nee, also Handy gar nicht!

02:28:36: Also sitzt keiner am Handy dann.

02:28:38: Die Händen sind weg.

02:28:39: Wir reden dann, ne?

02:28:40: Wir machen lange Strandspaziergegänge und sitzen wirklich den Abend immer zusammen und reden.

02:28:44: Es ist ernster geworden.

02:28:46: Was ich manchmal ein bisschen schade finde, man isst nicht mehr so eilbar, man lacht nicht mehr zu viel.

02:28:51: Erstens wird nicht mehr sehr viel getrunken weil viele es auch dann Alter ganz aufgehört haben oder nicht mehr gut abgeführt oder auch nicht mehr wollen, weil es ungesund ist.

02:29:00: Und dann kiffen sowieso nicht und man ist nicht mehr so lustig wie früher war.

02:29:06: Früher wurde viel mehr gelacht und quatscht gemacht und vielleicht auch mal getanzt, so laut Musik gehört und das ist viel ernster geworden.

02:29:16: Ich bin ja ... ich lache ja.

02:29:17: also wenn's nach mir ginge würde mehr gelachts Quatsch gemacht und einfach so mal über Nonsens geredet.

02:29:26: Und auch mehr getrunken auf jeden Fall.

02:29:35: Ja,

02:29:35: die sind ab und zu mal.

02:29:36: Und ich komme schon auch mit.

02:29:38: Die sind aber meistens dann ... Abends sind die Jungen woanders.

02:29:42: Ach so okay!

02:29:42: Also das liegt dann doch ... Dann ist es eher das Alter oder nicht?

02:29:45: Ich glaube,

02:29:45: es ist eher das alter.

02:29:47: Und die Zeit.

02:29:47: beides also... Ich glaube es ist beides.

02:29:49: Ich bin ja nicht dabei, wenn die jungen was die da so reden.

02:29:53: Aber ähm ... Die Kinder sind auch, hab ich das Gefühl.

02:29:57: Also Kindern ja keine Kinder mehr ne?

02:29:59: Die sind auch ernster geworden insgesamt.

02:30:02: Die sind vernünftiger und die haben auch diese Themen.

02:30:05: Wir haben auch andere Themen.

02:30:06: also Ich glaube ich war mal abgesehen von meinen Sorgenmomenten, die ich im Tagebuch festgehalten habe waren wir glaub ich ausgelassen.

02:30:16: für sorgloser, aber es war auch eine andere Zeit.

02:30:19: Wir haben ja keinen Grund uns Sorgen ums Weltgeschehen zu machen und das beeinflusst ganz bestimmt also unsere Gespräche.

02:30:26: man macht sich Sorgen.

02:30:28: Man denkt wo soll das wie soll das alles enden?

02:30:31: Und dieser Trump ist üblicher.

02:30:33: Also all die Themen die man so hat darüber wird natürlich gesprochen.

02:30:36: Aber ich finde man muss auch mal Für mich ist Urlaub auch mal sagen, reden wir nicht immer über diese Themen.

02:30:43: Sondern haben einfach nur gute Zeit und Lachen und Freunden unseres

02:30:47: Lebens.".

02:30:49: Oder lassen uns massieren?

02:30:50: Das

02:30:51: kann aber auch nicht jeder!

02:30:53: Es kann nicht jeder so loslassen und sagen ich kümmere mich jetzt nicht um das was in der Welt los ist.

02:30:59: zum Beispiel mein Mann wenn wir zusammen im Urlaub sind er guckt Der liest immer Nachrichten jeden Tag.

02:31:04: Er weiß immer Bescheid, weil der das braucht und will wissen was los ist.

02:31:08: Und er sagt dann auch mal, es wird ja alles immer schlimmer.

02:31:11: Ich will das nicht wissen!

02:31:12: Ich denke ich hab doch sowieso nix, was dieser Bekloppte da macht in... Was soll ich denn da?

02:31:16: Ja.

02:31:17: Ich kann's doch nicht ändern.

02:31:19: Also warum soll ich jetzt schlechte Laune haben wegen Trump?

02:31:22: Das seh' ich überhaupt nicht ein.

02:31:24: Was für einen Grund war's denn?

02:31:26: Das

02:31:26: sehe ich doch nicht ein!

02:31:27: Nee, das

02:31:28: seh', ich überhaupt nichts ein.

02:31:30: Sag mal welches

02:31:30: Buch

02:31:31: liest du?

02:31:32: Aus welche Bücher liest du gerade, oder hast du gelesen?

02:31:35: Ich lese jetzt gerade von Sascha Stanijic, sprich das ich aus.

02:31:39: Dieses Essayredensammlung, dieses Neue was er da hat.

02:31:43: Davor hab' ich vom Florian Oels gelesen über die Familie Mann weil ich ja Thomas Mann liebe und war auch in meinem Studium im grüßen Thema.

02:31:51: Was lese ich als Nächstes... Ach Lasard!

02:31:54: Die lese sich von diesem jungen...

02:31:56: Neilio Biedermann?

02:31:56: Genau finde ich ganz spannend.

02:31:59: Ich hab ein Querbeet, ich hab ganz viel von John Irving.

02:32:03: Den fand ich früher toll!

02:32:04: Ich versuch's immer mal wieder und denke mal gucken ob der wieder was Tolles zustande bringt.

02:32:07: aber die sind alle nicht mehr gut.

02:32:09: Gibt es so'n Buch was du am häufigsten verschenkt hast?

02:32:13: Weil das dir soviel bedeutet?

02:32:15: Also ich lieb ja diesen Clemens JZS.

02:32:17: kennst du den?

02:32:18: Nee.

02:32:18: Nee, den kannst du nicht, denn er ist doch reicher.

02:32:20: Sag nochmal?

02:32:22: Punkt setz.

02:32:23: Der schreibt mir, der hat geschrieben die Stunde zwischen Frau und Gitarre auf.

02:32:29: was mit Monen wie heißt das noch mal?

02:32:34: Und dann hat er ein Buch, was das habe ich schon oft verschenkt.

02:32:37: Ich glaube der Trostrunderdinge heißt es vom Trost und nicht der Trustrunderdinge.

02:32:41: Das sind Geschichten ganz toll wenn du gerne liest.

02:32:45: Ja super genau also...

02:32:46: Ich liebe ja auch österreichische Schrift, natürlich eben ist alles voll möglich.

02:32:50: Ich lieb hier Österreicher, Wolf Haas lese ich sehr gerne.

02:32:53: Thomas Glabinich auch?

02:32:55: Er sagt mir... Das

02:32:56: größere Wunder!

02:32:57: Nee, ich glaube nicht.

02:32:59: Das könnte ich mir vorstellen, dass dir das sehr

02:33:02: gut gefällt?

02:33:02: Ja diese Raffaella Edelbauer finde ich toll.

02:33:05: hier Arno Geiger also Österreicher lese ich sehr gerne.

02:33:08: Thomas

02:33:08: Bernhard natürlich.

02:33:09: Ja natürlich hab' ich ganz viel früher auch im Studium, ganz viel von Thomas Bernard.

02:33:13: Ich fand die toll, fand ich ganz toll.

02:33:16: Ne aber der hier von Wolf, kennst du von Wolf Haas Das Wetter vor fünfzehn Jahren, das habe ich auch schon verschenkt.

02:33:24: Den

02:33:24: Titel kenne ich noch nicht gelesen, aber jetzt gelesen.

02:33:26: letztes Jahr oder vorletzt ist ja dieses neue Buch wo die Identitäten sich verändern.

02:33:30: Wackelkontakt?

02:33:32: Ja

02:33:33: das ist auch toll!

02:33:34: Wolf Haas ist für mich auch so ein... man fährt in den Urlaub Und guckt, gibt's was Neues von Wolf Haas?

02:33:41: Ja genau.

02:33:42: Das

02:33:42: ist so ein Urlaubs ... Wo das jetzt nicht schön ist aber es hat ja etwas Düsteres auch öfters mal oder also typisch Österreich schon bisschen.

02:33:49: Ja aber

02:33:49: auch lustig.

02:33:50: die Braunhaumane sind doch total lustig.

02:33:51: Sehr

02:33:51: lustig!

02:33:51: Aber natürlich böse lustig...

02:33:53: Ja genau, böse-lustig.

02:33:54: Also lieb ich und ich liess auch gern sehr gerne amerikanische Schriftsteller also hier Franzen und Richard Powers heißt er doch.

02:34:03: Hier den ... Wer hast du noch mal?

02:34:08: Gott Gedächtniswund extrem laut und unglaublich nah.

02:34:13: Ja genau, den finde ich auch ganz toll.

02:34:15: Ich lese ganz viele Männer.

02:34:17: Also wirklich ... Ich hab einfach mehr Bücher, meine Lieblingsbühne, fast alle von Männern.

02:34:23: Außer was man von hier aus sehen kann!

02:34:26: Moment

02:34:26: von der Mariana Lecky.

02:34:30: Ja, großartig die auch schon hier.

02:34:31: Das ist

02:34:32: nicht so schön das Po, das lieb

02:34:33: ich.

02:34:33: Guck mal alle Art macht dich sehr

02:34:35: gerne.

02:34:36: Sie schreibt gerade ein neues...

02:34:37: Aber sie schreibt so schön, also Poet, ganz toll schreibt ihr.

02:34:43: Ich lese wie gesagt wahnsinnig gern und dann manchmal bin ich ein bisschen enttäuscht.

02:34:46: aber eins meiner Lieblingsbücher es ja Max Mischer und die Ted Offensive.

02:34:49: kennst du das?

02:34:49: Nein!

02:34:50: Max Mischer und die Ted Offensive.

02:34:52: So ein dickes Buch von... Max Misch?

02:34:54: ...Max Mischer, und die TED-Offensive!

02:34:57: Das ist von einem norwegischen Schriftsteller.

02:35:01: Johann Haarstadt glaube ich heißt er.

02:35:05: Ich glaube Johann Haarschadt.

02:35:06: Furchtbar das ist das Gedächtnis.

02:35:08: was dann irgendwann fallen einem Namen einfach nicht mehr ein.

02:35:11: Ist ja nicht schlimm.

02:35:11: Der, das Buch ist richtig toll.

02:35:13: also mein Geschmack.

02:35:16: Manche können da gar nichts mit anfangen.

02:35:19: Ich lese Querbit, also wirklich.

02:35:20: Also ich fange auch mal Sachen an und bin nicht enttäuscht weil sie mir nicht so gut gefallen.

02:35:24: aber...ich liebe es zu lesen!

02:35:28: Ich komme langsam zum Ende.

02:35:29: Echt?

02:35:30: Man hat ja gar keine Uhr, man hat überhaupt kein Gefühl dafür wie spät das ist.

02:35:33: Es ist halb

02:35:33: acht.

02:35:34: Hast du eine

02:35:34: Uhr?!

02:35:34: Ich habe ne Uhr da oben, ja.

02:35:37: Da oben versteckt dahinten ist ne Uhr Und dann sehe ich dann halb

02:35:41: acht.

02:35:42: Ah, da!

02:35:42: Die kleine

02:35:43: Uhr?

02:35:43: Ganz kleine Uhr.

02:35:44: Ich kann das sehen.

02:35:46: Ich habe eigentlich ein ganz gutes Zeitgefühl und ein gutes Timing-Wert muss ich für meine Sendung haben.

02:35:50: Aber hier hätte ich jetzt überhaupt nicht sagen können wie lange wir reden.

02:35:54: Das

02:35:54: ist gut.

02:35:55: Also ich finde es gut.

02:35:56: Du machst

02:35:57: das ja auch gut, du machst einen guten Job.

02:35:58: Ich wollte längst mal kommen.

02:36:00: Sehr gut.

02:36:00: Schön dass du da bist.

02:36:01: Wirklich,

02:36:01: ich wollte längs mal kommen, ich hab mir gedacht, mach das richtig gut.

02:36:04: Es gibt ja gar nicht viele die das gut machen, finde ich.

02:36:08: Nee, gibt nicht.

02:36:08: Nein, mach ich ernst!

02:36:10: Es gibt nicht viele die richtig gut fragen und gute Gespräche führen wo man das Gefühl hat da passiert was Was ich noch gerne sagen würde dass ich auch ein Podcast habe.

02:36:21: Das würde ich gerne einfach loswerden weil denen hören doch hier so viele Leute.

02:36:25: Ich hab ja auch einen Podcast.

02:36:27: Den gibt es noch nicht mal ein Jahr der läuft jeden zweiten Donnerstag Und er heißt ins blaue und dann geht es ums Camp aber auch ums Reisen.

02:36:33: also ist ein Unterwegs-Podcast Wo ich mit ganz vielen Leuten prominenten nicht prominenten, darüber rede wie sie Urlaub machen und warum Sie gerne campen wo sie hinfahren oder eben auch nicht campen sondern andere reisen.

02:36:45: Ich meine

02:36:45: Christine Türmer war aber auch schon da?

02:36:47: Ja

02:36:47: halt die Christine Türme war da und ganz viele andere Johannes Erling, Sandra Meisberg.

02:36:52: es gibt viel mehr Promis die Campen als man denkt.

02:36:55: Das ist mir auch in deinem Buch klargeworden.

02:36:57: Gildo Horn, meine ich da weiter.

02:37:00: Ich kenne den noch natürlich, aber im Buch ist er als großer Camperfreund und Soziologe war mir auch nicht klar.

02:37:09: Nee, Sozialpädagogik.

02:37:10: Sozialpädagog!

02:37:13: Also redig... es ist ein schönes, ergibiges Thema, ist mal was anderes.

02:37:16: also wir reden halt über's Campen und ja und ich würde mich freuen wenn paar Leute hören werden.

02:37:21: Schalten Sie einen bitte Eine große Plakatwand am Alexanderplatz.

02:37:27: Das ist immer sozusagen das Ende dieses Podcasts und du musst auf diese Plakatwand etwas draufschreiben, was würdest du darauf schreiben?

02:37:34: Ach eine große Plakate.

02:37:36: Wand die alle sehen!

02:37:37: Alle sehen die und deine Nachricht an alle...

02:37:40: Eine imaginäre Plakatwand.

02:37:46: Ja ich glaube ich würde was ganz banales schreiben.

02:37:49: Ich würde irgendwie schreiben Freudig des Lebens.

02:37:51: Das passt total gut zu dir.

02:37:57: Ja, das wäre meine saubungsvollen Worte an die Menschheit.

02:38:00: Gibt es noch etwas... Also du warst ja diese suchende junge Frau?

02:38:06: Ja!

02:38:07: Gibt ist noch etwas, wonach du suchst?

02:38:12: Äh, wo nach ich suche...?

02:38:16: Ja also was mich natürlich interessieren würde, was danach kommt Also die Suche nach dem, was nach dem Tod sein wird.

02:38:23: Aber ich weiß nicht, dass es eine aussichtslose Suche ist aber die kann man vielleicht auch mal im Austausch und mit anderen kommt man vielleicht irgendwann auf Ideen was da sein könnte.

02:38:33: das ist das was mich natürlich je älter ich werde immer mehr interessiert was da wohl sein wird.

02:38:38: Hast du eine Ahnung oder eine Befürchtung?

02:38:42: Ich habe die Hoffnung, dass das irgendwie weitergeht in einer anderen Form.

02:38:47: Dass es irgendwie man weiter existiert in einer andere Daseinsform.

02:38:50: also ob man da als Teilchen durchs All schwirrt... Es gibt ja diese immer wieder, hört man ja diese Geschichten Das Menschenbegegnungen zu haben Glauben mit lange Verstorbenen hatte ich noch nie.

02:39:04: Ich träume manchmal von meinen Eltern, aber ich hatte das noch nie!

02:39:07: Aber wirklich so Geschichten hat mir gerade doch den Dings erzählt der Jochen Schropp.

02:39:12: Man spürt, es streicht einem jemand über die Wange oder eine Freundin hat mir erzählt sie hat ihre Oma, die hat neben ihr gesessen und sie hat die Kuhle im Bett gesehen wo die gesessen hat.

02:39:21: Das ist so wirklich ein bisschen spooky Gesachen, dass die vielleicht doch irgendwo sind?

02:39:26: Dass die Seelen, dass man irgendwo weiter ist und dass die Erinnerungen... Erinnerung weiterlebt, sondern dass man irgendwie weiter lebt.

02:39:35: Das wäre mein Wunsch, dass das nicht alles vorbei ist mit dem Tod.

02:39:38: Deswegen glaube ich auch.

02:39:39: Deswegen gibt es ja überhaupt Religionen weil die Menschen einfach gerne glauben möchten, dass es nicht vorbei ist dann.

02:39:45: Ja, das wäre so ein bisschen esoterisch philosophisch.

02:39:51: Aber das wäre das was ich höchst.

02:39:52: und wenn ich sagen würde ich bin auf der Suche nach etwas.

02:39:54: Ansonsten bin Wie schön alles gefunden.

02:40:01: Das ist, glaube ich auch das was wenn man so überlegt warum ist die so entspannt oder warum ist sie so authentisch?

02:40:08: Ich glaube es hat etwas damit zu tun dass du dieses ich suche noch irgendwas anderes was ja viele haben Dass man in dieser kurzen Zeit, die wir jetzt hatten, merke ich irgendwie ... Das könnte das Geheimnis von dem sein.

02:40:23: Dass es echt ist, wenn man nicht die ganze Zeit noch so ausschaut nach irgendwas?

02:40:27: Vielleicht ja!

02:40:28: Dass man sich angekommen fühlt bei sich und dass man das fühlt.

02:40:32: Man ist angekommen, weiß ja nicht Stillstand bedeutet.

02:40:35: Immer weiter neugierig offen bleiben und so.

02:40:38: Und auch neues Entdecken an sich auch.

02:40:40: Aber nicht suchen, nicht das Gefühl haben, das kann's nicht gewesen sein.

02:40:45: Ja, das ist, dass man zufriedens auch mit dem was ist und nämlich nicht denkt.

02:40:49: Das kannst du doch nicht gewesen

02:40:50: sein.

02:40:50: Da sind es doch

02:40:50: noch mehr drin!

02:40:51: Warum?

02:40:53: Sondern ja...

02:40:53: Ja, glaube ich.

02:40:55: Ja, aber das ist ganz schön also ein schöner Zustand.

02:41:02: Ich glaube danach suchen sehr viele Menschen.

02:41:05: Also von daher glaube ich, dass du dann, obwohl du selber nicht so sehr nach Vorbildern geguckt hast oder guckst aber ich glaube deswegen bist du auch ein Vorbild für viele Menschen, dass die das vielleicht als Beispiel.

02:41:20: Ja, viele sagen ... also kriege ich immer so gespiegelt durch Mails und auch bei den Lesungen.

02:41:26: Dass Leute sagen, dass sie eine schöne Zeit bereitet haben.

02:41:29: Dass die gerne mal eine Sendung gucken und hinterher sich besser fühlen nach einem Abend gelacht haben und einfach gut gelaunt rausgehen.

02:41:38: Und das ist ja wunderschön, wenn man das schafft!

02:41:40: Ich bin jetzt nicht die Welt verändern aber ich kann vielleicht im kleinen Leuten eine gute Zeit bereiten.

02:41:45: Das ist ja schön.

02:41:46: Da hab' ich was von, da haben die was von klassische Win-Win-Situation, würde man sagen.

02:41:52: Also ich gehe auf jeden Fall heute gut gelaun nach Hause?

02:41:54: Ich aber auch und das liegt an dir!

02:41:56: Und

02:41:56: auch an dir.

02:41:57: Vielen Dank!

02:41:58: Die ist beides ganz besonderes.

02:41:59: Ja!

02:42:00: Siehst du

02:42:00: denn?!

02:42:02: Dankeschön Das war Bettina Titchen.

02:42:10: Vielen, vielen herzlichen Dank fürs Zuschauen und auch zu hören!

02:42:13: Was ich bemerkenswert finde ist dass sie nicht nur irgendwann erkannt hat das sie in Anführungsstrichen ein ganz normaler Mensch ist und eben nicht etwas ganz besonderes wie sie früher werden wollte sondern dass sie auch die Normalität immer wieder ganz ganz bewusst sucht und auch braucht im Form von Campen beispielsweise und da auch ganz bewusst verzichtet auf das luxuriöse Leben.

02:42:36: Ich glaube, da kann man sich gut ein Beispiel nehmen.

02:42:38: wenn ihr mehr darüber erfahren wollt übers Campen

02:42:40: usw.,

02:42:40: dann möchte ich euch das Buch Titien sucht das weit empfehlen und aber auch Ihr Tagebuchbuch rüber dass wir ja auch gesprochen haben Das heißt früher war ich auch mal jung ist ein großartiges Buch was ich jetzt noch zu Ende lesen werde.

02:42:51: Vielen, vielen herzlichen Dank an mein Team.

02:42:53: An Maximian Frisch und Alex Stößlein für die Produktionen an Anni Hofmann für die Redaktion und dann mit Vergnügen für die Distribution und Vermarktung.

02:43:01: Wenn ihr Lust habt auf eine weitere Folge Hote Matze Dann möchte ich euch die Folge mit Barbara Schöneberg empfehlen.

02:43:07: Die war schon vor zwei Jahren hier ungefähr Und irgendwie ganz anders und doch irgendwie auch gleich.

02:43:14: Schaut da gerne rein hört da gerne mal rein.

02:43:16: Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.

02:43:17: Eine gute Nacht Auf bald bei Matze.

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